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Dokumentenidentifikation DE19729458A1 14.01.1999
Titel Hufeisen mit Aufzügen
Anmelder Trömel, Hermann Constantin, 50769 Köln, DE
Erfinder Trömel, Hermann Constantin, 50769 Köln, DE
Vertreter Dres. Fitzner, Münch & Jungblut, Rechts- und Patentanwälte, Ratingen-Berlin, 40878 Ratingen
DE-Anmeldedatum 10.07.1997
DE-Aktenzeichen 19729458
Offenlegungstag 14.01.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.01.1999
IPC-Hauptklasse A01L 1/02
IPC-Nebenklasse B21K 15/02   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Hufeisen (1a) mit Aufzügen (2a), welches durch Gesenkschmieden aus einem Hufeisenrohling hergestellt wird, der Auswölbungen mit dem Material für die Aufzüge enthält. Die Tragfläche (3) des Hufeisens hat eine insbesondere unter den Aufzügen (2a) gleichbleibende Dicke ohne konstruktionsbedingte Schwachstellen.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Hufeisen aus Metall für Huftiere, insbesondere Pferde, wobei das Hufeisen mit mindestens einem Aufzug versehen ist.

Hufeisen zum Schutz der Hufe sind in zahlreichen Ausführungen bekannt. Sie bestehen in der Regel aus einem U-förmig gebogenen Flacheisen, welches Nagellöcher trägt, durch die es mit Hufnägeln am Huf befestigt wird. Hufeisen tragen überwiegend auch einen sogenannten Aufzug. Darunter ist eine flache, sich vom äußeren Rand des Hufeisens rechtwinklig nach oben (d. h. zum Huf hin) erstreckende Erhebung zu verstehen, die sich beim Beschlagen des Pferdes seitlich an den Huf anlegt und das Hufeisen damit in seiner Position fixiert. In der Regel werden bei Pferden die Hufeisen für die Vorderhufe mit einem und für die Hinterhufe mit zwei Aufzügen versehen.

In der Patentschrift DE 25 08 876 wird ein Hufeisen beschrieben, das einen im wesentlichen zweiteiligen Aufbau hat: Es besteht zum einen aus einer unmittelbar am Huf anliegenden Aluminiumschicht, zum anderen aus einer unter dieser Schicht sitzenden Rippe aus einem härteren Material, welches den Belastungen, die beim Kontakt mit dem Boden auftreten, standhält. Das Aluminium-Oberteil enthält laut Patentschrift Auswölbungen 20, 21, die beim Beschlagen des Pferdes in Richtung nach oben umgeschlagen werden (Spalte 2, Zeile 57 ff.). Ein derartiges Vorgehen ist nur bei dem weichen Material Aluminium möglich. Dieses Material ist in Hinblick auf seine Weichheit bevorzugt gewählt worden, da es sich der Hufform des Pferdes anpassen kann. Das geschilderte Hufeisen ist durch seinen zweiteiligen Aufbau jedoch relativ kompliziert, und es hat sich in der Praxis nicht durchgesetzt. Die Aluminiumschicht des Hufeisens und insbesondere die umgebogenen Aufzüge weisen nicht die in der Praxis geforderte Stabilität auf.

In der DE-35 17 514 wird ein Hufeisen mit Aufzügen und einer komplizierten Querschnittsform beschrieben, die unter anderem verhindern soll, daß sich Schmutz oder größere Gegenstände wie z. B. Steine im Hufeisen verklemmen können. Darüber hinaus enthält dieses Hufeisen weitere besondere Formmerkmale, die es erforderlich machen, das Hufeisen in einem besonderen Verfahren herzustellen. Bei diesem Verfahren wird ein Rohling durch einen Stempel in einer Form aus gesintertem Metall durch eine rasche Folge von Druckimpulsen geformt. Das geschilderte Hufeisen und sein Herstellungsverfahren haben sich wegen ihrer Komplexität in der Praxis jedoch nicht durchsetzen können.

Auch in der DE-34 14 458 wird eine besondere Hufeisenform beschrieben, bei der das U-förmige Flacheisen durch zahlreiche Schnitte in einzelne Segmente unterteilt ist, die nur durch den äußeren Rand des Hufeisens untereinander verbunden sind, und die es insgesamt erlauben, das Hufeisen in seiner U-Form zu verbiegen. Das beschriebene Hufeisen wird laut Patentschrift in einem Stanz-Biege-Verfahren aus Stahlblech hergestellt. Anstelle von Aufzügen besitzt es einen umlaufenden Stoßrand 1, welcher in der Regel mit dem Rest des Hufeisens verschweißt ist. Neben der komplizierten Herstellungsweise ist nachteilig an dem beschriebenen Hufeisen, daß es aufgrund der Segmentierung der Tragfläche keine ausreichende Stabilität bietet. Das Gewicht des Pferdes lastet letztendlich auf den Köpfen der Hufnägel.

Die DE-29 02 032 beschreibt schließlich ein Hufeisen, welches einstückig aus Temperguß hergestellt ist. Das Besondere an diesem Hufeisen ist, daß es eine Nagelnut als Entkohlungsrille enthält. Hierdurch kann während des Gußvorgangs der Entzug von Kohlenstoff aus dem Gußeisen auf eine bestimmt Art erfolgen, die dem Hufeisen eine höhere Stabilität verleiht. Nachteilig bei diesem Hufeisen ist, daß auch hier ein relativ komplizierter Herstellungsvorgang erforderlich ist, der zudem nur mit einer ganz bestimmten Materialzusammensetzung (Temperguß) möglich ist.

Aufgrund der obengenannten Schwierigkeiten mit besonderen Ausgestaltungsformen von Hufeisen werden in der Praxis ganz überwiegend die herkömmlichen und bewährten schmiedeeisernen Hufeisen verwendet. Hierbei wird aus einer vorgegebenen Materialstange zunächst die Hufeisen- Grundform gebogen und flachgehämmert. Sodann werden aus dem flachen U-förmigen Eisen die Aufzüge in der notwendigen Anzahl herausgearbeitet. Dies geschieht so, daß an den Stellen, wo Aufzüge entstehen sollen, Material des Hufeisens nach oben und flachgehämmert wird, bis ein Aufzug in den gewünschten Ausmaßen entstanden ist. Nachteilig hierbei ist jedoch, daß das Material, welches zum Aufzug hochgeschmiedet wird, der Tragfläche des Hufeisens fehlt. Das Hufeisen ist daher im Bereich unter den Aufzügen geschwächt. Dies ist besonders ungünstig, da es gerade im Bereich der Aufzüge zu einer höheren Belastung des Hufeisens kommt, da sich über die Aufzüge auch horizontale Kräfte an diesen Stellen übertragen.

Die vorliegende Erfindung hat sich demgegenüber die Aufgabe gestellt, ein Hufeisen aus Metall mit mindestens einem Aufzug zur Verfügung zu stellen, welches die geschilderten Nachteile nicht aufweist, sondern eine hohe Stabilität ohne Schwachstellen hat.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Hufeisen aus Metall gelöst, welches aus einem einheitlichen geschmiedeten Stück Metall besteht, und dessen Tragflächen im Bereich unter den Aufzügen eine unverminderte Dicke haben. Das Hufeisen besteht somit geometrisch gesehen aus einem U-förmigen Flacheisen (Tragfläche) gleichmäßiger Dicke, an das sich nach oben, d. h. der dem Huf zugewandten Seite, hin der halbkreisförmige, etwa geldstückgroße Aufzug anschließt. Ein derartiges Hufeisen hat zum einen die bewährte Stabilität schmiedeeiserner Hufeisen, zum anderen weist es nicht wie bei der herkömmlichen Herstellung auftretenden Nachteile auf, d. h. die Schwachstellen, die sich durch das Hochschmieden der Aufzüge ergeben.

Die geschilderten Vorteile des erfindungsgemäßen Hufeisens werden durch ein bisher nicht angewendetes neues Herstellungsverfahren erreicht. Das Verfahren arbeitet vorzugsweise mit einem Gesenkschmiedevorgang, der aus mehreren Einzelschritten besteht, die alle im glühenden Zustand des Eisens durchgeführt werden. Zunächst wird dabei ein stangenförmiges Stück Rohmaterial glühend erhitzt. Dieses wird sodann in die Hufeisenform gebogen, und in einem ersten Gesenkschmiedevorgang flachgedrückt. Hierdurch entsteht ein flaches U-Eisen, das etwa die doppelte Breite hat wie das endgültige Hufeisen. Dabei ist das spätere Hufeisen bereits vorgeformt. Es enthält angeformte Auswölbungen, die später zu den Aufzügen umgeformt werden. Die Tragflächen und die Auswölbungen sind in diesem flachen U-Eisen von größerer Dicke als der Rest des Eisens. Dieser Rest des Eisens wird im nächsten Bearbeitungsschritt entfernt. Dieser Vorgang ist vergleichbar der Entfernung eines Gußgrades. Nach seiner Entfernung bleibt ein Hufeisenrohling übrig als flaches Gebilde mit der Auswölbung, die das Material für den späteren Aufzug enthält, und die sich in der Ebene der Tragfläche befindet. In einem weiteren Gesenkschmiedevorgang wird dann diese Auswölbung zu dem nach oben stehenden Aufzug umgeschmiedet. Dabei bleibt die Form der Tragfläche unberührt, insbesondere wird kein Material aus dem Bereich unterhalb des Aufzugs entfernt. Das dermaßen hergestellte Hufeisen weist daher eine gleichmäßige Stabilität der Tragfläche ohne Schwachstellen auf.

Für die Herstellung des erfindungsgemäßen Hufeisens sind verschiedene Metalle geeignet. Vorzugsweise wird es aus Eisen, ganz besonders bevorzugt aus dem Material C46, hergestellt.

Die Erfindung betrifft auch einen Hufeisenrohling aus Metall, der dadurch gekennzeichnet ist, daß er aus den flachen, U-förmigen Tragflächen besteht, an denen sich in der Ebene der Tragflächen Auswölbungen befinden, die das Material für Aufzüge enthalten. Durch Warmverformung, vorzugsweise durch Gesenkschmieden, können die Auswölbungen des Hufeisenrohlings zu Aufzügen des erfindungsgemäßen Hufeisens umgeformt werden. D. h. das Hufeisenmaterial wird im schmiedbaren Zustand in einer Form (dem sog. Gesenk) bearbeitet.

Die Herstellung des Hufeisens erfolgt vorzugsweise in mehreren Einzelschritten. Zunächst wird dabei ein stangenförmiges Stück Rohmaterial glühend erhitzt. Dieses wird sodann in eine U-Form gebogen, und in einem ersten Gesenkschmiedevorgang flachgedrückt. Hierdurch entsteht ein flaches U-Eisen, das etwa die doppelte Breite hat wie das endgültige Hufeisen. Sodann wird mittig in dem U-förmigen Rohling eine Reihe von Löchern angeordnet. Das überstehende Material des Eisens wird im nächsten Bearbeitungsschritt bis zur halben Breite ausgestanzt, so daß nur die für die Ausformung der Aufzüge erforderlichen Teile stehenbleiben. Nach diesem Arbeitsschritt bleibt ein Hufeisenrohling übrig. Hierbei handelt es sich um ein flaches Gebilde mit dem Auswölbungen, die das Material für den späteren Aufzug enthalten. In einem weiteren Gesenkschmiedevorgang wird dann die Auswölbung zu dem senkrecht zur Tragfläche stehenden Aufzug umgebogen bzw. umgeschmiedet. Dabei bleibt überraschenderweise die Form der Tragfläche unberührt, insbesondere wird kein Material aus dem Bereich unterhalb des Aufzugs entfernt. Das dermaßen aus dem Rohling hergestellte Hufeisen weist somit eine gleichmäßige Stabilität der Tragfläche ohne Schwachstellen auf.

Im folgenden wird das erfindungsgemäße Hufeisen anhand der Figuren beispielhaft erläutert.

Fig. 1 zeigt eine perspektivische Darstellung des Hufeisens.

Fig. 2 zeigt einen Schnitt durch das Hufeisen nach Fig. 1 entlang der Linie A-A.

Fig. 3 zeigt ein Hufeisen mit zwei Aufzügen.

Fig. 4 zeigt einen Hufeisenrohling.

Fig. 5 und 6 zeigen Hufeisenrohlinge mit ausgestanzten Aufzügen.

In Fig. 1 ist ein erfindungsgemäßes Hufeisen 1a mit einem Aufzug 2a im Mittelteil des vorderen Bogens dargestellt. Das Hufeisen hat den herkömmlichen Aufbau mit einem U-förmigen Flacheisen, durch welches die Nagellöcher zur Befestigung des Hufeisens führen. Wie bei Hufeisen für Vorderhufe von Pferden üblich, befindet sich an dem Hufeisen ein nach oben gerichteter Aufzug 2a, der als Anlagefläche des Hufeisens an der Außenfläche des Hufes dient.

Die erfindungsgemäße Besonderheit des Hufeisens ist im Querschnitt des Eisens entlang der Linie A-A zu erkennen (Fig. 2). An der Tragfläche 3 befindet sich der nach oben gerichtete Aufzug 2a. Im Gegensatz zu herkömmlichen Hufeisen hat die Tragfläche 3 jedoch auch im Bereich 4 unterhalb des Aufzuges dieselbe Dicke wie an anderen Stellen. Bei herkömmlichen Hufeisen kommt es dagegen im Bereich 4 zu Schwachstellen, die dadurch entstehen, daß Material von diesen Stellen hochgeschmiedet wird, um den Aufzug zu bilden. Das erfindungsgemäße Hufeisen weist aufgrund seiner besonderen Herstellungsweise diese Nachteile nicht auf.

Fig. 4-6 zeigen Hufeisenrohlinge 1b, 1c, 1d, die Zwischenstufen bei der Herstellung des erfindungsgemäßen Hufeisens darstellen. Die Rohlinge gemäß Fig. 5 und 6 können als solche an weiterverarbeitende Betriebe geliefert werden.

Die Herstellung der erfindungsgemäßen Hufeisen wird im folgenden anhand der Fig. 4-6 erläutert: Das Verfahren kann dabei z. B. in einem Gesenkschmiedevorgang, der aus mehreren Einzelschritten besteht, durchgeführt werden. Zunächst wird dabei ein stangenförmiges Stück Rohmaterial glühend erhitzt. Dieses wird sodann in eine U-Form gebogen, und in einem ersten Gesenkschmiedevorgang flachgedrückt. Hierdurch entsteht ein flaches U-Eisen gemäß Fig. 4, das etwa die doppelte Breite hat wie das endgültige Hufeisen. Die Tragflächen 3 sind in diesem flachen U-Eisen von größerer Dicke als das überstehende Material 5. Anschließend werden die Löcher 4 eingestanzt. Das erwähnte überstehende Material 5 wird im nächsten Bearbeitungsschritt (vergleichbar einem Gußgrad) teilweise entfernt. Nach seiner Entfernung bleiben die Hufeisenrohlinge 1b bzw. 1c, wie sie in Fig. 5 und 6 dargestellt sind, übrig. Hierbei handelt es sich um ein flaches Gebilde, da die Auswölbungen 2b, die das Material für den späteren Aufzug enthalten, sich in der Ebene der Tragfläche 3 befinden. In einem weiteren Gesenkschmiedevorgang werden dann die Auswölbungen 2b zu den nach oben stehenden Aufzügen 2a umgeschmiedet. Dabei bleibt die Form der Tragfläche 3 unberührt, insbesondere wird kein Material aus dem Bereich 4 unterhalb den Aufzügen 2a entfernt. Die dermaßen aus den Rohlingen nach Fig. 5 hergestellten Hufeisen weisen daher eine gleichmäßige Stabilität der Tragfläche ohne Schwachstellen auf.


Anspruch[de]
  1. 1. Hufeisen (1a) aus Metall mit mindestens einem Aufzug (2a), dadurch gekennzeichnet, daß das Hufeisen (1a) aus einem einheitlichen geschmiedeten Stück Metall besteht, und die Tragflächen (3) des Hufeisens (1a) im Bereich (4) unter den Aufzügen (2a) eine unverminderte Dicke haben.
  2. 2. Hufeisen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es aus Eisen, vorzugsweise aus C46, besteht.
  3. 3. Rohling zur Herstellung eines Hufeisens nach einem der Ansprüche 1 oder 2 geeigneter Hufeisenrohling (1b) aus Metall, dadurch gekennzeichnet, daß er in der Ebene der Tragflächen (3) Auswölbungen (2b) mit Material für Aufzüge (2a) enthält.
  4. 4. Verfahren zur Herstellung eines Hufeisens nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
    1. a) ein Rundstab hufeisenförmig gebogen wird,
    2. b) der Rundstab in eine Gesenkform gegeben wird,
    3. c) der Rundstab flachgedrückt wird,
    4. d) das nach Schritt c) entstandene überstehende Material (5) teilweise ausgestanzt wird,
    5. e) die nach Schritt d) verbleibenden Auswölbungen (2b) derart umgeschmiedet werden, daß senkrecht zur Tragfläche (3) stehende Aufzüge (2b) erhalten werden.






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