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Dokumentenidentifikation DE19725454A1 21.01.1999
Titel Spundbohle
Anmelder Wall, Georg, 81375 München, DE
Erfinder Wall, Georg, 81375 München, DE
Vertreter Haft, von Puttkamer, Berngruber, Czybulka, 81669 München
DE-Anmeldedatum 16.06.1997
DE-Aktenzeichen 19725454
Offenlegungstag 21.01.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.01.1999
IPC-Hauptklasse E02D 5/06
Zusammenfassung Die Spundbohle (1) weist benachbart zu einer Hakenleiste (2) an ihrem in den Boden zu rammenden Ende einen Ramm-Meißel (4) auf, der durch zumindest eine Profil-Leiste (5) so abgedeckt ist, daß beim Rammen in den Boden ein Hohlraum oberhalb des Ramm-Meißels (4) verbleibt. Über diesen Hohlraum kann z. B. mittels einer Videokamera die Dichtheit der Verbindung zweier Spundbohlen und der korrekte Sitz der Hakenleisten überprüft werden, anschließend wird der Hohlraum mit Dichtmittel verfüllt.
Mit derartigen Spundbohlen aufgebaute Spundwände können vorteilhaft zum Bau oder Umbau von Mülldeponien verwendet werden, um Ein- und Ausdringen von Flüssigkeiten in und aus der Deponie zu vermeiden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Spundbohle gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Beim Erstellen von Spundwänden, die flüssigkeitsdicht ausgeführt werden, muß Sorge dafür getragen werden, daß der verbleibende Zwischenraum zwischen den ineinander eingreifenden und als Hakenleisten ausgebildeten Schlössern zweier Spundbohlen mit einem Dichtmittel ausgefüllt ist. Bisher wird dies so gelöst, daß der durch eine Hakenleiste einer Spundbohle begrenzte Raum vor dem Rammen mit einem Dichtmittel, z. B. "Wadit", verfüllt und anschließend in den Boden gerammt wird. Darauf wird die Hakenleiste der benachbarten Spundbohle angesetzt - nachdem deren zweite Hakenleiste mit Dichtmittel ausgefüllt wurde - und in den Boden getrieben. Das Dichtmittel im Raum der zuerst genannten Spundbohle wird durch die Hakenleiste der zweiten Spundbohle verdrängt und füllt am Schluß nur noch den Zwischenraum zwischen den Hakenleisten der beiden Spundbohlen aus. Üblicherweise werden die Spundbohlen immer paarweise in den Boden gerammt, wobei die beiden Bohlen bereits fertigungsseitig miteinander durch Verpressen der Hakenleisten verbunden und abgedichtet sind.

Bei diesem Verfahren kann jedoch die Dichtung zwischen zwei Bohlen bzw. Spundbohlenpaaren während des Rammvorganges beschädigt werden, so daß dann u. U. die gewünschte Flüssigkeitsabdichtung nicht mehr gegeben ist.

Auch kann es vorkommen, daß die Hakenleiste der jeweils gerade in den Boden gerammten Spundbohle beim Rammen aus der Hakenleiste der vorherigen Spundbohle springt, wodurch ebenfalls die Flüssigkeitsabdichtung verloren geht.

Beide Möglichkeiten können sogar unbemerkt bleiben, da keine Möglichkeit einer Abschlußkontrolle nach dem Rammen oder der Fertigstellung der Spundwand gegeben ist. Eine Undichtigkeit der Spundwand wird sich folglich erst in der Praxis herausstellen. Eine Reparatur ist dann natürlich zeitaufwendig und teuer.

Besonders nachteilig macht sich das bekannte Verfahren beim Bau oder bei dem Umbau einer Mülldeponie bemerkbar. Wenn die Deponie durch Stahlspundwände abgedichtet wird, muß absolut sicher sein, daß kein Wasser von der Außenseite in die Deponie eindringen kann, aber auch keine Flüssigkeiten, z. B. Säuren, Laugen oder Gifte aus der Deponie in das umgebende Erdreich gelangen können.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Spundbohle bzw. eine neue Dichtungsart anzugeben, mit der eine absolut sichere Flüssigkeitsabdichtung einer Spundwand erreicht werden kann.

Diese Aufgabe ist gemäß der Erfindung durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.

Demnach wird durch einen Ramm-Meißel, der z. B. als Vierkantstahl ausgebildet ist, in der Nähe der Hakenleiste und eine entsprechende Profil-Leiste dafür gesorgt, daß beim Rammen der Spundbohle in den Boden im Bereich oberhalb des Ramm-Meißels ein freier Raum verbleibt. Durch die Profil-Leiste und ggf. eine U-Leiste, die mit der vorherigen Bohle verschweißt ist und in die die Profil-Leiste eintaucht, kann in diesen während des Rammvorganges geschaffenen freien Raumes kein Erdreich gelangen. Nach Abschluß des Rammvorganges kann z. B. mittels einer Videokamera sowohl dieser Hohlraum auf Dichtigkeit und auch die Dichtheit der ggf. mit einem Dichtmittel zu füllenden Profil-Leiste und schließlich der korrekte Sitz der beiden aneinander greifenden Hakenleisten geprüft werden. Nach dieser Prüfung wird der Hohlraum mit einer Dichtmasse verfüllt, z. B. bei einer Mülldeponie mit einer säurebeständigen Dichtmasse, so daß das Durchsickern von aggressiven Flüssigkeiten ausgeschlossen wird.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.

Die Erfindung ist in einem Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung näher erläutert. In dieser stellen dar:

Fig. 1 schematisch eine perspektivische Ansicht einer Spundbohle gemäß der Erfindung;

Fig. 2 einen Schnitt durch zwei ineinander greifende Spundbohlen, die gemäß der Erfindung ausgebildet sind.

Eine Stahlspundbohle 1 gemäß Fig. 1 weist an beiden äußeren Längskanten jeweils eine Hakenleiste 2 bzw. 3 auf, die über die gesamte Länge der Spundbohle laufen und auf verschiedenen Seiten der Spundbohle angeordnet sind. Direkt in Nachbarschaft zu der Hakenleiste 2 ist am unteren, in den Boden zu rammenden Ende der Spundbohle ein Ramm-Meißel 4 angeordnet. Der Ramm-Meißel 4 hat z. B. eine Länge von einem halben Meter und eine Kantenlänge im Bereich von einigen Zentimetern. Er ist an die Wand parallel zur Außenkante der Spundbohle angeschweißt, wie dieses auch aus Fig. 2 hervorgeht.

Auf der der Hakenleiste abgewandten Seite des Ramm-Meißels 4 ist an die Wand der Spundbohle 1 eine Profil-Leiste 5 angeschweißt, die sich über die gesamte Länge der Spundbohle 1 erstreckt und im Querschnitt hakenförmig ist. Diese Profil-Leiste 5 überdeckt auch teilweise den Ramm-Meißel 4, wie aus Fig. 2 hervorgeht. Der Haken dieser Profil-Leiste taucht in eine U-förmige Profil-Leiste 6 ein, die an die Hakenleiste 3 der benachbarten Spundbohle angeschweißt ist. Die Öffnung dieser U-Profil-Leiste 6 weist im eingesetzten Zustand der Spundbohlen vom Ramm-Meißel weg. Sämtliche Spundbohlen sind in der beschriebenen Konfiguration mit Ramm-Meißel 4, hakenförmiger Profil-Leiste 5 und U-Profil-Leiste 6 ausgerüstet.

Wenn eine Spundwand erstellt werden soll, wird der Hohlraum innerhalb der Hakenleiste 3 einer Spundbohle mit einem Dichtungsmittel ausgefüllt, ebenso die Profil-Leiste 6, und die Spundbohle in den Boden gerammt. Anschließend werden bei der zweiten Spundbohle ebenfalls die Hakenleiste 3 und die Profil-Leiste 6 mit Dichtungsmittel gefüllt. Dann wird diese Spundbohle auf die vorher gerammte Spundbohle aufgesetzt, so daß die beiden Haken 2 und 3 ineinandergreifen, und in den Boden gerammt. Hierbei bildet sich oberhalb des Ramm-Meißels 4 ein freier Raum, da das umgebende Erdreich aufgrund der Abdichtung durch die beiden Profil-Leisten 5 und 6 nicht in den Raum zwischen diesen Leisten und der Spundbohlenwand eindringen kann.

Wenn der Rammvorgang beendet ist, kann die gesamte Dichtung mit Hilfe einer in den Hohlraum abgesenkten Videokamera untersucht und auf korrekten Sitz und korrekte Abdichtung überprüft werden.

Anschließend wird dieser Hohlraum verfüllt.

Sollte beim Überprüfen des ordnungsgemäßen Sitzes festgestellt werden, daß die zuletzt gerammte Bohle noch einmal gezogen werden muß, kann beim erneuten Einrammen dieser Bohle die Profil-Leiste 5 mit Dichtungsmittel gefüllt werden, um eine sichere Abdichtung zu erreichen.


Anspruch[de]
  1. 1. Spundbohle, die in den Boden gerammt wird und längs ihrer Außenkanten jeweils Hakenleisten (2, 3) aufweist, die zum Aufbau von Spundwänden in korresporierende Hakenleisten benachbarter Spundbohlen eingreifen können, dadurch gekennzeichnet daß die Spundbohle (1) an ihrem in den Boden zu rammenden unteren Ende einen Ramm-Meißel (4) aufweist, der in Längsrichtung der Spundbohle (1) ausgerichtet ist und benachbart zu einer Hakenleiste (2) auf der gleichen Seite wie diese angeordnet ist, und daß auf der, der Hakenleiste (2) abgewandten Seite des Ramm-Meißels (4) eine über im Wesentlichen die ganze Länge der Spundbohle (1) verlaufende Profil-Leiste (5) vorgesehen ist, die ein Profil aufweist, das zumindest teilweise den Ramm-Meißel (4) umgreift, so daß beim Rammen der Spundbohle (1) im Bereich des Ramm-Meißels (4) ein freier Raum verbleibt.
  2. 2. Spundbohle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß längs der anderen Außenkante der Spundbohle an der Außenseite der dortigen Hakenleiste (3) eine U-förmige Profil-Leiste (6) vorgesehen ist, deren Öffnung auf der gleichen Seite der Spundbohle wie der Ramm-Meißel (4) liegt.
  3. 3. Spundbohle nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, daß die am Ramm-Meißel (4) anliegende Profil-Leiste (5) hakenförmig und so ausgestaltet ist, daß sie beim Verhaken zweier Spundbohlen über die Hakenleisten (2, 3) mit ihrem Haken in die U-förmige Profil-Leiste (6) der vorherigen Spundbohle (1) eintaucht.
  4. 4. Spundbohle nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die U-förmige Profil-Leiste (6) so an der Hakenleiste (3) der Spundbohle (1) befestigt ist, daß der Boden dieser U-förmigen Profil-Leiste (6) beim Rammen der nachfolgenden Spundbohle (1) etwa an der Vorderfläche des Ramm-Meißels (4) anliegt.
  5. 5. Verwendung einer Spundbohle nach einem der vorhergehenden Ansprüche zum Aufbau einer Schloßdichtung bei Spundwänden.






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