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Dokumentenidentifikation DE19828255A1 01.04.1999
Titel Fahrzeugsitz
Anmelder Daimler-Benz Aktiengesellschaft, 70567 Stuttgart, DE
Erfinder Mathe, Willi, 71067 Sindelfingen, DE;
Mitschelen, Rolf, Dipl.-Ing., 73230 Kirchheim, DE;
Steiner, Martin, Dipl.-Ing., 71120 Grafenau, DE
DE-Anmeldedatum 25.06.1998
DE-Aktenzeichen 19828255
Offenlegungstag 01.04.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.04.1999
IPC-Hauptklasse B60R 22/26
IPC-Nebenklasse B60N 2/02   B60N 2/12   B60N 2/44   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugsitz mit einem am Fahrzeugboden (10) verstellbar fixierten Sitzkissen (12) und einer zum Sitzkissen (12) anstellbaren Rückenlehne (13) sowie mit einer Rückhalteeinrichtung (15) für den Sitzbenutzer (16), die einen Dreipunkt-Sicherheitsgurt (21) und einen Zusatzgurt (22) umfaßt. Zwecks optimaler Sicherung des Sitzbenutzers (16) in der Ruheposition, auch gegen sog. Submarining, ist in der Ruheposition eine feste Einstellung von Sitzkissen (12) und Rückenlehne (13) so vorgesehen, daß die Rückenlehne (13) gegenüber dem Sitzkissen (12) um einen stumpfen Winkel abgeschwenkt und das Sitzkissen (12) in Fahrtrichtung in eine vordere, vorbestimmte Position verschoben und nach hinten geneigt ist, und der Zusatzgurt (22) als Schrägschultergurt von der Lehnenoberkante zu seinem bodennah angeordneten Gurtschloß (28) verläuft (Fig. 1).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugsitz der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Gattung.

Bei einem bekannten Fahrzeugsitz dieser Art (DE 37 41 831 C2) ist auf der der Fahrzeugseitenwand zugekehrten Sitzseite an der Lehnenoberkante eine Gurtführung für den Dreipunkt- Sicherheitsgurt angeordnet, in die bei ausgezogenem und im Gurtschloß verriegeltem Sicherheitsgurt der Schultergurt eingehängt werden kann. Der Zusatzgurt ist mit seinem einen Ende an dem Schultergurt in dessen zwischen dem an der Fahrzeugseitenwand angeordneten ersten Gurtfixierpunkt und der lehnenseitigen Gurtführung gelegenen Gurtbandabschnitt befestigt und am anderen Gurtende mit einer Schloßzunge versehen, die in das zweite Gurtschloß einsteckbar ist, das auf der von der Fahrzeugseitenwand abgekehrten Sitzseite an der Lehnenseitenfläche befestigt ist. Die Rückhalteeinrichtung bildet damit in der Ruheposition einen Vierpunkt- Sicherheitsgurt mit dem zweiten Gurtschloß als vierten Befestigungspunkt.

Dieser bekannte Vierpunkt-Sicherheitsgurt verhindert in der Ruheposition des Sitzbenutzers im Crashfall zuverlässig ein dynamisches Aufrichten des Oberkörpers des angegurteten Sitzbenutzers, kann aber ein sog. Submarining, das ist das Durchrutschen des Sitzbenutzers unter dem Hüft- oder Beckengurt hindurch, nicht wirkungsvoll ausschließen. Außerdem stört der in der Sitzposition des Sitzbenutzers an der Fahrzeugseitenwand lose vom Schultergurt herunterhängende Zusatzgurt, der, um Klappergeräusche zu vermeiden, irgendwie mit seiner Schloßzunge an der Fahrzeugseitenwand festgelegt werden muß.

Bei einem ebenfalls bekannten Fahrzeugsitz (JP 6-255 445 A und Abstract) besitzt die Rückhalteeinrichtung für den Sitzbenutzer einen Dreipunkt-Sicherheitsgurt und einen Zusatzgurt, der gegenläufig zu dem Brust- oder Schultergurt des Dreipunkt-Sicherheitsgurts von der Lehnenoberkante über die Brust des Sitzbenutzers zu dem zweiten Gurtschloß verläuft. Beide Gurte sind zur Benutzung in normaler Sitzhaltung des Sitzbenutzers bestimmt, also bei aufrechter oder nur wenig nach hinten geneigter Stellung der Rückenlehne. Der Dreipunkt-Sicherheitsgurt ist zusätzlich zu seiner Festlegung oberhalb der Lehnenoberkante an der Fahrzeugseitenwand noch durch einen Umlenkbeschlag an der Lehnenoberkante geführt, wodurch eine extreme Abschwenkung der Rückenlehne in eine Ruheposition bei angegurtetem Sitzbenutzer nicht möglich ist.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Fahrzeugsitz der eingangs genannten Art den Sitzbenutzer in der Ruheposition optimal, auch gegen das sog. Submarining, abzusichern, ohne dadurch negative Rückwirkungen auf Gestaltung und Gebrauch des Dreipunkt-Sicherheitsgurts in der Sitzposition zu verursachen.

Die Aufgabe ist bei einem Fahrzeugsitz der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Gattung erfindungsgemäß durch die Merkmale im Kennzeichenteil des Patentanspruchs 1 gelöst.

Der erfindungsgemäße Fahrzeugsitz hat den Vorteil, daß durch die fest definierte Einstellung von Sitzkissen und Rückenlehne in der Ruheposition und die damit verbundene Abwärtsneigung des Sitzkissens nach hinten, was durch Anheben der Sitzkissenvorderkante und/oder durch Absenken der Sitzkissenhinterkante bewirkt werden kann, ein Submarining zuverlässig verhindert ist, da der durch den gestrafften Beckengurt am Sitzkissen festgelegte Sitzbenutzer sich mit dem Gesäß in Fahrtrichtung an dem angestellten Sitzkissen abstützt. Der durch diese Festlegung des Beckens ausgelösten Neigung des Oberkörpers des Sitzbenutzers, sich im Crashfall aufzurichten, wirkt der Zusatzgurt entgegen, der die Kraft in den Lehnenrahmen einleitet. Der vorteilhaft verstärkt ausgebildete Lehnenrahmen wirkt hierbei wie ein Kraftbegrenzer, der seinerseits Energie abbaut, wobei im weiteren Verlauf auch Energie in dem Sitzrahmen oder Sitzuntergestell des aus Sitzrahmen und Sitzpolster bestehenden Sitzkissens verzehrt wird. Das Aufrichten des Insassen erfolgt dadurch insgesamt relativ langsam, so daß der Sitzbenutzer den Schultergurt des Dreipunkt-Sicherheitsgurts mit relativ geringer Restgeschwindigkeit und Restenergie erreicht. Nach Erreichen des Schultergurts setzt die Wirkung des Dreipunkt-Sicherheitsgurts und ggf. die des Beifahrer- Airbag ein, und der Sitzbenutzer verhält sich annähernd wie ein vor dem Crash normal in der Sitzposition befindlicher Sitzbenutzer. Die Belastungswerte des Sitzbenutzers sind damit auch in der Ruheposition gering. Der Zusatzgurt kann noch zusätzlich mit üblicher Sicherheitstechnik, z. B. Gurtstraffer zur Verhinderung einer Gurtlose im angelegten Zusatzgurt und Kraftbegrenzer, ausgestattet werden.

Bei dem erfindungsgemäßen Fahrzeugsitz bleibt der Dreipunkt- Sicherheitsgurt unverändert und behält seine normale Gestalt und Gebrauchfunktion bei. Wenn gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung die Befestigung des Zusatzgurts an der Lehnenoberkante mittels eines Gurtaufrollers vorgenommen wird, befindet sich der Zusatzgurt in der Sitzposition immer in aufgeräumter Stellung und behindert in keiner Weise die Handhabung des Dreipunkt-Sicherheitsgurts bei dessen Anlegen oder die Ästhetik des angelegten Dreipunkt- Sicherheitsgurts in der Sitzposition oder die Ästhetik des Fahrzeugsitzes in der aufgeräumten Position des Dreipunkt- Sicherheitsgurts.

Vorteilhafte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Fahrzeugsitzes mit zweckmäßigen Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist zwischen dem Zusatzgurt und dem Dreipunkt-Sicherheitsgurt eine Zwangskopplung derart vorgenommen, daß ein Ausziehen des Zusatzgurts aus dem Gurtaufroller gesperrt ist, solange das Gurtschloß des Dreipunkt-Sicherheitsgurts nicht geschlossen ist. Hiermit wird verhindert, daß in der Sitzposition der Zusatzgurt anstelle des ordnungsgemäß für die Ruheposition bestimmten Zusatzgurts angelegt wird, und sichergestellt, daß in der Ruheposition auch der Dreipunkt-Sicherheitsgurt angelegt ist.

Die Erfindung ist anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels im folgenden näher beschrieben. Dabei zeigt die Zeichnung.

Fig. 1 eine Seitenansicht eines Fahrzeugsitzes mit darauf angegurtetem Sitzbenutzer in schematischer Darstellung,

Fig. 2 ausschnittweise einen Fahrzeuginnenraum mit Sitzanordnung und einem auf dem Beifahrersitz in Ruheposition angegurteten Sitzbenutzer in perspektivischer Ansicht.

In Fig. 1 ist mit 10 ein Fahrzeugboden eines Personenkraftwagens und mit 11 eine ein Teil einer Fahrzeugseitenwand darstellende Mittel- oder B-Säule bezeichnet. Der im Personenkraftwagen aufgenommene Fahrzeugsitz weist ein am Fahrzeugboden 10 fixiertes Sitzkissen 12 und eine zum Sitzkissen 12 anstellbare Rückenlehne 13 mit Kopfstütze 14 sowie eine Rückhalteeinrichtung 15 zum Festlegen eines Sitzbenutzers 16 an Sitzkissen 12 und Rückenlehne 13 im Crashfall auf.

Das in üblicherweise aus Sitzrahmen oder Sitzuntergestell und davon aufgenommenem Sitzpolster bestehende Sitzkissen 12 ist in Fahrzeuglängsrichtung verschiebbar sowie in seiner Neigung zum Fahrzeugboden 10 einstellbar am Fahrzeugboden 10 gehalten. Hierzu sind einerseits in Fahrzeuglängsausrichtung sich erstreckende Führungsschienen 17 und andererseits Höhenverstellmittel vorgesehen, die im Ausführungsbeispiel als Kniehebel 18, 19 dargestellt sind, wobei der Kniehebel 18 nahe dem vorderen Sitzkissenende und der Kniehebel 19 nahe dem hinteren Sitzkissenende angreift. Die Rückenlehne 13 ist an mit dem Sitzkissen 12 fest verbundenen seitlichen Gelenkbeschlägen 20 schwenkbar gehalten und kann in ihrem Neigungswinkel bezüglich der Oberfläche des Sitzkissens 12 beliebig angestellt und abgeschwenkt werden. Alle Einstellungen der Sitzkomponenten werden durch elektrische Stellmotoren vorgenommen, die hier der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt sind.

In der Zeichnung ist eine sog. Ruheposition des Fahrzeugsitzes dargestellt, in welcher der Sitzbenutzer 16 während der Fahrt eine zur Entspannung mehr liegende Stellung einnehmen kann. Dieser Ruheposition ist eine feste Einstellung von Sitzkissen 12 und Rückenlehne 13 derart zugeordnet, daß die Rückenlehne 13 gegenüber dem Sitzkissen 12 um einen stumpfen Winkel abgeschwenkt und das Sitzkissen 12 in Fahrtrichtung nach hinten geneigt ist. Letzteres erfolgt durch Anheben des Sitzkissens 12 vorn ganz nach oben oder Absenken des Sitzkissens hinten ganz nach unten. Gleichzeitig wird das Sitzkissen 12 in eine definierte Längsverstellung längs der Führungsschienen 17 verschoben. Diese Einstellung der Sitzkomponenten in der Ruheposition wird in einem Speicher abgespeichert und kann jederzeit aufgerufen werden, wobei durch Ansteuerung der diesbezüglichen Stellmotoren diese Einstellung automatisch herbeigeführt wird. Das Abrufen der Ruhepositionseinstellung kann mittels einer hier nicht dargestellten, manuell zu bedienenden Funktionstaste ausgelöst werden. Bei Fahrzeugsitzen, die bereits ein sog. Sitzmemory aufweisen, kann in dem Sitzmemory diese Ruheposition des Sitzes vorgehalten werden.

Die Rückhalteeinrichtung 15 des Fahrzeugsitzes weist einen Dreipunkt-Sicherheitsgurt 21 und einen nur in der Ruheposition zu verwendenden Zusatzgurt 22 auf. Der Dreipunkt- Sicherheitsgurt 21 dient in bekannter Weise der Festlegung des Sitzbenutzers 16 am Fahrzeugsitz in einer Sitzposition, in welcher die Rückenlehne 13 aufgestellt ist, wie dies in der Zeichnung strichliniert dargestellt ist. Durch einen an der B-Säule 11 oberhalb der Lehnenoberkante der Rückenlehne 13 angeordneten Umlenkbeschlag 23, ein auf der von der B-Säule abgekehrten Sitzseite im Bodenbereich, hier am Sitzuntergestell, festgelegten Gurtschloß 24, in das in an sich bekannter Weise eine auf dem Gurtband verschiebbare Schloßzunge einsteckbar ist, und eine auf der der B-Säule 11 zugekehrten Sitzseite im Bodenbereich, vorzugsweise am Sitzuntergestell, vorgesehene Befestigung 25 für das Gurtbandende ist der Dreipunkt-Sicherheitsgurt 21 in einen Brust- oder Schultergurt 26, der sich von dem Umlenkbeschlag 23 über die Brust des Sitzbenutzers 16 zum Gurtschloß 24 erstreckt, und in einen Hüft- oder Beckengurt 27 unterteilt, der sich von dem Gurtschloß 24 über das Becken und den Oberschenkelbereich des Sitzbenutzers 16 zu der Befestigung 25 erstreckt. In üblicher Weise ist das andere Gurtbandende in einem Gurtaufroller aufgenommen, der am Fuße der B-Säule 11 angeordnet ist und von dem aus das Gurtband über den Umlenkbeschlag 23 geführt ist. Der Gurtaufroller ist der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt.

Der Zusatzgurt 22 wird neben dem Dreipunkt-Sicherheitsgurt 21 zur Sicherung des Sitzbenutzers 16 in der Ruheposition verwendet. Er ist mit seinem einen Gurtende auf der von der B-Säule 11 abgekehrten Sitzseite auf der Lehnenoberkante der Rückenlehne 13 festgelegt und mit seinem anderen Gurtende über eine Schloßzunge in ein zweites Gurtschloß 28 einsteckbar, das auf der der B-Säule 11 zugekehrten Sitzseite im Bodenbereich, vorzugsweise am Sitzuntergestell des Sitzkissens 12, befestigt ist. Die lehnenseitige Festlegung des Zusatzgurts 22 erfolgt mittels eines Gurtaufrollers 29, der am verstärkten Lehnenrahmen 131 der Rückenlehne 13 befestigt ist.

Wird der mit dem Dreipunkt-Sicherheitsgurt 21 am Fahrzeugsitz festgelegte Sitzbenutzer 16 durch Betätigen der Taste "Ruheposition" aus seiner normalen Sitzposition mit aufgerichteter Rückenlehne 13 (in der Zeichnung strichliniert dargestellt) in die Ruheposition geschwenkt, so hebt sich, wie dies aus der Zeichnung ersichtlich ist, der Schultergurt 26 des Dreipunkt-Sicherheitsgurtes 21 von dem Brustbereich des Sitzbenutzers 16 ab. Der Sitzbenutzer 16 greift nunmehr die aus den Gurtaufroller 29 vorstehende Schloßzunge am Zusatzgurt 22 und zieht diesen über seine Schulter und seine Brust bis hin auf die der B-Säule 11 zugekehrte Sitzseite und verriegelt hier die Schloßzunge in dem zweiten Gurtschloß 28. Findet nun ein Frontalaufprall statt, wird der Sitzbenutzer 16 durch die bei der Ruheposition eingestellte Neigung des Sitzkissens 12 und durch den gestrafften Beckengurt 27 des Dreipunkt- Sicherheitsgurts 21 daran gehindert, unter dem Dreipunkt- Sicherheitsgurt 21 durchzurutschen. Durch diese Fixierung des Beckens neigt nun der Oberkörper des Sitzbenutzers 16 verstärkt dazu, sich aufzurichten. Hierbei wirkt der verstärkte Lehnenrahmen 131 der Rückenlehne 13 wie ein Kraftbegrenzer, d. h. der Sitzbenutzer 16 richtet sich zwar im Fahrzeugsitz etwas auf, gleichzeitig jedoch wird vom Lehnenrahmen 131 und im weiteren vom Sitzuntergestell des Sitzkissens 12 Energie absorbiert. Das Aufrichten des Sitzbenutzers 16 erfolgt hierdurch relativ langsam, so daß er den Schultergurt 26 des Dreipunkt-Sicherheitsgurts 21 mit relativ geringer Restgeschwindigkeit und Restenergie erreicht. Ein Aufprallen des Oberkörpers gegen den gespannten Schultergurt 26 wird also durch den Zusatzgurt 22 verhindert. Nach Erreichen des Schultergurts 26 setzt die Wirkung des Dreipunkt-Sicherheitsgurts und ggf. die des Beifahrer-Airbag ein und der Sitzbenutzer 16 verhält sich annähernd wie ein vor dem Crash in normaler Sitzposition befindlicher Sitzbenutzer 16.

Um zu verhindern, daß in der normalen Sitzposition des Fahrzeugsitzes der Zusatzgurt 22 anstelle des vorgeschriebenen Dreipunkt-Sicherheitsgurts 21 gewollt oder versehentlich angelegt wird, ist zwischen dem Dreipunkt-Sicherheitsgurt 21 und dem Zusatzgurt 22 eine Zwangskopplung derart vorgesehen, daß der Auszug des Zusatzgurts 22 aus dem Gurtaufroller 29 grundsätzlich gesperrt ist und erst aufgehoben wird, wenn die Schloßzunge des Dreipunkt-Sicherheitsgurts 21 in dem ersten Gurtschloß 24 verriegelt ist.

In dem zweiten Gurtschloß 28 kann zusätzlich ein Mikroschalter vorgesehen werden, der durch Einstecken der Schloßzunge betätigt wird und das Abrufen der Ruhepositionseinstellung aus dem Speicher bewirkt. In diesem Fall kann auf eine separate Taste zur manuellen Auslösung der Sitzkomponeteneinstellung für die Ruheposition verzichtet werden.

Zur Verbesserung des Sitzkomforts in der Ruheposition des Fahrzeugsitzes ist im Sitzkissen 12 noch eine Unterschenkelauflage 30 angeordnet, die bei auf normale Sitzposition eingestellten Sitzkomponeten innerhalb der Sitzkissenkontur liegt und in der Ruheposition automatisch in ihre Schenkelunterstützungsstellung mittels eines elektromotorischen Stellantriebs verlegbar ist. Wie in der Zeichnung schematisch angedeutet ist, weist die Unterschenkelauflage 30 einen in Führungen im Sitzkissen 12 längsverschiebbaren Träger 31 und ein am vorderen Trägerende schwenkbar angeordnetes Auflagpolster 32 auf. Hat der Träger 31 seine maximale Ausfahrstellung erreicht, so schwenkt das Auflagepolster 32 um einen Drehpunkt 33 nach oben in eine für die Unterstützung der Unterschenkel optimale Anstellage. In dieser Lage wird das Auflagepolster 32 durch eine entsprechende Kinematik gehalten, die in der Zeichnung als Übertotpunkt-Hebel 34 realisiert ist. Die Unterschenkelauflage 30 ist in der Zeichnung in ihrer Gebrauchsposition dargestellt. Die Ablageposition der Unterschenkelauflage 30 ist durch das strichliniert angedeute Auflagepolster 32 innerhalb der Sitzkissenkontur angedeutet.

In Fig. 2 ist zur augenfälligeren Veranschaulichung der Ruheposition eines Sitzbenutzers 16 ein Innenraum eines Personenkraftwagens ausschnittweise mit Fahrer- und Beifahrersitz perspektivisch dargestellt, wobei der Beifahrersitz dem Sitzbenutzer 16 die vorstehend beschriebene Ruheposition mit Sicherung gegen Verletzungsgefährdung im Crashfall bietet. Der Beifahrersitz ist dabei gegenüber dem vorstehend beschriebenen Fahrzeugsitz lediglich bezüglich der Rückhalteeinrichtung 15 und hier wiederum nur bezüglich der Anordnung des Zusatzgurts 22 modifiziert. Der Zusatzgurt 22 ist hier mit seinem Gurtende zwar wiederum auf der Lehnenoberkante der Rückenlehne 13 in einem dort befestigten Gurtaufroller 29 festgelegt und mit seinem anderen Gurtende mittels einer Schloßzunge in das zweite Gurtschloß 28einsteckbar, doch ist der Gurtaufroller 29 auf der der B-Säule zugekehrten Lehnenoberkante befestigt und das Gurtschloß 28 auf der von der B-Säule 11 abgekehrten Sitzseite im Bodenbereich angeordnet, wo auch das Gurtschloß 24 des Dreipunkt-Sicherheitsgurts 21 liegt. Ebenso wie beim Fahrzeugsitz gemäß Fig. 1 verläuft der in der Ruheposition angelegte Zusatzgurt 22 als Schrägschultergurt ausgehend von der Lehnenoberkante über die Brust des Sitzbenutzers 16 zum bodenseitigen angeordneten Gurtschloß 28, nunmehr aber von dem in Fahrtrichtung rechten Teil der Lehnenoberkante zu der linken Sitzseite. Im übrigen stimmt Aufbau und Funktionsweise des Beifahrersitzes mit Rückhalteeinrichtung 15 in Fig. 2 mit dem Fahrzeugsitz gemäß Fig. 1 überein, so daß gleiche Bauteile mit gleichen Bezugszeichen versehen sind.


Anspruch[de]
  1. 1. Fahrzeugsitz mit einem am Fahrzeugboden (10) verstellbar fixierten Sitzkissen (12) und einer zum Sitzkissen (12) anstellbaren Rückenlehne (13) sowie mit einer Rückhalteeinrichtung (15) für den Sitzbenutzer (16), die einen Dreipunkt-Sicherheitsgurt (21) mit einem von einem oberhalb der Lehnenoberkante an einer Fahrzeugseitenwand (11) angeordneten ersten Gurtfixierpunkt (23) zu einem auf der von der Fahrzeugwand (11) abgekehrten Sitzseite im Bodenbereich festgelegten, einen zweiten Gurtfixierpunkt bildenden, lösbaren Gurtschloß (24) in der Sitzposition des Sitzbenutzers (16) über dessen Brust verlaufenden Brust- oder Schultergurt (26) und mit einem von dem Gurtschloß (24) zu einem auf der der Fahrzeugseitenwand (11) zugekehrten Sitzseite im Bodenbereich angeordneten dritten Gurtfixierpunkt (25) über das Becken des Sitzbenutzers verlaufenden Hüft- oder Beckengurt (27), sowie einen in einer als Ruheposition für den Sitzbenutzer (16) bestimmten, abgeschwenkten Position der Rückenlehne (13) nutzbaren Zusatzgurt (22) aufweist, der über die Brust des Sitzbenutzers (16) zu einem zweiten Gurtschloß (28) spannbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß in der Ruheposition des Sitzbenutzers (16) einerseits eine feste Einstellung von Sitzkissen (12) und Rückenlehne (13) so vorgesehen ist, daß die Rückenlehne (13) gegenüber dem Sitzkissen (12) um einen stumpfen Winkel abgeschwenkt und das Sitzkissen (12) in Fahrtrichtung in eine vordere, vorbestimmte Position verschoben und nach hinten geneigt ist, und andererseits der Zusatzgurt als Schrägschultergurt ausgehend von der Lehnenoberkante zum zweiten bodennah angeordneten Gurtschloß (28) verläuft.
  2. 2. Sitz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatzgurt (22) auf der der Fahrzeugseitenwand (11) zugekehrten Sitzseite an der Lehnenoberkante festgelegt und das zweite Gurtschloß (28) auf der von der Fahrzeugwand (11) abgekehrten Sitzseite angeordnet ist.
  3. 3. Sitz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zusatzgurt (22) an seinem lehnenoberkantenseitigen Ende in einem am Lehnenrahmen (131) der Rückenlehne (13) befestigten Gurtaufroller (29) aufgenommen ist.
  4. 4. Sitz nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Lehnenrahmen (131) zur Aufnahme der am Zusatzgurt (22) angreifenden Zugkräfte verstärkt ausgebildet ist.
  5. 5. Sitz nach Anspruch 3 oder 4, gekennzeichnet durch eine Zwangskopplung zwischen Zusatzgurt (22) und Dreipunkt- Sicherheitsgurt (21) derart, daß ein Auszug des Zusatzgurts (22) aus dem Gurtaufroller (29) gesperrt ist, solange das Gurtschloß (24) des Dreipunkt-Sicherheitsgurts (21) nicht geschlossen ist.
  6. 6. Sitz nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß die Einstellung von Sitzkissen (12) und Rückenlehne (13) in der Ruheposition in einem Speicher abgespeichert und bei Abruf aus dem Speicher durch Ansteuerung entsprechender Stellmotoren automatisch durchführbar ist.
  7. 7. Sitz nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Abrufen der Ruhepositionseinstellung mittels einer manuell zu bedienenden Funktionstaste auslösbar ist.
  8. 8. Sitz nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Abrufen der Ruhepositionseinstellung durch Schließen des zweiten Gurtschlosses (28), vorzugsweise durch Betätigen eines im Gurtschloß (28) angeordneten Mikroschalter durch Einstecken einer am Zusatzgurt (22) gehaltenen Schloßzunge, auslösbar ist.
  9. 9. Sitz nach einem der Ansprüche 1-8, dadurch gekennzeichnet, daß am Sitzkissen (12) eine Unterschenkelauflage (30) angeordnet ist, die in der Sitzposition innerhalb der Sitzkissenkonturen liegt und in der Ruheposition automatisch in ihre Schenkelunterstützungsstellung verlegbar ist.
  10. 10. Sitz nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterschenkelauflage (30) einen in Führungen im Sitzkissen (12) längsverschiebbaren Träger (31) und ein am Trägerende schwenkbar angeordnetes Auflagepolster (32) aufweist.






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