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Dokumentenidentifikation DE19805562C1 15.04.1999
Titel Stapelfach für flache Sendungen
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Gaissmaier, Herbert, 88430 Rot, DE;
Neumann, Stefan Werner, 78464 Konstanz, DE;
Sieper, Albrecht, 63571 Gelnhausen, DE
DE-Anmeldedatum 11.02.1998
DE-Aktenzeichen 19805562
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.04.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.04.1999
IPC-Hauptklasse B65H 31/10
IPC-Nebenklasse B65G 60/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Stapelfach für flache Sendungen, das an einer Seite zur Entnahme der gestapelten Sendungen offen ist, mit einem Stapelboden (4) und einer zur Stapelbodenorientierung und Einstapelrichtung nach außen geneigten und gegenüber der Schnittkante mit einer Seitenwand (5) nach innen gedrehten Prallwand (7). Die Sendungen werden durch eine Einschußöffnung (1) schräg nach unten eingeschossen. Der Stapelboden (4) ist gegenüber der Orientierung der Sendungen beim Einschießen ins Stapelfach zur Prallwand (7) und Seitenwand (5) hin geneigt. Das Stapelfach weist einen Fachdeckel (8) auf, der so angeordnet und geformt ist, daß er mit seiner inneren Kontur spätestens ab einem in Richtung Stapelboden (4) gekrümmten Teil unterhalb der oberen Begrenzung der Flugbahn der Sendungen verläuft, wobei die Krümmung so ausgeführt ist, daß die Sendungen beim leeren Stapelfach unter einem Winkel von 70°-90° zur Sendungsoberseite in dem unteren Bereich nahe der Kante zum Stapelboden (4) parallel zu dieser Kante auf die Prallwand (7) auftreffen. Nach diesem Krümmungsbereich ist der Fachdeckel so vom Stapelboden (4) weggekrümmt, daß er in einem Abstand zum Stapelboden (4), der kleiner als die kürzeste Sendung ist und zu diesem ausgerichtet die Prallwand (7) berührt.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Stapelfach für flache Sendungen, gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1. Stapelfächer dieser Art finden sich häufig in Postsortieranlagen. Die Sendungen, wie z. B. Briefsendungen und Großbriefe, werden bei diesen Systemen mit geeigneten Transportsystemen den Stapelfächern über Weichen zugeführt und dort abgestapelt.

Nichtmaschinenfähige Sendungen werden in einer vorgeschalteten Meßstrecke erkannt und ausgeschleust. Systeme dieser Art sollen in der Lage sein, ein möglichst breites Spektrum unterschiedlicher Sendungen zu verarbeiten, wobei das Problem darin besteht, daß sich die Unterschiedlichkeit der Sendungsparameter wie Größe, Gewicht und Oberflächenbeschaffenheit negativ auf die Stapelqualität und die störungsfreie zeitliche Aufnahmequalität der Stapelfächer auswirken kann.

Aus EP 0 407 795 A2 wurde ein entsprechendes Stapelfach bereits bekannt. Dieses Stapelfach ist nur für ein eingeschränktes Gutspektrum von leichten und flachen Sendungen, wie z. B. Normalbriefen oder Postkarten geeignet, die mit hoher Geschwindigkeit in das Stapelfach eingeschossen werden. Die Sendungen werden dabei durch einen am Einlaßbereich schwenkbar gelagerten Führungsbügel auf den Stapelboden bzw. schon eingestapelte Sendungen geleitet, wobei der Führungsbügel auf dem Sendungstapel aufliegt und abhängig vom Füllgrad geschwenkt wird.

Der Stapelboden ist in der Kante zur in Stapelrichtung nach vorn geneigten Prallwand schwenkbar gelagert. Der Führungsbügel ist am Auflageteil so gekrümmt, daß über den Schwenkbereich der Druckpunkt einen annähernd gleichen geringen Abstand zur Prallwand aufweist. Um die Orientierung der abgestapelten Sendungen zur Seitenwand hin zu gewährleisten, ist die Prallwand zusätzlich gegenüber der Schnittkante zur Seitenwand nach innen gedreht.

Damit die einzustapelnden Sendungen bei den hohen Geschwindigkeiten nicht auf die Hinterkanten der vorauslaufenden Sendungen stoßen und Stapelfehler verursachen, darf ein Mindestwinkel, unter dem die einzustapelnde Sendung auf die vorauslaufende Sendung trifft, nicht unterschritten werden. Um dies auch bei wachsender Stapelhöhe zu gewährleisten (der Führungsbügel nähert sich immer mehr der horizontalen Lage), schwenkt der Stapelboden abhängig vom Füllungsgrad nach unten in Richtung horizontale Lage.

Sollen Sendungen stark unterschiedlicher Zusammensetzung hinsichtlich Größe, Dicke und Gewicht bei gegenüber o. g. Lösung wesentlich geringerer Transportgeschwindigkeit in Fächer gestapelt werden, so ist das beschriebene Stapelfach nicht geeignet, da z. B. die Sendungen am Führungsbügel unterschiedlich stark abgebremst würden. Das Ergebnis wäre eine ungenügende Stapelqualität.

Der in Anspruch 1 angegebenen Erfindung liegt deshalb das Problem zugrunde, ein Stapelfach für mit geringer Transportgeschwindigkeit zugeführte flache Sendungen unterschiedlicher Größe und Dicke zu schaffen, bei dem ein sicherer, schneller und ausgerichteter Transport jeder Sendung an die Vorderkante des Stapels bei minimierten Stoßenergieverlusten gewährleistet sowie ein Aufstellen der kurzen Sendungen im Stapelfach verhindert ist.

Der Vorteil der Erfindung besteht im Erreichen einer optimalen Stapelqualität von flachen Sendungen in einem großen Größen- und Dickenspektrum bei geringer Transportgeschwindigkeit mit geringem mechanischem Aufwand. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert.

Dabei zeigt

Fig. 1 eine perspektivische schematische Darstellung eines nach einer Seite offenen Stapelfaches

Wie der Fig. 1 zu entnehmen, werden die Sendungen mit einem zur Einschußöffnung 1 geschwenkten Transportband 2 antransportiert. Gegenüber der Transportrichtung und -orientierung der Sendungen in das an einer Seite offene Stapelfach ist der mittels eines Federelementes 3 als Stellglied gehaltene bewegliche Stapelboden 4 im Leerzustand nach unten und nach rechts zur Seitenwand 5, d. h. zur in Transportrichtung hinteren rechten Ecke geneigt. Das Federelement 3 stützt sich an einer unteren, mit den übrigen Stapelfachwänden fest verbundenen unteren Platte 6 ab. Eine Prallwand 7, auf welche die Sendungen auftreffen, ist gegenüber der Lotrechten zur unteren Platte 6 nach außen geneigt. Zusätzlich ist sie zur Schnittkante mit der Seitenwand 5 nach innen gedreht. Weiterhin besitzt das Stapelfach neben einer der Prallwand 7 gegenüberliegenden Rückwand 9 einen Fachdeckel 8. Er begrenzt die Einschußöffnung 1 nach oben so, daß die dicksten Sendungen ungehindert in das Stapelfach gelangen und verläuft im ersten Teil gerade. Im weiteren Verlauf in Richtung Prallwand 7 wird der Fachdeckel 8 so nach unten gekrümmt, daß er mit seiner inneren Kontur unterhalb der oberen Begrenzung der Flugbahn der Sendungen verläuft und die Sendungen bei leerem Stapelfach so leitet, daß sie unter einem Winkel von 70°-90° zur Sendungsoberseite in dem unteren Bereich nahe der Kante zum Stapelboden 4 parallel zu dieser Kante auf die Prallwand 7 treffen.

Befinden sich schon Sendungen im Stapelfach, so stoßen die einzustapelnden Sendungen ab einer bestimmten Stapelhöhe nicht direkt auf die Prallwand 7, sondern sie treffen erst auf die oberste Sendung und gleiten dann zur Prallwand 7. Die durch den Fachdeckel 8 aufgezwungene Schrägstellung der Sendungen trägt zur Stabilisierung der Flugbahn bei und unterstützt den Luftaustritt zur geöffneten Seite.

Das erfindungsgemäß ausgeführte Stapelfach gewährleistet, daß sehr unterschiedliche Sendungen bei nicht zu hoher Einschußgeschwindigkeit sicher und ausgerichtet ohne Gefahr eines Herausfallens abgestapelt werden.

Nach diesem Krümmungsbereich wird der Fachdeckel 8 so vom Stapelboden 4 weggekrümmt, daß er parallel zur Kante zwischen Stapelboden 4 und Prallwand 7 in einem Abstand zum leeren Stapelboden 4 auf die Prallwand 7 trifft, der kleiner als die Länge der kürzesten Sendung ist. Dadurch wird ein Hochstellen der kurzen Sendungen verbunden mit einer eventuellen Fach-Voll-Signalisierung vermieden. Je nach Größe des Sendungsstapels wird der von dem Federelement 3 gehaltene Stapelboden 4 nach unten geschwenkt, so daß der Abstand der obersten Sendung vom Fachdeckel 8 annähernd konstant bleibt - kleiner als die kürzeste Sendung -. Die Seitenwand 5 ist von der oberen Begrenzung aus nach außen geneigt, so daß die Sendungen bei ihrer Abwärtsbewegung durch die Seitenwand nicht behindert werden. Damit die Sendungen schnell eingestapelt werden, muß das beim Absinken der Sendungen entstehende Luftpolster möglichst schnell abgebaut werden. Aus diesem Grunde besitzt die Seitenwand 5 in der Nähe der Einschußöffnung eine Aussparung 10, durch welche die Luft schnell entweichen kann.

Um ein Überlaufen des Stapelfaches zu vermeiden, ist zur Füllstandsüberwachung eine Lichtschranke 11 vorhanden. Diese ist so angeordnet, daß sie die vordere innere Ecke der obersten eingestapelten Sendung in der zu signalisierenden Stapelhöhe erfaßt. Durch diese spezielle Anordnung werden Fehlermeldungen infolge Sendungsüberlappungen im Einschußbereich vermeiden.

Zur Erleichterung der manuellen Entleerung der Stapelfächer können die Stapelböden zusätzlich mit einer Griffmulde versehen werden, so daß der Operateur ohne Schwierigkeit den Sendungsstapel greifen kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Stapelfach für flache Sendungen, mit:
    1. 1. einem schwenkbar gelagerten, mit zunehmender Stapelhöhe absenkbaren Fachboden (4), der gegenüber der Orientierung der Sendungen beim Einschießen in stromabwärtiger Richtung geneigt ist,
    2. 2. einer zur Orientierung des Fachbodens (4) und Einschießrichtung nach außen geneigten und gegenüber der Schnittkante mit einer Seitenwand (5) nach innen gedrehten Prallwand (7),
    3. 3. einer der Prallwand (7) gegenüberliegenden Rückwand (9),
    4. 4. einer am oberen Abschluß der Rückwand (9) befindlichen, an die Orientierung der Sendungen beim Einschießen ausgerichtete Einschießöffnung (1), in die die Sendungen schräg nach unten gerichtet eingeschossen werden, dadurch gekennzeichnet, daß
    5. 5. der Fachboden (4) zu der Seitenwand (5) hin geneigt und um seine der Rückwand (9) zugewandte Kante schwenkbar ist,
    6. 6. ein Fachdeckel (8) dem Fachboden (4) gegenüber vorgesehen ist, der in stromabwärtiger Richtung auf den Fachboden (4) zu gekrümmt ist, und in stromabwärtiger Richtung anschließend vom Fachboden (4) weggekrümmt ist, wobei der Fachdeckel (8) mit seiner inneren Kontur zumindest ab dem auf den Fachboden (4) zu gekrümmten Abschnitt unterhalb der Flugbahn der Sendungen beim Einschießen verläuft und mit seinem vom Fachboden (4) weggekrümmten Abschnitt die Prallwand (7) ausgerichtet zum Fachboden (4) bei leerem Stapelfach (4) in einem Abstand zu diesem berührt, der kleiner ist als die kürzeste Sendung, wobei bei vollständigem Stapel der Abstand zwischen dem vom Fachboden (4) weggekrümmten Abschnitt und der obersten Sendung an der Prallwand (7) ebenfalls kleiner ist als die kürzeste Sendung.
  2. 2. Stapelfach nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Fachdeckel (8) vor dem auf den Fachboden (4) zu gekrümmten Abschnitt einen in Einschußrichtung ausgerichteten geraden Abschnitt aufweist.
  3. 3. Stapelfach nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Fachboden (4) in seiner jeweiligen Schwenklage von einem Stellglied (3) gehalten ist.
  4. 4. Stapelfach nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwand (5) in Richtung auf den Fachboden (4) gesehen nach außen geneigt ist.
  5. 5. Stapelfach nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das den Fachboden (4) haltende Stellglied (3) ein Federelement ist.
  6. 6. Stapelfach nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwand (5) in der Nähe der Einschießöffnung eine Ausnehmung (10) aufweist.
  7. 7. Stapelfach nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zur Füllstandüberwachung eine Lichtschranke (11) vorgesehen ist, die die vordere innere Ecke der obersten Sendung in der zu signalisierenden Stapelhöhe erfaßt.
  8. 8. Stapelfach nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Fachboden (4) eine Griffmulde aufweist.






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