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Dokumentenidentifikation DE19747349A1 06.05.1999
Titel Ein-/Auszahlungssystem, insbesondere Kassenzellenraum für Geldein-/auszahlungen in einer Bank
Anmelder Visio Innovative Objekteinrichtungen GmbH Schwäbisch Gmünd, 73529 Schwäbisch Gmünd, DE
Erfinder Geiger, Markus, 73527 Schwäbisch Gmünd, DE;
Haag, Harald, 73560 Böbingen, DE
Vertreter Dr. Weitzel & Partner, 89522 Heidenheim
DE-Anmeldedatum 27.10.1997
DE-Aktenzeichen 19747349
Offenlegungstag 06.05.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.05.1999
IPC-Hauptklasse E05G 5/00
IPC-Nebenklasse E06B 5/10   E06B 5/11   G07C 11/00   G01G 19/44   G06K 9/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Ein-/Auszahlungssystem, insbesondere einen Kassenzellenraum für Geldauszahlungen in Banken, umfassend eine Kassenzelle mit beschußhemmenden, teilweise transparenten Wänden mindestens einer Eingangstür zur Kassenzelle.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der Kassenzellenraum eine Personenvereinzelungsvorrichtung als Zugangskontrollvorrichtung zur Kassenzelle umfaßt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Ein-/Auszahlungssystem, insbesondere ein Kassenzellenraum für Geldein-/auszahlungen in einer Bank, umfassend eine Kassenzelle mit beschußhemmenden, teilweise transparenten Wänden und mindestens einer Eingangstür zur Kassenzelle.

In Kleinzweigstellen einer Bank mit geringer Mitarbeiterzahl gibt es derzeit zwei Möglichkeiten der persönlichen Geldauszahlung, die den Anforderungen der UVV-Kassen der Berufsgenossenschaft genügt. Im ersten Fall erfolgt die Auszahlung aus einer schußsicheren Kassenzelle bzw. Kassenbox heraus. Eine derartige Geldauszahlung ist bereits bei einem Mitarbeiter pro Zweigstelle zulässig, allerdings setzt dies ständige Anwesenheit des Mitarbeiters im schußsicheren Kassenraum voraus. Die Kommunikation gestaltet sich sehr schwierig, und eine Unterstützung von kundenbedienten Transaktionen, beispielsweise am Geldausgabeautomat oder Kontoauszugsdrucker, ist nicht möglich bzw. nur unter Verlassen der Kassenbox und damit Verletzen der Unfallverhütungsvorschriften.

Die zweite Alternative der Geldauszahlung besteht im Einsatz eines automatischen Kassentresors (eines sogenannten AKT), der von einem Bankmitarbeiter im offenen Banking bedient wird. Zwar ist bei dieser Art der Geldauszahlung eine Kommunikation mit dem Kunden sehr gut möglich, jedoch wird aus Sicherheitsgründen bei einer derartigen Auszahlung verlangt, daß ständig zwei Bankmitarbeiter in der Filiale anwesend sind, die in ständigem Blickkontakt miteinander stehen. Eine Auszahlung mit einem automatischen Kassentresor in offenem Banking ist insbesondere unter Kostengesichtspunkten nachteilig, aber auch aufgrund von organisatorischen Schwierigkeiten, wie Krankheit, Urlaub, Besuchstermine von Filialmitarbeitern außer Haus.

Aufgabe der Erfindung ist es somit, ein Ein-/Auszahlungssystem, insbesondere einen Kassenzellenraum für die Geldauszahlung in Banken zur Verfügung zu stellen, der die Sicherheit der Mitarbeiter und des Geldbestandes auch bei einem Überfall garantiert, den von der Berufsgenossenschaft auferlegten Unfallverhütungsvorschriften genügt und ein offenes Banking im Dialog mit dem Kunden und Unterstützung desselben bei SB-Transaktionen am Geldausgabeautomat oder Kontoauszugsdrucker erlaubt. Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist darin zu sehen, daß das Ein-/Auszahlungssystem Großeinzahlungen und Großauszahlungen ermöglicht sowie Sparbuchein- und -auszahlungen.

Erfindungsgemäß wird dieses Problem dadurch gelöst, daß bei einem Ein-/Auszahlungssystem, insbesondere einem Kassenzellenraum, umfassend eine Kassenzelle bzw. Kassenbox mit beschußhemmenden, teilweise transparenten Wänden sowie mindestens einer Eingangstür zur Kassenzelle der Kassenzellenraum eine Personenvereinzelungsvorrichtung als Zugangskontrollvorrichtung zur Kassenzelle umfaßt.

Eine derartige Lösung hat den Vorteil, daß der Bankmitarbeiter in der mit einem derartigen Ein-/Auszahlungssystem ausgerüsteten Bankfiliale seinen Arbeitsplatz im freien Schalterraum hat. Der Mitarbeiter kann somit mit dem Kunden kommunizieren und Serviceleistungen vom offenen Arbeitsplatz aus erbringen. Bei Auszahlungen größerer Art bzw. Sparbuchein- bzw. -auszahlungen begibt sich der Mitarbeiter in die schußsichere Kassenzelle bzw. Kassenbox. Dadurch, daß erfindungsgemäß der Kassenzellenraum eine Personenvereinzelungsvorrichtung als Zugangskontrollvorrichtung zur Kassenzelle umfaßt, wird verhindert, daß der Bankmitarbeiter durch Drohung zur Öffnung der Kassenzelle bzw. Kassenbox für den Bedrohenden, z. B. einen Gesetzesbrecher, gezwungen werden kann.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Personenvereinzelungsvorrichtung eine Personenschleuse umfaßt, die ebenfalls zumindest teilweise mit beschußhemmenden Wänden umgeben ist. Vorzugsweise ist diese Personenschleuse der Eingangstür zur Kassenzelle direkt vorgeordnet und umfaßt eine weitere Eingangstür. Die Personenvereinzelung findet nach den oben beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen somit in der Personenschleuse selbst statt.

Gesetzesbrecher, die den im offenen Bereich der Bank arbeitenden Bankmitarbeiter zum Betreten der Kassenzelle bzw. Kassenbox und damit zur Geldausgabe zwingen möchten, können per Schußwaffe zwar gemeinsam mit dem Bankmitarbeiter die Personenschleuse betreten, jedoch öffnet sich die Eingangstür zur Kassenzelle nicht, weil eine Vereinzelung negativ ausfällt. Sofern der Gesetzesbrecher den Bankmitarbeiter alleine die Personenschleuse betreten läßt, befindet sich der Mitarbeiter im absolut schußsicheren Bereich, der bereits nach der Tür zur Personenschleuse beginnt. Der Bankmitarbeiter kann nun die Kassenzelle betreten und von dort aus Alarm auslösen. Des weiteren kann der Mitarbeiter im abgesicherten Bereich die Reaktion des Gesetzesbrechers verfolgen und behält somit volle Handlungsfreiheit.

Für die Erfindung eignen sich sämtliche dem Fachmann bekannte Personenvereinzelungsvorrichtungen. Besonders bevorzugt sind aus Kostengründen Personenvereinzelungsvorrichtungen, die eine Wäge- und/oder Bodenkontaktvorrichtung umfassen. Eine besonders sichere Personenvereinzelung wird dann vorgenommen, wenn zusätzlich zur Wäge- und/oder Bodenkontaktvorrichtung die Personenvereinzelungsvorrichtung ein optisches Erkennungs- und Identifiziersystem aufweist, beispielsweise eine Gesichtsaufzeichnung, ein Fingerabdruckverfahren oder eine Iris-Erkennung.

In einer vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, daß die Personenvereinzelungsvorrichtung einen Kontrollrechner bzw. Kontrollrechnersystem umfaßt,indem die Erkennungsmerkmale, beispielsweise das Gesicht oder die Video-Gesichtsaufnahme der zutrittsberechtigten Personen in einem Speicherbereich abgelegt sind. Die Erkennungsmerkmale werden bei Bedarf aufgerufen und mit den über das Wäge- oder auch optische Erkennungssystem aufgenommenen Meßsignalen der Personenvereinzelungsvorrichtung in dem Kontrollrechner verglichen.

Neben dem Ein-/Auszahlungssystem, insbesondere dem Kassenzellenraum, beansprucht die Erfindung auch die Verwendung einer Personenvereinzelungsvorrichtung zur Zugangskontrolle in eine Kassenzelle bzw. einem Kassenraum, insbesondere in einer Bank.

Die Erfindung soll nachfolgend anhand der Zeichnungen beispielhaft beschrieben werden.

Es zeigen:

Fig. 1 das erfindungsgemäße Ein-/Auszahlungssystem in Form eines Kassenzellenraumes, umfassend eine Kassenzelle sowie eine Personenschleuse.

In Fig. 1 ist ein Ausschnitt eines Kundenraumes einer Bank in der Draufsicht dargestellt, umfassend einen Arbeitsplatz 1 für das offene Banking sowie den erfindungsgemäßen Kassenzellenraum 3 als Ein-/Auszahlungssystem. Der Kassenzellenraum 3 weist eine Kassenzelle bzw. Kassenbox 5 sowie eine Personenvereinzelungsvorrichtung, die eine Personenschleuse 7 umfaßt, auf.

Die Kassenzellenbox 5 wird von beschußhemmenden Wänden 9 umgeben, die teilweise transparent ausgeführt sind. So können Fenster 13 aus beschußhemmendem Glas vorgesehen sein. Die Geldausgabe erfolgt durch eine entsprechend ausgestaltete Öffnung 15 über einen Ausgabetresen 17, der gegenüber dem Kunden- bzw. Schalterraum mit einer beschußhemmenden Glaswand abgeschlossen ist.

Die Kassenbox 5 weist des weiteren eine Eingangstür 20 auf, die nach außen in der dargestellten Ausführungsform in Richtung der Personenschleuse 7 einen Knopfdrücker umfaßt sowie optional einen Spion. Auch die Tür ist aus beschußhemmendem Material hergestellt.

Die Personenschleuse 7 ist der Eingangstür 20 zur Kassenzelle 5 vorgeordnet und weist ebenfalls beschußhemmende Wände 22, die transparent ausgeführt sein können, auf. Zugang zur Personenschleuse erhält man durch die Personenschleuseneingangstür 24. Die Personenschleuseneingangstür ist wie die Eingangstür zur Kassenzelle mit einem Knopfdrücker und einem Spion in vorliegender Ausführungsform versehen. Dem Öffnen der Personenschleuseneingangstür 24 dient in vorliegender Ausführungsform der dargestellte Türöffner 26.

Innerhalb der Personenschleuse 7 sind Mittel zur Personenvereinzelung angeordnet, die in vorliegender Ausführungsform eine Wägevorrichtung 30 sowie ein optisches Erkennungssystem, umfassend eine Kamera 32, umfassen.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsvariante läuft das Betreten der Kassenzelle 5 wie folgt ab:

Über den an der Außenwand der Personenschleuse zum Schalterraum hin angeordneten elektrischen Türtaster läßt sich die Personenschleuseneingangstür 24 öffnen. Durch das Öffnen des elektrischen Türöffners der Personenschleuseneingangstür 24 wird an den nicht dargestellten Kontrollrechner der Personenvereinzelungsvorrichtung ein Signal gesandt, das angibt, daß eine Person die Personenschleuse betritt.

Hierdurch werden die Mittel zur Personenvereinzelung aktiviert. Nachdem die Personenschleuseneingangstür 24 wieder ins Schloß gefallen ist, werden durch die Sensoren der Mittel zur Personenvereinzelung Meßsignale aufgenommen. In vorliegendem Ausführungsbeispiel wird durch die ganzflächige Bodenwaage 30 die in der Schleuse befindliche Person gewogen. Alle zutrittsberechtigten Personen sind per Einzelgewicht im Speicher des nicht dargestellten Kontrollrechners registriert. Sofern sich eine der registrierten Einzelpersonen in der Personenschleuse befindet, erfolgt in der dargestellten Ausführungsform eine weitere Zutrittsberechtigungskontrolle in Form einer rechnergestützten Video-Gesichtsaufnahme über die Kamera 32. Die Gesichtsfelddaten der zutrittsberechtigten Personen sind ebenfalls in dem obengenannten Speicherbereich des Kontrollrechners abgelegt. Auch diese abgelegten Daten werden mit den aufgenommenen der in der Schleuse befindlichen Person verglichen. Stellt der Rechner bei diesem Vergleich fest, daß es sich um eine berechtigte Person handelt, so öffnet sich nach dieser zweiten Zutrittsberechtigungskontrolle automatisch die Eingangstür 20 zur eigentlichen Kassenzelle.

Für die der Wägung nachgeschaltete Personenerkennungskontrolle sind auch ein Fingerabdruckverfahren oder eine Iris-Erkennung möglich. Selbstverständlich kann, ohne vom Gedanken der Erfindung abzuweichen, die Zutrittsberechtigungskontrolle um weitere Stufen erweitert werden, so daß beispielsweise zusätzlich zur Gesichtsaufnahme noch ein Fingerabdruck verglichen wird. Mit jeder zusätzlichen derartigen Maßnahme steigt selbstverständlich die Sicherheit des Systems an, andererseits aber auch die Kosten.

Anstelle der Personenwaage kann in der Personenschleuse auch eine Bodenkontaktmatte angeordnet sein, mit deren Hilfe eine Leerraumüberwachung erfolgt.

Des weiteren wäre anstelle oder zusätzlich zur Bodenkontaktmatte bzw. Wägevorrichtung denkbar, Ultraschallmessungen oder Oktosensoren vorzusehen, die mit Lichtschranken gekoppelt sind.

Die hierin beschriebenen Verfahren bzw. speziellen Bestandteile der Personenvereinzelungsvorrichtung sind lediglich beispielhaft anzusehen und keineswegs als abschließend. Selbstverständlich kann der Fachmann hier weitere oder andere Maßnahmen vorsehen, ohne vom Grundgedanken der Erfindung abzuweichen.

Mit der erfindungsgemäßen Lösung eines Ein-/Auszahlungssystems, insbesondere eines Kassenzellenraumes, der neben einer Kassenzelle bzw. Kassenbox gemäß der Erfindung eine Personenvereinzelungsvorrichtung umfaßt, wird ermöglicht, daß zum einen aus der Kassenzelle heraus eine sichere Auszahlung größerer Geldbeträge sichergestellt ist, andererseits aber auch mit nur einem Mitarbeiter ein offener Kundenverkehr im Kundenraum.


Anspruch[de]
  1. 1. Ein-/Auszahlungssystem, insbesondere Kassenzellenraum (3), für Geldauszahlungen in Banken, umfassend

    eine Kassenzelle (5) mit beschußhemmenden, teilweise transparenten Wänden (9),

    mindestens einer Eingangstür (20) zur Kassenzelle dadurch gekennzeichnet, daß der Kassenzellenraum eine Personenvereinzelungsvorrichtung als Zugangskontrollvorrichtung zur Kassenzelle (5) umfaßt.
  2. 2. Ein-/Auszahlungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Personenvereinzelungsvorrichtung eine Personenschleuse (7) umfaßt.
  3. 3. Ein-/Auszahlungssystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Personenschleuse eine weitere Eingangstür (24) umfaßt, die der Eingangstür zur Kassenzelle vorgeordnet ist.
  4. 4. Ein-/Auszahlungssystem nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Personenschleuse (7) teilweise beschußhemmende Wände (22) aufweist.
  5. 5. Ein-/Auszahlungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Personenvereinzelungsvorrichtung eine Wäge- und/oder Bodenkontaktvorrichtung (30) umfaßt.
  6. 6. Ein-/Auszahlungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Personenvereinzelungsvorrichtung ein optisches Erkennungs- und Identifiziersystem (32) umfaßt.
  7. 7. Ein-/Auszahlungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Personenvereinzelungsvorrichtung einen Kontrollrechner umfaßt, indem Erkennungsmerkmale der zutrittsberechtigten Personen in einem Speicherbereich abgelegt sind.
  8. 8. Verwendung einer Personenvereinzelungsvorrichtung zur Zugangskontrolle in eine Kassenzelle eines Kassenzellenraumes, insbesondere zur Geldein-/auszahlung in einer Bank.






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