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Dokumentenidentifikation DE19750537A1 20.05.1999
Titel Feuerschutzbauelement
Anmelder Engmann, Peter, 92436 Bruck, DE;
Engmann, Georg, 92436 Bruck, DE
Erfinder Engmann, Peter, 92436 Bruck, DE;
Engmann, Georg, 92436 Bruck, DE
Vertreter Patentanwälte Wasmeier, Graf, 93055 Regensburg
DE-Anmeldedatum 14.11.1997
DE-Aktenzeichen 19750537
Offenlegungstag 20.05.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.05.1999
IPC-Hauptklasse C04B 38/08
IPC-Nebenklasse C04B 16/08   C04B 14/12   C04B 28/06   E04B 1/94   E04F 17/02   
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf ein neuartiges Feuerschutz-Bauelement zur Erstellung von Schächten.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Feuerschutzbauelement gemäß Oberbegriff Patentanspruch 1.

Insbesondere im Bauwesen ist es vielfach erforderlich, brand- bzw. feuergeschützte Schächte oder Schachtsysteme zu erstellen, und zwar zur Aufnahme von Versorgungs- und Entsorgungsleitungen, als Außenmantel für Schornsteine, als Be- und Entlüftungsschächte bei Gebäuden usw.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Feuerschutzbauelement aufzuzeigen, welches bei geringem Gewicht einen möglichst großen Feuer- und Brandschutz gewährleistet.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein Feuerschutzbauelement entsprechend dem Patentanspruch 1 ausgebildet.

Das erfindungsgemäße Feuerschutz-Bauelement besteht aus einem zementgebundenem Material, d. h. aus Beton, der zumindest expandierendes Poly Styrol als Zuschlag enthält und mit dem das Bauteil in der jeweils gewünschten bzw. erforderlichen Form und Größe preiswert gefertigt werden kann.

Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Feuerschutz-Bauteils besteht in der geringen Rohwichte des Materials bei hohem Brand- und Feuerschutz. Das erfindungsgemäße Bauelement kann somit mit großen Abmessungen bei geringem Gewicht hergestellt werden, so daß das Bauelement einerseits am Verwendungsort, d. h. insbesondere auf der Baustelle noch bequem gehandhabt werden kann, gleichzeitig aber mit einer geringeren Anzahl an Bauelementen ein Schacht vorgegebener Länge oder Höhe realisierbar ist, d. h. der Zeit- und Arbeitsaufwand zur Erstellung eines Schachtes hierdurch stark reduziert sind.

Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 in vereinfachter Darstellung und in Seitenansicht ein Bauelement, insbesondere Feuer- oder Brandschutz-Bauelement zur Verwendung bei Schächten oder Schachtsystemen in Seitenansicht;

Fig. 2 einen Schnitt entsprechend der Linie I-I der Fig. 1.

Das in den Figuren dargestellte Bauelement 1 ist bei der dargestellten Ausführungsform als Rohrstück mit quadratischem Außen- und Innenquerschnitt hergestellt, und zwar einstückig aus einem zementgebundenem Material, wobei die Dicke der Wandung beispielsweise im Bereich zwischen 3,00 cm und 4,5 cm liegt.

Das Material für das Bauelementes 1 ist in seiner Zusammensetzung so gewählt, daß einerseits ein ausreichender Brand- bzw. Feuerschutz erreicht wird, beispielsweise eine Feuerwiderstandsdauer von 30 bis 120 Minuten, andererseits aber für das jeweilige Bauelement ein möglichst geringes Gewicht bzw. eine möglichst geringe Rohdichte erzielt wird, und zwar z. B. im Bereich zwischen 450 und 1200 kg/m3 so daß sich das Bauelement 1 auch bei größeren Längen l bequem transportieren und auf einer Baustelle handhaben läßt und so ein Schacht mit einer vorgegebenen Länge bzw. Höhe durch Aneinanderreihen einer möglichst geringen Anzahl von Bauelementen 1 schnell und mit geringem Arbeitsaufwand realisierbar ist.

Die Abmessungen des Bauelementes 1 richten sich u. a. nach dem Verwendungszweck. So können die Innenabmessungen beispielsweise im Bereich zwischen 8 × 8 cm bis etwa 150 × 150 cm liegen. Die Länge l des Bauelementes 1 kann beispielsweise bis zu 7,5 m betragen. Das Bauelement 1 eignet sich grundsätzlich zum Errichten von Schächten, insbesondere auch in Gebäuden, die (Schächte) einen Feuer- oder Brandschutz benötigen, beispielsweise zur Aufnahme von Ver- und Entsorgungsleitungen jeglicher Art, wie Abgasleitungen für heiße Abgase (z. B. Temperaturen bis 400°C), als Außenmantel für Schornsteine, für Be- und Entlüftungsschächte von Gebäuden, aber auch als Feuer- und Brandschutzverkleidung von konstruktiven Bauteilen, beispielsweise von Stahlträgern bei Gebäuden, die (Stahlträger), die dann von einem Mantel beispielsweise aus mehreren aneinander anschließenden Bauelementen 1 umgeben und dadurch gegen Zerstörung durch Feuer geschützt sind.

Zur Herstellung des Bauelementes 1 wird ein EPS-Beton verwendet, d. h. ein Beton, der Zement und expandierendes Poly Styrol sowie vorzugsweise weitere Zuschlagsstoffe mit geringer Wichte enthält. Als Zuschlagsstoffe eignet sich vorzugsweise Blähton. Als Zuschlagsstoffe werden weiterhin geringfügige Mengen an einem geeigneten Fließmittel sowie an Schaumbildner verwendet.

Als Zement wird ein Kalziumaluminatzement verwendet, der als Hauptbestandteile Al2O3 in einem Anteil von etwa 37 bis 41 Gewichtsprozent, CaO in einem Anteil zwischen 36 bis 40 Gewichtsprozent, SiO2 in einem Anteil von 3,0 bis 6 Gewichtsprozent und Fe2O3 + FeO in einem Anteil zwischen etwa 14 bis 18,5 Gewichtsprozent enthält, und zwar jeweils bezogen auf die Gesamtmasse an Zement. Weiterhin enthält der Zement als Hauptbestandteile auch Anteile an MgO kleiner als 1,5 Gewichtsprozent und TiO2 kleiner als 4 Gewichtsprozent.

Bei einer möglichen Ausführungsform setzt sich die für die Herstellung der Bauelemente 1 verwendete Masse, wie folgt, zusammen, wobei die Zusammensetzung in Volumenprozenten bezogen auf das Gesamtvolumen der Mischung, beispielsweise auf einen Kubikmeter Mischung bezogen ist:

Expandierendes Poly Styrol 43 Volumenprozent

Blähton 30 Volumenprozent

Kalziumaluminat-Zement 16 Volumenprozent

Wasser 11 Volumenprozent

Geringfügige Zuschläge an Fließmitteln und Schaumbildner.

Das expandierende Poly Styrol besitzt dabei vorzugsweise eine Korngröße der Größenordnung zwischen 2-6 mm und ist mit Schamottmehl vorbehandelt, d. h. in Schamottmehl gewälzt.

Als Blähton wird ein solcher mit einer Korngröße zwischen etwa 2 bis 6 mm verwendet.

Mit der vorstehenden Rezeptur wird eine Rohdichte von 650 kg/M3 erreicht, bei einer Feuerwiderstandsdauer von ca. 30 bis 120 Minuten, und zwar bei Temperaturen, die innerhalb dieser Zeitdauer bis auf 1000°C ansteigen, und zwar gemessen unmittelbar an der Außen- oder Innenseite der Wandung 2.

Die Erfindung wurde voranstehend an einem Ausführungsbeispiel beschrieben. Es versteht sich, daß zahlreiche Änderungen sowie Abwandlungen möglich sind, ohne daß dadurch der der Erfindung zugrundeliegende Erfindungsgedanke verlassen wird.

So ist es beispielsweise möglich, den Innen- oder Außenquerschnitt des Feuerschutz- Bauteils 1 auch abweichend von der vorstehend beschriebenen Form zu wählen, beispielsweise einen runden, rechteckigen oder mehreckigen Querschnitt, und zwar abhängig von dem jeweiligen Verwendungszweck.

Weiterhin ist es auch möglich, das Feuerschutzbauteil 1 so auszubilden, daß es sich aus wenigstens zwei Einzel-Elementen zusammensetzt, wie dies in der Fig. 2 mit den Trennlinien 3 angedeutet ist. Die beiden Einzelelemente, die im Verwendungsfall an diesen Trennlinien 3 aneinander angeschlossen werden und das rohrartige Feuerschutz- Bauelement 1 bilden, wären dann bei der für die Fig. 1 und 2 gewählten Ausführungsform jeweils Winkelstücke. Diese geteilte Ausführung ermöglicht es, den Schacht um bereits vorhandene bzw. bestehende konstruktive Elemente zu errichten, beispielsweise als Brandschutzverkleidung von konstruktiven Bauteilen, wie Stahlträgern oder Säulen aus Stahl usw. An den Trennlinien 3 sind die beiden Teilelemente dann vorzugsweise so ausgebildet, daß nach dem aneinanderstellen dieser Teilelemente die Fuge zwischen diesen Elementen einen mehrfach abgewinkelten Verlauf aufweist, wodurch nicht nur die Abdichtwirkung verbessert wird, sondern auch das wichtige Aneinanderfügen der Einzelbauteile gewährleistet ist. Bezugszeichenliste 1 Feuerschutzbauelement

2 Wandung

3 Trennlinie


Anspruch[de]
  1. 1. Feuerschutz-Bauelement zur Erstellung von Schächten, gekennzeichnet durch einen rohrartigen Bauelementekörper aus einem Beton oder zementgebundenem Material hergestellt ist, welches als Zuschlag expandierendes Poly Styrol enthält.
  2. 2. Feuerschutzbauelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Material weiterhin einen weiteren Zuschlag aus einem Leichtbaustoff, vorzugsweise aus einem Baustoff mineralischer Herkunft mit geringem Gewicht enthält.
  3. 3. Bauelement nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der weitere Zuschlag von Partikeln aus Blähton gebildet ist.
  4. 4. Bauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Partikel aus expandierendem Poly Styrol eine Korngröße im Bereich zwischen etwa 2 bis 6 mm aufweisen.
  5. 5. Bauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Partikel des weiteren Zuschlages eine Korngröße im Bereich zwischen etwa 2 bis 6 mm aufweisen.
  6. 6. Bauteil nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Zement ein Kalziumaluminat -Zement verwendet ist.
  7. 7. Bauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dessen Material es eine Rohwichte zwischen 450 und 1200 kg/m3 aufweist.
  8. 8. Bauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil an expandierendem Poly Styrol in Volumenprozent bezogen auf das Volumen der Gesamtmasse kleiner als 45 Volumenprozent ist.
  9. 9. Bauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil an weiteren Zuschlägen in Volumenprozent kleiner als 30 Volumenprozent bezogen auf das Gesamtvolumen der Masse ist.
  10. 10. Bauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil an Zement größer ist als 16 Volumenprozent und kleiner als 20 Volumenprozent, bezogen auf das Gesamtvolumen der Masse ist.
  11. 11. Bauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Bauelementekörper aus einer Mischung hergestellt ist, die jeweils in Volumenprozenten folgende Zusammensetzung aufweist:

    Expandierendes Poly Styrol 43 Volumenprozent

    Blähton 30 Volumenprozent

    Kalziumaluminat-Zement 16 Volumenprozent

    Rest Wasser sowie vorzugsweise geringe Zugaben an Fließmittel und/oder Schaumbildner.
  12. 12. Bauelement nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es in Längsrichtung derart geteilt ist, daß es aus wenigstens zwei Einzelbauteilen besteht, die zu dem Bauteil zusammengesetzt werden können.






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