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Dokumentenidentifikation EP0640470 02.06.1999
EP-Veröffentlichungsnummer 0640470
Titel Verfahren zur Herstellung von Fahrzeugluftreifen unter Einsatz von Mikrowellenenergie
Anmelder SP Reifenwerke GmbH, 63450 Hanau, DE
Erfinder Unseld, Klaus, Dr., D-63456 Hanau / Main, DE;
Gerresheim, Manfred, Dr., D-63179 Obertshausen, DE
Vertreter Manitz, Finsterwald & Partner GbR, 80538 München
DE-Aktenzeichen 59408162
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument De
EP-Anmeldetag 22.08.1994
EP-Aktenzeichen 941130874
EP-Offenlegungsdatum 01.03.1995
EP date of grant 28.04.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.06.1999
IPC-Hauptklasse B29D 30/06
IPC-Nebenklasse B29C 35/08   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Fahrzeugluftreifen mit sich zwischen zwei Wulstringen erstreckender Karkasse und einem zwischen Karkasse und Lauffläche angeordneten Gürtel sowie nach diesem Verfahren gefertigte Fahrzeugluftreifen.

Fahrzeugluftreifen werden üblicherweise unter Verwendung von Wulstringen aus Stahlcord und zumindest im Falle von Radiallagenreifen unter Verwendung von metallischen Breaker-Einlagen gefertigt.

Im Zusammenhang mit dem Runderneuern von Fahrzeugreifen ist es auch bereits bekannt, zwischen einem bereits vulkansierten Laufkranz und der Karkasse eine unvulkanisierte Schicht aus Verbindungsgummi vorzusehen, diese Verbindungsschicht mittels Mikrowellenenergie zu vulkanisieren und damit den Laufflächenstreifen mit dem Reifen dauerhaft zu verbinden.

Versucht wurde auch bereits, bei der Herstellung von Vollgummireifen Mikrowellenenergie einzusetzen, um Prozeßzeiten zu verringern.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs angegebenen Art zu schaffen, das es ermöglichst, einerseits das Gesamtgewicht von Fahrzeugluftreifen ohne Einbußen hinsichtlich der jeweils angestrebten Reifeneigenschaften zu verringern und andererseits die Wirtschaftlichkeit des Fertigungsverfahrens für derartige Reifen wesentlich zu verbessern.

Gelöst wird diese Aufgabe nach der Erfindung im wesentlichen dadurch, daß ein Reifenrohling unter ausschließlicher Verwendung von nichtmetallischen Bestandteilen aufgebaut und im Verlauf der unter Einwirkung von Wärme und Druck erfolgenden Vulkanisation und Formgebung zumindest ein Teil der erforderlichen Wärmeenergie in Form von Mikrowellenenergie in den Reifen eingebracht wird.

Durch die Vermeidung metallischer Bestandteile ergibt sich nicht nur eine wesentliche Gewichtsersparnis, sondern es wird vor allem die Voraussetzung dafür geschaffen, daß bei einem Fahrzeugluftreifen im Verlauf des Vorgangs des Vulkanisierens des Reifenrohlings Mikrowellenenergie eingesetzt werden kann, wodurch die Gesamt-Heizungszeit wesentlich verringert und im Optimalfall erreicht wird, daß die Heizzeit im wesentlichen der Aufbauzeit des Reifens entspricht. Dies hat dann wiederum zur Folge, daß die Anzahl der pro Form gefertigten Reifen wesentlich erhöht wird bzw. erhöht werden kann bzw. für eine bestimmte Produktionsmenge weniger Formen erforderlich sind und damit auch eine Platzersparnis im jeweiligen Fertigungsbetrieb erzielt wird.

Durch den Einsatz von Mikrowellenenergie und die damit bewirkte Reaktion zwischen Gummimischung und den sonstigen nichtmetallischen Reifenbestandteilen lassen sich besonders vorteilhafte Bindungsverhältnisse erreichen.

In einer ersten und besonders einfach zu realisierenden Ausführungsform des Verfahrens nach der Erfindung wird die Erwärmung des Reifenrohlings durch Mikrowellenenergie auf eine Anfangsphase beschränkt, die Mikrowellenerwärmung vor dem Einsetzen der Vulkanisationsreaktion abgebrochen und dann der vorerwärmte Rohling in eine herkömmliche Preßform eingebracht, in der das Ausvulkanisieren sowie die Profilierung unter Druck und zusätzlicher Wärmezufuhr erfolgt.

Bereits diese Grundausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens führt im Zusammenhang mit metallfrei aufgebauten Reifenrohlingen zu wesentlichen Fertigungsvorteilen, insbesondere auch hinsichtlich der erzielbaren Zeitersparnis.

Vorzugsweise wird als Preßform eine für Mikrowellen zumindest zum Teil durchlässige und auch selbst durch die Mikrowellenenergie erwärmbare Form verwendet, da im Falle des Einsatzes einer solchen Preßform der Reifenrohling unmittelbar in diese Preßform eingebracht werden kann und dabei erreicht wird, daß der Rohling durch die Mikrowellenenergie einerseits in seinem Gesamtvolumen schneller auf erhöhte Temperatur gebracht wird, andererseits aber auch von den Außenseiten her über die sich erhitzende Preßform Energie eingebracht wird.

Die Verwendung einer solchen Preßform kann auch dann vorteilhaft sein, wenn eine Vorerwärmung des Reifenrohlings durch Mikrowellenenergie erfolgt, da im Zuge der Überführung des Rohlings von der Vorerwärmungsstation in die Preßform im Bereich der Außenwandungen auftretende Wärmeverluste auf diese Weise besonders schnell und wirksam ausgeglichen werden können.

Als Preßform wird vorzugsweise eine Form aus Kunststoffmaterial verwendet, die insbesondere unterschiedliche Mikrowellen-Absorptions- und / oder Mikrowellen-Durchlässigkeitswerte aufweist, wobei es möglich ist, diese sich bezüglich der Mikrowellenenergie unterschiedlich verhaltenden Bereiche an die unterschiedlichen Reifenbereiche anzupassen und auf diese Weise zu erreichen, daß Laufflächenbereiche, Seitenwandbereiche und / oder Wulstbereiche differenziert mit Wärmeenergie beaufschlagt werden.

Die hinsichtlich Absorptions- und / oder Durchlässigkeitsverhalten unterschiedlichen Preßformbereiche können zweckmäßigerweise dadurch realisiert werden, daß auf diese Preßform eine oder mehrere dünne Schichten aufgebracht werden, die auf die Wellenlänge der verwendeten Mikrowellenenergie abgestimmt sind und Reflexions- oder Absorptionsverhalten der Form bewirken.

Nach einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung weist die Preßform zumindest eine metallische Innenfläche auf oder besteht aus Metall und wird unmittelbar als Mikrowellengefäß verwendet, in das nach herkömmlichen Methoden Mikrowellenenergie eingekoppelt wird.

Durch die Ausgestaltung der Preßform als unmittelbares Mikrowellengefäß und damit als unmittelbarer Mikrowellen-Leithohlraum wird der Aufbau der zur Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens benötigten Einrichtungen wesentlich vereinfacht.

Die Leistung und / oder die Wellenlänge der Mikrowellenenergie kann während ihrer Zufuhr zum Reifen zumindest zeitweise variiert und vorzugsweise auch zeitweise unterbrochen werden, so daß aufgrund dieser sich unmittelbar auf den Reifen auswirkenden Maßnahmen optimale Vulkanisierbedingungen, insbesondere auch hinsichtlich der Verbindung mit den nichtmetallischen Reifenbestandteilen, geschaffen werden können.

In Abhängigkeit von den verwendeten Reifenbestandteilen ist es auch möglich, während der Mikrowellenheizung gleichzeitig Mikrowellen unterschiedlicher Frequenz während vorgebbarer Zeitspannen wirksam werden zu lassen, was sich auf die wechselseitige Verbindung der Reifenbestandteile günstig auswirken kann.

Zur Vergleichmäßigung der Wärmeeinbringung in den Reifenrohling kann es vorteilhaft sein, den Reifen während der Wirksamkeit der Mikrowellenquelle oder der Mikrowellenquellen relativ zu diesen zu bewegen, insbesondere zu rotieren, aber es ist auch möglich, während des Einbringens von Mikrowellenenergie die Art und / oder den Ort der Einkopplung der Mikrowellenenergie zu variieren oder die Energiedichteverteilung durch optische Elemente zu beeinflussen und der jeweiligen Reifenkonfiguration anzupassen.

Nach einer weiteren Besonderheit der Erfindung werden in vorgebbaren Bereichen des Reifenrohlings mechanisch zumindest im wesentlichen neutrale, jedoch erhöhte Mikrowellen-Absorptionseigenschaften aufweisende Materialien aufgebracht. Auf diese Weise wird eine diffenzierte Energieeinbringung in den Reifen auch dann gewährleistet, wenn die Mikrowelle selbst nicht differenziert gerichtet ist. Möglich ist es ferner, derartige Materialien, die speziell für die Wirksamkeit der Mikrowellenenergie im Reifenrohling von Bedeutung sind, in die Mischung bzw. in für bestimmte Reifenbereiche bestimmte Mischungen einzubringen und damit im Reifeninneren wirksam werden zu lassen.

Als Materialien für die bei erfindungsgemäßen Reifen vorgesehenen Wulstringe und Einlagen, insbesondere Gürteleinlagen, werden vorzugsweise Aramide, Kohlefasern, Nylon, Rayon und dergleichen verwendet, ohne daß eine Beschränkung auf diese Materialien gegeben ist.

Weitere vorteilhafte Merkmale der Erfindung sind in Unteransprüchen angegeben.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Herstellung von Fahrzeugluftreifen mit sich zwischen zwei Wulstringen erstreckender Karkasse und einem zwischen Karkasse und Lauffläche angeordneten Gürtel,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß ein Reifenrohling unter ausschließlicher Verwendung von nichtmetallischen Bestandteilen aufgebaut und im Verlauf der unter Einwirkung von Wärme und Druck erfolgenden Vulkanisation und Formgebung zumindest ein Teil der erforderlichen Wärmeenergie in Form von Mikrowellenenergie in den Reifen eingebracht wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß der Reifenrohling zunächst durch Mikrowellenenergie erwärmt wird, und daß die Mikrowellenerwärmung vor dem Einsetzen der Vulkanisationsreaktion abgebrochen wird und daß anschließend das Ausvulkanisieren sowie die Profilierung unter Druck und zusätzlicher Wärmezufuhr in einer Preßform erfolgt.
  3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß als Preßform eine für Mikrowellen zumindest zum Teil durchlässige und auch selbst durch die Mikrowellenenergie erwärmbare Form, insbesondere aus Kunststoffmaterial verwendet, und die während des Preß- und Aufheizvorgangs erforderliche Energie zumindest zu einem wesentlichen Teil über Mikrowellenenergie in den Reifen eingebracht wird.
  4. Verfahren nach Anspruch 3,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Preßform aus unterschiedliche Mikrowellenabsorption und / oder Mikrowellendurchlässigkeit aufweisendem Material besteht, und daß die unterschiedlichen Materialbereiche der Preßform hinsichtlich des Aufbaus unterschiedlichen Reifenbereichen zugeordnet sind.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Preßform zur Schaffung unterschiedlicher Absorptions- und / oder Durchlässigkeitsbereiche für die Mikrowellenenergie mit ein- oder mehrlagigen Schichten versehen wird.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Preßform zumindest eine metallische Innenfläche aufweist und als Mikrowellengefäß mit zumindest einer Energie-Einkopplungsstelle ausgebildet ist.
  7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß während der Zufuhr von Mikrowellenenergie die Leistung und / oder die Wellenlänge zumindest zeitweise variiert wird, und daß die Zufuhr der Mikrowellenenergie vorzugsweise intermittierend vorgenommen wird.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß während der Mikrowellenheizung gleichzeitig Mikrowellen unterschiedlicher Frequenz während vorgebbarer Zeitspannen wirksam sind.
  9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß der Reifen während des Einbringens von Mikrowellenenergie relativ zu den entsprechenden Energiequellen bewegt, insbesondere rotiert wird.
  10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß der Druck in der Preßform in Abhängigkeit von der Mikrowellenleistung variiert wird.
  11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß in vorgebbaren Bereichen des Reifenrohlings mechanisch zumindest im wesentlichen neutrale, jedoch erhöhte Mikrowellen-Absorptionseigenschaften aufweisende Materialien eingebracht und / oder auf vorgebbare Bereiche des Reifenrohlings aufgebracht werden.
  12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß während des Einbringens von Mikrowellenenergie in den Reifenrohling durch die Art und / oder den Ort der Einkopplung und / oder durch optische Elemente die Energiedichteverteilung der jeweiligen Reifenkonfiguration angepaßt wird.
  13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß der Reifenrohling zur gleichmäßigen Erwärmung in eine ringförmige Hohlleiteranordnung eingebracht wird, die mehrere über den Umfang verteilt angeordnete Mikrowellen-Energieeinkopplungsstellen aufweist, wobei insbesondere in der zur Aufnahme des Reifenrohlings bestimmten Hohlleiteranordnung zur Vergleichmäßigung der Energieverteilung Mikrowellen-Reflektoren verwendet werden und vorzugsweise die Position und / oder Ausrichtung der Mikrowellen-Reflektoren während des Aufheizvorgangs verändert wird.
  14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß als Material für die Wulstringe Kohlefasern, Aramide oder dergleichen und als Material für den Gürtel Aramide, Nylon, Rayon und dergleichen verwendet wird.
  15. Fahrzeugluftreifen,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß er nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche hergestellt und frei von metallischen Bestandteilen ist.






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