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Dokumentenidentifikation DE69600857T2 17.06.1999
EP-Veröffentlichungsnummer 0738609
Titel Laser absorbierende ausbleichbare Zusammensetzungen
Anmelder Minnesota Mining and Mfg. Co., Saint Paul, Minn., US
Erfinder Patel, Ranjan C., Little Hallingbury, Essex CM22 2PP, GB;
Mott, Andrew W., Bishops Stortford, Herts., GB;
Nairne, Robert J.D., Bishops Stortford, Herts. CM23 4EJ, GB
Vertreter Vossius & Partner GbR, 81675 München
DE-Aktenzeichen 69600857
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 19.04.1996
EP-Aktenzeichen 963027933
EP-Offenlegungsdatum 23.10.1996
EP date of grant 28.10.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.06.1999
IPC-Hauptklasse B41M 5/28
IPC-Nebenklasse B41M 5/38   B41M 5/40   

Beschreibung[de]
Laser absorbierende ausbleichbare Zusammensetzungen

Die Erfindung betrifft wärmeempfindliche Bildaufzeichnungsmedien, bei denen die Bildaufzeichnung durch Laseransprache möglich ist.

Viele wärmeempfindliche Bildaufzeichnungsmedien, bei denen die Bildaufzeichnung durch Laseransprache möglich ist, umfassen einen photothermischen Konverter, der die Laserstrahlung in Wärme umwandelt, wobei die Wärme zur Auslösung des Bildaufzeichnungsverfahrens eingesetzt wird. Aus Gründen der Kosten, der Zweckmäßigkeit und der Zuverläßigkeit werden IR-emittierende Laser, wie YAG-Laser und Laserdioden, am meisten verbreitet eingesetzt. Daher werden IR-absorbierende Farbstoffe und Pigmente am weitesten verbreitet als die photothermischen Konverter eingesetzt, wenngleich die Ansprache bei kürzeren Wellenlängen, im sichtbaren Bereich, auch möglich ist, wie in der Japanischen Patentveröffentlichung Nr. 51-88016 beschrieben.

Laseransprechbare thermische Medien, welche Farbbilder hervorrufen, sind von besonderem Interesse. Die bekanntesten Vertreter dieser sind die verschiedenen Formen der Bildaufzeichnung durch thermische Übertragung, wobei ein Farbstoff als Reaktion auf die durch die Laserbestrahlung erzeugte Wärme von einem Donor auf einen Rezeptor übertragen wird, einschließlich Farbstoffübertragung durch Diffusion (wie in US-A-5, 126,760 beschrieben), Übertragung von Masse von gefärbten oder pigmentierten Schichten (wie in JP 63-319192 beschrieben) und Ablationsübertragung von Farbstoffen und Pigmenten (wie in US-A-5, 171,650 und WO 90/12342 beschrieben). Andere Arten von thermischen Farbbildaufzeichnungsmedien mittels Laser umfassen diejenigen, welche auf der Erzeugung oder Zerstörung von gefärbten Farbstoffen als Reaktion auf Wärme basieren (US-A-4602263), diejenigen, welche auf der Wanderung von Tonerteilchen in eine thermisch erweichte Schicht basieren (WO 93/04411), und verschiedene Abziehsysteme, in denen die relative Haftung einer gefärbten Schicht an einem Substrat und einer Deckschicht durch Wärme verändert wird (WO 93/03928, WO 88/04237, DE 42 09 873).

Ein Problem, das all diesen Medien anhaftet, ist die Möglichkeit der Verunreinigung des Endbilds durch den Laserabsorber. Beispielsweise kann der Absorber im Fall von thermischen Übertragungsmedien zusammen mit dem Farbstoff übertragen werden. Die Farbe des Bilds wird verändert, es sei denn, der mitübertragene Absorber weist absolut keine Absorptionbanden im sichtbaren Teil des Spektrums auf. Verschiedene Versuche zur Identifizierung von IR-Farbstoffen mit minimaler sichtbarer Absorption wurden unternommen (z.B. EP-A-0157568), aber in der Praxis ragt die IR-Absorptionsbande nahezu immer in den sichtbaren Bereich, was zur Verunreinigung des Bilds führt.

Eine Vielzahl an Verfahren zur Entfernung der Verunreinigung durch den Absorber des Endbilds wurde vorgeschlagen. Beispielsweise beschreibt EP-A-0675003 das Kontaktieren des übertragenen Bilds aus der Bildaufzeichnung durch thermische Übertragung mittels Laser mit einem thermischen Bleichmittel, das in der Lage ist, den Absorber zu bleichen. Dieses Verfahren kompliziert das Bildaufzeichnungsverfahren, und es war nicht möglich, bestimmte Farbstoffe, beispielsweise Cyasorb 165TM (American Cyanamid), das üblicherweise mit YAG- Lasern verwendet wird, zu bleichen. WO 93/04411 und US-A-5219703 offenbaren eine säureerzeugende Verbindung, die den IR-absorbierenden Farbstoff bleicht. Im allgemeinen ist jedoch eine zusätzliche UV-Belichtung erforderlich (gegebenenfalls in Gegenwart eines UV- Absorbers), was wiederum das Bildaufzeichnungsverfahren kompliziert.

Es besteht ein Bedarf an einem verbesserten Verfahren zum Bleichen des IR- absorbierenden Farbstoffs in laserangesprochenen thermischen Medien.

Auf dem Fachgebiet wurden Photoredox-Vorgänge, die Farbstoffe umfassen, offenbart. Ein photoangeregter Farbstoff kann ein Elektron aus einem Coreaktanten aufnehmen, wobei der Farbstoff als ein Photooxidant wirkt. Es gibt eine Vielzahl an Beispielen, in denen diese Art von Verfahren eingesetzt wurde, wenngleich nicht im Zusammenhang mit laseransprechbaren thermischen Bildaufzeichnungsmedien. Insbesondere gibt es eine Vielzahl an Systemen, umfassend einen kationischen Farbstoff in reaktiver Verbindung mit einem Organoboration (siehe US-A-5329300, US-A-5166041, US-A-4447521, US-A-4343891 und J. Chem. Soc., Chem. Commun. 1993, 299). Nach der Übertragung eines Elektrons auf den angeregten Farbstoff fragmentieren die Organoborationen zu Radikalen, welche Polymerisationsreaktionen auslösen können (J. Am. Chem. Soc. 110 (1985) 2326-8) oder die weiterreagieren können und so ein Bild erzeugen können (US-A-4447521 und US-A- 4343891).

Ein weiteres Beispiel der Bildaufzeichnung, das die Photoreduktion eines Farbstoffs beinhaltet, ist in US-A-4816379 offenbart. Dieses beschreibt Medien, umfassend eine photohärtbare Schicht, welche einen UV-Photostarter und photopolymerisierbare Verbindungen enthält, wobei die Schicht zusätzlich einen kationischen Farbstoff definierter Struktur sowie ein mildes Reduktionsmittel umfaßt, das in der Lage ist, den Farbstoff in seinem photoangeregten Zustand zu reduzieren. Die bildweise Belichtung bei einer Wellenlänge, die durch den kationischen Farbstoff absorbiert wird, verursacht seine Photoreduktion und die Erzeugung eines Polymerisationsinhibitors, so daß eine nachfolgende einheitliche UV- Belichtung eine Polymerisation lediglich in den zuvor nichtbelichteten Bereichen ergibt. Bei der herkömmlichen Naßentwicklung bleibt ein Positivbild zurück. Die kationischen Farbstoffe werden als im sichtbaren absorbierend beschrieben, und sind von einer Art, von der nicht bekannt ist, ob sie IR-absorbierend sind. Verschiebungen in der Extinktion der kationischen Farbstoffe (einschließlich Bleichen) werden angegeben. Die bevorzugten Reduktionsmittel sind Salze von N-Nitrosocyclohexylhydroxylamin, andere Möglichkeiten schließen jedoch Ascorbinsäure- und Thioharnstoffderivate ein. Es gibt keine Offenbarung von thermischen Bildaufzeichnungsmedien.

J. Imaging Sci. & Technol 37 (1993) 149-155 beschreibt das photoreduktive Bleichen von Pyryliumfarbstoffen durch Allylthloharnstoffderivate unter den Bedingungen der UV- Flutbelichtung.

EP-A-0515133 und J. Org. Chem. 58 (1993), 2614-8 offenbaren die Photoreduktion von neutralen Xanthenfarbstoffen durch Amine und andere Elektronendonoren, um die Polymerisation zu starten und in photosynthetischen Anwendungen.

Die Fähigkeit von Dihydropyridinderivaten, ein Elektron auf einen photoangeregten Ru(III)-Komplex zu übertragen, ist in J. Amer. Chem. Soc. 103 (1981), 6495-7 offenbart. Die Reaktionen wurden in Lösung durchgeführt und wurden nicht zu Bildaufzeichnungszwecken eingesetzt.

Unter einem ersten Gesichtspunkt der Erfindung wird ein laseransprechbares thermisches Bildaufzeichnungmedium bereitgestellt, umfassend einen photothermischen Konversionsfarbstoff in Verbindung mit einem wärmeempfindlichen Bildaufzeichnungssystem und einem Photoreduktionsmittel, wobei das Photoreduktionsmittel den Farbstoff während der Laseransprache des Mediums bleicht.

"Laseransprechbare thermische Bildaufzeichnungsmedien" beziehen sich auf Bildaufzeichnungmedien, in denen sich als Reaktion auf die Wärme ein Bild ergibt, wobei die Wärme durch Absorption von kohärenter Strahlung (wie sie von Lasern, einschließlich Laserdioden emittiert wird) erzeugt wird. Das erzeugte Bild ist vorzugsweise ein Farbbild, und in bevorzugten Ausführungsformen ist das thermische Bildaufzeichnungmedium ein Farbstoffdonormedium.

Um in der Lage zu sein auf diese Art zu wirken, müssen die Medien einen "photothermischen Konverter" umfassen, d.h. eine Substanz, die einfallende Strahlung absorbiert mit einhergehender Erzeugung von Wärme. Wenn ein Farbstoff Strahlung absorbiert, wird ein Teil seiner Moleküle in einen elektronisch angeregten Zustand überführt, und die Basis der photothermischen Konversion besteht in der Ableitung dieser elektronischen Anregung als Schwingungsenergie in die umgebenden Moleküle, wobei die Farbstoffmoleküle in den Grundzustand zurückkehren. Der Mechanismus dieser Ableitung ist nicht klar, es wird aber allgemein angenommen, daß die Lebensdauer des angeregten Zustands des Farbstoffs sehr kurz ist (z.B. in der Größenordnung von Picosekunden, wie von Schuster et al., J. Am. Chem. Soc. 112 (1990), 6329 beschrieben). Somit könnte ein Farbstoffmolekül bei Abwesenheit konkurrierender Vorgänge viele Anregungs-Abregungszyklen durchlaufen, sogar während der kürzesten Laserpulse (in der Größenordnung von Nanosekunden), die üblicherweise bei thermischer Bildaufzeichnung mittels Laser auftreten.

Mögliche konkurrierende Vorgänge umfassen Photoredoxvorgänge, bei denen die photoangeregten Farbstoffmoleküle ein Elektron abgeben an oder aufnehmen von einem Reagens in seinem Grundzustand. Dies kann ferner chemische Umwandlungen auslösen, welche die Fähigkeit des Farbstoffs weitere Anreguns-Abregungszyklen zu, durchlaufen zerstören. Für die vorliegende Erfindung sind Photoreduktionsvorgänge von besonderer Relevanz, von welchen angenommen wird, daß ein geeignetes Reduktionsmittel ein Elektron abgibt, um die in den niedrigeren Energieorbitalen des Farbstoffs verursachte Vakanz auszufüllen, wenn ein Elektron durch Photoanregung in ein höheres Energieorbital angehoben wird. Von dem Vorgang wird angenommen, daß es im Fall kationischer Farbstoffe (die in Verbindung mit dem Chromophor eine positive Ladung tragen) am leichtsten auftritt, es wurde aber auch im Fall neutraler Farbstoffe, wie Xanthene (siehe US-A 481.6379, EP-A- 0515133) beobachtet, jedoch nicht im Zusammenhang mit thermischen Bildaufzeichnungsmedien. Im vorliegenden Zusammenhang stellt der Vorgang ein zweckmäßiges und wirksames Verfahren zum Bleichen eines laserabsorbierenden Farbstoffs bereit, überraschenderweise ohne die Fähigkeit des Farbstoffs als photothermischer Konverter zu wirken bemerkenswert zu beeinträchtigen.

Stand der Technik ist, daß das Problem des Bleichens eines laserabsorbierenden Farbstoffs aufgegriffen wird, indem man den Farbstoff nachfolgend auf seine Erfüllung seiner Rolle der photothermischen Konversion mit einem Bleichmittel reagieren läßt, in der vorliegenden Erfindung tritt jedoch Bleichen auf, wenn sich der Farbstoff in seinem angeregten Zustand befindet, d.h. wenn er sich im Verlauf der Erfüllung seiner Rolle der photothermischen Konversion befindet. Hiervon könnte erwartet worden sein, daß es die photothermische Konversionswirkung ernsthaft verschlechtert, in der Praxis gibt es aber wenig oder keine Empfindlichkeitsverringerung. Was offensichtlich erhalten wird, ist eine stärker kontrollierte Wärmeerzeugung, mit geringerer Neigung zu "ausreißenden" Temperaturanstiegen, welche zu unterschiedsloser Verdampfung der Medien führen können. Wenn mildere Bildaufzeichnungsverfahren, wie Schmelzklebübertragung, gefordert werden, bei denen es wünschenswert ist, die Unversehrtheit der Medien zu bewahren, ist diese Wirkung hochgradig nützlich.

Im Zusammenhang mit dieser Erfindung bedeutet "Bleichen" eine wirksame Abschwächung von Absorptionbanden, die zu sichtbarer Färbung durch den photothermischen Konversionsfarbstoff Anlaß geben. Bleichen kann durch Zerstörung der vorstehend erwähnten Absorptionbanden erreicht werden, oder durch Verschieben selbiger auf Wellenlängen, die keinen Anlaß zu sichtbarer Färbung geben.

In Abhängigkeit von der Wahl des Photoreduktionsmittels umfassen die zur Verwendung in der Erfindung geeigneten Farbstoffe kationische Farbstoffe, wie Polymethinfarbstoffe, Pyryliumfarbstoffe, Cyaninfarbstoffe, Diamin-Dikationenfarbstoffe, Phenaziniumfarbstoffe, Phenoxaziniumfarbstoffe, Phenothlaziniumfarbstoffe, Acridiniumfarbstoffe und auch neutrale Farbstoffe, wie die in EP-A-0515133 offenbarten Xanthenfarbstoffe sowie Squaryliumfarbstoffe. Bevorzugte Farbstoffe besitzen Absorptionsmaxima, welche der Abgabe der Laserquellen, die für thermische Bildaufzeichnung am häufigsten eingesetzt werden, wie Laserdioden und YAG-Laser, entsprechen. Die Absorption im Bereich von 600-1500 nm wird bevorzugt, und im Bereich von 700-1200 nm am stärksten bevorzugt.

Bevorzugte Klassen kationischer Farbstoffe für die Verwendung in der Erfindung umfassen die Tetraarylpolymethin- (TAPM)-Farbstoffe. Diese absorbieren im allgemeinen im Bereich von 700-900 nm, was sie für Diodenlaseransprache geeignet macht, und in der Literatur gibt es zahlreiche Verweise auf deren Verwendung als Absorber bei der Laseransprache von thermischen Übertragungsmedien, z.B. JP-63-319191, JP-63-319192 und US- A-4950639. Wenn diese Farbstoffe zusammen mit dem Farbstoff übertragen werden, wird dem übertragenen Bild ein blauer Farbton verliehen, weil die TAPM-Farbstoffe im allgemeinen Absorptionspeaks besitzen, die sich in den Rotbereich des Spektrums erstrecken. Die Europäische Patentanmeldung Nr. EP-A-675003 beschreibt thermisches Bleichen von TAPM-Farbstoffen in den thermischen Übertragungsmedien über die Bereitstellung der thermischen Bleichmittel in der Rezeptorschicht. (EP-A 0 675 003 ist Stand der Technik gemäß Artikel 54 (3)(4) EPÜ). Es wurde nun gefunden, daß TAPM-Farbstoffe durch ein photoreduktives Verfahren sauber bleichen können, wie in der vorliegenden Erfindung beschrieben.

Die allgemeine Formel für TAPM-Farbstoffe wird in US-A-5135842 offenbart. Bevorzugte Beispiele besitzen einen Kern der allgemeinen Formel I:

in der:

Ar¹ - Ar&sup4; Arylreste sind, die gleich oder verschieden sein können, dergestalt, daß wenigstens zwei der Reste Ar¹ - Ar&sup4; in der 4-Position eine tertiäre Aminogruppe besitzen, und X ein Anion ist.

Beispiele für tertiäre Aminogruppen umfassen Dialkylaminogruppen, Diarylaminogruppen und cyclische Substituenten, wie Pyrrolidino-, Morpholino- und Piperidinosubstituenten. Die tertiäre Aminogruppe kann Teil eines kondensierten Ringsystems sein, z.B. können ein oder mehrere der Reste Ar¹ - A&sup4; für eine Julolidingruppe stehen.

Das Anion X ist vorzugsweise von einer starken Säure abgeleitet (z.B. sollte HX einen pKa-Wert von weniger als 3, vorzugsweise weniger als 1 besitzen). Geeignete Vertreter für X umfassen ClO&sub4;, BF4, CF&sub3;SO&sub3;, PF&sub6;, AsF&sub6; und SbF&sub6;.

In einem bevorzugten Farbstoff der Formel I ist Ar¹ = Ar³ = 4-Dimethylaminophenyl und Ar² = Ar&sup4; = Phenyl und X = CF&sub3;SO&sub3;.

Eine weitere bevorzugte Klasse kationischer Farbstoffe sind Farbstoffe mit einem aminischen Kationenrest, auch als Immonium-Farbstoffe bekannt, die beispielsweise in WO 90/12342 und JP51-88016 beschrieben sind. Diese umfassen Diamin-Dikation-Farbstoffe, die durch das im Handel erhältliche Cyasorb IR165 (American Cyanamid) veranschaulicht werden, welche einen Kern der allgemeinen Formel II aufweisen:

in der: Ar¹ - Ar&sup4; und X wie vorstehend definiert sind. Obwohl diese Farbstoffe Absorptionspeaks bei relativ langen Wellenlängen zeigen (ca. 1050 nm, geeignet für YAG-Laseransprache), ist die Absorptionsbande breit und ragt in den Rotbereich hinein. EP-A-0675003 lehrt, daß teilweises Bleichen von Diamin-Dikation-Farbstoffen über ein thermisches Verfahren möglich ist, aber es wurde nun gefunden, daß durch ein photoreduktives Verfahren vollständiges Bleichen erreicht werden kann.

Das in der Erfindung eingesetzte Reduktionsmittel kann eine beliebige Verbindung oder ein beliebiger Rest sein, die/der in der Lage ist, mit dem photothermischem Konversionsfarbstoff zu wechselwirken und selbigen unter den Bedingungen der Photoanregung und hoher Temperatur, verbunden mit Laseransprache von thermischen Bildaufzeichnungmedien, zu bleichen, darf aber unter normalen Lagerungsbedingungen nicht mit dem Farbstoff in seinem Grundzustand reagieren. Das Reduktionsmittel wirkt als ein Photoreduktionsmittel gegenüber dem Farbstoff, d.h. es überträgt ein Elektron lediglich auf die photoangeregte Form des Farbstoffs, so daß die Zusammensetzung bei Abwesenheit von Photoanregung stabil ist. Die Wahl des Reduktionsmittels kann von der Wahl des laserabsorbierenden Farbstoffs abhängen. In Frage kommende Kombinationen von Farbstoff und Reduktionsmittel können auf ihre Eignung hin vorausgewählt werden, indem Gemische aus Farbstoff und Reduktionsmittel (gegebenenfalls in einem beiderseits verträglichen Bindemittel) auf ein transparentes Substrat aufgetragen werden und danach die Wirkung auf das Absorptionsspektrum des Farbstoffs auf (a) die Lagerung der Beschichtung im Dunklen bei mäßig erhöhten Temperaturen für einige Tage, und (b) Belichtung der Beschichtung beim Absorptionsmaximum des Farbstoffs mittels einer Laserquelle kontrolliert wird. Bei einer geeigneten Kombination sollten die Bedingungen (a) eine minimale Auswirkung haben und die Bedingungen (b) sollten den Farbstoff bleichen.

Zur Verwendung in der Erfindung geeignete Reduktionsmittel sind im allgemeinen gute Elektronendonoren, d.h. sie haben ein niedriges Oxidationspotential (Eox), typischerweise weniger als 1,0 V, und vorzugsweise nicht weniger als 0,40 V. In Abhängigkeit von der Wahl des photothermischen Konversionsfarbstoffs können sie neutrale Moleküle oder anionische Reste sein. Beispiele für anionische Reste umfassen die Salze des in US-A-4816379 offenbarten N-Nitrosocyclohexylhydroxylamins, N-Phenylglycin-Salze und Organoborat- Salze, umfassend ein Anion der Formel III:

in der:

R¹ - R&sup4; unabhängig voneinander Alkyl-, Aryl-, Alkaryl-, Aralkyl-, Alkenyl-, Alkinyl-, Silyl-, alicyclische oder gesättigte oder ungesättigte heterocyclische Reste bedeuten, einschließlich substituierte Derivate dieser Reste, mit der Maßgabe, daß wenigstens einer der Reste R¹ - R&sup4; ein Alkylrest mit bis zu 8 Kohlenstoffatomen ist.

US-A-5166041 beschreibt das Photobleichen einer Vielzahl von IR-absorbierenden kationischen Farbstoffen durch derartige Species, allerdings nicht im Zusammenhang mit laserangesprochener thermischer Bildaufzeichnung. Ebenso wird in US-A-4,447,521, US-A- 4,343,891 Photobleichen von im sichtbaren absorbierenden Cyaninfarbstoffen durch Alkylborationen beschrieben. Anionische Reduktionsmittel können als das Gegenion für den kationischen Farbstoff formuliert werden.

Zur Verwendung in der Erfindung geeignete neutrale Reduktionsmittel besitzen im allgemeinen (aber nicht notwendigerweise) ein oder mehrere labile Wasserstoffatome oder Acylgruppen, die nachfolgend auf die Elektronenübertragung auf den Farbstoff überführt werden können, wodurch irreversibles Bleichen des Farbstoffs bewirkt wird. Beispiele für neutrale Reduktionsmittel umfassen die in US-A-4816379 erwähnten Thioharnstoffderivate, Ascorbinsäure, Benzhydrole, Phenole, Amine und Leukofarbstoffe (einschließlich acylierte Derivate davon). Es ist äußerst wünschenswert, daß die Photooxidationsprodukte des Reduktionsmittels ihrerseits nicht sichtbar farbig sein sollten. Überraschenderweise wurde in bestimmten Fällen gefunden, daß es möglich ist, Leukofarbstoffe als Reduktionsmittel einzusetzen ohne unerwünschte Färbung zu erzeugen.

Eine bevorzugte Klasse von Reduktionsmittel umfaßt die 1,4-Dihydropyridin-Derivate mit einem Kern der allgemeinen Formel IV:

in der:

R&sup5; ausgewählt ist aus H, Alkyl-, Aryl-, alicyclischen oder heterocyclischen Resten;

R&sup6; ein Arylrest ist;

jeder der Reste R&sup7; und R&sup8; unabhängig ausgewählt ist aus Alkyl-, Aryl-, alicyclischen und heterocyclischen Resten, und

Z eine kovalente Bindung oder ein Sauerstoffatom bedeutet.

"Alkyl" bedeutet Alkylreste mit bis zu 20, vorzugsweise bis zu 10, und am stärksten bevorzugt Niederalkyl, was bis zu 5 Kohlenstoffatome bedeutet.

"Aryl" bedeutet aromatische Ringe oder kondensierte Ringsysteme mit bis zu 14, vorzugsweise bis zu 10, am stärksten bevorzugt bis zu 6 Kohlenstoffatomen.

"Alicyclisch" bedeutet nichtaromatische Ringe oder kondensierte Ringsysteme mit bis zu 14, vorzugsweise bis zu 10, am stärksten bevorzugt bis zu 6 Kohlenstoffatomen.

"Heterocyclisch" bedeutet aromatische oder nichtaromatische Ringe oder kondensierte Ringsysteme mit bis zu 14, vorzugsweise bis zu 10, am stärksten bevorzugt bis zu 6 Atomen, ausgewählt aus C, N, O und S. Wie in diesem Technischen Gebiet ebenso klar ist, wird ein hohes Ausmaß an Substitution nicht nur toleriert, sondern ist häufig empfehlenswert. Als Mittel zur Vereinfachung der Diskussion werden die Begriffe "Kern", "Reste" und "Einheit" verwendet, um zwischen chemischen Species, bei denen Substitution zugelassen wird oder die substituiert sein können, und denjenigen, bei denen dies nicht zugelassen wird oder die nicht so substituiert sein dürfen, zu unterscheiden. Beispielsweise soll die Bezeichnung "Alkylrest" nicht nur reine Kohlenwasserstoff Alkylketten, wie Methyl, Ethyl, Octyl, Cyclohexyl, iso- Octyl, t-Butyl und dergleichen einschließen, sondern auch Alkylketten, die herkömmliche, auf dem Fachgebiet bekannte Substitutenten, wie Hydroxyl, Alkoxy, Phenyl, Halogen (F, Cl, Br und I), Cyano, Nitro, Amino usw. tragen. Die Bezeichnung "Kern" wird ebenso angesehen, daß Substitution zugelassen ist. Andererseits ist die Bezeichnung "Alkyleinheit" auf den Einschluß von lediglich reinen Kohlenwasserstoffalkylketten, wie Methyl, Ethyl, Propyl, Cyclohexyl, iso-Octyl, t-Butyl usw., begrenzt.

Von Verbindungen der Formel IV wurde gefunden, daß sie kationische Farbstoffe (insbesondere diejenigen der Formeln I und II) rasch und sauber bleichen, wenn letztere photoangeregt werden, sie sind aber im Dunklen bei Zimmertemperatur gegenüber den Farbstoffen stabil. Außerdem können sie leicht synthesiert werden, sind stabile Verbindungen und geben keinen Anlaß für gefärbte Abbauprodukte, und sind so gut geeignet für die Verwendung in Medien, die Farbbilder erzeugen.

Daher wird unter einem weiteren Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung ein Verfahren zum Bleichen eines kationischen Farbstoffs bereitgestellt, indem ein kationischer Farbstoff in Gegenwart einer Verbindung mit einem Kern der allgemeinen Formel IV in einen elektronisch angeregten Zustand photobestrahlt wird.

In der Formel IV ist Z vorzugsweise ein Sauerstoffatom, ist R&sup5; vorzugsweise H oder Phenyl (gegebenenfalls substituiert), ist R&sup6; vorzugsweise Phenyl (gegebenenfalls substituiert), ist R² vorzugsweise Niederalkyl (insb. Methyl) und ist R&sup8; vorzugsweise Niederalkyl (z.B. Ethyl).

Verbindungen der Formel IV können durch Cokondensation eines Aldehyds, eines Amins und von zwei Äquivalenten eines β-Ketoesters in Anlehnung der bekannten Hantsch- Pyridinsynthese synthesiert werden:

Die Verbindung der Formel IV oder ein anderes Reduktionsmittel wird typischerweise in die gleiche Schicht oder Schichten wie der Farbstoff eingebracht, kann aber zusätzlich oder alternativ in einer oder mehreren getrennten Schichten vorhanden sein, mit der Maßgabe, daß die reaktive Assoziation des Farbstoffs und des Reduktionsmittels während der Photobestrahlung möglich ist. Die Absorption der Laserpulse kann extrem rasche Anstiege der Temperatur und des Drucks verursachen, was es den Inhaltsstoffen aus zwei oder mehreren benachbarten Schichten leicht ermöglicht, sich zu vermischen und zu wechselwirken.

Vorzugsweise ist wenigstens ein Mol Reduktionsmittel je Mol Farbstoff vorhanden, aber stärker bevorzugt wird ein Überschuß eingesetzt, z.B. im Bereich des 5 - 50-fachen. Im Fall von Verbindungen der Formel IV kann ein Metallsalzstabilisator eingebracht werden, z.B. ein Magnesiumsalz, da von diesem gefunden wurde, daß es die thermische Stabilität des Systems verbessert ohne die Photoaktivität zu beeinträchtigen. Bezogen auf die Verbindung der Formel IV sind Mengen von etwa 10 Mol-% wirksam.

Die laseransprechbaren thermischen Bildaufzeichnungsmedien können beliebige Bildaufzeichnungsmedien umfassen, in denen zur Bilderzeugung photothermische Konversion angewandt wird, aber die Erfindung findet besondere Verwendung bei Medien, die ein Farbbild erzeugen, das durch die Anwesenheit von ungebleichtem photothermischem Konversionsfarbstoff abgeändert werden kann. Derartige Medien können etliche Formen annehmen, wie Farbstoffübertragungssysteme, Abziehsysteme, klebrigmachende Photosysteme und Systeme, die auf unimolekulare thermische Fragmentationen spezifischer Verbindungen basieren.

Bevorzugte laseransprechbare thermische Bildaufzeichnungsmedien umfassen die verschiedenen Arten der Lasermedien mittels thermischer Übertragung. In diesen Systemen wird eine Donorfolie, umfassend eine Farbstoffschicht und ein geeigneter Absorber in Kontakt mit einem Rezeptor angeordnet und die Anordnung einem Strahlungsmuster aus einer abgetasteten Laserquelle ausgesetzt. Die Strahlung wird durch den Absorber absorbiert, was einen raschen Aufbau von Wärme in den belichteten Bereichen des Donor verursacht, was wiederum die Übertragung von Farbstoff aus diesen Bereichen zum Rezeptor verursacht. Durch Wiederholen des Verfahrens mit einem oder mehreren verschiedenfarbigen Donoren kann auf einem herkömmlichen Rezeptor ein Mehrfarbbild zusammengesetzt werden. Das System ist für die Farbnachweisindustrie, bei der die Farbauszugsinformation routinemäßig erzeugt und elektronisch gespeichert wird, besonders geeignet, und die Fähigkeit, derartige Daten über digitales Ansprechen von "Trocken-"medien in einen Ausdruck umzuwandeln, ist besonders vorteilhaft.

Die erzeugte Wärme kann Farbstoffübertragung durch eine Vielzahl an Mechanismen veranlassen. Beispielsweise kann als ein Ergebnis der Zersetzung von Bindemitteln oder anderen Inhaltsstoffen zu gasförmigen Produkten ein rascher Druckaufbau auftreten, was physikalischen Antrieb des Farbstoffmaterials zum Rezeptor hin ("Ablationsübertragung") verursacht, wie in US-A-5171650 und WO 90/12342 beschrieben. In einer anderen Ausführungsform können der Farbstoff und die verbundenen Bindemittelmaterialien in einem geschmolzenen Zustand ("Schmelzklebübertragung") übertragen werden, wie in JP 63 319191 beschrieben. Beide Mechanismen erzeugen eine Übertragung von Masse, d.h. es gibt in Abhängigkeit davon, ob die angewandte Energie einen bestimmten Schwellenwert übersteigt, im wesentlichen 0% oder 100% Übertragung von Farbstoff. Ein etwas verschiedener Mechanismus ist die Diffusions- oder Sublimationsübertragung, bei welcher der Farbstoff ohne Mitübertragung von Bindemittel zum Rezeptor diffundiert (oder sublimiert) wird. Dies wird beispielsweise in US-A-5126760 beschrieben und ermöglicht es, die Menge an übertragenem Farbstoff kontinuierlich mit der Eingangsenergie zu variieren.

Eine beliebige der auf dem Fachgebiet der thermischen Bildaufzeichnung mittels Laserübertragung bekannten Donorelementkonstruktionen kann bei der vorliegenden Erfindung eingesetzt werden. Demgemäß kann der Donor für Sublimationsübertragung, Ablationsübertragung oder Schmelzklebübertragung angepaßt werden. Typischerweise umfaßt das Donorelement ein Substrat (wie eine Polyesterfolie), eine Farbstoffschicht, einen Farbstoff (vorzugsweise kationisch) als photothermischen Konverter und ein Reduktionsmittel. Der Farbstoff und das Reduktionsmittel können sich in der gleichen Schicht wie der Farbstoff, in einer oder mehreren getrennten Schichten oder in beiden befinden. Weitere Schichten, wie in US-A-5171650 gelehrte, dynamische Trennschichten können vorhanden sein. In einer anderen Ausführungsform kann der Donor, wie in EP-A-0491564 gelehrt, selbstunterhaltend sein. Der Farbstoff umfaßt im allgemeinen einen oder mehrere Farbstoffe oder Pigmente der gewünschten Farbe, die in einem Bindemittel gelöst oder dispergiert sind, wenngleich wie in WO-A 94/043 685 (= EP-A 0 655 033) gelehrt, auch bindemittelfreie Farbstoffschichten möglich sind. Der Farbstoff umfaßt vorzugsweise Farbstoffe oder Pigmente, welche die Farben reproduzieren, die durch die als SWOP-Farbreferenzen bekannten Standarddrucktintenreferenzen gezeigt werden, die von der International Prepress Proofing Association bereitgestellt werden.

Besonders bevorzugte Donorelemente sind von der in EP-A-0602893 beschriebenen Art, in welcher die Farbstoffschicht zusätzlich zum Pigment und Bindemittel eine Fluorkohlenstoffverbindung umfaßt. Die in der vorliegenden Erfindung eingesetzten Rezeptorelemente sind allesamt herkömmlich. Demgemäß umfassen sie typischerweise ein Substrat, wie Papier oder Kunststoffolie, das/die gegebenenfalls eine oder mehrere Harzbeschichtungen tragen. Die Wahl des Harzes für die Rezeptorschicht (z.B. hinsichtlich des Tg- Werts, des Erweichungspunkts usw.) kann von der Art der betreffenden Übertragung (Ablation, Schmelzkleb oder Sublimation) abhängen, aber zur Verwendung mit den bevorzugten Donorelementen sind ButvarTM B76 Polyvinylbutyral (Monsanto), Polyvinylharze und ähnliche thermoplastische Materialien äußerst geeignet.

Die Vorgehensweise zur bildweisen Übertragung von Farbstoff vom Donor zum Rezeptor ist insgesamt herkömmlich. Die beiden Elemente werden in engem Kontakt von Fläche zu Fläche angeordnet, z.B. mittels Herunterdrücken mittels Vakuum, oder in einer anderen Ausführungsform mittels einer in US-A-5475418 beschriebenen Apparatur mit zylindrischen Linsen, und durch einen geeigneten Laser abgetastet. Auf der Anordnung kann mittels eines beliebigen der in Abhängigkeit vom verwendeten Absorber üblicherweise eingesetzten Laser ein Bild aufgezeichnet werden, die Ansprache duch Laser, aber die im nahen Infrarot und im Infrarot emittieren, wie Diodenlaser und YAG-Laser, wird bevorzugt. Die besten Ergebnisse werden bei einer Laserbelichtung mit relativ hoher Intensität, z.B. mit wenigstens 10²³ Photonen/cm²/Sek., erhalten. Dies entspricht bei einer Laserdiode, die bei 830 nm emittiert, ungefähr einer Abgabe von 0,1 W, die bei einer Verweildauer von ungefähr 1 Mikrosekunde auf einen Punkt von 20 um fokussiert sind. Im Fall der Belichtung mit einem YAG-Laser bei 1064 nm wird ein Fluß von wenigstens 3·10²&sup4; Photonen/cm²/Sek. bevorzugt, was grob einer Abgabe von 2 W entspricht, die bei einer Verweildauer von ungefähr 0,1 Mikrosekunde auf einen Punkt von 20 um fokussiert sind.

Eine beliebige der bekannten Abtastvorrichtungen kann eingesetzt werden, z.B. Flachbettscanner, Außentrommelscanner oder Innentrommelscanner. In diesen Vorrichtungen ist die abzubildende Anordnung an der Trommel oder am Bett befestigt, z.B. durch eine Vakuumhaltevorrichtung, und der Laserstrahl wird auf einen Punkt (z.B. von etwa 10-25 um, vorzugsweise etwa 20 um Durchmesser) auf der IR-absorbierenden Schicht des Donors fokusiert. Dieser Punkt tastet die gesamte Fläche, die abgebildet werden soll, ab, während die Leistung am Laserausgang gemäß der elektronisch gespeicherten Bildinformation moduliert wird. Zwei oder mehrere Laser können unterschiedliche Bereiche der Donor-Rezeptor- Anordnung gleichzeitig abtasten, und, sofern erforderlich, kann die Leistung an den Ausgängen der beiden oder mehreren Laser optisch zu einem einzigen Punkt höherer Intensität kombiniert werden. Die Laseransteuerung erfolgt üblicherweise von der Donorseite her, sie kann in einer anderen Ausführungsform aber auch von der Rezeptorseite her erfolgen, wenn der Rezeptor für die Laserstrahlung durchlässig ist. Abziehen des Donors vom Rezeptor enthüllt ein einfarbiges Bild auf dem Rezeptor. Das Verfahren kann unter Verwendung von Donorblättern unterschiedlicher Farben einmal oder mehrmals wiederholt werden, so, daß ein Mehrfarbbild auf einem herkömmlichen Rezeptor aufgebaut wird. Aufgrund der Wechselwirkung des photothermischen Konversionsfarbstoffs und des Reduktionsmittels während der Laseransprache kann das Endbild frei von Verunreinigung durch den photothermischen Konverter sein. In einigen Situationen ist der Rezeptor, auf welchen das Farbstoffbild anfänglich übertragen wird, nicht das Endsubstrat, auf welchem das Bild gezeigt wird. Beispielsweise beschreibt US-A-5126760 thermische Übertragung des Bilds vom ersten Rezeptor auf einen zweiten Rezeptor zu Ansichtszwecken.

Eine alternative Art für laseransprechbare thermische Bildaufzeichnungsmedien, die zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung geeignet ist, besteht in einer Anpassung der Bildaufzeichnung durch Migration, die in WO 93/04411 beschrieben ist. Wie dort im einzelnen aufgeführt ist, umfaßt dieses die Abscheidung von Teilchen zur Markierung als eine im wesentlichen durchgängige Schicht auf einem thermoplastischen Bildaufzeichnungselement und Aufbau einer Anziehung zwischen den beiden (z.B. durch elektrostatisches Aufladen). Die Teilchen, das thermoplastische Bildaufzeichnungselement oder beide enthalten einen IR- absorbierenden Farbstoff, so, daß wenn die Anordnung mit einem Laser bildweise belichtet wird, Aufweichen des thermoplastischen Element auftritt, was es den Teilchen zur Markierung ermöglicht, unter der Anziehungskraft hineinzuwandern und beim nachfolgenden Abkühlen eingebettet zu werden. Teilchen werden aus den Nicht-Bildbereichen durch wischen oder andere geeignete Maßnahmen entfernt. Eine säureerzeugende Verbindung, wie ein Iodonium-Salz, wird in die Teilchen, das thermoplastische Element oder beide eingebracht, um Bleichen des IR-Farbstoffs entweder während der Laseransprache oder (wirksamer) durch einheitliche UV-Belichtung als einem zusätzlichen Schritt zu ermöglichen. Diese Art von Medien kann durch Verwendung eines Farbstoffs in den Teilchen zur Markierung als Laserabsorber an die vorliegende Erfindung angepaßt werden, wobei ein Reduktionsmittel in den Teilchen und/oder dem thermoplastischen Element vorhanden ist. Anschließend ist wirksames Bleichen des Laserabsorbers ohne die Notwendigkeit weiterer UV-Belichtung möglich. Andere Arten der thermischen Farbbildaufzeichnungsmedien durch Laser innerhalb des Umfangs der vorliegenden Erfindung umfassen diejenigen, die auf der Erzeugung oder Zerstörung gefärbter Farbstoffe als Reaktion auf Wärme (wie in US 4602263 beschrieben) basieren, sowie zahlreiche Abziehsysteme, bei denen die relative Haftung einer farbigen Schicht an einem Substrat und an einer Deckschicht durch Wärme verändert wird (wie in WO 93/03928, WO 88/04237, DE 42 09 873 beschrieben).

Die Erfindung wird nachstehend ausführlicher beschrieben, indem lediglich auf die folgenden Beispiele Bezug genommen wird.

In den Beispielen werden die folgenden Materialien eingesetzt:

Farbstoff 1

(Von American Cyanamid unter dem Handelsnamen "Cyasorb IR165" geliefert).

Farbstoff 4
Donor 1(a) - 1(d):
Donor 2
Donor 3 - (EP-A-0681210)

ButvarTM B-76 - Polyvinylbutyral (Monsanto).

VAGH und VYNS - Harze aus Vinylcopolymeren, geliefert von Union Carbide

MEK - Methylethylketon (2-Butanon)

FC - N-Methylperfluoroctansulfonamid

Beispiel 1

Dieses Beispiel veranschaulicht das photoreduktive Bleichen der Farbstoffe 1 und 2 durch die Donoren 1(a) und 2.

Die folgenden Formulierungen wurden mit einer Naßdicke von 12 um auf eine ungrundierte 100 um starke Polyesterbasis aufgetragen und luftgetrocknet, wodurch die Elemente 1 - 4 bereitgestellt wurden:

(c) = Kontrolle (nicht erfindungsgemäß)

Die Elemente 1 und 2 waren von blaßblauem/pinkem Erscheinungsbild und die Elemente 3 und 4 waren blaßgrau. Proben mit den Abmessungen 5 cm · 5 cm wurden an einem Trommelscanner angebracht und mit einem 20 um Laserpunkt mit verschiedenen Geschwindigkeiten abgetastet. Die Quelle war entweder eine Laserdiode, die bei 830 nm 115 mW auf der Bildebene lieferte (Elemente 1 und 2), oder ein YAG-Laser, der bei 1068 nm 2 W (Elemente 3 und 4) lieferte. Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle aufgeführt, wobei OD für optische Dichte steht:

Im Fall der Elemente 1-3 wurden in den belichteten Bereichen farblose Spuren erzeugt, wobei der Bleichgrad mit der Abtastgeschwindigkeit korrelierte, wohingegen Element 4 (eine Kontrolle ohne eine Donorverbindung) vernachlässigbares Bleichen zeigte.

Es ist erwähnenswert, daß Donor 2, der als ein aroylgeschützer Leukofarbstoff angesehen werden kann, keine Veranlassung für irgendeine Färbung, die dem entsprechenden Farbstoff zuzuordnen ist, gab.

Die Herstellung und Bildaufzeichnung von Element 1 wurde wiederholt, wobei Donor 1(a) durch die Donoren 1(b) - 1(d) ersetzt wurde, wobei sich ähnliche Ergebnisse ergaben.

Beispiel 2

Dieses Beispiel veranschaulicht das photoreduktive Bleichen der Farbstoffe 3 und 4 durch den Donor 3, der als acylgeschützter Leukophenoxazin-Farbstoff angesehen werden kann. Die Elemente 5 und 6 wurden auf die gleiche Weise wie die Elemente 1 - 4 aus den folgenden Formulierungen hergestellt:

Die Bestrahlung mit einer Laserdiode bei einer Abtastgeschwindigkeit von 200 cm/Sek. (wie in Beispiel 1 beschrieben) rief die folgenden Änderungen der optischen Dichte hervor:

Demgemäß wurde wirksames Bleichen des IR-Farbstoff beobachtet, ohne bemerkenswerten Aufbau von Farbstoffdichte, die dem Phenoxazin-Farbstoff entsprechend Donor 3 zuzuschreiben ist.

Beispiel 3

Dieses Beispiel veranschaulicht erfindungsgemäße thermische Übertragungsmedien.

Ein Mahlgut wurde hergestellt, indem unter Verwendung einer McCrone Mikronising Mill 4 g Magentapigmentflocken in 32 g MEK dispergiert wurden. Die Pigmentflocken wurden durch Standardverfahren hergestellt und umfaßten Magentapigment mit blauer Farbschattierung und VAGH-Bindemittel in einem Gewichtsverhältnis von 3:2.

Die folgenden Formulierungen wurden hergestellt und wie in Beispiel 1 beschichtet, wodurch sich die Elemente 7 - 10 ergaben:

(c) = Kontrolle ohne Donoren (nicht erfindungsgemäß).

(Das FC wurde zugegeben, nachdem die anderen Inhaltsstoffe 30 Minuten unter schwachen Lichtbedingungen gemischt worden waren).

Proben der entstandenen Beschichtungen wurden in Kontakt mit einem mit VYNS beschichteten Papierrezeptor angeordnet und auf einem Außentrommelscanner mit Vakuumniederhaltung angebracht, anschließend mit einer Laserdiode (830 nm, 110 mW, Punkt mit 20 um), die mit 100 oder 200 cm/Sek. abtastete, angesprochen. Die Rezeptorfolien zeigten nach dem Abziehen von den Donoren Linien von Magentapigment, das mit schwankenden Gehalten durch den Farbstoff 1 oder den Farbstoff 2 verunreinigt war. Das Ausmaß der Verunreinigung wurde durch Messung der Reflektionsdichte der übertragenen Spuren bei 830 nm oder 1050 nm entsprechend beurteilt:

Die erfindungsgemäßen Elemente zeigen stark verminderte Verunreinigung durch den IR-Farbstoff, und reinere Magentabilder wurden erhalten.


Anspruch[de]

1. Laseransprechbares thermisches Bildaufzeichnungselement, umfassend einen bleichbaren photothermischen Konversionsfarbstoff in Kombination mit einem wärmeempfindlichen Bildaufzeichnungsmedium und ein Photoreduktionsmittel für den Farbstoff, wobei das Photoreduktionsmittel den Farbstoff ausbleicht, wenn das Element von einem Laser angesprochen wird.

2. Thermisches Bildaufzeichnungselement gemäß Anspruch 1, wobei der Farbstoff ein Absorptionsmaximum im Bereich von 600 bis 1500 nm aufweist.

3. Thermisches Bildaufzeichnungselement gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei der Farbstoff ein kationischer Farbstoff oder ein neutraler Farbstoff ist.

4. Thermisches Bildaufzeichnungselement gemäß Anspruch 3, wobei der Farbstoff ausgewählt ist aus Polymethinfarbstoffen, Pyryliumfarbstoffen, Cyaninfarbstoffen, Diamindikationfarbstoffen, Phenazinfarbstoffen, Phenoxazinfarbstoffen, Acridinfarbstoffen, Xanthenfarbstoffen und Quadratsäurefarbstoffen.

5. Thermisches Bildaufzeichnungselement gemäß Anspruch 4, wobei der Farbstoff die Formel:

oder

aufweist, wobei Ar¹ bis Ar&sup4; unabhängig voneinander Arylreste darstellen, so daß mindestens zwei aus Ar¹ bis Ar&sup4; eine tertiäre Aminogruppe in Position 4 besitzen und wobei X ein Anion ist.

6. Thermisches Bildaufzeichnungselement gemäß Anspruch 5, wobei die tertiäre Aminogruppe aus Dialkylaminogruppen, Diarylaminogruppen oder cyclischen Substituenten, ausgewählt aus Pyrrolidino-, Morpholino- oder Piperidinogruppen ausgewählt ist oder einen Teil eines kondensierten Ringsystems darstellt und wobei X ClO&sub4;, BF&sub4;, CF&sub3;SO&sub3;, PF&sub6;, AsF&sub6; oder SbF&sub6; ist.

7. Thermisches Bildaufzeichnungselement gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Reduktionsmittel ausgewählt ist aus Verbindungen mit einem Kern der Formel

wobei:

R&sup5; ausgewählt ist aus H, Alkyl-, Aryl-, alicyclischen oder heterocyclischen Resten;

R&sup6; einen Arylrest darstellt;

R&sup7; und R&sup8; jeweils unabhängig voneinander ausgewählt sind aus Alkyl-, Aryl-, alicyclischen und heterocyclischen Resten, und

Z eine kovalente Bindung oder ein Sauerstoffatom darstellt; und

Salzen von N-Nitrosocyclohexylhydroxylamin, N-Phenylglycin und Organoboratsalzen, umfassend ein Anion der Formel

in der R¹ bis R&sup4; unabhängig voneinander Alkyl-, Aryl-, Alkaryl-, Aralkyl-, Alkenyl-, Alkinyl-, Silyl-, alicyclische oder gesättigte oder ungesättigte heterocyclische Reste darstellen, einschließlich substituierte Derivate dieser Reste mit der Maßgabe, daß mindestens einer der Reste R¹ bis R&sup4; ein Alkylrest mit bis zu 8 Kohlenstoffatomen ist; und

neutralen Reduktionsmitteln, die ein oder mehrere labile Wasserstoffatome oder Acylreste aufweisen.

8. Thermisches Bildaufzeichnungselement gemäß Anspruch 7, wobei R&sup5; H oder eine Phenylgruppe ist, R&sup6; eine Phenylgruppe ist, R&sup7; und R&sup8; niedere Alkylreste sind.

9. Thermisches Bildaufzeichnungselement gemäß Anspruch 7, wobei das neutrale Reduktionsmittel ausgewählt ist aus Thioharnstoffderivaten, Ascorbinsäure, Benzhydrolen, Phenolen, Aminen und Leukofarbstoffen und acylierten Derivaten davon.

10. Thermisches Bildaufzeichnungselement gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei mindestens 1 Mol Reduktionsmittel pro Mol Farbstoff anwesend ist.

11. Thermisches Bildaufzeichnungselement gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, umfassend eine der folgenden Kombinationen eines Photokonversionsfarbstoffes und eines Photoreduktionsmittels:

(i) ein Farbstoff der Formel (I) oder Formel (II) wie in Anspruch 5 definiert und ein Reduktionsmittel der Formel (IV) wie in Anspruch 7 definiert;

(ii) ein kationischer Farbstoff und ein Reduktionsmittel der Formel (III) wie in Anspruch 7 definiert; und

(iii) ein Cyanin- oder Quadratsäurefarbstoff und ein acylgeschützter Leukofarbstoff.

12. Thermisches Bildaufzeichnungselement gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Element ein Farbstoffübertragungssystem, ein Abziehsystem, ein lichtaktivierbares Klebesystem oder ein unimolekulares thermisches Fragmentationssystem ist.

13. Thermisches Bildaufzeichnungselement gemäß Anspruch 12 in Form eines Farbstoffübertragungsdonors, welches Pigmentpartikel in einem Binder dispergiert umfaßt.

14. Thermisches Bildaufzeichnungselement gemäß Anspruch 13, welches zusätzlich ein Fluorkohlenstoff umfaßt.

15. Bildaufzeichnungsverfahren, umfassend einen Schritt, in dem ein thermisches Bildaufzeichnungselement gemäß einem der vorstehenden Ansprüche Laserbestrahlung bei einer Wellenlänge, die der photothermische Konversionsfarbstoff absorbiert, ausgesetzt wird, wobei die Bedingungen der Aussetzung so gewählt werden, daß die Absorption durch den Farbstoff ausreichend Wärme erzeugt, um ein Bild auf dem hitzeempfindlichen Bildaufzeichnungsmedium zu erzeugen, und das Reduktionsmittel den Farbstoff bleicht.

16. Verfahren gemäß Anspruch 15, wobei das thermische Bildaufzeichnungselement ein Farbstofftransfersystem, ein Abziehsystem, ein lichtaktivierbares Klebesystem oder ein unimolekulares thermisches Fragmentationssystem umfaßt.

17. Verfahren zum Bleichen eines kationischen Farbstoffes, umfassend Photobestrahlung des Farbstoffes, wobei der Farbstoff in einen elektronisch angeregten Zustand übergeht, in Gegenwart eines 1,4-Dihydropyridins mit einem Kern der allgemeinen Formel IV:

wobei

R&sup5; ausgewählt ist aus H, Alkyl-, Aryl-, alicyclischen und heterocyclischen Resten;

R&sup6; einen Arylrest darstellt; und

R&sup7; und R&sup8; unabhängig voneinander ausgewählt sind aus Alkyl-, Aryl-, alicyclischen und heterocyclischen Resten, und

Z eine kovalente Bindung oder ein Sauerstoffatom darstellt.







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