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Dokumentenidentifikation DE19757624A1 24.06.1999
Titel Verfahren zur Kühlung von Granulat
Anmelder BASF AG, 67063 Ludwigshafen, DE
Erfinder Habich, Andreas, 67346 Speyer, DE;
Schicketanz, Walter, Dr., 67227 Frankenthal, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Geissler, Isenbruck, 68165 Mannheim
DE-Anmeldedatum 23.12.1997
DE-Aktenzeichen 19757624
Offenlegungstag 24.06.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.06.1999
IPC-Hauptklasse F26B 3/08
IPC-Nebenklasse B29B 13/04   
Zusammenfassung In dem Verfahren und der Vorrichtung zur kontinuierlichen Kühlung von Granulat, vorzugsweise aus thermoplastischen Kunststoffen, in einem Luft- oder Inertgasstrom, in einer Kühleinrichtung wird Wasser in die Kühleinrichtung in direktem Kontakt mit dem Granulat eingebracht und unter Unterstützung durch den Luft- oder Inertgasstrom vollständig oder nahezu vollständig verdampft oder verdunstet.zumindest einer logischen Zeichensequenz aufweist, die aufeinanderfolgende Inkr

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Kühlung von Granulat, vorzugsweise aus thermoplastischen Kunststoffen, sowie die Verwendung des Verfahrens und der Vorrichtung zum Kühlen von Polyethylen- und/oder Polypropylen-Granulat.

Die Herstellung von Kunststoffen, beispielsweise Polyethylen oder Polypropylen, geschieht üblicherweise in einem Reaktor, aus dem der Kunststoff feinpulvrig oder als Schmelze ausgetragen wird. Der Kunststoff wird dann im allgemeinen in einem Extruder oder Mischer/Kneter mittels einer entsprechenden Lochplatte und Abschlagvorrichtung in ein Granulat umgeformt. Nebenkomponenten aus der Reaktion oder aus der Verarbeitung im Extruder oder Mischer machen in vielen Fällen eine weitere Arbeitsstufe notwendig, in der beispielsweise möglichst heißes Granulat mit einem Gas, wie Stickstoff, sowie mit Wasserdampf behandelt wird.

Das diese Arbeitsstufe verlassende Granulat besitzt meist Temperaturen zwischen 60 und 120°C. Die hohe Temperatur des Granulates bereitet Schwierigkeiten bei weiteren Verarbeitungsschritten, beispielsweise bei der pneumatischen Förderung, der Absackung usw., und muß daher gekühlt werden, im allgemeinen auf Temperaturen unter 60°C. Die Kühlung erfolgt üblicherweise durch konvektiven Warmeaustausch mit einem Luft- oder Inertgasstrom und/oder durch Kontaktkühlung an gekühlten Einbauten oder Wänden. Dazu werden Apparate unterschiedlicher Konstruktion eingesetzt, beispielsweise Wirbelbettkühler, Kühltrommeln oder Riesel-Festbettkühler.

Aus DE-C-21 55 240 ist eine Vorrichtung zur kontinuierlichen Behandlung, durch Trocknung oder Kühlung von staub-, pulver- oder granulatförmigem Material mittels Wärmetausch mit einem Gasstrom, der gleichzeitig Gutträger ist, bekannt, die durch eine besondere strömungstechnische Ausgestaltung einen kompakteren Aufbau und einen erhöhten Wirkungsgrad erreicht. Zur Kühlung wird das mit Granulat beladene Trägergas in den Einlaß einer rotationssymmetrischen Kammer gepreßt, wobei der Gasstrom in eine Ringströmung umgelenkt wird. Die größeren Granulat-Teilchen verbleiben während längerer Zeit in ihrer wirbelnden Kreisbahn, da sie eine größere Massenträgheit besitzen. Die kleineren Teilchen, die auch schneller abgekühlt sind, werden zu einem früheren Zeitpunkt vom Sog der im Zentrum der Kammer angeordneten Wirbelsenke erfaßt, da sie ihre Bewegungsenergie verlieren. In dieser Weise ergeben sich vorteilhafte Verhältnisse für die Verweilzeit in der Vorrichtung, indem die Teilchen, die eine längere Behandlung benötigen, auch tatsächlich länger in der Wirbelkammer verbleiben. Nachteilig ist, daß ein relativ hoher Gasstrom zur konvektiven Kühlung notwendig ist, was die Wirtschafflichkeit des Verfahrens beeinträchtigt.

Ein Wirbelbettkühler ist beispielsweise in DD-A 121 889 beschrieben. Danach erfolgt die Granulatkühlung durch Wärmeaustausch mit der Trägerluft und ggf. zusätzlich durch Kontakt mit der gekühlten Wand des Wirbelbettkühlers. Der Kühler hat die Form eines waagerecht liegenden, stirnseitig verschlossenen Rohrs, das schwingend gelagert und aus der waagerechten Lage herausgeneigt werden kann, mit an den gegenüberliegenden Stirnseiten angeordneten Einfüll- bzw. Ablaßstutzen für das Granulat sowie an der unteren Seite des Rohrmantels angeordneten Lufteintrittsöffnungen und an der Oberseite des Kühlrohres angeordneten Luftaustrittsöffnungen, die eine größere Querschnittsfläche aufweisen als die Lufteintrittsöffnungen, sowie mit einem an der Innenseite des Kühlrohrs an der Kante der Luftaustrittsöffnungen durchgehend angeordneten Prallblech, welches radial in den Kühlraum ragt. Durch diese besondere strömungstechnische Gestaltung des Kühlraumes und der Luftleiteinrichtung sollen ein verbesserter Kühleffekt und damit eine kürzere Verweilzeit des Granulats sowie ein verringerter Platzbedarf der Einrichtung erreicht werden.

Bei den bekannten Kühlern besteht jedoch immer noch der Nachteil eines relativ großen Platzbedarfs, vielfach weisen sie schlechte Wärmeübergangszahlen auf, und vor allem Wirbelbettkühler sind energieintensiv; hierbei fällt zudem im allgemeinen ein großer Abluftstrom an, der mit Hilfe von Zyklonen, Filtern usw. gereinigt werden muß.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Verfügung zu stellen, die weniger aufwendig sind, sowohl im Hinblick auf die apparativen Erfordernisse als auch bezüglich des Energiebedarfs.

Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zur Kühlung von Granulat, vorzugsweise aus thermoplastischen Kunststoffen, in einem Luft- oder Inertgasstrom in einer Kühleinrichtung. Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, daß Wasser in die Kühleinrichtung in direktem Kontakt mit dem Granulat eingebracht wird und unter Unterstützung durch den Luft- oder Inertgasstrom vollständig oder nahezu vollständig verdampft oder verdunstet.

Es wurde gefunden, daß durch zusätzliches Einbringen von Wasser in direktem Kontakt mit dem Granulat bei einem Verfahren zur Kühlung von Granulat in einem Luft- oder Inertgasstrom Synergieeffekte erreicht werden, wobei die Verdunstungskühlung die konvektive Wärmeübertragung bzw. Wärmeübertragung durch Kontakt unterstützt. Dadurch wird die Kühlung effektiver, der apparative Aufwand und der Energieaufwand werden reduziert.

Zur Verwendung im erfindungsgemäßen Verfahren sind Granulate im Partikelgrößenbereich von 0,1 mm bis 10 mm, bevorzugt 2 mm bis 5 mm geeignet.

Kunststoffgranulate haben im allgemeinen eine dichte, d. h. im wesentlichen porenfreie Oberfläche, sind praktisch in Wasser unlöslich und kennzeichnen sich durch eine sehr geringe bis vernachlässigbare Wasseraufnahme.

Als ein erstes Medium zur Kühlung wird ein Gasstrom eingesetzt, der im einfachsten Fall Luft sein kann; es können aber auch Stickstoff oder andere Inertgase eingesetzt werden. Der Luft- oder Inertgasstrom kann in vorteilhafter Weise mehr oder weniger vorgetrocknet werden, es kann Umgebungsluft, Luft und/oder Inertgas aus einer Kreisgasführung oder aus einer sonstigen Quelle verwendet werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren sieht vor, daß als ein weiteres Medium zur Kühlung Wasser in direktem Kontakt mit dem Granulat eingebracht wird. Das Kühlwasser ist vorzugsweise destilliert oder voll entsalzt. Trifft Wasser auf die Oberfläche eines heißen Granulatkorns, so verdampft es zunächst, wobei sich das Granulatkorn auf eine Temperatur unterhalb des Siedepunkts von Wasser abkühlt. Durch Verdunsten wird das Granulatkorn weiter abgekühlt. Die eingebrachte Wassermenge wird unter Berücksichtigung der Verfahrensparameter, insbesondere der Temperatur des zu kühlenden Granulats, dessen Massenstrom und spezifische Wärme sowie Volumenstrom und Temperatur des Luft- und/oder Inertgasstroms so gewählt, daß das Granulat beim Verlassen der Kühleinrichtung vollständig oder nahezu vollständig wasserfrei ist, d. h. eine von der weiterverarbeitenden Industrie tolerierte Restfeuchte aufweist, die im allgemeinen unterhalb von ca. 1 Promille Gew.- Anteile Wasser liegt, für Polyethylen-Granulat beispielsweise unterhalb von 500 ppm Gew.-Anteile Wasser. Das Granulat hat beim Verlassen der Kühleinrichtung im allgemeinen eine Temperatur unterhalb von 60°C.

Das Wasser kann an jedem Ort der Kühleinrichtung eingebracht werden, in bevorzugter Weise jedoch in einem dem Granulateinlaß benachbarten Bereich der Kühleinrichtung. Dadurch wird der Kühleffekt durch Verdunstungskühlung verbessert, die Vorrichtung in ihrer Größe reduziert und somit die Wirtschaftlichkeit erhöht.

Die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann in Kühlern unterschiedlichster Bauart erfolgen:

Mit gutem Erfolg können Wirbelbettkühler eingesetzt werden, die ein- oder mehrstufig, vibriert oder nichtvibriert sein können, die die Granulatpartikel ständig oder zeitweilig in der Schwebe halten und auch zusätzliche Wärmeaustauschflächen aufweisen können. Insbesondere mehrstufige Wirbelbettkühler sind in vorteilhafter Weise in Draufsicht rechteckig ausgebildet, weil sich dadurch eine Annäherung an die Pfropfenströmung erzielen läßt. Das Wasser wird bevorzugt in der Nähe der Granulateinlaßöffnung, insbesondere über eine oder mehrere Düsen eingebracht. Die Einrichtungen zum Einbringen von Wasser können bevorzugt im oberen/mittleren Bereich des Wirbelbetts, grundsätzlich jedoch an jeder beliebigen Stelle des Wirbelbettkühlers angeordnet sein.

Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens sind ebenso Drehtrommelkühler geeignet, die vorzugsweise um eine horizontale oder leicht zur Horizontalen geneigte Achse rotieren. Die Eintritts- bzw. Austrittsöffnungen für das Granulat sind an den einander gegenüberliegenden Stirnseiten angeordnet, und die Eintritts- bzw. Austrittsöffnungen für einen Luft- oder Inertgasstrom sind dem Granulatstrom entgegengesetzt angeordnet. Im Bereich der Granulateintrittsöffnung, bevorzugt in der Nähe der Trommelachse, sind Einrichtungen, insbesondere eine oder mehrere Düsen zum Einbringen von Wasser angeordnet. Die Drehtrommel kann einen äußeren Kühlmantel aufweisen.

Eine weitere apparative Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist in Form eines Granulatschachts möglich, in dessen oberen Teil das Granulat über ein Förder- und Mischelement eingebracht wird. Im Gegenstrom zum Granulat wird durch den Granulatschacht von unten nach oben ein Luft- oder Inertgasstrom geführt. Im Förder- und Mischelement, bevorzugt in der Nähe des Granulateinlasses, und/oder in den Granulatschacht, bevorzugt in dessen oberen Bereich in der Nähe des Granulateinlasses, sind Einrichtungen zum Einbringen von Wasser vorgesehen, insbesondere eine oder mehrere Düsen. Zum Einbringen von Wasser in das Förder- und Mischelement ist das Auftropfen besonders geeignet. Der Granulatschacht kann gekühlte Wärmeaustauschflächen aufweisen.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann weiterhin in Form eines Kontaktkühlers O ausgestattet sein, in dessen oberen Teil das Granulat über ein Misch- und Zuteilorgan eingebracht wird. Durch den Kontaktkühler wird ein Luft- oder Inertgasstrom geführt. Im Misch- und Zuteilorgan und/oder im Kontaktkühler, bevorzugt in der Nähe des Granulateinlasses, sind Einrichtungen zum Einbringen von Wasser vorgesehen, beispielsweise eine oder mehrere Düsen oder eine Zutropfvorrichtung.

Die Erfindung wird im folgenden anhand der Zeichnung und darin dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen im einzelnen:

Fig. 1 einen Wirbelbettkühler,

Fig. 2 einen Drehtrommelkühler,

Fig. 3 einen Schachtkühler,

Fig. 4 einen Kontaktkühler.

Der in Fig. 1 dargestellte Wirbelbettkühler hat einen in Draufsicht rechteckigen Querschnitt. Im oberen Bereich des Kühlers ist nach einer Schleuse S eine Einlaßöffnung 1 für das Granulat angeordnet und im unteren, etwa gegenüberliegenden Bereich eine Auslaßöffnung 2 für das Granulat. Im unteren etwa zentralen Bereich des Wirbelbettkühlers ist, nach einem Filter F, eine Lufteintrittsöffnung 3 und im oberen, etwa zentralen Bereich, eine Luftaustrittsöffnung 4 angeordnet, mit nachgeordnetem Zyklon Z und Gebläse G, dergestalt, daß Granulat und Luft im Kreuzstrom geführt werden. Im Bereich der Granulateinlaßöffnung 1 sind Düsen 5 zum Einbringen von Wasser angeordnet, wobei eine oder mehrere Düsen im mittleren Bereich des Wirbelbetts, im oberen Bereich des Wirbelbetts und/oder oberhalb des Wirbelbetts angeordnet sein können. Vorzugsweise wird destilliertes oder vollentsalztes Wasser eingedüst. Im Wirbelbettkühler nach Fig. 1 wurde eine Polyethylenstrom von 7 t/h mit einer Ausgangstemperatur von 80°C mit einem Luftstrom von 2270 kg/h und 25°C unter zusätzlicher Eindüsung von 105 kg/h Wasser auf 60°C abgekühlt. Bei einer Wirbelgeschwindigkeit von 1,5 m/s betrug die dazu benötigte Bodenfläche des rechteckigen Kühlers 0,42 qm. Demgegenüber wurde bei konventioneller Kühlung desselben Polyethylenstroms von 7 t/h von 80°C auf 60°C und einer Wirbelgeschwindigkeit von 1,5 m/sec mit einem Luftstrom von 7500 kg/h und 25 °C eine Bodenfläche des rechteckigen Kühlers von 1,39 qm benötigt. Dieser Vergleich zeigt, daß der für die Kühlerabmessung maßgebliche Wert, die Bodenfläche, wesentlich geringer ist als beim bekannten Verfahren. Die Restfeuchte des bei 2 abgezogenen Granulats liegt unterhalb von 500 ppm.

Fig. 2 zeigt einen Drehtrommelkühler in Form eines Zylinders mit horizontaler Längsachse. Das 80°C heiße Granulat tritt durch die Schütte 11 in eine Drehtrommel T, die vorzugsweise Einbauten zur Gutsbewegung aufweist, und die um ihre Achse rotiert. Im Bereich des Granulateinlasses wird über eine oder mehrere Düsen 15, die bevorzugt in der Nähe der Längsachse der Drehtrommel T angeordnet sind, vorzugsweise vollentsalztes Wasser eingedüst. In diesem dem Granulateinlaß benachbarten Bereich besitzt die Drehtrommel Bohrungen, durch die überschüssiges Wasser in die Auffangschale L läuft. Das Granulat wird mittels Einbauten und/oder durch die Neigung der Trommelachse in Richtung des starren Auslauftrichters A bewegt, den es bei 12 verläßt. Im Gegenstrom wird Luft, vorzugsweise Umgebungsluft, mit Hilfe des Gebläses G, Lufteintritt bei 13, durch die Drehtrommel T geblasen, die bei 14 den starren Kopfteil K der Vorrichtung verläßt. Der durch die Drehtrommel streichende Luftstrom bewirkt eine zusätzliche Abkühlung durch Verdunstung von Restwasser, welches das Granulat beim Verlassen der Besprühzone besitzt. Zusätzlich erfolgt auch eine Abkühlung durch Konvektion. Überschüssiges Wasser wird im Kopfteil K bei L gesammelt und das Wasser im Kreis über die Pumpe P gepumpt. Der Wärmetauscher W sorgt gegebenenfalls zur Aufrechterhaltung der Wärmebilanz. Die Wasserbilanz wird durch Frischwasserzufuhr bei 16 aufrechterhalten. Zum Anfahren kann eine Dampfeinspeisung 17 dienen.

Fig. 3 zeigt einen Schachtkühler (Rieselbettkühler R) üblicher hochzylindrischer Form mit konischem Boden, der im oberen Teil über ein Förder- und Mischelement E mit Granulat, beispielsweise Polyethylen-Granulat, beschickt wird. Dem Förder- und Mischelement E wird über eine Zellradschleuse S und eine Granulateinlaßöffnung 26 ca. 80°C heißes Granulat zugeführt. In der Nähe des Granulateinlasses 26 wird in das Misch- und Förderelement E über Einrichtungen 25 ca. 1-2 Gew.-% vollentsalztes Wasser, bezogen auf den Polyethylen-Granulatstrom, eingebracht. Das so angefeuchtete Granulat wird vom Förder- und Mischelement E in den oberen Teil des Schachtkühlers R durch die Schütte 21 gefördert. Ein Umgebungsluftstrom von 15 Gew.-%, bezogen auf den Polyethylen-Granulatstrom, wird in F gefiltert und über das Gebläse G über die Lufteintrittsöffnung 23 in den Schachtkühler R eingeblasen. Die Luft strömt im Gegenstrom zum Granulatstrom nach oben, wobei sie unter gleichzeitiger Kühlung des Granulats Feuchtigkeit aufnimmt. Über die Granulatauslaßöffnung 22 am konischen Boden des Schachtkühlers R wird das auf ca. 60°C gekühlte Polyethylen- Granulat z. B. mit Hilfe einer Zellradsschleuse S kontinuierlich aus dem Kühler abgezogen. Der feuchte Luftstrom verläßt über ein Sammelsystem den Schachtkühler bei 24 und tritt ins Freie, bzw. wird gegebenenfalls davor noch gefiltert.

Ein Polyethylenstrom von 7 t/h läßt sich von 80°C auf 60°C in einem Schachtkühler nach Fig. 3 nach dem erfindungsgemäßen Verfahren, mit einem Luftstrom von 1000 kg/h sowie einem Wasserstrom von 140 kg/h abkühlen. Zum Vergleich würde dieselbe Kühlungsaufgabe unter ausschließlicher Verwendung eines Luftstroms einen Durchsatz von ca. 5800 kg Luft/h erfordern. Der für die Auslegung des Kühlers relevante Wert, der Durchmesser des Kühlers, betrug bei Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens 2 m gegenüber 4,85 in bei ausschließlicher Luftkühlung.

Fig. 4 zeigt als weitere Ausführungsform einen Kontaktkühler O. Das heiße Granulat tritt bei 31 über eine Zellradschleuse S in das Misch- und Zuteilorgan E, beispielsweise eine Schnecke oder eine Vibrationsrinne, um dort mit Wasser, Eintritt bei 35, in Kontakt gebracht zu werden. Die Wasserzuführung bei 35 kann, abhängig von den Mengenströmen, der Granulattemperatur und der Ausführung des Misch- und Zuteilorgans E mittels einer oder mehrerer Düsen, einer Zutropfvorrichtung oder anderer geeigneter Einrichtungen erfolgen. Das angefeuchtete Granulat wird anschließend in den Kontaktkühler O gefördert. Der Apparat O ist ein konventioneller Kontaktkühler, dessen Wände beispielsweise einen kühlwasserdurchströmten (KW) Mantel M aufweisen und durch den das Granulat mittels einer Vorrichtung, wie etwa einer rotierenden Welle, an der Förderorgane P, beispielsweise Pflugscharen, offene Bandschnecken usw. sitzen, bewegt wird. Diese Förderorgane können auch selbst gekühlt sein, indem beispielsweise Kühlwasser durch die Welle zu- und abgeführt wird und/oder indem diese Förderorgane als kühlwasserdurchflossene Wendel aufgebaut sind. Im Kontaktkühler O wird das angefeuchtete Granulat sowohl durch den Kontakt mit der gekühlten Wand bzw. den oben genannten Förderorganen als auch durch die Verdunstung des aufgebrachten Wassers gekühlt. Wasser kann zusätzlich auch direkt in den Kontaktkühler O bei 35 eingebracht werden. Das Granulat verläßt den Apparat bei 32 und passiert anschließend eine Zellradschleuse S. Um die Verdunstungskühlung effektiv zu gestalten, wird Luft, insbesondere Umgebungsluft, über das Gebläse G bei 33 dem Kontaktkühler O zugeführt. Dieser Luftstrom verläßt bei 34 den Kontaktkühler O und tritt über eine Abscheide- und Reinigungsvorrichtung, beispielsweise über einen Zyklon oder einen Filter, in die Atmosphäre. Feingut, beispielsweise Abrieb, wird am Boden der Abscheide- und Reinigungsvorrichtung Z aufgetragen. Handelt es sich bei dem Granulat um ein feinkörnigeres Granulat, so kann am Boden der Abscheide- und Reinigungsvorrichtung Z nicht nur Feinkorn, d. h. aus Abrieb, sondern auch Granulat selbst, abgeschieden und ausgetragen werden.

In Fig. 4 wurde beispielhaft ein Kontaktkühler mit in Gleichstrom geführtem Granulat- und Luftstrom dargestellt. Es ist jedoch ebenso möglich, Granulat und Luft im Gegenstrom zu führen.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Kühlung von Granulat, vorzugsweise aus thermoplastischen Kunststoffen, in einem Luft- oder Inertgasstrom in einer Kühleinrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß Wasser in die Kühleinrichtung in direktem Kontakt mit dem Granulat eingebracht wird und unter Unterstützung durch den Luft- oder Inertgasstrom vollständig oder nahezu vollständig verdampft oder verdunstet.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Wasser in einen dem Granulateinlaß (1) benachbarten Bereich der Kühleinrichtung eingebracht wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß destilliertes oder vollentsalztes Wasser eingebracht wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Wasser eingedüst oder aufgetropft wird.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß gegebenenfalls getrocknete Luft aus der Umgebung und/oder aus einer Kreisgasführung eingesetzt wird.
  6. 6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5 ausgebildet als Wirbelbettkühler, der vorzugsweise in Draufsicht rechteckig ausgebildet ist, mit einer unterhalb des Wirbelbetts angeordneten Eintrittsöffnung (3) und einer oberhalb des Wirbelbetts angeordneten Austrittsöffnung (4) für den Luft- oder Inertgasstrom, mit einer Einlaßöffnung (1) und einer Auslaßöffnung (2) für das Granulat, dadurch gekennzeichnet, daß in der Nähe der Granulateinlaßöffnung, vorzugsweise im oberen und/oder mittleren Bereich des Kühlers eine oder mehrere Düsen (5) zum Einbringen von Wasser angeordnet sind.
  7. 7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5 mit einer vorzugsweise um eine horizontale oder leicht zur Horizontalen geneigten Achse rotierenden Drehtrommel T, gegebenenfalls mit das Granulat umwälzende oder fördernde Einbauten, mit an einer Stirnseite angeordneter Einlaßöffnung (11) und an der gegenüberliegenden Stirnseite angeordneter Auslaßöffnung (12) für das Granulat, mit dem Granulatstrom entgegengesetzt angeordneten Eintritts- bzw. Austrittsöffnungen (13 bzw. 14) für einen Luft- oder Inertgasstrom, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Granulateinlaßöffnung (11), bevorzugt in der Nähe der Trommelachse, Einrichtungen (15), vorzugsweise eine oder mehrere Düsen zum Einbringen von Wasser angeordnet sind.
  8. 8. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5 mit einem Granulatschacht R mit einer Einlaßöffnung (21) für Granulat im oberen Teil und einer Auslaßöffnung (22) für Granulat im unteren Teil des Granulatschachtes R, sowie mit dem Granulatstrom entgegengesetzt angeordneten Eintritts- bzw. Austrittsöffnungen (23 bzw. 24) für einen Luft- oder Inertgasstrom, wobei das Granulat in den oberen Teil des Granulatschachtes R über ein Förder- und Mischelement E eingebracht wird, das über eine Einlaßöffnung (26) mit Granulat beschickt wird, dadurch gekennzeichnet, daß in das Förder- und Mischelement und/oder in den Granulatschacht R, bevorzugt in der Nähe des Granulateinlasses (26 und/oder 21), Einrichtungen (25), vorzugsweise eine oder mehrere Düsen zum Einbringen von Wasser angeordnet sind.
  9. 9. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5 mit einem Kontaktkühler O mit einer Einlaßöffnung (31) für Granulat im oberen Teil und einer Auslaßöffnung (32) für Granulat im unteren Teil des Kontaktkühlers O sowie mit Eintritts- bzw. Austrittsöffnungen (33 bzw. 34) für einen Luft- oder Inertgasstrom, wobei das Granulat in den oberen Teil des Kontaktkühlers O über ein Misch- und Zuteilorgan E eingebracht wird, das über eine Einlaßöffnung (36) mit Granulat beschickt wird, dadurch gekennzeichnet, daß in das Misch- und Zuteilorgan E und/oder in den Kontaktkühler O, bevorzugt in der Nähe des Granulateinlasses (36 und/oder 31), Einrichtungen (35) zum Einbringen von Wasser angeordnet sind.
  10. 10. Verwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5 und der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9 zum Kühlen von Polyethylen- und/oder Polypropylen-Granulat.






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