PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE69506940T2 01.07.1999
EP-Veröffentlichungsnummer 0679861
Titel Schiessvorrichtung für drahtgelenkte Munition aus einem mobilen Werfer
Anmelder Aérospatiale Société Nationale Industrielle, Paris, FR
Erfinder Donnaint, Frederick, F-92140 Clamart, FR;
Droz-Bartholet, Eric, F-92410 Ville d'Avray, FR;
Charruyer, Isabelle, F-78180 Montigny le Bretonneux, FR
Vertreter Grünecker, Kinkeldey, Stockmair & Schwanhäusser, Anwaltssozietät, 80538 München
DE-Aktenzeichen 69506940
Vertragsstaaten BE, CH, DE, ES, GB, GR, IT, LI, NL, PT, SE
Sprache des Dokument Fr
EP-Anmeldetag 21.04.1995
EP-Aktenzeichen 954008991
EP-Offenlegungsdatum 02.11.1995
EP date of grant 30.12.1998
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.07.1999
IPC-Hauptklasse F42B 15/04
IPC-Nebenklasse F41G 7/32   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Schießvorrichtung für drahtgelenkte Munition, z. B. einer Rakete, aus einem mobilen Werfer wie z. B. einem Schiff oder einem Luftfahrzeug.

Im gesamten Text bezeichnet der Ausdruck "draht- bzw. fasergelenkte Munition" jedes Projektil, das mit seiner Abschußstation durch ein draht- bzw. fadenförmiges Organ verbunden ist, das dazu dient, Informationen zu übertragen, die ermöglichen, die Munition von der Abschußstation aus zu steuern.

Das drahtförmige Verbindungsorgan kann insbesondere durch mehrere elektrische Leiter oder eine optische Faser gebildet werden. Da die Übertragungskapazität einer optischen Faser sehr viel größer ist als die von elektrischen Leitern, können Verbindungen über Distanzen von mehreren zehn Kilometern erreicht werden, wenn man eine optische Faser verwendet, wohingegen die Verbindungen im Falle von elektrischen Leitern auf ungefähr 12 km begrenzt sind. Die Flugdauer der Munition wird dadurch beträchtlich erhöht und erreicht mehrere Minuten.

Wenn eine drahtgelenkte Munition aus einem mobilen Werfer abgeschossen wird, ist es für den Schutz dieses letzteren wichtig, daß er nicht während der gesamten Dauer des Flugs dieser Munition zu einer stationären oder kolinearen Bahn in bezug auf diese letztere gezwungen ist. Jedoch ist die Einhaltung dieser Notwendigkeit schwierig aufgrund der Brüchigkeit des draht- bzw. fadenförmigen Verbindungselements, insbesondere dann, wenn es sich um eine optische Faser handelt.

In dem Maße nämlich, wie es sich in der Luft oder im Wasser vorwärtbewegt, wird das drahtförmige Verbindungsorgan von einer Spule abgewickelt, die mit dieser Munition verbunden ist, wobei der abgewickelte Teil sich in bezug auf das Umgebungsmedium nicht bewegt. Da das andere Ende des drahtförmigen Verbindungsorgans fest mit dem Werfer verbunden ist, übt jede Bewegung dieses letzteren nach dem Abschuß der Munition eine mechanische Spannung auf den schon abgewickelten Teil des drahtförmigen Verbindungsorgans aus. Der mechanische Widerstand dieses Organs begrenzt folglich die möglichen Bewegungen des mobilen Werfers.

Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, kann man den Werfer bekanntlich mit einer zweiten Spule ausrüsten, die mit der Spule der Munition verbunden ist und die sich hinter dem mobilen Werfer in dem Maße ihrer Eigenbewegung abwickelt. Diese Charakteristik ermöglicht, die Bahnen der beiden mobilen Objekte, gebildet durch die Munition und durch den Werfer, voneinander unabhängig zu machen.

Diese Lösung ist vor allem in dem Dokument EP-A- 0 337 254 dargestellt, wo der mobile Werfer eine Spule trägt, deren Achse im wesentlichen vertikal ausgerichtet ist. Noch genauer wird die auf den mobilen Werfer montierte Spule durch ein Gelenk des Typs Kugelgelenk getragen, das ermöglicht, den Winkel zwischen der Abwickelachse des drahtförmigen Verbindungsorgans und der Achse der Spule zu reduzieren. Jedoch kann dieser Winkel nicht null werden, wenn der Werfer sich in einer horizontalen Ebene bewegt. Er bildet folglich eine Begrenzung der maximal zulässigen Abwickelgeschwindigkeit und folglich der Fortbewegungsgeschwindigkeit des mobilen Werfers.

Zudem befindet sich bei der in dem Dokument EP-A- 0 337 254 beschriebenen Schießvorrichtung ein Teil des drahtförmigen Verbindungsorgans außerhalb des Abschußrohrs, da die durch den Werfer getragene Spule sich außerhalb dieses Rohrs befindet. Dieser nichtgeschützte Teil des drahtförmigen Verbindungsorgans läuft folglich Gefahr, beschädigt zu werden, entweder beim Anbringen der Munition im Werfer oder während des dem Abschuß vorausgehenden Flugs. Ebenso verhält es sich mit der durch den Werfer getragenen Spule, die sich permanent in freier Luft befindet und Gefahr läuft, beschädigt zu werden, insbesondere bei den Start- und Landephasen des Werfers, während denen Material durch die Luft geschleudert werden kann.

Die Verwendung einer mit dem mobilen Werfer verbundenen Spule wird ebenfalls durch das Dokument EP-A-0 443 623 dargestellt. In diesem Dokument ist die· an dem mobilen Werfer befestigte Spule entweder direkt an diesem letzteren derart befestigt, daß ihre Achse vertikal ausgerichtet ist, oder mittels eines Gelenks des kardanischen Typs auf den Werfer montiert. Im ersteren Fall begrenzt der zwischen der Abwickelachse des drahtförmigen Verbindungsorgans und der Achse der Spule die maximal zulässige Abwickelgeschwindigkeit. Die zweite Konfiguration ist inkompatibel mit dem Abschuß einer Munition aus einem Abschußrohr, da die Schleife, die sich zwischen der Munition und der mit dem Werfer verbundenen Spule bildet, dann in das Abschußrohr hineinlaufen würde. Tatsächlich würde jede aus der Bewegung des mobilen Werfers resultierende größere Veränderung der Ausrichtung des Abschußrohrs eine große mechanische Spannung auf das schon von der Munition abgewickelte drahtförmige Verbindungsorgan ausüben.

Außerdem ist in diesem Dokument EP-AO 443 623 wie in dem vorhergehenden Dokument zwischen den beiden Spulen ein Stück des drahtförmigen Organs ungeschützt, das beim Anbringen der Munitionen am Werfer oder bei dem dem Abschuß vorausgehenden Flug beschädigt werden könnte.

Die Erfindung hat genau eine Schießvorrichtung für drahtgelenkte Munition aus einem von einem mobilen Werfer mitgeführten Abschußrohr ohne die Nachteile der existierenden Vorrichtungen zum Gegenstand, die insbesondere dem mobilen Werfer ermöglicht, nach dem Abschuß der Munition einer beliebigen Bahn zu folgen, mit einer höheren Geschwindigkeit als bei den existierenden Vorrichtungen und ohne daß irgendein Teil des draht- bzw. fadenförmigen Verbindungsorgans Gefahren ausgesetzt ist und zu irgendeinem Zeitpunkt beschädigt werden kann.

Erfindungsgemäß erzielt man dieses Resultat mittels einer Vorrichtung zum Abschießen von draht- bzw. fasergelenkter Munition aus einem mobilen Werfer, die ein auf den Werfer montiertes Abschußrohr, eine normalerweise in dem Abschußrohr befindliche Munition und ein fadenförmiges Verbindungsorgan umfaßt, das sich von einer ersten, mit der Munition verbundenen Spule und einer zweiten, mit dem Abschußrohr verbundenen Spule abwickelt, und die dadurch gekennzeichnet ist, daß das Abschußrohr eine normalerweise geschlossene vordere Tür umfaßt, wobei die zweite Spule normalerweise in dem Abschußrohr zwischen der Munition und der vorderen Tür mittels einer Kippeinrichtung angebracht ist, die vor dem Zünden der Munition betätigt werden kann, um diese zweite Spule auf die Außenseite des Abschußrohrs zu schwenken.

Dank dieser Anordnung befindet sich das fadenförmige Verbindungsorgan, das die Munition mit dem Abschußrohr verbindet, vor dem Abschuß ganz im Innern dieses letzteren. Zudem ermöglichen das Anbringen der mit dem mobilen Werfer verbundenen Spule vor der Munition und das Wegschwenken dieser Spule auf die Außenseite des Abschußrohrs unmittelbar vor dem Abschuß praktisch die Annulierung des Winkels zwischen der Abwickelachse und der Achse der Spule, wenn der Werfer nach dem Abschuß eine Kehrtwendung ausführt und sich von der Munition entfernt.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die zweite Spule auf einer Innenfläche der vorderen Tür befestigt und die Kippeinrichtung ist eingefügt zwischen diese letztere und das Abschußrohr.

Vorzugsweise ist eine Pufferlänge des fadenförmigen Verbindungsorgans, die sich zwischen Teilen dieses Organs befindet, die normal auf die erste und die zweite Spule gewickelt sind, normal mit der zweiten Spule verbunden, wobei Ausstoßeinrichtungen dieser Pufferlänge, die nach einer Betätigung der Kippeinrichtungen und vor dem Zünden der Munition betätigt werden können, in die zweite Spule montiert sind. Diese Charakteristik ermöglicht, das Abwickeln der mit dem Werfer verbundenen Spule einzuleiten, während der Werfer seine Halbdrehung noch nicht beendet hat, ohne daß das fadenförmige Verbindungsorgan zu großen mechanischen Spannungen ausgesetzt wird.

Bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfaßt die zweite Spule einen Kern, in dem sich die genannte Pufferlänge des fadenförmigen Verbindungsorgans und die Außstoßeinrichtungen befinden.

Damit der Teil des Kabels, der sich zwischen der mit der Munition verbundenen Spule und der mit dem Werfer verbundenen Spule befindet, im wesentlichen stationär bleibt, trägt die genannte Pufferlänge des fadenförmigen Verbindungsorgans Einrichtungen zur Erhöhung des Luftwiderstandbeiwerts.

Um außerdem das Teilstück des fadenförmigen Verbindungsorgans zu schützen, das normalerweise vor dem Abschuß in dem Abschußrohr zwischen der ersten und zweiten Spule verläuft, ist dieses Teilstück durch eine Schutzhülle verstärkt.

Bei der bevorzugten Ausführungsart der Erfindung steuert die Kippeinrichtung eine Schwenkbewegung der zweiten Spule um ca. 270º, zwischen einer Normalstellung im Innern des Abschußrohrs, bei dem die Achse der zweiten Spule im wesentlichen senkrecht ist zur Achse des Abschußrohrs, und einer Zündungsstellung außerhalb des Abschußrohrs, bei dem die Achse der zweiten Spule im wesentlichen parallel ist zur Achse des Abschußrohrs.

Vorzugsweise umfaßt die zweite Spule dann eine Haube, vorteilhafterweise mit einer Verkleidung, die den Teil des fadenförmigen Organs umgibt, der normalerweise auf die zweite Spule gewickelt ist, wobei diese Haube eine kreisrunde Austrittssöffnung des fadenförmigen Verbindungsorgans aufweist, die zentriert ist auf die Achse der zweiten Spule und nach oben beziehungsweise nach hinten gerichtet ist, wenn die zweite Spule ihre Normalstellung beziehungsweise ihre Zündungsstellung einnimmt.

Das Abschußrohr umfaßt dann auf seiner Außenoberfläche Verriegelungseinrichtungen der zweiten Spule in ihrer Zündungsstellung.

Bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfassen die Kippeinrichtungen wenigstens ein Kippbetätigungssystem und ein Scharnier zum Schwenken der zweiten Spule am Abschußrohr.

Je nach Fall kann das Scharnier entweder eine einzige zur Achse des Abschußrohrs rechtwinklige Schwenkachse oder zwei zum Abschußrohr rechtwinklige Schwenkachsen umfassen und wenigstens ein Verbindungsstück, das bezüglich des Abschußrohrs um eine erste dieser Schwenkachsen herum schwenken kann, und bezüglich dessen die zweite Spule um die zweite dieser Schwenkachsen herum schwenken kann.

Das Abschußrohr umfaßt außerdem eine normalerweise verschlossene hintere Tür sowie Öffnungseinrichtungen dieser Tür, die bei der Zündung der Munition betätigt werden.

Nun wird als nicht einschränkendes Beispiel eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung beschrieben, bezogen auf die beigefügten Zeichnungen:

- die Fig. 1 ist eine perspektivische Ansicht, die den Abschuß einer draht- bzw. fasergelenkten Munition aus einem Hubschrauber darstellt, der mit einer erfindungsgemäßen Schießvorrichtung ausgerüstet ist;

- die Fig. 2 ist eine partielle Längsschnittansicht einer erfindungsgemäßen Schießvorrichtung, wobei der Ruhezustand mit Vollstrichen dargestellt ist und der Zustand unmittelbar vor der Zündung der Munition strichpunktiert dargestellt ist;

- die Fig. 3A bis 3C sind partielle Längsschnittansichten, vergleichbar mit der Fig. 2, die die Schießvorrichtung der Fig. 2 schematisch in verschiedenen Stadien unmittelbar vor der Zündung der Munition darstellen; und

- die Fig. 4A bis 4C sind Ansichten im vergrößerten Maßstab, die eine Ausführungsvariante des Scharniers, durch das die vordere Tür an dem Abschußrohr angelenkt ist, in verschiedenen Öffnungsstadien dieser Tür darstellen.

In Fig. 1 bezeichnet die Referenz 10 einen Hubschrauber mit mehreren erfindungsgemäßen Schießvorrichtungen. Jede dieser Schießvorrichtungen umfaßt ein Abschußrohr 14 (Fig. 2), eine fasergelenkte Rakete 16 und eine optische Faser 18, die die Rakete 16 mit dem Abschußrohr 14 verbindet. Noch genauer zeigt die Fig. 1 einen Hubschrauber 10 beim seiner Kehrtwendung nach dem Abschuß einer Rakete 16.

Wie schon präzisiert, findet die Erfindung nicht nur Anwendung bei beweglichen Werfern des Typs Hubschrauber, sondern auch bei Luftfahrzeugen anderer Art, bei Schiffen oder Unterseebooten oder auch bei Bodenfahrzeugen. Ebenso kann die Rakete 16 durch jede an den betreffenden Werfer angepaßte draht- bzw. fasergelenkte Munition ersetzt werden. Schließlich kann die optische Faser durch irgendein anderes drahtförmiges Verbindungsorgan ersetzt werden, z. B. durch einen Gruppe elektrischer Leiter.

Wie die Fig. 2 genauer zeigt, ist ein z. B. wenigstens der Hälfte seiner Gesamtlänge entsprechendes Teilstück 18a der optischen Faser 18 auf eine erste Spule 20 gewickelt, die sich im hinteren Teil der Rakete 16 befindet. Diese Anordnung ist klassisch und wird daher nicht im Detail beschrieben.

Ein zweites Teilstück 18b der optischen Faser 18 tritt hinten aus der Rakete 16 aus und verläuft im Innern des Abschußrohrs 14 an der Rakete 16 entlang, um das auf die Rakete gewickelte erste Teilstück 18a mit einer zweiten Spule 22 zu verbinden, die sich vor der Rakete 16 in dem Abschußrohr 14 befindet. Noch genauer ist die zweite Spule 22 auf der Innenseite einer vorderen Tür 24 des Startrohrs 14 befestigt, die normalerweise das vordere Ende dieses Rohrs verschließt. Die zweite Spule 22 befindet sich also zwischen der Rakete 16 und der vorderen Tür 24, im Innern des Abschußrohrs 14, wenn die Schießvorrichtung 12 sich in ihrem normalen Lagerzustand befindet.

Das Teilstück 18b der optischen Faser, das die Spulen 20 und 22 verbindet, ist mit einer Schutzhülle versehen, um es gegen die agressiven Wirkungen des Antriebs der Rakete 16 bei deren Austritt aus dem Schießrohr zu schützen.

Die zweite Spule 22 umfaßt einen Kern von generell zylindrischer oder kegelstumpfartiger, sich eventuell erweiternder Form. In der normalen Lagerstellung, dargestellt in Fig. 2, ist die Achse des Kerns 26 im wesentlichen vertikal ausgerichtet, und sein unteres Ende ist mit der vorderen Tür 24 durch einen Träger 27 verbunden.

In seinem bei der Lagerung nach oben gerichteten Teil bildet der Kern 26 einen nach oben offenen Sitz, in dem eine Pufferlänge 18c der optischen Faser 18 z. B. in Form einer Wicklung gespeichert ist. Der an die Pufferlänge 18c der optischen Faser angrenzende Teil des Kerns 26 dient der Aufnahme der Ausstoßeinrichtungen 28, die, wie man weiter unten sehen wird, die Funktion haben, die Pufferlänge 18c der optischen Faser unmittelbar vor der Zündung der Rakete 16 auszustoßen aus dem in dem Kern 26 ausgebildeten Sitz. Diese Ausstoßeinrichtungen können durch eine Federmechanik oder ein pneumatisches oder pyrotechnisches System gebildet werden.

Anzumerken ist, daß die Pufferlänge 18c der optischen Faser Einrichtungen (nicht dargestellt) trägt, die ermöglichen, den Luftwiederstand dieses Teils der Faser zu erhöhen, wenn sie sich außerhalb des Abschußrohrs 14 befindet.

Die Pufferlänge 18c der optischen Faser verbindet das Teilstück 18b dieser Faser mit einem Teilstück 18d der optischen Faser, das in mehreren nebeneinanderliegenden Schichten auf den Kern der Spule 22 gewickelt ist. Die Länge des auf die Spule 22 gewickelten Teilstücks 18d ist generell kleiner oder höchstens gleich der Länge des auf die Spule 20 gewickelten Teilstücks 18a. Wie bekannt ermöglicht ein geeignetes Klebeband ein progressives und gleichmäßiges Abwickeln der optischen Faser von den Spulen 20 und 22.

Das Ende der optischen Faser 18, das aus der Spule 22 gegenüber der Pufferlänge 18b austritt, ist durch ein Faserteilstück 18e mit einem optischen Steckverbinder 30 verbunden, der auf das Abschußrohr 30 montiert ist, um die Verbindung der optischen Faser mit einem Steuersystem (nicht dargestellt) zu ermöglichen, das sich an Bord des Hubschraubers 10 befindet.

Bei einer Ausführungsvariante dringt das Ende der aus der Spule 22 austretenden optischen Faser in ein Gehäuse (nicht dargestellt) ein, das ermöglicht, in einer Richtung das Lichtsignal in ein elektrisches Signal zu verwandeln und in der Gegenrichtung das elektrische Signal in ein Lichtsignal. Das Lichtleitfaserteilstück 18e wird dann durch einen elektrischen Leiter ersetzt und der optische Steckverbinder 30 wird durch einen elektrischen Steckverbinder ersetzt.

Die zweite Spule 22 umfaßt zudem eine Haube 32, die die auf den Kern 26 gespulte optische Faser umgibt. Diese Haube 32 ist koaxial zum Kern 26 angeordnet und ihr Innendurchmesser ist etwas größer als der Durchmesser der äußersten auf den Kern 26 gewickelten Schicht, um einen Raum freizulassen, der der Faser ermöglicht, sich leicht abzuwickeln unter Berücksichtigung des Blähphänomens, das bei diesem Abwickeln auftritt.

Die Haube 32 verlängert sich über das in der normalen Lagerstellung nach oben gerichtete Ende des Kerns 26 hinaus und ihr Durchmesser nimmt dann ab und weist eine kreisförmige Öffnung 32a auf, die auf die Achse des Kerns 26 zentriert ist und durch die die Faser die Spule 22 verläßt. Der Durchmesser dieser Öffnung 32a ist ähnlich dem Außendurchmesser des Kerns 26.

Außerhalb ihres der hinteren Tür 24 benachbarten Teils ist die Haube bedeckt durch eine Verkleidung 34, die sich unter dem Träger 27 fortsetzt, in der in Fig. 2 dargestellten normalen Lagerstellung der Spule 22.

Um die Zündung der Rakete 16 zu ermöglichen, sind die vordere Tür und die an dieser Tür befestigte Spule 22 mit dem Abschußrohr 14 durch Kippeinrichtungen verbunden, die dieser Einheit ermöglichen, auf die Außenseite des Abschußrohrs in eine Zündungsstellung zu schwenken, die das vordere Ende des Abschußrohrs vollständig freigibt. Diese Zündungsstellung ist in der Fig. 2 strichpunktiert und in Fig. 3C mit Vollstrichen dargestellt.

Diese Kippeinrichtungen umfassen ein Scharnier 36, durch das die vordere Tür 24 an dem vorderen Ende des Abschußrohrs 14 angelenkt ist, und ein System 38 zum Steuern der Kippbewegung, das normalerweise die vordere Tür 24 auf dem Abschußrohr 14 verriegelt.

Bei der in der Fig. 2 dargestellten Ausführungsform kann das Kippbetätigungssystem 38 insbesondere durch einen pyrotechnischen Gasentwickler gebildet werden, oben in das Abschußrohr 14 eingebaut, im Vorderteil dieses letzteren. Dieses System 38 sichert normalerweise die vordere Tür 24 in ihrem geschlossenen Zustand und stößt, wenn es betätigt wird, sie nach vorn um das Scharnier 36 herum auf.

Bei der in der Fig. 2 dargestellten Ausführung umfaßt das Scharnier 36 eine einzige, im wesentlichen horizontale Achse 40, die sich unten und vorn an dem Abschußrohr 14 befindet. Noch genauer ist die Achse 40 rechtwinklig zu der Achse des Abschußrohrs und in bezug auf das Abschußrohr leicht nach vorn und nach außen versetzt, um der aus der Tür 24 und der Spule 22 gebildeten Einheit eine Schwenkung um 270º im Uhrzeigersinn zu ermöglichen, bezogen auf die Fig. 2. Diese Schwenkbewegung endet, wenn die Außenseite der vorderen Tür 24 zum Anschlag an der Unterseite des Abschußrohrs 14 kommt. Die Achse der Spule 22 ist dann im wesentlichen parallel zu der Achse des Abschußrohrs 14, und die kreisrunde Öffnung 32a, durch die die optische Faser 18 die Haube 32 verläßt, ist nach hinten gerichtet.

Diese Endstellung der durch die vordere Tür 24 und die Spule 22 gebildeten Einheit, Zündungsstellung genannt, ermöglicht den Austritt der Rakete 16 aus dem Abschußrohr 14 nach ihrer Zündung. An seinem Unterteil trägt das Abschußrohr 14 auf seiner Außenseite Verriegelungseinrichtungen 42, die mit der vorderen Tür 24 zusammenwirken, wenn diese ihre 270º-Schwenkbewegung ausgeführt hat. Die Verriegelungseinrichtungen 42 immobilisieren also die zweite Spule 22 in ihrer Zündungsstellung. Die Verriegelungseinrichtungen 42 können durch irgendein mechanisches Blockiersystem gebildet werden.

Das Abschußrohr 14 umfaßt auch eine zweite Tür 44, die das hintere Ende dieses Rohrs verschließt. Öffnungseinrichtungen 46, in das Innere des Abschußrohrs 14 montiert, wirken mit der hinteren Tür 44 zusammen, um sie normalerweise geschlossen zu halten und ihre Öffnung bei der Zündung der Rakete 16 zu betätigen. Diese Öffnungseinrichtungen 46 können beliebig sein, z. B. pyrotechnisch, elektrisch, etc..

Wenn die Schießvorrichtung 12 ihre normale Lagerstellung einnimmt, wie in Fig. 2 in Vollstrichen dargestellt, weist das vordere Ende der Schießvorrichtung keine Protuberanz auf, die eine Stapelung verhindern oder den Hauptspant erhöhen würde.

Zudem bildet die Vorrichtung ein System, das außer dem Befestigen und Anschließen ohne weitere Eingriffe in den Werfer integriert werden kann.

Da außerdem die gesamte Länge der optischen Faser sich in dem Abschußrohr befindet, werden die Handhabungsoperationen erleichtert und die Rakete ist gegen Agressionen aller Art geschützt (mechanischer oder flüssiger oder atmosphärischer Art wie z. B. Hagel, Sand, etc.), die sich während der Handhabung oder dann als Last des beweglichen Werfers ereignen können. In gleicher Weise ist die optische Faserverbindung zwischen dem Werfer und der Rakete ebenso wie die Rakete selbst vor denselben Agressionen geschützt. Auch macht diese Konfiguration jeden Faserblockierungsmechanismus überflüssig, der ein spontanes Abwickeln der Faser von der einen oder anderen Spule, verursacht wird durch aerodynamische Wirkungen aufgrund der Fortbewegung des Werfers, verhindern soll.

Außerdem, wenn der Abschuß der Rakete stattgefunden hat, sind die Austrittsachsen der Faser aus den beiden Spulen der sich bewegenden Objekte, gebildet durch den Hubschrauber 10 und die Rakete 14, nach hinten ausgerichtet, was jedem von ihnen hohe Translationsgeschwindigkeiten ermöglicht.

Die Anwendung der in der Fig. 2 dargestellten Schießvorrichtung wird nun mit Bezug auf die Fig. 3A bis 3C beschrieben.

Wenn ein Schießbefehl gegeben wird, werden nacheinander das Kippbetätigungssystem 38, die Ausstoßeinrichtungen 28, die Öffnungseinrichtungen 46 und die Antriebe der Rakete 16 in bestimmten Zeitintervallen aktiviert, so wie in der Folge beschrieben.

Zunächst wird das Kippbetätigungssystem aktiviert, was die Wirkung hat, die vordere Tür 24 nach vorn um ihre Schwenkachse 40 herum zu kippen, wie dargestellt in Fig. 3A.

Wie die Fig. 3B zeigt, werden während der Kippbewegung der vorderen Tür 24 und die in den Kern 26 der Spule 22 integrierte Ausstoßeinrichtung 28 aktiviert und die Pufferlänge 18c der optischen Faser wird so nach unten ausgestoßen, daß sie progressiv eine Schleife bildet, indem sie sich in der Luft abgewickelt. Die Länge dieser Schleife (Fig. 3C) wird so festgelegt, daß sie das Abwickeln der Sekundärspule 22 unter der Wirkung aerodynamischer Zugkräfte einleitet, die durch die Bewegung des Hubschraubers 10 auf die Faser ausgeübt werden.

Wenn die 270º-Schwenkbewegung der durch die vordere Tür 24 und die Spule 22 gebildeten Einheit beendet ist, wird diese Einheit in der Zündungsstellung durch Verriegelungseinrichtungen 42 blockiert. Die Öffnung 32a der Haube 32, durch die sich die optische Faser abwickelt, ist dann in bezug auf den Hubschrauber nach hinten gerichtet, was letzterem ermöglicht, sich nach dem Abschuß der Rakete mit großer Geschwindigkeit zu entfernen.

Sobald die Spule 22 ihre Zündungsstellung erreicht hat, werden die Öffnungseinrichtungen 46 (Fig. 3C) betätigt, um die hintere Tür 44 abzuwerfen. Dann wird die Rakete gezündet. Jetzt kann der Hubschrauber seine Kehrtwendung einleiten und sich mit großer Geschwindigkeit von der Rakete entfernen, da die Austrittsachse der sich von der Spule 22 abwickelnden Faser in bezug auf den Hubschrauber 10 nach hinten ausgerichtet ist.

In den Fig. 4A bis 4C ist eine Ausführungsvariante des Scharniers 36 dargestellt. Bei dieser Ausführungsvariante umfaßt das Scharnier zwei horizontale und parallele Achsen 40a und 40b, rechtwinklig zur Achse des Abschußrohrs. Diese Achsen 40a und 40b sind jeweils mit dem Abschußrohr 14 und der vorderen Tür 24 verbunden. Das Scharnier umfaßt außerdem ein oder mehrere Verbindungsteile, gebildet durch im wesentlichen C-förmige Hebel 48, deren Enden an den Achsen 40a und 40b angelenkt sind. Die durch die Achsen 40a und 40b und durch die Hebel 48 gebildete Einheit befindet sich normalerweise im Innern des Abschußrohrs 14, in einer Lagerstellung der Schießvorrichtung (Fig. 4A).

Wenn das Kippbetätigungssystem, das die Schwenkbewegung der vorderen Tür 24 um das Scharnier 36 garantiert, ausgelöst wird, schwenkt die durch die vordere Tür 24 und den oder die Hebel 48 gebildete Einheit zunächst im Uhrzeigersinn um die Achse 40a, wie dargestellt in der Fig. 4B.

Wenn die Hebel 48 am vorderen Ende des Abschußrohrs 14 anschlagen, schwenkt die vordere Tür 24 ihrerseits im Uhrzeigersinn um die Achse 40b herum, wie in Fig. 4C dargestellt. Am Ende dieser Bewegung hat die durch die vordere Tür 24 und die Spule 22 gebildete Einheit eine 270º-Schwenkung im Uhrzeigersinn ausgeführt, wie dargestellt in den Fig. 4A bis 4C. Die Spule 22 nimmt dann die gleiche Zündungsstellung wie bei der vorhergehend beschriebenen Ausführungsart ein.

Bei der soeben beschriebenen Ausführungsvariante kann die Kippeinrichtung einen elektrischen Zylinder oder einen Federmechanismus umfassen, der ermöglicht, die Drehung der vorderen Tür 24 und der Hebel 48 um die Achse 40a zu betätigen, sowie Torsionsstäbe, die ermöglichen, anschließend die Drehung der vorderen Tür 24 um die Achse 40b zu gewährleisten.

Anzumerken ist, daß die Spule 22 direkt durch das Abschußrohr 14 getragen werden kann, anstatt auf der Innenseite der vorderen Tür 24 befestigt zu werden. Das Abwerfen der vorderen Tür und das Ausschwenken der Spule erfolgen dann nacheinander.


Anspruch[de]

1. Schießvorrichtung (1) für drahtgelenkte Munition aus einem mobilen Werfer, ein auf den Werfer (10) montiertes Abschußrohr (14), eine normalerweise in dem Abschußrohr befindliche Munition (16) und ein drahtförmiges Verbindungsorgan (18) umfassend, das sich von einer ersten, mit der Munition verbundenen Spule (20) und einer zweiten, mit dem Abschußrohr verbundenen Spule (22) abwickelt, dadurch gekennzeichnet, daß das Abschußrohr (14) eine normalerweise geschlossene vordere Tür (24) umfaßt, wobei die zweite Spule (22) normalerweise in dem Abschußrohr (14) zwischen der Munition (16) und der vorderen Tür (24) angebracht ist, um diese zweite Spule mittels einer Kippeinrichtung (36, 38), die vor dem Zünden der Munition betätigt werden kann, auf die Außenseite des Abschußrohrs zu schwenken.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Spule (22) auf einer Innenfläche der vorderen Tür (24) befestigt ist und die Kippeinrichtung (36, 38) eingefügt ist zwischen diese letztere und das Startrohr (14).

3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Pufferlänge (18c) des drahtförmigen Verbindungsorgans, die sich zwischen Teilen dieses Organs befindet, die normal auf die erste und die zweite Spule (20, 22) gewickelt sind, normalerweise mit der zweiten Spule verbunden ist, wobei Ausstoßeinrichtungen (28) dieser Pufferlänge, die nach einer Betätigung der Kippeinrichtungen (36, 38) und vor dem Zünden der Munition (16) betätigt werden können, in die zweite Spule (22) montiert sind.

4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Spule (22) einen Kern (26) umfaßt, in dem sich die genannte Pufferlänge (18c) und die Außstoßeinrichtungen (28) befinden.

5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte Pufferlänge (18c) des draht förmigen Verbindungsorgans Einrichtungen zur Erhöhung des Luftwiderstandsbeiwert tragen.

6. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teilstück (18b) des drahtförmigen Verbindungsorgans, das normalerweise in dem Abschußrohr (14) zwischen der ersten (20) und zweiten Spule (22) verläuft, durch eine Schutzhülle verstärkt ist.

7. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kippeinrichtungen (36, 38) eine Schwenkbewegung der zweiten Spule (22) um ca. 270º betätigen, zwischen einer Normalstellung im Innern des Abschußrohrs (14), bei dem die Achse der zweiten Spule im wesentlichen senkrecht ist zur Achse des Abschußrohrs, und einer Zündungsstellung außerhalb des Abschußrohrs (14), bei dem die Achse der zweiten Spule im wesentlichen parallel ist zur Achse des Abschußrohrs.

8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Spule eine Haube (32) umfaßt, die den Teil des drahtförmigen Organs umgibt, der normalerweise auf die zweite Spule gewickelt ist, wobei diese Haube eine kreisrunde Ausgangsöffnung (32a) des drahtförmigen Verbindungsorgans aufweist, die zentriert ist auf die Achse der zweiten Spule und nach oben beziehungsweise nach hinten gerichtet ist, wenn die zweite Spule ihre Normalstellung beziehungsweise ihre Zündungsstellung einnimmt.

9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Haube (32) mit einer Verkleidung (34) bedeckt ist.

10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Startrohr (14) Verriegelungseinrichtungen (42) der zweiten Spule (22) in ihrer Zündungsstellung umfaßt.

11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Kippeinrichtungen wenigstens ein System (38) zur Betätigung der Kippbewegung und ein Gelenk (36) zum Schwenken der zweiten Spule (22) auf dem Startrohr (14) umfassen.

12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Gelenk (36) eine einzige zur Achse des Abschußrohrs (14) rechtwinklige Schwenkachse (40) umfaßt.

13. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Gelenk (36) zwei zum Abschußrohr (14) rechtwinklige Schwenkachsen (40a, 40b) und wenigstens ein Verbindungsstück (48) umfaßt, das bezogen auf das Startrohr um eine erste dieser Schwenkachsen herum schwenken kann und bezogen auf das die zweite Spule um die zweite dieser Schwenkachsen herum schwenken kann.

14. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Startrohr (14) eine normalerweise verschlossene hintere Tür (44) sowie Öffnungseinrichtungen (46) dieser Tür umfaßt, die bei der Zündung der Munition betätigt werden können.







IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com