PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19757701A1 05.08.1999
Titel Verrottbare Kletterhilfe
Anmelder Hof Garn GmbH, 95028 Hof, DE
Erfinder Pullwitt, Norbert, 95028 Hof, DE;
Müller, Reiner, 95152 Selbitz, DE
Vertreter Andrae Flach Haug, 81541 München
DE-Anmeldedatum 23.12.1997
DE-Aktenzeichen 19757701
Offenlegungstag 05.08.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.08.1999
IPC-Hauptklasse A01G 17/10
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine verrottbare Kletterhilfe aus textilverarbeiteten Naturfasern oder Chemiefasern aus natürlichen Polymeren mit einer Festigkeit von mindestens 300 N. Die Kletterhilfe eignet sich besonders zur Befestigung von Hopfenstauden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine verrottbare Kletterhilfe.

Zur Anzucht von Rankenpflanzen wie Erbsen, Weinreben oder auch Hopfen werden allgemein Kletterhilfen oder Stützen zur Verankerung des Sproßes verwendet. Beispielsweise erfolgt die Befestigung von Hopfenstauden durch Metalldrähte. Diese Metalldrähte werden nach der Ernte zusammen mit den Hopfenstauden maschinell zerkleinert. Das Gemisch aus zerkleinerten Hopfenstauden und Metalldrahtstücken wird danach wieder auf die Hopfenanbaufläche ausgebracht. Im Laufe der Zeit erfolgt eine Zersetzung dieser Metalldrahtstücke durch Verrosten (Korrosion) mit der Folge, daß Metalle in die Erde eindringen, wodurch der Boden belastet wird. Außerdem kann es bei anschließender Bodenbearbeitung zu Reifenschäden an den Erntefahrzeugen kommen.

Eine weitere Möglichkeit zur Befestigung von Hopfenstauden erfolgt in Gebieten mit geringen Niederschlägen durch Papierbänder. Diese Papierbänder können aber in Gebieten mit hohen Niederschlagsraten nicht verwendet werden, da eine ausreichende Haltbarkeit über die Wachstumsperiode nicht gewährleistet werden kann.

Angesichts dieser Nachteile des Standes der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine verrottbare Kletterhilfe zu schaffen, die sich beispielsweise in Schnurform z. B. zur Befestigung von Hopfenstauden eignet, welche über eine gesamte Wachstumsperiode den Hopfenstauden einen ausreichenden Halt bietet, eine Belastung des Bodens vermeidet und die Reifenbeschädigungen bei Erntefahrzeugen ausschließt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine verrottbare Kletterhilfe mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.

Weitere vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Die erfindungsgemäße verrottbare Kletterhilfe hat den Vorteil, daß durch die Verwendung von Naturfasern, wie beispielsweise Baumwolle, Flachs(Leinen), Hanf, Sisal, Jute, Ramie und Kokos, oder Chemiefasern aus natürlichen Polymeren, wie beispielsweise Viskosefasern (eine Definition dieser Begriffe findet sich z. B. im Römpp Chemie Lexikon, 9. Auflage, Thieme Verlag, Stuttgart, unter den entsprechenden Stichwörtern), zur Befestigung von Hopfenstauden wegen der biologischen Abbaubarkeit eine Bodenbelastung vermieden wird, wodurch der Bepflanzungszeitraum erhöht wird. Andererseits ist die erfindungsgemäße verrottbare Kletterhilfe gegenüber Papierbändern aber so ausreichend beständig, daß ihre Haltbarkeit über eine Wachstumsperiode gewährleistet ist, weil sie den Niederschlägen während dieser Zeit standhält.

Die erfindungsgemäße verrottbare Kletterhilfe wird hergestellt, in dem mit an sich bekannten textilen Verarbeitungsverfahren, wie beispielsweise Spinnen, Zwirnen, Flechten, Häkeln, Klöppeln, Stricken, Weben und Wirken, die in Form von Stapelfasergarnen (Spinnfasergarnen) oder Filamentgarnen vorliegenden Naturfasern oder Chemiefasern aus natürlichen Polymeren zusammengeführt oder als Faser in einem Vlies verfestigt werden, so daß eine Festigkeit von mindestens 300 N erreicht wird.

Beste Ergebnisse wurden mit Lyocellfasern und Tencelfasern erzielt, die gesponnen, verzwirnt oder geflochten werden. Tencelfasern eignen sich besonders gut. Lyocell ist der Gattungsbegriff für lösungsmittelgesponnene Cellulosefasern, die nach dem NMMO- bzw. Lyocell-Verfahren hergestellt werden. Lyocellfasern sind beispielsweise von den Firmen Lenzing AG und Courtaulds Fibres, Coventry/Großbritannien erhältlich. Tencelfasern sind eine Weiterentwicklung und ebenfalls von der Firma Courtaulds erhältlich. Tencel ist ein eingetragenes Warenzeichen. Diese Fasern haben den Vorteil, daß ihre Trockenfestigkeit höher ist als die jeder anderen kommerziellen Cellulose- Stapelfaser. Im nassen Zustand ist diese Festigkeit noch ausgeprägter. Trocken ist die Festigkeit zweimal so hoch wie bei herkömmlichen Viskosefasern und naß dreimal so hoch.


Anspruch[de]
  1. 1. Verrottbare Kletterhilfe, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus textil verarbeiteten Naturfasern oder Chemiefasern aus natürlichen Polymeren besteht und eine Festigkeit von mindestens 300 N hat.
  2. 2. Verrottbare Kletterhilfe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Naturfasern Baumwoll-, Flachs(Leinen)-, Hanf-, Sisal-, Jute-, Ramie- und Kokosfasern und die Chemiefasern aus natürlichen Polymeren Lyocell-, Tencel- oder Viskosefasern sind.
  3. 3. Verrottbare Kletterhilfe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Naturfasern oder Chemiefasern aus natürlichen Polymeren in Form von Stapelfasergarnen oder Filamentgarnen vorliegen.
  4. 4. Verrottbare Kletterhilfe nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Stapelfasergarne oder Filamentgarne einen Zwirn oder ein Geflecht bilden oder als Faser in einem Vlies verfestigt sind oder gesponnen, gehäkelt, geklöppelt, gewebt, gewirkt oder gestrickt sind.
  5. 5. Verwendung von textilverarbeiteten Naturfasern oder Chemiefasern aus natürlichen Polymeren mit einer Festigkeit von mindestens 300 N als verrottbare Kletterhilfe.
  6. 6. Verwendung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Naturfasern Baumwoll-, Flachs(Leinen)-, Hanf-, Sisal-, Jute-, Ramie- und Kokosfasern und die Chemiefasern aus natürlichen Polymeren Lyocell-, Tencel- oder Viskosefasern ssind.
  7. 7. Verwendung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Naturfasern oder Chemiefasern aus natürlichen Polymeren in Form von Stapelfasergarnen oder Filamentgarnen vorliegen.
  8. 8. Verwendung nach den Ansprüchen 5, 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Stapelfasergarne oder Filamentgarne einen Zwirn oder ein Geflecht bilden oder als Faser in einem Vlies verfestigt sind oder gesponnen, gehäkelt, geklöppelt, gewebt, gewirkt oder gestrickt sind.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com