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Dokumentenidentifikation DE19803561A1 05.08.1999
Titel Rückrollsperre für Kraftfahrzeuge mit Schaltgetriebe
Anmelder Dihlmann, Markus, 71522 Backnang, DE;
Gansel, Philipp, 71522 Backnang, DE
Erfinder Dihlmann, Markus, 71522 Backnang, DE;
Gansel, Philipp, 71522 Backnang, DE
DE-Anmeldedatum 30.01.1998
DE-Aktenzeichen 19803561
Offenlegungstag 05.08.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.08.1999
IPC-Hauptklasse B60T 1/06

Beschreibung[de]
Anwendungsgebiet

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, die das Rückrollen von Fahrzeugen am Berg verhindert, aber gleichzeitig ein einfaches Weiterfahren ermöglicht.

Stand der Technik

Beim Wiederanfahren nach einem Stopp am Berg muß der Fahrzeuglenker Gas, Kupplung und Handbremse koordinieren.

Nachteile des Standes der Technik

Die nach dem Stand der Technik vom Fahrzeuglenker abverlangte Koordinierungsaufgabe schmälert Fahrkomfort und Fahrsicherheit, was sich letztlich an abgewürgten Motoren, Staus mit unnötigen Abgasen und Zeitverlust, ja sogar Unfällen zeigt. Dies trifft nicht nur auf Autos, sondern fast verstärkt auch auf Krafträder zu. Die Verwendung eines Automatikgetriebes löst das Koordinierungsproblem zwar, bringt aber andere Nachteile mit sich: Höherer Energieverlust bei Automatikgetrieben und weniger sportliches Fahren.

Aufgabe der Erfindung

Die Erfindung hindert das Fahrzeug am unbeabsichtigten Rückwärtsrollen, ohne jedoch die Vorwartsfahrt zu beeinträchtigen.

Lösung

Die Erfindung basiert auf dem Prinzip der Rätsche, die so an der Hinterachse/Hinterrad des Fahrzeugs angebracht ist, daß eine Sperrung der nach rückwärts gerichteten Drehbewegung erfolgt. Das Vorwärtsfahren ist weiterhin möglich, da sich die Sperre automatisch entriegelt wenn das Fahrzeug weiter fährt oder der Rückwärtsgang eingelegt wird.

Vorteile

Die Erfindung steigert den Fahrkomfort, ist energiesparender und damit ökologischer als der Stand der Technik, erlaubt sportlicheres Fahren als das Automatikgetriebe. Spart also Ärger, Benzin, Zeit, Abgas und Unfälle. Die Gründe dafür liegen darin, daß

  • 1. Fahrzeuge, die bei Vorwärtsfahrt an einer Steigung anhalten, ohne Betätigung der Fuß oder Handbremse, ohne Verwendung eines Automatikgetriebes nicht unbeabsichtigt zurückrollen, jedoch ungehindert vorwärts weiter fahren können,
  • 2. die automatische Entriegelung der Rückrollsperre, abhängig von der beginnenden Vorwärtsbewegung, sichergestellt wird,
  • 3. keine Reibungsverluste oder Fahrgeräusche während der Vorwärtsfahrt verursacht werden,
  • 4. die Rückrollsperre beim Einlegen des Rückwärtsgangs wirkungslos wird.

Die Funktion läßt sich sinngemäß auch auf den Vorgang der Sperrung des Vorrollens bei Gefallstrecken anwenden.

1. Grundidee

Die Idee der Rückrollsperre basiert auf dem Prinzip der Rätsche.

Die Rätsche besteht aus einem Zahnrad und einer Sperre, die man nach unten und oben bewegen kann. Dadurch kann sich das Zahnrad nur in eine vorgegebene Richtung drehen. Wenn man versucht, es in die andere Richtung zu drehen wird es von der Sperre blockiert.

Die Rätsche wird so in das Fahrzeug eingebaut, daß sie letztlich die Hinterachse an der Rückwärtsdrehung hindert. Dadurch wird das Auto am Rückwärtsrollen gehindert, kann aber nach wie vor vorwärts fahren. Dadurch wird das Anfahren am Berg ohne Benutzung der Handbremse ermöglicht.

2. Verfeinerungen a) hohe Geschwindigkeiten

Bei hohen Geschwindigkeiten würde sich das Material schnell abnutzen. Überdies würde ein störendes Geräusch durch den Rätscheneffekt entstehen. Deshalb wird die bewegliche Sperre ab einer bestimmten Geschwindigkeit entsperrt.

b) Rückwärtsgang

Da die Rückrollsperre das Rückwärtsfahren behindern würde, wird die Sperre auch beim Schalten in den Rückwärtsgang automatisch entsperrt.

3. Funktionsweise (Siehe Zeichnung)

Kommt das Fahrzeug zum Stehen, schließt Schalter V im Geschwindigkeitsfühler GF (im Modellversuch mit einem Fliehkraftregler simuliert) in Position 2 → Rückrollsperre wird aktiviert, weil M2 an Zugfaser (Z2) zieht, bis Querstrebe Schalter S2 öffnet. Dadurch wird ein Rückrollen verhindert. Sobald das Fahrzeug losfährt und eine bestimmte Geschwindigkeit erreicht hat, gelangt Schalter V im Geschwindigkeitsfühler GF in Position 1. → M1 zieht an Zugfaser 1 (Z1), wodurch die Rückrollsperre deaktiviert wird. M1 zieht solange bis Schalter S1 durch Querstrebe geöffnet wird.

Beim Rückwärtsgang wird über die Gangschaltung R Schalter S3 umgelegt, wodurch der Geschwindigkeitsfühler GF überbrückt wird, sowie zugleich M1 zum Öffnen der Rückrollsperre aktiviert, aber Motor M2 auf jeden Fall nicht eingeschaltet wird. Die Rückrollsperre wird damit auch bei Geschwindigkeit = Null durch M1 deaktiviert und man kann rückwärts fahren.

4. Optimierungen

In Zukunft könnte man anstatt der Motoren M1 und M2 sowie den Zugfasern Elektromagneten oder pneumatische Steuerungen einsetzen.


Anspruch[de]
  1. 1. Rückrollsperre für Kraftfahrzeuge mit Schaltgetriebe, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
    1. a) es ist eine lösbare Rückrollsperre nach dem Prinzip der Rätsche vorgesehen,
    2. b) die Rückrollsperre ist so gestaltet, daß sie sich bei Vorwärtsfahrt selbsttätig löst,
    3. c) es sind Steuerungsmittel vorgesehen zum Lösen der Rückrollsperre bei Einlegen des Rückwärtsganges des Schaltgetriebes.
  2. 2. Rückrollsperre nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß von einem Geschwindigkeitsfühler gesteuerte Mittel zum Abheben der Sperrklinke der Rückrollsperre bei Vorwärtsfahrt vorgesehen sind.
  3. 3. Rückrollsperre nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückrollsperre an der Hinterachse oder an einem Hinterrad vorgesehen ist.
  4. 4. Vorrollsperre für Kraftfahrzeuge mit Schaltgetriebe, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
    1. a) es ist eine lösbare Vorrollsperre nach dem Prinzip der Rätsche vorgesehen,
    2. b) die Vorrollsperre ist so gestaltet, daß sie sich bei Rückwärtsfahrt selbsttätig löst,
    3. c) es sind Steuerungsmittel vorgesehen zum Lösen der Vorrollsperre bei Einlegen dem Vorwärtsganges des Schaltgetriebes.
  5. 5. Vorrollsperre nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrollsperre an der Hinterachse oder an einem Hinterrad vorgesehen ist.






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