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Dokumentenidentifikation DE19806079A1 19.08.1999
Titel Ziehpresse mit variabler Ziehrichtung
Anmelder Schuler Pressen GmbH & Co. KG, 73033 Göppingen, DE
Erfinder Michael, Wolfgang, Dipl.-Ing. (FH), 73037 Göppingen, DE
DE-Anmeldedatum 14.02.1998
DE-Aktenzeichen 19806079
Offenlegungstag 19.08.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.08.1999
IPC-Hauptklasse B21D 24/08
IPC-Nebenklasse B21D 22/20   B30B 1/14   
Zusammenfassung Eine Ziehpresse (1) weist einen Stößel (8) auf, der über eine Krafterzeugungseinrichtung (26, 27) mit einem Blechhalterstößel (16) verbunden ist. Die Krafterzeugungseinrichtung (26, 27) wird durch Hydraulikzylinder und eine entsprechende Auslaßsteuerung gebildet. Der Blechhalterstößel (16) dient dem Festklemmen des Ziehrandes eines Werkstücks beim Tiefziehen von oben her, d. h. mit Ziehstößel (12) an dem Stößel (8).
Der Blechhalterstößel (16) kann mittels einer Verriegelungseinrichtung mit dem Stößel (8) gekuppelt werden und bildet mit diesem dann eine Einheit. In diesem Zustand kann die Ziehpresse zum Ziehen von unten, d. h. mit Ziehstempel am Pressentisch verwendet werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Ziehpresse mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1.

Ziehpressen dienen der Umformung von ebenen Blechen zu Werkstücken, wie bspw. Karosserieteilen, die erhalten werden, indem das Blech mittels eines Ziehstößels in hohle Formen gepreßt und gezogen wird. Das Blech wird dabei wenigstens bereichsweise gedehnt. Um dies zu erreichen, muß der Rand des Blechs festgehalten werden. Dazu dient ein sogenannter Blechhalter. Das Blech wird zwischen dem Blechhalter und einer entsprechenden Gegenanlagefläche eingeklemmt bevor der Ziehstößel den mittleren Bereich des Blechs verformt.

Prinzipiell ist es sowohl möglich, das Blech durch die von oben kommende Bewegung des Stößels als auch "nach unten" zu verformen. Beim Verformen nach unten wird meist ein Unterwerkzeug verwendet, das eine Hohlform aufweist, die von einer Gegenanlagefläche für den Blechhalter umgeben ist. Der Blechhalter und der Ziehstößel sind oberhalb des Unterwerkzeugs angeordnet und werden von oben auf das Unterwerkzeug und somit das auf diesem liegende Blech (die Platine) abgesenkt, um den Ziehvorgang zu bewirken. Das Ergebnis ist ein von oben her gesehen konkav ausgebildetes Blechteil, das noch weiterer Bearbeitung bedarf. Diese erfolgt in weiteren Pressen oder Pressenstufen, die sich an die Ziehpresse anschließen.

In der Vergangenheit boten sich in Bezug auf die Umformung drei Wege an. Beim Ziehen nach oben mit nach unten beweglichem Blechhalter erfolgte die Weiterbearbeitung ohne ein Wenden des Werkstücks. Beim Verformen nach unten mit im Betrieb fest stehendem Blechhalter erfolgte das Weiterbearbeiten wahlweise ohne Wenden oder mit Wenden des Werkstücks.

Für das Ziehen von unten ist es bspw. aus der DE 24 07 864 bekannt, an dem Stößel einer Ziehpresse ein Oberwerkzeug zu befestigen, das sowohl eine Ziehstempel als auch einen Blechhalter enthält. Der Blechhalter ist gegen den Ziehstempel vertikal auf und ab bewegbar und an dem Werkzeug entsprechend geführt. Um den Blechhalter mit einer nach unten gerichteten Kraft zu beaufschlagen, ist in dem Stößel ein Druckkissen untergebracht, das zwei Luftzylinder aufweist. Die Luftzylinder sind an dem Stößel befestigt und tragen mit ihren Kolbenstangen eine Druckplatte. Diese wirkt wiederum über Stößel auf den Blechhalterring.

Außerdem ist es aus der DE 24 07 864 C3 bekannt, den Blechhalterring in oder an einem Unterwerkzeug anzuordnen. Das ortsfest gelagerte Unterwerkzeug ist über einem Ziehkissen angeordnet, das an seiner Oberseite eine Druckplatte trägt. Der Blechhalterring stützt sich über Druckbolzen auf der Druckplatte ab.

Durch die Anordnung des Ziehapparats in dem vertikal oberhalb des Werkzeugs angeordneten Stößel, wird nach oben hin ein großer Bauraum erforderlich. Außerdem ist die Ziehrichtung bei einer solchen Ziehpresse festgelegt. Für die Ausgestaltung nach diesem Stand der Technik bedarf es zweier Pressen.

Bei moderneren Pressenanlagen wird es meist angestrebt, die Werkstücke in der Ziehstufe schon nach oben konvex auszubilden, d. h. von unten (nach oben) zu ziehen. Dies erspart ein Wenden des Werkstücks vor Eintritt in die nachfolgenden Pressenstufen. Eine solche Ziehpresse ist ebenfalls aus der oben bereits genannten DE 24 07 864 bekannt. Bei dieser Presse ist der Pressentisch mit einem Ziehapparat versehen. Der Pressenstößel dient der Halterung eines insoweit passiven Oberwerkzeugs, das hier eine Hohlform aufweist.

Die Verwendung von älteren Werkzeugen, die ein Ziehen von oben und (nach unten) eine Blechhaltung von oben erfordern, ist auf einer solchen Presse nicht möglich.

Zur Erzeugung der Blechhaltekraft sind unterschiedliche Prinzipien verwirklichbar. Bspw. ist es aus der EP 0 173 755 bekannt, bei einer Ziehpresse mit im Pressentisch angeordneten Ziehapparat die erforderliche Blechhaltekraft durch Hydraulikzylinder zu erzeugen, die einen Blechhalter tragen. Die Hydraulikzylinder sind an dem Pressentisch gehalten. Sie stehen mit einer Steuereinrichtung in Verbindung, die Hydraulikfluid gesteuert aus den Hydraulikzylindern ausläßt, wenn der Blechhalter von dem Pressenstößel nach unten gedrückt wird. Die verdrängte Hydraulikflüssigkeit wird durch Drosselventile geleitet, mit denen die Blechhaltekraft steuerbar ist.

Die Ziehpresse ist für Werkzeuge eingerichtet, die nach oben konvexe, d. h. von unten gezogene Werkstücke erzeugen. Die Verwendung von Werkstücken, die eine Blechhaltung von oben erfordern, ist nicht möglich.

Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, eine variabel verwendbare Ziehpresse zu schaffen.

Diese Aufgabe wird mit der Ziehpresse, mit Folgepressen oder Einzelpressen gemäß Patentanspruch 1 gelöst.

Die erfindungsgemäße Ziehpresse weist einen Stößel und ein zusätzliches Druckelement auf, das als Blechhalter dienen kann. Sowohl der Stößel als auch das Druckelement sind in übereinstimmenden Richtungen parallel zueinander verschiebbar gelagert. Das Druckelement ist bedarfsweise mit dem Stößel verriegelbar, so daß jede Relativbewegung zwischen dem Druckelement und dem Stößel ausgeschlossen, d. h. gesperrt wird. Diese Relativposition kann eine konstruktiv festgelegte Position oder eine wählbare Position sein.

Sind das Druckelement und der Stößel nicht miteinander verriegelt, kann die Ziehpresse zum "Ziehen von oben" verwendet werden, wie es insbesondere ältere Werkzeuge häufig erfordern. An dem Blechhalter wird ein entsprechender Blechhalterring befestigt. An dem Stößel wird der Druckstempel befestigt. Der Blechhalterring überragt den Druckstempel und setzt als erster auf der auf dem Unterwerkzeug liegenden Platine auf und klemmt diese an einer entsprechenden ortsfesten Gegenanlagefläche des Unterwerkzeugs fest. Nachfolgend zieht der Druckstempel das Blech in die Hohlform des Unterwerkzeugs.

Soll in der Ziehpresse ein Werkzeug verwendet werden, das eine Blechhaltung von unten erfordert, wird das Druckelement mit dem Stößel verriegelt. An der aus dem Druckelement und dem Stößel gebildeten Einheit wird nun das Oberwerkzeug befestigt. Für das Unterwerkzeug wird ein mit einem Ziehapparat versehener Pressentisch in die Ziehpresse eingefahren. Damit ist die Ziehpresse für beide Werkzeugbauarten geeignet, d. h. sowohl für Werkzeuge, die eine Blechhaltung von unten erfordern, als auch für Werkzeuge, die eine Blechhaltung von oben erfordern.

Beim Ziehen von oben mit Blechhaltung von oben, ist die Verriegelungseinrichtung gelöst. Für den Ziehstempel steht die Unterseite des Stößels zur Verfügung. Der umgebende Bereich wird von dem Blechhalter eingenommen. Erfolgt die Blechhaltung bei entsprechenden Werkzeugen jedoch von unten, wird die Verriegelungseinrichtung verriegelt und der Stößel und der Blechhalter bilden eine Einheit, die als starr angesehen werden kann. Sowohl die Unterseite des Stößels als auch die Unterseite des Blechhalters stehen nun als Werkstückaufnahmefläche zur Verfügung, so daß sehr große Werkzeuge betätigt werden können. Dies ist insbesondere bei der Herstellung von Karosserie-Seitenteilen von Bedeutung, die sehr großflächig sind und außerdem einen großen Pressdruck erfordern. In diesem Betriebszustand der Ziehpresse steht die gesamte Stößelkraft als Presskraft zur Verfügung. Eine Blechhaltekraft wird von der Stößelkraft nicht abgezweigt.

Bei Werkstücken mit kleineren Abmessungen, bei denen Werkzeuge mit Blechhaltung von oben verwendet werden können, wird wenn sich die Krafterzeugungseinrichtung für den Blechhalter an dem Stößel abstützt, die Stößelkraft auf Preßkraft und Blechhaltekraft aufgeteilt. Die Blechhaltekraft wird vorzugsweise durch mechanische Elemente wie Federn oder Dämpfer oder durch fluidtechnische Elemente wie bspw. Hydraulikzylinder erzeugt. Diese wirken als Bremseinrichtungen, die nach Aufsetzen des Blechhalters auf der Platine die nun während der Weiterbewegung des Stößels auftretende Relativbewegung zwischen Stößel und Blechhalter zu bremsen versuchen. Die Reaktionskraft wirkt über den Blechhalter auf die Platine und wird als Blechhaltekraft genutzt.

Die Erzeugung der Blechhaltekraft durch Bremseinrichtungen, wie bspw. einzelne Hydraulikzylinder, stellt insbesondere bei am Stößel gelagertem Blechhalter eine effiziente Krafterzeugungsmethode dar. Solange Stößel und Blechhalter synchron bewegt werden, ist keine hydraulische Energie für die Bewegung des Blechhalters erforderlich. Erst wenn dieser auf dem Blech aufgesetzt hat, ist eine Krafterzeugung erforderlich, die hier durch einfache Drosselmittel, wie bspw. steuerbare Ventile, erfolgen kann. Damit können insbesondere leistungsfähige Pumpen oder Speicher entfallen. Die Blechhaltekraft wird letztlich aus der Stößelbewegung hergeleitet. Dies ermöglicht wiederum einen schnellen Pressentakt und einen weiten Pressenhub. Die Hubweite und die Hubfrequenz werden durch die hydraulische Krafterzeugungseinrichtung nicht begrenzt.

Prinzipiell wäre es jedoch auch möglich, den Blechhalter separat, d. h. von dem Stößel unabhängig anzutreiben. Dies würde jedoch in der Regel einen etwas größeren Aufwand bedeuten.

Es ist insbesondere vorteilhaft, die Krafterzeugungseinrichtung durch mehrere, entlang des Blechhalters verteilte Hydraulikzylinder auszubilden, die jeweils separat angesteuert werden. Dadurch kann die Blechhaltekraft an unterschiedlichen Stellen des Blechhalters unterschiedlich gesteuert werden. Dies ist bspw. erforderlich, um ein gezieltes Nachziehen von Blech durch den Blechhalter zu ermöglichen.

Bei einer funktionell und konstruktiv vorteilhaften Ausführungsform der Ziehpresse ist das Druckelement an einer Basis verschiebbar gelagert, das in Bezug auf den Pressenstößel ortsfest gehalten ist. Diese Basis wird in der Regel durch den Pressenständer oder fest mit diesem verbundene Teile gebildet. Der Antrieb des Blechhalters erfolgt jedoch von dem Stößel her. Ist die Blechhaltekraft asymmetrisch, bspw. um an einer Seite oder an einer Ecke ein gezieltes Durchrutschen von Blech zu ermöglichen, treten Seitenkräfte auf, die auf dem Blechhalter wirken. Diese werden direkt in die ortsfeste Basis abgeleitet, ohne den Stößel zu beeinflussen. Damit wird die Vertikalführung des Stößels entlastet.

Weiter ist es vorteilhaft, den Stößel an dem Blechhalter zu lagern. Im Verriegelungszustand ist der Stößel über die Blechhalterführung an dem Gestell geführt, wobei hier nur das Führungsspiel der Blechhalterführung in Erscheinung tritt. Dies hat insbesondere für die Bearbeitung von beschichteten Blechen Bedeutung, die sehr enge Schnittspalte erfordern. Im Entriegelungszustand wird die Seitenführung des Blechhalters von dem Gestell übernommen. Der Stößel wird dadurch nicht belastet.

Weiter ist es vorteilhaft, zwischen dem Stößel und dem Blechhalter eine Hubbegrenzungseinrichtung vorzusehen. Diese kann dazu dienen, den Blechhalterhub auf das gerade notwendige werkstückespezifische Maß zu beschränken. Dies reduziert die erforderliche hydraulische Arbeit, die zu leisten ist, um den Blechhalter nach einem Ziehhub in seine Ausgangsposition zurückzufahren.

Weiterhin von Vorteil ist die Lagerung von Stößel und Druckelement mittels gleicher Bauelemente.

Vorteilhafte Einzelheiten von Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüchen und ergeben sich aus der Zeichnung sowie der dazugehörigen Beschreibung. In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung veranschaulicht. Es zeigen:

Fig. 1 eine erfindungsgemäße Ziehpresse mit einem an ihrem Stößel vorgesehenen Blechhalter, mit geöffnetem Werkzeug, in schematisierter Seitenansicht,

Fig. 2 die Ziehpresse nach Fig. 1, bei geschlossenem Werkzeug, in schematisierter Seitenansicht,

Fig. 3 die Ziehpresse nach den Fig. 1 und 2, bei der der Blechhalter mit dem Stößel verriegelt ist, bei geschlossenem Werkzeug, in schematisierter Seitenansicht,

Fig. 4 den Stößel und den Blechhalter der Ziehpresse nach den Fig. 1 bis 3, mit in Verriegelungsstellung befindlicher Verriegelungseinrichtung, in einer schematisierten Ansicht,

Fig. 5 den Stößel und den Blechhalter nach Fig. 4, in entriegeltem Zustand, mit ausgefahrenem Blechhalter in schematisierter Darstellung,

Fig. 6 den Stößel und den Blechhalter nach den Fig. 4 und 5, mit Blechhalter in Endposition, bspw. bei Ende eines Ziehhubs in schematisierter Darstellung, und

Fig. 7 die direkte Lagerung des Stößels an den Pressenständern in einem weiteren Ausführungsbeispiel.

Beschreibung

In Fig. 1 ist eine Ziehpresse 1 veranschaulicht, die ein ortsfest gelagertes Pressengestell 2 aufweist. Zu diesem gehören mehrere Pressenständer 3, 4, die an ihrem unteren Ende an einem Fundament verankert sind und mit ihrem oberen Ende ein nicht weiter veranschaulichtes Kopfstück tragen. Dieses trägt wiederum zwei Exzenterwellen, die gegenläufig synchron angetrieben sind und zu einer Antriebseinheit gehören. Diese ist hinter einer in Fig. 1 schematisch veranschaulichten Abdeckung 5 untergebracht.

Die Exzenterwellen treiben über Pleuel 6, 7 einen Stößel 8 in Hubrichtung H hin und hergehend an, was in Fig. 1 durch einen entsprechenden Pfeil symbolisiert ist. Der Stößel 8 weist an seiner Unterseite eine Werkzeugaufspannfläche 9 auf, an der ein zu einem Oberwerkzeug 11 gehöriger Ziehstempel 12 gehalten ist.

Der Stößel 8 ist über Linearführungen 14, 15 an einem Blechhalterstößel 16 gelagert, der eine um die Werkzeugaufspannfläche 9 des Stößels 8 herumführende Aufnahmefläche 17 aufweist.

Der Blechhalterstößel 16 trägt an seiner Aufnahmefläche 17 einen Blechhalter 18, der mit einer zentralen Öffnung 19 versehen ist, durch die sich der Ziehstempel 12 vertikal nach unten erstreckt. Die Öffnung 19 ist von einem Blechhalterrand 21 umgeben, der als plane Klemmfläche zum Festhalten einer nicht weiter veranschaulichten Platine während des Ziehvorgangs dient.

Der Blechhalterstößel 16 ist über mehrere Linearführungen 22, 23 an den Pressenständern 3, 4 gelagert. Der Blechhalterstößel 16 ist somit wie der Stößel 8 ebenfalls in Hubrichtung H verschiebbar.

Wie aus Fig. 4 hervorgeht, ist der Blechhalterstößel 16 nicht nur über die Linearführungen 14, 15 sondern zusätzlich über Hydraulikzylinder 26, 27 mit dem Stößel 8 verbunden. Außer den beiden in Fig. 4 veranschaulichten Hydraulikzylindern 26, 27 sind weitere Hydraulikzylinder vorgesehen, die um die Öffnung 19 des Blechhalterstößels 16 herum verteilt sind. Jeder Hydraulikzylinder 26, 27 ist mit einem Ende mit dem Stößel 8 verbunden. Seine Kolbenstange 28, 29 ist mit dem Blechhalterstößel 16 verbunden.

Die Hydraulikzylinder 26, 27 stehen, wie dies für den Hydraulikzylinder 26 schematisch veranschaulicht ist, über eine Fluidleitung 31 mit einem Drosselventil 32 in Verbindung, über das der Maximaldruck in dem Hydraulikzylinder 26, 27 begrenzt und gesteuert wird. Das Drosselventil 32 kann bspw. elektrisch steuerbar sein, so daß die Drücke in den einzelnen Hydraulikzylindern 26, 27 wahlweise und separat steuerbar sind.

An dem Blechhalterstößel 16 ist eine von der Aufnahmefläche 17 abgewandte Anschlagfläche 33 ausgebildet, der mit dem Stößel 8 verbundene Vorsprünge 34 zugeordnet sind. Diese sind so angeordnet, daß sie mit der Anschlagfläche 33 in Anlage stehen, wenn die Aufnahmefläche 17 des Blechhalterstößels 16 in einer Ebene mit der Werkzeugaufspannfläche 9 befindlich ist.

Der Anschlagfläche 33 gegenüberliegend sind mehrere durch nicht weiter veranschaulichte Elektromotoren verstellbare Gewindespindeln 36, 37 angeordnet, die sich mit einem Ende 38 an den Vorsprüngen 34 abstützen können, wenn sie in eine entsprechende Endposition überführt werden. In dieser Position klemmen sie die Vorsprünge 34 zwischen dem jeweiligen Ende 38 und der Anschlagfläche 33 fest, so daß der Blechhaltestößel 16 gegen den Stößel 8 arretiert ist. Die Gewindespindeln 36, 37 bilden somit in Verbindung mit den Vorsprüngen 34 und den Anschlagflächen 33ein Verriegelungsmittel 39, zur Arretierung des Blechhalterstößels 16 an dem Stößel 8.

Wie aus Fig. 1 hervorgeht, weist die Ziehpresse 1 einen Pressentisch 41 auf, der zur Aufnahme eines zu dem Werkzeug gehörigen Unterwerkzeugs 42 dient. Das Unterwerkzeug 42 ist als Hohlform ausgebildet und weist eine entsprechende Ausnehmung 43 auf. Diese ist von einer Planfläche 44 umgeben, die als Gegenanlagefläche für den an dem Blechhalter 18 ausgebildeten Blechhalterrand 21 dient.

An dem Pressentisch 41 ist ein Ziehapparat 46 vorgesehen. Zu dem Ziehapparat 46 gehört eine Druckwange 47, die vertikal auf und ab bewegbar gelagert ist (d. h. in Hubrichtung H). Die Druckwange 47 steht mit einer hydraulischen oder pneumatischen Einrichtung 48 in Verbindung, die eine nach oben gerichtete Kraft erzeugen kann, die einer Abwärtsbewegung der Druckwange 47 entgegenwirkt. Bei dem in Fig. 1 veranschaulichten Ausführungsbeispiel einer Ziehpresse 1 ist der Ziehapparat 46 funktionslos, wenn das dargestellte Werkzeug eingesetzt ist.

Die insoweit beschriebene Ziehpresse 1 arbeitet wie folgt:

Die Ziehpresse 1 ist beim Einrichten zunächst mit dem Unterwerkzeug 42 und dem Oberwerkzeug 11 versehen worden, zu dem der Ziehstempel 12 und der Blechhalter 18 gehören. Das Unterwerkzeug 42 ist ohne funktionelle Verbindung zu dem Ziehapparat 46 auf dem Pressentisch angeordnet.

Die aus Fig. 5 und 6 ersichtlichen Gewindespindeln 36, 37 befinden sich in zurückgeschraubter Stellung.

Zwischen den Enden 38 und den Anschlagflächen 33 ist ein Zwischenraum definiert, der dem jeweiligen Vorsprung 34 einen Linearhub ermöglicht. In dem oberen Totpunkt des Stößels 8 ist der Blechhalterstößel 16 in Bezug auf den Stößel 8 in seiner unteren Position. Die Vorsprünge 34 liegen an den Anschlagflächen an. Der Blechhalter 18 ist dadurch so gehalten, daß der Ziehstempel 12 in der Öffnung 19 verschwindet. Somit überragt der Blechhalterrand 21 den Ziehstempel 12 nach unten.

Bei einem Arbeitshub der Ziehpresse 1 wird der Stößel 8 von den Exzentern nach unten bewegt. Der Stößel 8 nimmt dabei den Blechhalterstößel 16 über die Hydraulikzylinder 26, 27 nach unten mit. Während der Abwärtsbewegung setzt zunächst der Blechhalterrand 21 auf eine auf der Planfläche 44 des Unterwerkzeugs 42 liegende Platine auf. Während sich der Stößel 8 weiter nach unten bewegt ist die Bewegung des Blechhalters 18 und somit des Blechhalterstempels 16 gesperrt. Der Blechhalterrand 21 stützt sich an der Platine ab und klemmt deren Rand somit fest. Dabei werden die Hydraulikzylinder 26, 27 zusammengedrückt, wodurch Hydrauliköl durch die Fluidleitung 31 und das Drosselventil 32 in ein entsprechendes Speichervolumen abströmt. Das Speichervolumen kann mit einem Druckpolster versehen sein. Mit dem Drosselventil 32 kann dabei der Druck des Hydrauliköls und somit die von den Hydraulikzylindern 26, 27 entwickelte Kraft genau und schnell gesteuert werden. Während des gesamten Abwärtshubs des Stößels 8 wird deshalb an den Hydraulikzylindern 26, 27 und somit an dem Blechhalterrand 21 eine Haltekraft für den Rand des Blechs aufgebracht.

Während der Blechhalter 18 die Platine randseitig hält, führt der Ziehstempel 12 seinen Ziehhub aus. Gegen Ende des Abwärtshubs nimmt die Ziehpresse 1 die in Fig. 2 veranschaulichte Arbeitsstellung ein. Die Relativposition des Blechhalterstößels 16 zu dem Stößel 8 ist in Fig. 6 veranschaulicht. Der untere Totpunkt ist erreicht, wenn oder kurz bevor die Vorsprünge 34 des Stößels 8 auf den Anschlagflächen 33 des Blechhalterstößels aufsetzen.

Bei dem Aufwärtshub des Stößels 8 bleibt der Blechhalterstößel 16 zurück, wobei die sich vergrößernden Arbeitsvolumina der Hydraulikzylinder 26, 27 durch rückströmendes Hydrauliköl rückgefüllt werden. Dies kann durch Pumpen oder durch das Druckpolster bewirkt werden, gegen die das Hydrauliköl zunächst verdrängt worden ist. Ein Druckpolster bewirkt hier, daß nur ein Teil der von den Hydraulikzylindern 26, 27 umgesetzten Arbeit (Blechhaltekraft integriert über die Hubweite) in den Drosselventilen 32 dissipativ umgesetzt wird. Ein anderer Teil wird zum Rückfördern des Hydrauliköls genutzt. Anstelle des Druckpolsters können auch mechanische Federn verwendet werden, die bspw. parallel zu den Hydraulikzylindern wirken.

Die Ziehpresse 1 kann gleichermaßen zur Arbeit mit einem Werkzeug 51 verwendet werden, das ein mit einer Hohlform versehenes Oberwerkzeug 52 und ein Unterwerkzeug 53 aufweist, das einen Ziehstempel 54 und einen Blechhalterrand 55 beinhaltet. Das Oberwerkzeug 52 ist an dem Stößel 8 und dem Blechhalterstößel 16 gehalten. Diese sind, wie in Fig. 4 veranschaulicht ist, durch Sperren des Verriegelungsmittels 39 zu einer Einheit verbunden. Das Oberwerkzeug 52 ist an der aus Werkzeugaufspannfläche 9 und Aufnahmefläche 17 gebildeten gemeinsamen Fläche gehalten. Der Ziehstempel 54 des Unterwerkzeugs 53 ist fest auf dem Pressentisch 26 gelagert. Der Blechhalter 55 stützt sich über Stößel 56, 57 auf der Druckwange 57 ab.

In Betrieb wird der Blechhalter 55 von dem äußeren Rand des Oberwerkzeugs 52 nach unten gedrückt, wobei die in das Werkzeug 51 eingelegte Platine an ihrem Rand festgeklemmt wird. Insoweit stimmt die Funktion mit der Arbeitsweise herkömmlicher Ziehpressen mit am Pressentisch angeordnetem Ziehapparat überein.

Im Unterschied zu bekannten Ziehpressen ist es mit der Ziehpresse 1 jedoch möglich, sowohl Werkzeuge mit im Oberwerkzeug angeordnetem Ziehstempel als auch Werkzeuge mit im Unterwerkzeug angeordneten Ziehstempel zu betreiben. Im letzteren Fall steht nahezu die gesamte, zwischen den Pressenständern 3, 4 vorhandene Breite als Stößelfläche für das Oberwerkzeug 52 zur Verfügung, was die Bearbeitung besonders großer und sperriger Werkstücke ermöglicht. Sollen jedoch gleichzeitig mehrere Werkstücke ausgehend von einer einzigen Platine und in einem Werkzeug einem Ziehvorgang unterworfen werden, ist meist das Festklemmen des Ziehrandes des Werkstücks auch in mittleren Bereichen des Werkstücks erforderlich. Dies ist bei am Stößel gelagertem Ziehstempel nur möglich, indem der Blechhalterstößel 16 in dem betreffenden Bereich mit einem Träger unterhalb des Stößels 8 überbrückt wird. Um diese komplizierte Konstruktion zu vermeiden, kann in solchen Fällen die Ziehpresse 1 mit unterseitigem Ziehstempel 54 betrieben werden. Hier kann der Blechhalter 55 in der gewünschten Form ausgebildet werden, wobei er über entsprechende Stößel auch bspw. in der Mitte der Druckplatte 47 abgestützt werden kann. Dies ermöglicht den Einsatz der Ziehpresse 1 unter verschiedensten Bedingungen und mit unterschiedlichsten Werkzeugen.

Eine Ziehpresse 1 weist einen Stößel 8 auf, der über eine Krafterzeugungseinrichtung mit einem Blechhalterstößel 16 verbunden ist. Die Krafterzeugungseinrichtung wird durch Hydraulikzylinder 26, 27 und eine entsprechende Auslaßsteuerung 32 gebildet. Der Blechhalterstößel dient dem Festklemmen des Ziehrandes eines Werkstücks beim Tiefziehen von oben her, d. h. mit Ziehstößel an dem Stößel 8.

Der Blechhalterstößel 16 kann mittels einer Verriegelungseinrichtung 39 mit dem Stößel 8 gekuppelt werden und bildet mit diesem dann eine Einheit. In diesem Zustand kann die Ziehpresse 1 zum Ziehen von unten, d. h. mit Ziehstempel am Pressentisch verwendet werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Ziehpresse (1), insbesondere für Pressenanlagen

    mit mehreren Pressenstufen sowie Folgepressen der Pressenanlage, Einzelpressen und dergl. Umformanlagen,

    mit wenigstens einem Stößel (8), der in einer Führung (14, 15) in einer Hubrichtung (H) gelagert und dem mittels einer Antriebseinrichtung (6, 7) eine Hubbewegung erteilbar ist,

    mit einem Druckelement (16), das in einer mit der Hubrichtung (H) übereinstimmenden Richtung (H) verschiebbar gelagert ist und das mit einer Krafterzeugungseinrichtung (26, 27) wirkverbunden ist, dadurch gekennzeichnet,

    daß das Druckelement (16) in wenigstens einer Relativposition zu dem Stößel (8) mittels einer Verriegelungseinrichtung (39) mit diesem verriegelbar ist.
  2. 2. Ziehpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Krafterzeugungseinrichtung (26, 27) wenigstens eine, vorzugsweise mehrere Bremseinrichtungen enthält, die bei einer Bewegung des Druckelements (16) gegen den Stößel (8) eine Kraft erzeugen.
  3. 3. Ziehpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Krafterzeugungseinrichtung (26, 27) wenigstens einen, vorzugsweise mehrere wirkungsmäßig zwischen dem Stößel (8) und dem Druckelement (16) angeordneten Arbeitszylinder enthält, der mit einem Steuerkanal (31) verbunden ist.
  4. 4. Ziehpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Steuerkanal (31) ein Drosselmittel (32) angeordnet ist.
  5. 5. Ziehpresse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Drosselmittel (32) ein steuerbares Ventil ist.
  6. 6. Ziehpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Krafterzeugungseinrichtung (26, 27) mit dem Stößel (8) verbunden und von diesem angetrieben ist.
  7. 7. Ziehpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckelement (16) an einer Basis (3, 4) verschiebbar gelagert ist, die in Bezug auf den Pressenstößel (8) ortsfest gehalten ist.
  8. 8. Ziehpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Stößel (8) an dem Druckelement (16) gelagert ist.
  9. 9. Ziehpresse nach Anspruch 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Stößel (8) über das Druckelement (16) direkt an Pressenständern gelagert ist, die die Basis (3, 4) bilden.
  10. 10. Ziehpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Stößel (8) und das Druckelement jeweils direkt an Pressenständern (3, 4) gelagert sind.
  11. 11. Ziehpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckelement (16) eine einstellbare Hubbegrenzung aufweist.
  12. 12. Ziehpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß einen Pressentisch (26) aufweist, der mit einem Ziehapparat (26) versehen ist.






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