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Dokumentenidentifikation DE19549533C2 09.09.1999
Titel Sprühbeschichtungsvorrichtung
Anmelder ITW Gema AG, St. Gallen, CH
Erfinder Duppenthaler, Beat, Gossau, CH;
Gubler, Roland, Abtwil, CH
Vertreter Meissner, Bolte & Partner, 86199 Augsburg
DE-Anmeldedatum 13.01.1995
DE-Aktenzeichen 19549533
File number of basic patent 19500872.3
Offenlegungstag 18.07.1996
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.09.1999
IPC-Hauptklasse B05B 15/12
IPC-Nebenklasse B05B 15/04   B05B 5/08   
Zusammenfassung Pulver-Sprühbeschichtungsvorrichtung mit einer runden Kabine (4), die einen trichterförmigen Kabinenboden (42.2) hat, dessen obere Trichteröffnung vollständig offen ist und die gleiche Querschnittsgröße wie der Innenquerschnitt der Kabinenwand (10) hat. Der Kabinenboden und das Kabinendach bestehen aus Kunststoff. Der Kabinenboden (42.2) ist mit einer Vibrationsvorrichtung (60) versehen. Die Kabinenwand (10) hat aneinander diametral gegenüberliegenden Stellen je eine Durchgangsöffnung (18, 19) für die zu beschichtenden Objekte. In der Kabinenwand (10) ist in Umfangsrichtung rechtwinkelig versetzt zu den Durchgangsöffnungen (18, 19) mindestens ein vertikaler Sprühschlitz (26, 28) für eine Sprühvorrichtung (8) gebildet. Die Sprühvorrichtung (8) wird von einer außerhalb der Kabine (4) angeordneten Hubvorrichtung (36, 38) getragen. Die Kabinenwand (10) besteht aus einer Doppelwandkonstruktion mit einem Hohlraum (86), der mindestens zum Beschichtungsraum (6) hin geschlossen ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Sprühbeschichtungsvorrichtung gemäß Anspruch 1.

Eine solche Pulver-Sprühbeschichtungsvorrichtung ist aus der CH-A-577 346 bekannt. Sie enthält einen im Zentrum einer vertikalen, säulenförmigen runden Kabinenwand angeordneten Pulver-Rotationszerstäuber, um welchen zu beschichtende Objekte von einer Transportvorrichtung auf einer Ω-förmigen Bahn herumtransportiert werden und durch eine einzige Öffnung in der Kabinenwand hindurchtransportiert werden (Ω = griechischer Großbuchstaben Omega). Der Kabinenboden besteht aus einem äußeren Trichter und einem inneren Pilz, die zwischen sich eine ringförmige Bodenöffnung bilden, deren Querschnitt wesentlich kleiner ist als der Querschnitt des darüberliegenden Beschichtungsraumes.

Die DE-A-35 38 800 zeigt eine Pulversprühkabine mit einer vertikalen, säulenförmigen, runden Kabinenwand; einem flachen Kabinenboden; einem radial von der Kabinenwand nach außen wegragenden Luftzufuhrkanal zur Luftzufuhr in den von der Kabinenwand umgebenen Beschichtungsraum; und einer Pulversprühvorrichtung, die im Luftzufuhrkanal in Richtung zu einem zu beschichtenden Objekt angeordnet ist, das im radialen Zentrum des Beschichtungsraumes an einer Kabinendecke aufgehängt ist. Am Kabinenboden befindet sich eine rotierende Pulver-Abkratzvorrichtung.

Die DE-C-36 02 172 zeigt eine Flüssigkeits- Sprühbeschichtungsvorrichtung mit einer vertikalen, säulenförmigen, runden Kabinenwand, einem geteilten Kabinendach, und einem über den gesamten Kabinenquerschnitt schräg nach einer Seite geneigten Kabinenboden, die zusammen einen Sprühbeschichtungsraum begrenzen; zwei diametral zueinander in der Kabinenwand gebildete, durch Türen schließbare Durchgangsöffnungen für zu beschichtende Objekte, die an einer Transportvorrichtung hängen, welche oberhalb der Kabine angeordnet ist und die Objekte diametral durch die Kabine transportiert; zwei innerhalb der Kabinenwand je unter 45° in Umfangsrichtung versetzt zu den Durchgangsöffnungen angeordnete, in das radiale Kabinenzentrum gerichtete Sprühvorrichtungen, die zueinander unter 90° angeordnet sind.

Die DE-A-41 34 702 zeigt eine Pulver- Sprühbeschichtungskabine, deren Kabinenwände doppelwandig sind. Die innere Wand und die äußere Wand bestehen in Sandwich-Bauweise aus mehreren Schichten aus elektrisch isolierendem Material, unter anderem auch Kunststoff, und bilden zwischen sich einen Hohlraum und sind durch Distanzelemente aus elektrisch isolierendem Material miteinander verbunden.

Die Sprühbeschichtungsvorrichtung nach der Erfindung zum Sprühbeschichten von Objekten mit Beschichtungspulver eignet sich insbesondere zum automatischen Sprühbeschichtungsbetrieb, kann jedoch auch für die Beschichtung mit Handsprühpistolen verwendet werden.

Andere bekannte Kabinen von Sprühbeschichtungsvorrichtungen haben im Horizontalquerschnitt im wesentlichen eine rechteckige Form. Bei länglichen Kabinen sind an den schmalen Stirnseiten Öffnungen oder Türen oder Türen mit Öffnungen für den Transport der Objekte durch die Kabine mittels einer Transportvorrichtung, üblicherweise ein Hängeförderer, vorgesehen. In den Längswänden sind Öffnungen oder Vertikalschlitze zum Einführen von Handsprühpistolen oder Automatiksprühpistolen in die Kabine vorgesehen, mit welchen die in Kabinenlängsrichtung in Kabinenmitte mittels der Transportvorrichtung transportierten Objekte beschichtet werden. Aus der EP-B1-0 200 681 ist eine vollständig aus Kunststoff bestehende Kabine bekannt, deren Länge größer als ihre Breite ist und deren Boden die Form einer keilförmigen Rinne hat. In der Rinnenspitze ist ein Schlitz gebildet, welcher sich von einem Rinnenende zum anderen Rinnenende keilförmig erweitert und unter welchem sich ein Kanal befindet, der am engen Schlitzende an eine Saugvorrichtung angeschlossen ist. Alle längs und vertikal verlaufenden inneren Kabinenecken sind abgerundet. Eine ähnliche Kabine ist aus der älteren CH-B-560 558 bekannt, deren Wände und Dach doppelwandig und auf ihrer Innenseite mit Öffnungen versehen sind, so daß den Wandzwischenräumen zugeführte Druckluft in die Kabine strömen und Pulver von der inneren Kabinenfläche abblasen kann. Kabinen vollständig aus Kunststoff herzustellen und geeignete Kunststoffmaterialien sind aus der AT-B-340 021 bekannt. Alle Kabinen dienen insbesondere zum elektrostatischen Pulversprühbeschichten, bei welchem das von einer Hand- oder Automatikpistole versprühte Pulver elektrostatisch aufgeladen wird, damit es von dem zu beschichtenden Objekt elektrostatisch angezogen wird. Die Pulverschicht auf den Objekten wird nicht in der Kabine, sondern anschließend in einem Lackeinbrennofen auf das Objekt aufgeschmolzen und damit dauerhaft mit dem Objekt verbunden.

Das in den bekannten Kabinen versprühte, nicht am Objekt haftende Pulver fällt zum größten Teil auf den Kabinenboden, während ein kleiner Anteil an den Kabinenwänden haftet. Dieses am Objekt nicht haftende Überschußpulver kann vom Kabinenboden abgesaugt und mittels Pulverabscheidung, insbesondere Zyklon und/oder Filterelemente, aus dem Saugluftstrom getrennt, dann gesiebt und anschließend mit frischem Pulver vermischt werden, bevor es der Sprühvorrichtung zugeführt und erneut versprüht wird. Beim Farbwechsel (Wechsel von einer Pulversorte auf eine andere Pulversorte) müssen nicht nur sämtliche Kabinen-Innenflächen, sondern auch die Zyklone und Filtereinrichtungen sowie die Pulverleitungen äußerst genau gereinigt werden, damit keine Pulverpartikel des zuerst verwendeten Pulvers mit dem danach verwendeten Pulver vermischt werden. Bereits einzelne Pulverpartikel können zu Beschichtungsfehlern auf dem Objekt führen, welche die Beschichtung unbrauchbar machen. Die zu beschichtenden Objekte können Haushaltsgeräte oder Autokarroserien sein, deren Käufer keine Farbfehler dulden. Die Rückgewinnung des Überschußpulvers reduziert zwar die Herstellkosten, geblieben ist jedoch weiterhin das Problem, daß bei einem Farbwechsel sehr viel Zeit und/oder zusätzliche Anlagenteile (zum Beispiel austauschbare Pulverabscheider, Siebvorrichtungen, Fluidleitungen) benötigt werden, um lange Stillstandzeiten der Anlage zu vermeiden. Hieraus ist ersichtlich, daß bei Vielfarbenbeschichtungen und dann, wenn verschiedene Objekte mit verschiedenen Farben beschichtet werden sollen, der genannte Sprühbeschichtungsbetrieb mit Rückgewinnung des Überschußpulvers unrentabel wird und auf Verlust gefahren werden muß. "Auf Verlust fahren" bedeutet, daß das Überschußpulver nicht aufbereitet und wiederverwendet, sondern als Abfall weggeworfen wird. Das Reinigen ist umso schwerer und zeitaufwendiger, je mehr das Pulver sich in der Kabine und den anderen Teilen ablagern kann. Aus diesem Grunde werden anstelle von Metallkabinen Kunststoffkabinen verwendet, da an ihnen die Pulverpartikel weniger stark und in geringerer Menge haften als in Metallkabinen. Die Pulverpartikel bestehen meistens aus Kunststoff, können jedoch auch aus Keramik oder einem anderen Material bestehen.

Durch die Erfindung soll die Aufgabe gelöst werden, den für einen Farbwechsel oder Pulverwechsel erforderlichen Zeitaufwand und/oder Aufwand an zusätzlichen Anlagenteilen weiter zu reduzieren, ohne auf eine gute Beschichtungsqualität verzichten zu müssen. Durch die Erfindung soll erreicht werden, daß eine Sprühbeschichtungsvorrichtung sowohl von den Herstellungskosten als auch für den Beschichtungsbetrieb auch dann rentabel ist, wenn sie wechselweise für lange Betriebsperioden mit gleichbleibender Pulversorte und dann wieder mit häufig wechselnden Pulversorten verwendet wird.

Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst.

Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.

Durch die Erfindung ist eine Kabine gegeben, welche mindestens im Bereich ihres Beschichtungsraumes, im Horizontalschnitt gesehen, eine kreisrunde zylindrische Form hat, wobei Haltemittel für die zu beschichtenden Objekte derart angeordnet sind, daß sie das zu beschichtende Objekt im radialen Zentrumsbereich des kreisrunden zylindrischen Beschichtungsraumes halten, und wobei die Sprühvorrichtung oder die Sprühvorrichtungen von außen nach innen in den radialen Zentrumsbereich gegen das Objekt gerichtet sind. Als "radialer Zentrumsbereich" des Beschichtungsraumes wird hier der Bereich in der Kabine angesehen, welcher mit Bezug auf die im radialen Zentrum des Kabineninnenraumes gelegene vertikale Kabinenmittelachse einen Radius hat, der 75% oder kleiner als der Radius, vorzugsweise gleich oder kleiner als die Hälfte des Radius, des von der Kabine begrenzten Beschichtungsraumes ist. Dadurch ergeben sich gegenüber dem Stand der Technik mehrere wesentliche Unterschiede: Mit Bezug auf die bekannten eckigen Kabinen hat die kreisrunde zylindrische Kabine den Vorteil, daß ihre Innenumfangsfläche kleiner ist und keine "toten Ecken" vorhanden sind. Damit ist eine wesentlich kleinere Kabineninnenfläche zu reinigen, und die Reinigung ist einfacher und leichter. Die Sprühvorrichtung oder Sprühvorrichtungen sprühen das Pulver in das radiale Kabinenzentrum und damit weit weg von der inneren Kabinenfläche, so daß nicht nur weniger Überschußpulver auf die innere Kabinenfläche gelangt, sondern die Auftreffgeschwindigkeit der Pulverpartikel auf diese Wandinnenfläche ist niedriger. Ein dritter Vorteil der Erfindung besteht darin, daß das Überschußpulver durch Schwerkraft automatisch im radialen Zentrumsbereich der Kabine auf den Kabinenboden fällt, also ohne zusätzliche Mittel von den inneren Wandflächen der Kabine weggeleitet wird. Nur ein sehr kleiner Anteil des Überschußpulvers gelangt auf die Wandinnenfläche der Kabine und bleibt dort haften oder fällt neben der Wandinnenfläche auf den Kabinenboden. Das Überschußpulver kann durch Schwerkraft und/oder einen Saugluftstrom auf den Kabinenboden fallen und vom Kabinenboden durch Schwerkraft und/oder durch einen Saugluftstrom aus der Kabine abgeführt werden. Ferner ist es durch die Erfindung auch leicht möglich, die Kabine zwischendurch zur Beschichtung mit einem anderen Pulver im Verlustbetrieb zu verwenden. Für den Verlustbetrieb kann beispielsweise die relativ kleine Bodenfläche der Kabine abgedeckt und anschließend beim erneuten Farbwechsel das Abdeckelement mit dem gesammelten Pulver aus der Kabine entfernt werden.

Die Sprühbeschichtungsvorrichtung nach der Erfindung kann in Verbindung mit Hand-Sprühpistolen und Automatik-Sprühpistolen verwendet werden. Sie stellt ein Schnell-Farbwechsel-System dar. In bevorzugter Ausführungsform besteht sie aus der Kabine, einem Zyklonabscheider mit nachgeordneter Siebmaschine und Pulverfördereinrichtung, sowie aus einem Pulverzentrum, aus welchem die Sprühvorrichtung oder Sprühvorrichtungen mit Beschichtungspulver beliefert werden, entweder aus besonderen Pulverbehältern oder direkt aus Gebinden (Behältnisse, in welchen das Beschichtungspulver vom Pulverhersteller den Pulveranwendern geliefert wird).

Besondere Ausführungsformen der Erfindung haben vorzugsweise folgende Merkmale: Eine im Horizontal- Querschnitt gesehen kreisrunde zylindrische Kabine aus isolierendem Material, vorzugsweise aus Kunststoff; die Wand der Kabine ist eine Doppelwand-Konstruktion, in welcher sich Luft befindet; es sind mehrere Sprühvorrichtungen vorgesehen, welche in einer oder mehreren vertikalen Reihen übereinander oder entgegengesetzt derart zueinander angeordnet sind, daß ihre Sprühstrahlen gegeneinander gerichtet sind; der Kabinenboden ist eine trichterförmige Absaugvorrichtung aus Kunststoff für die Förderung des Überschußpulvers aus der Kabine zur Pulverrückgewinnung und Wiederverwendung; zur Minimierung von Pulverablagerungen kann die trichterförmige Absaugvorrichtung und gegebenenfalls auch die Kabine durch eine Vibrationsvorrichtung vibriert werden.

Die Erfindung wird im folgenden in bezug auf die Zeichnungen anhand einer Ausführungsform als Beispiel beschrieben. In den Zeichnungen zeigen

Fig. 1 eine Seitenansicht einer im Querschnitt runden Kabine einer Sprühbeschichtungsvorrichtung nach der Erfindung,

Fig. 2 eine Draufsicht auf die Kabine von Fig. 1,

Fig. 3 eine vergrößerte Querschnittsdarstellung der Wand der Kabine von Fig. 1.

Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Sprühbeschichtungsvorrichtung für Handbetrieb und Automatikbetrieb zum Sprühbeschichten von Objekten enthält eine Kabine 4, welche einen Beschichtungsraum 6 bildet, in welchem die Objekte 2 mittels einer oder mehrerer Sprühvorrichtungen 8 beschichtet werden. Die Kabinenwand 10 und die Kabinendecke 12 haben, im Horizontalschnitt gesehen, eine kreisrunde Form oder zumindest eine an einen Kreis angenäherte allseitig runde Form, in deren radialen Mitte die theoretische vertikale Mittelachse 16 der Kabine 4 liegt. Gemäß einer nicht dargestellten abgewandelten Ausführungsform hat die Kabine 4 im Horizontalschnitt gesehen anstatt einer kreisrunden Form eine einem Kreis angenäherte ovale Form. In der Kabinenwand 10 befinden sich aufeinander diametral gegenüberliegenden Seiten je eine Durchgangsöffnung 18 und 19 je in Form eines vertikalen Schlitzes, welcher die Kabinenwand 10 und die Kabinendecke 12 in zwei gleich große Segmente teilt. Diese Teilung der Kabine 4 in gleiche Segmente, welche sich jeweils über die gesamte Höhe des Beschichtungsraumes 6 erstrecken, vereinfacht die Herstellung und den Transport der Kabine 4. An den Durchgangsöffnungen 18 und 19 können Türen sein und, in abgewandelter Ausführungsform, können die Durchgangsöffnungen 18 und 19 in solchen Türen gebildet sein. Die zu beschichtenden Objekte 2 hängen an Haken 23 einer Transportvorrichtung 22, welche die zu beschichtenden Objekte durch die eine Durchgangsöffnung 18 in den radialen Zentrumsbereich 24 des Beschichtungsraumes 6, in welchem die Objekte 2 beschichtet werden, und dann durch die andere Durchgangsöffnung 19 wieder aus der Kabine 4 heraustransportiert.

Um die Mittelachse 16 versetzt, vorzugsweise um 90° versetzt, zu den Durchgangsöffnungen 18 und 19 sind zwei einander diametral gegenüberliegende Sprühöffnungen 26 und 28 in Form von vertikalen, allseitig begrenzten Schlitzen in der Kabinenwand 10 gebildet, durch welche sich die Sprühvorrichtungen 8 erstrecken. Die Sprührichtungen 30 der Sprühvorrichtungen 8 der einen Sprühöffnung 26 sind vorzugsweise fluchtend und entgegengesetzt zu den Sprührichtungen 32 der Sprühvorrichtungen 8 der anderen Sprühöffnung 28 angeordnet, damit die am Objekt 2 vorbeiströmenden Luftstrahlen der Sprühstrahlen miteinander kollidieren und Überschußpulver konzentriert im Zentrumsbereich 24 durch Schwerkraft auf den Kabindenboden 42.2 absinkt. Die Sprühvorrichtungen 8 werden an jeder Sprühöffnung 26 und 28 je von einem außerhalb der Kabine 4 auf einem Gebäudeboden stehenden Hubständer 36 und 38 getragen, welche automatisch gesteuert die Sprühvorrichtungen 8 auf und ab bewegen. Jeder Hubständer 36 und 38 kann eine oder mehrere Sprühvorrichtungen 8 tragen, die übereinander oder nebeneinander angeordnet sein können. Gemäß einer anderen Ausführungsform können die Sprühvorrichtungen 8 bezüglich ihrer Sprührichtungen 30 und 32 aneinander vorbeigerichtet sein. Wenn die Sprührichtungen 30 und 32 im gleichen Drehsinn zur radialen Mittelachse 16 versetzt zueinander angeordnet sind, können ihre Pulver-Luft-Ströme in der runden Kabine 4 eine Wirbelströmung erzeugen. Anstelle der automatisch gesteuerten Sprühvorrichtungen 8 können handbetätigte Sprühvorrichtungen oder Sprühpistolen verwendet werden. Alle Sprühvorrichtungen 8 werden vorzugsweise synchron miteinander bewegt, um die Objekte 2 in ihrer gesamten Höhe zu beschichten.

Der als Sammeltrichter ausgebildete Kabinenboden 42.2 kann mittels einer Vibrationsvorrichtung 60 vibriert werden, damit in ihn fallendes Pulver leichter zur Trichterspitze abrutscht.

Die im horizontalen Querschnitt gesehen kreisrunde Kabine 4 ist symmetrisch aufgebaut. Ihre Wandinnenflächen 40 sind in gleicher Weise kreisrund und haben ihr radiales Zentrum in der Mittelachse 16. Die untere Spitze 42.1 des Kabinenbodens 42.2 liegt in der Mittelachse 16. Der Kabinenboden 42.2 hat eine geradlinig kegelförmig nach unten enger werdende Form. Die Kabinenwand 10, die Kabinendecke 12 und der trichterförmige Kabinenboden 42.2 bestehen vorzugsweise alle aus elektrisch nicht leitendem Material, vorzugsweise Kunststoff, da dieses Material die Pulverpartikel weniger an sich haften läßt als beispielsweise Metall. Ebenso können die von Pulver durchströmten Leitungen aus elektrisch nicht leitendem Material, beispielsweise Kunststoff, sein.

Die Kabine 4 ist durch die schlitzartigen Durchgangsöffnungen 18 und 19 in zwei gleiche schalenartige Kabinenhälften geteilt. Sie kann auch einteilig sein oder in mehrere gleich große Segmente aufgeteilt sein. Gemäß der bevorzugten Ausführungsform besteht die Kabinenwand 10, vorzugsweise auch die Kabinendecke 12 aus einer Doppelwandkonstruktion entsprechend Fig. 3, die eine Innenwand 82 und eine Außenwand 84 aufweist, welche durch Stege 85 miteinander verbunden sind und einen Hohlraum 86 begrenzen, der mit Luft gefüllt ist, vorzugsweise mit Atmosphärendruck. Die Zwischenraum 86 ist zur Außenluft hin offen und zum Beschichtungsraum 6 hin geschlossen. Die Innenwand 82 und die Außenwand 84 bestehen je aus Kunststoff.

Das Kabinendach 12 ist auf zwei spiegelbildlich gleiche Hälften 12.1 und 12.2 aufgeteilt, welche symmetrisch zu den Durchgangsöffnungen 18 und 19 neben dem Bewegungsweg der Transportvorrichtung 22 mit den Objekten 2 angeordnet sind.

Fig. 1 zeigt in Seitenansicht und Fig. 2 in Draufsicht die Sprühbeschichtungsvorrichtung nach der Erfindung mit der Kabine 4, welche im horizontalen Querschnitt gesehen im wesentlichen kreisrund ist und deren Sammeltrichter einen zur radialen, vertikalen Kabinenmittelachse 16 hin gleichförmig nach unten enger werdenden Kabinenboden 42.2 bildet, auf welchem durch Schwerkraft absinkendes Überschußpulver zum radialen Kabinenzentrum hin abrutscht und durch eine untere Trichteröffnung 42.3 beispielsweise in einen unter der Kabine 4 stehenden Behälter 4.3 fällt. Der als Kabinenboden 42.2 dienende Sammeltrichter erstreckt sich über den gesamten Kabinen-Innenquerschnitt.

Der Beschichtungsraum 6 wird durch die Kabinenwand 10, die Kabinendecke 12, und den Kabinenboden 42.2 unterhalb der zu beschichtenden Objekte 2 begrenzt.

Der Kabinenboden 42.2 hat im Vertikalschnitt gesehen die Form eines nach unten zur radialen Mittelachse 16 der Kabine 4 allseitig gleichförmig enger werdenden Trichters, wobei die obere Trichteröffnung die gleiche Querschnittsgröße wie der Innenquerschnitt der Kabine 4 hat. An der engsten, am tiefsten gelegenen Trichterstelle befindet sich eine Pulverauslaßöffnung 42.3.


Anspruch[de]
  1. 1. Pulver-Sprühbeschichtungsvorrichtung zum Sprühbeschichten von Objekten (2) mit Beschichtungspulver, enthaltend eine Kabine (4), deren Kabinenwand (10) im Horizontalschnitt gesehen eine kreisrunde Form oder zumindest eine an einen Kreis angenäherte allseitig runde Form hat und einen Beschichtungsraum (6) umgibt, der oben von einem Kabinendach (12) und unten von einem Kabinenboden (42.2) begrenzt ist; eine im Kabinendach (12) gebildete Ausnehmung, durch welche Aufhänger (23) an der Transportvorrichtung (22) hindurchhängen können, welche die Objekte (2) an den Aufhängern (22) tragen und durch den Beschichtungsraum (6) transportieren; mindestens eine Sprühvorrichtung (8) zum Sprühen von Beschichtungspulver auf ein Objekt, das sich im Beschichtungsraum (6) befindet; eine Pulverauslaßöffnung (42.3) an einer tiefsten Stelle des Kabinenbodens (42.2); dadurch gekennzeichnet, daß der Kabinenboden (42.2) im Vertikalschnitt gesehen die Form eines nach unten zur Mittelachse (16) der Kabine (4) allseitig geradlinig enger werdenden Trichters hat, dessen obere Trichteröffnung vollständig offen ist und die gleiche Querschnittsgröße wie der Innenquerschnitt der Kabinenwand (10) hat; daß die Pulverauslaßöffnung (42.3) an der engsten, am tiefsten gelegenen Trichterstelle sich befindet; daß der trichterförmige Kabinenboden (42.2) aus Kunststoff besteht; daß der Kabinenboden (42.2) mit einer Vibrationsvorrichtung (60) zur Vibration versehen ist, damit in ihm vorhandenes Pulver leichter zur Trichterspitze abrutscht; daß die Kabinenwand (10) an einander diametral gegenüberliegenden Stellen je eine Durchgangsöffnung (18, 19) für die Objekte (2) aufweist, daß sich die Durchgangsöffnungen (18, 19) bis in die Ausnehmung des Kabinendaches (12) erstrecken, daß sich die Ausnehmung von Durchgangsöffnung zu Durchgangsöffnung (18, 19) diametral durch das Kabinendach (12) erstreckt und es in zwei gleich große Segmente teilt; daß das Kabinendach (12) aus Kunststoff besteht; daß in der Kabinenwand (10), in Umfangsrichtung rechtwinkelig versetzt zu den Durchgangsöffnungen (18, 19) mindestens ein vertikaler Sprühschlitz (26, 28) gebildet ist, durch welchen mindestens eine Sprühvorrichtung (8) in den Beschichtungsraum gerichtet wird; daß die Sprühvorrichtung (8) von einer außerhalb der Kabine (4) angeordneten Hubvorrichtung (36, 38) getragen wird; daß die Kabinenwand (10) aus einer Doppelwandkonstruktion besteht, die eine Innenwand (82) und eine Außenwand (84) je aus Kunststoff aufweist, welche durch Stege (85) miteinander verbunden sind und einen Hohlraum (86) begrenzen, der mindestens zum Beschichtungsraum (6) hin geschlossen ist.
  2. 2. Pulver-Sprühbeschichtungsvorrichtung nach Anspruch dadurch gekennzeichnet, daß in der Kabinenwand (10) auf entgegengesetzten Kabinenseiten je mindestens ein vertikaler Sprühschlitz (26, 28) für je mindestens eine Sprühvorrichtung (8) gebildet ist.






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