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Dokumentenidentifikation DE19628412C2 09.09.1999
Titel Anlage zur Aufbereitung von Hartschaum, insbesondere deponiertem Polystyrol-Hartschaum
Anmelder Wiegand, Thomas, 08301 Schlema, DE
Erfinder Becher, Werner, 08289 Wildbach, DE;
Gerstner, Horst, 08301 Schlema, DE;
Wiegand, Thomas, 08280 Aue, DE
Vertreter Hempel, H., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 01159 Dresden
DE-Anmeldedatum 15.07.1996
DE-Aktenzeichen 19628412
Offenlegungstag 22.01.1998
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.09.1999
IPC-Hauptklasse B29B 17/00
IPC-Nebenklasse B29C 67/20   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Aufbereitung von Hartschaum, insbesondere deponiertem Polystyrol-Hartschaum zu zumindest im Bauwesen einsetzbaren Granulaten, enthaltend einen Aufnahme- und Vorverarbeitungsmodul zur Erzeugung eines Stückegemischs aus dem Hartschaum, einen nachgeordneten Verarbeitungsmodul und einen Klassierungsmodul sowie einen Bereitstellungsmodul, dem mindestens ein Granulat entnehmbar ist.

Eine derartige Anlage ist aus der Druckschrift DE 2 462 040 A1 bekannt, wobei die Anlage im wesentlichen aus einem Vorverarbeitungsmodul, aus einem Verarbeitungsmodul mit einem integriert angeordneten Klassierungsmodul und aus einem Bereitstellungsmodul besteht, die in dieser Reihenfolge durch ununterbrochene pneumatische, gebläseunterstützte Transportleitungen miteinander verbunden sind.

Mit der Anlage sollen möglichst oberflächenunversehrten Perlenzellen des Polystyrol-Hartschaums zur Wiederaufbereitung mittels erneuter Blähung mit Sattdampf zu einem Block, der mittels einer Glühdrahtschneideeinrichtung erneut verarbeitbar ist, erzeugt werden.

Die Perlenzellen sollen innerhalb des Verarbeitungsmoduls mittels eines stumpfen Schneidbügels einer Horizontal- Zerkleinerungsanlage vollends und nahezu unversehrt, d. h. ohne oberflächige Knautschzonen, aus dem Schaumgefüge eines Stückegemischs herausgelöst werden. Dabei hat die vorgeordnete pneumatische, das Stückegemisch transportierende Rohrleitung vom Vorverarbeitungsmodul zum Verarbeitungsmodul einen wesentlich größeren Querschnitt als die nachfolgende pneumatische, die Perlenzellen zum als Silo ausgebildeten Bereitstellungsmodul abtransportierende Rohrleitung. Durch den stark reduzierten, um die Hälfte verringerten Durchmesser der nachfolgenden Rohrleitung gegenüber der vorgeordneten Rohrleitung am Verarbeitungsmodul wird innerhalb des Verarbeitungsmoduls ein Luftpolster erzeugt, in dem durch den stumpfen Schneidbügel die gebläseabgesaugt klassierten Perlenzellen nahezu unzerknautscht herausgelöst und an den Bereitstellungsmodul weitergegeben werden. Ohne ein solches Luftpolster im kombinierten Verarbeitungs-Klassierungs-Modul sind unversehrte Perlenzellen nicht erzeugbar.

Die ursprünglichen Perlenzellen des Stückegemischs können je nach Blähungsbedingungen verschiedene Durchmesser aufweisen.

Damit können in dem als Sieb ausgebildeten Klassierungsmodul innerhalb des den Verarbeitungsmodul darstellenden Brechers bei kleineren als die Sieblöcher aufweisenden Perlenzellgrößen aus mehrereren Perlenzellen bestehende Verbundzellen klassiert werden, die dann nach dem Bereitstellungsmodul schwerlich zu einem Block treibbar sind oder bei zu großen als die Sieblöcher aufweisenden Perlenzellen solange im Verarbeitungsmodul geschleudert werden, bis deren Oberfläche doch geknauscht verkleinert ist.

Das Problem der bekannten Anlage besteht darin, daß die Perlenzellen mit verfestigten Knautschzonen im engeren Sinne keine Perlenzellen mehr, sondern geschrotete Granulatpartikel sind, die aber schwerlich erneut zu blähen sind. Ansonsten müßte nach einer kostenaufwendigen Voruntersuchung der Perlenzellengrößen des jeweiligen Hartschaums das zugehörige passende Sieb eingesetzt werden. Da aber ein unterschiedlicher, in der Regel wahllos deponierter bzw. getriebener Hartschaum recycelt wird, ist eine oberflächenunversehrte Perlenzellenerzeugung selten gewährleistet, so daß eben oft die kostenaufwendige Variante mit Siebwechsel ausgeführt werden muß.

Der zur Verarbeitung vorgesehene Polystyrol-Hartschaum ist im wesentlichen deponierter, ausgesonderter Hartschaum, der ein durch Partikel- oder Extruderschäumen hergestelltes festes, aus einem großen Prozentsatz (ca. 90 bis 98%) Luft bestehendes, vielporiges Polystyrol darstellt, das kurz nach dessen Herstellung als auch nach dessen wenigstens einmaligen Gebrauch nicht mehr verwendet wird. Deponierbare Polystyrol- Hartschaum-Körper bzw. -Stücke können dabei in Form von Frontteilen, Platten oder Blöcken für Verpackungen von Hausgeräten und von Anlagen der Computerindustrie, von Pflanzgefäßen oder von Isolationen für das Bauwesen und für die Kältetechnik z. B. in Großanlagen vorliegen.

Die deponierten Polystyrol-Hartschaum-Körper sind somit schlechthin Abfall insbesondere aus den genannten Bereichen und stellen in der Regel verschieden geometrisch geformte großvoluminöse, insbesondere quaderförmige, zylinderförmige oder anders geformte Körper dar, die oftmals mit großem Aufwand zu den bekannten Verarbeitungsanlagen transportiert, dort mit bekannten Verfahren zerkleinert und schließlich zu einem Granulatgemisch mit einem breiten Korngrößenspektrum zermahlen werden.

Aufgrund der vielen möglichen differenzierten Einsatzmöglichkeiten im Bauwesen ist die Bereitstellung des erhaltenen Granulatgemisches mit dem breiten Korngrößenspektrum zur Weiterverarbeitung mit Bindemittel, insbesondere mit Zement und mit Zuschlagstoffen zukünftig nicht mehr vertretbar. Zu groß sind die Qualitätsansprüche für die verschiedenen Anwendungsbereiche, die die Granulatkörpergemische mit Korngrößen bis zu 15 mm und mehr mm Durchmesser in einem Produkt nicht erfüllen können. So benötigen z. B. qualitativ hochwertige Feinputze nur Granulatkörper bis zu 3 nun Korndurchmesser, Grobputze bis zu 6 mm Korndurchmesser. Im Wärme- und Schalldämmschutzbereich ist ein Granulatgemisch bis maximal 8 mm Korndurchmesser zweckmäßig einsetzbar. Für Hinterfüllungen von Verkleidungen können z. B. die Granulatgemische größeren Korndurchmessers eingesetzt werden, so daß das gesamte Granulatgemischspektrum für die Anwendungsvarianten einsetzbar ist. Schwerpunkt des Einsatzes bleiben aber hochwertige atmungsaktive Putze und Wärme- und Schalldämmschutzschichten mit festgelegten Grenzkorngrößen. Die dafür notwendige differenzierte Klassierung ist mit den bekannten Verarbeitungsanlagen nicht erreichbar.

Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Anlage zur Aufbereitung von Hartschaum anzugeben, der von der Deponie abtransportiert möglichst im automatischen Durchlauf in mindestens ein verwertbares Granulat umgewandelt wird. Es sollen dabei Granulate aus einem Granulatgemisch mit Partikeln in der Regel größeren Durchmessers als der der Perlenzellen hergestellt werden, wobei gewährleistet werden soll, daß zum größten Teil die Oberflächenbereiche der meisten Granulatpartikel zwangszerknautscht werden, um größere Partikel auf eine maximal kleinere, wahlweise festgelegte Partikelgröße zu verringern und damit oberflächig stabil auszubilden, wobei den Bereitstellungsmodul Verpackungen mit Granulat mit festgelegter oberer Partikelgröße verlassen sollen.

Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. In der Anlage gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 ist der Aufnahme- und Vorverarbeitungsmodul ein wahlweise mobiler Modul, der mit mindestens einem das Stückegemisch enthaltenden Aufnahmelagerbehältnis an ein Eintragsvorratsbehältnis des Verarbeitungsmoduls zur Übernahme des Stückegemischs kompatibel anschließbar ist, wobei das Eintragsvorratsbehältnie über eine stücke- und partikeltransportierende Beschickungseinrichtung mit einer stückezerteilenden, partikelknautschenden Feinmühle verbunden ist und die Beschickungseinrichtung eine sensorunterstützte, steuerbare Förderschnecke zur Füllung der Feinmühle besitzt, wobei an die Feinmühle der Klassierungsmodul als separate Einheit angeschlossen ist, die im wesentlichen eine partikelknautschende Siebanlage mit mindestens einer klassierenden granulatabsaugenden Austragsanlage besitzt, aus der die Granulate in zugeordnete Granulatlagerbehältnisse geführt sind, wobei der Bereitstellungsmodul im wesentlichen jeweils mindestens ein mit Verschlußeinrichtungen versehenes Abfüllmeßbehältnis für das aus einem Granulatlagerbehältnis geförderte Granulat und mindestens eine Verpackungseinrichtung aufweist und wobei mindestens eine Steuereinrichtung vorhanden ist, die wahlweise mit den Modulen verbunden ist und je nach Bedarf zumindest die zugeordneten Verschlußeinrichtungan von stationären Modulteilen und Antriebe von Aggregaten schaltbar betätigt.

Das klassierte Granulat aus dem Granulatgemisch ist gesiebt und weist eins festgelegte obere Grenzkorngröße auf.

Der Klassierungsmodul ist mit dem Verarbeitungsmodul über eine Granulatrückführleitung derart gekoppelt, daß das anfallende, nicht klassierte Granulat mindestens in einem Kreislauf zu erneut klassierbarem Granulat wiederholt zermahlen, gestaucht und/oder zerknautscht wird, bis die wiederholt zermahlenen Granulatkörper mit ursprünglicher, weit größerer Korngröße auf eine Korngröße verringert sind, die der vorgegebenen oberen Grenzkorngröße entspricht.

Die Module sind miteinander und zugehörige Modulteile untereinander mittels pneumatischer Transportsysteme verbunden. Die pneumatischen Transportsysteme sind zwischen den Modulen und den Modulteilen aus Rohrleitungen ausgebildet, die jeweils an mindestens einen Ventilator angeschlossen und in denen durch erzeugte Druck-Sog-Gefälle die zugeordneten Gemische bzw. Granulate pneumatisch förderbar sind.

Der Aufnahme- und Vorverarbeitungsmodul kann als eine stationär plazierte Anlage ausgebildet sein.

Die stationäre Anlage zur Aufnahme und Vorverarbeitung enthält mindestens ein Aufnahmebehältnis für den Hartschaum, mindestens eine Transporteinrichtung zum Transport des deponierten Hartschaums hin zum Aufnahmebehältnis und mindestens einen Zerkleinerer zur Zerteilung der Hartschaumkörper in das Stückegemisch, das anschließend mittels einer Transportanlage, bestehend aus einem Ventilator und der Transportrohrleitung in das Eintragsvorratsbehältnis pneumatisch förderbar ist.

Ist der Aufnahme- und Vorverarbeitungsmodul ein mobiler Modul, so ist er zweckmäßig mit zum Verarbeitungsmodul kompatiblen Anschlußeinheiten versehen.

Der Verarbeitungsmodul kann als Beschickungseinrichtung für die Feinmühle eine Förderschnecke aufweisen, mit der das vorrätige Stückegemisch der Feinmühle zuführbar ist.

Der Beschickungseinrichtung ist mindestens eine dezentrale und/oder eine zentrale Schalteinrichtung zugeschaltet, die insbesondere im Bereich der Förderschnecke installierte Sensoren aufweist, die z. B. an die Schalteinrichtung signalisieren, daß je nach Füllstand der Feinmühle die Beschickungseinrichtung abgeschaltet oder wieder eingeschaltet werden muß.

Insbesondere durch eine Start-Stop-Steuerung der Beschickungseinrichtung kann die Feinmühle vorzugsweise wahlweise mit mindestens einem Vorratsbehältnis für Bindemittel (z. B. Zement), Zuschlagstoffe oder andere Additive verbunden ist, wobei aus den Vorratsbehältnissen quantifizierte Mengen in den Mischer gesteuert eingebbar sind.

Das Abfüllmeßbehältnis besitzt vorzugsweise boden- und deckenwandrandseitig angebrachte Füllstandssensoren, wobei das mit den Füllstandssensoren von eines Steuereinrichtung aus gesteuerte Abfüllmeßbehältnis vor der pneumatischen Füllung mit dem klassierten Granulat vorgegebener Grenzkorngröße bodenseitig mittels einer unteren Verschlußeinrichtung oder eines Schieberventils od. dgl. und nach der Füllung zur Transportanlage mittels einer oberen Verschlußeinrichtung oder eines Schiebeventils od. dgl. verschließbar ist. Nach gesteuerter Entleerung beginnt der Füllvorgang von neuem.

Die Verpackungseinrichtung enthält eine Absackanlage mit einem Sackverschlußgerät, die entweder manuell bedienbar oder automatisch betätigbar sind.

In der Absackanlage befinden sich hauptsächlich Plaste- und/oder Textilsäcke, die mit festgelegter Menge an Granulat gefüllt, gepackt und mit dem anlagenzugeordneten Sackverschlußgerät verschließbar, insbesondere verschweißbar sind.

Von den hauptsächlich sensorgestützten Steuereinrichtungen sind zugeordnete Verschlußeinrichtungen der stationären Modulteile und die Antriebe von zu bewegenden Aggregaten (Ventilatoren, Förderschnecke usw.) schaltbar betätigbar, so daß die Module im Durchlauf automatisch betreibbar sind, wobei dezentrale Steuereinrichtungen die Anschlußstellen zwischen den Modulen separat und zusätzlich/oder eine einzige portionsweise mit dem Stückgemisch befüllbar sein, wobei z. B. die Durchflußmenge des Stückgemischs oder den Füllstand des Granulatgemischs in der Feinmühle registrierenden Sensoren an die Schalteinrichtung signalisieren, wann das Granulatgemisch absaugbar ist.

Der Klassierungsmodul weist im wesentlichen eine Siebanlage für mindestens ein klassierbares Granulat mit einer jeweils einstellbaren maximalen Korngröße auf, wobei an die Siebanlage abgangsseitig mindestens zwei Transportanlagen, vorzugsweise Absauganlagen für das klassierte und das unklassierte Granulat angeschlossen sind und wobei die Transportanlagen an Granulatlagerbehältnisse geführt sind.

Die Siebanlage weist im Innern für die zu klassierenden Granulate in Reihe angeordnete, mit verschiedenen Lochmustern ausgebildete Siebe, vorzugsweise Trommelsiebe, die jeweils mit den untersiebig zugeordneten Transportanlagen verbunden sind, und einen Freiraum für das restliche Granulat, dem ein Siebdurchgang verwehrt ist, weil es Granulatkörper besitzt, die im wesentlichen einen größeren Korngrößenbereich als das klassierte Granulat mit der vorgegebenen größten Grenzkorngröße hat, wobei der Freiraum vorzugsweise baulich in die rückführende Transportanlage übergeht, auf.

Die Bereitstellungsmodule können jeweils mindestens ein Abfüllmeßbehältnis für das aus einem Granulatlagerbehältnis geförderte Granulat haben und eine Verpackungseinrichtung für das ausgelagerte Granulat enthalten.

Das Abfüllmeßbehältnis und die Verpackungseinrichtung stehen mit einem zwischengeordneten Mischer in Verbindung, der zentrale Steuereinrichtung alle Modulanschlußstellen signaltechnisch bedienen.

Die als Endstationen der pneumatischen Förderung vorgesehenen Eintragsvorratsbehältnisse, Granulatlagerbehältnisse od. dgl. sind als Aufnahmelagerbehältnisse mit größtenteils luftdurchlässigen Wänden ausgebildet, die vorzugsweise aus textilem Material (Textilbehältnisse, Textilsäcke) bestehen.

Die erfindungsgemäße Anlage ist derart ausgebildet, daß die Verwertung von deponierten Hartschaum anderer Polymerstoffe, insbesondere Polyurethanen möglich ist.

Die Erfindung eröffnet die Möglichkeit, durch den modulartigen Aufbau einen übersichtlichen, jederzeit störungsfreien Betrieb sicherzustellen.

Damit ist auch bei notwendigen Reparaturen ein defekter Modul auswechselbar, so daß die Herstellung von klassierbaren Granulatgemischen weitgehend ohne Unterbrechung erfolgen kann.

Das einheitliche pneumatische Transportsystem und die sensorgestützte sowohl dezentrale als auch einsetzbare zentrale Steuerung ermöglichen einen weitgehend automatischen Aufbereitungsablauf von der Erfassung des Hartschaums, insbesondere des Polystyrol-Hartschaums bis zur fertigen Granulatrohware bzw. bis zum mit Bindemittel und Zuschlagstoffen/Additiven veredelten Granulatfinalprodukt.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung werden in weiteren Unteransprüchen gekennzeichnet.

Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels mittels mehrerer Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 eine schematische, modulartige Darstellung der erfindungsgemäßen Anlage zur Aufbereitung von Polystyrol-Hartschaum,

Fig. 2 eine schematische Darstellung des Aufnahme- und Vorverarbeitungsmoduls,

Fig. 3 eine schematische Darstellung des Verarbeitungsmoduls,

Fig. 4 eine schematische Darstellung des Klassierungsmodule und

Fig. 5 eine schematische Darstellung des Bereitstellungsmoduls.

In den Fig. 1 bis 5 werden für gleiche Teile mit gleichen Funktionen die Bezugszeichen durchgängig beibehalten. Im folgenden sind die Fig. 2 bis 5 jeweils separat mit der Fig. 1 in die Erläuterungen einbezogen.

Die in Fig. 1 gezeigte Anlage 1 zur Aufbereitung von deponiertem Polystyrol-Hartschaum 63 enthält einen Aufnahme- und Vorverarbeitungsmodul 2 zur Erzeugung eines Stückegemischs 45 aus dem Hartschaum 63, einen nachgeordneten Verarbeitungsmodul 3 und einen Klassierungsmodul 4 sowie drei Bereitstellungsmodulen 5, 6, 7, denen jeweils ein Granulat entnehmbar ist.

Erfindungsgemäß ist der Aufnahme- und Vorverarbeitungsmodul 2 ein wahlweise mobiler Modul, der mit mindestens einem das Stückegemisch 45 enthaltenden Aufnahmelagerbehältnis an ein Eintragsvorratsbehältnis 23 des Verarbeitungsmoduls 3 zur Übernahme des Stückegemischs 45 kompatibel anschließbar ist, wobei das Eintragsvorratsbehältnis 23 über eine stücke- und partikeltransportierende Beschickungseinrichtung 31 mit einer stückezerteilenden, partikelknautschenden Feinmühle 24 verbunden ist und die Beschickungseinrichtung 31 eine sensorunterstützte, steuerbare Förderschnecke 67, 68, 70, 71, 72 zur Füllung der Feinmühle 24 besitzt, wobei an die Feinmühle 24 der Klassierungsmodul 4 als separate Einheit angeschlossen ist, die im wesentlichen eine partikelknautschende Siebanlage 25 mit drei klassierenden granulatabsaugenden Austragsanlagen 53, 54, 55 besitzt, aus denen die Granulate in zugeordnete Granulatlagerbehältnisse 26, 27, 28 geführt sind, wobei die Bereitstellungsmodule 5, 6, 7 im wesentlichen mit Verschlußeinrichtungen 58, 61 versehenes Abfüllmeßbehältnisse 35, 36, 37 für das jeweils aus dem Granulatlagerbehältnissen 26, 27, 28 geförderte Granulat und Verpackungseinrichtungen 41, 42, 43 aufweisen und wobei mindestens eine Steuereinrichtung vorhanden ist, die wahlweise mit den Modulen 2; 3; 4; 5, 6, 7 verbunden ist und die je nach Bedarf zumindest die zugeordneten Verschlußeinrichtungen 58, 61 von stationären Modulteilen und Antriebe von Aggregaten schaltbar betätigt.

Der Verarbeitungsmodul 3 besteht im wesentlichen aus einem Eintragsvorratsbehältnis 23 für ein Hartschaumstückegemisch 45 und aus einer aus dem Stückegemisch 45 ein Granulatgemisch 59 mit breitem Korngrößenbereich erzeugenden Feinmühle 24, wobei zwischen den beiden Modulteilen 23, 24 eine Beschickungseinrichtung 31 verbindend angeordnet ist.

Dem Verarbeitungsmodul 3 ist wahlweise der Aufnahme- und Vorverarbeitungsmodul 2 vorgeordnet, der den deponierten Hartschaum 63 in wenigstens unzerstückelter oder vorzugsweise in schon zerstückelter Form aufnimmt und in das Stückegemisch 45 zerkleinert.

Im Klassierungsmodul 4 wird das aus den Verarbeitungsmodul 3 geförderte Granulatgemisch 59 gesiebt und zu drei klassierbaren Granulaten mit jeweils vorgegebener oberer Grenzkorngröße, vorzugsweise 3 mm, 6 mm und 8 nun Grenzkorndurchmesser klassiert und die erhaltenen Granulate separat gelagert.

Im jeweils zugeordneten Bereitstellungsmodul 5, 6, 7 werden die gelagerten Granulate je nach Bedarf wahlweise als Rohware oder veredelt und mengendefiniert separiert abgepackt.

Der Klassierungsmodul 4 ist mit dem Verarbeitungsmodul 3 über eine Granulatrückführleitung 49 derart gekoppelt, so daß das bei der für die Klassierung erforderlichen Siebung restlich anfallende, unklassierte Granulat mindestens in einem Kreislauf 25-22-49-23-31-24-9-18-25 zu erneut klassierbarem Granulat wiederholt zermahlen wird.

Die Module 2, 3, 4, 5; 6; 7 sind miteinander und die zugehörigen Modulteile 64-26, 65-27, 66-28 mittels vorzugsweise pneumatischer Transportsysteme verbunden. Die pneumatischen Transportsysteme stellen in der Regel Rohrleitungen 8, 9, 13, 14, 15, 49 aus Plaste dar, die jeweils an mindestens einen Ventilator 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22 angeschlossen und in denen durch erzeugte Druck-Sog-Gefälle die zugeordneten Gemische 45, 59 bzw. klassierten Granulate pneumatisch förderbar sind.

Der Aufnahme- und Vorverarbeitungsmodul 2 ist vorzugsweise als ein stationärer Modul 2 bzw. als stationäre Anlage 29 nahe des Verarbeitungsmoduls 3 plaziert, damit die Transportwege für das entstehende Stückegemisch 45 ökonomisch vertretbar kurz bleiben.

Um die vorhandenen, oftmals räumlich weit entfernt befindlichen Deponien von Hartschaum 63 abzubauen, kann der Aufnahme- und Vorverarbeitungsmodul 2 auch ein mobiler Modul 30 sein, der an das Eintragsvorratsbehältnis 23 des Verarbeitungsmoduls 3 mit seinem das Stückegemisch 45 enthaltenden Aufnahmelagerbehältnis anschließbar bzw. andockbar ist. Andererseits hilft der mobile Modul 30 bei voller Leistungsfahrt der Verarbeitungsanlage auftretende Hartschaum-Kapazitätslücken im unmittelbaren Umfeld des stationären Moduls 29 zu schließen. Der mobile Modul 30 ist vorzugsweise mit zum Verarbeitungsmodul 3 kompatiblen Anschlußeinheiten versehen, die im wesentlichen den Anschlußeinheiten des stationären Moduls 29 entsprechen, so daß ein problemloser Eintrag des extern zerstückelten Stückegemisches 45 in das Eintragsvorratsbehältnis 23 des Verarbeitungsmoduls 3 gewährleistet ist.

Der auch in Fig. 2 detaillierter gezeigte stationäre Aufnahme- und Vorverarbeitungsmodul 2 enthält mindestens ein Aufnahmebehältnis 51 für den Hartschaum 63, mindestens eine Transporteinrichtung 50 zum Transport des deponierten Hartschaums 63 hin zum Aufnahmebehältnis 51 und mindestens einen Zerkleinerer 52 zur Zerteilung der Hartschaumkörper 63 in das Stückegemisch 45, das anschließend mittels einer Transportanlage, bestehend aus einem Ventilator 17 und der Transportrohrleitung 8 in das Eintragsvorratsbehältnis 23 pneumatisch gefördert wird.

Der zur Fig. 1 in Fig. 3 schematisch vergrößert gezeigte Verarbeitungsmodul 3 weist als Beschickungseinrichtung 31 für seine Feinmühle 24 eine vorzugsweise durch einen Elektromotor 68 angetriebene Förderschnecke 67 auf, mit der das zerstückelte Stückegemisch 45 aus dem Eintragsvorratsbehältnis 23 der Feinmühle 24 zuführbar ist.

Die Feinmühle 24 ist durch den Antrieb 69 betreibbar. Insbesondere durch eine Start-Stop-Steuerung des Antriebs 68 der Förderschnecke 67 ist die Feinmühle 24 portionsweise mit dem Stückegemisch 45 befüllbar.

Der Beschickungseinrichtung 31 ist eine dezentrale oder zentrale Schalteinrichtung 72 zugeschaltet, der insbesondere im Bereich der Förderschnecke 67 installierte, vorzugsweise die Durchflußmenge registrierende Sensoren 70, 71 elektrisch verbunden zugeordnet sind, die an die Schalteinrichtung 72 signalisieren, daß die Beschickungseinrichtung 31 abgeschaltet oder wieder eingeschaltet werden muß. Die Sensoren 70, 71 können auch in anderer Weise im Bereich der Feinmühle 24 und Förderschnecke 67 derart angeordnet sein, daß ihre Signale Ist-Informationen über den Füllstand der Feinmühle 24 abgeben, damit deren Mahlvolumen regelbar bleibt.

Der zur Fig. 1 in Fig. 4 vergrößert schematisch gezeigte Klassierungsmodul 4 weist im wesentlichen eine Siebanlage 25 für drei klassierbare Granulate mit jeweils einer einstellbaren oberen Grenzkorngröße (3 mm, 6 mm und 8 nun Korndurchmesser) auf, wobei an die Siebanlage 25 drei Transportanlagen 53, 54, 55 für die drei klassierten Granulate und eine Transportanlage 22, 49 für das unklassierte Granulat (keine maximale Korngröße vorgesehen, meistens bis 15 man Korndurchmesser) angeschlossen sind. Die Transportanlagen 53, 54, 55 für die klassierten Granulate sind an zugeordnete Granulatlagerbehältnisse 26, 27, 28 geführt.

Die Siebanlage 25 weist im Innern für die drei zu klassierenden Granulate drei in Reihe angeordnete, mit drei verschiedenen Lochmustern ausgebildete Siebe 64, 65, 66, vorzugsweise Trommelsiebe, die jeweils mit den untersiebig zugeordneten Transportanlagen 53, 54, 55 verbunden sind, und einen Freiraum 73 für das restliche Granulat, dem ein Siebdurchgang verwehrt ist, wobei der Freiraum 73 baulich in die rückführende Transportanlage 22, 49 übergeht. Vorzugsweise ist für das nicht klassierte Granulat die pneumatische Rückführung in das Eintragsvorratsbehältnis 23 über die Transportanlage 22, 49 zur erneuten Zermahlung in der Feinmühle 24 vorgesehen.

Unter Einbeziehung der nur klassierte Granulate mit festgelegten oberen Grenzkorngrößen herstellenden Siebanlage 25erfolgt solange ein dauernder kreislaufartiger Rücktransport des unklassierten Granulats über die rückführende Transportanlage 22, 49 in den Verarbeitungsmodul 3, bis auch das restliche Granulat über die 8 mm oberen Grenzkorndurchmesser hinaus zermahlen, gestaucht und zerknautscht in die klassierten Granulate von 3 mm, 6 mm und 8 mm maximalen Korngrößendurchmesser eingeordnet ist.

Soll aber je nach Bedarf auch unklassiertes Granulat erzeugt werden, was für bestimmte Einsatzfälle zweifellos auch kostengünstiger ist, dann kann aus der Siebanlage 25 z. B. das dritte Sieb 66 entfernt werden. Das verbindend angeschlossene Granulatlagerbehältnis 28 nimmt anstelle des klassierten Granulats jetzt das unklassierte Granulat auf. Die rückführende Transportanlage 22, 49 ist dann abgeschaltet. Nach einer Zwischenlagerung im Granulatlagerbehältnis 28 kann nach Anforderung wie bei dem vorangegangen gelagerten, klassierten Granulat ein Transport in den Bereitstellungsmodul 7 erfolgen.

Jedem Granulatlagerbehältnis 26, 27, 28 ist in den in Fig. 1 gezeigten Bereitstellungsmodulen 5, 6, 7 ein Abfüllmeßbehältnis 35, 36, 37 für das zugeordnete, pneumatisch geförderte Granulat verbindend nachgeordnet und weist Verpackungseinrichtungen 41, 42, 43 für die klassierten Granulate und je nach technischer Ausführung, ob mit oder ohne drittes Sieb 66 und rückführende, eingeschaltete Transportanlage 22, 49, für das unklassierte Granulat auf.

Die Abfüllmeßbehältnisse 35, 36, 37 und die nachfolgenden Verpackungseinrichtungen 41, 42, 43 können je nach Bedarf und vorgesehener Veredelung bzw. weiterer Verarbeitung der Granulate mit zwischengeordneten Mischern 38, 39, 40 in Verbindung stehen.

In Fig. 5 ist stellvertretend für die drei in Fig. 1 gezeigten parallel angeordneten Bereitstellungsmodule 5, 6, 7 der Bereitstellungsmodul 6 detailliert dargestellt. Das Abfüllmeßbehältnis 36 besitzt boden- und deckenwandrandseitig angebrachte Füllstandssensoren 47, 48. Das mit den Füllstandssensoren 47, 48 von der Steuereinrichtung 62 aus gesteuerte Abfüllmeßbehältnis 36 wird vor der pneumatischen Füllung mit dem klassierten Granulat (6 mm Grenzkorngröße) bodenseitig mittels einer unteren Verschlußeinrichtung 61 oder Schieberventils od. dgl. und nach der Füllung zur Transportanlage 14, 20 mittels einer oberen Verschlußeinrichtung 58 geschlossen. Nach den Abfüllmeßbehältnis 36 ist eine Konditioniereinrichtung 44 für gasförmige und/oder flüssige Additive (z. B. Flammschutzmittel) zur Einsatzerweiterung des Granulats eingerichtet, wobei die Additive je nach chemischer Struktur das jeweilige Granulat größtenteils oberflächenmäßig mittels kohäsiver und/oder adhäsiver Bindungen belegen.

Wahlweise ist der Mischer 39 mit den beiden Vorratsbehältnissen 56, 57 für Bindemittel (z. B. Zement) und/oder für Zuschlagstoffe (z. B. Kaliwasserglas) oder andere Additive verbunden, wobei aus den Vorratsbehältnissen 56, 57 dosierte bzw. quantifizierte Mengen in den Mischer 39 gesteuert eingegeben werden können. Für die Bereitstellung von unveredeltem Granulat kann auf die Konditioniereinrichtung 44 und auf den Anschluß der Vorratsbehältnisse 56, 57 inklusive des Mischers 39 verzichtet werden. Dann ist zweckmäßigerweise eine Umgehungs- bzw. Durchgangsverbindung des Abfüllmeßbehältnisses 36 zur Verpackungseinrichtung 42 vorhanden.

Die Verpackungseinrichtung 42 enthält im wesentlichen eine Absackanlage 60 und vorzugsweise ein Sackverschlußgerät 46, die entweder manuell bedienbar oder automatisch betätigbar ist. In der Absackanlage 60 befinden sich Plaste- und/oder Textilsäcke, die mit einer festgelegten Menge an Granulat gefüllt, gepackt und mit dem absackanlagenzugeordneten Sackverschlußgerät 46 verschlossen, insbesondere verschweißt werden.

In den schematischen Darstellungen der Fig. 2 bis 5 sind die Eingangs- und Ausgangsverschlußeinrichtungen für die Eingangs- und Ausgangsöffnungen der Lagerbehältnisse bzw. Ventile für die Zu- und Abschaltung der Transportanlagen der Übersicht wegen nicht ausdrücklich eingezeichnet.

Anstelle der Ventilatoren 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22 können die Transportanlagen, insbesondere die modulverbindenden (z. B. mit ausgebildeten Flanschen) und innermodularen Rohrleitungen 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15 in ein umfassendes Absaugleitungssystem, ähnlich einem Rohrpostsystem ausgebildet, mit entsprechend gesteuerten Druck-Sog-Gefällen integriert sein, dessen Richtung und Stärke im wesentlichen durch zwischengeordnete Sperrventile, die jeweils über den Modulen oder Modulteilen zugeordnete dezentrale Steuereinrichtungen und zusätzlich/oder eine der Anlage insgesamt zugeordneten zentralen Steuereinrichtung schaltbar sind, steuerbar sind.

Von den hauptsächlich sensorgestützten Steuereinrichtungen können auch zugeordnete Verschlußeinrichtungen von stationären Modulteilen und die Antriebe von zu bewegenden Aggregaten (Ventilatoren, Förderschnecke usw.) schaltbar betätigt werden, so daß die erfindungsgemäße Anlage 1 vorzugsweise größtenteils im Durchlauf automatisch betreibbar ist. Z. B. können dezentrale Steuereinrichtungen die Anschlußstellen zwischen den Modulen (2-3, 3-4, 4-3, 4-5, 4-6, 4-7) separat und zusätzlich/oder eine einzige zentrale Steuereinrichtung alle Modulanschlußstellen zusammengefaßt berücksichtigen.

Die als Endstationen der pneumatischen Förderung vorgesehenen Aufnahmelagerbehältnisse, Eintragsvorratsbehältnisse 23, Granulatlagerbehältnisse 26, 27, 28 bzw. Abfüllmeßbehältnisse 35, 36, 37 od. dgl. sind für das verarbeitete Polystyrol größtenteils mit luftdurchlässigen Wänden (Pfeilrichtung: austretende Luft L) ausgebildet, die vorzugsweise aus textilem Material (Textilbehältnisse, Textilgroßsäcke) bestehen.

Die erfindungsmäßige Anlage 1 zur Aufbereitung von deponiertem Polystyrol-Hartschaum 63 ist auch für Hartschaum anderer Polymerverbindungen, z. B. Polyurethan-Hartschaumstoff verwendungsfähig.

Mit der Anlage ist eine schnelle und energiesparende Aufbereitung von Stoffen möglich, deren Wiederaufbereitung den unerträglichen Charakter ausgedehnter Endlager beseitigen hilft und einmal erbrachtes gesellschaftliches Arbeitsvermögen nicht haldiert bzw. nutzlos vernichtet.

Bezugszeichenliste

1Anlage

2Aufnahme- und Vorverarbeitungsmodul

3Verarbeitungsmodul

4Klassierungsmodul

5Bereitstellungsmodul

6Bereitstellungsmodul

7Bereitstellungsmodul

8Rohrleitung

9Rohrleitung

10Rohrleitung

11Rohrleitung

12Rohrleitung

13Rohrleitung

14Rohrleitung

15Rohrleitung

16Ventilator

17Ventilator

18Ventilator

19Ventilator

20Ventilator

21Ventilator

22Ventilator

23Eintragsvorratsbehältnis

24Feinmühle

25Siebanlage

26Granulatlagerbehältnis

27Granulatlagerbehältnis

28Granulatlagerbehältnis

29stationäre Anlage zur Aufnahme und Vorverarbeitung

30mobile Anlage

31Beschickungseinrichtung

32Ventilator

33Ventilator

34Ventilator

35Abfüllmeßbehältnis

36Abfüllmeßbehältnis

37Meßbehältnis

38Mischer

39Mischer

40Mischer

41Verpackungseinrichtung

42Verpackungseinrichtung

43Verpackungseinrichtung

44Konditioniereinrichtung

45Stückegemisch

46Sackverschlußgerät

47Füllstandssensor

48Füllstandssensor

49Granulatrückführleitung

50Transportanlage

51Aufnahmebehältnis

52Zerkleinerer

53Transportanlage

54Transportanlage

55Transportanlage

56Vorratsbehältnis

57Vorratsbehältnis

58Verschlußeinrichtung

59Granulatgemisch

60Absackanlage

61Verschlußeinrichtung

62Steuereinrichtung

63dep. Hartschaum

64Sieb

65Sieb

66Sieb

67Förderschnecke

68Antrieb

69Antrieb

70Sensor

71Sensor

72Schalteinrichtung

73Freiraum


Anspruch[de]
  1. 1. Anlage zur Aufbereitung von Hartschaum, insbesondere deponiertem Polystyrol-Hartschaum zu zumindest im Bauwesen einsatzbaren Granulaten, enthaltend einen Aufnahme- und Vorverarbeitungsmodul zur Erzeugung eines Stückegemischs aus dem Hartschaum, einen nachgeordneten Verarbeitungsmodul und einen Klassierungsmodul sowie einen Bereitstellungsmodul, dem mindestens ein Granulat entnehmbar ist, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
    1. a) Der Aufnahme- und Vorverarbeitungsmodul (2) ist wahlweise ein mobiler Modul, der mit mindestens einen das Stückegemisch (45) enthaltenden Aufnahmelagerbehältnis an ein Eintragsvorratsbehältnis (23) des Verarbeitungsmoduls (3) zur Übernahme des Stückegemischs (45) kompatibel anschließbar ist,
    2. b) das Eintragsvorratsbehältnis (23) ist über eine stücke- und partikeltransportierende Beschickungseinrichtung (31) mit einer stückezerteilenden, partikelknautschenden Feinmühle (24) verbunden, wobei die Beschickungseinrichtung (31) eine sensorunterstützte, steuerbare Förderschnecke (67, 68, 70, 71, 72) zur Füllung der Feinmühle (24) besitzt,
    3. c) an die Feinmühle (24) ist der Klassierungsmodul (4) als separate Einheit angeschlossen, die im wesentlichen eine partikelknautschende Siebanlage (25) mit mindestens einer klassierenden granulatabsaugenden Austragsanlage (53, 54, 55) besitzt, aus der die Granulate in zugeordnete Granulatlagerbehältnisse (26, 27, 28) geführt sind,
    4. d) der Bereitstellungsmodul (5, 6, 7) weist im wesentlichen jeweils mindestens ein mit Verschlußeinrichtungen (58, 61) versehenes Abfüllmeßbehältnis (35, 36, 37) für das aus einem Granulatlagerbehältnis (26, 27, 28) geförderte Granulat und mindestens eine Verpackungseinrichtung (41, 42, 43) auf und
    5. e) es ist mindestens eine Steuereinrichtung vorhanden, die wahlweise mit den Modulen (2, 3; 4; 5, 6, 7) verbunden ist und je nach Bedarf zumindest die zugeordneten Verschlußeinrichtungen (58, 61) von stationären Modulteilen und Antriebe von Aggregaten schaltbar betätigt.
  2. 2. Anlage zur Aufbereitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das klassierte Granulat aus dem Granulatgemisch (59) gesiebt ist und eine festgelegte obere Grenzkorngröße aufweist.
  3. 3. Anlage zur Aufbereitung nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Klassierungsmodul (4) mit dem Verarbeitungsmodul (3) über eine Granulatrückführleitung (49) derart gekoppelt ist, daß das anfallende, nicht klassierte Granulat mindestens in einem Kreislauf (25-22-49-23-31-24-9-18-25) zu erneut klassierbarem Granulat wiederholt zermahlen, gestaucht und/oder zerknautscht wird.
  4. 4. Anlage zur Aufbereitung nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Module (2, 3, 4, 5; 6; 7) miteinander und zugehörige Modulteile (64-26; 65-27, 66-28) untereinander mittels pneumatischer Transportsysteme verbunden sind.
  5. 5. Anlage zur Aufbereitung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die pneumatischen Transportsysteme zwischen den Modulen (2, 3, 4, 5; 6; 7) und den Modulteilen (64-26; 65-27, 66-28) aus Rohrleitungen (8, 9, 13, 14, 15, 49) gebildet sind, die jeweils an mindestens einen Ventilator (16, 17, 18, 19, 20, 21, 22) angeschlossen und in denen durch erzeugte Druck- Sog-Gefälle die zugeordneten Gemische (45, 59) bzw. Granulate pneumatisch förderbar sind.
  6. 6. Anlage zur Aufbereitung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrleitungen (8, 9, 13, 14, 15, 49) vorzugsweise aus Plagte bestehen.
  7. 7. Anlage zur Aufbereitung nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufnahme- und Vorverarbeitungsmodul (2) eine stationär plazierte Anlage (29) aufweist.
  8. 8. Anlage zur Aufbereitung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die stationäre Anlage zur Aufnahme und Vorverarbeitung (29) mindestens ein Aufnahmebehältnis (51) für den Hartschaum (63), mindestens eine Transporteinrichtung (50) zum Transport des deponierten Hartschaums (63) hin zum Aufnahmebehältnis (51) und mindestens einen Zerkleinerer (52) zur Zerteilung der Hartschaumkörper (63) in das Stückegemisch (45), das anschließend mittels einer Transportanlage, bestehend aus einem Ventilator (17) und der Transportrohrleitung (8) in das Eintragsvorratsbehältnis (23) pneumatisch förderbar ist, enthält.
  9. 9. Anlage zur Aufbereitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die mobile Anlage zur Aufnahme und Vorverarbeitung (30) mit zum Verarbeitungsmodul (3) kompatiblen Anschlußeinheiten versehen ist.
  10. 10. Anlage zur Aufbereitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Beschickungseinrichtung (31) des Verarbeitungsmoduls (3) mindestens eine dezentrale und/oder eine zentrale Schalteinrichtung (72) zugeschaltet ist, die insbesondere im Bereich der Förderschnecke (67) installierte Sensoren (70,71) aufweist, die an die Schalteinrichtung (72) signalisieren, daß je nach Füllstand der Feinmühle (24) die Beschickungseinrichtung (31) abgeschaltet oder wieder eingeschaltet werden muß.
  11. 11. Anlage zur Aufbereitung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Sensoren (70, 71) im Bereich der Feinmühle (24) und Förderschnecke (67) derart angeordnet sind, daß ihre Signale Ist-Informationen über den Füllstand der Feinmühle (24) abgeben, damit deren Mahlvolumen regelbar bleibt.
  12. 12. Anlage zur Aufbereitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Austragsanlagen (53, 54, 55) des Klassierungsmoduls (4) abgangsseitig mindestens zwei Transportanlagen, vorzugsweise Absauganlagen (53, 54, 55; 22, 49) für das klassierte und das unklassierte Granulat besitzen, wobei die Transportanlagen (53, 54, 55) an die Granulatlagerbehältnisse (26, 27, 28) geführt sind.
  13. 13. Anlage zur Aufbereitung nach Anspruch 1 und/oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebanlage (25) im Innern für die zu klassierenden Granulate in Reihe angeordnete, mit verschiedenen Lochmustern ausgebildete Siebe (64, 65, 66), vorzugsweise Trommelsiebe, die jeweils mit den untersiebig zugeordneten Transportanlagen (53, 54, 55) verbunden sind, und einen Freiraum (73) für das restliche Granulat, dem ein Siebdurchgang verwehrt ist, weil die Granulatkörper zumindest einen größeren Korngrößenbereich als die klassierten Granulate haben, wobei der Freiraum (73) vorzugsweise baulich in die rückführende Transportanlage (22, 49) übergeht, aufweist.
  14. 14. Anlage zur Aufbereitung nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die dem Klassierungsmodul (4) nachgeordneten Bereitstellungsmodule (5, 6, 7) parallel zueinander angeordnet sind.
  15. 15. Anlage zur Aufbereitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abfüllmeßbehältnisse (35, 36, 37) und die Varpackungseinrichtungen (41, 42, 43) der Bereitstellungsmodule (5, 6, 7) jeweils mit einem zwischengeordneten Mischer (38, 39, 44) in Verbindung stehen, der wahlweise mit mindestens einem Vorratsbehältnis (56, 57) für Bindemittel (z. B. Zement), Zuschlagstoffe oder andere Additive verbunden ist, wobei aus den Vorratsbehältnissen (56, 57) quantifizierte Mengen in den Mischer (38, 39, 40) gesteuert eingebbar sind.
  16. 16. Anlage zur Aufbereitung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Abfüllmeßbehältnis (36) boden- und deckenwandrandseitig angebrachte Füllstandssensoren (47, 48) besitzt, die eine Füllung und/oder Leere des Abfüllmeßbehältnisses (36) signalisieren.
  17. 17. Anlage zur Aufbereitung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllstandssensoren (47, 48) mit einer Steuereinrichtung (62) verbunden sind, von der aus mit ihr verbundene Verschlußeinrichtungen (61, 58) derart schaltbar betätigbar sind, daß das Abfüllmeßbehältnis (36) vor der Füllung mit dem klassierten Granulat bodenseitig mittels einer unteren Verschlußeinrichtung (61) und nach der Füllung zur Transportanlage (14, 20) gerichtet mittels einer oberen Verschlußeinrichtung (58) gesteuert verschließbar ist.
  18. 18. Anlage zur Aufbereitung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Abfüllmeßbehältnis (35, 36, 37) für das zu veredelnde Granulat mindestens eine Konditioniereinrichtung (44) für zuführbare gasförmige und/oder flüssige Additive zur Einsatzerweiterung des Granulats eingerichtet ist.
  19. 19. Anlage zur Aufbereitung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß bei Bereitstellung von unveredeltem Granulat die Konditioniereinrichtung (44) und der Anschluß der Vorratsbehältnisse (56, 57) inklusive des Mischers (39) baulich umgehbar ausgebildet ist, so daß eine direkte Umgehungs- oder Durchgangsverbindung des Abfüllmeßbehältnisses (36) zur Verpackungseinrichtung (42) vorhanden ist.
  20. 20. Anlage zur Aufbereitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verpackungseinrichtung (41, 42, 43) eine Absackanlage (60) mit einem vorzugsweise absackanlagengebundenen Sackverschlußgerät (46) enthält, die entweder manuell bedienbar oder automatisch betätigbar ist.
  21. 21. Anlage zur Aufbereitung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß in der Absackanlage (60) sich hauptsächlich Plaste- und/oder Textilsäcke befinden, die mit festgelegter Menge an Granulat gefüllt, gepackt und mit dem anlagenzugeordneten Sackverschlußgarät (46) verschließbar, insbesondere verschweißbar sind.
  22. 22. Anlage zur Aufbereitung nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß anstelle der Ventilatoren (16, 17, 18, 19, 20, 21, 22) die Rohrleitungen (8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 49) in ein umfassendes Absaugleitungssystem mit entsprechend gesteuerten Druck-Sog-Gefällen integriert sind, deren Richtung und Stärke im wesentlichen durch Ventile, die über mindestens eine Steuereinrichtung schaltbar sind, steuerbar sind.
  23. 23. Anlage zur Aufbereitung nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß von den hauptsächlich sensorgestützten Steuereinrichtungen zugeordneten Verschlußeinrichtungen von stationären Modulteilen und die Antriebe von zu bewegenden Aggregaten (16, 17, 18, 19, 10, 21, 22; 67) schaltbar betätigbar sind, so daß die Module (2, 3, 4, 5; 67) im Durchlauf automatisch betreibbar sind, wobei vorzugsweise dezentrale Steuereinrichtungen die Anschlußstellen (2-3, 3-4, 4-3, 4-5, 4-6, 4-7) zwischen den Modulen separat und zusätzlich/oder eine einzige zentrale Steuereinrichtung alle Modulanschlußstellen (2-3, 3-4, 4-3, 4-5, 4-6, 4-7) signaltechnisch bedienen.
  24. 24. Anlage zur Aufbereitung nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die als Endstationen der pneumatischen Förderung vorgesehenen Aufnahmelagerbehältnisse, Eintragsvorratsbehältnisse (23), Granulatlagerbehältnisse (26, 27, 28) bzw. Abfüllmeßbehältnisse (35, 36, 37) mit größtenteils luftdurchlässigen Wänden ausgebildet sind, die vorzugsweise aus textilem Material (Textilbehältnisse, Textilsäcke) bestehen.
  25. 25. Verwendung der erfindungsgemäßen Anlage nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche für Hartschaum anderer Polymerstoffe, insbesondere Polyurethane.






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