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Dokumentenidentifikation DE19754253C1 09.09.1999
Titel Beheiztes Schneidinstrument
Anmelder Feiler, Carola, 76774 Leimersheim, DE
Erfinder Feiler, Norbert, 76774 Leimersheim, DE
Vertreter Geitz, H., Dr.-Ing., Pat.-Anw., 76135 Karlsruhe
DE-Anmeldedatum 06.12.1997
DE-Aktenzeichen 19754253
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.09.1999
IPC-Hauptklasse A45D 20/48
IPC-Nebenklasse B26B 13/22   A45D 26/00   
Zusammenfassung Beheizte Schneidinstrumente werden insbesondere im Friseurbereich zum Kauterisieren und Schneiden von Haaren eingesetzt. Die bisher bekannten beheizten Schneidinstrumente sind mit offenen oder nur unzulänglich verdeckten Heizelementen versehen. Derartige Schneidinstrumente sind in hygienischer und sicherheitstechnischer Hinsicht unbefriedigend oder gar bedenklich. Das neue beheizte Schneidinstrument soll die Sicherheit und Handhabung derartiger Scheren verbessern.
Das erfindungsgemäße beheizte Schneidinstrument (1) weist wenigstens eine Klinge (2) mit einer Aussparung (11) zur Aufnahme eines Heizelementes (12) auf. Das Heizelement (12) ist dabei vollständig von der jeweiligen Klinge (2) umschlossen und somit von außen nicht zugänglich. Die Energieeffizienz, Wärmeverteilung und sicherheitstechnische Ausstattung des Schneidinstrumentes (1) ist somit deutlich verbessert. Darüber hinaus ist die Handhabung durch die vollständige Kapselung aller stromdurchflossenen Teile verbessert.
Friseurdienstleistungen

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 ein beheiztes Schneidinstrument mit wenigstens einem mittels wenigstens eines Heizelementes beheizten Schaft, wobei das Heizelement mit einer Regel- oder Steuereinrichtung zur Temperatureinstellung in Wirkverbindung steht und gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 12 eine beheizte Schere.

Ein solches Schneidinstrument ist bereits aus der WO 92/00688 A1 bekannt. Es handelt sich dabei um eine beheizte Schere, mit zwei Scherblättern mit jeweils einer Schneidkante, wobei jedes Scherblatt auf der der Schneidkante abgewandten Seite mit einer Vertiefung zur Aufnahme eines Heizdrahtes versehen ist, die sich nahezu über die gesamte Länge des Scherblattes annähernd parallel der Schneidkante erstreckt. Die Scherblätter können über den Heizdraht beheizt werden. Der Heizdraht wird in Verbindung mit einer sensorgesteuerten Regelvorrichtung betrieben.

Da der Heizdraht bei dieser Schere in einer von außen frei zugänglichen Vertiefung angebracht ist, bedarf es entsprechender Abdeckungen, um eine elektrische Isolation und/oder einen Schutz gegen Verbrennungen zu schaffen. Im vorliegenden Falle wird die fragliche Schere überwiegend mit speziellen Schutzhandschuhen benutzt.

Aus dem US-Patent 3,892,024 ist ein Schneidinstrument mit einer Klinge vorbekannt, die einen Hohlraum zur Aufnahme eines elektrischen Heizelements aufweist. Diese Klinge kann aus zwei miteinander verschweißten oder verklebten Teilen gefertigt sein. In bevorzugter Ausführungsform ist die Klinge einstückig ausgeführt. Dabei wird der Hohlraum in Biegetechnik hergestellt und die Klinge an ihren Kanten verschweißt. Bei dieser Lösung ist es problematisch, daß sowohl die zwei- als auch die einstückig hergestellte Klinge im Bereich der stark beanspruchten Schneidkante eine Schweiß- oder Klebenaht aufweist. Hierdurch kann die Schneidkante einer derartigen Klinge nur schlecht geschliffen werden. Überdies sind, schlanke Schneidkanten, die beispielsweise für Scheren wünschenswert sind, so gut wie ausgeschlossen.

Eine andere aus der DE 295 06 308 U1 bekannte Lösung sieht deshalb zumindest eine teilweise Abdeckung der Scherblätter mittels entsprechend befestigbarer Kunststoffkörper vor. Zwischen den Scherblättern und den genannten Kunststoffkörpern ist eine Heizfolie zur Erhitzung der Scherblätter angeordnet. In den dabei zwischen Kunststoffkörper und Scherblatt entstehenden Zwischenraum kann jedoch leicht Feuchtigkeit eindringen, die früher oder später zu Funktionsstörungen der Schere führt.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes beheiztes Schneidinstrument zu schaffen, dessen Heizelement jeweils wirksam gegen etwaige Außeneinwirkung geschützt ist.

Diese Aufgabe wird bei einem Schneidinstrument gemäß den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 dadurch gelöst, daß der beheizte Schaft einstückig und bohrungsfrei ausgebildet und eine kanalartige Aussparung zur vollständigen Aufnahme eines Heizelementes aufweist, die in das jeweilige Vollmaterial des Schaftes derart eingearbeitet und unmittelbar im Bereich einer Schneidkante oder Klinge des Schneidinstrumentes angeordnet ist, daß das Heizelement vollständig innerhalb Schaftes aufgenommen und der Schaft im Bereich der Schneidkante oder Klinge frei von Verbindungsnähten ausgebildet ist und bei einer beheizten Schere gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 12 durch die Merkmale des Kennzeichens des Anspruchs 12.

Das Heizelement des Schneidinstruments ist somit vollständig vom jeweiligen Schaft umschlossen. Das solcherart gekapselte Heizelement ist hierdurch vollständig elektrisch isoliert, so daß das Schneidinstrument unter fließendem Wasser gereinigt werden kann. Etwaig elektrische Kurzschlüsse oder Korrosionen infolge von Feuchtigkeitseinwirkungen sind gleichfalls ausgeschlossen. Dadurch, daß eine Vertiefung zur Aufnahme des Heizelementes nicht mehr benötigt wird, weist der Schaft des Schneidinstrumentes jeweils eine vollständig plane Oberfläche auf, so daß die Reinigung auch insoweit erleichtert ist. Etwaige Vertiefungen, die bereits nach kurzem Gebrauch einen bevorzugten Bakterienherd darstellen, sind zumindest für die Beheizung des Schaftes nicht erforderlich. Mittels der innenliegenden Heizung des Schaftes wird überdies ein verbesserter Wärmeübergang und somit eine höhere Energieeffizienz erzielt. Dadurch, daß die an der Schneidkante oder Klinge benötigte Wärme nicht von der Außenseite des Schaftes zu einer entfernten Schneidkante geführt werden muß, sondern das Heizelement bereits unmittelbar im Schaft selbst liegt, ergibt sich auch eine gleichmäßigere Temperaturverteilung über die gesamte Schneidkante bzw. Klinge des Schneidinstrumentes. Die Einarbeitung der kanalartigen Aussparung in das Vollmaterial verhindert, daß etwaige Kleb- oder Schweißnähte im Bereich der Schneidkante angeordnet sind. Es ist vielmehr überhaupt keine Nahtverbindung erforderlich.

Die zur Aufnahme eines Heizelementes geeignete Aussparung des Schaftes ist vorteilhaft mittels eines Elektronenerosionsverfahrens präzise gefertigt.

Dadurch, daß das Heizelement im Schaft vorzugsweise parallel der Vorzugsrichtung der Schneidkante angeordnet ist, ergibt sich eine über die gesamte Länge der Schneidkante annähernd gleichmäßige Wärmeverteilung. Dies ist beispielsweise in Verbindung mit dem Kauterisieren von Haaren beim Haareschneiden von Bedeutung.

In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist der beheizte Schaft mit einer Kunststoffabdeckung versehen. Hierdurch wird das umständliche Hantieren mit Schutzhandschuhen überflüssig.

In Weiterbildung dieser Ausgestaltung ist die Kunststoffabdeckung jeweils lösbar befestigt. Hierdurch können etwaige Kunststoffabdeckungen leicht zur Grundreinigung des Schneidinstruments gelöst werden und von Zeit zu Zeit aus hygienischen Gründen vollständig ausgetauscht werden.

Eine Clipslösung gemäß Anspruch 5 ermöglicht eine besonders einfache Reinigung des Schneidinstrumentes 1.

Eine weitere Ausgestaltung des beheizten Schneidinstrumentes sieht einen Temperatursensor innerhalb des Schaftes vor, um einen echten Ist- Sollwertvergleich durchführen zu können. Hierdurch ist eine selbstgeführte Temperaturregelung für das Schneidinstrument verwirklicht.

Zumindest der Schaft des Schneidinstruments wird aus dem vollen Material geschnitten. Hierdurch entfällt der sonst übliche Schmiedevorgang und damit die Gefahr einer Versprödung des Schaftmaterials.

Insbesondere für Allergiker ist es von Vorteil, daß wenigstens der Schaft des Schneidinstrumentes jeweils aus nickelfreiem Material gefertigt ist.

Als besonders robustes und leicht herstellbares Heizelement haben sich entsprechende elektrische Heizwiderstände erwiesen.

Da etwaige Beschädigungen der Stromzuführung bei längerem Gebrauch der Schneidinstrumente, etwa durch Kabelbruch, nicht ausgeschlossen werden können, ist es sinnvoll, wenn das Stromzuführungskabel lösbar befestigt ist. Das Stromzuführungskabel kann dann gegebenenfalls leicht ausgetauscht werden.

Als erfindungsgemäßes Schneidinstrument kommen insbesondere beheizte Scheren in Betracht, wobei in vorteilhafter Ausgestaltung das gesamte Halbteil der Schere aus dem Vollen geschnitten ist.

In Verbindung mit beheizten Scheren können die den Scherblättern zugeordneten Heizelemente sowohl parallel als auch in Reihe geschaltet werden.

Hierbei hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn sich die Stromversorgung der beiden Heizelemente im Kreuzungspunkt der Schere verzweigt. Dies hat den Vorteil, daß die Schere in Verbindung mit einer einzigen Stromversorgungsleitung betrieben werden kann. Hierdurch ist die Handhabung der Schere wesentlich erleichtert.

In vorteilhafter Ausgestaltung sind die beheizten Scheren mit einem Kugellager im Kreuzungspunkt ausgestattet. Derartige Scheren haben sich als besonders langlebig, robust und vor allem als dauerhaft leichtgängig erwiesen. Die Schere weist den erforderlichen "Biß" auf.

Das Kugellager als solches kann vorteilhaft unterhalb des Kopfes einer Schraube einer Schrauben-Mutter-Verbindung der Schere untergebracht sein.

In Weiterbildung dieser Ausgestaltung gemäß Anspruch 17 kann der Griff der Schere einfach an einem Rändel ein- oder nachgestellt werden.

Die Griffstücke der beheizten Schere sind mit Vorteil in Kunststoffhalbschalen aufgenommen. Hierdurch ist der Benutzer wirksam vor Verbrennungen an den sich etwaig erhitzenden Metallgriffstücken geschützt. Ferner kann innerhalb der Kunststoffhalbschalen die Stromversorgungsleitung des jeweiligen Heizelementes geschützt geführt sein.

Die Erfindung wird nachstehend anhand eines nur schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels in der Zeichnung erläutert. Es zeigen in schematischer Darstellung:

Fig. 1 eine Schere in einer Draufsicht

Fig. 2 einen nicht maßstäblichen Querschnitt entlang der Schnittlinie II-II in Fig. 1 und

Fig. 3 ein nicht maßstäblich dargestelltes Scherenblatt der in Fig. 1 dargestellten Schere.

Fig. 4 ein Halbteil einer Schere in einer Draufsicht und

Fig. 5 eine Explosionsdarstellung einer Schrauben-Mutter-Verbindung im Gelenkteil der Schere.

Bei dem in Fig. 1 gezeigten beheizten Schneidinstrument handelt es sich um eine Schere 1, wie sie von Friseuren üblicherweise verwendet wird. Die Schere 1 umfaßt zwei beheizte Scherblätter 8, die jeweils auf der der Schneidseite abgewandten Seite der Schere 1 in ein Griffstück 3 übergehen. Das Griffstück 3 besteht im wesentlichen aus einer Halteöse 4 mit einem Kunststoffmantel 5. Die Halteösen 4 können auf gleicher Höhe oder einander versetzt angeordnet sein. Oftmals ist an eine der Halteösen 4 zusätzlich eine Fingerablage für die nicht in der Öse 4 aufgenommenen Finger angeformt. Die Scherblätter 8 sind durch ein Gelenkteil 6 verbunden, dessen Drehpunkt von einer Schraube 7 markiert wird. Die Schraube 7 verbindet die beiden Scherblätter 8. Mittels der Schraube 7 ist zusätzlich eine Kugel-Gelenklagerung befestigt. Die dem jeweils anderen Scherblatt 8 zugewandte Kante eines jeden Scherblattes 8 ist als Schneidkante 10 ausgebildet.

Wie aus der Querschnittsdarstellung in Fig. 2 deutlich wird, ist im Schaft 2 des Scherblattes 8 eine Aussparung 11 vorgesehen. Die Aussparung 11 ist gemäß der in Fig. 1 gestrichelt dargestellten Linie im Bereich der Schneidkante 10 zumindest annähernd parallel der Schneidkante 10 angeordnet. In der Aussparung 11 ist ein Heizwiderstand 12 aufgenommen, der mit einer Stromversorgungsleitung 13 verbunden ist.

Die Stromversorgungsleitung 13 weist im Bereich des Gelenkteils 6 eine Verzweigung 14 auf. Je nach Beschaltung der Verzweigung 14 können die Heizwiderstände 12 in Reihe oder parallel geschaltet sein. Jedenfalls ermöglicht die Verzweigung 14 die Versorgung der Heizwiderstände 12 über eine einzige Stromversorgungsleitung 13, die über das Griffstück 3 mit einem externen Kabel 15 mit einem Stromregler verbunden ist. Das Kabel ist über eine Steckverbindung 17 lösbar am Griffstück 3 befestigt.

Die Scherblätter 8 werden über die Heizwiderstände 12 beheizt. Um dennoch eine unproblematische Handhabung der Schere 1 zu ermöglichen, können die Scherblätter 8 außenseitig mit einer Kunststoffabdeckung versehen sein. Hierzu weisen die Scherblätter 8 gemäß Fig. 3 zur Befestigung einer entsprechenden Kunststoffabdeckung Ausnehmungen 16 auf. Die Kunststoffabdeckung hat jeweils eine im wesentlichen dem korrespondierenden Scherblatt 8 entsprechende Form. Darüber hinaus weisen die Kunststoffabdeckungen Haltenasen auf, die innerhalb der Ausnehmungen 16 lösbar verrasten. Bei aufgesteckter Kunststoffabdeckung sind Verbrennungen an den erhitzten Scherblättern 8 quasi ausgeschlossen.

Nachstehend wird die Herstellung und Funktion der beheizten Schere 1 erläutert:

Die Scherblätter 8 mit ihrem Schaft 2 bilden mit dem Griffstück 3 und dem Gelenkteil 6 ein Halbteil 18. Die Schere 1 besteht im wesentlichen aus zwei mittels der Schraube 7 miteinander verbundenen Halbteilen 18. Die Halbteile 18 werden, vorzugsweise mittels eines CNC-Verfahrens, aus dem Vollen gefräst. Ein derartiges Halbteil 18 ist in Fig. 4 gezeigt. Das Halbteil 18 weist im Bereich des Überganges vom Scherblatt 8 zum Gelenkteil 6 einen Absatz 20 auf. Der Absatz 20 überdeckt die dem Griffstück 3 zugewandte Stirnseite des Scheren-blattes 8. Zur Herstellung der kanalartigen Aussparung 11 im Scherenblatt 8 wird nun ds Halbteil 18 eingespannt und seitens des Absatzes 20 einem Elektronenstrahl ausgesetzt. Mittels dieses Elektronenstrahls wird in einem Elektronenerosionsverfahren vom Absatz 20 her die Aussparung 11 in das Scherblatt 8 geschnitten. Die Präzision des Elektronenerosionsverfahrens erlaubt es dabei, die Aussparung 11 bis zu einer gewünschten Tiefe voranzutreiben und dabei präzise die in Fig. 1 gestrichelt dargestellte Anordnung der Aussparung 11 vorzusehen. Selbstredend können analog auch andere Anordnungen realisiert werden.

In die Aussparung 11 wird dann ein Heizelement 12 eingebracht, das jeweils mit einer Stromversorgungsleitung 13 verbunden ist, die aus dem geöffneten Absatz 20 herausgeführt ist. Diese Stromversorgungsleitung 13 wird nun in den von Halbschalen gebildeten Kunststoffmantel 5 des Griff-stücks 3 aufgenommen und mit einer Steckverbindung 17 verbunden. Die Schere 1 ist dann vollständig montiert.

Die Schere 1 kann dann über die Steckverbindung 17 und ein Kabel 15 an einen nicht dargestellten Stromregler angeschlossen werden. Die Temperatur wird dann mittels der Regelung der Stromstärke eingestellt.

Zusätzlich ist in der Aussparung 11 oder an anderer Stelle ein Temperatursensor befestigt. Der Temperatursensor erfaßt den Temperatur-Ist-Wert des beheizten Scherblattes 8. Dieser Ist-Wert wird an den die Heizwiderstände 12 versorgenden Stromregler übermittelt.

Der Stromregler, der Heizwiderstand 12 und der nicht dargestellte Temperatursensor bilden somit einen geschlossenen Temperaturregelkreis für die beheizte Schere 1. Mittels dieses Regelkreises kann die Schere 1 mit einer einstellbaren, nahezu konstanten Betriebstemperatur benutzt werden. Die übliche Betriebstemperatur einer derartig beheizten Schere 1 liegt für Anwendungen im Friseurbereich zwischen 100° und 300°C.

Die beiden Halbteile 18 sind durch eine Schrauben-Mutter- Verbindung im Bereich des Gelenkteils 6 miteinander verbunden. An dieser Stelle ist eine Kugellagerung 24 gemäß Fig. 5 angeordnet.

Die beiden Halbteile 18 sind im Bereich des Gelenkteils 6 durch die Schraube 7 miteinander verbunden. Die Schraube 7 ist mit einer Anfasung 21 versehen. Hierdurch ist sie mit einem der beiden Halbteile 18 drehfest verbunden. Die Verschraubung der beiden Halbteile 18 erfolgt mittels einer Rändelmutter 22. Durch die Rändelmutter 22 ist der "Biß" der Schere 1 einstellbar.

Die Rändelmutter 22 ist unter Zwischenlage einer Teflonscheibe 23 und des Kugellagers 24 mit der Schraube 7 verbunden. Dabei sitzt das Kugellager 24 unter dem Schraubenkopf auf dem einen Halbteil 18 und die Teflonscheibe 23 auf dem anderen Halbteil 18 in Anlage an die Rändelmutter 22.

Die beheizte Schere 1 wird im Friseurbereich zum Haareschneiden eingesetzt. Die mittels einer derart erhitzten Schere geschnittenen Haare schmelzen aufgrund der erhöhten Temperatur an der Schnittkante. Die Haarspitzen werden kauterisiert. Dies bedeutet, daß die Haarspitzen versiegelt werden und somit die Beanspruchung der Haare reduziert wird. Die im Zusammenhang mit dem Kauterisieren der Haare zuweilen beobachtete Verklumpung der Haarspitzen kann mittels des hier möglichen exakten und über die gesamte Länge des Scherblattes 2 konstanten Temperatur vermieden werden. Die Haarinhaltstoffe bleiben aufgrund dieser schonenden Schnittmethode erhalten. Das derart geschnittene Haar wirkt gesünder und bleibt länger glänzend. Darüber hinaus wird hierdurch dem in Friseurkreisen befürchteten Haarspliss entgegengewirkt. Das ansonsten in regelmäßigen Abständen notwendige Schneiden der Haarspitzen kann gänzlich entfallen oder ist zumindest nur in größeren Zeitabständen erforderlich.

Die aufgrund des Kugellagers dauerhaft extrem leichtgängige Schere 1 kann problemlos unter fließendem Wasser gereinigt werden, da sämtliche Elektroinstallationen vollständig im Scherblatt 8 integriert sind. Die Kunststoffabdeckungen sind an den Ausnehmungen 16 nur eingeclipst und können zu Reinigungszwecken leicht gelöst und aus hygienischen Gründen von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. Dadurch, daß im Bereich des Gelenkteils 6 eine Stromverzweigung 14 vorgesehen ist, kann die erfindungsgemäße Schere 1 mit einem einzigen Zuleitungskabel 15 betrieben werden. Auch hierdurch ist die Handhabung der fraglichen Schere weiter erleichtert.

Dadurch, daß die Heizwiderstände 12 im Schaft 2 angeordnet sind, wird die gesamte vom Heizwiderstand 12 abgegebene Wärme vom Scherblatt 8 aufgenommen, weitergeleitet und im Bereich der Schneidkante 10 abgestrahlt. Die Schneidkante 10 weist nahezu über ihre gesamte Länge die gewünschte Solltemperatur auf. Etwaige Verlustwärme wird nur mittelbar über den Schaft 2 oder das Scherblatt 8 selbst abgegeben und ist somit gegenüber einer direkten Wärmeabstrahlung an einem freiliegenden Heizelement deutlich vermindert. Die erfindungsgemäße Schere 1 kann somit mit einer hohen Energieeffizienz beheizt werden.

Die für das Ausführungsbeispiel vorstehend aufgezählten Vorteile einer beheizten Schere 1 können ohne weiteres auch in Verbindung mit beheizten Klingen, Messern, Kämmen oder sonstigen Schneidinstrumenten genutzt werden. Auch bei diesen Gegenständen kann mittels des beschriebenen Elektronenerosionsverfahrens im Bereich einer Schneidkante 10 bzw. der Zahnleiste eines Kamms eine Aussparung 11 im jeweiligen Schaft 2 zur Aufnahme eines Heizwiderstandes 12 vorgesehen werden, um die Vorteile einer gleichmäßigen Temperaturverteilung bei hoher Energieeffizienz zu erreichen. Die Herstellung und Funktion kann dabei analog zu der oben beschriebenen Schere 1 erfolgen.

Bezugszeichenliste

1Schere

2Schaft

3Griffstück

4Halteöse

5Kunststoffmantel

6Gelenkteil

7Schraube

8Scherblatt

10Schneidkante

11Aussparung

12Heizwiderstand

13Stromversorgungsleitung

14Verzweigung

15Kabel

16Ausnehmung

17Steckverbindung

18Halbteil

20Absatz

21Anfasung

22Rändelmutter

23Teflonscheibe

24Kugellager


Anspruch[de]
  1. 1. Beheiztes Schneidinstrument mit wenigstens einem mittels wenigstens eines Heizelementes (12) beheizten Schaft (2), wobei das Heizelement (12) mit einer Regler- oder Steuereinrichtung zur Temperatureinstellung in Wirkverbindung steht, dadurch gekennzeichnet, daß der beheizte Schaft einstückig und bohrungsfrei ausgebildet und eine kanalartige Aussparung (11) zur vollständigen Aufnahme eines Heizelementes (12) aufweist, die in das jeweilige Vollmaterial des Schaftes derart eingearbeitet und unmittelbar im Bereich einer Schneidkante (10) oder Klinge des Schneidinstrumentes (1) angeordnet ist, daß das Heizelement Vollständig innerhalb Schaftes aufgenommen und der Schaft im Bereich der Schneidkante oder Klinge frei von Verbindungsnähten ausgebildet ist.
  2. 2. Beheiztes Schneidinstrument nach Anspruch 1 bei dem die zur Aufnahme eines Heizelementes (12) geeignete Aussparung (11) mittels eines Elektronenersosionsverfahrens in das Vollmaterial des Schaftes (2) eingebracht ist.
  3. 3. Beheiztes Schneidinstrument nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aussparung (11) im Bereich einer Schneidkante (10) des jeweiligen Schaftes (2), vorzugsweise parallel der Schneidkante (10), angeordnet ist.
  4. 4. Beheiztes Schneidinstrument nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß jeder beheizte Schaft (2) jeweils mit einer Kunststoffabdeckung versehen ist.
  5. 5. Beheiztes Schneidinstrument nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffabdeckung jeweils lösbar befestigt ist.
  6. 6. Beheiztes Schneidinstrument nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß jeder beheizte Schaft (2) mit wenigstens zwei Ausnehmungen (16) versehen ist, die an einander gegenüberliegenden Kanten des Schaftes (2) angeordnet sind und daß jede Kunststoffabdeckung entsprechende Haltenasen aufweist, die mit den Ausnehmungen (16) in Rastverbindung stehen.
  7. 7. Beheiztes Schneidinstrument nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest der Schaft (2) aus dem Vollen geschnitten, vorzugsweise gefräst, ist.
  8. 8. Beheiztes Schneidinstrument nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest der Schaft (2) jeweils aus nickelfreiem Material, vorzugsweise aus Metall, gefertigt ist.
  9. 9. Beheiztes Schneidinstrument nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Heizelement (12) ein elektrischer Widerstand ist.
  10. 10. Beheiztes Schneidinstrument nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Reglereinrichtung zur Temperatureinstellung mit einem im Schaft (2) integrierten Temperatursensor zur Erfassung eines Ist-Temperatur- Wertes in Wirkverbindung steht.
  11. 11. Beheiztes Schneidinstrument nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Reglereinrichtung mit dem Heizelement (12) über ein mit dem beheizten Schneidinstrument (1) lösbar verbundenes Kabel (15) in elektrisch leitender Verbindung steht.
  12. 12. Beheizte Schere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schere (1) im wesentlichen aus zwei Halbteilen (18) besteht, die jeweils ein Griffstück (3), ein Gelenkteil (6) und ein Scherblatt (8) mit dem Schaft (2) aufweisen, wobei das gesamte Halbteil (18) einstückig aus dem Vollen geschnitten, vorzugsweise gefräst ist.
  13. 13. Beheizte Schere nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Scherblatt (8) ein Heizelement (12) in sich aufgenommen hat, wobei die Heizelemente (12) einander in Reihe oder parallel geschaltet sind.
  14. 14. Beheizte Schere nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Stromversorgung der beiden Heizelemente (12) in einer Verzweigung (14) in einem Gelenkteil der Schere (1) verzweigt.
  15. 15. Beheizte Schere nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß im Gelenkteil (6) eine Gelenk-Kugellagerung (7, 21, 22, 23, 24) der Halbteile (18) vorgesehen ist.
  16. 16. Beheizte Schere nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Gelenk-Kugellagerung eine Schrauben-Mutter-Verbindung umfaßt, wobei unterhalb des Kopfes der besagten Verbindung ein Kugellager (24) angeordnet ist.
  17. 17. Beheizte Schere nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Schraube (7) mit einem der Halbteile (18) drehfest verbunden und die entsprechende Mutter (22) als Rändel ausgebildet ist.
  18. 18. Beheizte Schere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Griffstücke (3) der Schere (1) jeweils in miteinander verbundenen Kunstoffhalbschalen aufgenommen sind, wobei in diesen Kunststoffhalbschalen auch eine Stromversorgungsleitung (13) zur Versorgung des Heizelementes (12) geführt sein kann.






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