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Dokumentenidentifikation DE69601656T2 16.09.1999
EP-Veröffentlichungsnummer 0738920
Titel Bildelement zur Herstellung einer verbesserten Druckplatte nach dem Silbersalz-Diffusionsübertragungsverfahren
Anmelder Agfa-Gevaert N.V., Mortsel, BE
Erfinder Coppens, Paul, Agfa-Gevaert N.V., 2640 Mortsel, BE;
Hoes, Eric, Agfa-Gevaert N.V., 2640 Mortsel, BE;
De Keyzer, Rene, Agfa-Gevaert N.V., 2640 Mortsel, BE;
Van der Linden, Bart, Agfa-Gevaert N.V., 2640 Mortsel, BE
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 69601656
Vertragsstaaten BE, DE, FR, GB, NL
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 02.04.1996
EP-Aktenzeichen 962008918
EP-Offenlegungsdatum 23.10.1996
EP date of grant 10.03.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.09.1999
IPC-Hauptklasse G03C 8/06
IPC-Nebenklasse G03F 7/07   

Beschreibung[de]
1. Technisches Gebiet der Erfindung.

Die vorliegende Erfindung betrifft ein bilderzeugendes Element zur Herstellung von verbesserten lithografischen Druckplatten nach dem Silbersalz-Diffusionsübertragungsverfahren.

Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Herstellung von verbesserten lithografischen Druckplatten nach dem Silbersalz-Diffusionsübertragungsverfahren.

2. Allgemeiner Stand der Technik.

Die Prinzipien des Silberkomplex-Diffusionsübertragungs- Umkehrverfahrens, im nachfolgenden als DTR-Verfahren bezeichnet, werden z. B. in der US-P 2 352 014 und im Buch "Photographic Silver Halide Diffusion Processes" von André Rott und Edith Weyde - The Focal Press - London und New York, (1972), beschrieben.

Beim DTR-Verfahren wird das nicht entwickelte Silberhalogenid eines informationsmäßig belichteten fotografischen Silberhalogenid-Emulsionsschichtmaterials mittels eines sogenannten Silberhalogenid-Lösungsmittels in lösliche Silberkomplexverbindungen umgewandelt, die man dann in ein Bildempfangselement diffundieren läßt, wo sie mit einer Entwicklersubstanz, in der Regel in Gegenwart physikalischer Entwicklungskeime, reduziert werden, wobei ein Silberbild mit im Vergleich zu dem schwarzen Silberbild, das in den belichteten Bereichen des fotografischen Materials erhalten wurde, umgekehrten Bilddichtewerten ("DTR-Bild") erzeugt wird.

Ein Material, das ein DTR-Bild trägt, kann als Flachdruckplatte, in der die DTR-Silberbildbereiche die wasserabweisenden farbaufnehmenden Bereiche auf einem wasseraufnehmenden farbabstoßenden Untergrund bilden, benutzt werden.

Die Erzeugung des DTR-Bildes kann in der Bildempfangsschicht eines Blatt- oder Bahnmaterials, das bezüglich des fotografischen Silberhalogenid-Emulsionsschichtmaterials ein separates Element darstellt (ein sogenanntes DTR-Doppelblattelement) erfolgen, oder in der Bildempfangsschicht eines sogenannten Einzelträgerelements, das ebenfalls als Einblattelement bezeichnet wird und das mindestens eine fotografische Silberhalogenid-Emulsionsschicht enthält, die mit einer Bildempfangsschicht, die dazu in wasserdurchlässiger Beziehung steht, eine Einheit bildet. Diese letztere Einblattvariante wird für die Herstellung von Offsetdruckplatten nach dem DTR-Verfahren bevorzugt.

Es gibt zwei Typen von DTR-Einblatt-Offsetdruckplatten. Der erste, wie z. B. in der US-P 4 722 535 und der GB-P 1 241 661 beschriebene Typ enthält auf einem Träger der angegebenen Reihe nach eine Silberhalogenid-Emulsionsschicht und eine als die Bildempfangsschicht dienende, physikalische Entwicklungskeime enthaltende Schicht. Nach der informationsmäßigen Belichtung und Entwicklung wird das bebilderte Element ohne Abtrennung der Emulsionsschicht als Druckplatte eingesetzt.

Ein zweiter Typ von DTR-Einblatt-Offsetdruckplatte enthält auf einem hydrophilen Träger, in der Regel einem eloxierten Aluminiumträger, der angegebenen Reihe nach eine physikalische Entwicklungskeime enthaltende Schicht und eine Silberhalogenid- Emulsionsschicht. Nach der informationsmäßigen Belichtung und Entwicklung wird vom bebilderten Element die Emulsionsschicht abgetrennt, wodurch ein ein Silberbild tragender, als Druckplatte benutzter Träger zurückbleibt. Solch ein Typ von lithografischer Druckplatte wird z. B. in der US-P 3 511 656 beschrieben.

Was andere Druckplatten betrifft, so müssen die Offsetdruckplatten des zweiten Typs von DTR-Einblatt-Offsetdruckplatten gute Druckeigenschaften aufweisen, z. B. eine hohe Auflagenbeständigkeit, eine gute Farbaufnahme in den druckenden Bereichen und keine Farbaufnahme in den nicht-druckenden Bereichen (keine Fleckenbildung). Weiterhin muß die Druckplatte ein hohes Auflösungsvermögen aufweisen.

Offsetdruckplatten des zweiten Typs von DTR-Einblatt- Offsetdruckplatten weisen zwar in mancher Hinsicht gute Druckeigenschaften auf, doch beinhalten den Nachteil eines beschränkten Druckrasterbereichs, der einer mangelhaften Übereinstimmung zwischen dem kleinsten sichtbaren Punkt auf der Druckplatte bei einer vorgegebenen Belichtung und dem kleinsten Punkt auf einer mit dieser Druckplatte erhaltenen Kopie zuzuschreiben ist, was eine unerwünschte Verringerung der Anzahl von reproduzierbaren Graustufen herbeiführt, was einen schweren Nachteil darstellt. Verbesserungen dieses Typs von Druckplatten sind daher noch immer willkommen.

3. Zusammenfassung der Erfindung.

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein bilderzeugendes Element zur Herstellung von Offsetdruckplatten nach dem Silbersalz-Diffusionsübertragungsverfahren, wobei eine gute Übereinstimmung zwischen der Druckplatte und der damit erhaltenen Kopie erzielt wird.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Offsetdruckplatten mit diesem bilderzeugenden Element, wobei eine gute Übereinstimmung zwischen der Druckplatte und der damit erhaltenen Kopie erzielt wird.

Weitere Gegenstände der vorliegenden Erfindung werden aus der nachstehenden Beschreibung ersichtlich.

Die vorliegende Erfindung verschafft ein bilderzeugendes Element, das der angegebenen Reihe nach auf einer hydrophilen Oberfläche eines Trägers (i) eine physikalische Entwicklungskeime enthaltende Bildempfangsschicht, (ii) eine lichtempfindliche Silberhalogenid-Emulsionsschicht in wasserdurchlässiger Beziehung zur Bildempfangsschicht und (iii) eine Schutzschichtzusammensetzung in wasserdurchlässiger Beziehung zur Bildempfangsschicht enthält, wobei die Schutzschichtzusammensetzung nicht-gehärtete Gelatine in einer Menge zwischen 0,60 und 1,75 g/m² enthält, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens 50 Gew.-% der Gelatine zu einer oder mehreren Gelatinearten gehört, von der (denen) eine wäßrige 10 gew.-%ige Lösung bei 36ºC und einem pH von 6 eine Viskosität von weniger als 35 mPa·s bei einer Schergeschwindigkeit von 1.000 s&supmin;¹ aufweist.

Die vorliegende Erfindung verschafft ebenfalls ein Verfahren zur Herstellung einer Offsetdruckplatte nach dem Silbersalz-Diffusionsübertragungsverfahren, das folgende Stufen umfaßt:

(a) die bildmäßige Belichtung eines bilderzeugenden Elements der vorliegenden Erfindung,

(b) den Auftrag einer wäßrigen alkalischen Lösung auf das bilderzeugende Element in Gegenwart einer oder mehrerer Entwicklersubstanzen und eines oder mehrerer Silberhalogenid- Lösungsmittel,

(c) die Verarbeitung des bilderzeugenden Elements zur Entfernung der auf der Bildempfangsschicht befindlichen Schicht(en), wodurch das in der Bildempfangsschicht erzeugte Silberbild aufgedeckt wird.

4. Detaillierte Beschreibung der Erfindung.

Nach dem DTR-Verfahren werden unter Verwendung eines bilderzeugenden Elements mit einer Deckschichtzusammensetzung (Schutzschicht) lithografische Druckplatten mit guten Druckeigenschaften und einem niedrigen Punktzuwachs erhalten, wobei die Deckschichtzusammensetzung nicht-gehärtete Gelatine in einer Menge zwischen 0,60 und 1,75 g/m² enthält und wenigstens 50 Gew.-% der Gelatine zu einer oder mehreren Gelatinearten gehört, von der (denen) eine wäßrige 10 gew.-%ige Lösung bei 36ºC und einem pH von 6 eine Viskosität von weniger als 35 mPa·s bei einer Schergeschwindigkeit von 1.000 s&supmin;¹ aufweist.

Die Schutzschichtzusammensetzung der vorliegenden Erfindung enthält nicht-gehärtete Gelatine in einer Menge zwischen 0,60 und 1,75 g/m², vorzugsweise in einer Menge zwischen 0,80 und 1,25 g/m².

Wenigstens 50 Gew.-%, vorzugsweise wenigstens 75 Gew.-% und besonders bevorzugt 90 Gew.-% der nicht-gehärteten Gelatine gehört zu einer oder mehreren Gelatinearten, von der (denen) eine wäßrige 10 gew.-%ige Lösung bei 36ºC und einem pH von 6 eine Viskosität von weniger als 35 mPa·s, vorzugsweise von weniger als 30 mPa·s bei einer Schergeschwindigkeit von 1.000 s&supmin;¹ aufweist.

Die Schutzschichtzusammensetzung kann mehr als eine Art von nicht-gehärteter Gelatine enthalten, von der eine wäßrige 10 gew.-%ige Lösung bei 36ºC und einem pH von 6 eine Viskosität von weniger als 35 mPa·s bei einer Schergeschwindigkeit von 1.000 s&supmin;¹ aufweist, doch vorzugsweise ist aus praktischen Gründen nur eine solche Gelatineart in der Schutzschichtzusammensetzung enthalten.

Zur Verbesserung der Diffusion von Verarbeitungslösungen durch die Schutzschichtzusammensetzung hindurch kann die Schutzschichtzusammensetzung kleine Teilchen enthalten, z. B. Mattiermittel mit einem mittleren Durchmesser zwischen 0,2 und 10 um.

Die Schutzschichtzusammensetzung kann mehr als eine Schicht umfassen, aus praktischen Gründen jedoch wird die Schutzschichtzusammensetzung als eine einzelne Schicht aufgetragen.

Die Schutzschicht der vorliegenden Erfindung muß in wasserdurchlässiger Beziehung zur Bildempfangsschicht im bilderzeugenden Element stehen. In wasserdurchlässigem Kontakt miteinander stehende Schichten sind Schichten, die aneinander grenzen oder nur durch eine oder mehrere wasserdurchlässige Schichten voneinander getrennt sind. Bei der Wahl der wasserdurchlässigen Schicht wird darauf Rücksicht genommen, daß sie die Diffusion von Wasser oder von in einer wäßrigen Lösung enthaltenen Verbindungen, z. B. Entwicklern oder dem komplexierten Silber, nicht weitgehend hemmt oder beschränkt.

Die Herstellung des bilderzeugenden Elements erfolgt vorzugsweise durch Auftrag der verschiedenen Schichten auf eine hydrophile Oberfläche eines Trägers. Als Alternative können die verschiedenen Schichten von einem zeitweiligen Träger, auf dem die Schichten in umgekehrter Reihenfolge vorliegen, auf der Bildempfangsschicht laminiert werden, wie in der US-P 5 068 165 beschrieben.

Die hydrophile Oberfläche eines Trägers kann eine gehärtete, hydrophile, auf einen biegsamen Träger vergossene Schicht sein, die ein hydrophiles Bindemittel und einen Härter enthält.

Solche hydrophilen Bindemittel sind z. B. in der hierin als Verweis erwähnten EP-A 450 199 beschrieben. Bevorzugte gehärtete hydrophile Schichten enthalten teilweise modifizierte Dextrane oder Pullulan, die (das) mit einem Aldehyd gehärtet ist (sind), wie z. B. in der hierin dazu als Verweis erwähnten EP-A 514 990 beschrieben. Besonders bevorzugte hydrophile Schichten sind Schichten aus mit einem Tetraalkylorthosilikat gehärtetem Polyvinylalkohol, die vorzugsweise SiO&sub2; und/oder TiO&sub2; enthalten, wobei das Gewichtsverhältnis des Polyvinylalkohols zum Tetraalkylorthosilikat zwischen 0,5 und 5 liegt, wie z. B. in den hierin als Verweis benutzten GB-P 1 419 512, FR-P 2 300 354, US-P 3 971 660, US-P 4 284 705, EP-A 405 016 und EP-A 450 199 beschrieben.

Biegsame Träger können lichtundurchlässig oder lichtdurchlässig sein, wobei es sich z. B. um einen Träger aus Papier oder Harz handeln kann. Bei Verwendung eines Trägers aus Papier ist ein auf einer oder beiden Seiten mit einem α-Olefinpolymeren beschichteter Träger bevorzugt. Es ist ebenfalls möglich, einen Träger aus organischem Harz, wie z. B. eine Polyethylenterephthalatfolie, oder Folien aus Poly-α-Olefin zu verwenden. Solch eine Folie aus organischem Harz ist vorzugsweise 0,07 bis 0,35 mm stark. Diese Träger aus organischem Harz sind vorzugsweise mit einer hydrophilen Haftschicht, die wasserunlösliche Teilchen wie Kieselsäure oder Titandioxid enthalten kann, überzogen.

Die hydrophile Oberfläche eines Trägers ist vorzugsweise ein hydrophiler Metallträger, z. B. eine Aluminiumfolie.

Der Aluminiumträger des erfindungsgemäß benutzten bilderzeugenden Elements kann aus reinem Aluminium oder aus einer Aluminiumlegierung mit einem Aluminiummindestgehalt von 95% hergestellt sein. Die Stärke des Trägers liegt üblicherweise zwischen etwa 0,13 und etwa 0,50 mm.

Die Herstellung von Aluminiumfolien oder Folien aus einer Aluminiumlegierung zur Anwendung im lithografischen Offsetdruck umfaßt die folgenden Stufen: die Körnung, die Eloxierung und gegebenenfalls die Abdichtung der Folie.

Die Körnung und Eloxierung der Folie sind unverzichtbar zum Erhalt einer lithografischen Druckplatte, mit der erfindungsgemäß Kopien hoher Qualität erhalten werden können. Die Abdichtung ist zwar nicht notwendig, doch kann eine weitere Verbesserung der Druckergebnisse ergeben. Die Aluminiumfolie hat vorzugsweise eine Rauheit mit einem CLA-Wert zwischen 0,2 und 1,5 um, enthält eine Eloxierschicht mit einer Stärke zwischen 0,4 und 2,0 um und ist mit einer wäßrigen Bicarbonatlösung abgedichtet.

Das Aufrauhen der Aluminiumfolie kann erfindungsgemäß nach den im aktuellen Stand der Technik gut bekannten Verfahren erfolgen. Die Oberfläche des Aluminiumsubstrats kann entweder durch mechanisches, chemisches oder elektrochemisches Körnen oder durch eine Kombination derselben aufgerauht werden, um eine befriedigende Haftung einer Silberhalogenid-Emulsionsschicht am Aluminiumträger und ein gutes Wasserzurückhaltungsvermögen in den Bereichen, die die Nicht-Bildbereiche auf der Plattenoberfläche bilden werden, zu erhalten.

Man bevorzugt das elektrochemische Körnverfahren, weil damit eine gleichmäßige Oberflächenrauheit mit einem hohen mittleren Oberflächeninhalt und einer sehr feinen und gleichmäßigen Kornstruktur, die üblicherweise beim Gebrauch für lithografische Druckplatten erwünscht ist, erhalten werden kann.

Dem Aufrauhen geht vorzugsweise eine entfettende Behandlung voran, die hauptsächlich zum Entfernen fetter Substanzen von der Oberfläche der Aluminiumfolie dient.

Dazu kann die Aluminiumfolie einer Entfettungsbehandlung mit einem oberflächenaktiven Mittel und/oder einer wäßrigen alkalischen Lösung unterzogen werden.

Nach dem Aufrauhen folgt vorzugsweise eine chemische Ätzbehandlung mit einer wäßrigen säurehaltigen Lösung. Die chemische Ätzung erfolgt vorzugsweise bei einer Temperatur von wenigstens 30ºC, besonders bevorzugt wenigstens 40ºC und ganz besonders bevorzugt wenigstens 50ºC.

Nach dem Aufrauhen und der eventuellen chemischen Ätzung kann die Eloxierung der Aluminiumfolie wie folgt vorgenommen werden.

Die gekörnte Aluminiumfolie, die als eine Anode in einer eine Säure enthaltenden Lösung eingetaucht wird, wird mit elektrischem Strom beschickt. Eine mögliche Elektrolytkonzentration beträgt 1 bis 70 Gew.-% in einem Temperaturbereich von 0 bis 70ºC. Die Anodestromdichte kann zwischen 1 und 50 A/dm² variieren und die Voltspannung zwischen 1 und 100 V, um einen eloxierten Film mit einem Gewicht zwischen 1 und 8 g/m² Al&sub2;O&sub3; · H&sub2;O zu erhalten. Die eloxierte Aluminiumfolie kann danach bei einer Temperatur zwischen 10 und 80ºC mit entmineralisiertem Wasser gespült werden.

Nach der Eloxierphase kann die eloxierte Oberfläche abgedichtet werden. Die Abdichtung der durch Eloxierung entstandenen Poren der Aluminiumoxidschicht ist eine den Fachleuten im Bereich der Aluminiumeloxierung bekannte Technik. Diese Technik wird z. B. unter dem Titel "Sealing-kwaliteit en sealing-controle von geanodiseerd Aluminium" im "Belgisch- Nederlands Tijdschrift voor Oppervlaktetechnieken von materialen", 24. Jahrgang/Januar 1980 beschrieben. Die poröse, eloxierte Aluminiumoberfläche kann nach verschiedenen Verfahren abgedichtet werden.

Vorzugsweise erfolgt die Abdichtung dadurch, daß man einen gekörnten und eloxierten Aluminiumträger mit einer wäßrigen Bicarbonatlösung behandelt, wie in der hierin dazu als Verweisung erwähnten EP-A 567178 beschrieben.

Vorzugsweise wird zwischen jeder der obenbeschriebenen Stufen eine Spülstufe durchgeführt, um zu vermeiden, daß die in einer bestimmten Stufe benutzte Flüssigkeit sich mit der Flüssigkeit der vorangehenden Stufe vermischt und unsauber wird.

Zum Verbessern der Bildschärfe und somit der Schärfe der gedruckten Endkopie kann die Eloxierschicht, wie z. B. in der JA-Pu 58-14797 beschrieben, in der Masse mit einem Lichthofschutzfarbstoff oder Lichthofschutzpigment gefärbt werden.

Nach der obenbeschriebenen Herstellung der hydrophilen Schicht eines Trägers kann die hydrophile Schicht sofort oder in einer späteren Phase mit einer die physikalischen Entwicklungskeime enthaltenden Lösung überzogen werden.

Die Bildempfangsschicht enthält vorzugsweise physikalische Entwicklungskeime in einer Menge zwischen 0,1 mg und 20 mg/m². Die physikalische Entwicklungskeime enthaltende Bildempfangsschicht ist vorzugsweise frei von hydrophilem Bindemittel, kann jedoch zur Verbesserung der Hydrophilie der Oberfläche geringe Mengen von z. B. bis zu 80 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht dieser Schicht, eines hydrophilen Kolloids wie z. B. Polyvinylalkohol enthalten.

Als Entwicklungskeime zur Verwendung gemäß der vorliegenden Erfindung werden Sulfide von Schwermetallen, wie z. B. Antimon-, Wismut-, Cadmium-, Cobalt-, Blei-, Nickel-, Palladium-, Platin-, Silber- und Zinksulfide bevorzugt. Erfindungsgemäß besonders geeignete Entwicklungskeime sind Palladiumsulfidkeime. Als weitere geeignete Entwicklungskeime sind Salze wie z. B. Selenide, Polyselenide, Polysulfide, Mercaptane und Zinn(II)- halogenide zu nennen. Schwermetalle, vorzugsweise Silber, Gold, Platin, Palladium und Quecksilber, können in kolloidaler Form eingesetzt werden.

Die erfindungsgemäß benutzte lichtempfindliche Schicht kann jede beliebige Schicht sein, die ein hydrophiles kolloidales Bindemittel und wenigstens eine Silberhalogenidemulsion enthält, wobei wenigstens eine der Silberhalogenidemulsionen lichtempfindlich ist.

Die Herstellung der in der vorliegenden Erfindung benutzten fotografischen Silberhalogenidemulsion(en) kann aus löslichen Silbersalzen und löslichen Halogeniden nach verschiedenen Verfahren erfolgen, wie z. B. von P. Glafkidès in "Chimie et Physique Photographiques", Paul Montel, Paris (1967), von G. F. Duffin in "Photographic Emulsion Chemistry", The Focal Press, London (1966), und von V. L. Zelikman et al in "Making and Coating Photographic Emulsion", The Focal Press, London (1966), beschrieben.

Die Silberhalogenidemulsion(en) zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung besteht (bestehen) vorzugsweise hauptsächlich aus Silberchlorid mit einem Bruchteil an Silberbromid, der im Bereich von 1 mol-% bis 40 mol-% liegt. Ganz besonders bevorzugt wird eine Silberhalogenidemulsion mit wenigstens 70 mol-% Silberchlorid.

Die durchschnittliche Korngröße der Silberhalogenidkörner kann variieren zwischen 0,10 und 0,70 um, vorzugsweise zwischen 0,25 und 0,45 um.

Vorzugsweise werden während der Fällungsstufe iridium- und/oder rhodiumhaltige Verbindungen oder eine Mischung von beiden Elementen zugegeben. Das Verhältnis dieser zugegebenen Verbindungen variiert zwischen 10&supmin;&sup8; und 10&supmin;³ Mol pro Mol AgNO&sub3;, vorzugsweise zwischen 10&supmin;&sup7; und 10&supmin;&sup5; Mol pro Mol AgNO&sub3;.

Die Emulsionen können z. B. durch die Zugabe von schwefelhaltigen Verbindungen, wie z. B. Allylisothiocyanat, Allylthioharnstoff und Natriumthiosulfat, während der chemischen Reifungsstufe chemisch sensibilisiert werden. Reduktionsmittel, z. B. die in den BE-P 493 464 und 568 687 beschriebenen Zinnverbindungen, und Polyamine wie Diethyltriamin oder Derivate von Aminomethansulfonsäure können ebenfalls als chemische Sensibilisierungsmittel eingesetzt werden. Als weitere chemische Sensibilisierungsmittel sind Edelmetalle und Edelmetallverbindungen wie Gold, Platin, Palladium, Iridium, Ruthen und Rhodium geeignet. Dieses chemische Sensibilisierungsverfahren wird in dem Artikel von R. KOSLOWSKY, Z. Wiss. Photogr. Photophys. Photochem. 46, 65-72 (1951), beschrieben.

Außer negativwirkenden Silberhalogenidemulsionen, die aufgrund ihrer hohen Lichtempfindlichkeit bevorzugt werden, können auch ein Positivsilberbild in der (den) Emulsionsschicht(en) und ein Negativbild auf der Bildempfangsschicht erzeugende Direktpositiv-Silberhalogenidemulsionen benutzt werden.

Geeignete Direktpositiv-Silberhalogenidemulsionen zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung sind vorverschleierte oder hauptsächlich ein Innenlatentbild erzeugende Silberhalogenidemulsionen.

Die Silberhalogenidemulsionen des DTR-Elements können je nach der Spektralemission der Belichtungsquelle, für die das DTR-Element entworfen ist, spektral sensibilisiert werden.

Als Sensibilisierungsfarbstoffe für den sichtbaren Spektralbereich kommen Methinfarbstoffe wie die von F. M. Hamer in "The Cyanine Dyes and Related Compounds", 1964, John Wiley & Sons, beschriebenen in Frage. Zu den für diesen Zweck einsetzbaren Farbstoffen zählen Cyaninfarbstoffe, Merocyaninfarbstoffe, Cyaninkomplexfarbstoffe, Merocyaninkomplexfarbstoffe, homöopolare Cyaninfarbstoffe, Hemicyaninfarbstoffe, Styrylfarbstoffe und Hemioxonolfarbstoffe. Zu den Cyaninfarbstoffen, Merocyaninfarbstoffen und Merocyaninkomplexfarbstoffen gehörende Farbstoffe sind besonders wertvoll.

Im Falle einer herkömmlichen Lichtquelle, wie z. B. Wolframlicht, wird ein Sensibilisierungsfarbstoff für den grünen Bereich benötigt. Bei Belichtung mit einem Argon-Ionenlaser wird ein Sensibilisierungsfarbstoff für den blauen Bereich einverleibt. Bei Belichtung mit einer Rotlichtquelle, wie zum Beispiel einer LED-Diode oder einem He-Ne-Laser, wird ein Sensibilisierungsfarbstoff für den roten Bereich verwendet. Bei Belichtung mit einem Halbleiterlaser werden besondere für das nahe Infrarot geeignete spektralsensibilisierende Farbstoffe benötigt. In Frage kommende Sensibilisierungsfarbstoffe für den Infrarotbereich sind u. a. aus den US-PS'en 2 095 854, 2 095 856, 2 955 939, 3 482 978, 3 552 974, 3 573 921, 3 582 344, 3 623 881 und 3 695 888 bekannt.

Erfindungsgemäß bevorzugte Sensibilisierungsfarbstoffe für den blauen, grünen, roten und Infrarotbereich sind in der EP-A 554 585 beschrieben.

Zum Verbessern der Empfindlichkeit im roten Bereich oder im nahen Infrarotbereich können sogenannte Supersensibilisatoren in Kombination mit Rot- oder Infrarotsensibilisierungsfarbstoffen benutzt werden. Geeignete Supersensibilisatoren werden in Research Disclosure, Band 289, Mai 1988, Punkt 28952, beschrieben. Die Spektralsensibilisatoren können den fotografischen Emulsionen in Form einer wäßrigen Lösung, einer Lösung in einem organischen Lösungsmittel oder in Form einer Dispersion zugesetzt werden.

Die Silberhalogenidemulsionen können die üblichen Emulsionsstabilisatoren enthalten. Als Emulsionsstabilisatoren kommen Azaindene, vorzugsweise Tetra- oder Penta-azaindene, insbesondere die mit Hydroxyl- oder Aminogruppen substituierten, in Frage. Derartige Verbindungen werden von BIRR in Z. Wiss. Photogr. Photophys. Photochem. 47, 2-27 (1952), beschrieben. Als weitere Emulsionsstabilisatoren kommen u. a. heterocyclische Mercaptoverbindungen in Frage.

Als Bindemittel zum Einsatz in der (den) erfindungsgemäßen Silberhalogenid-Emulsionsschicht(en) kommt ein hydrophiles Kolloid, normalerweise ein Protein, vorzugsweise Gelatine, in Frage. Gelatine kann aber teilweise oder vollständig durch synthetische, halbsynthetische oder natürliche Polymere ersetzt werden. Die Silberhalogenid-Emulsionsschicht enthält vorzugsweise wenigstens eine Gelatineart, von der eine 10 gew.-%ige wäßrige Lösung bei 36ºC und einem pH-Wert von 6 eine Viskosität von weniger als 20 mPa·s bei einer Schergeschwindigkeit von 1.000 s&supmin;¹ aufweist, in Kombination mit Gelatine mit einer höheren Viskosität. Das Gewichtsverhältnis der Gelatine mit einer niedrigeren Viskosität zur Gelatine mit einer höheren Viskosität beträgt vorzugsweise > 0,5.

Die Gelatineschicht(en) ist (sind) vorzugsweise wesentlich ungehärtet. Wesentlich ungehärtet bedeutet, daß wenn solch eine Gelatineschicht in einer Trockenstärke von 1,2 g/m² auf einen substrierten Polyethylenterephthalat-Filmträger vergossen, 3 Tage bei 57 Cº und 35% R. F. (relative Feuchtigkeit) getrocknet und danach in Wasser von 30 Cº eingetaucht wird, die Gelatineschicht innerhalb von 5 Minuten zu mehr als 95 Gew.-% aufgelöst ist.

Die Silberhalogenidemulsionen können pH-steuernde Ingredienzien enthalten. Vorzugsweise wird wenigstens eine Gelatineschicht bei einem nicht unterhalb des isoelektrischen Punkts der Gelatine liegenden pH-Wert aufgetragen, um zu vermeiden, daß zwischen der Gelatineschicht und der nachstehend erwähnten Zwischenschicht Wechselwirkungen auftreten. Besonders bevorzugt erfolgt der Auftrag der an die Zwischenschicht grenzenden Gelatineschicht bei einem nicht unterhalb des isoelektrischen Punkts der Gelatine liegenden pH-Wert. Am besten wäre, wenn all die Gelatineschichten bei einem nicht unterhalb des isoelektrischen Punkts ihrer Gelatine liegenden pH-Wert aufgetragen werden. Weitere Ingredienzien wie Antischleiermittel, Entwicklungsbeschleuniger, Netzmittel und Härter für Gelatine können ebenfalls enthalten sein. Die Silberhalogenid- Emulsionsschicht kann Schirmfarbstoffe enthalten, durch die das Streulicht absorbiert und dadurch die Bildschärfe erhöht wird. Geeignete lichtabsorbierende Farbstoffe werden u. a. in den US-P 4 092 168, US-P 4 311 787 und DE-P 24 53 217 beschrieben.

Genauere Angaben über Zusammensetzung, Herstellung und Auftrag von zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung geeigneten Silberhalogenidemulsionen sind z. B. dem Product Licensing Index, Band 92, Dezember 1971, Aufsatz 9232, S. 107-109, zu entnehmen.

Das bilderzeugende Element enthält vorzugsweise ebenfalls eine Zwischenschicht zwischen der Bildempfangsschicht auf der hydrophilen Oberfläche eines Trägers und der (dem) lichtempfindlichen Schicht(verband), um das Entfernen der (des) lichtempfindlichen Schicht(verbands) zu vereinfachen und dabei unter Verarbeitung des bilderzeugenden Elements das in der Bildempfangsschicht erzeugte Silberbild aufzudecken.

In einer bestimmten Ausführungsform kann die Zwischenschicht eine wasserquellbare, in einem Verhältnis von 0,01 bis 2,0 g/m² aufgetragene Zwischenschicht sein, die wenigstens ein nicht-proteinhaltiges hydrophiles filmbildendes Polymeres, z. B. Polyvinylalkohol, und wahlweise einen Lichthofschutzfarbstoff oder ein Lichthofschutzpigment enthält, wie in der EP-A-410500 beschrieben.

In einer weiteren Ausführungsform ist die Zwischenschicht eine Schicht, die hydrophobe, durch Polymerisation von wenigstens einem ethylenisch ungesättigten Monomeren hergestellte Polymerperlen mit einem durchschnittlichen Durchmesser von nicht weniger als 0,2 um enthält. Vorzugsweise enthält diese Zwischenschicht in trockenem Zustand die hydrophoben Polymerperlen in einer Menge bis 80% ihres Gesamtgewichts. Genauere Angaben findet man in der EP-A-483415.

Einer zusätzlichen, wahlweise zwischen der Silberhalogenid- Emulsionsschicht und der wasserquellbaren Zwischenschicht oder der hydrophobe polymere Perlen enthaltenden Zwischenschicht befindlichen Zwischenschicht können ein oder mehrere Ingredienzien wie u. a. Lichthofschutzfarbstoffe oder -pigmente, Entwickler, Silberhalogenid-Lösungsmittel, Trägervorläufer und Antikorrosionssubstanzen einverleibt sein.

Erfolgt die Herstellung des bilderzeugenden Elements durch Laminieren eines eine lichtempfindliche Schicht enthaltenden Schichtverbands auf der Bildempfangsschicht, so befindet (befinden) sich die Zwischenschicht(en) auf der (den) lichtempfindlichen Schicht(en), wobei die Zwischenschicht die oberliegende Schicht darstellt.

Das bilderzeugende Element kann in der vorliegenden Erfindung in einem je nach seiner spezifischen Anwendung ausgewählten Apparat bildmäßig belichtet werden. Im Handel ist ein reiches Angebot an Kameras für die Belichtung der lichtempfindlichen Silberhalogenidemulsion vorhanden. Für jede besondere Klasse von Reprografiearbeit sind horizontale, vertikale und Dunkelkammertyp-Kameras und Kontaktbelichtungsgeräte erhältlich. Das bilderzeugende Element der vorliegenden Erfindung kann ebenfalls mit u. a. einem Laserbelichter und einer Kathodenstrahlröhre belichtet werden.

In der vorliegenden Erfindung erfolgen die Entwicklung und Diffusionsübertragung des informationsmäßig belichteten bilderzeugenden Elements, wodurch in der lichtempfindlichen Schicht ein Silberbild erstellt wird und das nicht reduzierte Silberhalogenid oder dessen daraus gebildete Komplexe von der lichtempfindlichen Schicht bildmäßig zur Bildempfangsschicht überdiffundieren können, um darin ein Silberbild zu erstellen, unter Verwendung einer wäßrigen alkalischen Lösung in Gegenwart von wenigstens einer Entwicklersubstanz und wenigstens einem Silberhalogenid-Lösungsmittel. Die Entwicklersubstanz(en) und/oder das (die) Silberhalogenid-Lösungsmittel können in der wäßrigen alkalischen Lösung und/oder im bilderzeugenden Element enthalten sein.

In der wäßrigen alkalischen Lösung wird ein Silberhalogenid-Lösungsmittel vorzugsweise in einer Menge zwischen 0,05 Gew.-% und 5 Gew.-%, besonders bevorzugt zwischen 0,5 Gew.-% und 2 Gew.-% benutzt. Das sich als Komplexbildner für Silberhalogenid betätigende Silberhalogenid-Lösungsmittel ist vorzugsweise ein wasserlösliches Thiosulfat oder Thiocyanat, z. B. Natrium-, Kalium- oder Ammoniumthiosulfat und Natrium-, Kalium- oder Ammoniumthiocyanat.

Weitere Silberhalogenid-Lösungsmittel zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung sind z. B. Sulfit, Amine, 2-Mercapto- Benzoesäure, cyclische Imidverbindungen wie z. B. Uracil, 5,5-Dialkylhydantoine, Alkylsulfone und Oxazolidone.

Weitere Silberhalogenid-Lösungsmittel zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung sind Alkanolamine. Beispiele für Alkanolamine, die sich zur erfindungsgemäßen Verwendung eignen, entsprechen der folgenden Formel:

in der X und X' jeweils unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom, eine Hydroxylgruppe oder eine Aminogruppe, 1 und m 0 oder ganze Zahlen von 1 oder mehr und n eine ganze Zahl von 1 oder mehr bedeuten. Die Alkanolamine können in einer vorzugsweise zwischen 0,1 Gew.-% und 5 Gew.-% eingestellten Konzentration in der alkalischen Verarbeitungsflüssigkeit benutzt werden. Das Alkanolamin kann aber teilweise oder vollständig in einer oder mehreren Schichten des bilderzeugenden Elements vorhanden sein.

Als weitere Silberhalogenid-Lösungsmittel zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung werden Thioether bevorzugt. Vorzugsweise einsetzbare Thioether entsprechen der folgenden allgemeinen Formel:

Z-(R¹-S)t-R²-S-R³-Y

in der Z und Y jeweils unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom, eine Alkylgruppe, eine Aminogruppe, eine Ammoniumgruppe, eine Hydroxylgruppe, eine Sulfogruppe, eine Carboxylgruppe, eine Aminocarbonylgruppe oder eine Aminosulfonylgruppe bedeuten, R¹, R² und R³ jeweils unabhängig voneinander eine Alkylengruppe bedeuten, die substituiert sein und gegebenenfalls eine Sauerstoffbrücke enthalten kann, und t eine ganze Zahl von 0 bis 10 bedeutet. Beispiele für Thioetherverbindungen entsprechend der obigen Formel sind zum Beispiel aus der US-P-4 960 683 und aus der EP-A-554 585 bekannt.

Noch weitere geeignete Silberhalogenid-Lösungsmittel sind 1,2,4-Triazolium-3-thiolate, vorzugsweise 1,2,4-Triazolium-3- thiolate, die durch wenigstens einen Substituenten aus der Gruppe bestehend aus einer C&sub1;-C&sub8;-Alkylgruppe mit wenigstens 3 Fluoratomen, einer C&sub4;-C&sub1;&sub0;-Kohlenwasserstoffgruppe und einer 4-Aminogruppe, die durch eine C&sub1;-C&sub8;-Alkylgruppe mit wenigstens 3 Fluoratomen substituiert ist, und/oder einer C&sub4;-C&sub1;&sub0;-Kohlenwasserstoffgruppe substituiert ist.

Kombinationen von unterschiedlichen Silberhalogenid- Lösungsmitteln lassen sich ebenfalls benutzen und es ist ebenfalls möglich, wenigstens ein Silberhalogenid-Lösungsmittel einer geeigneten Schicht des bilderzeugenden Elements und wenigstens ein anderes Silberhalogenid-Lösungsmittel der Entwicklerlösung einzuverleiben.

Die alkalische Verarbeitungsflüssigkeit kann ebenfalls eine Entwicklersubstanz bzw. Entwicklersubstanzen enthalten. In diesem Falle wird die alkalische Verarbeitungsflüssigkeit als Entwickler bezeichnet. Andererseits kann die Entwicklersubstanz bzw. können die Entwicklersubstanzen teilweise oder vollständig in einer oder mehreren Schichten des fotografischen Materials oder bilderzeugenden Elements vorliegen. Sind alle Entwicklersubstanzen in dem bilderzeugenden Element enthalten, so wird die alkalische Verarbeitungsflüssigkeit als Aktivierungsmittel oder Aktivatorflüssigkeit bezeichnet.

Erfindungsgemäß nutzbare Silberhalogenidentwickler sind vorzugsweise des p-Dihydroxybenzoltyps, z. B. Hydrochinon, Methylhydrochinon oder Chlorhydrochinon, vorzugsweise in Kombination mit einem Hilfsentwickler des 1-Phenyl-3- pyrazolidinontyps und/oder p-Monomethylaminophenol. Besonders nutzbare Hilfsentwickler sind die 1-Phenyl-3-pyrazolidinone.

Sogar mehr bevorzugt, insbesondere falls sie im fotografischen Material eingearbeitet sind, sind 1-Phenyl-3-pyrazolidinone, deren Wasserlöslichkeit durch einen hydrophilen Substituenten wie z. B. eine Hydroxyl-, Amino-, Carbonsäuregruppe, Sulfonsäuregruppe usw. gesteigert ist. Beispiele für mit einer oder mehreren hydrophilen Gruppen substituierte 1-Phenyl-3- pyrazolidinone sind z. B. 1-Phenyl-4,4-dimethyl-2-hydroxy-3- pyrazolidon, 1-(4-Carboxyphenyl)-4,4-dimethyl-3-pyrazolidon usw. Andere Entwickler kommen aber ebenfalls in Frage.

Die Entwickler des Hydrochinon-Typs kommen vorzugsweise in einer Menge zwischen 0,05 Mol und 0,40 Mol pro Liter und der (die) Hilfsentwickler vorzugsweise in einer Menge zwischen 1,8 · 10&supmin;³ und 2,0 · 10&supmin;¹ Mol pro Liter zum Einsatz.

Die wäßrige alkalische Lösung der vorliegenden Erfindung kann weiterhin Sulfit, z. B. Natriumsulfit, in einer Menge zwischen 40 g und 180 g pro Liter, vorzugsweise zwischen 60 g und 160 g pro Liter, in Kombination mit einem anderen Silberhalogenid-Lösungsmittel enthalten.

Die folgenden für die Entwickler, Silberhalogenid-Lösungsmittel und Sulfit gegebenen Mengenbereiche beziehen sich auf die Menge dieser Verbindungen, die während der DTR-Verarbeitung als gelöste Substanzen in der wäßrigen alkalischen Lösung enthalten sind, in der Unabhängigkeit davon, ob diese Verbindungen Teil der wäßrigen alkalischen Lösung sind oder aus den Schichten, in denen sie vorhanden sind, gelöst werden, nachdem die wäßrige, alkalische Lösung darauf angebracht ist.

Die zur Verwendung in der vorliegenden Erfindung geeignete wäßrige alkalische Lösung enthält vorzugsweise Aluminiumionen in einer Mindestmenge von 0,3 g/l und besonders bevorzugt 0,6 g/l, um zu vermeiden, daß die Emulsionsschicht infolge der Quellung der Emulsion in Kontakt mit der wäßrigen alkalischen Lösung an den Förderwalzen kleben wird.

Der pH-Wert der alkalischen Verarbeitungsflüssigkeit liegt vorzugsweise zwischen 9 und 14, besonders bevorzugt zwischen 10 und 13, hängt allerdings vom Typ des zu entwickelnden Silberhalogenidemulsionsmaterials, der vorgenommenen Entwicklungszeit und der Verarbeitungstemperatur ab.

Die Verarbeitungsbedingungen wie Temperatur und Zeit können innerhalb weiter Grenzen schwanken, insoweit als die mechanische Festigkeit der zu verarbeitenden Materialien nicht nachteilig beeinflußt wird und es keine Zersetzung der Materialien stattfindet.

Der pH-Wert der alkalischen Verarbeitungsflüssigkeit läßt sich mit Hilfe einer organischen oder anorganischen alkalischen Substanz oder deren Kombination einstellen. Als anorganische alkalische Substanzen kommen z. B. Kalium- und Natriumhydroxide, Alkalimetallsalze von Phosphorsäure und/oder Kieselsäure, z. B. Trinatriumphosphat, Orthosilikate, Metasilikate, Natrium- oder Kaliumhydrosilikate und Natriumcarbonat usw. in Frage. Als organische alkalische Substanzen kommen z. B. Alkanolamine in Frage. Im letzteren Fall liefern die Alkanolamine den pH-Wert oder tragen zu seiner Aufrechterhaltung bei und dienen als Silberhalogenid-Komplexbildner.

Zur Verbesserung der Hydrophobie des in der Bildempfangsschicht erzeugten Silberbilds kann die wäßrige alkalische Lösung weiterhin Hydrophobierungsmittel enthalten. In der Regel enthalten diese Verbindungen eine Mercaptogruppe oder Thiolatgruppe und einen oder mehrere hydrophobe Substituenten. Besonders bevorzugte Hydrophobierungsmittel sind Mercapto-1,3,4- thiadiazole wie in den DE-A 12 28 927 und US-P 4 563 410 beschrieben, 2-Mercapto-5-heptyl-oxa-3,4-diazole und langkettige (wenigstens 5 Kohlenstoffatome enthaltende) alkylsubstituierte Mercaptotetrazole. Die Hydrophobierungsmittel können allein oder miteinander kombiniert zum Einsatz kommen.

Diese Hydrophobierungsverbindungen können vorzugsweise in einer Menge zwischen 0,1 und 3 g pro Liter und vorzugsweise in Zumischung zu 1-Phenyl-5-mercaptotetrazol der wäßrigen alkalischen Lösung zugesetzt werden, wobei letztere Verbindung in einer Menge von z. B. 50 mg bis 1,2 g pro Liter Lösung benutzt wird und die Lösung eine kleine Menge Ethanol enthalten kann, um das Lösen dieser Verbindungen zu verbessern.

Die wäßrige alkalische Lösung enthält gegebenenfalls weitere Ingredienzien wie Antioxidationsmittel, Calciumkomplex bildner, Silberschlammschutzmittel und Härter einschließlich latenter Härter.

Die wäßrige alkalische Lösung kann selbstverständlich nach bekannten Verfahren regeneriert werden, in der Unabhängigkeit davon, ob die Lösung (eine) Entwicklersubstanz(en) und/oder (ein) Silberhalogenid-Lösungsmittel enthält oder nicht.

Obgleich oft nicht notwendig kann die Entwicklung mit einer sogenannten Stabilisatorflüssigkeit, die eigentlich ein Säurestoppbad mit vorzugsweise einem pH-Wert zwischen 5 und 6 ist, eingestellt werden.

Man bevorzugt gepufferte Stoppbadzusammensetzungen, die eine Mischung aus Natriumdihydrogenorthophosphat und Dinatriumhydrogenorthophosphat enthalten und einen pH-Wert im obengenannten Bereich aufweisen.

Die Entwicklung und Diffusionsübertragung können auf verschiedene Weisen, z. B. durch Einreiben mit einer Walze, durch Bestreichen mit einem absorbierenden Mittel, z. B. mit einem Baumwoll- oder Schwammdübel, oder durch Eintauchen des zu behandelnden Materials in der flüssigen Zusammensetzung, ausgelöst werden. Vorzugsweise erfolgen beide Vorgänge in einem Automat und in der Regel bei einer Temperatur zwischen 18ºC und 30ºC und in einem Zeitraum zwischen 5 s und 5 Min.

Nach der Erzeugung des Silberbildes auf der hydrophilen Oberfläche eines Trägers kann der auf dem Träger zurückbleibende Überschuß an wäßriger alkalischer Lösung entfernt werden, vorzugsweise indem man die Folie durch ein Abquetschrollenpaar führt.

Das so in der physikalische Entwicklungskeime enthaltenden Schicht erhaltene Silberbild wird dann aufgedeckt, indem alle auf der physikalische Entwicklungskeime enthaltenden Schicht befindlichen Schichten vom bilderzeugenden Element entfernt werden, wodurch die bebilderte Oberfläche des hydrophilen Trägers aufgedeckt wird.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung erfolgt das Aufdecken des in der physikalische Entwicklungskeime enthaltenden Schicht befindlichen Silberbilds dadurch, daß alle auf der physikalische Entwicklungskeime enthaltenden Schicht befindlichen Schichten mit Spülwasser abgewaschen werden.

Die Temperatur des Spülwassers kann innerhalb weiter Grenzen schwanken, liegt vorzugsweise aber zwischen 30ºC und 50ºC, besonders bevorzugt zwischen 35ºC und 45ºC.

Die bebilderte Oberfläche der hydrophilen Oberfläche eines Trägers kann zur Verbesserung der Hydrophilie der Nicht- Silberbildteile und der Oleophilie des Silberbildes einer chemischen Verarbeitung unterzogen werden.

Diese chemische Nachbehandlung erfolgt vorzugsweise mit einer lithografischen Zusammensetzung, oft Appreturmittel genannt, die wenigstens eine das Farbanziehungsvermögen und/oder das Lackanziehungsvermögen des Silberbilds verbessernde Verbindung und ebenfalls wenigstens eine die Farbabstoßungseigenschaften der hydrophilen Oberfläche verbessernde Verbindung enthält.

Geeignete Ingredienzien für das Appreturmittel sind z. B. eine Mercaptogruppe enthaltende organische Verbindungen wie die obenerwähnten Hydrophobierungsverbindungen für die alkalische Lösung. Bevorzugte Verbindungen entsprechen einer der folgenden Formeln.

in denen R&sup5; Wasserstoff oder eine Acylgruppe und R&sup4; eine Alkyl-, Aryl- oder Aralkylgruppe bedeutet. Besonders bevorzugt sind Verbindungen gemäß einer der obigen Formeln, wobei R&sup4; eine Alkylgruppe ist, die zwischen 3 bis 16 C-Atomen enthält. Die eine oder mehrere Hydrophobierungsverbindungen ist (sind) vorzugsweise in einer Gesamtkonzentration zwischen 0,1 g/l und 10 g/l, besonders bevorzugt in einer Gesamtkonzentration zwischen 0,3 g/l und 3 g/l, im Appreturmittel enthalten.

Zusatzmittel, die die oleophile Farbabstoßfähigkeit der hydrophilen Oberflächenbereiche verbessern, sind z. B. Kohlenhydrate wie Säurepolysaccharide wie Gummiarabicum, Carboxymethylcellulose, Natriumalginat, Propylenglycolester von Alginsäure, Hydroxyethylstärke, Dextrin, Hydroxyethylcellulose, Polyvinylpyrrolidon, Polystyrolsulfonsäure, Polyglycole, die die Reaktionsprodukte von Ethylenoxid und/oder Propylenoxid mit Wasser oder einem Alkohol sind, und Polyvinylalkohol. Wahlweise können ebenfalls hygroskopische Substanzen, z. B. Sorbitol, Glycerin, Tri(hydroxyethyl)ester von Glycerin, und Türkischrotöl, zugesetzt werden.

Weiterhin werden dem Appreturmittel vorzugsweise ebenfalls ein oder mehrere Tenside zugesetzt, (dessen) deren Konzentration innerhalb weiter Grenzen schwanken kann, insoweit als das Appreturmittel beim Appretieren der Platten keine übermäßige Schaumbildung aufweist. Bevorzugte Tenside sind anionische oder nicht-ionische oberflächenaktive Verbindungen.

Ein geeignetes, wie in der US-A-4 563 410 beschriebenes Appreturmittel ist eine Zusammensetzung, die eine Lösung eines Mercaptotriazols in einer Lösung von Polyethylenoxid mit einem Molekulargewicht von 4.000 enthält. Weitere geeignete Appreturmittel sind u. a. in der US-A 4 062 682 beschrieben.

Während der Anlaufstufe der Behandlung mit dem Appreturmittel kann die Oberfläche, die das Silbermuster trägt, in trockenem oder naßem Zustand vorliegen. Im allgemeinen dauert die Verarbeitung mit dem Appreturmittel nicht lange, normalerweise nicht länger als etwa 30 s, und kann sie sofort nach den Stufen der Verarbeitung und Aufdeckung vorgenommen werden, vorzugsweise bei einer Temperatur des Appreturmittels zwischen 30ºC und 60ºC.

Das Appreturmittel kann auf verschiedene Weisen angebracht werden, z. B. durch Einreiben mit einer Walze, durch Bestreichen mit einem absorbierenden Mittel, z. B. mit einem Baumwoll- oder Schwammdübel, oder durch Eintauchen des zu behandelnden Materials in dem Appreturmittel. Das Hydrophobieren des Druckplattenbildes kann ebenfalls automatisch erfolgen, indem man die Druckplatte durch einen Apparat mit einem schmalen, das Appreturmittel enthaltenden Kanal und am Kanalende zwischen zwei den Überschuß an Flüssigkeit entfernende Abquetschrollen führt.

Nach der Verarbeitung der hydrophilen, das Silberbild tragenden Oberfläche eines Trägers mit dem Appreturmittel kann sie als Druckplatte eingesetzt werden.

Die vorliegende Erfindung wird jetzt anhand der folgenden Beispiele veranschaulicht, ohne sie jedoch darauf zu beschränken. Alle Teile, Prozentsätze und Verhältnisse bedeuten Gewichtsteile, wenn nichts anders vermerkt ist.

BEISPIEL 1 (vergleichendes Beispiel)

Eine 0,30 mm starke Aluminiumfolie (AA 1050) wird durch Eintauchen der Folie in einer wäßrigen, 10% Phosphorsäure enthaltenden Lösung entfettet und danach in einer wäßrigen, 2 g/l Natriumhydroxid enthaltenden Lösung geätzt. Die Folie wird dann bei einer Temperatur von 35ºC mit Wechselstrom in einer wäßrigen Lösung, die 4 g/l Chlorwasserstoffsäure und 4 g/l Borwasserstoffsäure enthält, elektrochemisch gekörnt, um eine Oberflächentopografie mit einem arithmetischen Mittenrauhwert Ra von 0,6 um zu erhalten. Die Aluminiumplatte wird dann mit einer wäßrigen, 30% Schwefelsäure enthaltenden Lösung 120 s bei 60ºC gereinigt. Danach wird die Folie zur Bildung eines anodischen, 3,0 g Al&sub2;O&sub3;/m² enthaltenden Oxidationsfilms in einer wäßrigen, 20% Schwefelsäure enthaltenden Lösung anodisch oxidiert, mit einer 20 g/l NaHCO&sub3; enthaltenden Lösung 30 s bei 45ºC verarbeitet, mit entmineralisiertem Wasser gespült und schließlich getrocknet.

Zur Herstellung des bilderzeugenden Elements 1 wird der gekörnte, eloxierte und nachverarbeitete Aluminiumträger mit einer 1,1 mg/m² PdS als physikalischen Entwicklungskeim enthaltenden Silberempfangsschicht überzogen.

Danach wird aus einer wäßrigen Zusammensetzung eine Zwischenschicht auf die trockene Silberempfangsschicht vergossen, wobei die erhaltene Schicht nach Trocknung 0,5 g Polymethylmethacrylatperlen/m² enthält und die wäßrige Zusammensetzung folgende Ingredienzien enthält:

eine 20%ige Dispersion von Polymethylmethacrylat- Perlen mit einem durchschnittlichen Durchmesser von 1,0 um in einer Mischung mit gleichen Volumen Wasser und Ethanol 50 ml

Helioechtpapierrot BL (eingetragene Schutzmarke für einen von BAYER AG, D-5090 Leverkusen, Deutschland, vertriebenen Farbstoff) 2,5 g

Saponin 2,5 g

Natriumoleylmethyltaurid 1,25 g

entmineralisiertes Wasser (pH-Wert: 5,6) 300 ml

Schließlich wird auf die Zwischenschicht eine wesentlich ungehärtete, lichtempfindliche, negativwirkende, cadmiumfreie, 1 Mmol 4-Hydroxy-6-methyl-1,3,3a,7-tetra-azainden pro Mol AgX enthaltende Silberchloridbromidiodid-Gelatineemulsionsschicht (97, 98/2/0,02 mol-%) aufgetragen, wobei das Silberhalogenid in einer 2,40 g Silbernitrat/m² entsprechenden Menge aufgetragen wird und der Gelatinegehalt der Emulsionsschicht 1,58 g/m² beträgt, wobei der Gelatinegehalt aus 0,7 g/m² Gelatine mit einer Viskosität von 21 mPa·s besteht und die Restmenge Gelatine mit einer Viskosität von 14 mPa·s ist.

Die bilderzeugenden Elemente II und III werden analog zum bilderzeugenden Element I hergestellt, mit dem Unterschied aber, daß die lichtempfindliche Emulsionsschicht mit einer keine Härter enthaltenden Schutzschicht überzogen wird, die 0,5 und 1 g/m² Gelatine mit einer Viskosität von 38-42 mPa·s (Gelatine K 16353 von Koepff) enthält.

Die bilderzeugenden Elemente IV und V werden analog zum bilderzeugenden Element I hergestellt, mit dem Unterschied aber, daß die lichtempfindliche Emulsionsschicht mit einer keine Härter enthaltenden Schutzschicht überzogen wird, die 0,5 und 1 g/m² Gelatine mit einer Viskosität von 27-29 mPa·s (Gelatine K 10239 von Koepff) enthält.

Die bilderzeugenden Elemente werden in Kontakt mit einem Testobjekt mit Punktstrichen angeordnet, wobei jeder Strich Punkte mit derselben Größe enthält und die verschiedenen Striche Punkte mit einer unterschiedlichen Größe aufweisen, und in einer Reprokamera durch das Testobjekt hindurch belichtet. Im darauffolgenden Schritt wird jedes bilderzeugende Element 10 s bei 24ºC in einer frisch hergestellten Entwicklerlösung mit der nachstehenden Zusammensetzung eingetaucht:

Carboxymethylcellulose 4 g

Natriumhydroxid 22,5 g

wasserfreies Natriumsulfit 120 g

Hydrochinon 20 g

1-Phenyl-4-methyl-3-pyrazolidinon 6 g

Kaliumbromid 0,75 g

wasserfreies Natriumthiosulfat 8 g

Ethylendiamintetraessigsäure-Tetranatriumsalz 2 g

entmineralisiertes Wasser bis zum Auffüllen auf pH (24ºC) = 13 1.000 ml

Man läßt die iniziierte Diffusionsübertragung 20 s fortdauern, um in den Bildempfangsschichten ein Silberbild zu erstellen.

Um die entwickelte Silberhalogenid-Emulsionsschicht und die Zwischenschicht von der Aluminiumfolie zu entfernen, werden die entwickelten DTR-Einblattmaterialien 5 s bei 40ºC in einem LP 82 (Handelsname eines von Agfa-Gevaert, Belgien, vertriebenen Prozessors) mit einem Wasserstrahl gespült.

Danach werden die bebilderten Oberflächen der Aluminiumfolien 15 s bei 20ºC durch ein Appreturmittel geführt, um die Hydrophilie der Nicht-Bildbereiche zu verbessern und die Bildbereiche oleophil farbanziehend zu machen. Das Appreturmittel hat die folgende Zusammensetzung:

10%ige wäßrige Lösung von n-Hexadecyltrimethyl- Ammoniumchlorid 25 ml

20%ige wäßrige Lösung von Polystyrolsulfonsäure 100 ml

Kaliumnitrat 12,5 g

Zitronensäure 20,0 g

1-Phenyl-5-mercaptotetrazol 2,0 g

Natriumhydroxid 5,5 g

Wasser zum Auffüllen auf pH (20ºC) = 4 1.000 ml

Die Größe der Punkte des Strichs mit den kleinsten Punkten, von der alle Punkte auf der Druckplatte reproduziert werden, wird gemessen und als der kleinste auf der Druckplatte reproduzierte Punkt dargestellt.

All die so erhaltenen Druckplatten werden auf derselben Offsetdruckpresse (ROTOMATIC R-35) montiert und zum Drucken unter identischen Bedingungen eingesetzt. Handelsübliches, von Anchor/Lithemko Inc., Florida, vertriebenes AQUA TAME 7035E wird in einem Verhältnis von 5% in einer wäßrigen Lösung mit 10% Isopropanol als Feuchtlösung benutzt und man verwendet die von Kast + Ehinger AG, Deutschland, vertriebene Druckfarbe K + E 123 W. Man benutzt ein zusammendrückbares Gummituch.

Die Größe der Punkte des Strichs mit den kleinsten Punkten, von der alle Punkte auf der Kopie reproduziert werden, wird gemessen und als der kleinste auf der Kopie reproduzierte Punkt dargestellt. Im folgenden Schritt wird der Unterschied zwischen dem kleinsten reproduzierten Punkt auf der Druckplatte und dem kleinsten reproduzierten Punkt auf der Kopie berechnet.

Diese vollständige Vorgehensweise wird sechsmal wiederholt und der Durchschnitt der sechs berechneten Unterschiede zwischen dem kleinsten reproduzierten Punkt auf der Druckplatte und dem kleinsten reproduzierten Punkt auf der Kopie wird als Übereinstimmung zwischen Druckplatte und Kopie dargestellt.

Die erhaltenen Werte für die Übereinstimmung in bezug auf die mit den bilderzeugenden Elementen I bis V erhaltenen Druckplatten wird in Tabelle 1 aufgelistet.

Tabelle 1

Aus diesen Ergebnissen ist ersichtlich, daß mit einer Druckplatte, die mit einem bilderzeugenden Element mit einer Schutzschicht mit einem Verhältnis von 1 g/m² Gelatine mit einer Viskosität von 38-42 mPa·s (bilderzeugendes Element III) erhalten ist, eine viel bessere Übereinstimmung erzielt wird als mit einer Druckplatte, die mit einem bilderzeugenden Element ohne Schutzschicht (bilderzeugendes Element I) oder einer Schutzschicht mit einem Verhältnis von 0,5 g/m² Gelatine mit einer Viskosität von 38-42 mPa·s (bilderzeugendes Element II) erhalten ist. Die erzielte Verbesserung ist aber viel besser bei einer mit einem bilderzeugenden Element mit einer Schutzschicht mit ebenfalls 1 g/m² Gelatine erhaltenen Druckplatte, doch wobei die Gelatine eine Viskosität von 27-29 mPa·s aufweist (erfindungsgemäßes bilderzeugendes Element V).

BEISPIEL 2 (vergleichendes Beispiel)

Die bilderzeugenden Elemente VI, VII und VIII werden analog zum bilderzeugenden Element I hergestellt, mit dem Unterschied aber, daß die lichtempfindliche Emulsionsschicht mit einer Schutzschicht überzogen wird, die 1, 1,5 und 2 g/m² Gelatine mit einer Viskosität von 38-42 mPa·s (Gelatine R 16353 von Koepff) enthält.

Die bilderzeugenden Elemente IX, X und XI werden analog zum bilderzeugenden Element I hergestellt, mit dem Unterschied aber, daß die lichtempfindliche Emulsionsschicht mit einer Schutzschicht überzogen wird, die 1, 1,5 und 2 g/m² Gelatine mit einer Viskosität von 10-12 mPa·s (Gelatine K 7598 von Koepff) enthält.

Die bilderzeugenden Elemente I und VI bis XI werden wie im Beispiel 1 beschrieben belichtet, verarbeitet, zum Drucken eingesetzt und ausgewertet. Die Ergebnisse in bezug auf die Übereinstimmung werden in Tabelle 2 aufgelistet.

Tabelle 2

Aus diesen Ergebnissen ist ersichtlich, daß bilderzeugende Elemente ohne Schutzschicht (bilderzeugendes Element I) oder einer Schutzschicht mit Gelatine mit einer Viskosität von 38-42 mPa·s (bilderzeugende Elemente VI bis VII) oder einer 2 g/m² Gelatine enthaltenden Schutzschicht (bilderzeugendes Element XI) eine (viel) schlechtere Übereinstimmung ergeben als bilderzeugende Elemente mit einer Schutzschicht mit 1 oder 1,5 g/m² Gelatine mit einer Viskosität von 10-12 mPa·s (erfindungsgemäße bilderzeugende Elemente IX und X).


Anspruch[de]

1. Ein bilderzeugendes Element, das der angegebenen Reihe nach auf einer hydrophilen Oberfläche eines Trägers (i) eine physikalische Entwicklungskeime enthaltende Bildempfangsschicht, (ii) eine lichtempfindliche Silberhalogenid-Emulsionsschicht in wasserdurchlässiger Beziehung zur Bildempfangsschicht und (iii) eine Schutzschichtzusammensetzung in wasserdurchlässiger Beziehung zur Bildempfangsschicht enthält, wobei die Schutzschichtzusammensetzung nicht-gehärtete Gelatine in einer Menge zwischen 0,60 und 1,75 g/m² enthält, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens 50 Gew.-% der Gelatine zu einer oder mehreren Gelatinearten gehört, von der (denen) eine wäßrige 10 gew.-%ige Lösung bei 36ºC und einem pH von 6 eine Viskosität von weniger als 35 mPa·s bei einer Schergeschwindigkeit von 1.000 s&supmin;¹ aufweist.

2. Bilderzeugendes Element nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzschichtzusammensetzung nichtgehärtete Gelatine in einer Menge zwischen 0,80 und 1,25 g/m² enthält.

3. Bilderzeugendes Element nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens 75 Gew.-% der nicht-gehärteten Gelatine zu einer oder mehreren Gelatinearten gehört, von der (denen) eine wäßrige 10 gew.-%ige Lösung bei 36ºC und einem pH von 6 eine Viskosität von weniger als 35 mPa·s aufweist.

4. Bilderzeugendes Element nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens 50 Gew.-% der nicht-gehärteten Gelatine zu einer oder mehreren Gelatinearten gehört, von der (denen) eine wäßrige 10 gew.-%ige Lösung bei 36ºC und einem pH von 6 eine Viskosität von weniger als 30 mPa·s bei einer Schergeschwindigkeit von 1.000 s&supmin;¹ aufweist.

5. Bilderzeugendes Element nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzschicht zusammensetzung nur eine Art von nicht-gehärteter Gelatine enthält, von der eine wäßrige 10 gew.-%ige Lösung bei 36ºC und einem pH von 6 eine Viskosität von weniger als 35 mPa·s bei einer Schergeschwindigkeit von 1.000 s&supmin;¹ aufweist.

6. Bilderzeugendes Element nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzschichtzusammensetzung kleine Teilchen mit einem mittleren Durchmesser zwischen 0,2 und 10 um enthält.

7. Bilderzeugendes Element nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzschichtzusammensetzung aus einer einzelnen Schicht besteht.

8. Bilderzeugendes Element nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die hydrophile Oberfläche eines Trägers eine gekörnte und eloxierte Aluminiumfolie ist.

9. Ein Verfahren zur Herstellung einer Offsetdruckplatte nach dem Silbersalz-Diffusionsübertragungsverfahren, das folgende Stufen umfaßt:

(a) die bildmäßige Belichtung eines bilderzeugenden Elements nach irgendeinem der Ansprüche 1 bis 8,

(b) den Auftrag einer wäßrigen alkalischen Lösung auf das bilderzeugende Element in Gegenwart einer oder mehrerer Entwicklersubstanzen und eines oder mehrerer Silberhalogenid- Lösungsmittel,

(c) die Verarbeitung des bilderzeugenden Elements zur Entfernung der auf der Bildempfangsschicht befindlichen Schicht(en), wodurch das in der Bildempfangsschicht erzeugte Silberbild aufgedeckt wird.







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