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Dokumentenidentifikation DE69602698T2 30.09.1999
EP-Veröffentlichungsnummer 0764732
Titel Verfahren zur Herstellung von Effektgarnen unter Benutzung von Doppeldrahtzwirnspindeln
Anmelder Arratex S.r.l., Mailand/Milano, IT
Erfinder Ratti, Arturo, 21016 Luino (VA), IT
Vertreter LOUIS, PÖHLAU, LOHRENTZ & SEGETH, 90409 Nürnberg
DE-Aktenzeichen 69602698
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, NL, PT, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 03.09.1996
EP-Aktenzeichen 968105775
EP-Offenlegungsdatum 26.03.1997
EP date of grant 02.06.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.09.1999
IPC-Hauptklasse D02G 3/34

Beschreibung[de]

Diese Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Textilindustrie, insbesondere auf den Bereich, der sich auf die Herstellung von Garn unter Verwendung von Zwirnmaschinen bezieht.

Eine Zwirnmaschine, wie sie den Fachleuten bekannt ist, ist eine Vorrichtung, die eine Anzahl von Einzelzwirn-, Doppelzwirn- und/oder Aufwicklungsspindeln besitzt, wovon jede normalerweise koaxial mit einer Spule verbunden ist, auf die ein Faden gewickelt ist, der während der Herstellung mit anderen Fäden gepaart werden kann oder nicht, um das gewünschte Endprodukt des "Zier"-Typs oder eines weiteren Typs zu erzeugen, das dann durch Zug über eine Sammelspinndüse aufgenommen wird.

Um einen "Zier"-Faden zu erzeugen - was durch Kombinieren einer Anzahl verschiedener Fäden geschieht, die Kern- oder Abschlußfäden genannt werden, die mit unterschiedlichen, vorgegebenen Spannungen in eine Anordnung aus einem Blindzwirn eingeführt werden und mit einem sogenannten Bindfaden kombiniert werden - wird eine sogenannte aufgebohrte Spindel, d. h. eine Spindel mit Hohlwelle, verwendet.

US-A-4 157 645 beschreibt zum Beispiel eine Vorrichtung zur Herstellung von Ziergarn, die nach dem oben beschriebenen Verfahren arbeitet.

Der Erfinder dieser Erfindung hat ein Verfahren geschaffen, mit dem es möglich ist, einen "Zier"-Faden" unter Verwendung normaler Doppeizwirn- und/oder Aufwicklungsspindeln herzustellen, um so eine Zwirnmaschine vielseitiger und flexibler zu machen und die Notwendigkeit einer Ersetzung der Spindeln zu vermeiden, wenn von der Herstellung von Ziergarnen zu Garnen eines anderen Typs und umgekehrt geschaltet wird.

Den Gegenstand der Erfindung bildet ein Verfahren zum Herstellen von "Zier"-Fäden in einer Zwirnmaschine durch Kombinieren eines Bindfadens, der von einer rotierenden Doppelzwirnspindel mit einer Reserve aus einem oder mehreren Kern- oder Abschlußfäden, die in einer Blindzwirnanordnung gepaart sind, gezwirnt wird, wobei unter Verwendung geeigneter Vorschubeinrichtungen oder anderer Einrichtungen die Kern- oder Abschlußfäden von unten axial in die rotierende Spindel eingeführt werden und dann dazu veranlaßt werden, diese Spindel in einer zu ihrer Achse senkrechten Richtung zu verlassen, und parallel zum Bindfaden gezogen werden; wobei der Bindfaden sowie die Kern- und Abschlußfäden über einen bestimmten Windungsbogen auf der Reserve gleiten, miteinander gezwirnt und verschränkt werden, um den Zierfaden zu bilden, nachdem sie von der Oberfläche dieser Reserve abgelöst worden sind, um den rotationssymmetrischen Körper um diese Achse zu erzeugen, wobei dieser "Ballon" durch Einhüllen der Positionen gebildet wird, die von sämtlichen Fäden eingenommen werden, wenn sie sich - durch Drehung um diese Achse - zwischen der Reserve und der Sammelspinndüse der Zwirnmaschine bewegen.

Nun folgt eine genauere Beschreibung des Verfahrens, der den Gegenstand der Erfindung bildet, mit Bezug auf die beigefügte Zeichnung, worin:

Fig. 1 eine Spindel mit einer Hohlwelle des bekannten Typs zeigt, die für die Erzeugung eines Garns des "Zier"- Typs verwendet wird;

Fig. 2 eine Doppelzwirn- und/oder Aufwicklungsspindel zeigt, die für die Herstellung eines "Zier"-Garns mittels des Verfahrens gemäß der Erfindung verwendet wird.

Fig. 1 zeigt ein Ziergarn, das über eine Spindel 6 mit Hohlwelle 10 hergestellt wird, die koaxial in eine Spule 7 eingesetzt wird, wovon der Bindfaden 3 abgezogen wird. An diesem Bindfaden wird durch Drehen der Spule 7 mittels der Spindel 6 ein Zwirnvorgang ausgeführt. Über eine geeignete Blindzwirnanordnung 11, die mit der Hohlwelle 10 der Spindel 6 einteilig ausgebildet ist, verläßt der Bindfaden 3 die Anordnung 11 ungezwirnt und parallel zu einem oder mehreren Kernfäden 2 und/oder Abschlußfäden 1 (zwei in der Figur), die durch diesen sogenannten Blindzwirn unter Verwendung von den Fachleuten bekannten Verfahren kombiniert und um die Fäden 1 und 2 gedreht werden, wenn sie die Anordnung 11 in der Weise verlassen, daß sie die geometrische Konfiguration, die von diesen Fäden infolge dieses Blindzwirns eingenommen wird, blockieren und binden, wodurch ein Garn mit der gewünschten ästhetischen Qualität erhalten wird, das als Gewebe aus einer Anzahl von Fäden, die sämtlich wirksam gezwirnt sind, erscheint.

Die Bezugszeichen 18, 9 und 8 beziehen sich auf die Vorschubeinrichtung oder eine andere Zugeinrichtung des Kernfadens 2, die Öffnung für die Einführung des Abschlußfadens 1 bzw. die Vorschubeinrichtung des Abschlußfadens 1.

Durch Ändern beispielsweise der Vorschubgeschwindigkeit der Vorrichtung 8 gegenüber jener der Vorrichtung 18 ergibt sich eine Überlagerung der Fäden mit unterschiedlichen longitudinalen Formen, jedoch mit derselben Bahn, wodurch die gewünschte ästhetische und/oder farbige Wirkung des Endprodukts erzeugt wird.

Wie oben erwähnt worden ist, ist dieser Typ einer Spindel 6 für die Erzeugung von Garnen leider nur mittels der obenbeschriebenen Verfahren geeignet, er kann jedoch für die Herstellung anderer Garntypen nicht verwendet werden, die derzeit unter Verwendung von Doppelzwirn- und/oder Aufwicklungsspindeln des bekannten Typs hergestellt werden, wovon eine in Fig. 2 bei 12 gezeigt ist.

Die Spindel 12, die mit der Vorrichtung 19 ausgerüstet ist, die im technischen Sprachgebrauch die "Reserve" genannt wird, ist ebenfalls koaxial an einer Spindel 17 angebracht.

Der Faden 3', der von der Spindel 17 abgewickelt wird, die sich nicht zusammen mit der Spindel 12 dreht, bewegt sich durch einen axialen Hohlraum 16 der Spindel, in dem er mit einem ersten Zwirnvorgang beaufschlagt wird, und verläßt dann die Spindel in einer hierzu senkrechten Richtung durch eine Öffnung 14, wobei er längs eines Windungsbogens um diese Reserve 19 gewunden wird und gleitet, bevor er unter ständiger Drehung durch die geeignet geformte Spindel 12 zur Sammelspinndüse 21 der (nicht gezeigten) Zwirnmaschine gezogen wird. Während er sich von der Reserve 19 zur Düse 21 bewegt, wird der Faden einem weiteren Zwirnvorgang unterworfen, wodurch (durch Einhüllen seiner aufeinanderfolgenden Positionen) ein rotationssymmetrischer Körper α beschrieben wird, der auch "Ballon" genannt wird, dessen Achse die Achse K-K der Spindel 12 ist.

Der Erfinder hat erkannt, daß es mit diesem Typ einer Spindel 12 möglich wäre, ein Ziergarn 15 zu erhalten, wenn unter Verwendung des Fadens 3' als Bindfaden ein oder mehrere Fäden, die als Kernfäden 2' und/oder als Abschlußfäden 1' verwendet werden, axial in die Spindel 12 von unten nach oben durch den Hohlraum 13 eingeführt würden; der Fadenvorschub würde wie im vorangehenden Fall durch geeignete Vorschubeinrichtungen 20, 22 oder andere Einrichtungen gesteuert werden (es wäre eine unbegrenzte Anzahl ≥ 1 der Fäden möglich). Wenn dann eine Folge aus zwei effektiven Zwirnvorgängen auf den Bindfaden 3' angewendet wird, einer innerhalb der Spindel und einer entlang des Ballons, würde ein Blindzwirn auf die Abschlußfäden 2' und/oder die Kernfäden 1' aufgebracht werden, wie im vorangehenden Fall beschrieben wurde, so daß sie aus der Öffnung 14 austreten, aus der auch der Bindfaden 3' austreten kann; diese Bindfäden werden dann nebeneinander angeordnet (der Faden 3' kann auch aus einer anderen Öffnung der Reserve 19 austreten). Nach dem Durchgang durch einen Teil der Reserve 19 unter der Wirkung der über die Sammelspinndüse 21 ausgeübten Spannung trennen sie sich, indem sie getrennt gezogen werden, für eine kurze Dehnung und beginnen, den Bindfaden 3 zu binden, woraufhin sie blockiert werden und in ihrer geometrischen Position des Blindzwirns durch den Bindfaden 3' gebunden werden, der mit ihnen den "Ballon" beschreibt und auf sie gezwirnt wird, wobei er sie aufgrund der. Wirkung der Zwirne, die der Faden 3' (der bereits getrennt einmal gezwirnt ist) in einem zweiten Zwirnvorgang annimmt, blockiert.

Es sollte erwähnt werden, daß der Windungsbogen auf der Reserve 19 in den beiden obenbeschriebenen Fällen in den Figuren nicht gezeigt ist, um eine Verwirrung zu vermeiden; der Fachmann kann ihn sich jedoch leicht vorstellen oder ihn anhand der bis hierher gegebenen Interpretation ableiten.

Das Endergebnis besteht daher entsprechend dem Wunsch des Erfinders in einem Garn 15 des Ziertyps, dessen Eigenschaften ähnlich jenen sind, die durch eine Spindel mit Hohlwelle erhalten werden können, indem eine übliche Doppelzwirn- und/oder Aufwicklungsspindel 12 erhalten wird, die auch für andere Arbeitstypen geeignet ist.

Die beschriebene und dargestellte Ausführung ist offensichtlich nicht in bezug auf sämtliche möglichen Varianten erschöpfend, die der Fachmann durch Ändern der Form, der Abmessungen und der Positionierung der einzelnen Komponenten erhalten kann; es besteht außerdem die Möglichkeit, daß die Zierfäden bei 14 austreten könnten und daß der Bindfaden von einem weiteren Loch in dieser Spindelreserve austreten könnte. Diese anderen möglichen Ausführungen liegen innerhalb des durch dieses Patent gewährten Schutzumfangs, sofern sie dem Inhalt der beigefügten Ansprüche entsprechen.


Anspruch[de]

1. Verfahren zum Herstellen von "Zier"-Fäden (15) in einer Zwirnmaschine durch Kombinieren eines Bindfadens (3'), der von einer rotierenden Doppeizwirn-Spindel (12) mit einer Reserve. (19) für einen oder mehrere Kern-(2') oder Abschluß-(1')-Fäden, die in einer Blindzwirnanordnung gepaart sind, gezwirnt wird, wobei geeignete Vorschubeinrichtungen (22, 20) oder ändere Einrichtungen verwendet werden, wobei die Kern-(2')- oder Abschluß- (1')-Fäden von unten axial in diese rotierende Spindel (12) eingeführt werden und dann von dieser Spindel (12) in einer zu ihrer Achse (K-K) senkrechten Richtung austreten und parallel zu diesem Bindfaden. (3') gezogen werden, und wobei die Bind-(3')-, Kern-(2')- und Abschluß-(1')-Fäden anschließend gewunden werden, auf der Reserve (19) getrennt gezogen werden, miteinander verzwirnt werden und gebunden werden, um den Zierfaden (15) zu bilden, nachdem sie von der Oberfläche dieser Reserve (19) abgelöst worden sind, um den rotationssymmetrischen Körper um diese Achse (K-K') zu bilden, wobei, dieser "Ballon" durch Einhüllen der Positionen gebildet wird, die von sämtlichen Fäden (1'; 2'; 3') eingenommen werden, wenn sie sich - durch Drehen um diese Achse (K- K) - zwischen der Reserve (19) und der Sammelspinndüse (21) der Zwirnmaschine bewegen.







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