PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19814214A1 07.10.1999
Titel Maschinenelement mit Hydraulikfüllung, insbesondere Lager oder Welle
Anmelder A. Friedr. Flender AG, 46395 Bocholt, DE
Erfinder Bohmann, Heinz-Jürgen, 58454 Witten, DE;
Brandt, Helmut, 45549 Sprockhövel, DE;
Floren, Ansgar, 58093 Hagen, DE
Vertreter Radünz, I., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 40237 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 31.03.1998
DE-Aktenzeichen 19814214
Offenlegungstag 07.10.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.10.1999
IPC-Hauptklasse F16C 33/74
IPC-Nebenklasse F16C 33/66   F16C 37/00   
Zusammenfassung Ein Maschinenelement z. B. ein Lager (1) oder eine Welle ist in einem mit Kühl- und/oder Schmiermittel gefüllten Gehäuse (2) angeordnet. Die Austrittseite des Maschinenelementes aus dem Gehäuse (2) ist mit mindestens einer Dichtung (5, 5') versehen. Das Gehäuse (2) weist eine nach außen sich erstreckende offene Fortführung (6) auf, in der ein Druckübertragungselement angeordnet ist. Das Druckübertragungselement kann als ein in der Fortführung (6) axial verschiebbarer und abgedichteter stangenloser Kolben (7) oder als eine das offene Ende der Fortführung (6) abschließende Membran (11) ausgebildet sein.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Maschinenelement mit Hydraulikfüllung, insbesondere Lager oder Welle, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Für bestimmte Anwendungsfälle, z. B. im Offshore-Bereich ist es erforderlich, daß ein Maschinenelement mit Hydraulikfüllung unter Wasser eingesetzt und demzufolge dem Wasserdruck ausgesetzt wird. Bei großen Wassertiefen ergeben sich an den Dichtungen im Austrittsbereich des Maschinenelements aus dem Gehäuse große Differenzdrücke, die in einigen Fällen technisch von den Dichtungen nicht oder nur unvollkommen beherrschbar sind. Das führt dazu, daß Wasser in das Gehäuse eindringen kann und dieses sich mit dem darin eingefüllten Kühl- und/oder Schmiermittel vermischt mit allen daraus sich ergebenden Folgen, wie Zusammenbruch des Schmierfilmes, Blasenbildung, Korrosion usw.

Zur Abhilfe dieses Problems war es bisher bekannt, das Gehäuse mit einer gefüllten Ausgleichsleitung zu verwenden, die bis oberhalb der Wasserlinie reicht. Da aber das spezifische Gewicht von Wasser und den üblichen Ölen für das Kühl- und/oder Schmiermittel verschieden ist, ergeben sich an der Dichtung weiterhin Differenzstücke, die bei sehr großen Wassertiefen problematisch sein können. Außerdem ist die Installation einer Ausgleichsleitung aufwendig, die je nach Änderung der Einsatztiefe zudem angepaßt werden muß.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Maschinenelement mit Hydraulikfüllung, insbesondere Lager oder Welle anzugeben, das auch für große Wassertiefen ohne Anbau einer Ausgleichsleitung einsetzbar ist.

Diese Aufgabe wird ausgehend vom Oberbegriff in Verbindung mit den im kennzeichnenden Teil angegebenen Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüchen.

Erfindungsgemäß weist das Gehäuse eine nach außen sich erstreckende offene Fortführung auf, in der ein Druckübertragungselement angeordnet ist. Dieses Druckübertragungselement kann vorzugsweise ein stangenloser Kolben oder eine Membran sein. Durch diese Anordnung wird erreicht, daß der in der jeweiligen Wassertiefe herrschende Druck mittels des Druckübertragungselementes auf das im Gehäuse sich befindende eingefüllte Kühl- und/oder Schmiermittel übertragen und somit die Dichtung entlastet wird. Von den Verlusten der Druckübertragung einmal abgesehen, ist im Idealfall die Druckdifferenz an der Dichtung gleich Null. Von Vorteil ist, daß dieses Prinzip unabhängig ist von der gewählten Einsatztiefe im Wasser.

In der Zeichnung wird das erfindungsgemäß ausgebildete Maschinenelement mit Hydraulikfüllung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 ein Prinzipbild eines erfindungsgemäß ausgebildeten Drucklagers

Fig. 2 im vergrößerten Maßstab das als Kolben ausgebildete Druckübertragungselement

Fig. 3 im vergrößerten Maßstab das als Membran ausgebildete Druckübertragungselement

In Fig. 1 ist als Prinzipbild ein erfindungsgemäß ausgebildetes Drucklager 1 dargestellt, das vorzugsweise unter Wasser im Offshore-Bereich eingesetzt wird. Es besteht aus einem Gehäuse 2, durch das beispielsweise eine Welle 3 mit einem Druckkamm 4 geführt ist. Die beiden Austrittsseiten der Welle 3 aus dem Gehäuse 2 sind je mit einer Dichtung 5, 5' versehen. Der Innenraum des Gehäuses 2 ist mit einer Kühl- und/oder Schmierflüssigkeit gefüllt. Der Druck p1 beträgt beim Einfüllen Atmosphärendruck. Wird nun das Drucklager 1 in Wasser abgelassen, so steigt mit zunehmender Tiefe der Druck p2 an. Dieser wirkt auch auf die Dichtung 5, 5', so daß die Druckdifferenz p2 - p1 ist. Wird dieser Wert zu groß, dann kann Wasser von außen in das Gehäuse 2 eindringen und die Wirkung des eingefüllten Kühl- und/oder Schmiermittels beeinträchtigen. Erfindungsgemäß ist das Gehäuse 2 mit einer nach außen sich erstreckenden offenen Fortführung 6 versehen. In dieser Fortführung 6, die vorzugsweise als zylindrische Hülse ausgebildet ist, ist ein Druckübertragungselement angeordnet.

Fig. 2 zeigt das Druckübertragungselement in vergrößerter Darstellung. In diesem Ausführungsbeispiel ist es als stangenloser Kolben 7 ausgebildet, der axial verschiebbar in der Fortführung 6 angeordnet ist. Die Verschiebbarkeit ist durch einen Doppelpfeil 8 gekennzeichnet. Die Abdichtung des Kolbens 7 erfolgt über ein Dichtelement 9. Damit beim Befüllen des Gehäuses 2 mit der Kühl- und/oder Schmierflüssigkeit in der Fortführung 6 unterhalb des Kolbens 7 keine Luftblasen sich ansammeln können, ist der Kolben 7 mit einer Entlüftungsschraube 10 versehen.

Fig. 3 zeigt ein anderes Ausführungsbeispiel. In diesem Falle ist das Druckübertragungselement als Membran 11 ausgebildet. Diese Membran 11 schließt das offene Ende der Fortführung 6 ab und wird fixiert durch einen an der Fortführung 6 angeordneten Flansch 12 in Verbindung mit einem Haltering 13. Beide sind durch Befestigungselemente wie z. B. Schrauben 14 miteinander verbunden. Zur Anordnung der Entlüftungsschraube 10 weist die Membran 11 einen Gewindesatz 15 auf.


Anspruch[de]
  1. 1. Maschinenelement mit Hydraulikfüllung, insbesondere Lager oder Welle, das in einem mit Kühl- und/oder Schmiermittel gefüllten Gehäuse (2) angeordnet und dessen Austrittsseite aus dem Gehäuse (2) mit mindestens einer Dichtung (5, 5') versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse (2) eine nach außen sich erstreckende offene Fortführung (6) aufweist, in der ein Druckübertragungselement (7, 11) angeordnet ist.
  2. 2. Maschinenelement mit Hydraulikfüllung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckübertragungselement ein in der Fortführung (6) axial verschiebbarer und abgedichteter stangenloser Kolben (7) ist.
  3. 3. Maschinenelement mit Hydraulikfüllung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckübertragungselement als eine das offenen Ende der Fortführung (6) abschließende Membran (11) ausgebildet ist.
  4. 4. Maschinenelement mit Hydraulikfüllung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Fortführung (6) zylindrische Hülse ist.
  5. 5. Maschinenelement mit Hydraulikfüllung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckübertragungselement (7, 11) mit einer Entlüftung (10) versehen ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com