PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19815319A1 14.10.1999
Titel Vorrichtung zum Transportieren eines Elektrodenkappenfräsers
Anmelder Bayerische Motoren Werke AG, 80809 München, DE
Erfinder Braun, Paul, 85283 Wolnzach, DE;
Lindner, Michael, 82131 Gauting, DE;
Neuhäuser, Hans-Jürgen, 85283 Wolnzach, DE
DE-Anmeldedatum 06.04.1998
DE-Aktenzeichen 19815319
Offenlegungstag 14.10.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.10.1999
IPC-Hauptklasse B23C 9/00
IPC-Nebenklasse B23C 7/00   B23K 9/26   
IPC additional class // B23C 3/00  
Zusammenfassung Um bekannte Elektrodenkappenfräser von einer Ruheposition zu der zu fräsenden Elektrodenkappe zu bewegen, wird der Elektrodenkappenfräser erfindungsgemäß auf eine Montageplatte montiert, auf der auch eine Aufnahme- und Halteeinrichtung vorgesehen ist. Ein Industrieroboter wird mit einer Halteplatte ausgerüstet, über die die Montageplatte aufgenommen werden kann. Die auf der Montageplatte angeordnete Halteeinrichtung verbindet die Montageplatte mit der Halteplatte, so daß der Industrieroboter dann den Elektrodenkappenfräser zu der zu fräsenden Elektrodenkappe verfahren kann.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung der im Oberbegriff des ersten Anspruchs angegebenen Art.

Es ist allgemein bekannt, daß Elektrodenkappen von Schweißeinrichtungen, seien sie nun stationär oder instationär an Robotern angeordnet, nach einer gewissen Standzeit nachgearbeitet werden müssen, da aufgrund der Schweißungen sich die Form der Elektrodenkappe verändert.

Zum Nacharbeiten der Elektrodenkappen ist es bekannt, sogenannte Elektrodenkappenfräser zu verwenden. Einen Elektrodenkappenfräser beschreibt beispielsweise die DE 196 27 822 A.

Um bei stationär angeordneten Schweißeinrichtungen, gerade in der Automobilindustrie, die Elektrodenkappen zu fräsen, ist es bekannt, an der stationären Schweißeinrichtung einen motorisch verschwenkbaren Hebel anzuordnen, der an seinem freien Ende den Kappenfräser trägt. Bei Bedarf wird der Kappenfräser aus seiner Ruhestellung in eine Arbeitsstellung verschwenkt, die so gelegt ist, daß die stationär angeordneten Schweißzangen oder Piker in der Fräseinrichtung bearbeitet werden können.

Nachteilig bei einer derartigen Anordnung ist es, daß die Schwenkeinheit sehr viel Platz benötigt, da üblicherweise ein großer Schwenkradius benötigt wird. Weiterhin muß für jede Schweißeinrichtung eine Schwenkeinrichtung vorgesehen werden, da es bis auf Ausnahmefälle nicht möglich ist, mit einer Schwenkeinrichtung zwei Schweißeinrichtungen zu bedienen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, hier Abhilfe zu schaffen und eine Vorrichtung vorzuschlagen, mit der der Elektrodenkappenfräser unabhängig von der stationären Schweißeinrichtung ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des ersten Anspruchs gelöst. Die Lösung basiert auf der Erkenntnis, daß stationäre Schweißeinrichtungen, gerade in der Massenfertigung, wie beispielsweise in der Automobilproduktion, zum Verschweißen von kleineren Werkstücken eingesetzt werden. Die zu verschweißenden Werkstücke werden üblicherweise von einem Industrieroboter zu den Halteeinrichtungen, die den stationären Schweißzangen zugeordnet sind, transportiert und dort auch positioniert.

Erfindungsgemäß kann dieser Roboter dazu verwendet werden, den Elektrodenkappenfräser aus einer Ruheposition zu holen und ihn zu den zu fräsenden Elektrodenkappen verfahren. Je nach Anzahl und Anordnung der stationären Schweißeinrichtungen kann so ein Industrieroboter den Kappenfräser zu mehreren Schweißeinrichtungen verfahren. Damit wird der Platzbedarf speziell für den Elektrodenkappenfräser wesentlich verringert. Während beim Stand der Technik jede Änderung an der Schweißeinrichtung auch eine Änderung am Schwenkantrieb des Elektrodenkappenfräsers bzw. dessen Schwenkhebel mit sich zog, wird dies bei der erfindungsgemäßen Anordnung nun nicht mehr notwendig. Lediglich der Verfahrweg oder die Positionierstellung des Industrieroboters muß neu programmiert werden.

Die Ansprüche 2 und 3 beschreiben vorteilhafte Ausgestaltungen. Hierbei wurde auf eine einfache und sichere Ausgestaltung Wert gelegt.

Im folgenden wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es stellen dar:

Fig. 1 Eine Draufsicht auf die erfindungsgemäße Vorrichtung;

Fig. 2 eine Seitenansicht der Anordnung gemäß Fig. 1;

Fig. 3a eine Draufsicht der Halteplatte;

Fig. 3b eine Seitenansicht der Halteplatte.

Die Vorrichtung 1 gemäß Fig. 1 besteht aus einer Montageplatte 2 und dem Elektrodenkappenfräser 3. Letzterer ist an der Montageplatte 2 befestigt.

Bei dem Elektrodenkappenfräser 3 handelt es sich um handelsübliches Bauteil, bestehend aus dem Fräsersatz 4, einem hier nicht näher dargestellten Antrieb für die Fräser 4 sowie aus einer Abblaseeinrichtung 5, die die während des Fräsens anfallenden Späne der Elektrodenkappe fortbläst.

Auf der Montageplatte 2 sind als Aufnahmeeinrichtung Bohrungen 6 angeordnet. Weiterhin befindet sich auf der Montageplatte 2 die Halteeinrichtung 7, die im vorliegenden Beispiel aus einem Pneumatikzylinder 8 besteht, in dem ein nicht näher dargestellter Kolben verfahrbar ist. Der Kolben weist eine Kolbenstange auf, die an ihrem vorderen Ende eine beweglich gelagerte Gabel 9 trägt. Die Gabel 9 betätigt einen Winkelhebel 10.

In Fig. 2 ist eine Seitenansicht der Montageplatte 2 mit der Halteeinrichtung 7 dargestellt. Hieraus ist ersichtlich, wie die Gabel 9 mit der Kolbenstange 11 einerseits und dem Winkelhebel 10 andererseits zusammenwirkt.

In Fig. 3 ist die an einem üblichen Industrieroboter anzuflanschende Halteplatte 12 dargestellt. Sie weist einerseits Befestigungsbohrungen 13 zum Anschrauben an die Werkzeugaufnahme eines Industrieroboters auf und andererseits Positionierstifte 14 auf. Die Halteplatte 12 ist zusätzlich zu den anderen Bearbeitungswerkzeugen des Industrieroboters angeflanscht. Die anderen Bearbeitungswerkzeuge können Greifer, Schweißzangen oder ähnliches sein, mit denen er seine Hauptaufgabe erledigt.

Im folgenden wird die Funktion der erfindungsgemäßen Vorrichtung näher erläutert. Die Vorrichtung 1 ist in ihrer Ruheposition, d. h. wenn sie nicht benötigt wird, in einer nicht näher dargestellten Halterung so abgelegt, daß die Montageplatte 2 von unten (Fig. 1) frei zugänglich ist.

Sobald die Vorrichtung 1 benötigt wird, unterbricht der Industrieroboter, an dem die Halteplatte 12 befestigt ist seine Hauptaufgabe und fährt zur Vorrichtung 1. Dort bewegt er die Positionierstifte 14 an der Oberseite der Halteplatte 12 von unten durch die Aufnahmeöffnungen 6 die Montageplatte 2, so daß bei einer weiteren Hubbewegung auch der Elektrodenkappenfräser 3 mit angehoben wird.

Sobald die Halteplatte 12 an der Montageplatte 2 positioniert ist, wird die Halteeinrichtung 7 aktiviert. Dadurch fährt der Kolben der Halteeinrichtung 7 seine Kolbenstange in Richtung des Pfeiles 15 (in Fig. 2 nach rechts). Damit wird die Gabel 9 ebenfalls nach rechts bewegt in Fig. 2, so daß der Winkelhebel 10 im Uhrzeigersinn verschwenkt wird und von unten gegen die Halteplatte 12 anliegt. Dadurch wird die Halteplatte 12 zwischen der Montageplatte 2 und dem Winkelhebel 10 eingespannt, wodurch letztendlich die Montageplatte 2 an der Halteplatte 12 gehalten ist. Somit ist die Vorrichtung 1 an der Halteplatte 12 positioniert und gesichert.

Sodann kann der Industrieroboter die Vorrichtung 1 zu der zu fräsenden Elektrodenkappe der Schweißeinrichtung fahren. Sobald er dort angelangt ist, wird der Elektrodenkappenfräser eingeschaltet, und kann so die Kontur der Elektrodenkappe nachfräsen.

Nachdem der Fräsvorgang beendet ist bzw. nachdem der Industrieroboter alle zu fräsenden Elektrodenkappen angefahren hat und alle Fräsvorgänge beendet sind, fährt der Industrieroboter die Vorrichtung 1 wieder in die Ruheposition.

Wenn die Vorrichtung 1 in der Ablageposition wieder aufgenommen wurde, wird die Halteeinrichtung 7 aktiviert, so daß nunmehr die Kolbenstange 11 entgegen der Richtung des Pfeiles 15 bewegt wird. Damit wird der Winkelhebel 10 in die in Fig. 2 gezeigte Stellung zurückgeschwenkt und die Vorrichtung 1 freigegeben.

Nunmehr kann der Industrieroboter von der in Ruheposition befindlichen Vorrichtung 1 entfernt werden und wieder seine anderen Aufgaben erfüllen, beispielsweise zu verschweißende Werkstücke in Aufnahmeeinrichtungen zu legen, damit die stationären Schweißeinrichtungen mit den in Kontur gefrästen Elektrodenkappen diese verschweißen können.

Die notwendige Medienversorgung des Elektrodenkappenfräsers 3 (Druckluft, Spannung) kann über allgemein bekannte Steckkupplungen oder über direkte Verbindungen erfolgen. Sie sind in den Figuren deshalb nicht dargestellt.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Transportieren eines Elektrodenkappenfräsers aus einer Ruheposition zu einer zu fräsenden Elektrodenkappe einer Schweißeinrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung aus einer Montageplatte (2) besteht, auf der der Elektrodenkappenfräser (3) und eine Aufnahme- und Halteeinrichtung (7) angeordnet sind, wobei die Aufnahme- und Halteeinrichtung (7) mit einer an einem Roboter befestigten Halteplatte (12) zusammenwirkt.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmeeinrichtung aus Bohrungen (6) besteht, in die Positionierstifte, die auf der Halteplatte (12) angeordnet sind, eingreifen.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteeinrichtung (7) aus einer Zylinder-Kolben-Einheit (Pneumatikzylinder 8) besteht, die einen als Winkelhebel (10) ausgebildeten Klemmhebel bewegt.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com