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Dokumentenidentifikation DE69602880T2 14.10.1999
EP-Veröffentlichungsnummer 0738699
Titel Verfahren zur Herstellung von 1,2-Dichlorethan
Anmelder Tosoh Corp., Shinnanyo, Yamaguchi, JP
Erfinder Seo, Ikuya, Shinnanyo-shi, Yamaguchi-ken, JP;
Yoshida, Terumasa, Shinnanyo-shi, Yamaguchi-ken, JP
Vertreter Wächtershäuser, G., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 80331 München
DE-Aktenzeichen 69602880
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 16.04.1996
EP-Aktenzeichen 963026315
EP-Offenlegungsdatum 23.10.1996
EP date of grant 16.06.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.10.1999
IPC-Hauptklasse C07C 17/156
IPC-Nebenklasse C07C 19/045   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur effizienten und kontinuierlichen Herstellung von 1,2-Dichlorethan (nachstehend als EDC bezeichnet) unter Verwendung von Chlorwasserstoff, der in großer Menge als Nebenprodukt bei der Herstellung von Vinylchloridmonomer durch thermische Zersetzung von EDC anfällt, durch eine sogenannte Oxychlorierungsreaktion (nachstehend einfach als Oxyreaktion bezeichnet) zur Herstellung von EDC durch Umsetzung von Chlorwasserstoff mit Ethylen und Sauerstoff, wodurch der Ethylenumsatz und der Chlorwasserstoffumsatz unter Vermeidung eines gefährlichen Zustandes, wie Verbrennung oder Explosion von Ethylen mit Sauerstoff, im wesentlichen verbessert werden und wobei die Menge des aus dem System ausgegebenen Gases (nachstehend als das Abgas bezeichnet) während der Ausführung der Reaktion im wesentlichen vermindert wird.

Um die Oxyreaktion von Ethylen, Chlorwasserstoff und Sauerstoff auszuführen, werden ein sogenanntes Luftverfahren, wobei Luft als Sauerstoff als einer der Rohstoffe verwendet wird, und ein Sauerstoffverfahren, bei dem der Sauerstoff vorher von der Luft getrennt wird, und der abgetrennte Sauerstoff genutzt wird, im breiten Maße als typische industrielle Verfahren praktisch verwendet. Bei solchen industriellen Verfahren für die Oxyreaktion ist es üblich, eine Abgasbehandlungsanlage, wie eine Abgasverbrennungsanlage, und eine Anlage zur Wiedergewinnung von chlorierten Kohlenwasserstoffen, wie EDC, und Kohlenwasserstoffen, wie Ethylen, die nicht umgesetzt zurückbleiben, bereitzustellen, so daß solche chlorierten Kohlenwasserstoffe und Kohlenwasserstoffe nicht direkt in die Atmosphäre entlassen werden.

Im Fall des Luftverfahrens wird ein Inertgas, wie Stickstoff, in großer Menge zusammen mit der eingespeisten Sauerstoffquelle in den Oxyreaktor eingeführt, wodurch die aus dem System abgegebene Abgasmenge entsprechend hoch ist, und für die Abgasbehandlung und Wiedergewinnung von EDC usw. Anlagen mit großen Abmessungen erforderlich sind.

Andererseits hat das Sauerstoffverfahren dahingehend einen Vorzug, daß die Abgasmenge durch vorheriges Entfernen der Inertkomponente, wie Stickstoff, im wesentlichen vermindert wird, wodurch die Abgasbehandlungsanlage in ihren Abmessungen im wesentlichen klein gehalten werden kann. Aus diesem Grund richtete sich in den letzten Jahren die Aufmerksamkeit auf dieses Sauerstoffverfahren.

Des weiteren erfolgen in Abhängigkeit von den Unterschieden im Aufbau der Reaktoren die Sauerstoffreaktionsverfahren praktisch in einem sogenannten Wirbelschichtsystem, wobei die Oxyreaktion ausgeführt wird, während feine Katalysatorteilchen in dem Reaktor fluidisiert werden, oder einem Festbettsystem, wobei ein teilchenförmiger Katalysator in Metallrohre gefüllt wird und die Reaktion ausgeführt wird, während das Wärmemedium zur Entfernung der während der Reaktion erzeugten Wärme um die Rohre zirkuliert.

Die japanische geprüfte Patentveröffentlichung Nr. 1299/1988 offenbart als Sauerstoffverfahren, das einen Wirbelschichtreaktor einsetzt, ein Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von EDC, das Einführen von reinem Sauerstoff, Ethylen und Chlorwasserstoff zur Durchführung der Oxyreaktion unter anschließendem Abkühlen des Reaktionsgases, das aus dem Reaktor abgelassen wurde, zum Kondensieren und Abtrennen von EDC und darin enthaltenem Wasser und Zurückführen des Hauptteils von nicht kondensiertem Gas (nachstehend als Rückführungsgas bezeichnet) zu dem Reaktor, um beispielsweise den Katalysator zu fluidisieren, umfaßt.

Des weiteren offenbart US-A-3 892 816 als Sauerstoffverfahren ein Verfahren, das den Festbettreaktor anwendet, wobei die Ethylenkonzentration in dem zurückgeführten Gas auf mindestens 50% eingestellt ist, so daß die Ethylenkonzentration in der Reaktorzone in dem System hauptsächlich bei 70% konstant gehalten wird und Sauerstoff geteilt zu einer Vielzahl von Reaktoren eingeführt wird, so daß die Konzentration geringer sein wird als der Anteil zum Verbrennen oder zur Explosion, und die japanische ungeprüfte Patentveröffentlichung Nr. 134295/1994 offenbart ein Herstellungsverfahren, bei dem die Ethylenkonzentration in dem zurückgeführten Gas bei 1 bis 10 Vol.-% und die Sauerstoffkonzentration bei 0,5 bis 7 Vol.-% gehalten werden sollen.

In dem in der japanischen geprüften Patentveröffentlichung Nr. 1299/1988 offenbarten Sauerstoffverfahren wird jedoch ein Wirbelschichtreaktor angewendet und deshalb wird der Katalysator aufgrund des Abriebs der Katalysatorteilchen selbst in dem Reaktor wahrscheinlich fein pulverisiert, wodurch der Katalysator zusammen mit dem Reaktionsgas verlorengehen wird und nicht nur das, der feinpulverige Katalysator oder ein Schwermetall, beispielsweise Kupferchlorid als Katalysatorkomponente, wird wahrscheinlich in die kondensierte Flüssigkeit eingeschlossen werden und das System verlassen. Da des weiteren der Reaktor ein einzelner Behälter ist, ist, wenn Sauerstoff angewendet wird, eine spezielle Maßnahme erforderlich, um Verbrennen oder Explosion von Ethylen mit Sauerstoff zu vermeiden, und ein Sicherheitsproblem ist zu befürchten, indem eine wesentliche Gefahrenmöglichkeit besteht, wenn die Reaktion nicht gleichmäßig verläuft oder wenn der Zustand der Wirbelschicht abnormal wird.

In dem in US-A-3 892 816 als Sauerstoffverfahren offenbarten Verfahren, das Festbettreaktoren anwendet, wird reiner Sauerstoff direkt zu entflammbarem Ethylen oder EDC in hochkonzentriertem Zustand unmittelbar vor den Reaktoren eingeführt, wodurch die Möglichkeit des Verbrennens oder der Explosion an einem solchen Einführungspunkt besteht. Auch in dem in der japanischen ungeprüften Patentveröffentlichung Nr. 134295/1994 offenbarten Festbettsauerstoffverfahren wird gleichfalls hochreiner Sauerstoff unter Bildung einer Zusammensetzung zur Verbrennung von Ethylen und EDC direkt eingeführt, und es besteht eine Möglichkeit der Explosion oder Verbrennung, obwohl die Ethylenkonzentration in dem zurückgeführten Gas geringer ist als in US-A-3 892 816.

Des weiteren wird in jedem der in der japanischen geprüften Patentveröffentlichung Nr. 1299/1988, US-A- 3 892 816 und der japanischen ungeprüften Patentveröffentlichung Nr. 134295/1994 offenbarten Verfahren die nicht kondensierte Komponente nach Kondensieren und Trennen des aus dem Reaktor abgelassenen Gases selbst als ein Rückführgas verwendet, wodurch es erforderlich wird, die Korrosion der Vorrichtung in Betracht zu ziehen, da das nicht kondensierte Gas eine sehr geringe Menge von nicht umgesetztem Chlorwasserstoff und EDC sowie Feuchtigkeit enthält.

Wenn der Nutzen eines Verfahrens zur industriellen Anwendung der Oxyreaktion bewertet wird, haben die Umsätze von Ethylen und Chlorwasserstoff zu EDC, d. h. der Ethylenumsatz und der Chlorwasserstoffumsatz, eine sehr große Bedeutung und sie müssen so hoch wie möglich sein. D. h. eine Senkung des Ethylenumsatzes bedeutet eine Erhöhung der Menge an verbranntem Ethylen, der Menge an gebildeten Nebenprodukten oder der nicht umgesetzten Menge, wodurch die Abgasbehandlungsanlage sehr groß sein muß und die Kosten zur Behandlung des Abgases steigen werden. Des weiteren gilt das gleiche bezüglich des Chlorwasserstoffumsatzes. D. h. eine Senkung des Chlorwasserstoffumsatzes bedeutet eine Erhöhung der nicht umgesetzten Menge, wodurch die Säurekonzentration in dem durch Oxyreaktion gebildeten Wasser hoch sein wird, was zu einem Kostenanstieg z. B. zur Neutralisation, während der Abgabe des Wassers aus dem System, führt.

Bezüglich der Nebenprodukte unter den durch die Oxyreaktion gebildeten chlorierten Kohlenwasserstoffen, die von EDC verschieden sind, senkt deren Erhöhung natürlich dem Ethylenumsatz und dem Chlorwasserstoffumsatz und ruft außerdem eine nachteilige Wirkung, wie eine Erhöhung des Energieverbrauchs bei der Reinigungsbehandlung von EDC, vor. Folglich ist es erforderlich, den Anteil an EDC (nachstehend als die EDC-Reinheit bezeichnet) unter den gebildeten chlorierten Kohlenwasserstoffkomponenten soweit wie möglich zu erhöhen.

Deshalb ist es erwünscht, ein Verfahren zur Reinigung von EDC bei guter Ausbeute unter solchen Bedingungen bereitzustellen, daß die Menge des aus dem System abgegebenen Abgases vermindert wird, die Korrosion der Vorrichtung verhindert wird und keine Gefahr von Explosion oder dergleichen beim Ausführen der Oxyreaktion von Ethylen, Chlorwasserstoff und Sauerstoff besteht.

Die Autoren der vorliegenden Erfindung haben ausgedehnte Untersuchungen hinsichtlich eines Verfahrens zur sicheren Herstellung von EDC ohne Umweltproblem und bei guter Ausbeute ausgeführt und als ein Ergebnis wurde gefunden, daß es möglich ist, EDC bei guter Ausbeute unter Verhinderung von Korrosion der Vorrichtung und unter Bedingungen, die keine Gefahr, beispielsweise einer Explosion, darstellen, durch spezielles Einstellen der Zusammensetzung des nicht kondensierten Gases, das aus dem Oxyreaktor ausgegeben wird, und Zurückführen eines solchen Gases in den Oxyreaktor herzustellen. Die vorliegende Erfindung wurde auf der Grundlage dieser Erkenntnisse ausgeführt.

D. h., die vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zur Herstellung von 1,2-Dichlorethan durch eine Oxychlorierungsreaktion von Ethylen, Chlorwasserstoff und Sauerstoff, d. h. ein kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von 1,2-Dichlorethan, bereit, das Abkühlen eines Gases, das aus einem Oxychlorierungsreaktor zum Kondensieren und Trennen von 1,2-Dichlorethan und Wasser aus dem abgekühlten Gas entnommen wird, Entfernen des Chlorwasserstoffs und Kohlendioxids aus dem abgekühlten Gas, dann Einstellen der Sauerstoffkonzentration und der Ethylenkonzentration dafür, so daß die Sauerstoffkonzentration 20 bis 30 Vol.-% beträgt und die Ethylenkonzentration 1 bis 3 Vol.-% beträgt und Einspeisen des so eingestellten Gasgemisches in einen Oxychlorierungsreaktor umfaßt.

In den beigefügten Zeichnungen bedeuten:

Fig. 1 ist ein Fließschema einer Festbettströmungsreaktionsvorrichtung mit einer gefüllten Kolonne, die in der vorliegenden Erfindung verwendet wird.

Fig. 2 ist ein Fließschema einer Festbettströmungsreaktionsvorrichtung mit einer lösungsmittelabsorbierenden Vorrichtung, die in der vorliegenden Erfindung verwendet wird.

Fig. 3 ist ein Fließschema einer Festbettströmungsreaktionsvorrichtung für ein Luftverfahren.

Fig. 4 ist ein Fließschema für eine Reihe von Festbettströmungsreaktionsvorrichtungen.

Nun werden typische Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung im einzelnen mit Bezug auf Fig. 1 und 2 beschrieben, jedoch sollte es selbstverständlich sein, daß die vorliegende Erfindung in keiner Weise auf Fig. 1 und 2 begrenzt ist.

Die in Fig. 1 und 2 verwendeten Symbole geben das nachstehende wieder.

Bezugsziffern 1, 2 und 3 geben Oxyreaktoren wieder, Ziffern 4 und 5 Leitungen zum Einführen von Ethylen, Chlorwasserstoff usw. bzw. 6 und 7 Leitungen zum Einführen von sauerstoffenthaltendem Gas, Ziffer 8 einen Sauerstoffmischteil, Ziffer 9 eine Leitung zum Einführen von Sauerstoff und Stickstoff, Ziffer 10 eine Leitung für ein Rückführungsgas, Ziffer 11 einen Wärmetauscher zum Kühlen, Ziffer 12 einen Gasflüssigscheider, Ziffer 13 eine Leitung für eine Nachbehandlungsanlage, Ziffer 14 eine Leitung, Ziffer 15 eine gefüllte Kolonne, Ziffer 16 eine Leitung, Ziffer 17 einen Verdichter, Ziffer 18 eine Vorrichtung zum Absorbieren von chlorierten Kohlenwasserstoffverbindungen und Ziffer 19 eine Leitung.

Fig. 1 ist ein Grundfließschema für das kontinuierliche Verfahren der vorliegenden Erfindung zur Herstellung von EDC und Fig. 2 ist ein Fließschema für das kontinuierliche Verfahren zur Herstellung von EDC mit einem Schritt des Absorbierens von chlorierten Kohlenwasserstoffverbindungen, die weiterhin zugegeben werden, um die Korrosionsart des Rückführungsgases zu vermindern.

Die Oxyreaktoren 1, 2 und 3 sind Reaktoren vom Mehrröhren-Wärmetauschertyp mit einem in die Röhren gefüllten Katalysator für die Oxyreaktion und mit einem Wärmemedium, das zur Entfernung der Reaktionswärme aus dem System um die Röhren herum zirkuliert. Zu diesem Zweck können beliebige Reaktoren angewendet werden, solange die Oxyreaktion dadurch ausgeführt werden kann. Beispielsweise können Festbettreaktoren oder Wirbelschichtreaktoren erwähnt werden.

In der vorliegenden Erfindung ist es besonders bevorzugt, Festbettreaktoren anzuwenden, da es dadurch möglich wird, die Reaktion sicher und wirksam auszuführen und die Möglichkeit des Einschlusses von Verunreinigungen oder Schwermetallkomponenten, wie feinpulverisierter Katalysator in dem Effluenten aus den Reaktoren, sehr gering ist.

Des weiteren werden die in der vorliegenden Erfindung verwendeten Oxyreaktoren vorzugsweise so angeordnet, daß mindestens drei Reaktoren in Reihe verbunden sind, wodurch EDC sicher und wirksam hergestellt werden kann.

Der Katalysator für die in der vorliegenden Erfindung zu verwendende Reaktion kann ein üblicherweise für eine Oxyreaktion verwendeter Katalysator sein. Beispielsweise können sogenannte Deacon-Katalysatorteilchen, die Kupferchlorid als Hauptkomponente umfassen, verwendet werden.

Die Leitungen 4 und 5 sind zur Einspeisung von Ethylen und Chlorwasserstoff zu den Oxyreaktoren unter den zuzuführenden Ausgangsmaterialien für die Oxyreaktoren ausgelegt. Die Leitungen 6 und 7 sind zur Einspeisung von Sauerstoff enthaltendem Gas zu den entsprechenden Oxyreaktoren ausgelegt. Wenn drei oder mehr Oxyreaktoren in Reihe angeordnet sind, ist es bevorzugt, daß Ethylen und Chlorwasserstoff alle zu dem Oxyreaktor, der an der am weitesten stromaufwärts gelegenen Seite angeordnet ist, zugeführt werden und das sauerstoffenthaltende Gas wird geteilt in mindestens zwei Oxyreaktoren an der stromaufwärts gelegenen Seite zugeführt, wodurch EDC unter Vermeiden einer Gefahr von Explosion oder Verbrennung von Ethylen und EDC sicher und wirksam hergestellt werden kann. Des weiteren ist es hinsichtlich des Gleichgewichts der Reaktion ebenfalls möglich, das sauerstoffenthaltende Gas geteilt zu dem dritten und den folgenden Reaktoren, gezählt von der stromaufwärts gelegenen Seite, zuzuführen.

In der vorliegenden Erfindung ist die zuzuführende Menge an Ethylen nicht besonders begrenzt. Wird es jedoch in einem leichten Überschuß über die stöchiometrische Menge, bezogen auf Chlorwasserstoff, verwendet, ist es möglich, die nicht umgesetzte Menge an Chlorwasserstoff im wesentlichen zu vermindern und gleichzeitig ist es möglich, die Bildung von Nebenprodukten, wie nicht erforderliches 1,1,2-Trichlorethan und 1,1,2,2-Tetrachlorethan, aufgrund der zu starken Chlorierung von Ethylen zu unterdrücken. Wenn die Menge an zugeführtem Ethylen jedoch im Überschuß zur stöchiometrischen Menge, bezogen auf Chlorwasserstoff, vorliegt, wird durch die Oxyreaktion nicht umgesetztes Ethylen in der Regel erhöht und die Ethylenkonzentration am Auslaß des letzten Reaktors wird in der Regel hoch. Wie jedoch nachstehend beschrieben, wird der Hauptteil zu dem Reaktor zu rückgeführt und die gesamte Menge wird nicht verloren gehen. Wenn jedoch das aus dem letzten Reaktor abgegebene Gas in einer hohen Konzentration Ethylen enthält, ist wahrscheinlich eine große Menge von Ethylen ein begleitender Teil des aus dem System abgegebenen Gases, wodurch der Umsatz natürlich sinkt und problematischer noch ist die Explosionsgefahr beim sauerstoffvermischenden Teil 8. In dem erfindungsgemäßen Verfahren wird hingegen Stickstoff aus einer Leitung 9 eingeführt, um eine hohe Konzentration an Ethylen zu vermindern. Wenn hier die Menge an eingespeistem Ethylen, bezogen auf Chlorwasserstoff, unnötig zu hoch ist, wird sich die erforderliche Stickstoffmenge erhöhen, was schließlich zu einer Erhöhung der Abgasmenge aus der Gesamtanlage der Oxyreaktoren führt, was unerwünscht ist. Folglich werden in der vorliegenden Erfindung die Mengen an zuzuführendem Ethylen und Stickstoff so eingestellt, daß die Ethylenkonzentration 1 bis 3 Vol.-%, vorzugsweise 1,5 bis 2,5 Vol.-%, am sauerstoffvermischenden Teil sein wird, wodurch es möglich wird, die Bedingungen zum Einspeisen von Ethylen in stöchiometrischem Überschuß, bezogen auf Chlorwasserstoff in der Oxyreaktion, herzustellen und die Aufgabe der Vermeidung von Explosionsgefahr im sauerstoffvermischenden Teil 8 gelöst wird.

Die Menge an aus Leitung 9 zuzuspeisendem Sauerstoff ist vorzugsweise ein geringer Überschuß gegenüber der stöchiometrischen Menge, bezogen auf Chlorwasserstoff, wie bei der Einspeisung von Ethylen. Der Grund dafür besteht darin, daß Sauerstoff durch geringfügiges Verbrennen von Ethylen in den Reaktoren verbraucht wird, und auch wenn eine geringe Menge an nicht umgesetztem Sauerstoff verbleibt, wird sie wiederum als eine Sauerstoffquelle zu den Oxyreaktoren gespeist, wodurch der Verlust an Ausgangsmaterial nur mit dem das Abgas begleitenden Sauerstoff auf einen minimalen Anteil begrenzt wird.

In der vorliegenden Erfindung ist die Sauerstoffquelle, die den Oxyreaktoren zugeführt wird, ein sauerstoffenthaltendes Gas, das so eingestellt ist, daß es eine Sauerstoffkonzentration von 20 bis 30 Vol.-%, vorzugsweise 22 bis 26 Vol.-%, aufweist, indem man ein Rückführungsgas aus einer Leitung 10, entnommen aus dem letzten Reaktor und einer Reihe von Behandlungen unterzogen, die nachstehend beschrieben werden, mit dem Sauerstoff und dem Stickstoff aus Leitung 9 bei dem sauerstoffvermischenden Teil 8 vermischt. Wenn die Sauerstoffkonzentration dieses sauerstoffenthaltenden Gases gering ist, d. h., wenn die Menge des Rückführungsgases von der Leitung 10 groß ist, werden in der Regel die entsprechenden Konzentrationen an Ethylen, Chlorwasserstoff und Sauerstoff in den Oxyreaktoren sinken, wodurch die Oxyreaktion zurückgedrängt werden kann und die Verweilzeit in den Reaktoren, d. h. die Reaktionszeit in der Regel kurz wird, wodurch die Menge an erzeugtem EDC wahrscheinlich abnehmen wird, wodurch die Reaktion ineffizient wird, was unerwünscht ist. Wenn andererseits die Sauerstoffkonzentration in dem sauerstoffenthaltenden Gas hoch ist, d. h., wenn die Menge des Rückführungsgases aus Leitung 10 zurückgedrängt wird, wird die Durchlaufgeschwindigkeit durch die Oxyreaktoren in der Regel langsam, wobei örtlich wahrscheinlich eine Überreaktion in der Katalysatorschicht auftritt oder Bildung von nicht notwendigen hochchlorierten Nebenprodukten, wie 1,1,2-Trichlorethan und 1,1,2,2-Tetrachlorethan, sich in der Regel erhöhen wird, wodurch die Reinheit des gebildeten EDC abnimmt, was unerwünscht ist. Folglich ist in der vorliegenden Erfindung die Sauerstoffkonzentration in dem sauerstoffenthaltenden Gas 20 bis 30 Vol.-%, wodurch das hochreine EDC wirksam hergestellt werden kann und die Herstellung unter stabilisierten Bedingungen erfolgen kann.

In der vorliegenden Erfindung können der zur Einstellung der Zusammensetzung in dem sauerstoffenthaltenden Gas verwendete Sauerstoff und Stickstoff im beliebigen Zustand vorliegen, solange die sauerstoffenthaltende Gaszusammensetzung in der vorliegenden Erfindung dabei erhalten werden kann. Beispielsweise können Luft, ein Gasgemisch mit den Zusammensetzungsverhältnissen von eingestelltem Sauerstoff und Stickstoff, reiner Sauerstoff und reiner Stickstoff erwähnt werden. Es ist bevorzugt, hochreinen Sauerstoff und hochreinen Stickstoff getrennt von beispielsweise Luft oder ein Gasgemisch von Sauerstoff und Stickstoff eingestellt, um wirksam die Sauerstoffkonzentration auf 20 bis 30 Vol.-% und die Ethylenkonzentration von 1 bis 3 Vol.-% zu bringen, so daß die Reaktion effizient ausgeführt werden kann und die Gasbildung minimiert werden kann.

Das Fluid nach der Reaktion wurde in den Oxyreaktoren unter solchen Bedingungen der Zuführung von Ethylen, Chlorwasserstoff und sauerstoffenthaltendem Gas ausgeführt, die durch einen direkt verbundenen Wärmetauscher 11 auf eine Temperatur in der Nähe von Umgebungstemperatur, beispielsweise etwa 40ºC, wirksam gekühlt werden, wonach der Hauptteil an Wasser und durch die Oxyreakdon gebildetem EDC kondensiert und sich verflüssigt und durch einen Gasflüssigscheider 12 getrennt wird und sie werden zu Leitung 13 zur Nachbehandlungsanlage geleitet, wo sie als Produkt behandelt werden.

In diesem Nachbehandlungsschritt wird, wenn die Reinheit von EDC gering ist, die Belastung der Reinigungsanlage natürlich hoch, was ineffizient ist. Bezüglich des gebildeten Wassers ist außerdem, wenn die Säurekonzentration hoch ist, nicht nur der Verlust an Chlorwasserstoff wesentlich, sondern es wird auch erforderlich, Neutralisation oder dergleichen während der Ausgabe des gebildeten Wassers aus dem System auszuführen. Folglich ist es erwünscht, daß die EDC-Reinheit möglichst hoch ist und die Säurekonzentration in dem gebildeten Wasser möglichst gering ist. Ein Herstellungsverfahren, das solchen Bedingungen genügt, kann als das bessere Verfahren zur Herstellung von 1,2-Dichlorethan angesehen werden.

Als Indizes für die Umsätze von Ethylen und Chlorwasserstoff zu EDC werden der Ethylenumsatz und der Chlorwasserstoffumsatz verwendet. Diese Umsätze sinken, wenn die Reinheit von EDC gering ist, wenn die Säurekonzentration in dem gebildeten Wasser ansteigt, wenn der Verlust an Chlorwasserstoff ansteigt oder wenn sich die Menge an nicht umgesetztem Ethylen in dem Abgas erhöht. Ein Herstellungsverfahren, in dem solche Umsätze hoch sind, kann als das bessere Verfahren zur Herstellung von 1,2-Dichlorethan angesehen werden.

Die Gaskomponente nach der Gasflüssigtrennung wird durch eine Leitung 14 zu einer gefüllten Kolonne 15 gespeist und zur Entfernung von restlichem nicht umgesetzten Chlorwasserstoff behandelt, und eine sehr kleine Menge durch Verbrennung von Ethylen gebildetes Kohlendioxid ist in der Gaskomponente enthalten. Durch Entfernen von Chlorwasserstoff aus der Gaskomponente wird die Korrosivität der Gaskomponente gering oder beseitigt. Andererseits wird, bezüglich Kohlendioxid, obwohl es die Reaktion direkt nicht beeinflußt, wenn Kohlendioxid in dem System sich unnötigerweise akkumuliert, nicht nur die Zusammensetzung der zurückzuführenden Gaskomponente instabil, sondern es erhöht die Konzentration an Kohlenmonoxid, das ein durch Verbrennung von Ethylen gebildetes entflammbares Gas darstellt, wodurch eine mögliche Gefahr einer Explosionsreaktion davon mit Sauerstoff entsteht.

Folglich wird in der vorliegenden Erfindung aus der Gaskomponente nach der Gasflüssigtrennung Chlorwasserstoff entfernt, wodurch die Korrosivität der Gaskomponente vermindert werden kann und Kohlendioxid entfernt wird, wodurch der Umsatz an Kohlenmonoxid zu Kohlendioxid erhöht wird und es möglich wird, hohe Konzentrationen an Kohlenmonoxid als entflammbares Gas zu verhindern, wodurch die Herstellung von EDC sicher durchgeführt werden kann.

In der vorliegenden Erfindung gibt es keine besondere Begrenzung hinsichtlich der Vorrichtung, die zur Entfernung von Chlorwasserstoff und Kohlendioxid verwendet wird, und eine beliebige Vorrichtung kann verwendet werden, solange sie in der Lage ist, Chlorwasserstoff und Kohlendioxid zu entfernen. Beispielsweise kann eine ge füllte Kolonne verwendet werden. Als eine solche gefüllte Kolonne ist es bevorzugt, eine Kolonne anzuwenden, in der das zu behandelnde Gas im Gegenstrom mit einer Lösung einer Base, wie Natriumhydroxid oder Caliumhydroxid, in Kontakt gebracht wird, wodurch Chlorwasserstoffgas und Kohlendioxid wirksam entfernt werden können.

In der vorliegenden Erfindung kann das Gas, aus dem Chlorwasserstoff und Kohlendioxid entfernt wurden, durch Leitung 16, unter Druck gesetzt durch Verdichter 17, und durch Leitung 10 zu Sauerstoffmischteil 8 geleitet, ohne ein wesentliches Problem zugeführt werden. Wie jedoch in Fig. 2 gezeigt, kann die Behandlung durch eine Vorrichtung 18 zum Absorbieren von chlorierten Kohlenwasserstoffen, wie EDC, außerdem ausgeführt werden. Unter Verwendung einer solchen absorbierenden Vorrichtung 18 ist es möglich, die durch eine Säurekomponente, die durch Zersetzen von EDC usw., aufgrund der Temperaturerhöhung in dem Verdichter 17 erzeugte Korrosion vollständig zu verhindern, wodurch es auch möglich ist, nutzloses Zurückführen von EDC zu der Oxyreaktion zu verhindern.

In der vorliegenden Erfindung ist die absorbierende Vorrichtung, die, wie der Fall es erfordert, verwendet wird, nicht besonders eingeschränkt und kann ein gefüllter Kolonnentyp sein, der üblicherweise zum Gegenstromkontakt mit einem organischen Lösungsmittel verwendet wird.

In der vorliegenden Erfindung wird hochkorrosiver Chlorwasserstoff durch eine Vorrichtung, wiedergegeben durch die gefüllte Kolonne 15, entfernt und in einigen Fällen werden Kohlenwasserstoffe durch eine Vorrichtung, wiedergegeben durch die absorbierende Vorrichtung 18, entfernt, wodurch die Leitungen 15 und 10, der Verdichter 17 und der Sauerstoffmischteil 8 und in einigen Fällen die absorbierende Vorrichtung 18, die nach der gefüllten Kolonne angeordnet sind, aus üblichen nicht kostenaufwendigem Kohlenstoffstahlmaterial gefertigt werden können, was wirtschaftlich vorteilhaft ist.

In der vorliegenden Erfindung wird das überschüssige Gas, das von jenem, das zum Halten der Sauerstoffkonzentration bei einem Anteil von 20 bis 30 Vol.-%, vorzugsweise 22 bis 26 Vol.-%, verschieden ist, als Abgas aus dem System durch Leitung 19 vor dem Verdichter 17 unter Konstanthalten des Drucks in dem System abgelassen. Das Abgas, das durch diese Leitung 19 abgelassen wurde, ist frei von Korrosivität oder einer Gefahr der Verbrennung oder Explosion, wie vorstehend erwähnt und somit kann es wie es ist aus dem System abgelassen werden, jedoch kann es in einigen Fällen eine sehr geringe Menge EDC enthalten und es ist bevorzugt, es der EDC- Wiedergewinnungsbehandlung zu unterziehen.

Um des weiteren eine nachteilige Wirkung der kondensierten Komponente aus Wasser oder EDC, die in einer sehr kleinen Menge in dem zu Verdichter 17 beförderten Rückführungsgas vorliegt, zu vermeiden, ist es bevorzugt, das Gas an einer Stelle von Leitung 16 unmittelbar vor der Einführung zu Verdichter 17 vorzuerhitzen. Um gleichfalls Taupunktkorrosion aufgrund von Chlorwasserstoff an der Stelle zur Einführung von dem sauerstoffenthaltenden Gas, das Sauerstoff und Stickstoff umfaßt, zu den Oxyreaktoren zu verhindern, ist es bevorzugt, eine geeignete Maßnahme zum Vorerhitzen der Leitungen 6, 7, 8 und 10 auszuführen.

Wie vorstehend beschrieben, ist es durch Ausführen der Oxyreaktion von Ethylen mit Chlorwasserstoff und Sauerstoff entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren möglich, die Menge an Abgas, das aus dem System abgelassen wird, unter Verhinderung der Korrosion der Vorrichtung und unter Gewinnung von EDC bei guter Ausbeute unter Bedingungen, die von Explosionsgefahr frei sind, zu einem minimalen Anteil zu senken.

Nun wird die vorliegende Erfindung im einzelnen bezüglich der Beispiele beschrieben. Es sollte jedoch selbstverständlich sein, daß die vorliegende Erfindung in keiner Weise durch solche Beispiele begrenzt ist.

In den Beispielen und Vergleichsbeispielen wurde die Oxyreaktion von Ethylen, Chlorwasserstoff und Sauerstoff unter Verwendung einer Vorrichtung mit drei in Reihe geschalteten Reaktoren, wie in Fig. 1 gezeigt oder einer Vorrichtung, die weiterhin mit einer chlorierte Kohlenwassertoffverbindung absorbierenden Vorrichtung ausgestattet ist, wie in Fig. 2 gezeigt, ausgeführt.

Fig. 4 erläutert die Einzelheiten der Oxyreaktoren 1, 2 und 3. Sie können vom gleichen Typ sein und jeder von ihnen ist ein Festbettkatalysatorreaktor vom Mehrröhren-Wärmeaustauschertyp mit einem Aufbau, der drei Edelstahlrohre von 34 mm im Innendurchmesser und 4000 mm Länge mit einem innerhalb gefüllten Deacon-Katalysator und mit einem Heizmedium, das zur Entfernung der erzeugten Reaktionswärme außerhalb der Rohre zirkuliert, umfaßt.

Beispiel 1

Unter Verwendung der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung wurden die Materialien in den in Tabelle 1 gezeigten Mengen zu den Oxyreaktoren 1, 2 und 3 durch die entsprechenden Rohrleitungen, Ethylen über 4 und Chlorwasserstoff über 5 zu dem Reaktor und sauerstoffenthaltendes Gas über Leitung 6 zu dem Reaktor 1 und über Leitung 7 zu Reaktor 2 über Ventile 6a und 7a geführt. Gleichzeitig wurde die Gaskomponente nach der Entfernung des Hauptteils von EDC, Wasser usw. aus der Flüssigkeit nach der Oxyreaktion durch eine Reihe von Behandlungen wie nachstehend beschrieben durch den Verdichter 17 unter Druck gesetzt und dann mit Sauerstoff und Stickstoff, die durch Leitung 9 an dem sauerstoffmischenden Teil 8 eingeführt werden, vermischt unter Bildung eines sauerstoffenthaltenden Gases. Dieses sauerstoffenthaltende Gas wurde zu den Oxyreaktoren 1 und 2 aus den Leitungen 6 bzw. 7 in einem Verhältnis von 7 : 3 eingeführt. Die Einlaßtemperatur von jedem Oxyreaktor wurde auf mindestens 200 eingestellt und der Einlaßdruck bei Oxyreaktor 1 wurde auf 385 kPa eingestellt. Somit wurde die Herstellung von EDC ausgeführt. Um EDC zu erhalten, wurde das aus dem letzten Oxyreaktor ausgegebene Gas durch den Wärmetauscher 11 zum Abkühlen auf eine Temperatur von 40ºC abgekühlt und dann dem Gasflüssigscheider 12 unterzogen, wodurch der Hauptteil von gebildetem Wasser und EDC getrennt und gewonnen wurden.

Dann wurde das nicht kondensierte Gas über Leitung 14 zu der gefüllten Kolonne 15 (Alkaliwaschvorrichtung) geführt, in der die Säurekomponente in dem nicht kondensierten Gas neutralisiert wurde und Kohlendioxid entfernt wurde. Gleichzeitig wurde das Gas auf 20ºC abgekühlt, wodurch eine geringe Menge EDC erneut kondensiert und gewonnen wurde.

Solche Einspeisungsbedingungen des von dem System ausgegebenen Abgases und die analytischen Ergebnisse nach der Reaktion werden in Tabelle 1 gezeigt.

Der Ethylenumsatz und der Chlorwasserstoffumsatz, die in Tabelle 1 wiedergegeben werden, wurden durch die nachstehenden Formeln berechnet.

Ethylenumsatz (%) = (die Menge an zu EDC umgesetztem Ethylen/die Menge an eingespeistem Ethylen) · 100

Chlorwasserstoffumsatz (%) = (die Menge an zu EDC umgesetztem Chlorwasserstoff/die Menge an zugeführtem Chlorwasserstoff) · 100

Als Ergebnis war die Menge an erzeugtem Abgas sehr gering und die Zusammensetzung von jedem der Abgase und dem sauerstoffenthaltenden Gas war außerhalb des Bereichs für die Explosion eines entflammbaren Gasgemi sches und nicht korrosiven Gases und Kohlendioxid wurde vollständig entfernt. Es war dadurch möglich, den Vorgang sicher und unter stabilisierten Bedingungen auszuführen. Des weiteren war das erhaltene EDC hochrein und der Ethylenumsatz und der Chlorwasserstoffumsatz waren hoch. Somit ist das Verfahren hochwirksam. Der Vorgang wurde unter diesen Bedingungen 6 Monate kontinuierlich ausgeführt und keine Verschlechterung des Katalysators wurde beobachtet und keine Korrosion oder Eigenschaftsveränderung wurde an der Vorrichtung, Leitung usw. beobachtet und der Vorgang wurde sicher und unter stabilisierten Bedingungen ausgeführt.

Vergleichsbeispiel 1

Unter Verwendung der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung wurden die in den Mengen wie in Tabelle 1 gezeigten eingespeisten Materialien den Oxyreaktoren durch die entsprechenden Leitungen zugeführt. Insbesondere wurde die Ethylenkonzentration in dem sauerstoffenthaltenden Gas auf 0,57 Vol.-% eingestellt. Dann wurde die Herstellung von EDC in der gleichen Weise wie in Beispiel 1 ausgeführt.

Das aus dem System ausgegebene Abgas und die analytischen Ergebnisse nach der Reaktion werden in Tabelle 1 gezeigt.

In dem System (das sauerstoffenthaltende Gas und das Abgas) ist die Menge an Kohlenmonoxid als entflammbares Gas erhöht, der Ethylenumsatz und der Chlorwasserstoffumsatz waren gering und die Reinheit des EDC war niedrig.

Vergleichsbeispiel 2

Unter Verwendung der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung wurden die in den in Tabelle 1 ausgewiesenen Mengen eingespeisten Materialien den Oxyreaktoren durch die entsprechenden Leitungen zugeführt. Insbesondere wurde die Ethylenkonzentration in dem sauerstoffenthaltenden Gas auf 3,05 Vol.-% eingestellt. Dann wurde die Herstellung von EDC in der gleichen Weise wie in Beispiel 1 ausgeführt.

Das aus dem System ausgegebene Abgas und die analytischen Ergebnisse nach der Reaktion werden in Tabelle 1 gezeigt.

In dem System (das sauerstoffenthaltende Gas und das Abgas) wuchs die Menge an Kohlenmonoxid als entflammbares Gas, der Ethylenumsatz und der Chlorwasserstoffumsatz waren gering und die Reinheit des EDC war gering.

Beispiel 2

Unter Verwendung der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung wurden die in Tabelle 2 in den ausgewiesenen Mengen eingespeisten Materialien den Oxyreaktoren durch entsprechende Leitungen zugeführt, insbesondere wurde die Sauerstoffkonzentration in dem sauerstoffenthaltenden Gas auf 22 Vol.-% eingestellt. Dann wurde die Herstellung von EDC in der gleichen Weise wie in Beispiel 1 ausgeführt.

Das aus dem System ausgegebene Abgas und die analytischen Ergebnisse nach der Reaktion werden in Tabelle 2 gezeigt.

Als Ergebnis war die Menge des erzeugten Abgases sehr gering, die Zusammensetzung des sauerstoffenthaltenden Gases war außerhalb des Explosionsbereichs für ein entflammbares Gasgemisch und war ein nicht korrosives Gas und Kohlendioxid war vollständig entfernt, wodurch es möglich war, den Vorgang sicher und unter stabilisierten Bedingungen auszuführen. Des weiteren war das erhaltene EDC hochrein, der Ethylenumsatz und der Chlorwasserstoffumsatz waren hoch und das Verfahren war hocheffizient.

Vergleichsbeispiel 3

Unter Verwendung der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung wurden die in den in Tabelle 2 ausgewiesenen Mengen eingespeisten Materialien den Oxyreaktoren durch die entsprechenden Leitungen zugeführt. Insbesondere wurde die Sauerstoffkonzentration in dem sauerstoffenthaltenden Gas auf 18,20 Vol.-% eingestellt. Dann wurde die Herstellung von EDC in der gleichen Weise wie in Beispiel 1 ausgeführt.

Das aus dem System ausgegebene Abgas und die analytischen Ergebnisse nach der Reaktion werden in Tabelle 2 gezeigt.

Der Ethylenumsatz und der Chlorwasserstoffumsatz waren niedrig und die Reinheit von EDC war niedrig.

Vergleichsbeispiel 4

Unter Verwendung der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung wurden die in den in Tabelle 2 ausgewiesenen Mengen eingespeisten Materialien den Oxyreaktoren durch die entsprechenden Leitungen zugeführt. Insbesondere wurde die Sauerstoffkonzentration in dem sauerstoffenthaltenden Gas auf 31,50 Vol.-% eingestellt. Dann wurde die Herstellung von EDC in der gleichen Weise wie in Beispiel 1 ausgeführt.

Das aus dem System ausgegebene Abgas und die analytischen Ergebnisse nach der Reaktion werden in Tabelle 2 gezeigt.

In dem System (das sauerstoffenthaltende Gas und das Abgas) waren die Menge an Kohlenmonoxid als entflammbares Gas erhöht, der Ethylenumsatz und der Chlorwasserstoffumsatz waren niedrig und die Reinheit von EDC war niedrig.

Beispiel 3

Unter Verwendung der in Fig. 2 gezeigten Vorrichtung mit einer Chlorwasserstoffverbindungen absorbierenden Vorrichtung 18 (eine Lösungsmittel absorbierende Vorrichtung) wurden die in den in Tabelle 3 ausgewiesenen Mengen eingespeisten Materialien den entsprechenden Leitungen zugeführt.

Das von dem System ausgegebene Abgas und die analytischen Ergebnisse nach der Reaktion werden in Tabelle 3 gezeigt.

Als ein Ergebnis war die Menge des erzeugten Abgases sehr gering, die Zusammensetzung von jedem Abgas und dem sauerstoffenthaltenden Gas war außerhalb des Bereichs für die Explosion eines entflammbares Gasgemisch und war ein nicht korrosives Gas und es war eines mit vollständig entferntem Kohlendioxid, wobei es möglich war, den Vorgang sicher und in einem stabilisierten Zustand auszuführen. Des weiteren war das erhaltene EDC hochrein, der Ethylenumsatz und der Chlorwasserstoffumsatz waren hoch und das Verfahren war hochwirksam.

Vergleichsbeispiel 5

Unter Verwendung einer Vorrichtung, aus der die gefüllte Kolonne 15 (die Alkaliwaschvorrichtung) aus der in Figur gezeigten Vorrichtung entfernt wurde (d. h. eine Vorrichtung, die nicht in der Lage ist, Chlorwasserstoff und Kohlendioxid zu entfernen, da kein Alkaliwaschen von dem nicht kondensierten Gas, das nach der Reaktion entnommen wurde, durchgeführt wurde), wurden die in den in Tabelle 3 ausgewiesenen Mengen eingespeisten Materialien zu den Leitungen geführt und die Herstellung von EDC wurde ausgeführt.

Das aus dem System ausgegebene Abgas und die nach der Reaktion erhaltenen analytischen Ergebnisse werden in Tabelle 3 gezeigt.

In dem nicht kondensierten Gas wurde stark korrosiver, nicht umgesetzter Chlorwasserstoff beobachtet. Des weiteren waren die Zusammensetzungen aus sauerstoffenthaltendem Gas und dem Abgas sehr instabil, und eine abrupte Erhöhung von Kohlenmonoxid in dem sauerstoffenthaltenden Gas wurde beobachtet und die Zusammensetzung nahm einen gefährlichen Zustand an. Deshalb wurde die Herstellung gestoppt. Des weiteren waren der Ethylenumsatz und der Chlorwasserstoffumsatz niedrig und die Reinheit von EDC war niedrig.

Beispiel 4

Unter Verwendung der in Fig. 2 gezeigten Vorrichtung mit einer chlorierten Kohlenwasserstoffverbindungen absorbierenden Vorrichtung 18 (eine Lösungsmittel absorbierende Vorrichtung) wurden die in den in Tabelle 4 ausgewiesenen Mengen eingespeisten Materialien durch die entsprechenden Leitungen zugeführt.

Das aus dem System ausgegebene Abgas und die analytischen Ergebnisse nach der Reaktion werden in Tabelle 4 gezeigt.

Als ein Ergebnis war die Menge an ausgegebenem Abgas sehr gering und die Zusammensetzung des sauerstoffenthaltenden Gases war außerhalb des Explosionsbereichs eines entflammbaren Gasgemisches und enthält keine wesentlichen Mengen an verbleibenden chlorierten Kohlenwasserstoffen. Deshalb war es ein nicht korrosives Gas und Kohlendioxid wurde vollständig entfernt, wodurch es möglich wurde, den Vorgang sicher und in einem stabilisierten Zustand auszuführen. Des weiteren war das erhaltene EDC hochrein, der Ethylenumsatz und der Chlorwasserstoffumsatz waren hoch und das Verfahren war hochwirksam.

Vergleichsbeispiel 6

Unter Verwendung der in Fig. 3 gezeigten Vorrichtung unter Verwendung von Luft als Sauerstoffquellen wurden Ethylen und Luft als Sauerstoffquelle eingeführt, so daß die stöchiometrischen Verhältnisse des Chlorwasserstoffs wie in Beispiel 4 sein würden und die Herstellung von EDC wurde ausgeführt.

Das vom dem System ausgegebene Abgas und die analytischen Ergebnisse nach der Reaktion werden in Tabelle 4 gezeigt.

Die Abgasmenge war sehr groß, der Ethylenumsatz und der Chlorwasserstoffumsatz waren gering.

Tabelle 1
Tabelle 2
Tabelle 3
Tabelle 4

Durch Ausführen der Sauerstoffchlorierungsreaktion gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird das Verfahren sicher und die Abgasmenge kann im wesentlichen vermindert werden, wobei es möglich gemacht wurde, 1,2-Dichlorethan wirksam herzustellen.


Anspruch[de]

1. Kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von 1,2-Dichlorethan durch eine Oxychlorierungsreaktion von Ethylen, Chlorwasserstoff und Sauerstoff, das Abkühlen eines Gases, das aus einem Oxychlorierungsreaktor entnommen wird, zum Kondensieren und Trennen von 1,2-Dichlorethan und Wasser aus dem abgekühlten Gas, Entfernen des Chlorwasserstoffs und Kohlendioxids aus dem abgekühlten Gas, dann Einstellen der Sauerstoffkonzentration und der Ethylenkonzentration des abgekühlten Gases, aus dem 1,2-Dichlorethan, Wasser, Chlorwasserstoff und Kohlendioxid entfernt wurden, so daß die Sauerstoffkonzentration 20 bis 30 Vol.-% beträgt und die Ethylenkonzentradon 1 bis 3 Vol.-% beträgt und Einspeisen des so eingestellten Gasgemisches in einen Oxychlorierungsreaktor umfaßt.

2. Kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von 1,2-Dichlorethan nach Anspruch 1, wobei nach der Entfernung von Chlorwasserstoff und Kohlendioxid die Konzentration an Sauerstoff und Ethylen in dem Gas durch Vermischen von Sauerstoff und Stickstoff mit dem Gas so eingestellt werden, daß die Sauerstoffkonzentration 20 bis 30 Vol.-% wird und die Ethylenkonzentration 1 bis 3 Vol.-% wird und das so eingestellte Gasgemisch in einen Oxychlorierungsreaktor eingespeist wird.

3. Kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von 1,2-Dichlorethan nach Anspruch 1 oder 2, wobei Ethylen und Chlorwasserstoff als Ausgangsmaterialien nur in den einen Reaktor, der sich an der am weitesten stromaufwärts gelegenen Seite von mindestens 3 in Reihe angeordneten Oxychlorierungsreaktoren befindet, eingespeist werden und das Gas, das so eingestellt ist, daß die Sauerstoffkonzentration 20 bis 30 Vol.-% beträgt und die Ethylenkonzentration 1 bis 3 Vol.-% beträgt, zu dem zweiten und den folgenden Reaktoren, gezählt von der stromaufwärts gelegenen Seite, der mindestens drei in Reihe angeordneten Oxychlorierungsreaktoren, aufgeteilt eingespeist wird.

4. Kontinuierliches Verfahren zur Herstellung von 1,2-Dichlorethan nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei der Oxychlorierungsreaktor ein Festbettreaktor ist.

5. Verfahren nach Anspruch 1, 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß nach Entfernung von Chlorwasserstoff und Kohlendioxid aus dem abgekühlten Gas restliche chlorierte Kohlenwasserstoffverbindungen und 1,2-Dichlorethan entfernt werden.

6. Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von 1,2-Dichlorethan, umfassend mindestens 3 in Reihe angeordnete Oxychlorierungs-Festbett-Reaktoren (1, 2, 3), Vorrichtungen zur Einspeisung von Ethylen (4) und Chlorwasserstoff (5) zu dem ersten Reaktor (1) und Vorrichtung (6) zur Einspeisung von sauerstoffenthaltendem Gas zu dem ersten Reaktor (1) und Vorrichtung (7) zur Einspeisung von sauerstoffenthaltendem Gas zu dem zweiten Reaktor (2), Kühlvorrichtung (11) und einen Gasflüssigscheider (12) und Vorrichtung (20) zum Befördern des ausgestoßenen Gases aus dem dritten Reaktor zu der Kühlvorrichtung (11) und Vorrichtung (21) zum Befördern des Ausstoßes aus der Kühlvorrichtung (11) zu dem Gasflüssigscheider (12), eine gefüllte Kolonne (15) zur Entfernung von Chlorwasserstoff und Kohlendioxid und Vorrichtung (13) zum Befördern von Flüssigkeiten aus (12) zu einer Nachbehandlungsanlage und Vorrichtung (14) zur Beförderung von Gasen aus dem Gasflüssigscheider (12) zu der gefüllten Kolonne (15), einen Verdichter (17), und Vorrichtung (16) zur Beförderung des gasförmigen Ausstoßes aus der Kolonne (15) zu dem Verdichter (17), gegebenenfalls über Vorrichtung (18) zum Absorbieren von chlorierten Kohlenwasserstoffverbindungen, Vorrichtung (10) zum Zurückführen von Gas aus dem Ausstoß des Verdichters zu den Sauerstoff einspeisenden Vorrichtungen (6) und (7) über einen Sauerstoffmischteil (8) und Vor richtung (9) zur Einführung von Luft, Sauerstoff oder Stickstoff oder einem Gemisch davon zu dem Sauerstoffmischteil (8).

7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder mehrere der nachstehenden Heizvorrichtungen bereitgestellt werden; Vorrichtung zum Erwärmen der den gasförmigen Ausstoß befördernden Vorrichtung (16), unmittelbar vor dem Verdichter (17), Vorrichtung zum Erwärmen der sauerstoffeinspeisenden Vorrichtung (6), Vorrichtung zum Erwärmen der sauerstoffeinspeisenden Vorrichtung (7), Vorrichtung zum Erwärmen des Sauerstoffmischteils (8) und Vorrichtung zum Erwärmen der Verdichterauslaßgasrückführungsvorrichtung (10).

8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Komponenten (8), (10), (15), (17) und (18) aus Kohlenstoffstahl hergestellt sind.







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