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Dokumentenidentifikation DE19616328C2 18.11.1999
Titel Feuchtwerk für Offsetdruckmaschinen
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Fürbaß, Jürgen, 69226 Nußloch, DE
DE-Anmeldedatum 24.04.1996
DE-Aktenzeichen 19616328
Offenlegungstag 06.11.1997
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.11.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.11.1999
IPC-Hauptklasse B41F 7/24
IPC-Nebenklasse B41F 23/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Feuchtwerk für Offsetdruckmaschinen.

Bei bekannten Feuchtwerken (DE 91 10 345 U1) werden zur gleichmäßigen Verteilung des zu übertragenden Feuchtmittelfilms z. B. unterschiedliche Umfangsgeschwindikgkeiten der beteiligten Walzen oder auch unterschiedliche Drehrichtungen verwirklicht, so daß die Mantelflächen entgegengesetzte Bewegungsrichtungen an den Berührungslinien aufweisen. All diese Maßnahmen dienen dazu, die zu übertragende Feuchtmittelmenge gering zu halten, um kein Überfeuchten der Druckplatte zu bewirken. Das Problem bei diesen teilweise durch Friktion angetriebenen Walze ist, daß sich die Drehbewegung der Druckplatte auf die einzelnen Walzen überträgt, wobei z. B. langsamer angetriebene Walzen bei höheren Maschinengeschwindigkeiten einen zusätzlichen Antrieb erfahren, so daß eine genaue Dosierung der Feuchtmittelmenge erschwert ist.

In der US 4,676,156 ist ein Feuchtwerk beschrieben, dessen als Dosierwalze bezeichnete Tauchwalze und dessen Transportwalze über Zahnräder von einem Schneckengetriebe angetrieben werden. Dieses Schneckengetriebe ist nicht als ein selbsthemmendes Schneckengetriebe ausgewiesen. Zudem ist in der Patentschrift kein Hinweis auf zwei aneinander angestellte und mit zueinander unterschiedlicher Geschwindigkeit antreibbare Walzen enthalten.

In der EP 0 462 490 B1 ist eine Befeuchtungseinrichtung beschrieben, bei welcher der Kontakt zwischen deren Tauchwalze und deren Dosierwalze entweder schlupffrei oder mit einem Gleiten in einem festen Verhältnis stattfindet. Die Befeuchtungseinrichtung enthält zur Erzeugung einer axialen Reibebewegung einen Mechanismus, der ein Schneckenrad und eine Schnecke umfaßt.

Ferner ist in der GB 2 139 561 A ein Befeuchtungssystem beschrieben und wird in dieser Druckschrift auf schrägverzahnte Räder zur Vermeidung von im Druckbild sichtbaren Zahnstreifen Bezug genommen.

Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es die Aufgabe vorliegender Erfindung, ein Feuchtwerk mit einem Walzenantrieb zu schaffen, der unbeeinflußt von der Maschinengeschwindigkeit regelbar ist.

Gelöst wird die Aufgabe gemäß der Erfindung durch ein Feuchtwerk für Offsetdruckmaschinen mit einer in einem Feuchtmittelbehälter eintauchenden Tauchwalze, mit einer der Tauchwalze zugeordneten Dosierwalze und mit einer Auftragwalze, die das Feuchtmittel einer Druckplatte eines Plattenzylinders zuführt, wobei die zwei aneinander angestellten Walzen des Feuchtwerks mit zueinander unterschiedlichen Geschwindigkeiten antreibbar sind und wobei die Dosierwalze von einer Antriebseinrichtung über ein selbsthemmendes Getriebe antreibbar ist. Über den Antrieb der Dosierwalze und das selbsthemmende Getriebe läßt sich die zugeführte Feuchtmittelmenge unabhängig regeln, ohne daß die Maschinengeschwindigkeit und die Friktion mit den beteiligten Walzen die gewünschte Drehzahl der Dosierwalze beeinflussen. Hierbei ist davon auszugehen, daß auch im Feuchtwerk auf verschiedenen Walzenmänteln Farbe aufgebracht ist, die bei hoher Friktion derselben die ungewollte Antriebsleistung erhöht.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebseinrichtung als ein regelbares Getriebe ausgebildet ist, und daß dieses Getriebe vom Maschinenantrieb antreibbar ist. Bei einem derartigen Getriebe handelt es sich im Normalfall um ein Untersetzungsgetriebe, um die Dosierwalze gegenüber der Maschinengeschwindigkeit mit verminderter Umfangsgeschwindigkeit antreiben zu können.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebseinrichtung als geschwindigkeitsregelbarer Elektromotor ausgebildet ist und daß auf dem Antriebszapfen des Elektromotors eine Schnecke und auf dem Achszapfen der Dosierwalze ein Schneckenrad vorgesehen sind. Schnecke und Schneckenrad sind preiswert herzustellende selbsthemmende Getriebe, so daß über den Elektromotor eine genaue Umfangsgeschwindigkeit einregelbar ist, ohne daß durch Friktionskräfte die Umfangsgeschwindigkeit der Dosierwalze beeinflußt wird.

Vorteilhaft ist es weiterhin, daß die Tauchwalze mit der Dosierwalze über ein Getriebe gekoppelt ist, so daß auch die zu fördernde Feuchtmittelmenge über die Tauchwalze genau bestimmbar ist.

Eine preiswerte Lösung ist dadurch gekennzeichnet, daß das Getriebe zwischen Tauch- und Dosierwalze als Stirnradgetriebe ausgebildet ist. Weiterhin ist es bei vorliegender Erfindung möglich, daß die Dosierwalze eine Mantelfläche aus elastischem Material aufweist. Wird z. B. Hartgummi verwendet, so kann der über die Feuchtauftragwalze übertragene Farbfilm durch die z. B. mit Hartgummi bezogene Dosierwalze weiter vergleichmäßigt werden, so daß Geisterbilder vermieden werden.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen schematisch dargestellt:

Es zeigt:

Fig. 1 ein Walzenschema eines Farb-/Feuchtwerks,

Fig. 2 einen Längsschnitt durch einen Antrieb, der Dosier- und Tauchwalze.

Wie Fig. 1 zeigt, ist dem Plattenzylinder 1 ein Feuchtwerk 2 und ein Farbwerk 3 zugeordnet, wobei das Farbwerk 3 die aus einem Farbkasten 4 entnommene Druckfarbe über eine Vielzahl von Walzen auf die auf dem Plattenzylinder 1 aufgespannte Druckplatte überträgt. Das Feuchtwerk 2 weist im wiedergegebenen Ausführungsbeispiel einen Feuchtmittelbehälter 5 auf, in dessen Feuchtmittel eine Tauchwalze 6 eintaucht. Die Tauchwalze 6 fördert Feuchtmittel zu einer Dosierwalze 7, die überschüssiges Feuchtmittel auf der Tauchwalze 6 an ihrer Berührungslinie abquetscht. Der auf der Dosierwalze 7 vorhandene Feuchtmittelfilm wird sodann auf eine Auftragwalze 8 übertragen, die das Feuchtmittel an die Druckplatte auf dem Plattenzylinder 1 abgibt und diese einfeuchtet. Der Auftragwalze 8 kann z. B. eine Reibwalze 9 zugeordnet sein, und es kann auch eine Brückenwalze 10 vorgesehen sein, die Farbe von der ersten Farbauftragwalze 11 übernimmt.

Gemäß vorliegender Erfindung ist der Dosierwalze 7 eine Antriebseinrichtung 12 zugeordnet, die über ein selbsthemmendes Getriebe die Dosierwalze 7 antreibt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel besteht die Antriebseinrichtung aus einem Elektromotor 13, auf dessen Antriebszapfen 14 eine Schnecke 15 befestigt ist. Die Schnecke 15 kämmt mit einem Schneckenrad 16, das auf einem Achszapfen 17 der Dosierwalze 7 befestigt ist. Der Elektromotor 13 kann hierbei z. B. an einem Maschinenseitengestell 18 befestigt sein. Sowohl der Achszapfen 17 der Dosierwalze 7 als auch der Achszapfen 19 der Tauchwalze 6 sind über Lager 20 am Maschinenseitengestell 18 drehbar gelagert. In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die Tauchwalze 6 mit der Dosierwalze 7 über ein Getriebe gekoppelt, wobei das Getriebe zwischen beiden Walzen vorteilhaft aus zwei ineinandergreifenden Stirnrädern 21, 22 besteht. Beide Stirnräder 21, 22 sind auf den Achszapfen 17, 19 der Dosierwalze 7 bzw. Tauchwalze 6 befestigt. Zum Vergleichmäßigen des Farbfilms und Einarbeiten des Feuchtmittels kann in einer vorteilhaften Ausgestaltung die Mantelfläche der Dosierwalze 7 aus einem elastischen Material z. B. Hartgummi ausgebildet sein. Auch bei einer solchen Ausbildung können sich Friktionskräfte durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen nicht als ungewollte Geschwindigkeitsänderung der Dosierwalze 7 auswirken.

Bezugszeichenliste

1Plattenzylinder

2Feuchtwerk

3Farbwerk

4Farbkasten

5Feuchtmittelbehälter

6Tauchwalze

7Dosierwalze

8Auftragwalze

9Reibwalze

10Brückenwalze

11Farbauftragwalze

12Antriebseinrichtung

13Elektromotor

14Antriebszapfen

15Schnecke

16Schneckenrad

17Achszapfen

18Maschinenseitengestell

19Achszapfen

20Lager

21Stirnrad

22Stirnrad


Anspruch[de]
  1. 1. Feuchtwerk für Offsetdruckmaschinen mit einer in einen Feuchtmittelbehälter (5) eintauchenden Tauchwalze (6), mit einer der Tauchwalze (6) zugeordneten Dosierwalze (7) und mit einer Auftragwalze (8), die das Feuchtmittel einer Druckplatte eines Plattenzylinders (1) zuführt, wobei die zwei aneinander angestellten Walzen (7, 8) des Feuchtwerks mit zueinander unterschiedlichen Geschwindigkeiten antreibbar sind und wobei die Dosierwalze (7) von einer Antriebseinrichtung (12) über ein selbsthemmendes Getriebe (15, 16) antreibbar ist.
  2. 2. Feuchtwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebseinrichtung (12) unabhängig regelbar ist.
  3. 3. Feuchtwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebseinrichtung (12) als ein regelbares Getriebe ausgebildet ist, und daß dieses Getriebe vom Maschinenantrieb antreibbar ist.
  4. 4. Feuchtwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebseinrichtung (12) einen geschwindigkeitsregelbaren Elektromotor (13) enthält.
  5. 5. Feuchtwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das selbsthemmende Getriebe aus einer Schnecke (15) und einem mit dieser kämmenden Schneckenrad (16) besteht.
  6. 6. Feuchtwerk nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß auf einem Antriebszapfen (14) des Elektromotors (13) die Schnecke (15) und auf einem Achszapfen (17) der Dosierwalze (7) das Schneckenrad (16) vorgesehen sind.
  7. 7. Feuchtwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Tauchwalze (6) mit der Dosierwalze (7) über ein Getriebe gekoppelt ist.
  8. 8. Feuchtwerk nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Getriebe zwischen Tauch- (6) und Dosierwalze (7) als Stirnradgetriebe (21, 22) ausgebildet ist.
  9. 9. Feuchtwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Dosierwalze (7) eine Mantelfläche aus elastischem Material aufweist.
  10. 10. Feuchtwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Dosierwalze (7) als einzige Walze der Tauchwalze (6) und der Auftragswalze (8) zwischengeordnet ist.






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