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Dokumentenidentifikation DE19917927A1 18.11.1999
Titel Vorrichtung zur Farbdosierung in einer Druckmaschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Rautert, Jürgen, Dr., 69121 Heidelberg, DE
DE-Anmeldedatum 15.04.1999
DE-Aktenzeichen 19917927
Offenlegungstag 18.11.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.11.1999
IPC-Hauptklasse B41F 31/04
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung (5) zur Farbdosierung in einer Druckmaschine, mit zusammen mit einer Farbwalze (6) die Größe von Dosierspalten bestimmenden Dosierelementen (8), welche mittels Stellmotoren (9) zur Einstellung eines zonal unterschiedlichen Farbdurchlasses durch Dosierspalte verdrehbar sind.
Die Vorrichtung (5) zeichnet sich dadurch aus, daß die Stellmotoren (9) Abtriebsteile (11) umfassen, welche jeweils eine Stellbewegung (39) in einer zur Axialrichtung der Farbwalze (6) im wesentlichen senkrechten Ebene (48) ausführen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Farbdosierung in einer Druckmaschine, mit zusammen mit einer Farbwalze die Größe von Dosierspalten bestimmenden Dosierelementen, welche mittels Stellmotoren zur Einstellung eines zonal unterschiedlichen Farbdurchlasses durch die Dosierspalte verdrehbar sind, nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.

In der DE 29 23 678 C2 ist ein Farbkasten mit einzelnen, jeweils über die gesamte Zonenbreite reichenden Farbdosiereinrichtungen beschrieben. Bei diesem Farbkasten ist jedes zonenbreite Drehventil über einen Stellarm, einen Lenker, eine Stellmutter und eine Zonenstellschraube um seine Längsachse drehbar. Die Zonenstellschraube ist über ein Handrad und zwecks Fernverstellung auch über einen Stellmotor betätigbar. Die jeweilige Stellung der Zonenstellschraube und damit die Winkellage des Drehventils meldet ein von der Zonenstellschraube betätigtes Potentiometer einer Anzeige-, Steuer- oder Regelvorrichtung. Das Potentiometer ist nicht in den Stellmotor integriert sondern separat von diesem angeordnet. Der Lenker bildet zusammen mit dem Stellarm ein Dreigelenkhebelgetriebe und kein Viergelenkkoppelgetriebe. Weiterhin umfaßt der Farbkasten eine Farbkastenwalze und bildet eine Motorwelle das Abtriebsteil des Stellmotors. Die Motorwelle dreht sich in einer zur Axialrichtung der Farbkastenwalze parallelen und nicht in einer zur Axialrichtung der Farbkastenwalze im wesentlichen senkrechten Ebene.

In der DE 32 03 500 C3 sind ein Farbmesser und eine Einstellvorrichtung für ein Farbmesser beschrieben. Die Einstellvorrichtung umfaßt ein Stellelement, welches mit seinem Drehpunkt in einem Gabelzapfen gelagert ist, der über Federn an einem Farbkasten abgestützt ist. Mit einer Mutter läßt sich der Gabelzapfen in Längsrichtung verschieben und somit bei der Montage einmalig die Grundeinstellung des Drehpunktes, z. B. zum Ausgleich von Fertigungstoleranzen, verändern. Zum Einstellen eines Spaltes zwischen einer Abstreichkante und einer Farbkastenwalze über das Stellelement dient ein Stellmotor, der über ein Potentiometer zur Stellungsanzeige einen Gewindezapfen verdreht, der im Farbkasten gelagert ist. Durch das Verdrehen bewegt sich eine Gewindebüchse in Achsrichtung des Gewindezapfens, so daß die Bewegung über eine Lasche auf das Stellelement übertragen wird und dieses um den Drehpunkt schwenkt. Auch bei dieser Vorrichtung ist das Potentiometer separat vom Stellmotor angeordnet. Das Stellelement bildet zusammen mit der Lasche ein Dreigelenkhebelgetriebe und kein Viergelenkkoppelgetriebe. Eine zwei Hebel gelenkig miteinander verbindende Koppel ist hier, wie auch bei der Vorrichtung des vorstehend beschriebenen Standes der Technik, nicht vorhanden. Somit lassen sich Fertigungstoleranzen nicht durch eine Einstellung einer wirksamen Koppellänge ausgleichen, sondern werden hier vielmehr durch eine Veränderung der Grundeinstellung des Drehpunktes ausgeglichen.

Bei den vorstehend beschriebenen und den Stand der Technik bildenden Vorrichtungen ist jeweils ein komplizierter Mechanismus zur Umsetzung der rotativen Abtriebsbewegung der Stellmotoren in eine Drehbewegung der Dosierelemente erforderlich. Die Fertigung der von diesen Mechanismen umfaßten Einzelteile, insbesondere der aus Gewindezapfen und -büchsen bestehenden Spindelgetriebe, ist sehr kostenaufwendig, da die Maßtoleranzen zur Vermeidung unerwünschten Spieles der Einzelteile zueinander sehr gering bemessen sein müssen. Aufgrund der hohen Anzahl derartiger Stellmechanismen pro Farbdosiereinrichtung, nämlich eine pro Farbzone, summieren sich die Fertigungskosten zu sehr großen Beträgen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine einfach aufgebaute und kostengünstig zu fertigende Vorrichtung zur Farbdosierung in einer Druckmaschine zu schaffen.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst. Die Unteransprüche enthalten weitere Merkmale.

Die Vorrichtung zur Farbdosierung in einer Druckmaschine, mit zusammen mit einer Farbwalze die Größe von Dosierspalten bestimmenden Dosierelementen, welche mittels Stellmotoren zur Einstellung eines zonal unterschiedlichen Farbdurchlasses durch die Dosierspalte verdrehbar sind, ist dadurch gekennzeichnet, daß die Stellmotoren Abtriebsteile umfassen, welche jeweils ein Stellbewegung in einer zur Axialrichtung der Farbwalze im wesentlichen senkrechten Ebene ausführen.

Durch den Einsatz von derartig ausgebildeten und angeordneten Stellmotoren in der Farbdosiervorrichtung lassen sich deren Kosten auf zweifache Weise reduzieren. Zum einen sind zur Übertragung der von den Stellmotoren erzeugten Stellbewegung auf die Dosierelemente konstruktiv sehr einfache und kostengünstig zu fertigende Mechanismen verwendbar. Zum anderen sind solche Stellmotoren zu vergleichsweise sehr günstigen Preisen von auf deren Fertigung spezialisierten und die Stellmotoren für die verschiedensten Einsatzzwecke in kostengünstiger Massenfertigung fertigenden Hersteller erhältlich, während die in dem den Stand der Technik zugehörigen Vorrichtungen eingesetzten Stellmotoren speziell für diesen Verwendungszweck mit vergleichsweise hohen Kosten in geringer Stückzahl gefertigt werden. Beide Kostenfaktoren ermöglichen eine drastische Reduzierung der Gesamtkosten der Farbdosiervorrichtung, welche bekanntermaßen viele Stellmotoren und Stellmechanismen, nämlich jeweils einen für jede Farbzone, umfaßt. Beispielsweise können bei einer Schön- und Widerdruckmehrfarbendruckmaschine mit zwölf Druckwerken mit jeweils einer Farbdosiervorrichtung und 32 Farbzonen über die Druckbreite hinweg insgesamt 384 Stellmotoren erforderlich sein. Aus dieser Anzahl ist ohne weiteres ersichtlich, welche ökonomischen Vorteile aus dem Einsatz der erfindungsgemäßen Stellmotoren im Vergleich mit dem Einsatz der bekannten Stellmotoren erwachsen.

Eine die Erfindung vorteilhaft weiterbildende Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, daß die Abtriebsteile der Stellmotoren jeweils als ein Schwenkhebel ausgebildet sind.

Durch die Ausbildung der Abtriebsteile als Schwenkhebel ergibt sich eine günstige Kinematik der Stellbewegung als eine Schwenkbewegung. Dadurch wird der Einsatz von Servo- bzw. Stellmotoren mit einem in den Motor integrierten sehr stark untersetzenden Motorgetriebe ermöglicht. Beispielsweise kann eine den Schwenkhebel tragende Motorabtriebswelle des Stellmotors pro 300 Umdrehungen einer Ankerwicklung des Stellmotors eine Umdrehung ausführen. Das Motorgetriebe ist praktisch spielfrei arbeitend und bewirkt somit eine äußerst genaue und reproduzierbare Stellbewegung des Stellhebels.

Bei einer weiteren Ausführungsform ist jedem der Dosierelemente ein dieses verstellendes und eine Koppel umfassendes Viergelenkkoppelgetriebe zugeordnet.

Durch die Übertragung der Stellbewegung auf das jeweilige Dosierelement mittels eines als das Viergelenkkoppelgetriebe ausgebildeten Stellgetriebes wird das bei den Vorrichtungen des Standes der Technik in den Spindelgetrieben vorhandene, vergleichsweise große, unerwünschte Spiel zwischen den Stellmotoren und den diesen jeweils zugeordneten Dosierelementen vermieden. Die Drehgelenke des Viergelenkkoppelgetriebes weisen ein vergleichsweise sehr geringes Lagerspiel auf, welches praktisch keinen Einfluß auf die Einstell- und Dosiergenauigkeit der Dosierelemente hat

Eine weitere Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, daß die wirksame Koppellänge der Koppeln einstellbar ist.

Durch mit jeweils einer entsprechenden Einstelleinrichtung zur Justage ausgestattete längeneinstellbare Koppeln ist beim Zusammenbau der Farbdosiereinrichtung auf einfache Weise ein Ausgleich der Fertigungstoleranzen und eine Nullstellung der Drehlage der Dosierelemente möglich. Die Grundeinstellungen der einzelnen Stellmotoren und Stellgetriebe können herstellerseitig einander angeglichen werden.

Eine weitere Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, daß die Koppeln jeweils mehrteilig ausgebildet sind.

Hieraus ergeben sich viele konstruktive Vorteile. Beispielsweise ergeben sich günstige Bauvarianten zur Einstellung der wirksamen Koppellänge, wenn die Koppeln als aus jeweils mehreren miteinander verbundenen Stangenstücken bestehende Koppelstangen ausgebildet sind.

Eine weitere Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, daß die Koppeln jeweils durch mindestens eine Verstellgewindeverbindung längeneinstellbar sind.

Mittels einer einzigen aus einer Gewinde/Gegengewinde-Paarung bestehenden Verstellgewindeverbindung oder mehreren aus jeweils einem Teil mit Außengewinde und einem Teil mit Innengewinde bestehenden Verstellgewindeverbindungen ist eine sehr feinfühlige und genaue Einstellung der wirksamen Koppellängen möglich.

Eine weitere Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, daß die Koppeln jeweils aus drei durch zwei Verstellgewindeverbindungen zueinander verstellbaren Koppelteilen bestehen.

Bei einer derartig ausgebildeten Farbdosiervorrichtung ist auch nach deren Montage jederzeit eine Korrektur der Einstellung möglich. Ein Lösen von Gelenkverbindungen des Viergelenkkoppelgetriebes und andere umfangreiche Demontagearbeiten sind dabei nicht erforderlich.

Bei den beiden vorstehend beschriebenen Ausführungsformen hat ein ohnehin sehr geringes Gewindespiel der Verstellgewindeverbindungen keinen Einfluß auf die Stellgenauigkeit der Dosierelemente. Die bei den dem Stand der Technik zugehörigen Vorrichtungen (DE 29 23 678 C2 und DE 32 03 500 C3) vorhandenen Gewinde sind Bewegungsgewinde, d. h. Spindelgetriebe. Die erfindungsgemäßen Verstellgewinde zum Einstellen der Koppellänge sind dagegen Einstellgewinde, welche beim Verstellen der Dosierelemente ihre beispielsweise mittels Kontermuttern verspannbare Einstellung beibehalten.

Eine weitere Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, daß die Stellmotoren jeweils ein Motorgehäuse aufweisen, in welches ein dem jeweiligen Stellmotor zugeordnetes Potentiometer integriert ist.

Das Potentiometer ist innerhalb des Motorgehäuse auf optimale Weise vor Verschmutzungen geschützt und somit wenig störanfällig. Das Potentiometer kann durch das Motorgetriebe angetrieben werden. Die Motorgetriebe der erfindungsgemäß vorgesehen handelsüblichen Stellmotoren sind, wie zuvor schon erwähnt, praktisch spielfrei. Bei den in den Stellmotor integrierten Potentiometer ist zwischen dem Antriebsteil des Stellmotors, beispielsweise der Ankerwicklung, und dem Potentiometer im Gegensatz zu Vorrichtungen mit von den Stellmotoren separaten Potentiometern, im wesentlichen kein Spiel vorhanden.

Eine weitere Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Verstellgewinde gegen ein unbeabsichtigtes Verstellen gesichert ist. Beispielsweise kann das Verstellgewinde mit einer Gegenmutter oder einem zum Kontern einer Gewindeverbindung geeigneten vergleichbaren Sicherungsteils gesichert sein. Bei Vorhandensein von zwei Verstellgewinden pro Koppel können auch beide Verstellgewinde gegen ein Lösen der Gewindeverbindung und eine unbeabsichtigte Längenverstellung der Koppel dementsprechend gesichert sein.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Farbdosierung ist in Rotationsdruckmaschinen mit Heber- oder Filmfarbwerken einsetzbar, wobei die Druckmaschinen im direkten oder indirekten Flachdruck- oder Hochdruckverfahren arbeiten können. Vorzugsweise kann die Vorrichtung zur Farbdosierung in einer Offsetrotationsdruckmaschine eingesetzt sein.

Die Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die Zeichnung anhand bevorzugter Ausführungsformen beschrieben.

In der Zeichnung zeigen:

Fig. 1 eine Mehrfarbendruckmaschine mit mehreren erfindungsgemäßen Vorrichtungen,

Fig. 2 einen Farbkasten der Druckmaschine, dem die erfindungsgemäße Farbdosiereinrichtung zugeordnet ist,

Fig. 3 ein Dosierelement der Farbdosiervorrichtung und

Fig. 4 bis 7 die Farbdosiervorrichtung mit verschiedenen Ausbildungsvarianten der Stellmotoren und Stellgetriebe.

In Fig. 1 ist eine Druckmaschine 1 mit mehreren Druckwerken 2 dargestellt. Jedes Druckwerk 2 umfaßt ein Farbwerk 4 mit Farbwalzen 6, 46 und 47. Das Farbwerk 4 transportiert die Druckfarbe zum Druckformzylinder 3 und trägt die Druckfarbe auf eine auf dem Druckformzylinder 3 befindliche Druckform auf. Die Farbwalze 6 ist eine einem Farbkasten 14 zugehörige Farbkastenwalze, der eine Farbdosiervorrichtung 5 zugeordnet ist. Die Farbwalze 46 übernimmt die von der Farbkastenwalze 6 aus dem Farbkasten 14 geförderte Druckfarbe und übergibt die Druckfarbe der Farbwalze 47. Die Farbwalze 46 ist eine zwischen den Farbwalzen 6 und 47 mit zeitweisem Kontakt zu diesen hin- und herpendelnde Heberwalze und die Farbwalze 47 ist eine in axialer Richtung changierende Reiberwalze.

In Fig. 2 ist der Farbkasten 14 aus Fig. 1 detaillierter dargestellt. Die Farbwalze 6 dreht um ihre Drehachse 10 und fördert dabei die im Farbkasten 14 befindliche Druckfarbe 44 in das Farbwerk 4. Zwischen der Druckleiste 15 und der Druckfarbe 44 erstreckt sich die elastische Folie 13.

Über die Druckfeder 16 wird die Druckleiste 15 von unten gegen die elastische Folie 13 gedrückt. Am unteren Ende der Druckleiste 15 ist die Farbdosiervorrichtung 4 angeordnet, deren Dosierelemente 8 sich über die Breite des Farbkastens 14 erstreckend, dicht nebeneinander angeordnet sind. Jedes Dosierelement 8 ist unabhängig von den anderen Dosierelementen 8 um seine Drehachse 12 drehbar. Bei einer Drehung des jeweiligen Dosierelementes 8 wird die Größe des Dosierspaltes 7 verändert. Die Größe des Dosierspaltes 7 und des Farbdurchflusses durch diesen Dosierspalt 7 wird durch den Abstand zwischen der Umfangsoberfläche der Farbwalze 6 und dem jeweiligen Dosierelement 8 in Abhängigkeit von der Drehstellung des Dosierelementes 8 bestimmt. Jedes Dosierelement 8 ist über ein zur Drehachse 12 exzentrisches Gelenk 22 anlenkbar. Die Dosierelemente 8 sind derart drehbar im Farbkasten 14 gelagert, so daß jedes Dosierelement 8 den Gelenkzapfen eines weiteren Gelenkes 21 bildet. Die Drehgelenke 21, 22 sind jeweils über eine Abtriebshebel 19 miteinander verbunden. Der Abtriebshebel 19 kann am Dosierelement 8 befestigt oder zusammen mit dem Dosierelement 8 aus einem Stück gefertigt sein.

In Fig. 3 ist beispielhaft ein zylindrisches Dosierelement 8 mit einer keilförmigen Aussparung 43 dargestellt. Das Dosierelement 8 liegt über mindestens einem Stützsteg 42 vorzugsweise indirekt über die Folie 13 an der Farbwalze 6 an, so daß der Dosierspalt 7 zwischen der sich an die Aussparung 43 anschmiegenden elastischen Folie 13 und der Umfangsoberfläche der Farbwalze 6 gebildet wird.

In den Fig. 4 bis 7 ist der in der Fig. 2 gezeigte Farbkasten 14 dargestellt, wobei aus Gründen einer besseren Übersichtlichkeit die Druckleisten 15 und der Farbvorrat 44 in diesen Figuren nicht mit dargestellt und für funktionsgleiche Bauteile dieselben Bezugszeichen verwendet worden sind.

In Fig. 4 sind die Farbwalze 6 und die dieser zugeordneten und in einer achsparallelen Reihe angeordneten Dosierelemente 8 dargestellt. Jedes Dosierelement 8 ist durch jeweils einen Stellmotor 9 über ein Stellgetriebe 11, 19, 21, 22 in der Drehlage verstellbar. Die Stellmotoren 9 umfassen jeweils ein in das Motorgehäuse 36 integriertes Potentiometer 37 und ein Abtriebsteil 11. Das Abtriebsteil 11 der in Fig. 4 dargestellten Stellmotoren 9 bildet jeweils ein Antriebsteil des dem Stellmotor 9 zugeordneten Stellgetriebes 11, 19, 21, 22. Das Stellgetriebe ist bei der in Fig. 4 gezeigten Ausbildung ein Schubstangengetriebe, welches das als Schubstange fungierende Motorabtriebsteil 11 und den als Schwinge fungierenden Hebel 19 umfaßt. Die Linearbewegung 40 der Motorabtriebsteile 11 erfolgt in einer Ebene 48, welche sich genau oder in etwa senkrecht zur Verlaufsrichtung der Drehachse 10 der Farbwalze 6 und auch der Drehachse 12 der Dosierelemente 8 erstreckt.

In Fig. 5 ist eine weitere Ausbildungsvariante der Stellmotoren 9 und der Stellgetriebe 11, 18-24 dargestellt. Diese Stellmotoren 9 unterscheiden sich von den in Fig. 4 dargestellten Stellmotoren 9 dadurch, daß deren Abtriebsteil 11 jeweils als ein um ein Gelenk 24 schwenkbarer Schwenkhebel ausgebildet ist. Den Gelenkzapfen des Gelenkes 24 bildet die zur Walzenachse 10 achsparallel ausgerichtete Motorwelle 20 des jeweiligen Stellmotors 9. Das Stellgetriebe ist als ein ebenes Viergelenkkoppelgetriebe ausgebildet, welches neben den beiden ortsfesten Drehgelenken 21, 24, die benachbarten und lageveränderlichen Drehgelenke 22, 23 umfaßt. Die Motorabtriebsteile 11 bilden jeweils einen Antriebshebel 17 der Viergelenkkoppelgetriebe. Die Schwenkbewegung 39 wird jeweils vom Antriebshebel 17 über die Koppel 18 auf einen Abtriebshebel 19 übertragen. Die Schwenkbewegung 39 erfolgt in einer zur Axialrichtung der Farbwalze 6 in etwa oder genau senkrecht aufgespannten Bewegungsebene 48 und ist je nach Drehrichtung der Drehung des jeweiligen Dosierelementes 8 zur Farbwalze 6 hin oder von dieser weg gerichtet. Die Koppel 18 ist zweiteilig ausgebildet, wobei die Koppelteile 28, 29 durch eine verstellbare Gewindeverbindung 31 miteinander verbunden sind. Die verstellbare Gewindeverbindung 31 besteht aus einem Innengewinde 34, mit dem das Koppelteil 28 der Koppel 18 versehen ist, und aus einem Außengewinde 35, mit dem das Koppelteil 29 der Koppel 18 versehen ist. Die als Koppelstangen ausgebildeten Koppeln 18 sind über die Verstellgewindeverbindungen 31 in der wirksamen Koppellänge 25 variierbar. Die wirksame Koppellänge 25 ist das Maß zwischen den Drehpunkten der Drehgelenke 22, 23, welche an der jeweiligen Koppel 18 ausgebildet sind. Bei der Montage der Farbdosiereinrichtung 5 kann jedes Stellgetriebe dadurch justiert werden, indem das Koppelstangenstück 29 mehr oder weniger tief in das Koppelstangenstück 28 hineingeschraubt wird. Bei der Einstellung der Verstellgewindeverbindung 31 kann das Gelenk 22 und/oder das Gelenk 23 gelöst sein, so daß ein Verdrehen der Koppelstangenstücke 28, 29 beim Ineinanderschrauben möglich ist. Die Gegenmutter 38 dient der Sicherung der Längeneinstellung der Koppel 18. Die Gegenmutter 38 ist auf das Außengewinde 35 aufgeschraubt und wird gegen das Koppelteil 28 geschraubt, so daß die Verstellgewindeverbindung 31 verspannt wird und gesichert ist. Nach Einstellung der gewünschten Koppellänge 25 kann die Koppel 18 mit dem Antriebshebel 17 und/oder dem Abtriebshebel 19 wieder gelenkig miteinander verbunden werden.

Die in Fig. 6 dargestellt Farbdosiervorrichtung 5 unterscheidet sich von der in Fig. 5 dargestellten Farbdosiervorrichtung 5 dadurch, daß die Koppel 18 nicht nur zweiteilig, sondern dreiteilig ausgebildet ist. Das Koppelteil 28 ist über die erste Verstellgewindeverbindung 32 mit dem Koppelteil 29 und letzteres über die zweite Verstellgewindeverbindung 33 mit dem Koppelteil 30 verbunden.

Die Verstellgewindeverbindungen 32, 33 umfassen jeweils ein Innengewinde 34 in einer Gewindebohrung und ein Außengewinde 35 auf einem Gewindezapfen. Die jeweils zwischen zwei Koppelteile 28, 30 zwischengeordneten Koppelteile 29 weisen jeweils zwei Gewinde auf. In Fig. 6 ist dargestellt, daß an jedem Ende der Koppelstange 29 ein Außengewinde 35 ausgebildet ist. Alternativ kann die Koppelstange 29 an einem Ende ein Außengewinde und an dem anderen Ende ein Innengewinde aufweisen, wobei die Koppelteile 28, 30 in diesem Fall mit dementsprechend korrespondierenden Gewinden versehen sind. Die Gewindeverbindungen 32, 33 sind zueinander verschiedenartig ausgebildet, so daß bei einem Drehen des Koppelteiles 29 die wirksame Koppellänge 25 einstellbar ist. Die verschiedenartige Ausbildung der Gewindeverbindungen 32, 33 kann darin bestehen, daß die Gewindeverbindung 33 eine größere Gewindesteigung als die Gewindeverbindung 32 aufweist. In diesem Fall können beide Gewindeverbindungen 32, 33 als ein Rechtsgewinde oder beide Gewindeverbindungen 32, 33 als ein Linksgewinde ausgebildet sein. Bei einem Drehen des Koppelteiles 29 wird die Gewindeverbindung 33 mit der größeren Gewindesteigung entweder in stärkerem Maße ineinander verschraubt als die Gewindeverbindung 32 auseinandergeschraubt wird oder wird die Gewindeverbindung 33 in einem stärkeren Maße auseinandergeschraubt als die Gewindeverbindung 32 ineinandergeschraubt wird. Die Gewindeverbindung 33 mit der größeren Gewindesteigung dominiert die Richtung der Verstellung der Koppelteile 28, 30 aufeinander zu bzw. voneinander weg. Die Verschiedenartigkeit der Ausbildung der Gewindeverbindungen 32, 33 kann auch darin bestehen, daß eine der Gewindeverbindungen 32, 33 eine linksgängige Gewindeverbindung und die jeweils andere Gewindeverbindung 32, 33 eine rechtsgängige Gewindeverbindung ist. In diesem Fall können die Gewindesteigungen der Gewindeverbindungen 32, 33 gleichgroß sein. Bei Verdrehung eines zwei verschiedenartiger Gewinde, z. B. des ein Linksgewinde und ein Rechtsgewinde tragenden mittleren Koppelteiles 29 werden die äußeren Koppelteile 28, 30 je nach Drehrichtung des mittleren Koppelteiles 29 aufeinander zu oder voneinander weg verstellt. Eine oder beide Gewindeverbindungen 32, 33 können durch eine Gegenmutter 38 gegen ein unbeabsichtigtes Lösen gesichert sein.

In Fig. 7 ist eine weitere Ausbildungsvariante der erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt, welche im wesentlichen der in Fig. 6 dargestellten Vorrichtung entspricht. Im Unterschied zu dieser weist hier das mittlere Koppelteil 29 zwei verschiedenartige Innengewinde 34 und die äußeren Koppelteile 28, 30 jeweils ein mit dem jeweiligen Innengewinde 34 korrespondierendes Außengewinde 34 auf. Die wirksamen Hebellängen 26, 27 des Antriebshebels 17 und des Abtriebshebels 19 des Viergelenkkoppelgetriebes sind in etwa gleich groß. Dies kann auch bei den in den Fig. 5 und 6 gezeigten Vorrichtungen so vorgesehen sein. Durch eine derartige Dimensionierung führt der Abtriebshebel 19 eine Stellbewegung aus, deren Größenordnung jener des Stellgetriebeantriebshebels 17 bzw. des Motorabtriebsteiles 11 entspricht. Bei genau gleich großen Hebellängen 26, 27 und somit gleich großen Mittenabständen der Drehgelenke 21, 22 zueinander sowie der Drehgelenke 23, 24 zueinander entspricht die Übertragungsfunktion der Stellbewegung 39 einer linear proportionalen Übertragungsfunktion. In diesem Fall ist das Viergelenkkoppelgetriebe als ein gleichmäßig übersetzendes Parallelkurbelgetriebe ausgebildet. Bei geringen Abweichungen der Hebellängen 26, 27 ist eine annähernd gleichmäßige Übersetzung der Stellbewegung 39 ebenfalls möglich. Bezugszeichenliste 1 Druckmaschine

2 Druckwerk

3 Druckformzylinder

4 Farbwerk

5 Farbdosiervorrichtung

6 Farbwalze

7 Dosierspalt

8 Dosierelement

9 Stellmotor

10 Walzenachse

11 Motorabtriebsteil

12 Drehachse

13 Folie

14 Farbkasten

15 Andrückleiste

16 Andrückfeder

17 Antriebsstange

18 Koppelstange

19 Abtriebsstange

20 Motorwelle

21-24 Gelenk

25-27 wirksame Länge

31-35 Verstellgewindeverbindung

28-30 Koppelstangenstück

36 Motorgehäuse

37 Potentiometer

38 Gegenmutter

39 Schwenkbewegung

40 Linearbewegung

41 Folie

42 Stützsteg

43 Aussparung

44 Druckfarbe

45 Gestell

46, 47 Farbwalze

48 Ebene


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung (5) zur Farbdosierung in einer Druckmaschine (1), mit zusammen mit einer Farbwalze (6) die Größe von Dosierspalten (7) bestimmenden Dosierelementen (8), welche mittels Stellmotoren (9) zur Einstellung eines zonal unterschiedlichen Farbdurchlasses durch die Dosierspalte (7) verdrehbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Stellmotoren (9) Abtriebsteile (11) umfassen, welche jeweils eine Stellbewegung (39, 40) in einer zur Axialrichtung der Farbwalze (6) im wesentlichen senkrechten Ebene (48) ausführen.
  2. 2. Vorrichtung (5) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abtriebsteile (11) der Stellmotoren (9) jeweils als ein Schwenkhebel ausgebildet sind.
  3. 3; Vorrichtung (5) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß den Dosierelementen (8) jeweils ein das Dosierelement (8) verstellendes und eine Koppel (18) umfassendes Viergelenkkoppelgetriebe (17-19, 21-24) zugeordnet ist.
  4. 4. Vorrichtung (5) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die wirksame Koppellänge (25) der Koppeln (18) einstellbar ist.
  5. 5. Vorrichtung (5) nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Koppeln (18) jeweils mehrteilig ausgebildet sind.
  6. 6. Vorrichtung (5) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Koppeln (18) jeweils durch mindestens eine Verstellgewindeverbindung (31-35) längeneinstellbar sind.
  7. 7. Vorrichtung (5) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Koppeln (18) jeweils aus drei durch zwei Gestellgewindeverbindungen (32, 33) zueinander verstellbaren Koppelteilen (28-30) bestehen.
  8. 8. Vorrichtung (5) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Stellmotoren (9) jeweils ein Motorgehäuse (36) aufweisen, in welches ein dem jeweiligen Stellmotor (9) zugeordnetes Potentiometer (37) integriert ist.
  9. 9. Vorrichtung (5) nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Verstellgewindeverbindung (31-35) jeder Koppel (18) gegen ein unbeabsichtigtes Verstellen gesichert ist.
  10. 10. Druckmaschine (1) mit mindestens einer nach einem der Ansprüche 1 bis 9 ausgebildeten Vorrichtung (5).






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