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Dokumentenidentifikation DE19820767C1 02.12.1999
Titel Doppeltarif-Zählervorrichtung, insbesondere für Haushalte mit Niedertarif-Nutzern
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Kumeth, Gerhard, 97230 Estenfeld, DE
DE-Anmeldedatum 08.05.1998
DE-Aktenzeichen 19820767
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.12.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.12.1999
IPC-Hauptklasse G01R 11/57
IPC-Nebenklasse G01R 11/04   G01D 4/10   
Zusammenfassung Zum einfachen, insbesondere mit geringem Aufwand nachrüstbaren Einsatz eines Niedertarif-Zählers (NZ) ist dieser als mobiler, vorzugsweise steckerfertiger, Zähler- bzw. Schaltkasten bzw. Zwischenstecker zwischen einem einer Nutzer-Gesamteinheit zugeordneten Hochtarif-Zähler (HZ) und einer mit Niedertarif-Strom zu versorgenden Nutzer-Einzeleinheit (WA) einsetzbar; der Niedertarif-Zähler (NZ) ist benutzerunabhängig, insbesondere gemäß EVU-Vorgabe z. B. durch Ansteuerung über eine Funkuhr (FU) freischaltbar.

Beschreibung[de]

Die Erfindung hat eine Doppeltarif-Zählervorrichtung zum Gegenstand und eignet sich insbesondere für Haushalte mit Niedertarif-Nutzern.

Es sind Elektrizitäts-Zählervorrichtungen mit einem Hochtarif-Zähler für die Erfassung des Gesamtstromverbrauchs nach dem Grundtarif und einem diesem zugeordneten Niedertarif-Zähler zur Erfassung eines zeitlichen begrenzten niedrigeren Sondertarifs bekannt, um z. B. während einer bestimmten Nachtzeit verbrauchsintensive Geräte wie Nachtspeicher-Heizgeräte mit Nachtstrom zum Niedertarif zu versorgen; zur Aufwandsminderung bei Erstinstallierung und insbesondere bei Nachinstallierung des Zusatzzählers bzw. Niedertarif-Zählers, ist es z. B. durch die DE 89 02 053 U1 bekannt, den gegenüber dem Hochtarif-Zähler kleineren Niedertarif-Zähler auf dem Klemmblock des Hochtarif-Zählers, vorzugsweise in Stecktechnik, mitanzubringen.

Durch die DE 30 33 095 A1 ist es weiterhin bekannt, zum Zwecke der Erfassung eines von Hochtarifen oder Niedertarifen unabhängigen Stromverbrauchs einzelner Haushaltsgeräte, die üblicherweise an eine Steckdose angeschlossen werden, einen mobilen Kleinzähler mit Verbrauchsanzeige als Zwischensteckergehäuse mit angebautem Steckerkörper zur Kontaktierung mit einer Netzsteckdose und eingebauter Steckeraufnahme zum Anschluß des hinsichtlich seines Verbrauchs zu überwachenden Haushaltsgerätes vorzusehen. Um im Falle eines Netzausfalls die erfaßten Meßwerte nicht zu verlieren, ist ein von der Netzspannung gepufferter Akkumulator als Spannungsquelle für die Speicherung der Meßwerte vorgesehen.

Durch die DE 82 06 453 U1 ist eine zwischen einem Schutzkontaktstecker und einem Verbraucher zwischenschaltbare, von einem quaderförmigen Kasten aufgenommene, Vorrichtung zur sofortigen Ablesung der stündlichen Stromkosten des Verbrauchers bekannt.

Durch die DE 32 47 809 C2 ist ein Mehrtarifzähler mit über Funk während bestimmter Tageszeitspannen schaltbaren unterschiedlichen Zählwerken bekannt.

Durch die DE 32 47 809 C2 ist schließlich ein Mehrtarif-Zähler bekannt, bei dem die jeweiligen Zeiträume für eine Hochtariferfassung einerseits bzw. eine Niedertariferfassung andererseits mit Hilfe einer Funkuhr-Zeitinformation exakt festlegbar sind.

Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, den Aufwand zur Installierung und Benutzung eines Niedertarif-Zählers, insbesondere zur Versorgung von an Einzelanschlüsse wie Netz- Steckdosen anzuschließenden Haushalts-Einzelverbrauchern, weiter zu mindern.

Die Lösung dieser Aufgabe gelingt durch eine Doppeltarif- Zählvorrichtung gemäß Patentanspruch 1; vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind jeweils Gegenstand der Unteransprüche.

Ein mobiler Niedertarif-Zähler kleiner Baugröße muß lediglich innerhalb eines Haushaltes auf einfache Weise zwischen einer für eine Niedertarif-Versorgung vorgesehenen Nutzer-Einzeleinheit, z. B. einer Waschmaschine, und einer in deren Nähe und für deren Versorgung vorgesehenen Netzsteckdose zwischengeschaltet werden; durch eine Fernsteuerung, z. B. durch eine Funkuhr, bzw. durch eine in den Niedertarif-Zähler integrierte Schaltuhr gibt dieser nur in den, z. B. von den Elektro-Versorgungs-Unternehmen (EVU) festgelegten, Niedertarif-Zeiten den Stromdurchgang über eine Niedertarif-Verbindung zwischen der Netzsteckdose und der Nutzer-Einzeleinheit frei. Wird eine Versorgung der Nutzer-Einzeleinheit in den übrigen Tarifzeiten gewünscht, so ist der Niedertarif-Zähler als Zwischeneinheit zu entfernen oder, vorzugsweise mittels eines integrierten Umschalters, überbrückbar, derart daß dann über den Nieder-Tarifzähler nur eine Versorgung mit Hochtarif-Strom ohne Erfassung bzw. Abrechnung zum Niedertarif möglich ist.

Zweckmäßigerweise ist der Niedertarif-Zähler mit einer eigenen Verbrauchsanzeige ausgestattet, derart daß in einfacher Weise einerseits der zum Niedertarif abzurechnende Verbrauch durch direktes Ablesen des Niedertarif-Zählers ermittelbar und andererseits der zum Hochtarif abzurechnende Verbrauch aus der Differenz zwischen dem von der Verbrauchsanzeige des vom Hochtarif-Zähler angezeigten und dem von der Verbrauchsanzeige des Niedertarif-Zählers angezeigten Verbrauch ableitbar ist.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert; darin zeigen:

Fig. 1 eine von einem Hochtarif-Zähler versorgte Nutzer-Gesamteinheit mit einer daraus ausschnittsweise vergrößerten, über ein Niedertarif-Zähler versorgten Nutzer-Einzeleinheit;

Fig. 2 die Außen-Gesamtansicht eines Niedertarif-Zählers mit seinen Anschlußmöglichkeiten;

Fig. 3 ein Funktionsschema einer funkgesteuerten Schaltungseinrichtung zur Freischaltung des Niedertarif-Zählers gemäß Fig. 2.

Fig. 1 zeigt im rechten Teil eine von einem Hausanschluß HA über einen Hochtarif-Zähler HZ gespeiste Nutzer-Gesamteinheit eines Hauses, die durch über drei Etagen verteilte Netzsteckdosen S1-S9 repräsentiert wird.

Im linken Teil von Fig. 1 ist in vergrößertem Ausschnitt die linke Wand der mittleren Etage der Nutzer-Gesamteinheit mit auf dieser Wand verteilten Netz-Steckdosen S4 und S5 vergrößert dargestellt. An die Netz-Steckdose S5 ist unter Zwischenschaltung eines Niedertarif-Zählers NZ als Verbraucher eine Nutzer-Einzeleinheit WA in Form einer Waschmaschine angeschlossen, die mittels des Niedertarif-Zählers NZ in einer Niedertarif-Zeit mit dann zur Verfügung stehendem Niedertarif-Strom und im übrigen nur mit Hochtarif-Strom betreibbar sein soll.

Der Niedertarif-Zähler NZ ist gemäß Fig. 2 nach Art eines mit einem Traggriff TG ausgerüsteten tragbaren Zähler- bzw. Schaltkastens ausgebildet, der einerseits mit der Netz-Steckdose S5 über eine Netzzuleitung L1 mit einem Stecker ST1 verbindbar ist und seinerseits zwei Netzausgangs-Steckdosen SD1 bzw. SD2 aufweist, an die Nutzer-Einzeleinheiten zur Versorgung mit einem Niederstrom-Tarif anschließbar sind. Im vorliegenden Fall ist als Nutzer-Einzeleinheit WA eine Waschmaschine mit einer Verbraucher-Anschlußleitung L2 über einen Stecker ST2 an die Netzausgangs-Steckdose SD2 des Niedertatif-Zählers NZ angeschlossen. Anstelle oder zusätzlich zum Traggriff TG kann auch eine Wandhalterung für den Niedertarif-Zähler NZ vorgesehen werden.

Fig. 3 zeigt das Funktionsschema der gegen eine unzulässige Benutzerbetätigung verriegelten Niedertarif-Freischaltung des Niedertarif-Zählers NZ. Dazu besteht eine Niedertarif-Verbindung NTV zwischen der an die Netz-Steckdose S5 angeschlossenen eingangsseitigen Netzzuleitung L1 und der zu der Nutzer- Einzeleinheit WA führenden ausgangsseitigen Verbraucher-Anschlußleitung L2 über eine Verbrauchs-Anzeige VA und einen Umschalter US in dessen dargestellter Freischaltstellung; der Umschalter US steht in benutzerunabhängiger Betätigungsabhängigkeit von einer Funkuhr FU, derart daß die Niedertarif- Verbindung NTV außerhalb der Niedertarif-Zeiten unterbrochen ist.

Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist eine Überbrückung der Niedertarif-Freischaltung derart vorgesehen, daß auch ohne Deinstallation des Niedertarif-Zählers NZ aus der Verbindung zwischen der Netz-Steckdose S5 einerseits und der Nutzer-Einzeleinheit WA andererseits deren Stromversorgung, dann jedoch mit Hochtarif-Strom, möglich ist; dazu wird der Umschalter US durch die Funkuhr nach Beendigung der Niedertarif-Zeit derart auf eine zur Niedertarif-Verbindung NTV parallele Hochtarif-Verbindung umgelegt, daß eine die Verbrauchsanzeige VA umgehende direkte Stromversorgung der Nutzer-Einzeleinheit WA mit Verbrauchserfassung und Verbrauchsanzeige in dem Hochtarif-Zähler HZ möglich ist. In Kombination mit einem EIN-AUS-Handschalter HS in der Hochtarif-Verbindung HTV ist auch ein Mischbetrieb derart möglich, daß eine Hochtarif-Versorgung als Anfangs- bzw. Endteil einer Niedertarif-Versorgung anwählbar ist. Durch die Schaltabhängigkeit von der Funkuhr FU sind auf einfache Weise den Vorgaben der EVU (Elektrische Versorgungs-Unternehmen) konforme Modifikationen der Niedertarif-Zeiten möglich. Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann anstelle der Funkuhr eine fest programmierbare Schaltuhr oder ein Rundsteuerempfänger vorgesehen werden.

Der jeweilige Verbrauch während der Niedertarif-Zeiten wird in einer Verbrauchsanzeige VA des Niedertarif-Zählers NZ angezeigt. In einem Display UD des Niedertarif-Zählers NZ kann über die jeweilige Uhrzeit oder eine Freigabeanzeige zur Identifikation der Freischaltung des Niedertarif-Zählers NZ während einer Niedertarif-Zeit informiert werden. Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht eine Anzeige NR für eine Seriennummer vor, die der eindeutigen Zuordnung des Niedertarif-Zählers NZ zu einem bestimmten Hochtarif-Zähler HZ dient. Als Schutz vor einem unzulässigen inneren Eingriff in den, zweckmäßigerweise geeichten Niedertarif-Zählers NZ, ist dieser mittels einer Plombe PL gesichert. Zur Abspeicherung der Meßdaten bzw. zur Betriebsaufrechterhaltung der Funkuhr bzw. der Schaltuhr bei Netzausfall ist ferner eine Stützbatterie SB in den Niedertarif-Zähler NZ integriert.

Es dürfte ersichtlich sein, daß die Aufgabe eines einfachen, insbesondere mit geringem Aufwand nachrüstbaren, Einsatzes eines Niedertarif-Zählers erfindungsgemäß in vorteilhafter Weise dadurch lösbar ist, daß der Niedertarif-Zähler als mobiler Zähler- bzw. Schaltkasten bzw. Zwischenstecker zwischen einem einer Nutzer-Gesamteinheit zugeordneten Hochtarif-Zähler und einer mit Niedertarif-Strom zu versorgenden Nutzer- Einzeleinheit, insbesondere mit Anschluß an schon vorhandene Netzsteckdosen, einsetzbar ist, wobei der Niedertarif-Zähler benutzerunabhängig, insbesondere gemäß EVU-Vorgabe z. B. durch Ansteuerung über eine Funkuhr oder eine vorprogrammierbare verplombte Schaltuhr, freischaltbar und damit einem Benutzer- Mißbrauch des Niedertarif-Vorteils vorbeugbar ist.


Anspruch[de]
  1. 1. Doppeltarif-Zählervorrichtung, insbesondere für Haushalte mit Niedertarif-Nutzern,
    1. 1. mit einem Hochtarif-Zähler (HZ), der eingangsseitig vor einer Nutzer-Gesamteinheit installiert ist;
    2. 2. mit einem mobilen Niedertarif-Zähler (NZ), der zwischen dem Hochtarif-Zähler (HZ) und zumindest einer Nutzer-Einzeleinheit (WA) einschaltbar und nur zu Niedertarif-Zeiten freischaltbar ist;
    3. 3. mit einer benutzerunahbängigen Freischaltung des mobilen Niedertarif-Zählers (NZ) für eine Niedertarif-Versorgung der Nutzer-Einzeleinheit (WA).
  2. 2. Doppeltarif-Zählervorrichtung nach Anspruch 1
    1. 1. mit einem nach Art eines Zwischensteckers zwischen einer Netz-Steckdose (S5) der Nutzer-Gesamteinheit und zumindest einer Nutzer-Einzeleinheit (WA) anschließbaren bzw. wieder abtrennbaren mobilen Niedertarif-Zähler (NZ).
  3. 3. Doppeltarif-Zählervorrichtung nach Anspruch 1
    1. 1. mit einem nach Art eines tragbaren steckerfertigen Zähler- bzw. Schalt-Kastens mit einer an eine Netz-Steckdose (S5) anschließbaren Netzzuleitung (L1) und mit zumindest einer Netzausgangs-Steckdose (SD2) als Teil des Niedertarif-Zählers (NZ) zum Anschluß einer Nutzer-Einzeleinheit (WA) an den Niedertarif-Zähler (NZ).
  4. 4. Doppeltarif-Zählervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3
    1. 1. mit einer Freischaltung des mobilen Niedertarif-Zählers (NZ) in Abhängigkeit von einer Funkuhr (FU).
  5. 5. Doppeltarif-Zählervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3
    1. 1. mit einer Freischaltung des mobilen Niedertarif-Zählers (NZ) in Abhängigkeit von einer Schaltuhr.
  6. 6. Doppeltarif-Zählervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3
    1. 1. mit einer Freischaltung des mobilen Niedertarif-Zählers (NZ) in Abhängigkeit von einem Rundsteuerempfänger.
  7. 7. Doppeltarif-Zählervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6
    1. 1. mit einem, insbesondere mit dem Niedertarif-Zähler (NZ) integrierten, Umschalter (US) zur Überbrückung der Niedertarif-Freischaltung im Sinne einer Hochtarif-Versorgung der Nutzer-Einzeleinheit (WA).
  8. 8. Doppeltarif-Zählervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7
    1. 1. mit einer Niedertarif-Verbrauchs-Anzeige (VA) als Teil des mobilen Niedertarif-Zählers (NZ).
  9. 9. Doppeltarif-Zählervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8
    1. 1. mit einer dem mobilen Niedertarif-Zähler (NZ) zugeordneten, insbesondere in bzw. mit diesem integrierten, Stützbatterie (SB).
  10. 10. Doppeltarif-Zählervorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9
    1. 1. mit einer Plombe (PL) am Niedertarif- Zähler (NZ) als Schutz gegen unbefugten verbraucherseitigen Eingriff.






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