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Dokumentenidentifikation DE4434188C2 02.12.1999
Titel Bogenanleger einer Druckmaschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Heiler, Peter, 76694 Forst, DE;
Maaß, Burkhard, 69115 Heidelberg, DE
DE-Anmeldedatum 24.09.1994
DE-Aktenzeichen 4434188
Offenlegungstag 28.03.1996
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.12.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.12.1999
IPC-Hauptklasse B65H 5/02
IPC-Nebenklasse B65H 11/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen Bogenanleger einer Druckmaschine nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Ein solcher Bogenanleger ist aus der DE 37 36 841 A1 bekannt. Die Antriebswalze für die Transportbänder wird bei der bekannten Anordnung durch Zahnräder in zwei übersetzungsstufen umschaltbar angetrieben, wobei ein Stirnradsatz jeder Übersetzungsstufe durch Längsverschiebung auf einem Zapfen mit einem der Gegenräder in Eingriff bzw. außer Eingriff bringbar ist. Für diese Verschiebung ist ein Handrad vorgesehen, welches in den beiden Stufen eine Kugelarretierung für die Schaltstellungen aufweist. Dadurch ist es möglich, die Transportbänder für die Bogenzufuhr mit zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten laufen zu lassen, so daß große Bogenformate geschuppt mit niedriger Geschwindigkeit und kleine Bogenformate einzeln mit demgegenüber höherer Geschwindigkeit angelegt werden können. Die Umschaltung der Geschwindigkeit kann nur bei Stillstand der Maschine ausgeführt werden. Der Umschaltvorgang ist nicht automatisierbar, und außerdem erfordert die bekannte Umschaltung eine Anordnung auf der Achse der Antriebswalze der Transportbänder in einem sehr engen zur Verfügung stehenden Bauraum.

Durch die DE-PS 627 802 ist ein Bogenanleger mit einem Freilauf bekannt, der es ermöglicht, daß eine gegenüber einer langsameren Drehzahl höhere diskontinuierliche Drehzahl für den Antrieb der Antriebswalze wirksam werden kann.

Beide Antriebe sind bei der DE-PS 627 802 ständig über den Freilauf miteinander gekoppelt. Ein Umschalten von Hand oder motorisch ist nicht möglich.

Der Erfindung liegt dementsprechend die Aufgabe zugrunde, einen wenigstens zweistufigen Antrieb für die Transportbänder der eingangs genannten Bauart bei laufender Maschine vorzugsweise maschinell oder auch von Hand umschaltbar zu gestalten.

Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die Ausbildungsmerkmale nach dem Patentanspruch 1.

Der Vorteil dieser Ausbildungsmerkmale liegt vor allem darin, daß die Geschwindigkeitsumstellung unabhängig von der Maschinenstellung geschaltet werden kann, und zwar entweder manuell oder auch maschinell. Die Synchronisierung der Zahnräder und der Zahneingriff erfolgen selbsttätig. Die Automatisierbarkeit hängt somit nicht davon ab, daß während des Maschinenlaufs geschaltet wird. Eine sinnvolle Betriebsweise der Druckmaschine wird darin gesehen, die Maschine zunächst anzuhalten, dann die Geschwindigkeit zu schalten und danach die Maschine erneut anlaufen zu lassen. Das Einrasten der Zahnräder erfolgt dann eventuell erst beim Wiederanlauf der Maschine.

In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindungsmerkmale dargestellt. Es zeigen:

Fig. 1 einen Schnitt durch die umschaltbare Antriebsvorrichtung der Antriebswalze für die Transportbänder und

Fig. 2 eine Seitenansicht der Vorrichtung nach Fig. 1.

Die Antriebswalze 1 für die auf der Zeichnung nicht dargestellten Transportbänder, die die zu bedruckenden Bogen über einen ebenfalls nicht dargestellten Anlegetisch unter Ausrichtung gegen Vordermarken und gegebenenfalls auch gegen Seitenmarken transportieren, ist mit ihren Enden auf jeder Maschinenseite im Gestell 2 des Bogenanlegers gelagert. Der Antrieb der Walze 1 erfolgt über eine Antriebskette 3, die mit dem Maschinenantrieb gekuppelt ist. Außerhalb des Gestells 2 ist auf einem Zapfen 4 der Antriebswalze 1 ein Kettenrad 5 angeordnet, welches eine Freilaufkupplung 6aufweist, die in Antriebsdrehrichtung eine drehfeste Kupplung zwischen dem Kettenrad 5 und in Gegendrehrichtung einen Freilauf der Antriebswalze 1 gegenüber dem Kettenrad 5 bewirkt. Parallel zur Achse der Antriebswalze 1 ist mit einem Abstand von dieser Achse ein weiterer Lagerzapfen 7 im Gestell 2 angeordnet, auf dem ein weiteres Kettenrad 8 in der gleichen Ebene wie das Kettenrad 5 frei drehbar gelagert ist. Die Antriebskette 3 ist sowohl über das Kettenrad 8 als auch über das Kettenrad 5 gelegt. Mit dem Kettenrad 8 ist ein Zahnrad 9 drehfest verbunden, in dessen Verzahnung die Verzahnung eines Zwischenzahnrades 10 eingreift, welches eine schwenkbare Lagerung aufweist. Die Verzahnung dieses Zwischenzahnrades 10 ist mit der Verzahnung eines weiteren Zahnrades 11 in Eingriff bringbar, welches auf dem Zapfen 4 an der Antriebswalze 1 drehfest angeordnet ist. Der Lagerzapfen 12 des Zwischenzahnrades 10 ist in einem Schwenkhebel 13 befestigt, der auf dem durch das Kettenrad 8 und dem Zahnrad 9 hindurchgeführten Lagerzapfen 7 drehbeweglich angeordnet ist. Der Schwenkhebel 13 ist doppelarmig ausgebildet, so daß gegen den Hebelarm, der dem Lagerzapfen 12 gegenüberliegt, ein Stellglied wirksam werden kann, um den Schwenkhebel 13 mit dem daran auf dem Lagerzapfen 12 frei drehbar gelagerten Zwischenzahnrad 10 zu verschwenken. Nach der Darstellung in Fig. 2 besteht dieses Stellglied aus einem beispielsweise durch einen Handhebel 14 verschwenkbaren Exzenter 15 und einer Gegenkurve an dem freien Arm des Schwenkhebels 13. Durch eine zwischen dem freien Arm des Schwenkhebels 13 und einem gestellfesten Bauteil 16 gespannte Feder 17 wird der Schwenkhebel 13 in Richtung des Zahneingriffes des an ihm auf dem Lagerzapfen 12 gelagerten Zahnrades 9 mit der Verzahnung des Zahnrades 11 belastet. Der Schwenkhebel 13 ist um die Längsachse des Lagerzapfens 7, die gleichzeitig Drehachse des Zahnrades 9 ist, beweglich, so daß der Zahneingriff zwischen den Zahnrädern 9 und 11 bei der Schwenkbewegung stets erhalten bleibt und die Verzahnung des Zwischenzahnrades 10 mit dem Zahnrad 11 durch eine Schwenkbewegung des Schwenkhebels 13 gegen die Spannung der Feder 17 außer Eingriff gebracht werden kann. In der schnellaufenden Geschwindigkeitsstufe erfolgt der Antrieb der Antriebswalze 1 für die Transportbänder durch die Antriebskette 3 über das Zahnrad 9, das Zwischenzahnrad 10 und das Zahnrad 11, so daß eine höhere Drehzahl der Antriebswalze 1 erreicht wird, bei der die Freilaufkupplung 6 zwischen dem Kettenrad 5 und der Antriebswalze 1 wirksam ist. Dabei überholt die Drehzahl der Antriebswalze 1 die Drehzahl des Kettenrades 5. In der langsamen Geschwindigkeitsstufe ist das Zwischenzahnrad 10 mit seiner Verzahnung außer Eingriff mit der Verzahnung des Zahnrades 11 geschwenkt, so daß der Antrieb durch die Antriebskette 3 über das Kettenad 5 erfolgt, welches durch die Freilaufkupplung 6 drehfest mit dem Zapfen 4 an der Antriebswalze 1 gekuppelt ist. In der Stufe mit der langsamen Drehzahl der Antriebswalze 1 blockiert der Exzenter 15 das Zwischenzahnrad 10 in der abgeschwenkten Stellung. In der Stufe mit der höheren Drehzahl sorgt die Spannung der Feder 17 für die Aufrechterhaltung des Zahneingriffes zwischen dem Zwischenrad 10 und dem Zahnrad 11. Anstelle des durch einen Handhebel 14 verschwenkbaren Exzenters 15 können andere Stellglieder zur Anwendung kommen. Geeignet sind vor allem auch motorisch bewegliche Stellglieder, beispielsweise ein motorisch verdrehbarer Exzenter 15 für die Umschaltung des Antriebes.

Bezugszeichenliste

1Antriebswalze

2Gestell

3Antriebskette

4Zapfen

5Kettenrad

6Freilaufkupplung

7Lagerzapfen

8Kettenrad

9Zahnrad

10Zwischenzahnrad

11Zahnrad

12Lagerzapfen

13Schwenkhebel

14Handhebel

15Exzenter

16Bauteil

17Feder


Anspruch[de]
  1. 1. Bogenanleger einer Rotationsdruckmaschine, bei dem für verschiedene Betriebsarten eine Antriebswalze (1) für Transportbänder, die die Bogen auf einem Anlegetisch gegen Anlegemarken transportieren, durch ein Getriebe in wenigstens zwei Stufen mit unterschiedlicher Drehzahl wahlweise umschaltbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die der langsameren Drehzahl zugeordnete Getriebestufe eine Freilaufkupplung (6) und die einer demgegenüber höheren Drehzahl zugeordnete Getriebestufe schaltbare Kupplungsmittel (10) zur Übertragung des Antriebsdrehmomentes auf die Antriebswalze (1) aufweist.
  2. 2. Bogenanleger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplungsmittel der einer höheren Drehzahl der Antriebswalze (1) zugeordneten Getriebestufe ein an einem Schwenkhebel (13) gelagertes, durch eine Schwenkbewegung mit seiner Verzahnung außer Eingriff mit der Verzahnung eines anderen Zahnrades (11) bringbares Zwischenzahnrad (10) aufweisen.
  3. 3. Bogenanleger nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Zahneingriff des an dem Schwenkhebel (13) gelagerten Zwischenzahnrades (10) mit dem Zahnrad (11), welches der Getriebestufe mit der höheren Drehzahl der Antriebswalze (1) zugeordnet ist, durch einen Kraftspeicher belastet und ein gegen die Kraftspeicherwirkung bewegliches Stellglied (15) lösbar ist.
  4. 4. Bogenanleger nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Kraftspeicher durch eine gespannte Feder (17) gebildet ist.
  5. 5. Bogenanleger nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Stellglied ein verdrehbar gelagerter und bei der Verdrehung gegen eine Gegenkurve am Schwenkhebel (13) des Zwischenzahnrades (10) wirksamer Exzenter (15) angeordnet ist.
  6. 6. Bogenanleger nach den Ansprüchen 1 bis 4 oder nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied (15) motorisch beweglich ist.






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