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Dokumentenidentifikation DE19924265A1 16.12.1999
Titel Vorrichtung zum Verlangsamen von Exemplaren
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Blanchard, Alain, Gouvieux, FR;
Boillot, Dominique, Gouvieux, FR;
Calvez, Daniel, Balaguy sur Therain, FR;
Gaultier, Robert, Verneuil en Halatte, FR;
Henry, Herve, Creil, FR;
Herda, Philippe, Longueil Sainte Marie, FR;
Hoynant, Pierre, Neuilly sous Clermont, FR;
Lebeuf, Emmanuel, Pontste Maxence, FR
DE-Anmeldedatum 27.05.1999
DE-Aktenzeichen 19924265
Offenlegungstag 16.12.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.12.1999
IPC-Hauptklasse B65H 29/68
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Transport und zur Verlangsamung von Falzexemplaren in einem Falzapparat, wobei der Transport der Falzexemplare mittels Bändergruppen erfolgt, wobei die Exemplare von einer Bändergruppe von der Oberfläche des exemplarführenden Zylinders abgenommen werden. Zum Transport der Falzexemplare sind mindestens zwei Bändergruppen (8, 9, 10; 14, 17, 18; 21, 10; 22, 18) vorgesehen. Eine einer zweiten Längsfalzeinrichtung (13, 20) vorgelagerte Bändergruppe ist mittels eines vom Falzapparatantrieb unabhängigen Antriebes (12, 19) angetrieben.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Verlangsamen von Exemplaren, wobei die Exemplare beispielsweise ein- oder mehrlagige Druckereierzeugnisse sein können, die nach der Auslage in einem Schuppenstrom in Weiterverarbeitungslinien weiter behandelt werden.

EP 0 055 405 A1 offenbart eine Bänderstrecke zum Transport und zur Verlangsamung von Falzprodukten. Bei einer Bänderstrecke zum Transport und zur Verlangsamung von Falzprodukten zwischen zwei aufeinanderliegenden Stationen eines Falzapparates zwischen einer Längsfalzeinrichtung und einer Auslegestation sind zwei aufeinanderfolgende mit abgestuften Geschwindigkeiten angetriebene Abschnitte vorgesehen. Diese bestehen aus jeweils einem oberen und einem unteren Bändersatz, mit jeweils mehreren parallelen Bändern und jeweils mindestens einer in Transportrichtung vorderen und in Transportrichtung hinteren Bänderwalze. Von diesen ist zumindest eine der in Transportrichtung vorderen Bänderwalze des in Transportrichtung hinteren, schneller laufenden Abschnittes höhenmäßig einstellbar gelagert. Leitzungen werden gemäß dieser Lösung dadurch überflüssig, daß die jeweils aufeinanderfolgenden Abschnitte der Bänderstrecke seiflich zumindest um ihre Breite gegeneinander versetzte Bänder aufweisen und mit den einanderzugewandten Endbereichen zinkenartig ineinander geschoben sind.

WO 94/25383 bezieht sich auf ein Verfahren und einer Vorrichtung zum lagerichtigen Übernehmen von gefalzten Signaturen in Falzapparaten. Die Übereinnahme erfolgt von einem Bandleitsystem auf einem Greiferzylinder. Unabhängig von der Oberflächenbeschaffenheit der Signaturen ist vorgesehen, die Lage einer vorbestimmten das Bandleitsystem verlassenden Signatur fortlaufend festzustellen und zu erfassen. Gleichzeitig wird die momentane Ist-Winkellage eines zur Übernahme der vorbestimmten Signatur vorgesehenen Greifersystems festgestellt und erfaßt, wobei bei einer Abweichung von einer Soll- Winkellage ein elektrisches Differenzsignal gebildet und der Greiferzylinder anschließend durch Antriebsmittel in seiner Soll- Winkellage gebracht wird. Dazu wird auch eine Vorrichtung vorgeschlagen.

DE 42 43 222 A1 betrifft eine Vorrichtung zum Transport und zur Verlangsamung von Falzprodukten. Um Falzprodukte zuverlässig zu verlangsamen, beispielsweise vor Einlauf in den zweiten Längsfalz, werden zwei jeweils Ober- und Unterbänder enthaltende Bändergruppen mit einer eine Oberbänder enthaltende Bändergruppe ergänzt, indem diese Bänder mit einem Abstand der größer als die Produktdicke ist, parallel zu den Unterbändern der ersten Bändergruppe geführt werden.

FR 2 344 488 betrifft eine Transporteinrichtung für Exemplare, mit der diese Exemplare unter ein Falzmesser transportiert werden können. Das Schwertfalzwerk zum Falzen eines durch Bänderpaare unter das Falzschwert zugeführten Bogenpaketes parallel zu seiner Zulaufrichtung läuft mit einer Geschwindigkeit, die bis auf die Hälfte gegenüber der der im Falzapparat einer Rollenrotationsdruckmaschine vorgeordneten Sammel- und Querfalzwerke vermindert ist.

Dem Schwertfalzwerk ist ein eigenes Bändersystem zugeordnet, das langsamer läuft als das den vorgeordneten Sammel- oder Querfalzwerken zugeordnete Bändersystem. Ferner bilden zwei Walzen der oberen Bänder des dem Schwertfalzwerk zugeordneten Bändersystems einen Einlaufkeilspalt gegenüber den unteren Bändern. Die Walzen sind in der Höhe verstellbar, wobei der Einlaufkeilspalt wenigstens so lang wie die maximale Erstreckung des Bogenpaketes in Förderrichtung ist.

Bei der Zuführung von Falzexemplaren zur zweiten Längsfalzvorrichtung am Falzapparat müssen die Falzexemplare an Anschlägen derart ausgerichtet werden, daß das Falzmesser der zweite Längsfalzeinrichtung die Falzexemplare exakt mittig, unter 90°falzt. Um eine genaue Ausrichtung der Exemplare bei vertretbarem Produktionstempo zu erzielen, ist eine Verlangsamung der Fördergeschwindigkeit der Falzexemplare notwendig, durch welche die Folgen des Auftreffens der Vorderkante der Falzexemplare an den Anschlägen gemindert wird. Ferner ist es erforderlich, die Falzexemplare so zu führen, daß keine Relativverschiebungen auf den sie führenden Bändern auftreten können, was die Qualität der Produkte nach Passage der zweiten Längsfalzeinrichtung erheblich beeinträchtigen würde.

Angesichts des vorliegenden Standes der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine beiderseitige Führung der Falzexemplare zu gewährleisten, wobei eine der die Falzexemplare führenden Bändergruppen unabhängig vom Falzapparat antreibbar ist.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.

Der Antrieb einer der die Falzexemplare führenden Bändergruppen mittels eines vom übrigen Falzapparatantrieb unabhängigen Antriebes erlaubt einen direkten Einfluß auf die jeweils notwendige Verlangsamung der Falzexemplare, die auf den Falztisch unterhalb des Falzmessers gefördert werden. Dadurch kann eine Verlangsamung der Falzexemplare je nach Gewicht und Dicke der Falzexemplare vorgenommen werden. Der unabhängige Antrieb mittels eines drehmomentstarken Elektromotors beispielsweise erlaubt eine kurze Brems- sowie eine kurze Beschleunigungsphase, so daß die Zyklen des Motors in idealerweise an die Bedingungen angepaßt werden können, die für eine hochgenaue Vorbereitung und Ausführung eines zweiten Längsfalzes erforderlich sind.

In weiterer Ausgestaltung des der Erfindung zugrunde liegenden Gedankens umfassen die Bändergruppen jeweils Oberbänder sowie dazu korrespondierende Unterbänder, so daß nach erfolgter Exemplarausrichtung keine Relativbewegung mehr zu den Transportbändern erfolgen kann. Der Übergang der Falzexemplare von der Oberfläche des exemplarführenden Zylinders wird durch Produktführungen unterstützt, die, stationär angeordnet, in Nuten auf der Mantelfläche des exemplarführenden Zylinders eingreifen.

Zur Führung der Falzexemplare umfassen die Bändergruppen jeweils eine Vielzahl nebeneinander angeordneter Oberbänder und Unterbänder, um eine Relativbewegung einzelner Falzexemplare gegeneinander zu verhindern. Der unabhängige Antrieb, der die der zweiten Längsfalzeinrichtung vorgelagerte Bändergruppe antreibt, kann entweder deren Oberbänder oder auch deren Unterbänder antreiben. Die jeweils darüber oder darunter angeordneten, nebeneinanderliegenden Bänderzüge werden ebenfalls durch den unabhängigen Antrieb angetrieben.

Durch den unabhängigen Antrieb, der vorzugsweise als drehmomentstarker Elektromotor ausgebildet ist, läßt sich die Transportgeschwindigkeit der Falzexemplare in der der zweiten Längsfalzeinrichtung vorgelagerten Bändergruppe bis auf ca. 70% der Eintrittsgeschwindigkeit reduzieren. Mit einer derartigen Verlangsamung der Falzexemplare können Beschädigungen an der Vorderkante beim Anschlag an den Ausrichteelementen verhindert werden.

Das Verfahren zum Transport und zur Verlangsamung von Falzexemplaren umfaßt die nachfolgenden Verfahrensschritte:

  • - das Abnehmen von Falzexemplaren von der Oberfläche eines exemplarführenden Zylinders durch Bändergruppen,
  • - das Verlangsamen der Falzexemplare auf einer Bändergruppe, die einer zweiten Längsfalzeinrichtung vorgelagert ist,
  • - dem Ausrichten von geförderten Falzexemplaren an Ausrichteanschlägen an der jeweiligen zweiten Längsfalzeinrichtung und
  • - das Beschleunigen der durch einen unabhängigen Antrieb ausgestatteten Bändergruppe auf die Ausgangsgeschwindigkeit.

Anhand einer Zeichnung sei die Erfindung nachstehend detaillierter erläutert.

Es zeigt:

Fig. 1. die Seitenansicht eines exemplarführenden Zylinders mit oberer und unterer Transportstrecke zur zweite Längsfalzstation mit jeweils drei Bändergruppen,

Fig. 2 eine Draufsicht auf die Darstellung gemäß Fig. 2,

Fig. 3 die Seitenansicht eines exemplarführenden Zylinders mit jeweils aus zwei Bändergruppen bestehender Transportstrecke zu den zweite Längsfalzeinrichtungen und

Fig. 4 die Draufsicht auf die Darstellung gemäß Fig. 3 und

Fig. 5 das Verlangsamungs- und Beschleunigungsprofil der der zweite Längsfalzeinrichtung vorgelagerten Bändergruppe.

In der Darstellung gemäß Fig. 1 ist die Seitenansicht eines exemplarführenden Zylinders mit jeweils einer oberen und einer unteren Transportstrecke zu zwei zweiten Längsfalzeinrichtungen 13, 20 dargestellt. Der exemplarführende Zylinder 1 transportiert auf seiner Mantelfläche 7 quergefalzte Falzexemplare, die über eine obere bzw. eine untere Transportstrecke einer zweiten Längsfalzeinrichtung 13 bzw. 20 zuführbar sind. Die in Fig. 1 gezeigte obere Transportstrecke umfaßt drei voneinander getrennte obere Bändergruppen 8, 9 und 10. Die erste obere Bändergruppe 8 umfaßt Oberbänder 8.1 und Unterbänder 8.2, durch welche die am Umfang 7 des exemplarführenden Zylinders 1 befindlichen quergefalzten Falzexemplare abgenommen werden. Die Ober- bzw. Unterbänder 8.1, 8.2 laufen auf Umlenkwalzen 11 um. Die Abnahme der Falzexemplare vom Umfang 7 des exemplarführenden Zylinders 1 wird durch Produktführungen 2 unterstützt, die in Nuten in der Umfangsfläche 7 des exemplarführenden Zylinders 1 eingreifen und die Vorderkanten der Falzexemplare in den Spalt zwischen den Ober- und Unterbändern 8.1 bzw. 8.2 einführen. Die Produktführungen 2 sind stationär angeordnet und an einfachen Haltern 3 aufgenommen, an welchen sie mit Schnappverschlüssen 4befestigbar sind. Der Umfangsfläche 7 des exemplarführenden Zylinders 1 ist eine anstellbare Führung 5 zugeordnet, die über ein Schwenkhebel 6 an die Umfangsfläche 7 anstellbar und von dieser wieder abstellbar ist. Dies hängt in erster Linie von der Stärke der jeweils am Umfang des exemplarführenden Zylinders 1 befindlichen Exemplare ab.

Hinter der ersten oberen Bändergruppe 8 der oberen Transportstrecke ist eine weitere obere Bändergruppe 9 vorgesehen. Diese Bändergruppe 9 ist im Gegensatz zur bereits beschriebenen Bändergruppe 8 mit einem eigenen Antrieb 12 versehen. Bei diesem handelt es sich vorzugsweise um einen drehmomentstarken Elektromotor, mit welchem sich auf die Oberbänder 9.1 und die Unterbänder 9.2 große Beschleunigungen bzw. Verzögerungen aufbringen lassen. Der Antrieb 12 wirkt, wenn auch in der Darstellung gemäß Fig. 1 nur dem Oberband 9.1 zugeordnet, auch auf das damit korrespondierende Unterband 9.2 der zweiten oberen Bändergruppe 9.

Durch den unabhängigen Antrieb 12 in Gestalt eines drehmomentstarken Elektromotors 12 kann die zweite obere Bändergruppe 9, die der hier nur schematisch wiedergegebenen zweiten Längsfalzstation 13 vorgelagert ist, unabhängig vom Falzapparatantrieb betrieben werden. Da auf die aus den oberen Bändergruppen 8, 9 und 10 bestehende Transportstrecke nur jedes zweite Falzexemplar des kontinuierlich durch den exemplarführenden Zylinder 1 gelieferten Stromes von Falzexemplaren gelangt, entsteht in der oberen Transportstrecke zwischen zwei aufeinanderfolgenden Falzexemplare jeweils eine Lücke, die zur Abbremsung und dadurch möglichen genaueren Ausrichtung der Falzexemplare ausgenutzt werden kann. Dies gilt analog für die untere Transportstrecke, die aus den unteren Bändergruppen 14, 17 und 18 besteht. Die in der zweiten oberen Bändergruppe 9 erfolgende Abbremsung erfolgt bis auf ca. 70% der ursprünglichen Fördergeschwindigkeit der Falzexemplare. Mit solcherart abgebremsten Falzexemplaren ist eine Ausrichtung an Anschlägen innerhalb einer zweiten Längsfalzeinrichtung 13 ohne Beeinträchtigung der Exemplarqualität ohne weiteres möglich.

Die obere zweite Längsfalzeinrichtung 13 - ohnehin hier nur schematisch durch das Falzmesser angedeutet - kann anstelle der hier gezeigten Bändergruppe 10 einen Falztisch aufweisen, unter dem das längsgefalzte Exemplar erfassende Falzwalzen angeordnet sind. Die Falzwalzen dienen der Unterstützung der Ausbildung des zweiten Längsfalzes und fördern die Falzexemplare beispielsweise in Schaufelräder, aus denen die Falzexemplare dann anschließend zur Auslage kommen.

Die von der zweiten oberen Bändergruppe 9 abgebremsten Falzexemplare werden auf den Falztisch, der die dritte obere Bändergruppe 10 transportiert und an dort vorgesehenen Anschlägen ausgerichtet. Das Falzmesser der oberen zweiten Längsfalzeinrichtung 13 bildet dann an den bereits quergefalzten Falzexemplaren den zweiten Längsfalz aus, der umso genauer ausfällt, als die Falzexemplare genau ausgerichtet sind.

Der Antrieb 12 der zweiten oberen Bändergruppe 9 wird sobald das jeweilige der zweiten Längsfalzeinrichtung 13 zuzuführende Falzexemplar die Oberbänder 9.1 bzw. Unterbänder 9.2 verlassen hat, wieder auf die Ausgangsgeschwindigkeit beschleunigt (vgl. Diagramm Fig. 5, in weichem zwei Zyklen dargestellt sind).

Vom exemplarführenden Zylinder 1 wird jedes zweite Falzexemplar in die obere Transportstrecke gefördert, während die auf der Umfangsfläche 7 des exemplarführenden Zylinders 1 verbleibenden Exemplare die schwenkbare Produktführung 5 passieren und über die untere stationäre Produktführung 2 in die untere Transportstrecke geleitet werden. Die stationäre Produktführung 2 ist ebenfalls mit einem Schnappverschluß 4 versehen und auf einem Halter 3 befestigt. Die untere Bändergruppe 14 der unteren Transportstrecke umfaßt Oberbänder 14.1 und Unterbänder 14.2, die um Umlenkwalzen 11 geführt, die Falzexemplare an die zweite untere Bändergruppe 17 weiterleiten. Diese wiederum ist analog zur in der oberen Transportstrecke zweiten Bändergruppe 9, ebenfalls mit einem Antrieb 19 ausgestattet, welcher den unabhängigen Betrieb der zweiten unteren Bändergruppe 17 vom übrigen Falzapparatantrieb ermöglicht.

Nach der Umlenkung der vom exemplarführenden Zylinder 1 abgenommenen quergefalzten Falzexemplare gelangen diese durch Umlenkung an der Umlenkwalze 16 von der ersten unteren Bändergruppe 14 in die zweite untere Bändergruppe 17. Analog zur oberen Transportstrecke ist die zweite untere Bändergruppe 17 mit einem vom Falzapparatantrieb unabhängigen Antrieb 19 ausgestattet. Durch diesen können die Oberbänder 17.1 und die Unterbänder 17.2 unabhängig vom Falzapparatantrieb unter Ausnutzung der oben bereits geschilderten Lücken zwischen den Falzexemplaren - beschleunigt und verzögert angetrieben werden. Auch die zweite untere Bändergruppe 17 befindet sich vor einer zweiten Längsfalzeinrichtung 20, die hier durch ein Falzmesser schematisch angedeutet ist. Die dritte untere Bändergruppe 18 umfaßt hier ein Oberband 18.1 sowie ein Unterband 18.2, die um Umlenkwalzen 11 umlaufen; genauso gut wäre die Anordnung eines Falztisches erforderlich, auf der die Falzexemplare befördert werden, nachdem sie durch die zweite untere Bändergruppe 17 auf ca. 70% des Wertes ihrer Ausgangsgeschwindigkeit abgebremst worden sind (vgl. Fig. 5). Nachdem die Falzexemplare die Ober- bzw. Unterbänder 17.1, 17.2 der zweiten unteren Bändergruppe 17 verlassen haben, werden diese durch den Antrieb 19 wieder auf Ausgangsgeschwindigkeit beschleunigt und bremsen im nächsten Verzögerungszyklus das nachfolgende Falzexemplar ab.

Fig. 2 zeigt eine Draufsicht auf die obere Transportstrecke gemäß Fig. 1.

In hier nur schematisch wiedergegebenen Seitenwänden 24 des Falzapparates sind rahmenförmige Elemente 23 vorgesehen, in denen die jeweiligen Umlenkwalzen 11 für die Oberbänder 8.1 der ersten oberen Bändergruppe 8 gelagert sind. Die erste obere Bändergruppe 8 ist oberhalb des exemplarführenden Zylinders 1 vorgesehen. An die erste obere Bändergruppe 8 schließt sich die zweite obere Bändergruppe 9 an, bei der die Oberbänder 9.1 ebenfalls voneinander beabstandet auf den Umlenkwalzen 11 umlaufen.

In Fig. 2 ist zwar eine dritte obere Bändergruppe 10 gezeigt, doch ließe sich diese auch durch einen Falztisch ersetzen, an dem Anschläge zur Ausrichtung der ankommenden Falzexemplare vorgesehen sind. Unterhalb der in Draufsicht ersten, zweiten und dritten Oberbänder 8.1, 9.1 und 10.1 befinden sich die dazu korrespondierenden Unterbänder 8.2, 9.2 und 10.2, die hier jedoch von den Oberbändern überdeckt werde und daher nicht zu sehen sind. Wie Fig. 2 weiterhin entnommen werden kann befindet sich der Antrieb 12 seitlich an der zweiten oberen Bändergruppe 9.

Fig. 3 zeigt eine modifizierte Anordnung von einem exemplarführenden Zylinder zugeordneten Transportstrecken zu einer zweiten Längsfalzeinrichtung.

Bei dieser Ausführungsform sind jeweils die erste und zweite Bändergruppe 8, 9 und 14, 17 zu einer jeweils einzigen modifizierten Bändergruppe 21, 22 zusammengefaßt. Die modifizierten Bändergruppen 21, 22 umfassen jeweils Ober- bzw. Unterbänder 21.1, 22.1 bzw. 21.2, 22.2 und sind mittels der unabhängigen Antriebe 12, 19 antreibbar. Die Ober- bzw. Unterbänder 21.1, 22.1; 21.2, 22.2 laufen auf Umlenkwalzen 11 um, wobei die modifizierten Bändergruppen 21, 22 der jeweiligen zweiten Längsfalzeinrichtung 13, 20 vorgelagert sind, um die Falzexemplare vor Eintritt in die zweite Längsfalzeinrichtung auf ca. 70% der Ausgangsgeschwindigkeit abzubremsen.

[N. B.: A discuter avec les inventeurs:

la groupe de bande modifiée 21, 22, semble t'il, ne peut pas prendre le cahiers du circonférence du cylindre 1 avec 100% vitesse et décélérer les cahiers jusqu'au 70% de Ia vitesse simultanément.!?]

Bei der Ausführungsform gemäß der Fig. 3 befindet sich zwischen oberer und unterer Transportstrecke die schwenkbare Produktführung 5 sowie oberhalb und unterhalb davon jeweils die stationäre Produktführung 2, mit deren Hilfe die quergefalzten Falzexemplare der oberen bzw. der unteren Transportstrecke zugeleitet werden. Die jeweiligen Ober- bzw. Unterbänder 21.1, 21.2; 22.1, 22.2 laufen jeweils um Umlenkwalzen 11 um und sind durch die unabhängigen Antriebe 12 und 19 jeweils antreibbar. Der jeweils unabhängige Antrieb 12, 19 wirkt auf Ober- und Unterbänder der beiden in Fig. 3 dargestellten modifizierten Bändergruppen 21, 22 ein, um Relativgeschwindigkeiten zwischen diesen zu vermeiden, die eine korrekte Exemplarausrichtung unmöglich machen würden.

Die unabhängigen Antriebe 12, 19 sind auch in diesem Ausführungsbeispiel vorzugsweise als drehmomentstarke Elektroantriebe ausgeführt, die der zweiten Längsfalzeinrichtung 13, 20 zuzuleitenden Falzexemplare auf ca. 70% der Ausgangsgeschwindigkeit abbremsen, bevor sie - an Anschlägen ausgerichtet - durch die jeweilige zweite Längsfalzeinrichtung 13, 20 längs gefalzt werden.

Auch in der in Fig. 3 gezeigten Konfiguration kann die Bändergruppe 10 bzw. 18 unterhalb der zweiten Längsfalzeinrichtung 13, 20 durch einen Falztisch ersetzt werden, auf dem das abgebremste und ausgerichtete Falzexemplar längs gefalzt und anschließend weiter verarbeitet wird.

Fig. 4 zeigt die Draufsicht auf die modifizierte Ausführungsform gemäß Fig. 3. Auch hier ist erkennbar, daß die in den Rahmengestellen 23 aufgenommenen Oberbänder 21.1 bzw. 10.1 der oberen Bändergruppen 10 und 21 voneinander beabstandet sind, um die Falzexemplare gleichmäßig abzustützen.

Fig. 5 zeigt das Beschleunigungs- und Verzögerungsprofil, welches mit dem unabhängigen Antrieb 12, 19 der Bändergruppen 9, 17, 21 und 22 erzielbar ist. Ausgehend von einer Ausgangsgeschwindigkeit von 100% werden die jeweiligen Ober- bzw. Unterbänder linear auf 70% der Ausgangsgeschwindigkeit verzögert. Nach Abgabe der Falzexemplare und die zweite Längsfalzeinrichtung 13 bzw. 20 werden die Ober- bzw. Unterbänder wieder auf 100% der Ausgangsgeschwindigkeit beschleunigt. In dem Diagramm gemäß Fig. 5 sind zwei vollständige Geschwindigkeitsänderungszyklen für die den zweiten Längsfalzeinrichtungen 13 bzw. 20 jeweils vorgelagerten Bändergruppen 9, 17, 21 und 22 dargestellt. Bezugszeichenliste 1 exemplarführender Zylinder

2 Produktführung

3 Halter

4 Öffnung

5 anstellbare Führung

6 Schwenkhebel

7 Umfangsfläche

8 erste obere Bändergruppe

8.1 Oberbänder

8.2 Unterbänder

9 zweite obere Bändergruppe

9.1 Oberbänder

9.2 Unterbänder

10 dritte obere Bändergruppe

10.1 Oberbänder

10.2 Unterbänder

11 Umlenkwalze

12 Antrieb

13 Obere zweite Längsfalzeinrichtung

14 erste untere Bändergruppe

14.1 Oberbänder

14.2 Unterbänder

15 Umlenkung

16 Umlenkwalze

17 zweite untere Bändergruppe

17.1 Oberbänder

17.2 Unterbänder

18 dritte untere Bändergruppe

18.1 Oberbänder

18.2 Unterbänder

19 Antrieb

20 untere zweite Längsfalzeinrichtung

21 modifizierte erste obere Bändergruppe

21.1 Oberbänder

21.2 Unterbänder

22 modifizierte erste untere Bändergruppe

22.1 Oberbänder

22.2 Unterbänder

23 Rahmen

24 Falzapparat - Seitenwände


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Transport und zur Verlangsamung von Falzexemplaren in einem Falzapparat, wobei der Transport der Falzexemplare mittels Bändergruppen erfolgt, wobei die Falzexemplare von einer Bändergruppe von der Oberfläche des exemplarführenden Zylinders abgenommen werden, dadurch gekennzeichnet, daß zum Transport der Falzexemplare mindestens zwei Bändergruppen (8, 9, 10; 14, 17, 18; 21, 10; 22, 18) vorgesehen sind, wobei eine der einer zweiten Längsfalzvorrichtung (13, 20) vorgelagerte Bändergruppe (8, 9; 14, 17; 21, 22) mittels eines unabhängigen Antriebes (12, 19) angetrieben ist.
  2. 2. Vorrichtung zum Transport und zur Verlangsamung von Falzexemplaren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bändergruppen (8, 9, 10; 14, 17, 18; 21, 10; 22, 18) jeweils Oberbänder sowie dazu korrespondierende Unterbänder umfassen.
  3. 3. Vorrichtung zum Transport und zur Verlangsamung von Falzexemplaren gemäß Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß die Falzexemplare durch Produktführungen (2) von der Oberfläche (7) des produktführenden Zylinders (1) in die Bändergruppen (8, 14; 21, 22) geführt werden.
  4. 4. Vorrichtung zum Transport und zur Verlangsamung von Falzexemplaren gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Produktführungen (2) in Nuten in der Oberfläche (7) des exemplarführenden Zylinders (1) laufen.
  5. 5. Vorrichtung zum Transport und zur Verlangsamung von Falzexemplaren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bändergruppen (8, 9, 10; 14, 17, 18; 21, 10; 22, 18) jeweils ein Vielzahl nebeneinander angeordneter Oberbänder (8.1, 9.1, 10.1, 14.1, 17.1, 18.1, 21.1, 22.1) und Unterbänder (8.2, 9.2, 10.2, 14.2, 17.2, 18.2, 21.2, 22.2) umfassen.
  6. 6. Vorrichtung zum Transport und zur Verlangsamung von Falzexemplaren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der unabhängige Antrieb (12, 19) die Oberbänder (9.1, 17.1, 21.1, 22.1) der zweiten Längsfalzeinrichtung (13, 20) vorgelagerten Bändergruppe (9, 17; 21, 22) antreibt.
  7. 7. Vorrichtung zum Transport und zur Verlangsamung von Falzexemplaren gemäß Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die dem jeweils angetriebenen Bändern (9.1, 17.1, 21.1, 22.1) gegenüberliegenden Bändern (9.2, 17.2, 21.2, 22.2) ebenfalls über den Antrieb (12, 19) angetrieben sind.
  8. 8. Vorrichtung zum Transport und zur Verlangsamung von Falzexemplaren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die der zweiten Längsfalzeinrichtung (13, 20) vorgelagerte Bändergruppe (9, 17; 21, 22) die zu fördernden Falzexemplare auf bis zu 70% der Eintrittsgeschwindigkeit in die Bändergruppen (8, 14; 21, 22) abbremst.
  9. 9. Vorrichtung zum Transport und zur Verlangsamung von Falzexemplaren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Oberfläche (7) des exemplarführenden Zylinders (1) eine anstellbare Führung (5, 6) zugeordnet ist.
  10. 10. Verfahren zum Transport und zur Verlangsamung von Falzexemplaren mit nachfolgenden Verfahrensschritten:
    1. - dem Abnehmen von Falzexemplaren von der Oberfläche (7) eines exemplarführenden Zylinders (1) durch Bändergruppen (8, 14; 21, 22),
    2. - dem Verlangsamen der Falzexemplare auf einer Bändergruppe (9, 17; 21, 22), die einer zweiten Längsfalzeinrichtung (13, 20) vorgelagert ist.
    3. - Dem Ausrichten von geförderten Falzexemplaren an Ausrichteanschlägen an der jeweiligen zweiten Längsfalzstation (13, 20) und
    4. - dem Beschleunigen der Bändergruppe (9, 17; 21, 22) mittels eines unabhängigen Antriebes (19, 20) auf die Ausgangsgeschwindigkeit.
  11. 11. Verfahren zum Transport und zur Verlangsamung von Falzexemplaren gemäß Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Falzexemplare auf ca. 70% ihrer Eintrittsgeschwindigkeit abgebremst werden.






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