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Dokumentenidentifikation DE19820819A1 05.01.2000
Titel Vorrichtung und Verfahren zur Prozeßleittechnik in der Getreideernte - Verlustprüfschale
Anmelder Klüßendorf-Feiffer, Andrea, 99706 Sondershausen, DE
Erfinder Klüßendorf-Feiffer, Andrea, Dipl.-Ing., 99706 Sondershausen, DE;
Feiffer, Peter, Dr.sc., 99734 Nordhausen, DE;
Dittmann, Antje, Dipl.-Ing., 99734 Nordhausen, DE
DE-Anmeldedatum 09.05.1998
DE-Aktenzeichen 19820819
Offenlegungstag 05.01.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.01.2000
IPC-Hauptklasse A01D 41/12
Zusammenfassung Mähdrescher werden am Verlust geführt und gesteuert.
Die Verlustprüfung bei Mähdreschern erfolgt heute mit Hilfe elektronischer Meßverfahren.
Die Ungenauigkeit dieser Meßverfahren ist jedoch sehr groß, weil nur Tendenzen wiedergegeben werden können. Sie führen zu Verhaltensfehlern bei der Mähdrescherführung und damit zum Verlust- und Kostenanstieg.
Elektronische Verlustmeßgeräte müssen kalibriert werden. Dazu wurde eine einfache handliche Verlustprüfschale entwickelt. Sie fängt die Schüttler- und Reinigungsverluste auf, und man kann ohne Zählen der Körner und ohne Umrechnen die Verluste bestimmen. Die Körner werden dazu in eine Dreierkombination von Kästchen geschoben.
Die Schale ist für 30 Druschfrüchte und alle Mähdreschertypen anwendbar.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren, um besser zu steuern entsprechend dem Oberbegriff.

Mähdrescher zählen zu den teuersten Landmaschinen und sind darüber hinaus nur in sehr kurzer Zeit einsetzbar. Hier kommt es besonders auf eine Prozeßführung an, die sich an den wichtigsten Parametern ausrichtet.

Die Mähdrescherleistung wird über zwei Regelgrößen gesteuert. Das sind zum Einen die zugelassenen Druschverluste und zum Anderen die Einstellung der Arbeitsorgane.

Je mehr Druschverluste man bewußt zuläßt, je höher ist die Fahrgeschwindigkeit und je höher ist die Mähdruschleistung.

Je besser eine Maschine in den Arbeitsorganen eingestellt ist, je geringere Verluste verursacht sie bzw. je höher liegt die Leistung.

Verluste und Einstellung sind also Führungsgrößen im Mähdrusch und wir sprechen von einer Prozeßsteuerung.

Die Verlustprüfung erfolgt heute mit Hilfe elektronischer Meßverfahren.

Nach der Abscheidung durch Schüttler und Siebe verläßt das Stroh und die Spreu den Mähdrescher. Am Ende von Schüttlern und Sieben wird über piezoelektrische Geber ein Teil der Verlustkörnern erfaßt, in elektrische Signale umgewandelt und dem Mähdrescherfahrer über einen Bordcomputer zur Kenntnis gegeben.

Die Nachteile der eigentlich bequemen Erfassungsmethode liegen in der großen Ungenauigkeit. Elektronische Verlustmeßgeräte geben nur Tendenzen des Verlustanstieges wieder und nicht genaue Werte nach denen sich der Mähdrescherfahrer richten kann.

Der Einfluß der Gutbeschaffenheit der Pflanze hat einen enormen Einfluß und verfälscht die Meßergebnisse.

Es erfolgt keine Korrektur der Meßwerte und folglich richtet sich der Fahrer nach falschen Werten.

Deshalb müssen elektronische Verlustmeßgeräte kalibriert werden, um die Fahrgeschwindigkeit anschließend an den kalibrierten Verlustmeßgeräten ausrichten zu können.

Bei Mähdreschern ohne elektronische Meßeinrichtung müssen die Verluste am Ackerboden bestimmt werden. Das ist ebenfalls außerordentlich ungenau, erfordert Kenntnisse in der Hochrechnung der Verluste und ist kompliziert.

Verluste werden deshalb subjektiv beurteilt, was sich negativ auf die Mähdrescherleistung und -einstellung auswirkt.

Es existiert eine Schale zum Auffangen der Verlustkörner. Sie ist für Schwadablage des Strohs konzipiert worden und erfaßt eine bestimmte Fläche des Schwades. Die Länge von 1,90 m ist zu groß und sehr schlecht handhabbar.

Es sind Prüfschalen bekannt, die durch teleskopartige Arme ein Ausziehen von Stoffen ermöglichen und dann die Prüfschale bilden, die in einem Transportzustand durch Zusammenschieben der Teleskoparme wieder eingefahren und dann in eine Blechhülle zusammengeklappt wird. Diese Schale hat sich ebenfalls nicht bewährt, weil sie den rauhen Bedingungen im Mähdrusch nicht gewachsen ist. Beide Prüfschalen die bisher angewandt worden, darunter auch rechteckige Schalen, haben den Nachteil, daß sie entweder unhandlich und unpraktisch sind, daß sie von den Maschinen überfahren und zerstört werden, schwer zu transportieren sind, vor allem aber, daß sie für die Kalibrierung keine eindeutige Meßhilfe bieten.

Aufgabe der Erfindung ist es eine vereinfachte Form der Verlustmessung zu schaffen, um für alle Mähdreschertypen und Varianten der Schwadablage sofort Ergebnisse zu liefern. Ein Zählen der Korner ist nicht mehr nötig, ebenso die komplizierten Umrechnungsprozesse. Es soll ein Meßinstrument geschaffen werden, daß für fast alle Druschfrüchte (<20) die tatsächlichen Verluste widerspiegelt und ein sofortiges genaues Meßergebnis liefert nach dem:

  • - der Mähdrescher in der Arbeitsgeschwindigkeit und Einstellung korrigiert werden kann
  • - die elektronischen Verlustmeßgeräte kalibriert werden können.

Diese Aufgabe wird durch die Vorrichtung mit den Merkmalen nach Anspruch 1 bis 7 gelöst.

Die Vorteile liegen in der einfachen Handhabung und preiswerten Ausführung.

Die Vorrichtung ist leicht zu transportieren und sie wird vom Mähdrescher nicht überfahren. Sie bietet andererseits eine genügende Länge, um Schüttler- und Reinigungsabgang sicher zu erfassen. Erfindungsgemäß ist die Schale so beschaffen, daß sie in ihrer Breite zwischen die Hinterräder eines Mähdreschers abgelegt werden kann. Erfindungsgemaß ist die Schale so ausgestattet, daß sie zur Erreichung höchstmöglichen Arbeitsschutzes von der zu prüfenden Person ohne die Gefahrenzone der Maschine zu betreten unter das fallende Strohschwad geworfen wird.

Mehrere Mähdrescher können mit einer Vorrichtung geprüft, kalibriert und in der Arbeitsweise spürbar positiv beeinflußt werden.

Tendenzielle Verlustmeßgeräte können kalibriert werden und der Mähdrescherfahrer kann sich nun nach diesen Werten ausrichten und den Mähdrescher an der Verlust-Leistungsgrenze führen.

Verluste, auch der schwierigen und kleinkörnigen Sonderkulturen, können problemlos erfaßt werden und Handlungen richtig abgeleitet werden. Die Einstellung der Arbeitsorgane die sich ebenfalls nach den Verlusten richtet kann korrigiert werden. Die Reserven der Leistungssteigerung durch die konkreten Aussagen und ableitbaren Handlungsstrategien werden auf 25% geschätzt.

Die Ausführung der Erfindung ist in den beiden Skizzen dargestellt und wird nachfolgend näher beschrieben.

Es wird eine Plastschale mit Abmaßen 1 m×0,25 m hergestellt. Sie faßt 1/4 m2 Schwadabgang des Mähdreschers ab. Die Schale ist links für Stroh/Spreuablage im Schwad und rechts für Strohreißer und Spreuverteiler nutzbar.

Auf beiden Seiten befindet sich eine Dreier-Kombination von Kästchen.

Dort hinein werden die Verlustkörner geschoben oder gelegt.

Bin volles Kästchen = 0,5% Verlust = geringe Verluste.

Zwei volle Kästchen = 1% Verlust = akzeptable Verluste.

Drei volle Kästchen = 1,5% Verlust = zu hohe Verluste.

Jede Druschfrucht hat ihre spezielle Kästchenkombination in die die Verlustkörner hineingeschoben werden. Welche Kästchenkombination genutzt wird zeigen die Symbole vor den jeweiligen Kästchen.

Zum Beispiel

Werden Ackerbohnen gedroschen und das Stroh über Strohreißer zerkleinert und verteilt werden die rechten Kästchen genutzt. Die Schale wird hinter die Hinterräder des Mähdreschers geworfen, so daß Stroh und Spreu in die schale fällt. Das Stroh wird aufgeschüttelt und beiseite gelegt und die Verlustkörner in die jeweiligen Kästchen gelegt, vor die das Symbol der Ackerbohnen steht. Nun kann man ermitteln ob eins, zwei oder drei Kästchen voll werden und man demnach geringe, akzeptable oder zu hohe Verluste hat.

Mit diesen Meßergebnissen kann sofort auf den Mähdrescher eingewirkt werden und die Fahrgeschwindigkeit korrigiert werden, die Einstellung der Mähdrescher verbessert werden und die elektronische Verlustkontrolle kalibriert werden.

Auf der Rückseite sind die Handlungsstrategien aufgedruckt.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung und Verfahren zur Messung der Schüttler- und Reinigungsverluste am Mähdrescher und die Kalibrierung elektronischer Bordsysteme, dadurch gekennzeichnet, daß mit einer Verlustprüfschale ein R m2 Schwad erfaßt und über Kästchen die Druschverluste in geringe, akzeptable und zu hohe Verluste ohne zählen und umrechnen erfaßt und bewertet werden können.
  2. 2. Vorrichtungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Druschverluste über eine Kombination von Kästchen in geringe, akzeptable und zu hohe Verluste erfaßt werden.
  3. 3. Vorrichtungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß diese Verluste ohne zählen und umrechnen unkompliziert und schnell bestimmt werden können.
  4. 4. Vorrichtungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verluste von 20 Drusch- und Sonderfrüchte mit dieser Methode (und 12 weitere über Zahlenangaben in der Tabelle) bestimmt werden können.
  5. 5. Vorrichtungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl die Verluste bei Schwadablage, als auch bei Stroh/Spreuverteilung über die Kästchenkombination zu erfassen sind.
  6. 6. Vorrichtungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlustprüfschale für alle Mähdrescherfabrikate nutzbar ist.
  7. 7. Vorrichtungen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlustprüfschale für die Kalibrierung aller Bordsysteme geeignet ist.






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