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Dokumentenidentifikation DE19927919A1 13.01.2000
Titel Greifer zum Ergreifen von Signaturen in einem einer Rollenrotationsdruckmaschine nachgeordneten Versandraumsystem
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Bredenberg, Paul Emmett, Porthmouth, N.H., US;
Cote, Kevin Lauren, Durham, N.H., US
DE-Anmeldedatum 18.06.1999
DE-Aktenzeichen 19927919
Offenlegungstag 13.01.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.01.2000
IPC-Hauptklasse B65G 37/00
IPC-Nebenklasse B65H 29/00   
Zusammenfassung Ein Greifer (1) zum Eingreifen von Signaturen (5) in einem einer Rollenrotationsdruckmaschine nachgeordneten Versandraum umfaßt einen Greiferaufsatz (3), der eine Signatur (5) fest ergreift, und eine mit dem Greiferaufsatz (3) verbundene Greiferbasis (4), wobei der Greiferaufsatz (3) um die Greiferbasis (4) in einer Drehrichtung gedreht werden kann. Eine Feder (20) wirkt in der Drehrichtung, um die Drehbewegung des Greiferaufsatzes (3) um die Greiferbasis (4) zu ermöglichen, und ist mit der Greiferbasis (4) und/oder dem Greiferaufsatz (3) verbunden. Die Feder (20) dämpft das Abbremsen der Signatur (5) beim Ergreifen der Signatur (5) durch den Greifer (1).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Greifer zum Ergreifen von Signaturen in einem einer Rollenrotationsdruckmaschine nachgeordneten Versandraumsystem gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.

Die in Falzapparaten von Rollenrotationsdruckmaschinen erzeugten Signaturen werden üblicherweise auf einem Transportband abgelegt, auf welchem sie als Schuppenstrom von teilweise übereinander liegenden Signaturen auf einer Transportvorrichtung, beispielsweise einem Förderband, abgelegt werden, welches sie zur Weiterverarbeitung in einen nachfolgenden Versandraum transportiert.

Aus US 5,501,443 ist es bekannt, die Signaturen vom Transportband im Bereich ihrer vorlaufenden gefalzten Kante durch Greifer zu ergreifen, die an einem Greifertransportsystem, beispielsweise einem Förderband oder einer umlaufenden Transportkette, befestigt sind, um die Signaturen zu den gewünschten Nachverarbeitungseinrichtungen des Versandraumsystems zu transportieren.

Oft besteht ein Unterschied zwischen der Geschwindigkeit der Signaturen beim Verlassen des Falzapparats und der Geschwindigkeit der Greifer in der Greifereinrichtung. Dadurch kann es sein, daß die Signaturen abgebremst werden, wenn sie von den Greifern ergriffen werden. Dieses Verlangsamen verursacht häufig eine Verzerrung oder Verdrehung der Signatur, da der Schwerpunkt der Signatur zu einer Drehung um den Greifer angeregt wird, der die Signatur seitlich festhält. Diese Drehbewegung kann die Signatur beschädigen und die Druckqualität beeinträchtigen oder sogar ein Einreißen bzw. Zerreißen der Signatur bewirken. Es können auch Probleme mit der Handhabung der Signatur entstehen, wenn diese nicht korrekt bezüglich des Greifers ausgerichtet ist.

Durch die Erfindung wird die Aufgabe gelöst, einen Signaturgreifer zum Ergreifen von Signaturen in einem einer Druckmaschine nachgeordneten Versandraum zu schaffen, der auch beim Auftreten von Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen der zu ergreifenden Signatur und dem Greifer eine schonende Handhabung der Signatur ermöglicht.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale von Anspruch 1 gelöst.

Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Gemäß der vorliegenden Erfindung umfaßt ein Signaturgreifer einen Greiferaufsatz oder Greiferfinger zum Ergreifen einer Signatur, die beispielsweise in einem geschuppten Signaturstrom auf einem Transportband aus einem Falzapparat einer Rollenrotations- Druckmaschine transportiert wird. Der Signaturgreifer umfaßt weiterhin eine Greiferbasis, die mit dem Greiferaufsatz drehbar verbunden ist, in der Weise, daß der Greiferaufsatz um die Greiferbasis drehbar oder verschwenkbar ist, wobei der Greiferaufsatz sich gegenüber der Greiferbasis über federelastische Mittel, z. B. eine Spiral- oder Torsionsfeder, abstützt.

Der Signaturgreifer ist vorzugsweise Teil eines eine Vielzahl von gleichartig ausgestalteten Greifern enthaltenden Signaturtransportsystems oder einer Signaturfördereinrichtung, welche in einem einer Rotationsdruckmaschine nachgeordneten Versandraum zum Transport und zur Handhabung von Signaturen verwendet wird.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung verläuft die Drehachse des Greiferaufsatzes in vorteilhafter Weise parallel zu einer Normalen der Signatur, wodurch sich beim Auftreten einer Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Signatur und Greifer beim Ergreifen der Signatur eine Drehung des Greiferaufsatzes innerhalb der Signaturebene ergibt und die Signatur nicht aus der ursprünglichen Ebene herausgeführt wird. Demgemäß kann bei der beschriebenen Ausführungsform die Signatur die Drehbewegung des Greiferaufsatzes optimal nachvollziehen, wodurch sich eine besonders schonende Handhabung der Signaturen ergibt.

Die Merkmale der vorliegenden Erfindung werden in der folgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Zusammenhang mit der beigefügten Zeichnung näher erläutert.

Fig. 1 zeigt einen Greifer gemäß der vorliegenden Erfindung, der an einer schematisch dargestellten Signaturfördervorrichtung angeordnet ist.

In Fig. 1 ist ein Signaturgreifer 1 zum Ergreifen einer Signatur 5 gezeigt, welcher nachfolgend zur Vereinfachung auch lediglich als Greifer bezeichnet wird. Der Greifer 1 umfaßt einen Greiferaufsatz 3, der die Signatur 5 fest ergreift, sowie eine Greiferbasis 4, die an einer hier schematisch dargestellten Signaturfördereinrichtung 10 befestigt ist, oder die als integraler Bestandteil einer solchen Signaturfördereinrichtung 10 ausgebildet ist. Der Greiferaufsatz 3 ist bezüglich der Greiferbasis 4 um eine Achse 8 drehbar oder schwenkbar angeordnet, wohingegen die Greiferbasis 4 vorzugsweise drehfest mit der Signaturfördereinrichtung 10, die nachfolgend auch als Fördereinrichtung bezeichnet wird, verbunden ist. Gemäß der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besitzt die Fördereinrichtung 10 eine Vielzahl von Greifern 1, die mit einer vorgegebenen Fördergeschwindigkeit bewegt werden.

Die Signatur 5 wird der Fördereinrichtung 10 mit einer Auslagegeschwindigkeit zugeführt, die durch einen Pfeil 14 angedeutet ist. Die Signatur 5 bewegt sich vorzugsweise in dieselbe Richtung wie die Fördereinrichtung 10, wenn sie der Fördereinrichtung 10 zugeführt wird. Die Signatur 5 weist einen Schwerpunkt 15 auf sowie eine Normale zu der Ebene der Signatur. Wird die Signatur 5 von dem Greiferaufsatz 3 an der Seitenkante 6 ergriffen, so wird der Schwerpunkt 15 zu einer Drehbewegung im Uhrzeigersinn um den Greiferaufsatz herum angeregt, wie dies durch Pfeil 17 in Fig. 1 angedeutet ist.

Um die Greiferbasis 4 herum ist eine Feder 20 angeordnet, deren oberes Ende fest mit der Greiferbasis 4 und deren unteres Ende fest mit dem Greiferaufsatz 3 verbunden ist. Der Greiferaufsatz 3 ist drehbar mit der Greiferbasis 4 verbunden, wobei jedoch entweder der Greiferaufsatz 3 oder die Greiferbasis 4 vorzugsweise einen (nicht gezeigten) Anschlag umfassen, der verhindert, daß sich der Greiferaufsatz 3 bezüglich der Greiferbasis 4 in eine nicht gewünschte Richtung (hier im Gegenuhrzeigersinn) oder über eine vorgegebene Position hinaus dreht. Die Torsionsfeder 20 wirkt auf den in Fig. 1 dargestellten Greiferaufsatz 3 vorzugsweise entgegen der von Pfeil 17 angedeuteten Richtung im Gegenuhrzeigersinn, so daß der Greiferaufsatz gegen den Anschlag gedrängt wird, wenn sich der Greifer in der Ursprungsposition befindet.

Beginnt der Schwerpunkt 15 der Signatur 5, sich nach dem Ergreifen derselben aufgrund einer Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Greifer und Signatur 5 um den Greiferaufsatz 3 im Uhrzeigersinn zu drehen, so dreht sich der Greiferaufsatz 3 ebenso im Uhrzeigersinn um die Greiferbasis 4 und um die Drehachse 8. Die Kraft der Feder 20 wirkt dabei der Drehbewegung entgegen und führt dadurch zu einem Abbremsen der Drehbewegung der Signatur. Die Feder 20 weist vorzugsweise eine Federkonstante auf, die so gewählt ist, daß sie eine sanfte Drehbewegung des Greiferaufsatzes 3 um die Greiferbasis 4 erlaubt, wenn die Signatur 5 ergriffen wird. Die Federkonstante der Feder 20 kann in Abhängigkeit von mehreren Faktoren gewählt werden, z. B. von der durchschnittlichen Differenz zwischen der Auslagegeschwindigkeit und der Fördergeschwindigkeit, der durchschnittlichen Papierdicke der verwendeten Signaturen, der Größe und dem Gewicht der in der Regel verwendeten Signaturen und der Größe und dem Gewicht des Greiferaufsatzes 3.

Nachdem die Drehbewegung der Signatur durch die Feder 20 abgebremst wurde, drängt die Feder 20 den Greiferaufsatz 3 zusammen mit der Signatur 5 in seine ursprüngliche Position bezüglich der Greiferbasis 4 zurück, wobei die Rückbewegung vorzugsweise durch den Anschlag begrenzt wird, jedoch ebenfalls z. B. durch ein weiteres federelastisches Mittel abgebremst werden kann. Hierbei kann es weiterhin vorgesehen sein, daß die Drehbewegung der Greiferbasis durch nicht dargestellte zusätzliche Dämpfungsmittel, wie z. B. Gummielemente oder Reibelemente, die beispielsweise auch nur in eine der Drehrichtungen wirken können, gedämpft wird, um die aufgrund der auftretenden Geschwindigkeitsdifferenz zwischen dem Greifer 1 und der Signatur auftretende Bewegungsenergie der Signatur 5 zumindest teilweise zu absorbieren.

Anstelle einer Torsionsfeder 20 kann auch jede andere Art von Feder zum Abbremsen der Drehbewegung des Greiferaufsatzes 3 bezüglich der Greiferbasis 4 verwendet werden, wobei die Bezeichnung "Feder" weit gefaßt ist und jede Art von federelastischen Mitteln sowie Dämpfungsmechanismen umfaßt.

Das Ergreifen der Signatur 5 kann auf herkömmliche Art erfolgen. Der Greiferaufsatz 3 kann z. B. ein Paar Klemmbacken, Greiferfinger oder Greiferpads umfassen, die von einer vertikalen Kraft auf die Greiferbasis 4 betätigt werden. Die Bezeichnung "Signatur" kann in diesem Zusammenhang jede Art von flachem Druckprodukt umfassen, z. B. auch einen bedruckten Bogen.

Bezugszeichenliste

1Greifer

3Greiferaufsatz

4Greiferbasis

5Signatur

6Seitenkante

8Drehachse

10Fördereinrichtung

14Auslagegeschwindigkeit

15Schwerpunkt

16Normale

17Drehrichtung

20Torsionsfeder


Anspruch[de]
  1. 1. Signaturgreifer zum Ergreifen von Signaturen in einem einer Rotationsdruckmaschine nachgeordneten Versandraum, mit einer an einer Signaturfördereinrichtung angeordneten Greiferbasis 4 sowie mit einem mit der Greiferbasis 4 verbundenen Greiferaufsatz 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Greiferaufsatz (3) gegenüber der Greiferbasis (4) um eine Drehachse (8) drehbar gelagert ist, und daß federelastische Mittel (20) vorgesehen sind, die einer durch das Ergreifen einer Signatur (5) hervorgerufenen Drehbewegung des Greiferaufsatzes (3) entgegenwirken.
  2. 2. Signaturgreifer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Anschlag vorgesehen ist, gegen welchen der Greiferaufsatz (3) durch die federelastischen Mittel (20) gedrängt wird.
  3. 3. Signaturgreifer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet daß die Drehachse (8) des Greiferaufsatzes (3) parallel zu einer Normalen (16) der Signatur (5) verläuft.
  4. 4. Signaturgreifer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Greiferbasis (4) an einer Signaturfördereinrichtung (10) angeordnet ist.
  5. 5. Signaturgreifer nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Greiferbasis (4) ein integraler Bestandteil der Signaturfördereinrichtung (10) ist.
  6. 6. Signaturgreifer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Dämpfungsmittel vorgesehen sind, welche die Drehbewegung des Greiferaufsatzes (3) gegenüber der Greiferbasis (4) dämpfen.
  7. 7. Signaturgreifer nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Dämpfungsmittel ausschließlich in einer der Drehrichtungen wirken.






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