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Dokumentenidentifikation DE19921632A1 20.01.2000
Titel Rollenrotations-Druckmaschine mit einer Vorrichtung zum Umlenken einer nassen oder feuchten bedruckten Bahn
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Dawley, David Robert, Rochester, N.H., US
DE-Anmeldedatum 10.05.1999
DE-Aktenzeichen 19921632
Offenlegungstag 20.01.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.01.2000
IPC-Hauptklasse B65H 23/32
IPC-Nebenklasse B41F 22/00   
Zusammenfassung Eine Rollenrotations-Offsetdruckmaschine (1) umfaßt eine Vorrichtung (8a, 8b, 8c, 8d) zum Umlenken einer nassen bedruckten Bahn (4), z. B. um sie um ein nachgeordnetes Druckwerk (2b) der Druckmaschine (1) herum zu führen. Jede Umlenkvorrichtung (8a, 8b, 8c, 8d) umfaßt eine Umlenkwalze (12) mit einer hydrophilen Oberfläche, auf die entweder über eine Sprühwalzenanordnung (22) oder eine Auftragswalze (16a), die an eine Schöpfwalze (20) angestellt ist, die die Wasserlösung (14) aus einem Wasserlösungsbehälter (18) aufnimmt, eine Wasserlösung (14) übertragen wird, vorzugsweise ein Feuchtmittel, wie es in Feuchtwerken von Rollenrotations-Offsetdruckmaschinen verwendet wird.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Umlenken einer nassen oder feuchten bedruckten Bahn in einer Rollenrotations-Druckmaschine.

Bei einer Rollenrotations-Druckmaschine wird eine Papierbahn in ein oder mehrere Druckwerke eingezogen und auf einer Seite oder auf beiden Seiten mit einem ein- oder mehrfarbigen Bild bedruckt.

Danach bewegt sich die bedruckte Bahn durch einen Trockner, in dem die feuchte Farbe getrocknet wird, und wird dann einem nachgeordneten Falzabschnitt zugeführt, in dem die bedruckte Bahn gefalzt und in Signaturen geschnitten wird. Bei Druckmaschinen, die eine Vielzahl von Druckwerken umfassen, die eine Bahn mit einem mehrfarbigen Bild bedrucken, kann es bei manchen Druckaufträgen erwünscht sein, nur eine Farbe auf die Bahn zu drucken. In solchen Fällen wird die Bahn bekannterweise um die für den betreffenden Druckauftrag nicht benötigten Druckwerke herumgeleitet, anstatt sie durch die Druckwerke zu führen, wobei in der Regel das frische Druckbild verschmiert. Zum Umleiten der Bahn um die nichtdruckenden Druckwerke herum wird die Bahn über Führungs- oder Umlenkwalzen geführt, die über den zu umgehenden Druckwerken angeordnet sind.

Bei Druckmaschinen, in denen die Druckwerke in Turmanordnungen übereinander angeordnet sind und in denen die Bahn sich im Wesentlichen vertikal durch die Druckwerke einer Turmanordnung bewegt, werden Führungs- oder Umlenkwalzen verwendet, um die Bahn umzulenken, wenn sie sich von einem Druckwerk zum anderen bewegt, wodurch erreicht wird, daß die Bahn um die Zylinder der Werke herum verläuft, oder um die Bahn von einer Turmanordnung zu einer anderen zu führen.

Herkömmliche Führungs- oder Umlenkwalzen weisen jedoch einen Nachteil auf: Obwohl ihre Oberfläche in der Regel verchromt ist, wird Farbe von der Bahn auf die Chromoberfläche der Führungs- oder Umlenkwalzen übertragen, so daß sich auf der Oberfläche Farbe ansammelt, was zu einem Verschmieren des Druckbilds führt.

Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zum Umlenken einer feuchten bedruckten Bahn in einer Rollenrotations-Druckmaschine, insbesondere in einer Rollenrotations-Offsetdruckmaschine, zu schaffen, durch die vermieden wird, daß das frische Druckbild verschmiert, wenn die Bahn umgelenkt wird, bevor sie einen Trockner der Druckmaschine durchlaufen hat.

Die vorliegende Erfindung sieht deshalb eine Vorrichtung zum Umlenken einer feuchten bedruckten Bahn in einer Rollenrotations-Druckmaschine vor, die eine Umlenkwalze umfaßt, über die sich die bedruckte Bahn bewegt, sowie eine Auftragsvorrichtung, die eine Wasserlösung unmittelbar auf die Umlenkwalze aufträgt. Bei der Wasserlösung handelt es sich vorzugsweise um ein Feuchtmittel, wie es im Feuchtwerk einer Offsetdruckmaschine verwendet wird.

Die Umlenkwalze kann in vorteilhafter Weise eine hydrophile Oberfläche aufweisen, z. B. aus Chrom.

Die Auftragsvorrichtung kann eine Auftragswalze umfassen, die an die Umlenkwalze angestellt ist. Bei der Auftragswalze handelt es sich vorzugsweise um eine Walze mit Gummiüberzug, die ebenso an eine Schöpfwalze angestellt ist, die eine Wasserlösung aus einem Wasserlösungsbehälter aufnimmt und auf die Auftragswalze überträgt.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung umfaßt die Auftragsvorrichtung eine Sprühdüsenanordnung, die die Wasserlösung unmittelbar auf die Umlenkwalze sprüht.

Die Merkmale der vorliegenden Erfindung werden in der folgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in Zusammenhang mit der beigefügten Zeichnung näher erläutert.

Fig. 1 zeigt eine schematische Ansicht einer Rollenrotations-Offsetdruckmaschine mit zwei Druckwerken, bei der die Bahn über Führungs- oder Umlenkwalzen gemäß der vorliegenden Erfindung um das zweite Druckwerk herumgeleitet wird, bevor sie einen Trockner durchläuft.

Fig. 1 zeigt eine Rollenrotations-Offsetdruckmaschine 1 mit einer Vielzahl von Druckwerken 2, z. B. zwei Druckwerken 2a und 2b, durch die eine Bahn 4 geleitet wird, um auf einer ersten, oberen Seite 6a und auf einer zweiten, unteren Seite 6b mit einem ein- oder mehrfarbigen Bild bedruckt zu werden. Nachdem die Bahn 4 in dem ersten Druckwerk 2a mit einer ersten Farbe bedruckt worden ist, wird die feuchte, frisch bedruckte Bahn 4 entweder direkt in das zweite, nachgeordnete Druckwerk 2b weitergeleitet (wie es durch die gestrichelte Linie angedeutet ist), um die Seiten 6a, 6b der Bahn 4 mit einer zweiten Farbe zu bedrucken, oder die nasse Bahn 4 wird um das zweite, nachgeordnete Druckwerk 2b herumgeleitet, wie dies durch die durchgezogene Linie in Fig. 1 angedeutet ist, wenn die Bahn 4 in dem Druckwerk 2b nicht mit einer weiteren Farbe bedruckt werden soll.

Zwischen dem ersten Druckwerk 2a und dem zweiten Druckwerk 2b ist eine erste Umlenkvorrichtung 8a vorgesehen, die die Bahn 4 um das zweite, nachgeordnete Druckwerk 2b herum leitet. Die nasse Bahn 4, die in dem ersten Druckwerk 2a bedruckt wurde, bewegt sich durch die erste Umlenkvorrichtung 8a und wird so umgelenkt, daß sie sich in im Wesentlichen vertikaler Richtung bewegt. Wie in Fig. 1 gezeigt ist, sind um den oberen Teil des zweiten, nachgeordneten Druckwerks 2b herum eine zweite Umlenkvorrichtung 8b, welche die Bahn 4 in eine im Wesentlichen horizontale Richtung umlenkt, eine dritte Umlenkvorrichtung 8c, welche die Bahn 4 nach unten umlenkt, und eine vierte Umlenkvorrichtung 8d, welche die Bahn 4 auf einen nachgeordneten Trockner 10 zu lenkt, angeordnet.

Jede der Umlenkvorrichtungen 8a, 8b, 8c, 8d umfaßt eine Umlenkwalze 12, über welche die Bahn 4 geführt wird. Die Umlenkwalze 12 weist vorzugsweise eine hydrophile Oberfläche auf, die z. B. aus Chrom oder einem anderen geeigneten hydrophilen Material besteht.

Wie in Fig. 1 gezeigt ist, wird eine Wasserlösung 14, vorzugsweise ein herkömmliches Feuchtmittel, wie es im Feuchtwerk einer Rollenrotations-Offsetdruckmaschine verwendet wird, über die Auftragsvorrichtungen 16 auf die Umlenkwalzen 12 übertragen. Gemäß einer ersten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung bestehen die Auftragsvorrichtungen 16 aus Auftragswalzen 16a, die vorzugsweise aus Gummi bestehen und die an die Umlenkwalzen 12 angestellt sind, wie es mit Bezug auf die erste, zweite und dritte Umlenkvorrichtung 8a, 8b, 8c in Fig. 1 gezeigt ist. In dieser Ausführungsform der vorliegenden Erfindung befindet sich die Wasserlösung 14 in einem Wasserlösungsbehälter 18, aus dem sie über eine Schöpfwalze 20, die teilweise in die Wasserlösung 14 eintaucht, auf die Auftragswalze 16a übertragen wird. Die Umlenkwalze 12 wird vorzugsweise von einem (nicht gezeigten) Motor mit einer Geschwindigkeit angetrieben, die der Geschwindigkeit der Bahn 4 im Wesentlichen gleicht. Es ist jedoch auch möglich, daß die Umlenkwalze 12 nicht direkt angetrieben wird, sondern entweder über Reibungskontakt zwischen der Bahn 4 und der Oberfläche der Umlenkwalze 12 angetrieben wird oder über die Auftragswalze 16, die die Oberfläche der Umlenkwalze 12 kontaktiert. Alternativ dazu ist es ebenso möglich, beide Walzen 12 und 16a und auch die Schöpfwalze 20 über getrennte Motoren oder über ein (nicht gezeigtes) verstellbares Getriebe anzutreiben, damit zwischen den Umfangsgeschwindigkeiten zweier Walzen eine Geschwindigkeitsdifferenz einstellbar ist, über welche die Menge an Wasserlösung 14, die auf die Bahn 4 übertragen wird, gesteuert werden kann. Eine weitere Möglichkeit zur Steuerung der Wasserlösungsmenge besteht darin, den Druck zwischen der Schöpfwalze 20 und der Auftragswalze 16a oder zwischen der Auftragswalze 16a und der Umlenkwalze 12 zu verändern.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird die Wasserlösung 14 von einer Sprühdüsenanordnung 22 direkt auf die Umlenkwalze 12 aufgetragen, wie dies mit Bezug auf die vierte Umlenkvorrichtung 8d schematisch dargestellt ist. In dieser Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann eine zusätzliche Reibwalze 24, vorzugsweise eine angetriebene Gummiwalze, vorgesehen sein, die die Wasserlösung 14, die von der Sprühdüsenanordnung 22 auf die Oberfläche der Umlenkwalze gesprüht wird, gleichmäßig zu verteilen.

Die Umlenkvorrichtungen 8a, 8b, 8c und 8d können in vorteilhafter Weise auch fünf Walzen zwischen der Wasserlösung 14 und der Materialbahn 4 umfassen. Bezugszeichenliste 1 Rollenrotations-Offsetdruckmaschine

2 Druckwerk

2a Druckwerk

2b Druckwerk

4 Materialbahn

6a Oberseite

6b Unterseite

8a erste Umlenkvorrichtung

8b zweite Umlenkvorrichtung

8c dritte Umlenkvorrichtung

8d vierte Umlenkvorrichtung

10 Trockner

12 Umlenkwalze

14 Wasserlösung

16 Auftragsvorrichtung

16a Auftragswalze

18 Wasserlösungsbehälter

20 Schöpfwalze

22 Sprühdüse

24 Reibwalze


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Umlenken einer feuchten, frisch bedruckten Bahn in einer Rollenrotations-Druckmaschine, gekennzeichnet durch eine Umlenkwalze (12), über welche die feuchte Bahn (4) geführt wird, und eine Auftragsvorrichtung (16), die eine Wasserlösung (14) unmittelbar auf die Umlenkwalze (12) überträgt.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkwalze (12) eine hydrophile Oberfläche aufweist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die hydrophile Oberfläche aus Chrom besteht.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Auftragsvorrichtung (16) eine Auftragswalze (16a) umfaßt, die an die Umlenkwalze (12) anstellbar ist.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Auftragsvorrichtung (16) ferner einen Wasserlösungsbehälter (18) und eine Schöpfwalze (20) umfaßt, welche die Wasserlösung (14) aus dem Wasserlösungsbehälter (18) aufnimmt und auf die Auftragswalze (16a) überträgt.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Auftragsvorrichtung (16) eine Sprühdüsenanordnung (22) umfaßt, die die Wasserlösung (14) auf die Umlenkwalze (12) sprüht.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei der Wasserlösung (14) um ein Feuchtmittel handelt.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkwalze (12) zwischen einem letzten Druckwerk (2) der Rollenrotations-Druckmaschine (1) und einem Trockner (10) der Druckmaschine (1) angeordnet ist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlenkwalze (12) zwischen einem ersten Druckwerk (2a) und einem zweiten Druckwerk (2b) der Rollenrotations-Druckmaschine angeordnet ist.
  10. 10. Rollenrotations-Druckmaschine, gekennzeichnet durch

    ein erstes Druckwerk (2a), das eine Bahn (4) mit einer ersten Farbe bedruckt;

    ein zweites Druckwerk (2b), das die Bahn (4) mit einer zweiten Farbe bedruckt;

    einen Trockner (10), in dem die Bahn (4) nach dem Bedrucken getrocknet wird;

    eine Umlenkwalze (12), über die sich die Bahn (4) bewegt, bevor sie in dem Trockner (10) getrocknet wird; eine Auftragsvorrichtung (16), die eine Wasserlösung (14) unmittelbar auf die Umlenkwalze (12) überträgt.






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