PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE69326452T2 10.02.2000
EP-Veröffentlichungsnummer 0629501
Titel Aniloxauftragvorrichtung mit Bürste
Anmelder Demoore, Howard W., Dallas, Tex., US
Erfinder Person, Steven M., Seagoville, Texas 75159, US
Vertreter LEINWEBER & ZIMMERMANN, 80331 München
DE-Aktenzeichen 69326452
Vertragsstaaten DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 04.11.1993
EP-Aktenzeichen 933088114
EP-Offenlegungsdatum 21.12.1994
EP date of grant 15.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.02.2000
IPC-Hauptklasse B41F 31/02

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft allgemeinen eine Offsetrotations- oder Flexographiedruckmaschine mit Blatt- oder Bahnzufuhr, insbesondere eine verbesserte Beschichtungsvorrichtung zur Zufuhr von Druckfarben oder schützenden und/oder dekorativen Überzügen aus einem Reservoir zu einem Platten- oder Gummizylinder.

Flüssigkeitsmesser- oder Applikatorwalzen, die üblicherweise als "Aniloxwalzen" bezeichnet werden, werden im Druckgewerbe verwendet, um abgemessene Mengen an Druckfarbe oder einer schützenden und/oder dekorativen flüssigen Beschichtung auf einen Platten- oder Gummizylinder zu übertragen. Die Oberfläche der Applikatorwalze ist mit einer Anordnung eng beabstandeter, flacher Vertiefungen geprägt, die man als "Zellen" bezeichnet. Druckfarbe oder flüssiges Beschichtungsmaterial fließt in die Zellen, während die Aniloxwalze in einem Reservoir rotiert. Die geprägte Übertragungsfläche der Applikatorwalze wird mit einer Rakel abgeschabt, um überschüssige Druckfarbe oder flüssiges Beschichtungsmaterial zu entfernen. Die/das auf der Aniloxwalze verbleibende Druckfarbe oder flüssige Beschichtungsmaterial ist in den Zellen enthalten. Der Platten- oder Gummizylinder überträgt Druckfarbe oder flüssiges Beschichtungsmaterial von den Zellen der Aniloxwalze über die gesamte oder einen Teil der Oberfläche gedruckter Blätter oder einer Materialbahn (entweder Kunststoff oder Papier), auf die das gewünschte Bild aufzudrucken ist.

Die Aniloxwalze besitzt eine zylindrische Oberfläche und kann mit verschiedenen Durchmessern und Längen ausgebildet sein, die Zellen unterschiedlicher Größen und Formen enthalten. Das Fassungsvermögen einer Aniloxwalze wird während der Herstellung bestimmt und hängt von der Auswahl von Zellengröße, Zellenform und Anzahl an Zellen pro Flächeneinheit ab. Je nach der ins Auge gefaßten Anwendung kann das Zellenmuster fein sein (viele kleine Zellen pro Flächeneinheit), um für Aufgaben mit niedrigem Beschichtungsgewicht wie etwa UV-Beschichtungen geeignet zu sein, oder grob sein (wenige große Zellen pro Flächeneinheit), um für eine Schutz- oder Haftbeschichtung auf schwerem Material in Frage zu kommen.

Applikatorwalzen sind zur Rotation um eine Achse parallel zur Rotationsachse eines Platten- oder Gummizylinders ausgerichtet. Ein Rakelkopf kann in und aus dem Betriebseingriff mit der Applikatorwalze ausgefahren und zurückgezogen werden. In der Betriebsposition erstreckt sich der Umfang der Applikatorwalze in den länglichen Reservoir-Holraum innerhalb des Rakelkopfes. Der Rakelkopf kann eine, zwei oder drei Rakeln aufweisen, die gegen die zylindrische Aniloxoberfläche abdichten und das Reservoir umschließen. Einige Rakeln dichten gegen eine Farbwalze ab, um den Boden eines Farbreservoirs zu bilden, während andere Rakeln zur Manipulation der Dicke des flüssigen Films auf der Applikatorwalze in umgekehrter Winkelausrichtung verwendet werden.

Eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit geprägter Applikatorwalzen ist der Einschluß kleiner Luftblasen in den geprägten Zellen. Die eingeschlossene Luft beschränkt die Menge an Druckfarbe oder anderer flüssiger Medien, die in die Zellen fließen. Die eingeschlossene Luft in der Zelle verhindert, daß die Zellwände vollständig mit der Druckfarbe oder dem flüssigen Beschichtungsmaterial benetzt werden, und muß verdrängt werden, bevor die Zelle gefüllt werden kann.

Im allgemeinen ist die Menge an in den Aniloxzellen eingeschlossener Luft proportional zur Druckmaschinengeschwindigkeit, den Fließeigenschaften der flüssigen Medien und der Rotationsgeschwindigkeit der Applikatorwalze im Reservoir. Je höher die Rotationsgeschwindigkeit, desto mehr Luft wird infolge der Trägheit der Luftschicht eingeschlossen, die an der Oberfläche der rotierenden Applikatorwalze anhaftet. Die eingeschlossene Luft bewirkt das Austrocknen und das ungleichmäßige Wiederauffüllen von flüssigem Material; die Druckfarbe oder das schützende Beschichtungsmaterial kann die Aniloxzellen in jenen Bereichen, in denen Luftblasen eingeschlossen sind, nicht füllen. Außerdem wird die Qualität der Druck- und/oder Schutzbeschichtung durch den Mangel der Aniloxzellen beeinträchtigt. Ein Verfahren, mit dem man den Mangelzustand infolge des Einschlusses von Luftblasen überwindet, die durch die exponierte Umfangsfläche der Applikatorwalze hereingezogen werden, liegt in der Verlangsamung der Druck maschinengeschwindigkeit, bis eine einheitliche Färbung oder Beschichtung erreicht wurde.

Eine weitere Ursache ungleichmäßiger Füllung von Druckfarbe in die Aniloxzellen ist die Gegenwart eingeschlossener Luftblasen in der Druckfarbe oder im flüssigen Material im Reservoir. Durch die rotierende Aniloxwalze eingesaugte Umgebungsluft mischt sich mit der Druckfarbe oder dem flüssigen Beschichtungsmaterial. Die eingeschlossenen Luftblasen werden aufgrund der Turbulenz infolge der Rotation der Umfangsfläche der Aniloxwalze im Rakelreservoir-Hohlraum als Luftemulsion durch das gesamte Reservoir dispergiert. Die eingeschlossenen Luftblasen sind typischerweise größer als der Zellendurchmesser und stehen dem Benetzungskontakt der Druckfarbe oder des flüssigen Beschichtungsmaterials in den Zellseitenwandflächen entgegen. Guter Benetzungskontakt ist aber wesentlich, um die Zellen durch Kapillarströmung zu füllen.

Verschiedene Ablenkplattenanordnungen wurden zur Trennung der eingeschlossenen Luftblasen von der Druckfarbe oder dem flüssigen Beschichtungsmaterial vorgeschlagen. Solche Versuche umfassen das Entlüften eines Teils der eingeschlossenen Luft aus dem Reservoir vor dem Abschaben mit der Rakel sowie das Unterteilen des Reservoirs in Querrichtung, um die Turbulenzbewegung der Druckfarbe oder des flüssigen Beschichtungsmaterials zu reduzieren.

Obige Verfahren zur Verminderung der Effekte eingeschlossener Luft waren nicht gänzlich zufriedenstellend, da eine Verlangsamung der Druckmaschinengeschwindigkeit für einheitliche Färbungen und Beschichtungen erforderlich war. Man beachte, daß einige Druckvorgänge bei relativ hohen Geschwindigkeiten - z. B. in der Größenordnung von 1.000 Fuß/min (304,8 m/min) - erfolgen müssen, um für den Betreiber rentabel zu sein. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen solche Vorgänge überdies höchste Qualität liefern. Daher besteht ein langfristiges Interesse daran, ein verbessertes Druckfarben- oder Beschichtungsgerät bereitzustellen, in dem flüssige Druckfarbe oder flüssiges Beschichtungsmaterial gleichmäßig von einem Reservoir auf einen Platten- oder Gummizylinder übertragen werden kann, ohne die Laufgeschwindigkeit der Druckmaschine einzuschränken.

Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird eine Vorrichtung zum Aufbringen von flüssigem Material aus einer Zufuhr auf eine Applikatorwalze mit Zellen auf ihrer Umfangsfläche bereitgestellt, umfassend eine Kombination aus: einem Rakelkopf, in dem ein länglicher Hohlraum ausgebildet ist, der ein Reservoir zum Aufnehmen von flüssigem Material aus einer Zufuhr definiert, wobei der Rakelkopf zur Ausrichtung mit einer Applikatorwalze in einer Betriebsposition ausgebildet ist, wobei ein Abschnitt der Applikatorwalze zum Benetzungskontakt mit darin enthaltenem flüssigem Material innerhalb des Reservoir-Hohlraums aufgenommen ist und zumindest eine Rakel umfaßt, die sich den Reservoir-Hohlraum entlang erstreckt, um in der Betriebsposition an der Umfangsfläche der Applikatorwalze anzugreifen; und Abstreifmitteln, die innerhalb des Reservoir-Hohlraums angeordnet sind, um in der Betriebsposition an der Umfangsfläche der Applikatorwalze in Abstreifeingriff zu kommen, wobei die Abstreifmittel flüssigkeitsdurchlässig sind und so benutzt werden können, daß sie eingeschlossene Luft von den Zellen wegstreifen, um das Strömen von flüssigem Material in die Zellen zu fördern.

In einem weiteren Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Entfernen von Luftblasen bereitgestellt, die in den Zellen einer geprägten Applikatorwalze eingeschlossen sind, bei dem ein gepräger Oberflächenabschnitt der Applikatorwalze in Benetzungskontakt mit darin enthaltenem flüssigem Beschichtungsmaterial in ein Reservoir verlängert ist, ein Paar beabstandeter Rakeln mit der Applikatorwalze in Kontakt gehalten werden und der geprägte Oberflächenabschnitt der Applikatorwalze innerhalb des Reservoirs abgestreift wird, wobei der geprägte Oberflächenabschnitt der Walze mit einer flüssigkeitsdurchlässigen Bürste abgestreift wird, Abschnitte der Bürste eingeschlossene Luftblasen aufstechen und die Luftblasen von den Zellen wegbürsten und das Strömen von flüssigem Material in die Zellen fördern.

In einer Ausführungsform besitzt die Bürste eine längliche Anordnung elastischer Bürsten, die für den Abstreifeingriff gegen die geprägte Oberfläche der Applikatorwalze angeordnet sind, wenn die Rakeln gegen die Applikatorwalze in der Betriebspositionen abgedichtet sind. In einer alternativen Ausführungsform ist die Bürste ein länglicher Körper aus offenporigem Schaummaterial. Die Bürste kann auf dem Rakelkopf oder einer Rakel montiert sein.

Wenn sich - Bezug nehmend auf die Borstenbürste - die geprägte Applikatorwalze in Kontakt mit dem flüssigen Material im Rakelreservoir dreht, stechen die Borsten der Bürste die eingeschlossenen Luftblasen auf und streichen die eingeschlossene Luft von den Zellen weg. Die Borsten der Bürste werden mit dem flüssigen Material im Reservoir benetzt, und das auf den Borstenspitzen getragene flüssige Material benetzt die Zelleneingänge, was das Füllen durch Kapillarströmung fördert. Die Borstenspitzen drücken auch die Luftblasen in den einzelnen Zellen auf. Aufgrund des Wegstreifens durch die Borsten, wobei die eingeschlossenen Luftblasen aufgestochen und weggestreift werden, wird ein relativer Unterdruckzustand in den Zellen aufgebaut. Das geringe Druckgefälle fördert den Strom an flüssigem Material in die Zellen.

Die Borsten der Bürste brechen auch eingeschlossene Luftblasen auf, die im flüssigen Material im Reservoir dispergiert sind. Außerdem dient die längliche Bürste, die sich von einem Ende des Rakelkopfes zum anderen erstreckt, als Ablenhplatte, welche die Übertragung dispergierter Luftblasen vom flüssigen Material in der oberen Reservoirkammer oberhalb der Bürste in die untere Reservoirkammer unterhalb der Bürste, wo die Zellen aufgefüllt werden, blockiert.

Vorzugsweise wird eine Aufwärtsströmung des flüssigen Materials durch das Reservoir vorgesehen und die Bürste zwischen der oberen und unteren Kammer des Reservoirs, durch das die Strömung fließt, anzuordnen. Ein Pumpmittel kann an die Zufuhr und den Reservoir-Hohlraum gekoppelt sein, um das Strömen von flüssigem Material von der Zufuhr in den Reservoir-Hohlraum zu bewirken und überschüssiges flüssiges Material durch Saugströmung vom Reservoir-Hohlraum zur Zufuhr rückzuführen. Günstigerweise wird dies solcherart erreicht, daß zumindest die obere Kammer unter Atmosphärendruck gehalten wird.

In einer Ausführungsform enthält das Pumpmittel sowohl ein mit der unteren Kammer verbundenes Druckpumpmittel als auch ein mit der oberen Kammer verbundenes Saugpumpmittel.

Betriebsmerkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachstehenden ausführlichen Beschreibung unter Bezugnahme auf die beiliegenden Abbildungen, worin:

Fig. 1 eine schematische Seitenansicht einer Offsetrotationsdruckmaschine mit Blattzufuhr ist, die eine verbesserte, erfindungsgemäß konstruierte Beschichtungsvorrichtung aufweist;

Fig. 2 eine fragmentarische perspektivische Ansicht einer Seite der Beschichtungsvorrichtung ist, die in der Druckmaschine aus Fig. 1 montiert ist, wobei die Ansicht den Flüssigkeitsweg des Beschichtungsmaterials von der entfernten Zufuhrtrommel zum Rakelreservoir der Beschichtungseinheit darstellt;

Fig. 3 eine fragmentarische perspektivische Ansicht einer geprägten Applikatorwalze ist;

Fig. 4 eine vergrößerte Ansicht der geprägten Zellen ist, die auf der Übertragungsoberfläche der Applikatorwalze aus Fig. 3 ausgebildet sind;

Fig. 5 eine Schnittansicht der Beschichtungsvorrichtung und geprägten Applikatorwalze entlang der Linie 5-5 in Fig. 2 ist;

Fig. 6 eine perspektivische Ansicht eines Rakelkopfes mit abgenommenen Rakeln ist, aus der der Einbau einer länglichen Bürste ersichtlich ist;

Fig. 7 eine Fig. 5 ähnelnde Ansicht ist, welche die Bürste aus offenporigem Schaummaterial der Erfindung darstellt;

Fig. 8 eine Fig. 6 ähnelnde Ansicht ist, aus der der Einbau der Bürste aus offenporigem Schaummaterial im Reservoir-Hohlraum der Rakel ersichtlich ist; und

Fig. 9 eine Fig. 7 ähnelnde Schnittansicht ist, aus der eine alternative Montageanordnung für die Ausführungsform mit länglicher Bürste ersichtlich ist.

Wie in den Abbildungen gezegt, umfaßt die Erfindung eine neue und verbesserte kontinuierliche Rakelvorrichtung (hierin allgemein mit 10 gekennzeichnet) zur Verwendung beim Aufbringen einer schützenden und/oder dekorativen Beschichtung oder von Druckfarben auf die frisch bedruckte Oberfläche von Blättern in einer Offsetrotationsdruckmaschine oder Flexographiedruckmaschine mit Blatt- oder Bahnzufuhr (hierin allgemein mit 12 gekennzeichnet). Wie aus Fig. 1 ersichtlich, ist die Rakelbeschichtungsvorrichtung 10 in einer Vierfarben-Druckmaschine 12 eingebaut, wie sie von Heidelberger Druckmaschinen AG aus Deutschland unter der Bezeichnung Heidelberg Speedmaster 102 V (40 Zoll bzw. 102 cm) hergestellt wird, umfassend einen Druckmaschinenrahmen 14, der an einem Ende (hier dem rechten Ende) an eine Blattzufuhr 16 gekoppelt ist, aus der die Blätter 18 einzeln und nacheinander der Druckmaschine zugeführt werden, und am gegenüberliegenden Ende an einen Blattausgabestapler 20 gekoppelt ist, in dem die schließlich bedruckten Blätter gesammelt und gestapelt werden. Zwischen der Blattzufuhr 16 und dem Blattausgabestapler 20 befinden sich vier im wesentlichen identische Blattdruckeinheiten 22, 24, 26 und 28, die unterschiedlich gefärbte Druckfarben auf die Blätter drucken können, wenn diese durch die Druckmaschine 12 bewegt werden.

Man erkennt, daß jede der Druckeinheiten 22, 24, 26 und 28 im wesentlichen identisch und herkömmlich konstruiert ist, hierin umfassend einen Blattübertragungszylinder 30, einen Plattenzylinder 32, einen Gummizylinder 34 und einen Druckzylinder 36, wobei jede der ersten drei Druckeinheiten 22, 24 und 26 einen Übertragungszylinder besitzt, der angeordnet ist, die frisch bedruckten Blätter dem angrenzenden Druckzylinder zu entnehmen und sie der nächsten Druckstation über einen Übertragungszylinder 40 zu übergeben. Die endgültige Druckstation 28 ist - wie hierin dargestellt - mit einem Ausgabezylinder 42 ausgestattet, der dazu dient, das bedruckte Blatt 18 zu tragen, wenn es vom letzten Druckzylinder 36 durch ein Ausgabefördersystem (im allgemeinen mit 44 gekennzeichnet) zum Blattausgabestapler 20 bewegt wird.

Das Ausgabefördersystem 44 aus Fig. 2 ist herkömmlich ausgelegt und enthält ein Paar Endlosausgabe-Greifketten 46, von denen nur eine dargestellt ist und seitlich positionierte Greifstangen mit Greifelementen aufweist, die zum Fassen des vorderen Rands eines Blatts 18 dienen, nachdem es den Walzenspalt zwischen dem Ausgabezylinder 42 und dem Druckzylinder 36 der letzten Druckeinheit 28 verlassen hat. Wenn der vordere Rand E des Blatts 18 von den Greifern erfaßt wird, ziehen die Ausgabeketten 46 das Blatt weg vom Druckzylinder 36 und befördern das frisch gedruckte Blatt zum Blattausgabestapler 20, wo die Greifer das fertig bedruckte Blatt loslassen.

Die Endlosausgabeketten 46 werden in synchroner, zeitlich abgestimmter Beziehung zum Druckzylinder 36 durch Zahntrommeln angetrieben, die angrenzend an die Seitenenden einer Ausgabsantriebswelle 48 befestigt sind, die eine (nicht dargestellte) mechanische Zwischengetriebekupplung zum Druckmaschinen-Antriebssystem besitzt. Die Ausgabeantriebswelle 48 erstreckt sich seitlich zwischen den Seiten des Druckmaschinenrahmens 14 angrenzend zum Druckzylinder 36 der letzten Druckeinheit 28 und ist parallel zur Achse des Druckzylinders 36 montiert. In diesem Fall ist der Ausgabezylinder 42, der konstruiert ist, Durchmessereinstellungen auf geeignete Weise zu ermöglichen, an der Ausgabeantriebswelle 48 befestigt, sodaß der Ausgabezylinder 42 auch in präziser zeitlich abgestimmter Beziehung zum Druckzylinder rotiert.

Man beachte dabei, daß bei der Beförderung der frisch bedruckten Blätter 18 weg vom Druckzylinder 36 der letzten Druckeinheit 28 durch die von den Ausgabeketten 46 getragenen Greifer die nassen, mit Druckfarbe versehenen Obeflächen der Blätter der Ausgabeantriebswelle 48 zugewandt sind und solcherart getragen werden müssen, daß die Druckfarbe beim Übertragen der Blätter nicht verschmiert wird. Typischerweise erfolgt dieses Tragen durch Skeletträder oder -zylinder, die an der Druckmaschinen-Ausgabeantriebswelle 48 montiert sind, oder - was heutzutage häufiger ist - durch mit Netz versehene Antimarking-Ausgabe- und -Übertragungszylinder von Printing Research, Inc. aus Dallas, Tx, USA, die unter dem Markennahmen "SUPERBLUE" vertrieben werden. Dieses System, das unter Lizenz gefertigt und verkauft wird, wird gemäß US-A- 4.402.267 (Howard W. DeMoore) hergestellt und betrieben.

In letzter Zeit wurden Vakuumtransfergeräte der Art von US-A-5.127.329 mit dem Titel "Vacuum Transfer Apparatus for Sheet-Fed Printing Presses" (Howard W. DeMoore) verwendet. Das in dieser Anmeldung geoffenbarte Vakuumtransfergerät kann anstelle der Ausgabezylinder oder Skeletträder verwendet werden, um die unbedruckte Seite des Blatts von der Ausgabeantriebswelle 48 wegzuführen, sodaß die nasse Druckfarbenoberfläche der Blätter nicht mit der Druckmaschine in Kontakt kommt.

Gemäß der Erfindung ermöglicht die kontinuierliche Rakelbeschichtungsvorrichtung 10 zum Aufbringen des schützenden oder dekorativen Überzugs auf die Blätter 18, daß die Druckmaschine 12 in herkömmlicher Weise, bei hoher Geschwindigkeit und ohne Verlust der letzten Druckeinheit 28 betrieben wird, ohne daß wesentliche Modifikationen der Druckmaschine erforderlich wären, indem die bestehende Druckmaschinen-Ausgabeantriebswelle 48 als Montagestelle für den Beschichtungsapplikator 10 verwendet wird.

In Druckmaschinen mit Ausgabesystemen, wie z. B. auf der Ausgabeantriebswelle 48 angebrachten Skeletträdern oder einem Vakuumübertragungsgerät wie in US-A-5.127.329 geoffenbart, kann die Umwandlung in ein Beschichtungsverfahren rasch und einfach erzielt werden, indem auf der Druckmaschinen-Ausgabeantriebswelle 48 anstelle der Skeletträder oder zusätzlich zum Vakuumübertragungsgerät ein geeigneter Ausgabeübertragungsyzlinder 42 montiert wird, der die kombinierte Funktion eines Gummizylinders und eines Ausgabeübertragungszylinders erfüllt. Durch Verwendung des auf der Ausgabeantriebswelle 48 montierten Ausgabezylinders auch als Gummizylinder wird der Schutzüberzug auf das bedruckte Blatt 18 in präziser zeitlicher Abstimmung aufgebracht, wodurch die Druckmaschine mit ihrer gesamten Palette an Druckeinheiten betrieben und eine Beschichtung ohne Aufgabe einer Druckeinheit aufgebracht werden kann.

Zu diesem Zweck enthält die Beschichtungsvorrichtung 10 der Erfindung eine relativ einfache, positiv wirkende und wirtschaftliche Rakelbeschichtungseinheit (allgemein mit 50 gekennzeichnet), die stromab von der Ausgabeantriebswelle 48 am Druckmaschinenrahmen 14 montiert ist, um flüssiges Beschichtungsmaterial auf die Gummifläche eines Ausgabezylinders 42 aufzubringen, der an der Ausgabeantriebswelle angebracht ist. Wie am besten aus Fig. 2 zu erkennen, wird die Rakelbeschichtungseinheit 50 auf einem Paar Seitenrahmen 52 getragen, von denen nur einer gezeigt wird, wobei zu beachten ist, daß der andere Seitenrahmen im wesentlichen der gleiche wie der dargestellte Seitenrahmen ist (befestigt an jeder Seite des Druckmaschinenrahmens 14).

Schwenkbar an einem Ende jedes Seitenrahmens 52 ist ein Stützarm 54 montiert, der ein Ende der Rakelbeschichtungseinheit 50 und die zusammenwirkende Applikatorwalze 58 für flüssiges Material trägt, die sich jeweils seitlich über die Druckmaschine 12 parallel zur Ausgabeantriebswelle 48 erstrecken. Die Beschichtungseinheit 50 ist zwischen dem oberen und unteren Lauf der Ausgabeketten 46 stromab von der Ausgabeantriebswelle 48 montiert und solcherart positioniert, daß die äußere Umfangsfläche 60 der Applikatorwalze 58 gegen die Beschichtungsgummi-Übertragungsfläche eines an der Ausgabeantriebswelle 48 angebrachten Ausgabegummizylinders 42 in Eingriff bringbar ist.

Wie aus Fig. 2 ersichtlich, ist der Stützarm 54 schwenkbar am Ende des Seitenrahmens 52 über eine Welle 62 befestigt, die im unteren Endabschnitt des Arms angeordnet ist. Die Anordnung wird durch einen ausfahrbaren Antriebszylinder 64, der hierin als pneumatischer Zylinder dargestellt ist, geschwenkt; ein Ende 66 dieses Zylinders ist am Seitenrahmen 52 angebracht, das gegenüberliegende Ende 68 ist durch eine Schwenkwelle 70 am oberen Endabschnitt des Arms gekoppelt. Durch Ausfahren oder Zurückziehen des pneumatischen Zylinders 64 kann der Eingriffsdruck der Beschichtungsapplikatorwalze 58 gegen die Oberfläche des Beschichtungsgummizylinders 42 reguliert und die Applikatorwalze vollständig aus dem Eingriff des Beschichtungsgummizylinders genommen werden.

Bezug nehmend auf die Fig. 3 und 4 ist die Beschichtungsapplikatorwalze 58, die herkömmlich konstruiert und vorzugsweise eine geprägte Anilox-Walze der Firma A. R. C. International aus Charlotte, NC, USA, ist, die unter dem Markennamen "PRINTMAS- TER" vertrieben wird und eine geprägte Keramik- oder Chrom-Umfangsaußenfläche 60 besitzt, so ausgelegt, daß sie eine vorbestimmte einheitliche Dicke an flüssigem Beschichtungsmaterial oder Druckfarbe aus dem Reservoir des Rakelkopfes 50 aufnimmt und dann die Druckfarbe oder das Beschichtungsmaterial gleichmäßig auf die Übertragungsfläche des Gummizylinders 42 überträgt. Die Applikatorwalze 58 kann auch als Druckfarbendosierungs- oder -übertragungswalze verwendet werden, wie sie im Bereich des Flexographiedrucks üblicherweise eingesetzt wird, um genau gesteuerte Mengen an Druckfarbe von in einem Druckfarbenbad laufenden Tauchwalzen auf einen Druckplattenzylinder zu übertragen.

Die Übertragungsfläche 60 der Applikatorwalze 58 ist geprägt, um winzige Vertiefungen oder Zellen 72 zu bilden, die sich gleichmäßig über die Oberfläche der Applikatorwalze erstrecken, wobei das Gesamtvolumen der Zellen ein Reservoir definiert, aus dem flüssiges Beschichtungsmaterial auf den Beschichtungsgummizylinder übertragen wird. Die in Fig. 4 gezeigte Zellenkonfiguration ist sechseckig, wobei benachbarte Zellen 72 über Kanäle 74 miteinander verbunden sind.

Um Rotation der Aufnahmewalze 58 herbeizuführen, ist ein geeigneter Motor 76 - in diesem Fall ein hydraulischer Motor - an einem der Seitenrahmen 52 befestigt und durch Armaturen 78, 80 an eine geeignete (nicht dargestellte) hydraulische Flüssigkeitsquelle gekoppelt.

In einer bevorzugten Ausführungsform besitzt - wie am besten aus Fig. 5 zu erkennen - die Aufnahmewalze 58 einen Umfangsflächenabschnitt 58P, der radial in ein Rakelreservoir 82 ragt, das den Vorrat an flüssigem Beschichtungsmaterial oder Druckfarbe enthält. Ein Paar oberer und unterer geneigter Rakeln 84 und 86, die am Rakelkopf 88 auf den Schultern 88A, 88B befestigt sind, greifen in die Applikatorwalze ein, um das überschüssige flüssige Beschichtungsmaterial oder die Druckfarbe, das bzw. die durch die geprägte Oberfläche 60 der Walze aus dem Reservoir aufgenommen wird, abzustreifen.

Der Reservoir-Hohlraum 82 ist innerhalb des länglichen Rakelkopfes 88 mit einem im allgemeinen C-förmigen Querschnitt ausgebildet, wobei sich eine Öffnung 90 längsseitig entlang einer der Aufnamewalze 58 zugewandten Seite erstreckt. Das Reservoir 82 wird mit flüssigem Material oder Druckfarbe aus einer Zufuhrtrommel 92 versorgt, die sich an einer entfernten Position innerhalb oder in der Nähe der Druckmaschine 12 befindet. Vorzugsweise ist der Rakelkopf 88 abnehmbar an den Armen 54 befestigt, in diesem Fall durch Bolzen mit vergrößerten gerändelten Köpfen, die durch in den Armen ausgebildete Schlitze gedreht werden können, um den Rakelkopf auf dem Armen festzuschrauben.

Um sicherzustellen, daß im Reservoir 82 immer eine entsprechende Menge an flüssigem Beschichtungsmaterial vorhanden ist, und um das Koagulieren und Verstopfen der Rakeln 84 und 86 durch das flüssige Beschichtungsmaterial oder die Druckfarbe zu verhindern, wird das Beschichtungsmaterial oder die Druckfarbe durch zwei Pumpen 94 und 96 - wie aus Fig. 2 ersichtlich - durch das Reservoir 82 geleitet. Die Pumpe 94 zieht das flüssige Material L aus der Zufuhrtrommel 92 über die Zufuhrleitung 98 an und gibt es in einen Bodenbereich des Reservoirs 82 durch eine Ausgabeöffnung 100 ab; die andere Pumpe 96 sorgt für Saugwirkung zu einer Rückführleitung 102 durch die Verzweigungsleitungen 102A, 102B, die angrenzend an den Spitzenbereich des Reservoirs durch die Rückführöffnungen 104A, 104B gekoppelt sind, um überschüssiges flüssiges Beschichtungsmaterial oder Druckfarbe aus dem Reservoir zu ziehen.

Durch Zufuhr des Beschichtungsmaterials oder der Druckfarbe aus der Zufuhrtrommel 92 mit höherer Rate als die Aufbringungsrate von Material durch die Applikatorwalze 58 ist im Reservoir 82 immer eine im wesentlichen konstante Menge an Beschichtungsmaterial oder Druckfarbe vorhanden. Das überschüssige Beschichtungsmaterial oder die Druckfarbe, das bzw. die über den Flüssigkeitsspiegel der Rückführungsöffnung 104 steigt (Fig. 5), wird durch die Saugrückführungspumpe 96 abgesaugt.

Die allgemeine Anordnung der Applikatorwalze 58, Rakeln 84 und 86 sowie der Enddichtungen in Kombination bildet ein geschlossenes Reservoir 82. Gemäß einem wichtigen Merkmal der Erfindung wird das Rakelresevoir 82 nicht - wie es der Stand der Technik lehrt - mit Druck beaufschlagt. Stattdessen wird Beschichtungsflüssigkeit oder Druckfarbe durch den mittels der Pumpe 96 erzeugten und durch die Pumpe 94 unterstützten Saugfluß dem Rakelreservoir 82 zugeführt. In dieser Anordnung legt die Saugpumpe 96 ein Vakuum oder eine Saugkraft im Reservoir an, das bzw. die flüssiges Material L von der Zufuhr durch die Zufuhrleitung 98 zum Resevoir zieht. Überschüssiges flüssiges Material L aus dem Rakelreservoir 82 wird mittels Saugfluß durch die Rückführleitung 102 in das entfernte Reservoir 92 rückgeführt. Die Pumpe 94 unterstützt das Zirkulieren von flüssigem Beschichtungsmaterial. Ein positiver Druckzustand im Rakelreservoir wird vermieden und ein Vakuumdruckwert unter Atmosphärendruck aufrechterhalten.

Bezug nehmend auf die Fig. 2 und 5 wird das flüssige Material in den unteren Bereich 82A des Rakelreservoirs abgegeben und aus einem oberen Bereich 82B des Reservoirs über die Rückführleitungen 102A, 102B abgezogen. Der Flüssigkeitsspiegel der Rück führöffnungen wird vorzugsweise so gewählt, daß für die Ansammlung von flüssigem Beschichtungsmaterial oder Druckfarbe in etwas mehr als der Hälfte der Rakelkammer 82 gesorgt wird, wodurch sichergestellt wird, daß die geprägte Oberfläche 60 der Aufnahmewalze 58 vom Beschichtungsmaterial oder von der Druckfarbe L zur Gänze benetzt wird, wenn diese(s) durch die Rakelkammer 82 zirkuliert. Das Reservoir 82 ist durch die untere und obere Rakelkopfschulter 88A, 88B vertikal begrenzt. Dementsprechend befinden sich die Rückführöffnungen 104A, 104B und die Rückführleitungen 102A, 102B auf einem Flüssigkeitsstand R zwischen den durch die untere und obere Schulter gesetzten Grenzen. Jedes überschüssige flüssige Beschichtungsmaterial oder jede überschüssige Druckfarbe, das bzw. die über den Flüssigkeitsstand R der Rückführöffnungen steigt, wird von der Pumpe 96 abgesaugt.

Die zusätzliche Zufuhrpumpe 94 bewirkt positiven Zufluß in das Rakelreservoir 82 mit gleichmäßiger Flußrate. Die Rückführsaugpumpe 96 besitzt eine höhere Saugflußrate als die Zufuhrflußrate. Daher kann sich kein positiver Druck im Rakelreservoir 82 aufbauen. Durch Verwendung zweier Pumpen (siehe Fig. 2) kann der Flüssigkeitsstand in der Rakelkammer 82 genau und ohne Aufbau von positivem Druck gesteuert werden, wodurch Ausstritte durch die Enddichtungen verringert werden.

Bezug nehmend auf Fig. 5 beachte man, daß die Rakelkammer 82 durch die Saugwirkung der Rückführsaugflußpumpe 96 bei einem Druckwert unter Atmosphärendruck gehalten wird. Die Beschichtungsflüssigkeit L steigt auf den Flüssigkeitsspiegel der Rückführleitung R und wird durch die Saugpumpe 96 unmittelbar abgezogen. Zusätzlich dazu wird auch Luft innerhalb der oberen Rakelkammer 82B abgeleitet, wodurch der Rakelkammerdruck auf einen Wert unter Atmosphärendruck gesenkt wird.

Wenn die geprägte Oberfläche der Applikatorwalze 58 durch die Reservoirkammer 82 rotiert, haftet eine Luftschicht an der Oberfläche der Applikatorwalze an und wird in den Zellen 72 eingeschlossen. Umgebungsluft wird durch Rotation der Applikatorwalze 58 auch in die obere Reservoirkammer 82 gezogen. Diese Umgebungsluft wird mit der Druckfarbe oder dem flüssien Beschichtungsmaterial in der oberen Reservoirkammer 82B vermischt und wird als Luftemulsion aufgrund der Turbulenz infolge der Rotation der Umfangsfläche der Applikatorwalze 58 in der Rakel-Reservoirkammer 82 durch das gesamte Reservoir dispergiert.

Gemäß der Erfindung werden die eingeschlossenen Luftblasen in den Applikatorwalzenzellen aus den Zellen verdrängt, indem die Oberfläche 60 der geprägten Applikatorwalze 58 mit den Borsten 106B einer länglichen Bürste 106 abgestreift werden. Die längliche Bürste 106 ist in einem rechteckigen Kanal 108 angebracht, der den Rakelkopf 88 entlang seiner Länge schneidet. Vorzugsweise ist der rechteckige Kanal 108 im wesentlichen zwischen der Erhöhung der Zufuhröffnung 100 und den Rückführöffnungen 104A, 104B mittig angerodnet. In der in Fig. 5 gezeigten Betriebsposition sind die Rakeln 84, 85 gegen die geprägte Oberfläche 60 der Applikatorwalze 58 abgedichtet. Außerdem sind die Borsten 106B der Bürste 106 in Abstreifeingriff der geprägten Oberfläche 60 angeordnet.

Wenn die geprägte Applikatorwalze 58 im Kontakt mit dem flüssigen Material des Rakelreservoirs 82 rotiert, stechen die Borsten 106B die eingeschlossenen Luftblasen auf und streifen die eingeschlossene Luft von den Zellen 72 weg. Die Borsten der Bürste 106 werden mit dem flüssigen Material im Reservoir benetzt, und das flüssige Material auf den Spitzen der Bürste benetzt die Zelleneingänge, wodurch Kapillarströmung gefördert wird. Aufgrund der Abstreifwirkung der Borsten 106B, wird, während die eingeschlossenen Luftblasen aufgestochen und weggestreift werden, ein relativ niedriger Druckzustand in den Zellen erzeugt, während sie die Bürste passieren. Der Durchflußzustand mit niedrigem Druckgefälle unterstützt das Strömen von flüssigem Material in die Zellen. Die Borsten wirken als Vorschermittel zur Verringerung der dynamischen Viskosität des flüssigen Materials.

Die Borsten 106B der Bürste zerdrücken auch eingeschlossene Luftblasen, die im flüssigen Material im oberen Bereich 82B des Reservoirs dispergiert sein können. Die längli che Bürste 106, die sich von einem Ende des Rakelkopfes zum anderen erstreckt, dient als flüssigkeitsdurchlässige Trennwand, welche die Übertragung dispergierter Luftblasen vom flüssigen Material im oberen Bereich 82B oberhalb der Bürste 106 blockiert und die Übertragung der dispergierten Blasen in den unteren Bereich 82A unterhalb der Bürste 106 im Bereich, in dem die Zellen gefüllt werden, verhindert.

Die Übertragung dispergierter Luftblasen vom oberen Bereich 82B in den unteren Bereich 82A wird durch Aufrechterhalten eines Druckwerts unter Atmosphärendruck im oberen Bereich 82B gehemmt. Da flüssiges Beschichtungsmaterial in den unteren Bereich 82A geführt wird, entsteht über die Bürste 106 ein leicht positives Druckgefälle, das der Wanderung von Luftblasen vom oberen Bereich in den unteren Bereich entgegensteht.

In den Fig. 7 und 8 ist eine alternative Ausführungsform des flüssigkeitsdurchlässigen Abstreifmittels dargestellt. In dieser alternativen Ausführungsform ist die Bürste ein länglicher, elastischer Block 110 aus offenporigem Schaummaterial. Geeignete offenporige Schaummaterialien sind Polyurethan, plastifiziertes Polyvinylchlorid und Gummi, wobei Polyurethan bevorzugt wird. Der offenporige Schaumstoffblock 110 ist im Kanal 108 befestigt und besitzt einen Endabschnitt, der mit der geprägten Oberfläche 60 der Applikatorwalze 58 in Abstreifeingriff steht.

Vorzugsweise steht die offenporige Schaumstoffbürste 110 in der Betriebsposition unter Druck (siehe Fig. 7), um eine saubere Abstreifwirkung sicherzustellen. Die Dichte der offenporigen Schaumstoffbürste wird so gewählt, daß sie im Bereich von etwa 1 Pfund bis etwa 2 Pfund pro Kubikfuß (32 kg/m³) liegt. Die Dichte der offenporigen Schaumstoffbürste 110 sollte so gewählt werden, daß für eine Durchlässigkeit gesorgt wird, die mit dem jeweiligen flüssigen Beschichtungsmaterial in Einklang steht, sodaß überschüssiges flüssiges Beschichtungsmaterial von der unteren Kammer 82A durch die Bürste in die obere Kammer 82B entweichen kann, um durch die Leitung 102A zur Zufuhr zurückzukehren.

Eine weitere Ausführungsform ist in Fig. 9 veranschaulicht, worin die Bürste 106 auf der oberen Rakel 84 montiert ist. In dieser Anordnung streifen die Borsten der Bürste 106 gegen die geprägte Oberfläche 60 der Applikatorwalze 58. Die Borsten stechen die eingeschlossenen Luftblasen auf und streifen die eingeschlossene Luft von den geprägten Zellen weg. Flüssiges Beschichtungsmaterial auf den Borstenspitzen benetzt die Zelleneingänge, wodurch Kapillarfluß unterstützt wird, wie weiter oben in Zusammenhang mit der Ausführungsform aus Fig. 5 besprochen.

Während des Betriebs wird die Beschichtungsanordnung zunächst in der Betriebsposition auf dem Druckmaschinenrahmen verriegelt, wobei die Rakeln 84, 86 in die Applikatorwalze 58 eingreifen. Wenn die Druckmaschine nicht druckt, dreht der hydraulische Motor 76 die Applikatorwalze 58, während flüssiges Beschichtungsmaterial unter Druck aus dem Reservoir 92 in den unteren Bereich 82B in der Rakelanordnung gepumpt wird. Das flüssige Beschichtungsmaterial breitet sich über die geprägte Oberfläche der Applikatorwalze 58 aus und wird durch die untere Rakel 86 während der Drehung gegen den Uhrzeigersinn zudosiert (siehe Fig. 5).

Flüssiges Beschichtungsmaterial wird durch die geprägte Oberfläche 60 der Applikatorwalze 58 aufgenommen und überschüssiges Beschichtungsmaterial durch die Rückführleitung 102 zum Zufuhrreservoir 92 zurückgeführt. Gemäß dieser Anordnung wird ein ausreichender Fluß des flüssigen Beschichtungsmaterials gemeinsam mit der Abstreifwirkung der Borsten aufrechterhalten, um die Verstopfung der Strömungsleitungen oder der Zellen der geprägten Walze mit getrocknetem Beschichtungsmaterial oder einen Zufuhrmangel der Enden der Applikatorwalze zu vermeiden.

Wenn die Druckmaschine druckt, drücken pneumatische Zylinder die Applikatorwalze 58 mit einem mechanisch einstellbaren Druck in Eingriff mit dem Beschichtungsgummizylinder 42. Der Beschichtungsgummizylinder 42 rotiert in der durch den Pfeil angegebenen Richtung im Eingriff mit der Applikatorwalze 58. Während der Rotation des Be schichtungsgummizylinders 42 wird eine dosierte Menge des flüssigen Beschichtungsmaterials oder der Druckfarbe in den Beschichtungsgummizylinder im Walzenspalt zwischen der Applikatorwalze 58 und dem Beschichtungsgummizylinder 42 abgegeben.

Der Beschichtungsgummizylinder 42 seinerseits gibt das Beschichtungsmaterial oder die Druckfarbe auf die frisch bedruckte Oberfläche des Blatts 18 ab. Wenn die Einheit nicht verwendet wird, wird die Applikatorwalze 58 vom Beschichtungsgummizylinder 42 wegbewegt.

Während die Zellen der geprägten Applikatorwalze durch die Bürste 106 saubergestreift werden, wird flüssiges Material rasch und gleichmäßig über die geprägte Oberfläche der Applikatorwalze aufgenommen. Somit tritt weder ein Versorgungsmangel noch eine Austrocknung des Beschichtungsmaterials in den geprägten Zellen 72 ein, und eine einheitliche Schicht aus flüssigem Beschichtungsmaterial wird jedes Mal aufgenommen, wenn sich die Applikatorwalze 58 durch das Rakelreservoir 82 dreht. Aufgrund des niedrigen Druckgefälles innerhalb der Zellen infolge der Abstreifwirkung der Bürste füllen sich die Zellen sogar bei hohen Betriebsgeschwindigkeiten der Druckmaschine rasch. Aufgrund der Ablenkplattenwirkung der Bürste 106 können überdies Luftblasen nicht vom oberen in den unteren Bereich gepumpt werden.

Daher bilden sich im unteren Bereich des Rakelreservoirs keine Luftblasenklumpen, die ansonsten Hohlraumbildung und Versorgungsmangel der geprägten Zellen hervorrufen würden. Die direkte Folge davon ist, daß die geprägten Zellen der Applikatorwalze vollständig mit flüssiger Druckfarbe oder flüssigem Beschichtungsmaterial gefüllt werden, die bzw. das danach gleichmäßig einem Platten- oder Gummizylinder zugeführt wird. Dies geschieht ohne Einschränkung der Laufgeschwindigkeit der Druckmaschine und ohne Schlierenbildung oder sonstige Beeinträchtigung der Qualität des auf den Platten- oder Gummizylinder übertragenen Beschichtungsmaterials.

Aus dem oben Besprochenen ergibt sich, daß die Beschichtungsvorrichtung 10 der Erfindung eine sehr zuverlässige, wirksame und wirtschaftliche in-line-Vorrichtung zum gleichmäßigen Aufbringen von Beschichtungsmaterial auf frisch gedruckte Blätter 18 in einer Offsetrotationsdruckmaschine 12 mit Blattzufuhr bietet.


Anspruch[de]

1. Vorrichtung zum Aufbringen von flüssigem Material (L) aus einer Zufuhr (92) auf eine Applikatorwalze (58) mit Zeilen (72) auf ihrer Umfangsfläche, umfassend eine Kombination aus:

einem Rakelkopf (88), in dem ein länglicher Hohlraum (82) ausgebildet ist, der ein Reservoir zum Aufnehmen von flüssigem Material aus einer Zufuhr definiert, wobei der Rakelkopf zur Ausrichtung mit einer Applikatorwalze (58) in einer Betriebsposition ausgebildet ist, wobei ein Abschnitt (58P) der Applikatorwalze (58) zum Benetzungskontakt mit darin enthaltenem flüssigem Material (L) innerhalb des Reservoir-Hohlraums aufgenommen ist und zumindest eine Rakel (84, 86) umfaßt, die sich den Reservoir- Hohlraum (82) entlang erstreckt, um in der Betriebsposition an der Umfangsfläche (60) der Applikatorwalze (58) anzugreifen; und

Abstreifmitteln (106), die innerhalb des Reservoir-Hohlraums (82) angeordnet sind, um in der Betriebsposition an der Umfangsfläche (60) der Applikatorwalze (58) in Abstreifeingriff zu kommen, um das Strömen von flüssigem Material (L) in die Zellen zu fördern;

dadurch gekennzeichnet, daß die Abstreifmittel (106) flüssigkeitsdurchlässig sind und so benutzt werden können, daß sie eingeschlossene Luft von den Zeilen (72) wegstreifen.

2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Abstreifmittel (106) eine längliche Bürste mit elastischen Borsten umfassen, die in der Betriebsposition zum Abstreifeingriff an der Umfangsfläche (60) der Applikatorwalze (58) angeordnet ist.

3. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Abstreifmittel (106) einen länglichen Körper (110) aus offenporigem Schaummaterial umfaßt, der in der Betriebsposition zum Abstreifeingriff an der Umfangsfläche (60) der Applikatorwalze (58) angeordnet ist.

4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Abstreifmittel auf dem Rakelkopf (88) montiert sind und in der Betriebsposition zum Abstreifeingriff an der Umfangsfläche (60) der Applikatorwalze (58) in den Reservoir-Hohlraum (82) ragen.

5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Abstreifmittel (106) auf der zumindest einen Rakel (84, 86) montiert sind und in der Betriebsposition in den Reservoir-Hohlraum (82) ragen, um an der Umfangsfläche (60) der Applikatorwalze (58) anzugreifen.

6. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, die Pumpmittel (94, 96) umfaßt, die an die Zufuhr (92) und an den Reservoir-Hohlraum (82) gekoppelt sind, um das Strömen von flüssigem Material (L) aus der Zufuhr in den Reservoir-Hohlraum (82) herbeizuführen und um überschüssiges flüssiges Material durch Saugströmung aus dem Reservoir-Hohlraum zur Zufuhr zurückzuführen.

7. Vorrichtung nach Anspruch 6, worin der Reservoir-Hohlraum eine obere und eine untere Kammer (82A, 82B) aufweist, zwischen denen sich das Abstreifmittel (106) befindet, und das Pumpmittel an die untere Kammer angeschlossene Druckpumpmittel (94) sowie an die obere Kammer angeschlossene Saugpumpmittel (96) umfaßt.

8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, worin die Abstreifmittel (106) innerhalb des Reservoir-Hohlraums (82) angeordnet sind, so daß sie den Reservoir-Hohlraum in eine untere Reservoirkammer (82A) und eine obere Reservoirkammer (82B) teilen.

9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, umfassend:

eine Rückführleitung (102), die an einer ersten Flüssigkeitsspiegelposition (104A) in Strömungskommunikation mit dem Reservoir-Hohlraum (82) gekoppelt ist, und eine Zufuhrleitung (98), die in einer zweiten Flüssigkeitsspiegelposition (100) in Strömungskommunikation mit dem Reservoir-Hohlraum (82) gekoppelt ist, wobei die erste Flüssig keitsspiegelposition der Rückführleitung (102) höher liegt als die zweite Flüssigkeitsspiegelposition der Zufuhrleitung (98), wenn sich der Rakelkopf (88) in der Betriebsposition befindet; und

wobei sich das Abstreifmittel (106) an einer dritten Flüssigkeitsspiegelposition befindet, die zwischen der ersten und der zweiten Flüssigkeitsspiegelposition liegt.

10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, weiters umfassend Mittel (96), um zumindest einen Abschnitt des Reservoir-Hohlraums (82) unterhalb von Atmosphärendruck zu halten.

11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, worin das Abstreifmittel den Reservoir-Hohlraum in eine untere Reservoirkammer (82A) und eine obere Reservoirkammer (828) teilt, wobei die Vorrichtung weiters Mittel (96) umfaßt, um Luft und überschüssiges flüssiges Material aus der zweiten Reservoirkammer zu saugen, wodurch in zumindest der oberen Reservoirkammer ein Druck unter Atmosphärendruck erzeugt wird und über das Abstreifmittel ein positives Druckgefälle erzeugt wird, um einer Wanderung von Luftblasen aus der oberen Reservoirkammer in die untere Reservoirkammer entgegenzuwirken.

12. Verfahren zum Entfernen von Luftblasen, die in den Zellen (72) einer geprägten Applikatorwalze (58) eingeschlossen ist, bei dem ein geprägter Oberflächenabschnitt (58P) der Applikatorwalze in Benetzungskontakt mit darin enthaltenem flüssigem Beschichtungsmaterial (L) in ein Reservoir (82) verlängert ist, ein Paar beabstandeter Rakeln (84, 86) mit der Applikatorwalze in Kontakt gehalten werden und der geprägte Oberflächenabschnitt (58P) der Applikatorwalze innerhalb des Reservoirs abgestreift wird,

dadurch gekennzeichnet, daß der geprägte Oberflächenabschnitt (58P) der Walze mit einer flüssigkeitsdurchlässigen Bürste abgestreift wird, wobei Abschnitte der Bürste eingeschlossene Luftblasen aufstechen und die Luftblasen von den Zellen wegbürsten und das Strömen von flüssigem Material (L) in die Zellen fördern.

13. Verfahren zum Entfernen von Luftblasen nach Anspruch 12, worin die Bürste (106) elastische Borsten aufweist, welche die eingeschlossenen Luftblasen aufstechen.

14. Verfahren zum Entfernen von Luftblasen nach Anspruch 12, worin die Bürste (10ä) einen elastischen, flüssigkeitsdurchlässigen Körper (110) aus offenporigem Schaummaterial umfaßt, wobei der Abstreifschritt durch Reiben der geprägten Oberfläche (58P) der Applikatorwalze (58) gegen den elastischen, flüssigkeitsdurchlässigen Körper durchgeführt wird.

15. Verfahren zum Entfernen von Luftblasen nach einem der Ansprüche 12 bis 14, worin die Bürste (106) das Reservoir unterteilt, so daß ein unterer Reservoirbereich und ein oberer Reservoirbereich (82A, 82B) definiert werden.

16. Verfahren zum Entfernen von Luftblasen nach Anspruch 15, umfassend den Schritt des Hindurchleitens von flüssigem Beschichtungsmaterial (L) durch die flüssigkeitsdurchlässige Bürste (106) aus dem unteren Reservoirbereich (82A) in den oberen Reservoirbereich (82B) des Reservoirs (82).

17. Verfahren zum Entfernen von Luftblasen nach einem der Ansprüche 12 bis 16, umfassend den Schritt des Anlegens eines Druckgefälles über die Bürste (106).

18. Verfahren zum Entfernen von Luftblasen nach einem der Ansprüche 12 bis 17, weiters umfassend den Schritt des Haltens zumindest eines Abschnitts des Reservoirs (82) unterhalb von Atmosphärendruck.

19. Verfahren zum Entfernen von Luftblasen nach Anspruch 18, worin sich die Bürste (106) zwischen einer oberen und einer unteren Kammer (82A, 82B) des Reservoirs befindet und die obere Kammer unterhalb von Atmosphärendruck gehalten wird.

20. Verfahren zum Entfernen von Luftblasen nach Anspruch 19, worin die untere Kammer (82B) auf einem Druck über jenem der oberen Kammer gehalten wird.







IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com