PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE69419673T2 10.02.2000
EP-Veröffentlichungsnummer 0635255
Titel Verfahren zum Stabilisieren und Verringern der co2-Durchlässigkeit von Bicarbonatlösungsbehältern aus weichgemachten Polyvinylchlorid
Anmelder Hospal AG, Basel, CH
Erfinder Galavotti, Francesca, I-41036 Medolla, IT
Vertreter Spott Weinmiller & Partner, 80336 München
DE-Aktenzeichen 69419673
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, ES, FR, GB, GR, IT, LI, NL
Sprache des Dokument Fr
EP-Anmeldetag 22.07.1994
EP-Aktenzeichen 944202118
EP-Offenlegungsdatum 25.01.1995
EP date of grant 28.07.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.02.2000
IPC-Hauptklasse A61J 1/10
IPC-Nebenklasse C08K 5/07   C08K 5/09   C08K 5/3432   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herabsetzung der CO&sub2;-Durchlässigkeit von Teilen und Behältern aus plastifiziertem Polyvinylchlorid, die mit Bicarbonat-Lösungen in Kontakt gebracht werden sollen, und zur Stabilisierung der Formulierung von plastifiziertem Polyvinylchlorid. Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf ein Verfahren zur Herabsetzung der CO&sub2;-Durchlässigkeit von Behältern für bei der Dialyse injizierbare Natriumbicarbonat-Lösungen, die aus einer plastifizierten Polyvinylchlorid-Formulierung hergestellt sind, und die Stabilisierung dieser Formulierung.

Es ist bekannt, daß PVC-Behälter (die üblicherweise in Form von Beuteln mit Wänden einer geringen Dicke im allgemeinen in der Größenordnung von 0,3 bis 0,5 mm vorliegen), wie sie für die Aufnahme von Natriumbicarbonat-Lösungen verwendet werden, die für die Dialyse bestimmt sind, sterilisiert werden müssen, wobei die Lösung bereits in diesen Behältern enthalten und hermetisch eingeschlossen ist, unter Anwendung eines Verfahrens zur Erwärmung in einem Autoklaven auf eine verhältnismäßig hohe Temperatur (die üblicherweise zwischen 116 und 121ºC liegt).

Als Folge dieser Behandlung können die mit den handelsüblichen bekannten plastifizierten PVC-Formulierungen hergestellten Beutel, die als Stabilisierungsmittel Calciumstearate enthalten, einen Teil der Stearate in die Bicarbonat-Lösung freisetzen; dies kann eine chemische Reaktion der doppelten Umsetzung mit sich bringen zwischen den Calciumstearaten und dem Natriumbicarbonat unter Ausfällung von Calciumcarbonat aus der Lösung, während das Natriumstearat in Lösung bleibt. Diese Reaktion wird begünstigt durch die Erwärmung, die für die Sterilisierungsphase unerläßlich ist, oder durch das mögliche Entweichen, auch während der Lagerung des sterilisierten Beutels, eines Teils des in der Lösung vorhandenen Kohlendioxids in die Atmosphäre wegen der Durchlässigkeit des Materials selbst, aus dem der Beutel besteht, begünstigt durch die geringe Dicke der Wände des Beutels, die im allgemeinen in der Größenordnung von 0,3 bis 0,5 mm liegt. Diese Reaktion hat zur Folge, daß die Bicarbonat-Lösung nicht verwendbar ist, wenn ihr Gehalt an suspendiertem Calciumcarbonat oberhalb der zulässigen Minimalwerte liegt.

Mit den derzeit auf dem Markt erhältlichen Formulierungen ist der beschriebe Nachteil zwar eingeschränkt, er ist jedoch inkonstant und unvorhersehbar und bringt einen speziellen Einfluß der äußeren Umgebungsparameter mit sich (beispielsweise beobachtet man ihn häufiger im Verlaufe der Sommerperiode). Dies macht die derzeitigen Behälter wenig zuverlässig und bringt sehr stark verkürzte Verfallszeiten für die Lösung mit sich (kurze Lagerungszeiten für die Produkte, jenseits der die Lösung nicht mehr verwendet werden kann) (die in der Größenordnung von einigen Monaten liegen). Außerdem führt das Austreten von CO&sub2; zu einer Änderung des pH-Wertes der Lösung, die, wenn sie vorher festgelegte Grenzen überschreitet, die Lösung ungeeignet macht.

Um diese Nachteile zu beseitigen, sieht die europäische Patentanmeldung Nr. 437 274 vor, in der Bicarbonatlösung einen organischen Puffer zu verwenden, der den Partialdruck des CO&sub2; in der Lösung auf einem Wert oberhalb 66 mm Hg hält. Dennoch ist es bei dieser Lösung erforderlich, die Zusammensetzung der Dialyse-Lösung zu modifizieren und dies ist weit davon entfernt, optimal zu sein. Andererseits wird durch die bloße Eliminierung der Stabilisierungsmittel auf Basis von Calciumstearaten aus der für die Herstellung des Beutels verwendeten plastifizierten PVC-Formulierung das Problem des Austritts von CO&sub2; nicht gelöst und dies führt zu einer Änderung der Eigenschaften des Materials, aus dem der Beutel besteht, das sich insbesondere als schwierig zu verarbeiten erweisen kann und einer Vergilbung und anderen inakzeptablen Veränderungen unterliegt als Folge der Bildung von Doppelbindungen in den Polymerketten, beispielsweise als Folge von thermischen Beanspruchungen im Verlaufe der Extrusionsphase. Desgleichen ist die Anwendung von "kalten" Sterilisations-Verfahren (in der Regel mittels durchdringender Strahlen vom Gammastrahlen-Typ) eine Lösung, die nur schwer vorgeschlagen werden kann, sei es wegen Kostenproblemen, sei es wegen der Gefahr, die für das Personal entsteht.

Ziel der vorliegenden Erfindung ist es, die beschriebenen Probleme zu lösen durch Verwendung einer plastifizierten PVC-Formulierung, die für die Herstellung von Beuteln und Behältern für Bicarbonat-Lösungen geeignet ist, die keine Tendenz haben, sich im Verlaufe der Behandlungsphase zu verändern, weder die Tendenz, die Ausfällung von Calciumcarbonat zu induzieren, noch Verluste an Kohlendioxid in der Bicarbonat-Lösung als Folge von warmen Sterilisierungs-Behandlungen zu verursachen.

Hauptgegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herabsetzung der Kohlendioxid-Durchlässigkeit von Elementen und Behältern, die mit Bicarbonat-Lösungen in Kontakt kommen sollen, insbesondere für Behälter für die Dialyse, die durch Prägen bzw. Pressen einer plastifizierten Polyvinylchlorid-Formulierung hergestellt werden, und zur Stabilisierung dieser Formulierung, wobei diese Formulierung PVC, mindestens einen Weichmacher, mindestens ein Gleitmittel-Stabilisierungsmittel und mindestens ein Gleitmittel enthalten, wobei dieses Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, daß man in dieser Formulierung eine Kombination aus mindestens einem Stabilisator, ausgewählt aus der Gruppe, die besteht aus Calciumseifen, die in linearer Richtung eine Kohlenwasserstoffkette mit einer Länge von mehr als 19 Kohlenstoffatomen aufweisen, substituierten oder unsubstituierten Dihydropyridinen und Gemischen dieser Materialien, und mindestens einem Costabilisator, der aus einem Aroyl-acyl-methan besteht, verwendet. Zweckmäßig verwendet man für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens keine Calciumstearate als Stabilisierungsmittel.

Auf diese Weise erhält man gleichzeitig einen guten Stabilisierungs- Effekt, der die Erzielung eines guten Verarbeitungsvermögens der Formulierung zu Körnchen erlaubt und eine deutlich geringere Neigung zur Freisetzung von Calcium in Gegenwart von Bicarbonat-Lösungen hat mit einer daraus resultierenden verminderten Bildung oder ohne jegliche Bildung (beispielsweise für den Fall, daß man als alleinigen Stabilisator substituiertes oder unsubstituiertes Dihydropyridin verwendet unter vollständiger Vermeidung der Calciumseifen) eines Calciumcarbonat-Niederschlags in der Bicarbonat-Lösung; in den beiden Fällen weist außerdem die im Rahmen der Erfindung vorgeschlagene Formulierung, wenn sie einmal gepreßt worden ist zur Bildung eines Behälters, eine verminderte CO&sub2;-Durchlässigkeit auf in dem Maße, in dem die Calciumseifen mit langer Ketter einerseits und die Dihydropyridine andererseits die innere Benetzbarkeit des gepreßten Beutels oder des geprägten Behälters aus der erfindungsgemäßen Formulierung mit CO&sub2; vermindern: dies bringt die Bildung von verhältnismäßig kugelförmigen Kohlendioxid-Blasen auf den Wänden des Behälters mit sich, was zu einer deutlichen Verkleinerung der Feststoff/Gas-Grenzfläche führt, durch die Verluste an Kohlendioxid aus der Lösung in die äußere Atmosphäre des Behälters auftreten können.

Insbesondere umfaßt der in dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendete Stabilisator eine Mischung aus einem Zinksalz oder Calciumsalz und alternativ oder zusammen damit einer Calciumseife und eines substituierten oder unsubstituierten Dihydropyridins; gemäß einer ersten bevorzugten Variante verwendet man Dihydropyridine, die durch lange Alkylcarboxylatketten disubstituiert sind, wie z. B. Dialkyldihydropyridin-dicarboxylate und insbesondere die Dicarboxylate von Didodecyl-dihydropyridin-dicarboxylaten; gemäß einer zweiten bevorzugten Variante verwendet man als Calciumsalz und Calciumseife nur die Calciumseife, die in linearer Richtung eine Kohlenwasserstoffkette mit einer Länge von mehr als 19 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise von 22 Kohlenstoffatomen oder mehr, aufweist; in dem zuletzt genannten Fall, bei dem man nur Calciumseifen (und somit kein Dihydropyridin) verwendet, oder in dem entgegengesetzten Fall sieht das erfindungsgemäße Verfahren außerdem die gleichzeitige Verwendung eines Costabilisators vor, der aus einem Aroyl-acyl-methan besteht.

Das Fehlen des Costabilisators führt nämlich zu einer ungenügenden Stabilisierungswirkung, welche die Gefahr des "Aushärtens" der aus der genannten Formulierung erhaltenen gepreßten Körnchen und/oder die Notwendigkeit der Erhöhung der Stabilisatordosen, insbesondere des Stabilisators auf Basis von Calciumseifen, mit sich bringt mit den daraus resultierenden schlechten Ergebnissen in bezug auf die Abgabe von Calcium an Bicarbonat- Lösungen. Als Costabilisator verwendet man vorzugsweise ein unter dem Na men RHODIASTAB (eingetragenes Warenzeichen) bekanntes Handelsprodukt, das von der Firma Rhône Poulenc hergestellt und geliefert wird.

Die im Rahmen der Erfindung verwendete Formulierung entspricht den Vorschriften der italienischen und europäischen Pharmakopöen für die Verwendung zum Pressen von Behältern mit Ausnahme der Tatsache, daß sie zwei in der Pharmakopöe nicht vorgesehene Zusätze für das PVC enthalten, nämlich die Dihydropyridine und die Aroyl-acylmethane. Aus diesem Grund wurde die im Rahmen der Erfindung verwendete Formulierung nicht nur Vergleichsversuchen mit anderen handelsüblichen PVC-Formulierungen zum Pressen von Behältern für Bicarbonat-Lösungen, sondern auch einer Reihe von Abbautests zur Bestimmung der Biokompatibilität unterworfen, Tests, von denen man vorteilhafte Schlußfolgerungen erwartet aufgrund der Tatsache, daß die verwendeten Zusätze über diejenigen hinaus, wie sie in der Pharmacopöe vorgesehen sind, jedenfalls in den Listen von Produkten aufgezählt sind, die mit den Lebensmitteln in Kontakt kommen dürfen, die durch das italienische Gesetz geregelt sind (DM 21.03.73 und nachfolgende Ergänzungen).

Insbesondere wird die Formulierung, die für die erfindungsgemäße Verwendung geeignet ist, erhalten durch Mischen, Extrudieren und Zerkleinern von Körnchen, die für das Pressen geeignet sind, und sie umfaßt, angegeben in %, bezogen auf das Gesamtgewicht der Formulierung, 60 bis 68% PVC- Harz, 25 bis 33% mindestens eines Weichmachers, ausgewählt aus der Gruppe der Di- oder Trialkylbenzol-di- und/oder -tricarboxylate, 3 bis 8% mindestens eines Gleitmittel-Stabilisators, ausgewählt aus der Gruppe der epoxidierten Triglyceride, 0,4 bis 1% eines Stabilisators, ausgewählt aus der Gruppe der Calcium- und Zinksalze und der Calciumseifen mit einer linearen Kette von mehr als 19 Kohlenstoffatomen, 0% bis 0,2% eines Stabilisators, ausgewählt aus der Gruppe der substituierten oder unsubstituierten Dihydropyridine und insbesondere Dialkyldihydropyridin-dicarboxylate, 0,1 bis 0,8% einer Gesamtmenge einer Mischung von Gleitmitteln, bestehend aus Pentaerythritestern, Kohlenwasserstoffwachsen oder Fettsäuredialkylamiden, und 0,02 bis 0,15% eines Costabilisators, ausgewählt aus der Gruppe der Aroyl-acylmethane.

Zweckmäßig umfaßt die Formulierung außerdem mindestens ein Antioxidationsmittel, ausgewählt aus der Gruppe der Alkylhydroxytoluole und der Gehalt an diesem Antioxidationsmittel, das zu dem Gehalt des genannten Costabilisators zugesetzt wird, muß dann zwischen 0,02 und 0,15 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Formulierung, liegen.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung verwendet man eine Formulierung, die umfaßt 60 bis 68 Gew.-% PVC-Harz, 25 bis 33 Gew.-% Di-(2-ethylhexyl)phthalat (DOP), 3 bis 8 Gew.-% epoxidiertes Sojaöl, eine Gesamtmenge zwischen 0,4 und 1,1 Gew.-% Zinkoctanoat und Calciumbehenat, eine Gesamtmenge zwischen 0,2 und 0,8 Gew.-% Pentaerythritadipatoleat, Paraffinöl und Diethylstearamid, eine Gesamtmenge zwischen 0,02 und 0,15 Gew.-% Stearoyl-benzyl-methan und Butylhydroxytoluol und fakultativ 0,1 bis 0,2 Gew.-% Dihydropyridin.

Weitere Charakteristika und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung einiger Aufführungsbeispiele, auf welche die vorliegende Erfindung jedoch in keiner Weise beschränkt ist.

Beispiel 1

Unter Verwendung eines Turbinenmischers, der nach der bekannten Technologie des "Trockenmischens" arbeitet, stellt man her und extrudiert man in Form von Spaghettis, ausgehend von einem PVC-Harz K80 der Firma EVC, 10 plastifizierte PVC-Formulierungen (die alle innerhalb der in der Tabelle 1 angegebenen Grenzen liegen) durch Modifizieren der Prozentsätze an zugegebenem Stabilisator und zugegebenem Gleitmittel; die Spaghettis werden dann zu Körnchen mit einer mittleren Korngröße von 2 mm zerkleinert. Die Körnchen werden "sterilisiert" durch Eintauchen in eine 1,4 gew.-%ige wäßrige Natriumbicarbonat-Lösung bei 121ºC für 30 min und man unterwirft das Eluat visuellen Kontrollen und zählt die Teilchen mit Hilfe einer Lichtblockierungsapparatur HAIAC-ROICO aus (die gemäß F. U., IX. Auflage, arbeitet). Die nichtklaren Lösungen oder die Lösungen, die mit bloßem Auge nicht sichtbare suspendierte Teilchen oberhalb der durch die verschiedenen Pharmakopöen zulässigen Grenzen enthalten, führen zu einer Beseitigung der Formulierung. Man wählt schließlich drei Formulierungen aus, die innerhalb der in der Tabelle 2 angegebenen Grenzen liegen.

Tabelle 1

Komponenten Gehalt in Gew. -%, bezogen auf das Gesamtgewicht

PVC-Harz 60-68

Weichmacher DOP 25-33

epoxidiertes Sojaöl 3-8

Calciumseifen (C > 19) und Ca- und Zn-Salze 0-1,5

RHODIASTAB und Butylhydroxytoluol 0,02-0,15

Gleitmittel 0,1-0,8

Alkyldihydropyridin 0-0,4

Tabelle 2

Komponenten Gehalt in Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht

PVC-Harz 60-68

Weichmacher DQP 25-33

epoxidiertes Sojaöl 3-8

Calciumseifen (C > 19) und Ca- und Zn-Salze 0,4-1

RHODIASTAB und Butylhydroxytoluol 0,02-0,15

Gleitmittel 0,1-0,8

Alkyldihydropyridin 0-0,4

Beispiel 2

Indem man wie in Beispiel 1 arbeitet, stellt man drei Portionen von jeweils 300 kg plastifizierten PVC-Körnchen her, die Zusammensetzungen aufweisen, die innerhalb der Grenzen der Tabelle 2 liegen, mit Ausnahme der Portion Nr. 3, die einen Gehalt an RHODIASTAB (Stearoyl-benzoylmethan) aufweist, der unterhalb der in der Tabelle 2 des Beispiels 1 angegebenen Grenze liegt. Die Körnchen werden in einer industriellen Vorrichtung zum Pressen von Beuteln aus PVC verwendet durch Extrusion durch Aufblasen vom "Blasformen"-Typ, wobei man jedesmal etwa 300 Standard-Beutel herstellt. Die Formulierung Nr. 3 führt zu schwerwiegenden Verarbeitungsproblemen, die auf das "Aushärten" der Körnchen zurückzuführen sind wegen einer ungenügenden Stabilisierung im Verlaufe der Extrusionsphase.

Indem man immer wie in Beispiel 1 arbeitet, stellt man im Labor verschiedene Portionen einer Formulierung ähnlich derjenigen des Beispiels 1, ausgedrückt in Prozentsätzen, her, wobei man jedoch die in Beispiel 1 genannten Verbindungen durch ihre chemischen Homologen oder andere Produkte, die jedoch zur gleichen Familie gehören, ersetzt. Man verwendet insbesondere verschiedene Aroyl-acylmethane anstelle von RHODIASTAB, verschiedene Alkylhydroxytoluole als Antioxidationsmittel, verschiedene disubstituierte Dihydropyridine mit Alkylketten und verschiedene Kombinationen von Prozentsätzen an Zinksalzen (Zinkoctanoat) und Calciumseifen (Calciumbehenat). Man wiederholt die Versuche des Beispiels 1 und erhält durchweg positive Ergebnisse.

Beispiel 3

Indem man wie in Beispiel 1 arbeitet, stellt man eine Portion von 300 kg plastifizierten PVC-Körnchen zum Pressen her, welche die in der Tabelle 3 angegebene Formulierung haben. Ausgehend von dieser Portion erhält man, indem man wie in Beispiel 2 arbeitet, 300 Standard-Beutel für Bicarbonat- Lösungen, die für die Dialyse bestimmt sind, von jeweils 3 l. Diese Beutel werden in eine industrielle Anlage zur gleichzeitigen Herstellung einer Portion von 300 identischen Beuteln überführt, die unter Verwendung einer handelsüblichen plastifizierten PVC-Formulierung (H9) erhalten werden, die als Stabilisator Calciumstearate enthalten, die beide im Handel erhältlich sind (von der Firma MGS) und den derzeitigen Markt-Standard für die Herstellung von PVC- Beuteln repräsentieren, die Bicarbonat-Lösungen für die Dialyse enthalten können.

Die Beutel werden alle gefüllt mit 1,4 gew-%igen Natriumbicarbonat- Lösungen (welche die derzeit konzentrierteste verwendete Lösung darstellt und somit diejenige ist, bei der die meisten Calciumcarbonat-Ausfällungspro bleme auftreten). Die Beutel werden anschließend einer Wärmesterilisation mit gesättigtem Wasserdampf in einem Autoklaven bei 118ºC während 30 min (d. h. bei strengeren Bedingungen als die üblichen Verwendungs-Bedingungen - Erwärmung auf 116 oder 118ºC während 18 min) unterworfen und schließlich werden sie der in Beispiel 4 beschriebenen Testreihe unterworfen, wobei die in diesem Beispiel angegebenen Ergebnisse erhalten werden.

Tabelle 3

Komponenten Gehalt in Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht

PVC-Harz 68

Weichmacher DOP 25,7

epoxidiertes Sojaöl 6,85

Calciumbehenat 0,4

Zinkoctanoat 0,4

RHODIASTAB 0,1

Butylhydroxytoluol 0,05

Pentaerythritadipatoleat 0,2

Paraffinöl 0,2

Diethylstearamid 0,15

Dihydroxypyridin 0,15

Beispiel 4

Die in Beispiel 3 hergestellten und sterilisierten Beutel werden einer beschleunigten Alterung unterworfen durch Erwärmen in einem Ofen für 15 Tage auf 70ºC (Bedingungen, die eine Alterung bei der Lagerung für mehrere Monate simulieren können) und anschließend werden sie den folgenden Tests unterzogen:

1. Bestimmung der Verunreinigungen

1 l Lösung, die aus einem gealterten Beutel extrahiert worden ist, wird in einen Zwei-Hals-Kolben eingeführt und nach der Zugabe einer bekannten Menge eines internen Standards (0,50 ug Chlorbenzol in Wasser) werden die organischen Dämpfe in einer Aktivkohle-Falle absorbiert, anschließend werden sie durch Erwärmen desorbiert und in ein chromatographisches System in der Gasphase injiziert, das mit einem Massenspektrographen ausgestattet ist (System gm-ms mit einer Kolonne SE54 25 m, 0-22 mm, 0,5 um). Die Ergebnisse, verglichen mit denjenigen des Inhalts eines PVC-Beutels aus einer Standard-Formulierung (MGS), sind in der Tabelle 4 angegeben.

Tabelle 4

2. Auszählung der Teilchen

Indem man wie in Beispiel 1 arbeitet, zählt man die in Suspension vorhandenen Calciumcarbonat-Teilchen aus, bezogen auf 1 ml Lösung, indem man die Verweildauer in dem Beutel zunehmend erhöht. Die Ergebnisse, verglichen mit denjenigen des Inhalts eines PVC-Beutels aus einer Standard- Formulierung (MGS) sind in der Tabelle 5 angegeben.

Tabelle 5

3. Prüfung durch Filtration

Es handelt sich dabei um den Nachweis eventueller Teilchen, die durch das vorhergehende Verfahren nicht nachgewiesen werden konnten, weil diese Teilchen Dimensionen an der Sichtbarkeitsgrenze haben. Der Inhalt eines Beutels von 3 l wird durch ein geeignetes Filter mit einer Porosität von 8 um filtriert. Der Filter wird anschließend nach dem Filtrieren im Mikroskop untersucht, um ihn mit einem neuen Filter unter dem auftreffenden Licht und bei einer Vergrößerung von 100 zu vergleichen.

Bei der Untersuchung erkennt man keinen Unterschied, außer dem Fehlen von Teilchen an der Sichtbarkeitsgrenze, die der vorhergehenden Kontrolle entgangen sind.

4. Bestimmung des pH-Wertes und Titrierung

Die Messung des pH-Wertes ist eine Messung des chemischen Carbonat-Bicarbonat-Gleichgewichts; diese ist zusammen mit der direkten Titrierung ein signifikantes Maß für die Stabilität der Lösung, die in dem Beutel enthalten ist, insbesondere was die CO&sub2;-Durchlässigkeit des Primär-Behälters (des jeweiligen Beutels) angeht.

Der pH-Wert wird gemessen bei Lösungen, die aus sterilisierten und gealterten Beuteln extrahiert wurden, mit Hilfe eines pH-Meters, der mit Pufferlösungen bei pH 7 und 10 geeicht worden ist; der pH-Wert muß während der Lebensdauer der Lösung zwischen 7 und 8,5 liegen.

Das Titrieren von Bicarbonat/Carbonat erfolgt durch potentiometrische Analyse an dem Äquivalenzpunkt der Carbonat- und Bicarbonat-Ionen durch 0,1 N HCl mit einer Wasserstoffelektrode, kombiniert mit einer Titrier- Vorrichtung METTLER nod. DL70. Die Analysen (die Titrationskurve) zeigen eine verminderte CO&sub2;-Durchlässigkeit der mit der PVC-Formulierung der Tabelle 3 hergestellten Beutel.

Die Beutel werden nach der Sterilisierung untersucht, um eventuelle Fehler (Verluste, Risse, Verformungen) festzustellen. Man stellt keine Fehler fest.

Die Beutel werden anschließend Versuchen zur Bestimmung der Beständigkeit gegen freien Fall (aus einer Höhe von 100 cm auf eine starre Ebene) und der Beständigkeit gegen Bildung einer Suspension nach der Norm DIN 58363 unterworfen. Man stellt keine Schäden fest.

Schließlich führt man mit dem Material des Beutels Versuche zur biologischen Qualifizierung durch (Hämolyse nach der Norm DIN 58361, Teil 4, Kapitel 5.3.7; Zytotoxizität und Konformität zur Klasse VI nach der Norm USP XXII. auflage), die alle gute Ergebnisse liefern.

Aus den vorstehenden Angaben ergibt sich, daß die mit der erfindungsgemäß vorgeschlagenen Formulierung erhaltenen Beutel technologische Eigenschaften aufweisen, die mit ihrer Verwendung für die Aufnahme von Dialyse-Lösungen durchaus kompatibel sind und vergleichbar sind mit denjenigen der derzeit verwendeten plastifizierten PVC-Formulierungen. Gegenüber letzteren wurden ein besseres Verhalten gegenüber der Bildung von Calciumcarbonat in Suspension in der Lösung und eine verminderte CO&sub2;-Durchlässigkeit nachgewiesen.


Anspruch[de]

1. Verwendung einer Formulierung, enthaltend:

- Polyvinylchlorid;

- wenigstens einen Weichmacher;

- wenigstens einen Gleitmittel-Stabilisator;

- wenigstens ein Gleitmittel;

- wenigstens einen Stabilisator, gewählt in der aus den Kalkseifen, welche in linearer Richtung eine Kohlenwasserstoffkette einer Länge von mehr als 19 Kohlenstoffatomen aufweisen, aus den substituierten oder unsubstituierten Dihydropyridinen und aus den Mischungen dieser Substanzen gebildeten Gruppe;

- ein Aroyl-Acyl-Methan, das als Costabilisator dient,

für die Herstellung von Teilen und Behältern, welche dazu bestimmt sind, mit Lösungen von Hydrogencarbonat in Kontakt zu kommen, und für die Verminderung der Permeabilität dieser Teile und Behälter gegenüber Kohlendioxid.

2. Verwendung entsprechend Anspruch 1, nach der die Kalkseifen in linearer Richtung eine Kohlenwasserstoffkette einer Länge von 22 oder mehr Kohlenstoffatomen aufweisen.

3. Verwendung entsprechend Anspruch 1 oder 2, nach der der Stabilisator aus einer Mischung eines Zink- oder Calciumsalzes und -alternativ oder in Kombination- einer Kalkseife und/oder eines substituierten oder unsubstituierten Dihydropyridins besteht.

4. Verwendung entsprechend Anspruch 1, nach der die Formulierung von weichgemachtem Polyvinylchlorid, bezogen auf ihr Gesamtgewicht, als Anteile enthält: 60 bis 68% Polyvinylchlorid; 25 bis 33% wenigstens eines in der Gruppe aus Di- oder Tricarbonaten, Di- oder Trialkylbenzol und Di- oder Tricarboxylaten gewählten Weichmachers; 3 bis 8% wenigstens eines in der Gruppe der epoxidierten Triglyceride gewählten Gleitmittel-Stabilisators; 0,4 bis 1% eines aus Kalkseifen mit mehr als 19 Kohlenstoffatome langer linearer Kette und gegebenfalls aus Calcium- und Zinksalzen bestehenden Stabilisators; 0% (Null Prozent) bis 0,2% eines in der Gruppe der Dialkyl-Dihydropyridin-Dicarboxylate gewählten Stabilisators; insgesamt 0,1 bis 0,8% einer Mischung von Gleitmitteln, bestehend aus Pentaerythrit-Estern, kohlenwasserstoffhaltigen Wachsen und Fettsäure-Dialkylamiden; und 0,02 bis 0,15% wenigstens eines in der Gruppe der Aroyl-Acyl-Methane gewählten Costabilisators.

5. Verwendung entsprechend einem der vorhergehenden Ansprüche, nach der die Formulierung darüber hinaus ein in der Gruppe der Alkyl-Hydroxytoluole gewähltes Antioxidationsmittel enthält, wobei der Gehalt des genannten Antioxidationsmittels, mit dem des genannten Costabilisators zusammengerechnet, zwischen 0,02 und 0,15 Gew.-%, bezogen auf die gesamte Formulierung, liegt.

6. Verwendung entsprechend Anspruch 1, nach der die Formulierung enthält: 60 bis 68 Gew.-% Polyvinylchlorid; 25 bis 33 Gew.-% Di-(2-ethylhexyl)-phtalat; 3 bis 8 Gew.-% epoxidiertes Sojaöl; insgesamt zwischen 0,4 und 1,1 Gew-% Zinkoctanoat und Calciumbehenat, insgesamt zwischen 0,2 und 0,8 Gew.-% Pentaerythrit-adipat-oleat, Paraffinöl und N,N-Diethylstearoylamid; insgesamt zwischen 0,02 und 0,15 Gew.-% Stearoyl-benzoylmethan und Butylhydroxytoluol; und wahlweise 0,1 bis 0,2 Gew.-% Dihydropyridin.







IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com