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Dokumentenidentifikation DE19837673A1 24.02.2000
Titel Symplexmembran
Anmelder Wolff Walsrode AG, 29699 Bomlitz, DE
Erfinder Thielking, Heiko, Dipl.-Chem. Dr., 29683 Fallingbostel, DE;
Klohr, Erik-Andreas, Dipl.-Chem. Dr., 29664 Walsrode, DE;
Koch, Wolfgang, Dipl.-Chem. Dr., 29699 Bomlitz, DE;
Dautzenberg, Horst, Dipl.-Chem. Dr., 14513 Teltow, DE;
Schwarz, Hans-Hartmut, Dipl.-Chem. Dr., 14558 Bergholz-Rehbrücke, DE;
Knop, Susanne, 22765 Hamburg, DE;
Kulicke, Werner-Michael, Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Ing., 22523 Hamburg, DE
Vertreter Steiling, L., Dipl.-Chem. Dr., Pat.-Anw., 51373 Leverkusen
DE-Anmeldedatum 20.08.1998
DE-Aktenzeichen 19837673
Offenlegungstag 24.02.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.02.2000
IPC-Hauptklasse B01D 71/10
IPC-Nebenklasse B01D 61/00   B01D 53/22   C07B 63/00   C07C 29/74   
Zusammenfassung Verbesserte Symplexmembran, die aus mindestens einem Sulfoalkylgruppen enthaltenden Celluloseether gebildete Polyanionen als anionische Komponente enthält und Verwendung dieser Symplexmembran zur Abtrennung von Wasser oder Wasserdampf aus organischen Stoffen und Stoffgemischen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine verbesserte Symplexmembran, die aus mindestens einem Sulfoalkylgruppen enthaltenden Celluloseether gebildete Polyanionen als anionischen Komponente enthält und die Verwendung dieser Symplexmembran zur Abtrennung von Wasser oder Wasserdampf aus organischen Stoffen und Stoffgemischen.

Unter Symplexmenbranen werden dabei flächenförmige Assoziate aus mindestens einem Polyelektrolyten (Polyanionen oder Polykationen) und einem niedermolekularen oder polymeren Gegenion verstanden, in denen die positiv bzw. negativ geladenen Gruppen des Polyelektrolyten über eine Salzbrücke mit der entgegengesetzten Ladung der entsprechenden Gegenionen vernetzt sind.

Die Verwendung von derartigen Membranen für solche Trennaufgaben (Pervaporation, Ultrafiltration etc.) ist in der Literatur ausführlich beschrieben (R. Rautenbauch, Membranverfahren, Springer Verlag 1996, Seite 15, R. Rautenbach, R. Albrecht Membrantrennverfahren - Ultrafiltration und Umkehrosmose, Otto Salle Verlag, Frankfurt 1981, Seiten 11-21). Speziell für Stofftrennprozesse mittels Pervaporation oder Ultrafiltration im Unterdruckbereich werden nichtporöse Membranen eingesetzt. Für die Entwässerung von organischen Lösungsmitteln wie Alkohole, Ketone und Aldehyde werden grundsätzlich geeignete Membranen beschrieben in US-PS 3 546 142, US-PS 3 549 016, DE-PS 35 26 755, DE-PS 35 18 871, EP-PS 96339.

Die beschriebenen Systeme weisen für die praktische Verwendung jedoch einige Nachteile auf. Die Qualität einer Membran hängt grundsätzlich von dem Trennfaktor, der zu erreichenden Filtratstromdichte, der mechanischen und der chemischen Stabilität ab. Die beschriebenen Systeme zeichnen sich entweder durch einen hohen Trennfaktor oder durch eine hohe Filtratstromdichte aus, nicht aber eine den praktischen Anforderungen entsprechende Kombination dieser Eigenschaften.

Verbesserungen in Richtung einer hohen Filtratstromdichte und eines hohen Trennfaktors wurden durch die Verwendung von hydrophilen Polyelektrolyten z. B. auf der Basis von Ionenkomplexen erzielt (J. Membrane Science, 32 (1987) 207). Diese Membranen hatten jedoch immer eine gute Wasserlöslichkeit und damit unzureichende Beständigkeit.

Ein weiterer Fortschritt wurde durch die Verwendung eines Celluloseesters, dem Cellulosesulfat, als Polyanion, erreicht (DD 270 012, DD 290 589, DD 292 846, DE 42 29 530). Die hieraus hergestellten Membranen zeigen einen verbesserten Durchfluß bei mittlerer Trennleistung. Diese Systeme konnten sich jedoch am Markt weder für die Pervaporation noch für die Ultrafiltration durchsetzen, da das in diesen Patenten verwendete Cellulosesulfat in ausreichender Menge und Qualität nicht zur Verfügung steht.

Es wurden viele Versuche mit anderen Polysacchariden (Salze der Alginsäure, Chitosansalze, kationische Cellulosederivate, Ammonium- bzw. Pyridiniumionen) (DE-OS-36 00 333, Prog. Polym. Sci. 14 (1989) 91), speziell auch mit Cellulosederivaten (DD-PS 152 287) unternommen Diese führten jedoch zu keinen vergleichbaren bzw. verbesserten Ergebnissen.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Symplexmembran bereitzustellen, die eine hohe mechanische und chemische Stabilität aufweist, aus Material besteht, welches in ausreichender Menge und Qualität zur Verfügung steht, die einfache und reproduzierbare Herstellung von Membranen erlaubt und die gewünschte Trennleistung erzielt.

Diese Aufgabe konnte überraschend gelöst werden durch eine Symplexmembran, die aus mindestens einem Sulfoalkylgruppen enthaltenden Celluloseether gebildete Polyanionen als anionischen Komponente enthält. Erfindungsgemäß werden dabei als Sulfoalkylgruppen enthaltende Celluloseether bevorzugt Sulfoethylcellulose, Sulfopropylcellulose oder Mischether der Cellulose, die mit Sulfoethyl- und Sulfopropylgruppen verethert sind, eingesetzt. Besonders bevorzugt ist der Einsatz von Sulfoethylcellulose. In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform können als Sulfoalkylgruppen enthaltende Celluloseether Derivate der Sulfoethylcellulose oder der Sulfopropylcellulose eingesetzt werden, die zusätzlich durch Carboxymethyl, Methyl-, Hydroxyethyl-, Ethyl- oder Hydroxypropylgruppen mit einem molaren Substitutionsgrad MS < 1 substituiert sind.

Als polymere oder niedermolekulare kationische Verbindungen sind grundsätzlich die im Stand der Technik für diesen Zweck beschriebenen Verbindungen einsetzbar. Es hat sich jedoch gezeigt, daß die besten Ergebnisse, insbesondere die höchste mechanische Stabilität erreicht wird, wenn der Celluloseether mit einem Polydiallyldimethylammoniumchlorid (PDADMAC) vernetzt wird. Gute Ergebnisse werden auch durch die Vernetzung mit Chitin, Chitosan, vorzugsweise in saurer Lösung mit einem pH-Wert < 4,7, oder Derivaten des Chitins oder Chitosans erzielt.

Zur Herstellung der Symplexmembran wird die anionische Sulfoalkylgruppen enthaltende Celluloseether-Lösung, vorzugsweise Sulfoethylcelluloselösung, in gleichmäßiger Schichtdicke auf einen polymeren Träger aufgebracht und mit dem kationischen Vernetzermittel umgeben, beispielsweise indem die Celluloseetherlösung mit einem Rakel auf den polymeren Träger aufgestrichen wird und anschließend das kationische Vernetzermittel mit einem zweiten Rakel über die erste Schicht gestrichen wird. Alternativ wird ein polymerer Träger nacheinander durch die Celluloseether- Lösung und das kationische Vernetzungsmittel geführt. Das kationische Vernetzermittel dringt dabei von außen in die Celluloseetherlösungs-Schicht ein und führt dort zur Vernetzung.

In der Regel wird die Symplexmembran für die praktische Anwendung zur weiteren Verbesserung der mechanischen Stabilität auf einen flüssigkeitsdurchlässigen Träger aufgebracht.

Als polymerer Träger für die erfindungsgemäße Symplexmembran können die üblichen Materialien, insbesondere Polyacrylnitril, Polyetherimid, Polyvinylidenfluorid, Polysulfon, Polyhydation als poröse Membran oder Polyester, Polypropylen als Vließ verwandt werden. Für kleine bzw. Versuchsapparaturen wird anstelle eines polymeren Trägers auch Filterpapier verwendet.

In einem weiteren Herstellverfahren wird die Celluloseether-Lösung in einer gleichmäßigen Schicht auf eine entfettete Glasplatte aufgetragen. Die bestrichene Glasplatte wird anschließend in das Vernetzerbad getaucht, in der sich die Symplexmembran bildet. Nach Herausnahme aus dem Vernetzerbad und gründlichem Spülen mit Wasser wird die Symplexmembran von der Glasplatte auf einen polymeren Träger oder auch auf eine PE-Folie als Zwischenträger überführt.

Die erfindungsgemäßen Symplexmembranen sind mit einer guten mechanischen Stabilität herstellbar, gegenüber wäßrigen Systemen und organischen Lösungsmitteln stabil und zeichnen sich durch einen hohen Trennfaktor bei gleichzeitig hoher Filtratstromdichte aus.

Sie eignen sich daher insbesondere zur Abtrennung von Wasser oder Wasserdampf aus organischen Stoffen und Stoffgemischen.

Die vorliegende Erfindung soll mit nachstehenden Versuchen und Beispielen erläutert werden, ohne sie darauf zu begrenzen:

Bestimmung der Ladungsdichte

Die Ladungsdichte der Proben, die zur Berechnung von durchschnittlichen Substitutionsgraden (DS-Wert) herangezogen werden kann, wurde mittels Polyelektrolyttitration bestimmt. Zu der Lösung des Polyelektrolyten wird ein entgegengesetzt geladener Polyelektrolyt mit bekannter Ladungsdichte hinzugegeben. Die Ladungen des Titrationsmittels neutralisieren die Ladungen der Probe, wobei der Ladungsnullpunkt den Endpunkt der Titration bezeichnet. Er wurde mit einem Partikelladungsdetektor (PCD) nachgewiesen.

Bestimmung der mittleren Molmassen

Die mittleren Molmassen der verwendeten Proben wurden mittels Größenausschlußchromatographie (GPC) bestimmt. Es handelt es sich hierbei um eine chromatographische Methode, bei der die Teilchen nach ihrem hydrodynamischen Volumen, das näherungsweise mit ihrer Molmasse einher geht, getrennt werden. Es resultiert ein Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt der Elution und der Molmasse.

Die Molmassen wurden zum Teil mittels relativer und absoluter GPC bestimmt. Bei der relativen GPC wurde eine Kalibriergerade auf Basis von Pullulanstandardproben bekannter Molmasse erstellt. Bei der absoluten GPC entfällt die Bestimmung einer Kalibriergerade. Hier wurde hinter die GPC online ein Streulichtdetektor geschaltet.

Bestimmung der Grenzviskositätszahl

Die Grenzviskositätszahl-Messungen wurden in 0,1 M NaN03-Lösung als Lösungsmittel bei 25°C mit einem Ubbelohde-Kapillar-Viskosimeter durchgeführt. Es wurde eine Verdünnungseihe angesetzt und von jeder Lösung und dem Lösungsmittel die Durchflußzeit durch die Kapillare bestimmt. Die Auswertung wurde nach der Gleichung von Huggins vorgenommen.

Bestimmung der Symplexmembrandicke

Die Dicke der Symplexmembranen ist entscheidend für die Handhabbarkeit. Sie wurde mit einem mechanischen Dickemeßgerät (Ikon der Firma Zeiss, Jena) gemessen. Die Messungen wurden zehnfach an unterschiedlichen Stellen der Symplexmembran wiederholt und anschließend das arithmetische Mittel gebildet.

Bestimmung des Quellungsgrades

Die Symplexmembranen quellen in verschiedenen Lösungsmitteln verschieden stark auf. Es wurde aus der Masse der Symplexmembran vor und nach dem Quellungsvorgang nach folgender Gleichung der Quellgrad SD bestimmt:





Bestimmung der Stabilität gegenüber Lösungsmitteln

Es wurde die Stabilität der Symplexmembranen in verschiedenen Lösungsmitteln bzw. Salzlösungen getestet. Als Maß für die Stabilität ST wurden die Massen der Symplexmembran vor und nach einer Lagerzeit in dem entsprechenden Lösungsmittel miteinander in Beziehung gesetzt.

Bestimmung der Symplexmembran-Leistungsparameter

In einer üblichen Pervaporationsapparatur (CELFA AG, Schweiz) wurden unter Verwendung der beschriebenen Symplexmembranen Alkohol/Wassergemische mittels Pervaporation entwässert. Es stand eine Membranfläche von 17 cm zu Verfügung. Es wurde ein Filterpapier als stützende Unterlage für die Membran verwendet. Es wurden Wasser-Isopropanol Gemische verschiedener Zusammensetzung bei 50°C vermessen. Das Permeat wurde mit flüssigem Stickstoff in einer Kühlfalle kondensiert. Die Zusammensetzung von Feed und Permeat wurden mittels Dichtemessungen (Densiometer DMA 48, Firma Paar KG, Östereich) bestimmt.



JV = Filtratstromdichte kg/h*m2

alpha = Trennfaktor, berechnet nach: alpha = F/P, wobei

P = (Konz. Alkohol/Konz. Wasser) im Permeat

F = (Konz. Alkohol/Konz. Wasser) in der zu entwässernden Lösung

Beispiel 1

Eine Sulfoethylcellulose mit einem durchschnittlichen Substitutionsgrad von DS = 0,29 und einer Grenzviskositätszahl [η] = 524 ml/g wurde unter Rühren bei Raumtemperatur in deionisiertem Wasser so aufgelöst, daß eine 3%ige Lösung entstand. Die mittlere Molmasse der verwendeten Probe lag bei 1,2.106 g/mol.

Unter gleichen Bedingungen wurde eine 4%igen Lösung eines PDADMAC-Musters mit einer mittleren Molmasse von 100 000 g/mol hergestellt.

Die Sulfoethylcellulose-Lösung wurde auf eine Glasplatte in einer Schichthöhe von S00 µm aufgebracht und die ganze Glasplatte anschließend in die PDADMAC- Lösung hineingelegt. Nach 1 Stunde wurde die sich gebildetet Symplexmembran aus der Lösung herausgenommen, gründlich mit Wasser gespült, auf eine PE-Folie überführt und bei Raumtemperatur getrocknet.

Im getrockneten Zustand ist die Symplexmembran leicht trübe. Sie ist sehr stabil und kann gut gehandhabt werden ohne zu zerreißen. Für die mechanische Stabilität wurde ein E-Modul von 3733 MPa bei einer Bruchdehnung von 3,6% bestimmt.

Die gebildete Symplexmembran läßt sich mit folgenden Kenngrößen beschreiben:

Die Dicke der Symplexmembran betrug 12 µm, der Quellgrad lag bei 289%. In der Reinigungsphase werden noch überschüssige Polykationbestandteile von ca. 12 Gew.-% aus der Symplexmembran herausgespült, dann tritt keine Gewichtsänderung mehr auf. Analoges Verhalten wurde in CaCl2 und NaCl-Lösungen beobachtet.

Die Trennleistung der Symplexmembran in Bezug auf die Trennung von Isopropanol/Wasser liegt bei einem

Gemisch aus 20% Wasser und 80% Alkohol bei JV = 2,5 kg/h*m2, alpha = 365 Gemisch aus 15% Wasser und 85% Alkohol bei JV = 1,6 kg/h*m2, alpha = 880

Beispiel 2

Eine Sulfoethylcellulose mit einem durchschnittlichen Substitutionsgrad von DS = 0,36 und einer Grenzviskositätszahl [η] = 482 ml/g, wurde unter Rühren bei Raumtemperatur in deionisiertem Wasser zu einer 3%igen Lösung aufgelöst. Die mittlere Molmasse der verwendeten Probe lag bei 7,1.105 g/mol.

Eine 4%igen Lösung eines PDADMAC-Musters wurde unter gleichen Bedingungen hergestellt. Die verwendete Probe hat eine mittlere Molmasse von 100 000 g/mol.

Die Sulfoethylcellulose-Lösung wurde auf eine Glasplatte in einer Schichtdicke von 500 µm aufgstrichen und die ganze Glasplatte in die PDADMAC-Lösung hineingelegt. Nach 1 Stunde wurde die sich gebildete Symplexmembran aus der Lösung herausgenommen, gründlich mit Wasser gespült, auf eine PE-Folie überführt und bei Raumtemperatur getrocknet.

Im getrockneten Zustand ist die Symplexmembran leicht trübe. Sie ist sehr stabil und kann gut gehandhabt werden ohne zu zerreißen.

Die gebildete Symplexmembran läßt sich mit folgenden Kenngrößen beschreiben:

Die Dicke der Symplexmembran betrug 20 µm, der Quellgrad lag bei 139%. In der Reinigungsphase werden noch überschüssige Polykationbestandteile von ca. 6 Gew.-% aus der Symplexmembran herausgespült, dann tritt keine Gewichtsänderung mehr auf. Analoges Verhalten wurde in CaCl2 und NaCl-Lösungen beobachtet.

Die Trennleistung der Symplexmembran in Bezug auf die Trennung von Isopropanol/Wasser liegt bei einem

Gemisch aus 20% Wasser und 80% Alkohol bei JV = 1,67 kg/h*m2, alpha = 593

Gemisch aus 15% Wasser und 85% Alkohol bei Jv = 1,24 kg/h*m2, alpha = 587

Beispiel 3

Mit einer Sulfoethylcellulose, die einen durchschnittlichen Substitutionsgrad von DS = 0,35 und einer Grenzviskositätszahl [η] = 432 ml/g, wurde unter Rühren bei Raumtemperatur in deionisiertem Wasser eine 4%ige Lösung hergestellt. Die mittlere Molmasse der verwendeten Probe lag bei 5,5.105 g/mol.

Eine 4%igen Lösung eines PDADMAC-Musters mit einer mittleren Molmasse von 100.000 g/mol wurde unter gleichen Bedingungen hergestellt.

Auf einer Glasplatte wurde die Sulfoethylcellulose-Lösung in einer Schichthöhe von 500 µm aufgebracht und die Glasplatte anschließend in die PDADMAC-Lösung hineingelegt. Nach 1 Stunde wurde die sich inzwischen gebildete Symplexmembran aus der Lösung herausgenommen, gründlich mit deionisiertem Wasser gespült, auf eine PE-Folie überführt und bei Raumtemperatur getrocknet.

Getrocknet ist die Symplexmembran leicht trübe. Sie ist sehr stabil und kann gut gehandhabt werden ohne zu zerreißen.

Die gebildete Symplexmembran läßt sich mit folgenden Kenngrößen beschreiben:

Die Dicke der Symplexmembran betrug 19 µm, der Quellgrad lag bei 152%. In der Reinigungsphase werden noch überschüssige Polykationbestandteile von ca. 8 Gew.-% aus der Symplexmembran herausgespült, dann tritt keine Gewichtsänderung mehr auf Analoges Verhalten wurde in CaCl2 und NaCl-Lösungen beobachtet.

Die Trennleistung der Symplexmembran in Bezug auf die Trennung von Isopropanol/Wasser liegt bei einem

Gemisch aus 20% Wasser und 80% Alkohol bei JV = 2,02 kg/h*m2, alpha = 446

Gemisch aus 15% Wasser und 85% Alkohol bei JV = 1,52 kg/h*m2, alpha = 676

Beispiel 4

Wie Beispiel 3: Anstelle der 4%igen Sulfoethylcellulose-Lösung wurde eine 3%ige Sulfoethylcellulose-Lösung verwendet.

Die gebildete Symplexmembran läßt sich mit folgenden Kenngrößen beschreiben:

Die Dicke der Symplexmembran betrug 13 µm, der Quellgrad lag bei 183%. In der Reinigungsphase werden noch überschüssige Polykationbestandteile von ca. 10 Gew.-% aus der Symplexmembran herausgespült, dann tritt keine Gewichtsänderung mehr auf. Analoges Verhalten wurde in CaCl2 und NaCl-Lösungen beobachtet.

Die Trennleistung der Symplexmembran in Bezug auf die Trennung von Isopropanol/Wasser liegt bei einem

Gemisch aus 20% Wasser und 80% Alkohol bei JV = 2,10 kg/h*m2, alpha = 679

Gemisch aus 15% Wasser und 85% Alkohol bei JV = 1,49 kg/h*m2, alpha = 1492 Gemisch aus 11% Wasser und 89% Alkohol bei JV = 0,97 kg/h*m2, alpha = 2570

Beispiel 5

Wie Beispiel 3: Anstelle der 4%igen Sulfoethylcellulose-Lösung wurde eine 5%ige Sulfoethylcellulose-Lösung verwendet.

Die gebildete Symplexmembran läßt sich mit folgenden Kenngrößen beschreiben:

Die Dicke der Symplexmembran betrug 25 µm, der Quellgrad lag bei 139%. In der Reinigungsphase werden noch überschüssige Polykationbestandteile von ca. 6 Gew.-% aus der Symplexmembran herausgespült, dann tritt keine Gewichtsänderung mehr auf. Analoges Verhalten wurde in CaCl2 und NaCl-Lösungen beobachtet.

Die Trennleistung der Symplexmembran in Bezug auf die Trennung von Isopropanol/Wasser liegt bei einem

Gemisch aus 20% Wasser und 80% Alkohol bei JV = 1,44 kg/h*m2, alpha = 797

Gemisch aus 15% Wasser und 85% Alkohol bei JV = 1,14 kg/h*m2, alpha = 1115

Gemisch aus 14% Wasser und 86% Alkohol bei JV = 0,84 kg/h*m2, alpha = 1511

Beispiel 6

Eine poröse Polyacrylnitrilunterlage wurde nach der Methode des hängenden Meniskus mit einer Sulfoethylcellulose, die einen durchschnittlichen Substitutionsgrad von DS = 0,35 und einer Grenzviskositätszahl [η] = 432 ml/g aufwies, beschichtet. Die Gießlösung hatte eine Konzentration von 2%. Die mittlere Molmasse der verwendeten Probe lag bei 5,5.105 g/mol.

Eine 20%ige Lösung eines PDADMAC-Musters mit einer mittleren Molmasse von 100.000 g/mol wurde unter Rühren bei Raumtemperatur in deionisiertem Wasser hergestellt und zum Vernetzen eingesetzt.

Die Trennleistung der Symplexmembran in Bezug auf die Trennung von Isopropanol/Wasser liegt bei einem

Gemisch aus 20% Wasser und 80% Alkohol bei JV = 1,47 kg/h*m2, alpha = 1009

Gemisch aus 18% Wasser und 82% Alkohol bei JV = 1,35 kg/h*m2, alpha = 1843

Vergleichsbeispiele

Es würden handelsübliche Carboxymethylcellulosemuster mit durchschnittlichen Substitutionsgraden von DS = 0,82-0,95 und Viskositäten in 2%igen Lösung im Bereich von V2 = 5-40.000 mPas unter Rühren bei Raumtemperatur in deionisiertem Wasser so aufgelöst, daß 1-10%ige Lösungen entstanden.

Es wurde unter den Bedingungen aus Beispiel 1 gearbeitet. Es konnten jedoch keine mechanisch stabilen Symplexmembranen gewonnen werden.

Vergleichsdaten

In der Patentschrift DD 292 846 sind Trennleistungen für Symplexmembranen, die gemäß DE-OS 36 00 333 bzw. nach DD 292 846 hergestellt wurden, zusammengestellt:

Gemisch aus 20% Wasser und 80% Alkohol bei JV = 4,0 kg/h*m2, alpha = 54

Gemisch aus 10% Wasser und 90% Alkohol bei JV = 1,6 kg/h*m2, alpha = 93

Gemisch aus 10% Wasser und 90% Alkohol bei JV = 1,5 kg/h*m2, alpha = 85

Gemisch aus 10% Wasser und 80% Alkohol bei JV = 1,4 kg/h*m2, alpha = 91

Gemisch aus 10% Wasser und 90% Alkohol bei Jv = 1,1 kg/h*m2, alpha = 67

Gemisch aus 10% Wasser und 90% Alkohol bei JV = 0,3 kg/h*m2, alpha = 89

Gemisch aus 10% Wasser und 90% Alkohol bei JV = 0,3 kg/h*m2, alpha = 95

Der Vergleich mit den Daten aus den Beispielen 1 bis 6 zeigt, daß die erfindungsgemäßen Symplexmembranen bei vergleichbarer Filtratstromdichte einen erheblich verbesserten Trennfaktor bewirken.


Anspruch[de]
  1. 1. Symplexmembran, enthaltend aus mindestens einem Sulfoalkylgruppen enthaltenden Celluloseether gebildete Polyanionen als anionischen Komponente.
  2. 2. Symplexmembran gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Sulfoalkylgruppen enthaltende Celluloseether Sulfoethylcellulose, Sulfopropylcellulose oder Mischether der Cellulose, die mit Sulfoethyl- und Sulfopropylgruppen verethert sind, eingesetzt werden.
  3. 3. Symplexmembran gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Sulfoalkylgruppen enthaltende Celluloseether Derivate der Sulfoethylcellulose oder der Sulfopropylcellulose eingesetzt werden, die zusätzlich durch Carboxymethyl, Methyl-, Hydroxyethyl-, Ethyl- oder Hydroxypropylgruppen mit einem molaren Substitutionsgrad MS < 1 substituiert sind.
  4. 4. Symplexmembran gemäß den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei der kationischen Komponente um Chitin, Chitosan oder Derivate des Chitins oder Chitosans oder insbesondere um ein Polydiallyldimethylammoniumchlorid handelt.
  5. 5. Verwendung der Symplexmembran gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4 zur Abtrennung von Wasser oder Wasserdampf aus organischen Stoffen und Stoffgemischen.






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