PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19842725A1 23.03.2000
Titel Formschlüssige Einbettung
Anmelder Micafil AG, Zürich, CH
Erfinder Schulz, Daniel, Kilchberg, CH;
Bodmer, Urs, Baden, CH
Vertreter Lück, G., Dipl.-Ing. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 79761 Waldshut-Tiengen
DE-Anmeldedatum 18.09.1998
DE-Aktenzeichen 19842725
Offenlegungstag 23.03.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.03.2000
IPC-Hauptklasse B29C 70/70
IPC-Nebenklasse B29C 70/84   B29C 39/10   B29C 43/18   B29C 45/14   
Zusammenfassung Um zu verhindern, daß sich eine rotationssymmetrische Metallarmatur eines Kabelendverschlusses bzw. eines Metallteiles (1) von einem elektrisch isolierenden Gießharzkörper bzw. Kunststoffteil (2) beim Abkühlen, im gesamten Temperaturbereich der Anwendung, aufgrund unterschiedlicher Ausdehnungskoeffizienten ihrer Werkstoffe, ablösen kann, ist von einer Kegelstumpfinnenfläche (1a) des Metallteiles (1) her eine pilzförmige Aussparung (3) darin eingearbeitet. Diese pilzförmige Aussparung (3) ist mit Material des Kunststoffteiles (2) gefüllt. Ein Kegelstumpfende (1b) des Metallteiles (1) ist ganz von Material des Kunststoffteiles (2) umgeben und bildet im Bereich dieses Kegelstumpfendes (1b) und der pilzförmigen Aussparung (3) eine Verlängerung der Kegelstumpfinnenfläche (1a) des Metallteiles (1). Anstelle der pilzförmigen Aussparung (3) können auch anders geformte Aussparungen mit mindestens einer Hinterschneidung des Metallteiles (1) vorgesehen sein.

Beschreibung[de]
TECHNISCHES GEBIET

Bei der Erfindung wird ausgegangen von einer formschlüssigen Einbettung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

STAND DER TECHNIK

Mit dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 nimmt die Erfindung auf einen Stand der Technik Bezug, wie er aus dem Buch von Prof. Dr.-Ing. Siegfried Hildebrand, "Feinmechanische Bauelemente", 4. Auflage, VEB Verlag Technik Berlin, 1980, S. 167-172, bekannt ist. Dort sind mehrere Gestaltungen von Einbettungen angegeben, bei denen das einzubettende Teil starr mit einem plastisch verformbaren, gießbaren oder preßbaren Werkstoff, im allgemeinen aus einer Mischung aus Kunstharz und verschiedenen Füllstoffen, verbunden und formschlüssig gegen ein Verschieben und Verdrehen gesichert ist. Einbettungen stehen aufgrund ihrer Fertigung in heißem Zustand unter erheblichen inneren Spannungen. Trägt das einzubettende Teil weder Rändel noch Gewinde, so läßt sich die Lagesicherung durch Einschnitte, Längsschlitze, Aufspreizen oder Breitschlagen erreichen. Einbettungen in Plastwerkstoffe dienen oft dazu, Metallteile elektrisch zu isolieren.

Werden hohlzylindrische, metallische Armaturen vergossen, so kann es bei unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten der Verbundwerkstoffe, ohne besondere Sicherungsmaßnahme, beim Abkühlen an der Innenfläche 1c eines Metallteiles 1, vgl. Fig.1, zu Ablösungen kommen. Das ist vor allem bei elektrisch beanspruchten Bauteilen gefährlich.

DARSTELLUNG DER ERFINDUNG

Die Erfindung, wie sie im Patentanspruch 1 definiert ist, löst die Aufgabe, eine formschlüssige Einbettung der eingangs genannten Art derart weiterzuentwickeln, daß ein einzubettendes Metallteil im gesamten Temperaturbereich der Anwendung ablösungsfrei mit einem einbettenden Kunststoff verbunden bleibt, auch bei unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten der Verbundwerkstoffe.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen definiert.

Ein Vorteil der Erfindung besteht darin, daß elektrisch hoch beanspruchte Bauteile mit einfachen Maßnahmen elektrisch gut und ablösungsfrei gefertigt werden können.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG

Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 einen Ausschnitt einer Kopfarmatur eines Kabelendverschlusses in einer Querschnittsansicht und

Fig. 2-7 verschieden Formen von Aussparungen im Metallteil der Kopfarmatur gemäß Fig. 1.

WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG

Fig. 1 zeigt einen Ausschnitt eines Kabelendverschlusses in einer Querschnittsansicht mit einer rotationssymmetrischen Metallarmatur bzw. einem tiegelförmigen Metallteil (1), dessen Seitenwand die Form eines hohlen Kegelstumpfes aufweist. Eine Symmetrieachse des Metallteiles (1) ist mit (A) bezeichnet. Nahe einem Kegelstumpfende (1b) des Metallteiles (1) mit dem größten Kegelstumpfdurchmesser ist von einer Kegelstumpfinnenfläche (1a) dieses Metallteiles (1) her eine pilzförmige Aussparung (3) eingearbeitet bzw. vorgesehen. Das Metallteil (1) ist in einem mittleren Aussparungsbereich (3b) mit einer Länge (b) von 13 mm nicht hinterschnitten. In einem daran angrenzenden oberen Aussparungsbereich (3a) mit einer Länge (a) von 3 mm und in einem angrenzenden unteren bzw. endseitigen Aussparungsbereich (3c) mit einer Länge (c) von 6 mm ist das Metallteil (1) hinterschnitten. Die Länge (b) sollte kleiner als 10 cm sein. Der mittlere Aussparungsbereich (3b) sollte vom unteren Ende des Metallteiles (1) weniger als 10 cm Abstand haben.

Dieses Metallteil (1) weist im Bereich seines Kegelstumpfendes (1b) einen kleineren Querschnitt auf als in seinem oberen Kegelstumpfbereich bis zu dieser pilzförmigen Aussparung (3). Das Metallteil (1) ist kegelstumpfaußenseitig sowie das Kegelstumpfende (1b) umgreifend und die pilzförmige Aussparung (3) ausfüllend formschlüssig von einem elektrisch isolierenden Gießharzkörper bzw. Kunststoffteil (2) umgeben. Dieses Kunststoffteil (2) bildet am Kegelstumpfende (1b) und im Bereich der pilzförmigen Aussparung (3) die kegelstumpfförmige Verlängerung der Kegelstumpfinnenfläche (1a) des Metallteiles (1). Das Metallteil (1) und das Kunststoffteil (2) können unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten aufweisen.

Die angegebene Einbettung eignet sich besonders für Armaturen von Kabelenden von Mittel- und Hochspannungskabeln. Das Metallteil (1) kann Teil einer Kabelmuffe oder eines Kabelverbinders oder eines Kabelendverschlusses sein.

Die Fig. 2-7 zeigen zur pilzförmigen Aussparung (3) alternative Aussparungen (4)-(9) mit Hinterschneidungen des Metallteiles (1).

Dabei zeigen:

Fig. 2 eine rechteckige Aussparung (4),

Fig. 3 eine schwalbenschwanzförmige Aussparung (5),

Fig. 4 eine kugelförmige Aussparung (6),

Fig. 5 eine nietförmige Aussparung (7),

Fig. 6 eine pollerförmige Aussparung (8) und

Fig. 7 eine dreieckige Aussparung (9).

Wichtig ist, daß jede der Aussparungen (3)-(9) Wenigstens einen Aussparungsbereich mit einer Hinterschneidung, z. B. (3a) oder (3c) aufweist.

Als Material für das Kunststoffteil (2) kann ein elektrisch isolierender Duroplastwerkstoff oder ein Elastomer oder ein Thermoplast verwendet werden. Vorzugsweise verwendet man ein duroplastisches Gießharz, welches mit dem Metallteil (1) verklebt wird. Bezugszeichenliste 1 einzubettendes Teil, Metallarmatur, Metallteil

1a Kegelstumpfinnenfläche von 1

1b Kegelstumpfende von 1

1c Kegelstumpfinnenfläche von 1b

2 Kunststoffteil, Gießharzkörper

3 pilzförmige Aussparung in 1

3a, 3c Aussparungsbereiche von 3 mit Hinterschneidung von 1

3b mittleren Aussparungsbereich von 3 ohne Hinterschneidung von 1

4 rechteckförmige Aussparung

5 schwalbenschwanzförmige Aussparung

6 kugelförmige Aussparung

7 nietförmige Aussparung

8 pollerförmige Aussparung

9 dreieckige Aussparung

A Symmetrieachse von 1

a Länge von 3a

b Länge von 3b

c Länge von 3c


Anspruch[de]
  1. 1. Formschlüssige Einbettung eines Metallteiles (1) in einem Kunststoffteil (2), dadurch gekennzeichnet,
    1. a) daß das Metallteil (1) mindestens eine Aussparung (3-9) mit mindestens einer Hinterschneidung (3a, 3c) dieses Metallteiles (1) aufweist,
    2. b) daß diese Aussparung (3-9) mit dem Material des Kunststoffteiles (2) gefüllt ist und
    3. c) daß diese Füllung ein Teil des Kunststoffteiles (2) ist.
  2. 2. Formschlüssige Einbettung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Metallteil (1) rotationssymmetrisch bezüglich einer Symmetrieachse (A) ausgebildet ist.
  3. 3. Formschlüssige Einbettung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Metallteil (1) Teil einer Kopfarmatur eines elektrischen Kabels ist.
  4. 4. Formschlüssige Einbettung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Material des Kunststoffteiles (2) ein Duroplast oder Elastomer oder Thermoplast ist.
  5. 5. Formschlüssige Einbettung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Material des Kunststoffteiles (2) ein duroplastisches Gießharz ist.
  6. 6. Formschlüssige Einbettung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
    1. a) daß die mindestens eine Aussparung (3-9) pilzförmig oder
    2. b) rechteckig oder
    3. c) schwalbenschwanzförmig oder
    4. d) kugelförmig oder
    5. e) nietförmig oder
    6. f) pollerförmig oder
    7. g) dreieckig ausgebildet ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com