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Dokumentenidentifikation DE19811905C2 30.03.2000
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Messen des Knickbruchverhaltens von Karton, insbesondere von Spielkarten
Anmelder Papierfabrik Scheufelen GmbH + Co. KG, 73252 Lenningen, DE
Erfinder Friedhelm, Günther, 73095 Albershausen, DE
Vertreter Müller-Boré & Partner, Patentanwälte, European Patent Attorneys, 81671 München
DE-Anmeldedatum 18.03.1998
DE-Aktenzeichen 19811905
Offenlegungstag 30.09.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 30.03.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.03.2000
IPC-Hauptklasse G01N 3/02
IPC-Nebenklasse G01N 3/20   G01N 33/34   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Messen des Knickbruchverhaltens von Karton oder Pappe, insbesondere von Spielkarten.

Eine gute Elastizität und damit verbunden die Möglichkeit des reversiblen Verbiegens einer Spielkarte ist von hoher Wichtigkeit zur Beurteilung der Lebensdauer der Spielkarte oder von deren Misch- und Spielqualität. Auch nach intensivem Mischen oder nach einem Verbiegen von Spielkarten sollen die Spielkarten wieder in ihre flache Ausgangslage zurückkehren. Werden die Spielkarten umgebogen, so sollen sie so spät wie möglich knicken. Spielkartenkarton unterscheidet sich daher von normalem Faltschachtelkarton und auch von dem Karton, der beispielsweise für Quartettkartenspiele verwendet wird. Ein Problem besteht dabei in der Messung des Knickbruchverhaltens des Spielkartenkartons, also der Biege- oder Knickbelastbarkeit, der eine Spielkarte ohne Qualitätsverlust unterworfen werden kann.

Bisher werden Spielkarten zur Überprüfung in Laufrichtung des Papierstrichs um Rundstäbe bestimmten Durchmessers gebogen, wobei die radial innere Oberfläche der gebogenen Spielkarte im Kontakt mit der Oberfläche des Rundstabs liegt. Dieses Prüfungsverfahren hat aufgezeigt, daß damit durchgeführte Messungen häufig nicht reproduzierbar sind.

DE 196 20 550 C1 offenbart ein Verfahren zum Testen der elektrischen Funktionstüchtigkeit einer kontaktbehafteten Chipkarte sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. Hierzu wird die Chipkarte in eine Biegevorrichtung mit zueinander verschiebbaren Schenkeln derart eingespannt und durchgebogen, daß Prüfkontaktstifte mit entsprechenden Kontaktbereichen der Chipkarte in elektrischen Kontakt gebracht werden können.

JP 2-124443 (A) beschreibt eine Biegeprüfvorrichtung für eine Karte, bei welcher diese zwischen zwei zueinander verschiebbare Halterungen eingespannt wird. Ein Durchbiegen der Karte wird dadurch erreicht, daß die Halterungen zueinander bewegt werden und der Mittelabschnitt der Karte durch einen zusätzlichen Anhebemechanismus angehoben wird.

DE 37 17 159 A1 offenbart ein Verfahren zum Bestimmen der Biegefestigkeit von geätzten und formierten Aluminiumfolien. Hierzu wird die Folienprobe um ca. 180° umgebogen und zwischen zwei beabstandete parallele Meßbacken eingespannt. Die Meßbacken werden nachfolgend zueinander linear bewegt, bis die Folie bricht.

JP 07243956 A (Abstrakt) beschreibt eine Kartenbiegetestvorrichtung für integrierte Schaltkreiskarten. Die Vorrichtung umfaßt zwei Halteteile, die linear zueinander verschiebbar sind. Die Halteteile weisen jeweils horizontal verschwenkbare Schwingbauteile auf, welche die Seitenkanten der IC-Karte halten.

DE 43 43 520 C1 betrifft eine Vorrichtung zur Ermittlung der Bruchfestigkeit von Holz in dessen Quer- und Längsfaserrichtung. Holzbohrkerne mit kreisförmig zylindrischem Durchmesser sind in zwei entsprechende Aufnahmen in einer Grundplatte der Vorrichtung einsetzbar. Mittels verschwenkbarer Preßbacken kann entweder eine rein kompressive Belastung oder eine Biegebelastung auf den Bohrkern ausgeübt werden.

Es ist daher die Aufgabe, eine Vorrichtung zum Messen des Knickbruchverhaltens von Karton, insbesondere von Spielkarten, sowie ein diesbezügliches Meßverfahren anzugeben, wodurch eine Erzielung aussagekräftigerer Messungen ermöglicht wird.

Der die Vorrichtung betreffende Teil dieser Aufgabe wird durch eine Vorrichtung gemäß Anspruch 1 oder durch einen Satz von Vorrichtungen gemäß Anspruch 5 gelöst. Der das Verfahren betreffende Teil der Aufgabe wird durch ein Verfahren nach Anspruch 7 oder 9 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Gemäß der Erfindung ist eine Vorrichtung zum Messen des Knickbruchverhaltens von Karton, insbesondere von Spielkarten, mit zwei zueinander bewegbaren Backen bereitgestellt, wobei die Backen jeweils eine Festlegungseinrichtung zum Festlegen des zu vermessenden Kartons an den entsprechenden Backen sowie eine Anlagefläche zur zumindest bereichsweisen im wesentlichen flächigen Anlage des Kartons an den Backen aufweisen und die Backen um eine gemeinsame Drehachse zueinander verschwenkbar sind.

Diese Vorrichtung gestattet es, den zu vermessenden Karton frei zu verbiegen, so daß der Karton im Bereich der Biegung mit keinem Abschnitt der Vorrichtung in Berührung steht. Hierdurch kann die an der jeweiligen Oberfläche des gebogenen Kartons auftretende Zug- bzw. Druckspannung frei auf den Karton wirken, ohne daß andere externe Kräfte außer den für die Verbiegung erforderlichen Meßkräften auf die Oberfläche des zu vermessenden Kartons im Bereich der Biegung wirken. Versuche des Erfinders haben ergeben, daß bei einem gebogenen Karton zu Beginn eines Knickbruchs der radial äußere Strich, also die radial äußere Oberfläche, einreißt, während am radial inneren Strich, also an der radial inneren Oberfläche, Aufwerfungen aufgrund der hier auftretenden Materialverdichtung auftreten. Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung können sich diese Aufwerfungen frei ausbilden, so daß die Reproduzierbarkeit von Meßergebnissen und damit die Meßgenauigkeit erhöht wird.

Vorzugsweise weist die Festlegungseinrichtung einen Anschlag auf, an welchem der Karton, bevorzugt ein entsprechendes Ende hiervon, anstoßen kann. Hierdurch nimmt der Karton eine genau definierte und reproduzierbare Position in der Vorrichtung ein.

Weiter vorteilhaft ist es, wenn die Festlegungseinrichtung von einer V-Nut gebildet ist. Hierdurch wird der Karton nicht nur in der Vorrichtung definiert festgelegt, sondern die definierte Festlegung auch noch erleichtert, da sich der Karton selbsttätig in der V-Nut zentriert.

Der Verschwenkwinkel der Backen zueinander dient als Meßgröße für das Knickbruchverhalten. Vorteilhaft ist es, wenn die Anlageflächen in einer Endstellung der zueinander verschwenkbaren Backen im wesentlichen zueinander parallel liegen. Auch hierbei können die Anlageflächen einen hohen Reibwert aufweisen um ein Herausspringen der gekrümmten Spielkarte aus der Vorrichtung zu unterbinden.

Eine besonders vorteilhafte Lösung der zugrundeliegenden Aufgabe wird durch einen Satz aus den vorgenannten Vorrichtungen mit verschwenkbaren Backen geschaffen, wobei jede Vorrichtung einen unterschiedlich großen Abstand zwischen den Anlageflächen in der Endstellung der zueinander verschwenkbaren Backen aufweist, wodurch sich unterschiedlich enge maximale Knickradien für den zu vermessenden Karton ergeben.

Eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Messen des Knickbruchverhaltens von Karton, insbesondere von Spielkarten, unter Verwendung einer Vorrichtung mit zwei zueinander bewegbaren Backen, wobei die Backen jeweils eine Festlegungseinrichtung zum Festlegen des zu vermessenden Kartons an den entsprechenden Backen aufweisen, umfaßt die folgenden Schritte:

  • - Einlegen des Kartonabschnitts in die Vorrichtung, so daß zwei voneinander abgewandte Kanten des Kartonabschnitts jeweils in der Festlegungseinrichtung der zugeordneten Backe festgelegt sind,
  • - Aufeinanderzubewegen der Backen, so daß der Kartonabschnitt eine sich frei ausbildende Krümmung erfährt,
  • - Beobachten der radial inneren Seite des gekrümmten Kartonabschnitts,
  • - Erfassen des Beginns des Aufbrechens der radial inneren Oberfläche des Kartonabschnitts und
  • - Ermitteln des Backenabstands (Winkel oder linearer Abstand) bei Beginn des Aufbrechens der radial inneren Oberfläche.

Vorzugsweise erfolgt dabei die Beobachtung der radial inneren Oberfläche des Kartonabschnitts im Gegenlicht.

Eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Messen des Knickbruchverhaltens von Karton, insbesondere von Spielkarten, unter Verwendung einer Vorrichtung mit zwei zueinander bewegbaren Backen, wobei die Backen jeweils eine Festlegungseinrichtung zum Festlegen des zu vermessenden Kartons an den entsprechenden Backen aufweisen, umfaßt die folgenden Schritte:

  • - Einlegen des Kartonabschnitts in die Vorrichtung, so daß zwei voneinander abgewandte Kanten des Kartonabschnitts jeweils in der Festlegungseinrichtung der zugeordneten Backe festgelegt sind,
  • - Aufeinanderzubewegen der Backen, so daß der Kartonabschnitt eine sich frei ausbildende Krümmung erfährt, bis zu einem vorgegebenen Backenabstand (Winkel oder linearer Abstand),
  • - Ermitteln des Ausmaßes der Aufbrechungen der radial inneren Oberfläche des Kartonabschnitts.

Die beiden alternativen Verfahren zum Messen des Knickbruchverhaltens von Karton, insbesondere von Spielkarten gestatten jeweils auf ihre Weise wegen der sich frei ausbildenden Krümmung eine zuverlässige Prüfung des zu messenden Kartonabschnitts und eine reproduzierbare Messung des Knickbruchverhaltens, ohne daß der zu vermessende Kartonabschnitt anderen als den für die Messung erforderlichen Kräften ausgesetzt ist und ohne daß er die auf ihn wirkenden Kräfte und Spannungen anderweitig ableiten kann, wie dies im Stand der Technik der Fall ist, wo die Bildung von Aufwerfungen an der radial inneren Oberfläche durch die Anlage des Kartonabschnitts an den Rundstab behindert wird.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Beispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert; in dieser zeigt:

Fig. 1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht einer Vorrichtung zur Durchführung der erfindungsgemäßen Verfahren;

Fig. 2 eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung im halbgeöffneten Zustand und

Fig. 3 die Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung aus Fig. 2 im vollständig geschlossenen Zustand.

In Fig. 1 ist eine Vorrichtung zur Durchführung der erfindungsgemäßen Verfahren zum Messen des Knickbruchverhaltens von Karton, insbesondere von Spielkarten gezeigt. In der in Fig. 1 dargestellten Seitenansicht besitzt die Vorrichtung eine L- förmige Gestalt, wobei der horizontale Schenkel eine untere, stationäre Backe 10 bildet, die an ihrem einen Ende einen Befestigungsabschnitt 12 für eine stationäre Vertikalführung 14 und an ihrem anderen Ende einen Aufnahmeabschnitt für ein zu vermessenden Karton aufweist.

Der Aufnahmeabschnitt 16 ist an seiner oberen Seite mit einer Anlagefläche 18 versehen. Am Übergang des Aufnahmeabschnitts 16 in den Befestigungsabschnitt 12 ist eine Festlegungseinrichtung 20 vorgesehen, die von einer V- förmigen Nut 22 gebildet ist. Dabei geht das befestigungsabschnittsseitige Ende der Anlagefläche 18 in den unteren, horizontalen Schenkel der V-förmigen Nut 22 über, so daß die Anlagefläche 18 im Bereich der Festlegungseinrichtung 20 eine ebene, waagerechte Fortsetzung bis zum Grund 22' der V-förmigen Nut 22 aufweist.

Die Vertikalführung 14 erstreckt sich vom Befestigungsabschnitt 12 der stationären Backe 10 vertikal nach oben und besteht aus zwei seitlich voneinander beabstandeten vertikalen Schienen 24, 26. Zwischen den vertikalen Schienen 24, 26 ist eine Gleitführung 28 gebildet, in die ein Gleitstück 30 einer oberen, verfahrbaren Backe 32 vertikal verschiebbar eingesetzt ist.

Die obere verfahrbare Backe 32 weist ebenfalls einen Befestigungsabschnitt 34 auf, der mit dem Gleitstück 30 verbunden ist und der oberhalb des Befestigungsabschnitts 12 der unteren, stationären Backe 10 liegt. An ihrem freien Ende ist die verfahrbare Backe 32 mit einem Aufnahmeabschnitt 36 versehen, der oberhalb des Aufnahmeabschnitts 16 der unteren, stationären Backe 10 gelegen ist und der analog zu dem Aufnahmeabschnitt 16 ausgebildet ist.

An seiner Unterseite weist der Aufnahmeabschnitt 36 der oberen, verfahrbaren Backe 32 eine Anlagefläche 38 auf, die der Anlagefläche 18 des Aufnahmeabschnitts 16 zugewandt ist. Auch die obere, verfahrbare Backe 32 ist am Übergang zwischen dem Aufnahmeabschnitt 36 zum Befestigungsabschnitt 34 mit einer Festlegungseinrichtung 40 versehen, die auch hier von einer V-förmigen Nut 42 gebildet ist, wobei der obere Schenkel der V-förmigen Nut 42 ebenso wie die Anlagefläche 38 horizontal verläuft und mit dieser eine Ebene bildet, die am befestigungsabschnittsseitigen Ende vom Grund 42' der V-förmigen Nut 42 begrenzt ist.

Die obere Fläche 12' des Befestigungsabschnitts 12 der unteren stationären Backe 10 und die untere Fläche 34' des Befestigungsabschnitts 34 der verfahrbaren Backe 32 sind so ausgebildet, daß sie miteinander in Anlage geraten können und in gegenseitiger Anlage einen minimalen Vertikalabstand zwischen den Anlageflächen 18 und 38 bestimmen.

Die äußere vertikale Schiene 24 ist an der in Fig. 1 dargestellten, zum Betrachter gewandten Vorderseite im Bereich der zur Gleitführung 28 gerichteten Kante mit einer Maßeinteilung 44 versehen, die beispielsweise durch eine vertikal verlaufende Millimeterskala gebildet ist. Die obere Kante 46 des Gleitstücks 30 dient dabei als Ablesekante. Die Maßeinteilung 44 ist so angebracht, daß die Ablesekante 46 gegenüber der Maßeinteilung 44 den selben Wert anzeigt der sich aus dem vertikalen Abstand der horizontalen Anlageflächen 18 und 38 ergibt.

In Fig. 2 ist eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt, wobei die gleichen Bezugsziffern die gleichen Merkmale bezeichnen wie in Fig. 1. Die untere Backe 16 und die obere Backe 32 sind in der gleichen Weise ausgebildet, wie die Backen der Vorrichtung aus Fig. 1. Allerdings ist die obere Backe 32 nicht vertikal verfahrbar, sondern mittels eines Scharniergelenks 48 an der unteren Backe 10 angelenkt. Das Scharniergelenk 48 sitzt dabei am von der jeweiligen Anlagefläche 18 bzw. 38 abgewandten Ende der oberen Fläche 12' bzw. der unteren Fläche 34'. Auf diese Weise sind die Backen 10, 32 der in den Fig. 2 und 3 gezeigten Vorrichtung zwischen einer geöffneten Stellung und der in Fig. 3 dargestellten geschlossenen Stellung verschwenkbar, wobei die obere Fläche 12' und die untere Fläche 34' in der geschlossenen Stellung aneinander anliegen und den minimalen Abstand x0 zwischen den Anlageflächen 18 und 38 bestimmen. Fig. 2 zeigt dabei eine halbgeöffnete Stellung der Vorrichtung.

In den Fig. 2 und 3 ist außerdem ein zu vermessender Karton 50 gezeigt, der mit zwei voneinander abgewandten Endkanten 52, 54 so in der jeweiligen V-förmigen Nut 22 bzw. 42 liegt, daß die Endkanten 52 bzw. 54 mit dem Grund 22' bzw. 42' der jeweiligen V-förmigen Nut 22 bzw. 42 in Berührung stehen. Im jeweiligen endkantennahen Bereich liegt der Karton 50 an der zugeordneten Anlagefläche 18, 38 an, die zur besseren Fixierung des Kartons einen erhöhten Oberflächenreibwert aufweisen können. Zwischen diesen beiden endkantennahen, anliegenden Bereichen erstreckt sich der Karton 50 frei im Raum.

Anhand der Fig. 2 und 3 wird jetzt das erfindungsgemäße Verfahren geschildert. In die geöffnete Vorrichtung wird ein zu messender Karton 50 so eingelegt, daß dessen untere Kante 52 in die untere V-förmige Nut 22 eingreift und die obere Kante 54 des Kartons 50 in die obere V-förmige Nut 42 eingreift, wobei die Kanten 52 bzw. 54 mit dem jeweiligen Nutgrund 22' bzw. 42' in Kontakt stehen. Daraufhin wird die Vorrichtung langsam geschlossen, indem die beiden Backen 10, 32 aufeinanderzugeschwenkt werden, so daß der zu messende Karton 50 eine gekrümmte Gestalt einnimmt, wie dies in Fig. 2 zu sehen ist. Die Krümmungsinnenseite 56 wird dabei im Gegenlicht betrachtet und es wird beobachtet, wann die Oberfläche des zu messenden Kartons 50 an der Krümmungsinnenseite 56 erste Aufwerfungen zeigt.

Ist bis zum vollständigen Schließen der Vorrichtung (Fig. 3) keine Aufwerfung an der Krümmungsinnenseite 56 des zu vermessenden Kartons beobachtet worden, so kann die Prüfung mit einer ähnlich ausgebildeten Form wiederholt werden, bei der der minimale Abstand x0 kleiner ist als der der vorher benutzten Form. Aus diesem Grund ist vorzugsweise ein Satz Vorrichtungen vorgesehen, wobei die Vorrichtungen eines Satzes im wesentlichen gleich aufgebaut sind und lediglich einen unterschiedlichen minimalen Abstand x0 aufweisen.

Ist vor dem vollständigen Schließen der Vorrichtung bereits ein Aufwerfen an der Innenseite des Kartons sichtbar, wird die Prüfung mit einer ähnlichen Vorrichtung wiederholt, bei welcher der Abstand x0 größer ist.

Der Moment des Knickbruchs ist derjenige, bei dem bei Parallelität der Anlageflächen ein irreversibles Aufwerfen des Kartons beobachtet werden konnte.

Wird der Knickbruchversuch mit der Vorrichtung der Fig. 1 durchgeführt, so wird zunächst die obere Backe in eine obere ausgefahrene Position bewegt und dann wird der zu vermessende Karton in der gleichen Weise zwischen die Backen 16, 36 eingelegt, wie dies vorher beschrieben worden ist. Daraufhin wird die obere, verschiebbare Backe nach unten in Richtung auf die stationäre Backe bewegt, wobei der zu vermessende Karton ebenfalls eine Krümmung ausbildet. Auch hier wird die Krümmungsinnenseite im Gegenlicht betrachtet, bis sich dort erste Aufwerfungen zeigen. In diesem Augenblick wird die Abwärtsbewegung der oberen Backe angehalten und ein Meßwert wird auf der Maßeinteilung 44 mittels der oberen Kante 46 abgelesen, wobei dieser abgelesene Meßwert ein Maß für das Knickbruchverhalten des geprüften Kartons ist.

Die Erfindung ist nicht auf das obige Ausführungsbeispiel beschränkt, das lediglich der allgemeinen Erläuterung des Kerngedankens der Erfindung dient. Im Rahmen des Schutzumfangs kann die erfindungsgemäße Vorrichtung vielmehr auch andere als die oben beschriebenen Ausgestaltungsformen annehmen. Die Vorrichtung kann hierbei insbesondere Merkmale aufweisen, die eine Kombination aus den jeweiligen Einzelmerkmalen der Ansprüche darstellen.

Bezugszeichen in den Ansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen dienen lediglich dem besseren Verständnis der Erfindung und sollen den Schutzumfang nicht einschränken.

Bezugszeichenliste

10Stationäre Backe

12Befestigungsabschnitt

12'Obere Fläche

14Vertikalführung

16Aufnahmeabschnitt

18Anlagefläche

20Festlegungseinrichtung

22V-förmige Nut

22'Grund

24Vertikale Schiene

26Vertikale Schiene

28Gleitführung

30Gleitstück

32Verfahrbare Backe

34Befestigungsabschnitt

34'Untere Fläche

36Aufnahmeabschnitt

38Anlagefläche

40Festlegungseinrichtung

42V-förmige Nut

42'Grund

44Maßeinteilung

46Obere Kante

48Scharniergelenk

50Karton

52Endkante

54Endkante

56Krümmungsinnenseite


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Messen des Knickbruchverhaltens von Karton, insbesondere von Spielkarten, mit zwei zueinander bewegbaren Backen (10, 32), wobei die Backen (10, 32) jeweils eine Festlegungseinrichtung zum Festlegen des zu vermessenden Kartons (50) an den entsprechenden Backen (10, 32) sowie eine Anlagefläche (18, 38) zur zumindest bereichsweisen im wesentlichen flächigen Anlage des Kartons (50) an den Backen (10, 32) aufweisen und die Backen um eine gemeinsame Drehachse (48) zueinander verschwenkbar sind.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei die Festlegungseinrichtung einen Anschlag (22, 42) aufweist, an welchem der Karton (50), bevorzugt ein entsprechendes Ende (52, 54) hiervon, anstoßen kann.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Festlegungseinrichtung von einer V-Nut (22, 42) gebildet ist.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei die Anlageflächen (18, 38) in einer Endstellung der zueinander verschwenkbaren Backen (10, 32) im wesentlichen zueinander parallel liegen.
  5. 5. Satz von Vorrichtungen zum Messen des Knickbruchverhaltens von Karton, insbesondere von Spielkarten,

    wobei jede Vorrichtung zwei zueinander bewegbare Backen (10, 32) umfaßt, die Backen (10, 32) jeweils eine Festlegungseinrichtung zum Festlegen des zu vermessenden Kartons (50) an den entsprechenden Backen (10, 32) sowie eine Anlagefläche (18, 38) zur zumindest bereichsweisen im wesentlichen flächigen Anlage des Kartons (50) an den Backen (10, 32) aufweisen und die Backen um eine gemeinsame Drehachse (48) zueinander verschwenkbar sind,

    wobei jede Vorrichtung einen unterschiedlich großen Abstand zwischen den Anlageflächen (18, 38) in der Endstellung der zueinander verschwenkbaren Backen (10,32) aufweist, wodurch sich unterschiedlich enge Knickradien für den zu vermessenden Karton (50) ergeben.
  6. 6. Satz von Vorrichtungen nach Anspruch 5, wobei die Anlageflächen (18, 38) in einer Endstellung der zueinander verschwenkbaren Backen (10, 32) im wesentlichen zueinander parallel liegen.
  7. 7. Verfahren zum Messen des Knickbruchverhaltens von Karton, insbesondere von Spielkarten, unter Verwendung einer Vorrichtung mit zwei zueinander bewegbaren Backen (10, 32), wobei die Backen (10, 32) jeweils eine Festlegungseinrichtung (20, 40) zum Festlegen des zu vermessenden Kartons (50) an den entsprechenden Backen (10, 32) aufweisen, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfaßt:
    1. 1. Einlegen des Kartonabschnitts in die Vorrichtung, so daß zwei voneinander abgewandte Kanten des Kartonabschnitts jeweils in der Festlegungseinrichtung der zugeordneten Backe festgelegt sind,
    2. 2. Aufeinanderzu bewegen der Backen, so daß der Kartonabschnitt eine sich frei ausbildende Krümmung erfährt,
    3. 3. Beobachten der radial inneren Seite des gekrümmten Kartonabschnitts,
    4. 4. Erfassen des Beginns des Aufbrechens der radial inneren Oberfläche des Kartonabschnitts und
    5. 5. Ermitteln des Backenabstands (Winkel oder linearer Abstand) bei Beginn des Aufbrechens der radial inneren Oberfläche.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei die Beobachtung der radial inneren Oberfläche des Kartonabschnitts im Gegenlicht erfolgt.
  9. 9. Verfahren zum Messen des Knickbruchverhaltens von Karton, insbesondere von Spielkarten, unter Verwendung einer Vorrichtung mit zwei zueinander bewegbaren Backen (10, 32), wobei die Backen (10, 32) jeweils eine Festlegungseinrichtung (20, 40) zum Festlegen des zu vermessenden Kartons (50) an den entsprechenden Backen (10, 32) aufweisen, wobei das Verfahren die folgenden Schritte umfaßt:
    1. 1. Einlegen des Kartonabschnitts in die Vorrichtung, so daß zwei voneinander abgewandte Kanten des Kartonabschnitts jeweils in der Festlegungseinrichtung der zugeordneten Backe festgelegt sind,
    2. 2. Aufeinanderzubewegen der Backen, so daß der Kartonabschnitt eine sich frei ausbildende Krümmung erfährt, bis zu einem vorgegebenen Backenabstand (Winkel oder linearer Abstand),
    3. 3. Ermitteln des Ausmaßes der Aufbrechungen der radial inneren Oberfläche des Kartonabschnitts.






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