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Dokumentenidentifikation DE19847399A1 20.04.2000
Titel Greiferwagen in Auslegern von Bogendruckmaschinen
Anmelder Koenig & Bauer AG, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Zimmermann, Hans, Dipl.-Ing. (FH), 01640 Coswig, DE;
Taschenberger, Volker, Dipl.-Ing., 01640 Coswig, DE;
Schwitzky, Volkmar, Dipl.-Ing., 97076 Würzburg, DE;
Troll, Gerhard Albin, Dipl.-Ing. (FH), 97199 Ochsenfurt, DE
DE-Anmeldedatum 14.10.1998
DE-Aktenzeichen 19847399
Offenlegungstag 20.04.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.04.2000
IPC-Hauptklasse B65H 29/04
IPC-Nebenklasse B41F 21/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Greiferwagen zur Förderung von Bogen in Auslegern und zwischen Druckwerken von Druckmaschinen.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Greiferwagen mit einem Luftleitschild derart auszubilden, dass vom Greiferwagen ausgehende Luftverwirbelungen keinen negativen Einfluss auf die Bogenführung haben.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass das Luftleitschild (11) steuerbar am Greiferwagen (3) angeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Greiferwagen zur Förderung von Bogen in Auslegern und zwischen Druckwerken von Druckmaschinen.

In Auslegern mit Bogenleiteinrichtungen für den Schön- und Widerdruck werden die Bogen mittels Luft gegen ein Abschmieren auf der Bogenleitbahn gestützt. Mit zunehmender Druckgeschwindigkeit strömt in den zwangsweise zwischen Bogenführungs- und Leitbahn an der Bogenvorderkante vorhandenen Spalt immer mehr Luft, die die Stützkraft negativ beeinflußt. Die dadurch entstehenden Druckschwankungen bewirken ein Flattern der Bogen, was zum Abschmieren und ungleichmäßigem Erfassen der Bogen durch die Bogenbremse führt. Die Folge davon kann eine Geschwindigkeitsreduzierung sein.

Ähnliche Probleme treten auch auf, wenn der Bogen zwischen Druckwerken von Druckmaschinen durch an Ketten befestigten Greiferwagen gefördert wird.

Aus der DE-OS 21 40 442 ist ein Greiferwagen zur Förderung von Bogen in Druckmaschinen bekannt.

Zur Erhöhung des Widerstandsmomentes besteht der Greiferwagen aus einer die Greiferwelle umschließenden, mit Unterbrechungen versehenen Verkleidung.

Nachteilig an diesem Greiferwagen ist, dass durch die kantige Form der Verkleidung der Greiferwagen aerodynamisch ein ungünstiges Profil aufweist. Die Folge davon sind Luftwirbel, die zum Flattern des geförderten Bogens führen und dem "Anspringen" des Bogens an die Bogenbremse hinderlich sein können.

Aus der DE 196 24 136 ist es bekannt, zur Stabilisierung des Bogenlaufes an den Greiferwagen ein Luftleitschild anzuordnen. Das Luftleitschild hat die Aufgabe, den Spalt zwischen den Greiferwagen und dem Bogenführungsblech klein zu halten. Durch diese Maßnahme soll ein beruhigter Bogenlauf erreicht werden. Dabei ist der Abstand des Luftleitschildes zum Bogenführungsblech nach den räumlich kritischen Bedingungen ausgebildet.

Nachteilig ist, dass der Spalt nicht bedruckstoff- und geschwindigkeitsabhängig einstellbar ist, wodurch ein unruhiger Bogenlauf die Folge sein kann.

Außerdem müssen am Luftleitschild Unterbrechungen für die Knautschkontrollelemente und Bogenniederhalter vorgesehen sein, so dass die Wirkung des Luftleitschildes gemindert wird.

Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, einen Greiferwagen mit einem Luftleitschild derart auszubilden, dass vom Greiferwagen ausgehende Luftverwirbelungen keinen negativen Einfluß auf die Bogenführung haben.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des ersten Anspruchs gelöst.

Der erfindungsgemäße Greiferwagen ermöglicht in vorteilhafter Weise die Einstellung des Abstandes a des Luftleitschildes zur Bogenleitbahn, gebildet vom Leitblech, auf die betriebsspezifizischen Bedingungen (Anpassung an Bedruckstoff und Geschwindigkeit vor und während des Druckvorganges).

Das Luftleitschild weist darüber hinaus keine Unterbrechungen für das Passieren von im Weg liegenden Passageelementen, wie Anschläge für Knautschkontrolle, Bogenniederhalter u. a. auf. Das geschlossene Luftleitschild bietet somit Gewähr für das Ableiten die Bogenführung störender Luft.

Die Steuerung des Luftleitschildes gemäß Fig. 3 erfolgt mit der Greiferbewegung. Damit ist gleichermaßen gesichert, dass das Luftleitschild beim Passieren von Passageelementen weggesteuert wird und Ausnehmungen am Luftleitschild somit nicht notwendig sind.

Anhand eines Ausführungsbeispieles soll nachfolgend die Erfindung näher erläutert werden.

In den Zeichnungen zeigt:

Fig. 1: Schematische Darstellung eines Auslegers

Fig. 2: Greiferwagen im Detail mit Luftleitschild nach einer ersten Variante

Fig. 3: Greiferwagen mit einem der Greiferwelle zugeordneten Luftleitschild.

Die Erfindung ist grundsätzlich überall dort einsetzbar, wo der Bogen 16 durch Greiferwagen 3, die an einem Kettenkreis 2 angeordnet sind, transportiert wird (Ausleger, zwischen den Druckwerken).

Die Erfindung wird nachfolgend im Ausführungsbeispiel an einem Ausleger beschrieben.

Fig. 1 zeigt in Seitenansicht einen Ausleger 1 mit dem Kettenkreis 2, an dem im konstanten Längenabstand die erfindungsgemäßen Greiferwagen 3 (schematisch dargestellt) angeordnet sind.

Dargestellt sind außerdem die Kettenumlenkräder 4; 4.1, der Bogenstapel 5 sowie ein der Unterstützung der Bogenförderung dienendes, unterhalb des Kettenkreises 2 zwischen dem Kettenumlenkrad 4.1 und der Saugwalze 6 sich über die Breite erstreckendes Leitblech 7. Das Leitblech 7 ist in einem konstanten Abstand zum Kettenkreis 2 angeordnet. Wie aus Fig. 1 ersichtlich, weist der Kettenkreis 2 im Bereich vom unteren Kettenumlenkrad 4.1 zum oberen Kettenumlenkrad 4 konkave, gerade und konvexe Abschnitte auf.

Der Greiferwagen 3 ist auf bekannte Art und Weise am Greiferwagenanlenkpunkt 13 am Kettenkreis 2 angelenkt.

Der Greiferwagen hat im einzelnen folgenden Aufbau:

An der Greiferwagentraverse 8 ist fest ein Greiferaufschlag 9 angeordnet. Dem Greiferaufschlag 9 ist beweglich die Greiferzunge 10 zugeordnet, die wiederum fest an der Greiferwelle 15 gelagert ist. Das Steuergetriebe zur Steuerung der Greiferzunge 10 ist nicht dargestellt. Auf der Greiferwelle 15 ist weiterhin lose ein Steuerhebel 12 gelagert, dessen anderes Ende eine Kurvenrolle 14 aufnimmt. Die Kurvenrolle 14 ist einer Kurvenbahn 17 (Steuerkurve) zugeordnet. Die Kurvenbahn 17 ist schwenkbar (einstellbar) im Gestellpunkt 18 über einen klemmbaren Hebel 19 gelagert. Am Steuerhebel 12 ist fest das Luftleitschild 11, das mit dem anderen Ende gegen das Leitblech 7 weist, angeordnet. Zum Leitblech 7, der eigentlichen Bogenleitbahn 7 ist der Abstand a - Abstand des Luftleitschildes 11 zum Leitblech 7 - einstellbar.

Gegen den Steuerhebel 12 wirkt eine Druckfeder 20, die die Anlage der Kurvenrolle 14 gegen die Kurvenbahn 17 gewährleistet. Die Druckfeder 20 ist mit dem anderen Ende an der Greiferwagentraverse 8 gelagert.

Eine weitere Variante eines Greiferwagens 3 mit einem Luftleitschild 11 zeigt Fig. 3. Nach dieser Ausführungsform ist das Luftleitschild 11 fest an der Greiferwelle 15 gelagert und es wird bei der Öffnungs- und Schließbewegung der Greiferzunge 10 mitbewegt.

Fig. 3 zeigt die auf dem Greiferaufschlag 9 liegende Greiferzunge 10 mit dem Luftleitschild 11 als Volllinie (geschlossener Greifer) und eine zweite, gestrichelt dargestellte Stellung (geöffneter Greifer).

Das Luftleitschild 11 ist nach beiden Ausführungen über die Breite des Bogenförderweges und des Greiferwagens 3 angeordnet und es weist keine Aussparungen (Ausnehmungen) für das Passieren von im Weg liegenden Elementen auf.

Die Wirkungsweise der Erfindung gemäß Fig. 2 ist folgende:

Das Luftleitschild 11 und damit der Abstand a (Abstand Luftleitschild 11 zur Bogenleitbahn) wird durch das Kurvengesetz der Kurvenbahn 17 über die Kurvenrolle 14 und den Steuerhebel 12 gesteuert. Der Steuerhebel 12 dreht dabei um die Greiferwelle 15. Macht sich eine Veränderung des Abstandes a erforderlich, wird der Hebel 19 gelöst, die Kurvenbahn 17 eingestellt und danach der Hebel 19 wieder zum Gestellpunkt 18 festgestellt.

Gemäß Ausführung nach Fig. 3 kann die Einstellung des Schwenkwinkels, des Luftleitschildes 11 durch die Größe der Greiferöffnung verändert werden. Bezugszeichenaufstellung 1 Ausleger

2 Kettenkreis

3 Greiferwagen

4 Kettenumlenkrad

4.1 unteres Kettenumlenkrad

5 Bogenstapel

6 Saugwalze

7 Leitblech, Bogenleitbahn

8 Greiferwagentraverse

9 Greiferaufschlag

10 Greiferzunge

11 Luftleitschild

12 Steuerhebel

14 Kurvenrolle

15 Greiferwelle

16 Bogen

17 Kurvenbahn

18 Gestellpunkt

19 Hebel

20 Druckfeder


Anspruch[de]
  1. 1. Greiferwagen in Auslegern von Bogendruckmaschinen, wobei der aus einer Traverse sowie Greifer und Greiferauflage bestehende Greiferwagen an einem über Umlenkräder geführten Kettenkreis angeordnet ist und in Bogenlaufrichtung vor dem Greiferwagen ein über die Breite des Greiferwagens reichendes Luftleitschild vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Luftleitschild (11) steuerbar am Greiferwagen (3) angeordnet ist.
  2. 2. Greiferwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Luftleitschild (11) fest der Greiferwelle (15) und mit dieser steuerbar zugeordnet ist.
  3. 3. Greiferwagen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kurvenbahn (17) vorgesehen ist, der die mit einem Steuerhebel (12) verbundene Kurvenrolle (14) zugeordnet ist, wobei das Luftleitschild (11) fest am Steuerhebel (12) angeordnet ist.
  4. 4. Greiferwagen nach Anspruch 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand (a) des Luftleitschildes (11) zum Leitblech (7) über die Kurvenbahn (17) einstellbar ist.
  5. 5. Greiferwagen nach Anspruch 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurvenbahn (17) über einen Hebel (19) einem Gestellpunkt (18) zugeordnet ist.
  6. 6. Greiferwagen nach Anspruch 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Steuerhebel (12) und der Greiferwagentraverse (8) eine die Anlage der Kurvenrolle (14) an die Kurvenbahn (17) bewirkende Druckfeder (20) vorgesehen ist.






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