PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19807871C2 04.05.2000
Titel Vorrichtung zum Zerschneiden einer Knolle in die Form einer Wendel
Anmelder Beck, Walter, 63571 Gelnhausen, DE
Erfinder Beck, Walter, 63571 Gelnhausen, DE
Vertreter Köhler, G., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 63517 Rodenbach
DE-Anmeldedatum 25.02.1998
DE-Aktenzeichen 19807871
Offenlegungstag 26.08.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 04.05.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.05.2000
IPC-Hauptklasse B26D 3/11
IPC-Nebenklasse B26D 7/26   B26D 7/01   B26D 5/20   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Zerschneiden einer Knolle in die Form einer Wendel mit einem Messer, wobei zwischen Knolle und Messer eine relative Drehbewegung um eine gemeinsame Achse unter gleichzeitiger relativer Axialbewegung von Knolle und Messer zueinander hin ausführbar ist sowie ein Halter für die Knolle und das Messer an einem Gestell gelagert sind, das einen Motor zur Ausübung der relativen Drehbewegung trägt und eine Führungseinrichtung für die Axialbewegung aufweist.

Es ist bekannt, die Wurzelknolle von Rettich mittels eines Messers in die Form einer Wendel zu zerschneiden, das aus einer Klinge besteht, die am einen Ende eine senkrecht von der Klinge abstehende, kurze zugespitzte Gewindespindel und am anderen Ende einen in entgegengesetzter Richtung senkrecht von der Klinge abstehenden kurzen Zapfen als Drehgriff aufweist. Beim Zerschneiden der Knolle wird die Gewindespindel manuell in die Wurzelknolle geschraubt und dann durch Erfassen des Drehgriffs die Klinge um die Achse der Gewindespindel gedreht.

Diese Vorrichtung ist zwar einfach, jedoch schwierig zu handhaben. Sie gestattet daher nicht die Herstellung wendelartiger Scheiben (Chips) in großen Stückzahlen und kurzer Zeit.

Aus der DE 79 08 263 U1 oder der AT 383 302 B ist eine Schneidvorrichtung der eingangs erwähnten gattungsgemäßen Art bekannt, bei der am Messer zur Zentrierung der Knolle ein konischer, mit Gewinde versehener Dorn befestigt ist, auf den die Knolle vor dem Zerschneiden aufgeschraubt wird. Der Dorn und das Aufschrauben der Knolle auf den Dorn sowie das Abschrauben des Knollenrestes vom Dorn nach dem Zerschneiden der Knolle sind aufwendig. Der Dorn begrenzt ferner das Zerschneiden bis auf einen verhältnismäßig großen Rest der Knolle. Die Rückstellung von Motor und Halter nach dem Zerschneiden erfolgt manuell.

Aus der US 2 080 383 ist eine Schneidvorrichtung bekannt, bei der an dem einen Ende einer in einem Handgriff drehbar und axial verschiebbar gelagerten Welle ein Knollenhalter und am anderen Ende eine Handkurbel vorgesehen sind. Der Handgriff ist am Querstück eines etwa U-förmigen Gestells befestigt, das zwischen seinen freien Schenkelenden das Messer trägt. Das Messer besteht aus einer Platte mit einem bis in die Nähe der Drehachse der Welle verlaufenden geradlinigen Schlitz, dessen einer Rand zum Halter hin versetzt ist und eine Schneidkante bildet. Auch dieses Messer hat einen koaxialen Zentrierdorn.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, die es ermöglicht, eine Vielzahl von Knollen, insbesondere Kartoffeln, in kurzer Zeit in wendelförmige Scheiben zu zerschneiden, die einfacher zu bedienen ist und gleichzeitig einen geringeren, unzerschnittenen Rest der Knolle nach dem Zerschneiden ermöglicht.

Erfindungsgemäß ist diese Aufgabe bei einer gattungsgemäßen Vorrichtung dadurch gelöst, daß das Messer eine Platte aufweist, die nur mit einem bis in die Nähe der Achse verlaufenden, geradlinigen Schlitz versehen ist, dessen einer Rand axial zum Halter hin versetzt ist und eine Schneidkante bildet, und daß die Axialbewegung gegen die Kraft einer Rückstellfederanordnung ausführbar ist.

Bei dieser Lösung entfällt ein Zentrierdorn am Messer. Dementsprechend kann der Halter dichter ans Messer herangeführt werden, so daß ein geringerer Knollenrest nach dem Zerschneiden verbleibt. Die Rückstellung von Halter und Motor kann sehr rasch ohne Drehbewegung nur durch die Rückstellfederanordnung erfolgen. Ein solches Messer läßt sich auf einfache Weise aus einem dünnen Stahlblech durch Stanzen und Drücken in einem Arbeitsgang herstellen.

Vorzugsweise ist dafür gesorgt, daß der Halter eine konkave Platte aufweist, deren konkave Seite dem Messer zugekehrt und mit spitzen Vorsprüngen zum Aufstecken der Knolle versehen ist (Anspruch 2). An einem solchen Halter kann die Knolle auf einfache Weise und rasch durch Aufstecken auf die spitzen Vorsprünge befestigt und nahezu restlos zerschnitten werden.

Ferner sollte zwischen dem Halter und dem Messer ein Anschlag zur Begrenzung der Axialbewegung auf einen geringen Abstand zwischen Halter und Messer angeordnet sein (Anspruch 3). Der Anschlag verhindert, daß sich Halter und Messer am Ende des Schneidvorgangs berühren.

Die Rückstellfederanordnung kann wenigstens eine Führungsstange der Führungseinrichtung umgeben (Anspruch 4). Die Führungseinrichtung erfüllt dann eine doppelte Funktion, nämlich zum einen die Führung der relativen Axialbewegung von Knolle und Messer und zum anderen eine Lagerung und Führung der Rückstellfederanordnung.

Insbesondere kann der Halter axial verschiebbar gelagert und das Messer gestellfest sein (Anspruch 5).

Ferner kann der Motor an der Führungseinrichtung axial verschiebbar gelagert sein (Anspruch 6).

Vorzugsweise ist der Halter auf einer Welle des verschiebbar gelagerten Motors befestigt und das Messer unverdrehbar gestellfest (Anspruch 7). Hierbei ist mithin nur der Halter mit der Knolle und nicht das Messer drehbar. Auf diese Weise wird die Gefahr einer Verletzung durch das Messer weitgehend ausgeschlossen.

Die Erfindung und ihre Weiterbildungen werden nachstehend anhand der beiliegenden Zeichnungen eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 eine schematische Seitenansicht des Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit eingesetzter Knolle,

Fig. 2 eine Draufsicht auf die Vorrichtung nach Fig. 1 ohne Knolle,

Fig. 3 eine Vorderansicht eines Messers der erfindungsgemäßen Vorrichtung und

Fig. 4 einen Querschnitt durch das Messer.

Die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Vorrichtung dient zum Zerschneiden von Kartoffelknollen in die Form einer Wendel, d. h. eines wendelförmigen Kartoffel-Chips. Die Vorrichtung hat ein Gestell 1 mit einer Montageplatte 2 und auf der Montageplatte 2 vertikal mittels Schrauben 3, 4 befestigten Stützen 5 und 6. Zwischen den Stützen 5 und 6 hat das Gestell 1 eine Führungseinrichtung 7 mit zwei parallel zueinander und zur Montageplatte 2 verlaufenden Führungsstangen 8. An der Stütze 6 ist eine Klemmplatte 9 mit axialen, hohlzylindrischen Ansätzen 10 befestigt. Die Führungsstangen 8 tragen eine Klemme 11 aus zwei Teilen 12 und 13.

Die Stütze 6 und die Klemmplatte 9 sind durch eine Schraubverbindung 14 aus Schrauben und Muttern miteinander verbunden und klemmen zwischen sich ein Messer 15 ein.

Die Führungsstangen 8 sind mit ihrem einen Ende in den Ansätzen 10 mittels Klemmschrauben 16 befestigt und mit ihrem anderen Ende durch hohlzylindrische axiale Ansätze 17 am Teil 12 der Klemme 11 und durch Löcher in den oberen Enden der Stützen 5 hindurchgeführt. Dabei ist die Klemme 11 auf den Führungsstangen 8 axial verschiebbar.

Die Teile 12 und 13 der Klemme 11 sind mittels nicht dargestellter Schrauben verbunden und klemmen das Gehäuse eines elektrischen Motors 18 zwischen sich ein.

Auf der Welle 19 des Motors 18 ist ein Halter 20 für eine Knolle 21 in Form einer Kartoffelknolle befestigt. Der Halter 20 besteht aus einer runden konkaven Platte, deren konkave Seite dem Messer 15 zugekehrt und mit spitzen Vorsprüngen 22 zum Aufstecken der Knolle 21 versehen ist.

Wie die Fig. 3 und 4 zeigen, hat das Messer 15 die Form einer runden, dünnen Platte mit einem kleinen Loch 23 in der Mitte, dessen Mittelachse koaxial zur Drehachse der Welle 19 liegt. Ferner hat das Messer 15 einen bis in die Nähe der Achse verlaufenden, geradlinigen Schlitz 24, dessen einer Rand axial zum Halter 20 hin versetzt ist und eine Schneidkante 25 bildet. Die Stütze 6 läßt den Schlitz 24 im montierten Zustand des Messers 15 nach den Fig. 1 und 2 frei.

Um eine Knolle 21 in die Form einer einzigen Wendel 26 bzw. eines wendelförmigen Chips zu zerschneiden, wird sie auf die spitzen Vorsprünge 22 des Halters 20 gesteckt, wie es in Fig. 1 dargestellt ist. Dann wird der Motor 18, nach Lösen einer den einen Ansatz 17 an einer Führungsstange 8 festhaltenden Klemmschraube 27, zusammen mit dem Halter 20 und der Knolle 21 von Hand in Richtung der Pfeile 28 axial zum Messer 15 hin gegen die Kraft einer Federanordnung 29, die aus zwei jeweils eine der Führungsstangen 8 der Führungseinrichtung 7 umgebenden Schraubenfedern besteht, soweit verschoben, bis die Knolle 21, ein Loch 30 in der Klemmplatte 9 durchsetzend, an der einen Seite des Messers 15 anliegt. Danach oder auch schon während des Vorschubs des Halters 20 mit der Knolle 21 wird der Motor 18 eingeschaltet, so daß die Knolle 21 um die Mittelachse der Welle 19 und des Messers 15 gedreht wird. Unter fortgesetztem Vorschub des Motors 18 wird die Knolle 21 schließlich durch die Schneidkante 25 des Messers 15 in die Form der Wendel 26 zerschnitten.

Die Axialbewegung bzw. der Vorschub des Motors 18 wird durch einen Anschlag 31 in Form eines die eine Führungsstange 8 umgebenden Rings 32 und einer diesen Ring 32 auf der Führungsstange 8 festklemmenden Klemmschraube 33 bis auf einen geringen Abstand zwischen Halter 20 und Messer 15 begrenzt, um zu verhindern, daß der Halter 20 mit seinen spitzen Vorsprüngen 22 am Ende des Schneidvorgangs mit der Schneidkante 25 in Berührung kommt.

Der Motor 18 ist mit einem nicht dargestellten Griff, ähnlich dem eines motorbetriebenen Schraubendrehers, versehen. Dieser Griff kann während des Vorschubs des Motors 18 in einen Schlitz 34 in dem einen Rand der Montageplatte 2 eingreifen.

Abwandlungen des dargestellten Ausführungsbeispiels können beispielsweise darin bestehen, daß der Vorschub des Motors 18 nicht von Hand, sondern durch einen zusätzlichen Vorschubmotor mit Antriebsspindel bewirkt wird. Ferner kann an der Klemmplatte 9 zwischen den Führungsstangen 8 ein Führungsrohr koaxial zur Drehachse der Welle 19 befestigt sein, durch das die Knolle 21 zum Messer 15 hindurchgeführt wird, so daß sie nicht vom Halter 20 herabfällt, z. B. aufgrund einer starken Unwucht, wenn die Knolle 21 extrem unrund ist. Darüber hinaus ist es auch möglich, den Halter 20 mit der Knolle 21 ortsfest zu halten und das Messer 15 mittels eines Motors zu drehen und zusammen mit dem Motor axial zum Halter 20 hin verschiebbar zu lagern.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Zerschneiden einer Knolle (21) in die Form einer Wendel (26) mit einem Messer (15), wobei zwischen Knolle (21) und Messer (15) eine relative Drehbewegung um eine gemeinsame Achse unter gleichzeitiger relativer Axialbewegung von Knolle (21) und Messer (15) zueinander hin ausführbar ist sowie ein Halter (20) für die Knolle (21) und das Messer (15) an einem Gestell (1) gelagert sind, das einen Motor (18) zur Ausübung der relativen Drehbewegung trägt und eine Führungseinrichtung (7) für die Axialbewegung aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß das Messer (15) eine Platte aufweist, die nur mit einem bis in die Nähe der Achse verlaufenden, geradlinigen Schlitz (24) versehen ist, dessen einer Rand axial zum Halter (20) hin versetzt ist und eine Schneidkante (25) bildet, und daß die Axialbewegung gegen die Kraft einer Rückstellfederanordnung (29) ausführbar ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Halter (20) eine konkave Platte aufweist, deren konkave Seite dem Messer (15) zugekehrt und mit spitzen Vorsprüngen (22) zum Aufstecken der Knolle (21) versehen ist.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Halter (20) und dem Messer (15) ein Anschlag (31) zur Begrenzung der Axialbewegung auf einen geringen Abstand zwischen Halter (20) und Messer (15) angeordnet ist.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückstellfederanordnung (29) wenigstens eine Führungsstange (8) der Führungseinrichtung (7) umgibt.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Halter (20) axial verschiebbar gelagert und das Messer (15) gestellfest ist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Motor (18) an der Führungseinrichtung (7) axial verschiebbar gelagert ist.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Halter (20) auf einer Welle (19) des Motors (18) befestigt und das Messer (15) unverdrehbar gestellfest ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com