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Dokumentenidentifikation DE69420752T2 18.05.2000
EP-Veröffentlichungsnummer 0610031
Titel Lötflussmittel
Anmelder Cookson Group plc, London, GB
Erfinder Baluch, Dosten, Wembley, Middlesex HA0 1LY, GB;
Ingham, Anthony Ellis, London W4 3LH, GB
Vertreter Rüger und Kollegen, 73728 Esslingen
DE-Aktenzeichen 69420752
Vertragsstaaten BE, DE, ES, FR, GB, GR, IT, NL, SE
Sprache des Dokument En
EP-Anmeldetag 27.01.1994
EP-Aktenzeichen 943006270
EP-Offenlegungsdatum 10.08.1994
EP date of grant 22.09.1999
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.05.2000
IPC-Hauptklasse B23K 35/363

Beschreibung[de]

Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Flussmittel zum Löten (Lötflussmittel) und insbesondere solche Flussmittel, die für das Löten von Heizungswärmetauschern oder Kühlern für Kraftfahrzeuge und von Wärmetauscheranordnungen verwendbar sind.

Bei der Herstellung von Fahrzeugkühlern und Wärmetauscheranordnungen werden verschiedene Lötverfahren verwendet. Eines von diesen ist das Backverfahren, zu dem das Beschichten der Röhren mit einem Lötmittel, das Einspannen einer Rohranordnung und anderer Wärmetauscherkomponenten in eine Einspannvorrichtung, das Einsprühen mit einem Flussmittel oder das Eintauchen der Baugruppe in ein Flussmittel und das Erwärmen der Baugruppe in einem Ofen gehören. Das Verfahren erfordert es, dass die Baugruppe bei einer hohen Temperatur, gewöhnlich für mehrere Minuten in dem Ofen verbleibt. Die Ofentemperatur kann zwischen 250 und 470ºC liegen, liegt aber meist zwischen 280 und 400ºC. Während dieses Vorgangs schmilzt das Lötmittel und fließt in die Spalte an den Verbindungsstellen, wodurch die erforderliche Verbindung geschaffen wird. Ein anderes in diesen Industriezweigen angewendetes Lötverfahren ist das Eintauchen der Enden, wobei dies auch beinhaltet, dass der Gegenstand einer hohen Temperatur ausgesetzt wird.

Das bei diesen Lötverfahren verwendete Flussmittel muss deshalb hohen Temperaturen gegenüber genügend lange beständig sein (eine lange Hochtemperatur-Beständigkeitsdauer aufweisen), um sicherzustellen, dass es den zu verbindenden Oberflächen solange einen ausreichenden Schutz bietet, bis der Wärmetauscher eine Temperatur erreicht hat, die ausreicht, um das Lötmittel zu schmelzen und dadurch die Verbindung zuzulassen. Zu weiteren erwünschten Eigenschaften der Flussmittel gehört, dass sie geringe Mengen von Kohle und Rückständen ergeben und dass sie natürlich eine gute Flusswirkung zeigen.

Beispiele von Flussmitteln, die bisher entwickelt worden sind, sind in den Britischen Patenten Nr. 1517116 und 1553069 beschrieben. Das ältere offenbart ein Lötflussmittel, das eine wässrige Lösung beinhaltet, die eine Mischung aus 25 bis 75 Gewichtsprozent eines Hydrobromids von einem aliphatischen Hydroxyamin und 75 bis 25 Gewichtsprozent eines Hydrobromids von einem aliphatischen Amin enthält. Eine Weiterentwicklung von diesem ist Gegenstand des letzteren Patentes, das ein Flussmittel mit einer wässrigen Lösung beschreibt und beansprucht, die eine Mischung aus Diethanolaminhydrobromid und Ethylaminhydrobromid zusammen mit Ammoniumbromid enthält.

Nach dem unter Verwendung dieser Flussmittel durchgeführten Lötvorgang haben sich in dem benutzten Flussmittel Metallionen einschließlich Kupfer(II)- und Zink(II)-Ionen akkumuliert. Das verwendete Flussmittel wird gewöhnlich mit Calciumkarbonat oder Natriumhydroxid chemisch behandelt, bis ein pH-Wert von ungefähr 9 erreicht wird, wodurch die Metallionen als unlösliche Hydroxide ausfällen. Das metallfreie Abfallprodukt wird dann in die Kanalisation abgeführt. Aus Umweltgründen wird die Alkalibehandlung (z. B. mit Kalk) durchgeführt, um die Metallionen abzutrennen.

Es ist nun herausgefunden worden, dass es passieren kann, dass ein beträchtlicher Anteil der Metallionen in der Lösung verbleibt und nicht als unlösliches Hydroxid ausgefällt wird, wenn ein aus den herkömmlichen Flussmitteln, wie sie bspw. oben beschrieben sind, verwendetes Flussmittel alkalisch gemacht wird. Es wurde festgestellt, dass dies bei Flussmitteln vorkommt, die aliphatische Amine der Art R&sub2;N(CR&sub2;)nNR&sub2; oder R&sub2;N(CR&sub2;)nOH enthalten, in denen n gleich 2 bis 4 und R Wasserstoff, eine Methyl- oder Ethylgruppe ist. Dies stellt ein Umweltproblem dar, weil Kupfer- und Zinkionen nicht wie angenommen abgetrennt worden sind, sondern in die Kanalisation entlassen werden.

Ein anderes Flussmittel, das zum Löten elektronischer Bauteile geeignet ist, ist in der WO 86/00844 beschrieben. Es ist dadurch gekennzeichnet, dass es aus einer Lösung besteht, die vorzugsweise 2-12 Gewichtsprozent eines nichtionogenen oberflächenaktiven Stoffs, 1-10 Gewichtsprozent Wasser und wenigstens 70 Gewichtsprozent eines flüchtigen Lösungsmittels zusammen mit kleinen Mengen von Aktivatoren enthält, die imstande sind, mit Verunreinigungen auf den dem Löten ausgesetzten Oberflächen zu reagieren, wie bspw. Halogenide und Carbonsäuren.

Die vorliegende Erfindung sieht die Verwendung eines Lötflussmittels für das Löten eines Kühlers oder Wärmetauschers vor, wobei das Flussmittel gute Löteigenschaften hat und das oben erwähnte Umweltproblem mindert oder beseitigt.

Dementsprechend sieht die vorliegende Erfindung die Verwendung einer wässrigen Lötflussmittelzusammensetzung für das Löten eines Kühlers oder Wärmetauschers vor, wobei die Flussmittelzusammensetzung als eine Komponente (A) (i) ein oder mehrere Hydrohalogenide oder Hydrophosphate von Guanidin oder einem substituierten Guanidin oder (ii) ein oder mehrere Hydrohalogenide oder Hydrophosphate einer fünfgliedrigen Stickstoffverbindung mit einem heterozyklischen Amin der Formel:

CxNyH&sub3; oder C&sub2;N&sub4;H&sub4;,

in der x 1 oder 2 und y 4 oder 5 ist, oder Mischungen von (i) und (ii) aufweist sowie als eine Komponente (B) ein oder mehrere Hydrohalogenide oder Hydrophosphate von aliphatischen Aminen aufweist, die aus aliphatischen Monoaminen der Formel CH&sub3;(CH&sub2;)nNR&sub2; und aliphatischen Diaminen der Formel R&sub2;N(CH&sub2;)mNR&sub2; ausgewählt sind, bei denen n zwischen 0 und 10, m zwischen 5 und 10 liegt und R Wasserstoff, eine Methyl-, Ethyl-, Propyl- oder Butylgruppe ist, wobei die Komponenten (A) und (B) in den relevanten Verhältnissen von 25 bis 100 Gewichtsprozent für (A) und 75 bis 0 Gewichtsprozent für (B) vorhanden sind.

Vorzugsweise weist die Komponente (A) (i) ein Hydrobromid von Guanidin auf, z. B. Guanidinhydrobromid, Cyanoguanidinhydrobromid oder eine Mischung aus diesen auf, obgleich andere substituierte Guanidinhydrobromide verwendet werden können. Die Komponente (A) (i) enthält vorzugsweise 5-Aminotetrazolhydrobromid oder 3-Amino-1,2,4-Triazolhydrobromid. Falls die Komponente (B) vorhanden ist, beinhaltet sie vorzugsweise ein Hydrobromid, bspw. Ethylaminhydrobromid, 1-6-Diaminohexanhydrobromid, 1,5-Diaminopentanhydrobromid oder Mischungen derselben, obwohl andere aliphatischen Aminhydrohalogenide, die unter die oben angegebene Definition fallen, angewandt werden können.

Das gemäß der vorliegenden Erfindung verwendete Flussmittel weist eine gute Flusswirkung sowie eine lange Hochtemperatur-Beständigkeitsdauer auf und gibt wenig Kohle sowie wenig Rückstände ab. Darüber hinaus zeigen Untersuchungen, dass das erfindungsgemäße Flussmittel nach dem Gebrauch und darauffolgender Behandlung mit Calciumkarbonat keine wesentlichen Mengen von Kupfer(II)- und Zink(II)-Ionen behalten; diese Ionen werden als die unlöslichen Hydroxide ausgeschieden.

Ohne Festlegung auf diese Theorie wird angenommen, dass dieses vorteilhafte Ergebnis deshalb zustande kommt, weil die Metallionen wegen der ungünstigen Ringgröße oder der von der Abgabe des Elektronenpaares oder der Elektronenpaare an ein Metallion herrührenden Instabilität keine stabilen Chelatkomplexe mit den organischen Verbindungen bilden können. Mit der vorliegenden Erfindung kommt im Falle von Guanidin oder 5-Aminotetrazol keine Chelatbildung vor, weil jeder Chelatkomplex mit einem Metallion eine Ringgröße von weniger als 5 Atomen haben müsste und er deshalb an sterischen Spannungen leiden und instabil sein würde. In dem Fall eines 3-Amino-1,2,4-Tiazols ist die Chelatbildung wegen der ungeeigneten Stereochemie der Donatorstellen auf dem starren fünfgliedrigen heterozyklischen Ring nicht möglich. Cyanoguanidin wirkt aufgrund der Instabilität, die aus der zweizähnigen Koordination resultiert, als ein einzähniger Ligand. Im Falle von 1,6-Diaminohexan würde ein Ring von mehr als 6 Atomen gebildet werden, der verspannt sein würde und daher nicht besonders stabil wäre. Ethylamin hat nur eine Elektronendonatorstelle, und somit kann eine Chelation nicht vorkommen.

In dem Fall des Standes der Technik, auf der anderen Seite, können Kupfer(II)- und Zink(II)-Ionen lösliche Chelatkomplexe mit aliphatischen Aminen, wie bspw. Diethanolamin, bilden und fällen deshalb nicht aus, wenn Calciumcarbonat zugegeben wird.

Es kann in dem Flussmittel ein Ammoniumhalogenid oder -phosphat in einer Menge bis zu 400 Gewichtsprozent, vorzugsweise bis zu 150 Gewichtsprozent, bevorzugterweise 20 bis 75 Gewichtsprozent, des Gesamtgewichts der Komponenten (A) und (B) enthalten sein.

Das Flussmittel kann außerdem eine Halogenwasserstoffsäure oder Phosphorsäure oder eine Mischung aus diesen in einer Menge von bis zu 800 Gewichtsprozent der Gesamtmasse der Komponenten (A) und (B) beinhalten. Die in dem Flussmittel verwendeten Hydrohalogenide oder Hydrophosphate können durch Hinzufügung einer Halogenwasserstoffsäure oder Phosphorsäure zu einem Guanidinkarbonat, einem substituierten Guanidin, einem heterozyklischen Amin der Formel:

CxNyH&sub3; oder C&sub2;N&sub4;H&sub4;,

in der x 1 oder 2 und y 4 oder 5 ist, oder dem entsprechenden freien Amin erzeugt werden. Oft wird mehr Halogenwasserstoffsäure beigefügt als stöchiometrisch notwendig ist, um mit dem Karbonat oder substituierten Guanidin oder dem entsprechenden freien Amin zu reagieren, und folglich ist etwas freie Halogenwasserstoff- oder Phosphorsäure vorhanden.

Lötflussmittel der hier beschriebenen Art werden gewöhnlich für den Verkauf an Kunden in konzentrierter Form hergestellt. Sie werden dann vor dem Gebrauch mit Wasser verdünnt, sofern sie nicht für eine besonders schwierige Lötarbeit benötigt werden, bei der sie erforderlichenfalls in konzentrierter Form angewandt werden könnten. Normalerweise enthält ein Lötflussmittel in konzentrierter Form zum Verdünnen mit Wasser zwischen 2 g und 40 g der Komponente (A) pro 100 ml Wasser.

Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann auch ein oder mehrere Benetzungsmittel und/oder Korrosionshemmer enthalten. Beispiele geeigneter Korrosionshemmer sind Benzotriazol und Imidazol.

Ein Verfahren zur Herstellung eines Lötflussmittels, wie es oben beschreiben ist, beinhaltet die Schritte: Zugabe von Guanidinkarbonat, einem substituierten Guanidin oder einem heterozyklischen Amin der Formel:

CxNyH&sub3; oder C&sub2;N&sub4;H&sub4;,

wobei x 1 oder 2 und y 4 oder 5 ist, und/oder eines aliphatischen Amins, der aus der Gruppe der aliphatischen Monoamine der Formel CH&sub3;(CH&sub2;)nNR&sub2; und der aliphatischen Diamine der Formel R&sub2;N(CH&sub3;)mNR&sub2; ausgewählt ist, wobei in den Formeln n 0 bis 10, m 5 bis 10 beträgt und R Wasserstoff, eine Methyl-, Ethyl-, Propyl- oder Butylgruppe ist, zu einer wässrigen Halogenwasserstoffsäure oder Phosphorsäure, nachfolgendes Hinzufügen von Ammoniakwasser zu der Mischung und anschließende Zugabe von Wasser zur Herstellung der gewünschten Konzentration.

Die erfindungsgemäße Flussmittelzusammensetzung findet besondere Anwendung beim Löten von Kühlern oder Wärmetauschern unter Verwendung der in der Technik bekannten Verfahren.

Kühler oder Wärmetauscher, die unter Verwendung erfindungsgemäßer Flussmittel gelötet werden können, werden gewöhnlich aus Kupfer/Messing hergestellt, wobei bspw. die Kühler- oder Wärmetauscherröhren aus Messing gefertigt sind und die Wärmetauscher- oder Kühlerlamellen aus Kupfer, vorzugsweise aus Kupfer mit kleinen Mengen von Arsen zur Verhinderung des Anlaufens beim Erwärmen, hergestellt sind. Diese Wärmetauscher- oder Kühlerkomponenten können unter Verwendung einer Reihe von Zinn/Blei-Legierungen gelötet werden, wobei insbesondere die Legierung Sn30:Pb70 Vorzug findet.

Unter einem anderen Aspekt schafft die vorliegende Erfindung eine neue wässrige Flussmittelzusammensetzung, die als Komponente (A) ein oder mehrere Hydrohalogenide oder Hydrophosphate eines fünfgliedrigen stickstoffhaltigen heterozyklischen Amins der Formel

CxNyH&sub3; oder C&sub2;N&sub4;H&sub4;,

in der x 1 oder 2 und y 4 oder 5 ist, enthält und die als Komponente (B) ein oder mehrere Hydrohalogenide oder Hydrophosphate von aliphatischen Aminen aufweist, die aus der Gruppe der aliphatischen Monoamine der Formel CH&sub3;(CH&sub2;)mNR&sub2; und der aliphatischen Diamine der Formel R&sub2;N(CH&sub3;)mNR&sub2; ausgewählt sind, in denen n von 0 bis 20, m von 5 bis 10 geht und R Wasserstoff, eine Methyl-, Ethyl-, Propyl- oder Butylgruppe ist, wobei die Komponenten (A) und (B) in Relativproportionen von 25 bis 100 Gewichtsprozent für (A) und 75 bis 0% für (B) vorhanden sind.

Vorzugsweise beinhaltet das Flussmittel außerdem ein Ammoniumhalogenid oder -phosphat in einer Menge bis zu 400 Gewichtsprozent des Gesamtgewichts der Komponenten (A) und (B).

Besonders bevorzugt ist es, wenn die Komponente (A) 5-Aminotetrazolhydrobromid oder 3-Amino-1,2,4-Triazolhydrobromid enthält.

Im Folgenden sind Beispiele erfindungsgemäßer Flussmittel angegeben:

Beispiel 1

Guanidinhydrobromid 5,7 g

Ammoniumbromid 8,0 g

Benetzungsmittel 0,4 g

Wasser zum Auffüllen eines Gesamtvolumens von 100 ml

Beispiel 2

Guanidinhydrobromid 5,7 g

Ethylaminhydrobromid 5,1 g

Ammoniumbromid 8,0 g

Benetzungsmittel 0,4 g

Wasser zum Auffüllen eines Gesamtvolumens von 100 ml

Beispiel 3

Cyanoguanidinhydrobromid 3,4 g

Ammoniumbromid 8,0 g

Benetzungsmittel 0,4 g

Wasser zum Auffüllen eines Gesamtvolumens von 100 ml

Beispiel 4

Cyanoguanidinhydrobromid 3,4 g

Ethylaminhydrobromid 5,1 g

Ammoniumbromid 8,0 g

Benetzungsmittel 0,4 g

Wasser zum Auffüllen eines Gesamtvolumens von 100 ml

Beispiel 5

Guanidinhydrochlorid 5,0 g

Ethylaminhydrochlorid 7,0 g

Ammoniumchlorid 2,2 g

Benetzungsmittel 0,5 g

Wasser zum Auffüllen eines Gesamtvolumens von 100 ml

Beispiel 6

Guanidinhydrochlorid 6,0 g

Ammoniumchlorid 4,0 g

Benetzungsmittel 0,5 g

Wasser zum Auffüllen eines Gesamtvolumens von 100 ml

Beispiel 7

5-Aminotetrazolhydrobromid 7,5 g

Ethylaminhydrobromid 10,0 g

Ammoniumbromid 5,0 g

Benetzungsmittel 0,5 g

Wasser zum Auffüllen eines Gesamtvolumens von 100 ml

Beispiel 8

5-Aminotetrazolhydrobromid 7,0 g

Ammoniumbromid 6,0 g

Benetzungsmittel 0,8 g

Wässer zum Auffüllen eines Gesamtvolumens von 100 ml

Beispiel 9

3-Amino-1,2,4-Triazolhydrobromid 8,0 g

Ethylaminhydrobromid 10,0 g

Ammoniumbromid 5,0 g

Benetzungsmittel 0,8 g

Wasser zum Auffüllen eines Gesamtvolumens von 100 ml

Beispiel 10

3-Amino-1,2,4-Triazolhydrobromid 6,0 g

Ammoniumbromid 8,0 g

Benetzungsmittel 0,8 g

Wasser zum Auffüllen eines Gesamtvolumens von 100 ml

Beispiel 11

5-Aminotetrazolhydrochlorid 6,0 g

Ethylaminhydrochlorid 7,0 g

Ammoniumchlorid 2,0 g

Benetzungsmittel 0,7 g

Wasser zum Auffüllen eines Gesamtvolumens von 100 ml

Beispiel 12

3-Amino-1,2,4-Triazolhydrochlorid 5,0 g

Ammoniumchlorid 4,0 g

Benetzungsmittel 0,5 g

Wasser zum Auffüllen eines Gesamtvolumens von 100 ml

Beispiel 13

Guanidinhydrobromid 5,7 g

Ethylaminhydrobromid 4,5 g

Imidazolhydrobromid 3,0 g

Benetzungsmittel 1,0 g

Wasser zum Auffüllen eines Gesamtvolumens von 100 ml

Beispiel 14

Guanidintrihydrophosphat 4,5 g

Ethylamintrihydrophosphat 3,6 g

Ammoniumdihydrogenphosphat 1,0 g

Benetzungsmittel 1,0 g

Wasser zum Auffüllen eines Gesamtvolumens von 100 ml

Beispiel 15

Guanidintrihydrophosphat 3,5 g

Ethylaminhydrobromid 7,0 g

Ammoniumbromid 3,0 g

Benetzungsmittel 1,0 g

Wasser zum Auffüllen eines Gesamtvolumens von 100 ml Jede oben angegebene Zusammensetzung enthält auch die entsprechende freie Halogenwasserstoffsäure oder Phosphorsäure in einer Menge, die ausreicht, um die endgültige Zusammensetzung mit einem pH-Wert unterhalb von 2,0 zu versehen.

Die obigen Flussmittel sind Flussmittelkonzentrate, die als solche bei schwierigen Lötbedingungen verwendet werden können, aber sie werden normalerweise durch den Anwender entsprechend den Einsatzbedingungen mit Wasser in einer bis zu ihrer 20-fachen Volumenmenge verdünnt.

Alle diese Flussmittel weisen eine gute Flusswirkung sowie eine lange Beständigkeitsdauer bei hohen Temperaturen auf, geben geringe Anteile von Kohle sowie wenig Flussmittelreste ab und behalten unter alkalischen Bedingungen mit einem pH-Wert größer als 9 keine beträchtlichen Mengen von Kupfer oder Zink zurück.

Solche Flussmittel werden normalerweise, je nach Eignung, durch Zugabe von Guanidinkarbonat, Cyanoguanidin oder eines heterozyklischen Amins der Formel:

CxNyH&sub3; oder C&sub2;N&sub4;H&sub4;,

in der x 1 oder 2 und y 4 oder 5 ist, sowie eines Ethylamins zu einer wässrigen Halogenwasserstoffsäure oder Phosphorsäure hergestellt. Ammoniakwasser und ein Benetzungsmittel sowie ein Korrosionshemmer werden dann hinzugefügt, gefolgt von Wasser zur Herstellung der gewünschten Konzentration. Ein spezielles Beispiel ist zur Veranschaulichung unten angegeben.

Beispiel 16 Zusammensetzung Konzentration g/l

HBr (48%-ige Lösung in Wasser) 512,0

NH&sub3;(wässrig) (relative Dichte von 0,88) 32,0

Guanidinkarbonat 36,0

Nichtionogener oberflächenaktiver Stoff 5,0

Wasser zum Auffüllen eines Gesamtvolumens von 1 Liter

Verfahren

Guanidinkarbonat wird langsam zur Hydrobromsäure hinzugefügt, gefolgt von dem (wässrigem) NH&sub3; und dem nichtionogenen oberflächenaktiven Stoff. Das gesamte Volumen wird dann durch Zugabe von Wasser auf 1 Liter eingestellt.

Beispiel 17

Hydrobromsäure (48%, 584,1 g) wurde in einen Behälter eingewogen und mit Wasser (100 ml) verdünnt. Guanidinkarbonat (67,6 g) wurde portionsweise zugefügt und die Mischung wurde gerührt, bis das Schäumen aufhörte. Ethylamin (70%-ige Lösung, 71,8 g) wurde unter Rühren beigemischt, gefolgt von Ammoniak (30%-ige Lösung, 23,23 g) und die Zugabe von nichtionogenen oberflächenaktiven Stoffen (7 g). Das Volumen wurde dann mit Wasser auf 1 Liter aufgefüllt.

Beispiel 18

Hydrobromsäure (48%-ige Lösung, 394 g) wurde in einen Behälter eingewogen und mit Wasser (100 ml) verdünnt. Guanidinkarbonat (11 g) wurde portionsweise zugegeben und gerührt, bis das Schäumen wegblieb. Dann wurde Ammoniak (30%-ige Lösung, 34,80 g) hinzugefügt, gefolgt durch die Zugabe von nichtionogenen oberflächenaktiven Stoffen (7 g). Das Volumen wurde dann mit Wasser bis auf 1 Liter aufgefüllt.

Beispiel 19

Ein mit einer Zink/Blei-Legierung (Sn30:Pb70) vorverzinkter Wärmetauscher- oder Kühlerkörper aus Kupfer- Messing wurde zum Löten fertig montiert. Die verschiedenen zu verbindenden Teile wurden mit dem Flussmittel nach Beispiel 17 in der Form eines verdünnten Gemisches mit 1 Teil Flussmittel auf 9 Teile Wasser durch Eintauchen oder Besprühen beschichtet. Dann wurde der mit dem Flussmittel versehene Wärmetauscher- oder Kühlerkörper in einen Ofen eingebracht. Die Temperatur erreichte innerhalb von 21/2 bis 3 Minuten 370ºC. Beim Entfernen aus dem Ofen waren die Verbindungen zwischen den Röhren und den Lamellen erfolgreich hergestellt.

Beispiel 20

Ein Wärmetauscher- oder Kühlerkasten wurde durch das folgende Verfahren an die Röhren eines Wärmetauschers oder Kühlerkörpers angelötet. Der Kasten und die Röhrenenden wurden jeweils mit dem Flussmittel nach Beispiel 18 in der Form einer verdünnten Mischung mit 1 Teil Flussmittel zu 9 Teilen Wasser durch Eintauchen oder Bespritzen beschichtet. Die mit dem Flussmittel versehene Baugruppe wurde danach in ein Schwalllötbad derart platziert, dass das Lötmittel die Röhrenenden und die Platteneinführungsöffnungen berührte, so dass eine Kapillarverbindung geschaffen wurde. Die Löttemperatur betrug 470ºC.


Anspruch[de]

1. Verwendung einer wässrigen Lötflussmittelzusammensetzung für das Löten eines Kühlers oder Wärmetauschers, wobei die Flussmittelzusammensetzung als eine Komponente (A): (i) ein oder mehrere Hydrohalogenide oder Hydrophosphate von Guanidin oder einem substituierten Guanidin oder (ii) ein oder mehrere Hydrohalogenide oder Hydrophosphate einer fünfgliedrigen Stickstoffverbindung mit einem heterozyklischen Amin der Formel

CxNyH&sub3; oder C&sub2;N&sub4;H&sub4;,

in der x 1 oder 2 und y 4 oder 5 ist, oder Mischungen von (i) und (ii) aufweist sowie als eine Komponente (B): ein oder mehrere Hydrohalogenide oder Hydrophosphate von aliphatischen Aminen aufweist, die aus aliphatischen Monoaminen der Formel CH&sub3;(CH&sub2;)nNR&sub2; und aliphatischen Diaminen der Formel R&sub2;N(CH&sub2;)mNR&sub2; ausgewählt sind, bei denen n zwischen 0 und 10, m zwischen 5 und 10 liegt und R Wasserstoff, eine Methyl-, Ethyl-, Propyl- oder Butylgruppe ist, wobei die Komponenten (A) und (B) in den relevanten Verhältnissen von 25 bis 100 Gewichtsprozent für (A) und 75 bis 0 Gewichtsprozent für (B) vorhanden sind.

2. Verwendung nach Anspruch 1, bei der das Flussmittel außerdem Ammoniumhalogenide oder -phosphate in einer Menge bis zu 400 Gewichtsprozent der gesamten Masse der Komponenten (A) und (B) enthält.

3. Verwendung nach Anspruch 2, bei der das Flussmittel außerdem Ammoniumhalogenide oder -phosphate in der Menge von bis zu 150 Gewichtsprozent der Gesamtmenge der Komponenten (A) und (B) enthält.

4. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei der die Komponente (A) (i) des Flussmittels Guanidinhydrobromid, Cyanoguanidinhydrobromid oder Mischungen aus diesen enthält.

5. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei der die Komponente (A)(ii) des Flussmittels 5-Aminotetrazolhydrobromid oder 3-Amino-1,2,4-Triazolhydrobromid enthält.

6. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der die Komponente (B) in dem Flussmittel Ethylaminhydrobromid, 1-6-Diaminohexanhydrobromid, 1,5-Diaminopentanhydrobromid oder Mischungen derselben enthält.

7. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der das Flussmittel außerdem eine Halogenwasserstoffsäure oder Phosphorsäure oder eine Mischung aus diesen in einer Menge von bis zu 800 Gewichtsprozent der Gesamtmenge der Komponenten (A) und (B) enthält.

8. Verwendung nach einem der vorgehenden Ansprüche, bei der das Flussmittel in einer konzentrierten Form von 2 g bis 40 g der Komponente (A) pro 100 ml Wasser enthält.

9. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Flussmittel in einer zur Anwendung geeigneten Stärke vorliegt, die 0,1g bis 1,5 g der Komponente (A) pro 100 ml Wasser enthält.

10. Verwendung nach einem der vorausgehenden Ansprüche, bei der das Flussmittel zusätzlich ein oder mehrere Korrosionshemmer und/oder Benetzungsmittel enthält.

11. Eine wässrige Lötflussmittelzusammensetzung, die als Komponente (A) ein oder mehrere Hydrohalogenide oder Hydrophosphate einer fünfgliedrigen Stickstoffverbindung mit heterozyklischem Amin der Formel

CxNyH&sub3; oder C&sub2;N&sub4;H&sub4;,

enthält, in der x 1 oder 2 und y 4 oder 5 ist, und die als Komponente (B) ein oder mehrere Hydrohalogenide oder Hydrophosphate der aliphatischen Amine enthält, die aus der Gruppe der aliphatischen Monoamine der Formel CH&sub3;(CH&sub2;)nNR&sub2; und der aliphatischen Diamine der Formel R&sub2;N(CH&sub3;)mNR&sub2; ausgewählt sind, in der n von 0 bis 10, m von 5 bis 10 geht und R Wasserstoff, eine Methyl-, Ethyl-, Propyl- oder Butylgruppe ist, wobei die Komponenten (A) und (B) in Relativproportionen von 25 bis 100 Gewichtsprozent für (A) und 75 bis 0% für (B) vorhanden sind.

12. Wässrige Flussmittelzusammensetzung nach Anspruch 11, bei der das Flussmittel außerdem ein Ammoniumhalogenid- oder -phosphat in einer Menge von bis zu 400 Gewichtsprozent des Gesamtgewichts der Komponenten (A) und (B) enthält.

13. Flussmittel nach Anspruch 11 oder 12, bei dem die Komponente (A) 5-Aminotetrazolhydrobromid oder 3-Amino- 1,2,4,-Triazolhydrobromid enthält.







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