PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19855239A1 08.06.2000
Titel Vorrichtung zur Übertragung von Bremsmomenten für Kraftfahrzeuge
Anmelder DaimlerChrysler AG, 70567 Stuttgart, DE
Erfinder Mierisch, Uwe, 34225 Baunatal, DE;
Herffurth, Rainer, 34233 Fuldatal, DE
DE-Anmeldedatum 30.11.1998
DE-Aktenzeichen 19855239
Offenlegungstag 08.06.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.06.2000
IPC-Hauptklasse B60T 1/06
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Übertragung von Bremsmomenten für Kraftfahrzeuge, insbesondere Nutzfahrzeuge.
Eine im dem Motor zugewandten Endbereich einer Antriebs- oder Kardanwelle angeordnete Bremseinrichtung dient zur Einleitung eines (Fest-)Bremsmomentes. Die Elastizität der Antriebswelle hat eine elastische Übertragung des Bremsmomentes zur Folge. Im Fall eines Versagens der Antriebswelle kann die Bremseinrichtung nicht wirksam betätigt werden.
Nach dem Vorschlag der vorliegenden Erfindung ist eine als Scheibenbremse ausgebildete Bremseinrichtung auf der Eingangsseite des Ausgleichsgetriebes angeordnet. Hierdurch kann der Einfluß der elastischen Nachgiebigkeit der Antriebswelle auf die (Fest-)Bremswirkung eliminiert werden. Als weiterer Vorteil kann die Bremseinrichtung zur Erzielung einer Festbremswirkung auch im Fall eines Versagens der Antriebswelle eingesetzt werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Übertragung von Bremsmomenten für Kraftfahrzeuge, insbesondere Nutzfahrzeuge, mit einer Antriebswelle, einer Bremseinrichtung und einem Ausgleichgetriebe, welches ein über einen Verbindungsflansch mit der Antriebswelle verbundenes Antriebsritzel und ein Gehäuse aufweist.

Bei bekannten derartigen Vorrichtungen dient die Bremseinrichtung, die im dem Motor zugewandten Endbereich einer Antriebs- oder Kardanwelle angeordnet ist und sich am Motorgetriebe oder dem Fahrzeugrahmen abstützt, zur Einleitung eines (Fest-)Bremsmomentes zusätzlich oder alternativ zu an den Fahrzeugrädern erzeugten Bremsmomenten (US 1 567 699).

Die Übertragung des (Fest-)Bremsmomentes durch die elastische Antriebswelle hat eine unerwünschte Nachgiebigkeit des Bremsstranges zur Folge. Weiterhin führt die Abstützung des Bremsmomentes am Fahrzeugrahmen oder dem diesem zugeordneten Motorgetriebe bezüglich der (Hinter-)Achse zur Einleitung eines (äußeren) Momentes. Ein derartiges Moment bewirkt eine Umverteilung der Normalkräfte in der Aufstandsfläche der dieser Achse zugeordneten Fahrzeugräder. Im Zusammenhang mit Nutzfahrzeugen kann es während des Betriebs derselben zu einem Versagen der Antriebswelle kommen. In diesem Fall muß der Fahrer des (Nutz-)Fahrzeuges infolge der Unwirksamkeit der motorgetriebeseitigen Feststellbremse das mit den den Fahrzeugrädern zugeordneten Bremsaggregaten in Wirkverbindung stehende Bremspedal dauerhaft betätigen, so daß ein Verlassen des Fahrzeuges, insbesondere in Abstellpositionen mit wirkenden Hangabtriebskräften, nicht möglich ist.

Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Erzielung einer verbesserten Bremswirkung, insbesondere im Fall eines Versagens der Antriebswelle, vorzuschlagen.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Die Bremseinrichtung ist auf der Eingangsseite des Ausgleichgetriebes angeordnet. Hierdurch kann der Einfluß der elastischen Nachgiebigkeit der Antriebswelle auf die (Fest-)Bremswirkung eliminiert werden. Sowohl das Bremsmoment als auch das diesem entgegengesetzte Abstützmoment wirken auf das dem Achsträger zugeordnete Ausgleichgetriebe, so daß sich diese Momente gegenseitig aufheben und ein einseitiges Anheben der Achse infolge des Bremsmomentes nicht erfolgen kann. Weiterhin kann die Bremseinrichtung zur Erzielung einer Festbremswirkung auch im Fall eines Versagens der Antriebswelle eingesetzt werden. Durch den Einsatz des Verbindungsflansches zur Verbindung der Antriebswelle mit dem Antriebsritzel und der mit dem Verbindungsflansch verbundenen Bremsscheibe ergibt sich eine besonders kompakte und/oder ökonomische Bauweise. Als Betätigungsorgane der Bremseinrichtung können herkömmliche, in großen Stückzahlen gefertigte Betätigungsorgane, insbesondere Bremssättel, Bremsbacken und Bremszylinder, eingesetzt werden.

Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus dem Unteransprüchen und der Beschreibung.

Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Die Zeichnung zeigt ein Ausgleichgetriebe mit Bremseinrichtung.

In einem nicht vollständig dargestellten Antriebsstrang erfolgt der Antrieb von einer Fahrzeugachse zugeordneten Fahrzeugrädern über ein Antriebsaggregat mit Getriebe, eine Antriebswelle und ein Ausgleichgetriebe 10. Das Ausgleichgetriebe 10 verfügt über ein in einem Gehäuse 11 desselben über zwei Kegelrollenlager 12, 13 gelagertes Antriebsritzel 14. Das Antriebsritzel 14 weist ein Kegelrad 15 auf, welches in Eingriff mit einem Tellerrad 16 des Ausgleichgetriebes 10 steht, sowie ein Wellenstück 17. Das aus dem Gehäuse 11 herausragende Wellenstück 17 ist über einen Verbindungsflansch 18 mit einem mit der Antriebswelle verbundenen Kupplungselement verbunden, insbesondere über mehrere über den Umfang des Verbindungsflansches 18 verteilte und axial orientierte Bohrungen 19.

Der Verbindungsflansch 18 ist mittels bekannter Wellen-Naben- Verbindungen formschlüssig mit dem Wellenstück 17 verbunden, beispielsweise mittels einer Keilwellenverzahnung 20. Der Verbindungsflansch 18 wird über eine dem freien Wellenende des Antriebsritzels 14 zugeordneten Wellenmutter 21 in axialer Richtung gegen einen, sich insbesondere über eine Hülse 22, den Innenring 23 des Kegelrollenlagers 12 an einem Wellenabsatz des Antriebsritzels 14 abstützenden, Innenring 24 des Kegelrollenlagers 13 geschraubt und gesichert.

Mit dem Verbindungsflansch 18 ist weiterhin eine sich quer zur Längsachse des Antriebsritzels 14 erstreckende ringförmige Bremsscheibe 25 verbunden. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind Verbindungsflansch 18 und Bremsscheibe 25 einstückig ausgebildet und die Bremsscheibe 25 setzt den Verbindungsflansch 18 in radialer Richtung fort und umgibt diesen. Alternativ sind Ausführungsformen denkbar, bei denen die Bremsscheibe 25 und der Verbindungsflansch 18 separat und axial hintereinanderliegend miteinander verbunden ausgebildet sind.

Die Bremsscheibe 25 steht in Wirkverbindung mit einem sich an einer Konsole 26 des Gehäuses 11 und einen Teilquerschnitt der Bremsscheibe 25 U-förmig umgreifenden Bremssattel 27 mit Bremsbacken 28. Die Bremsbacken 28 sind nutzerbetätigt gegen Bremsflächen 29 der Bremsscheibe 25 preßbar.

Zwischen dem (ruhenden) Gehäuse 11 und dem Antriebsritzel 14 oder mit diesem umlaufenden Bauelementen, beispielsweise dem dem Lager zugewandten Endbereich des Verbindungsflansches 18, ist in bekannter Weise und Ausbildung eine Dichtung 30 angeordnet zur Abdichtung des Innenraumes des Ausgleichgetriebes 10 gegenüber der Umgebung 31.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zur Übertragung von Bremsmomenten für Kraftfahrzeuge, insbesondere Nutzfahrzeuge, mit einer Antriebswelle, einer Bremseinrichtung und einem Ausgleichgetriebe (10), welches ein über einen Verbindungsflansch (18) mit der Antriebswelle verbundenes Antriebsritzel (14) und ein Gehäuse (11) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremseinrichtung als sich am Gehäuse (11) des Ausgleichgetriebes (10) abstützende Scheibenbremseinrichtung ausgebildet ist und daß der Verbindungsflansch (18) über eine Bremsscheibe (25) verfügt.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbindungsflansch (18) im radial außenliegenden Bereich mit der Bremsscheibe (25) einstückig ausgebildet ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com