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Dokumentenidentifikation DE19856534A1 15.06.2000
Titel Getriebe für einen Doppelschneckenextruder
Anmelder A. Friedr. Flender AG, 46395 Bocholt, DE
Erfinder Thewes, Helmut, 46397 Bocholt, DE
Vertreter Radünz, I., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 40237 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 08.12.1998
DE-Aktenzeichen 19856534
Offenlegungstag 15.06.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.06.2000
IPC-Hauptklasse B29C 47/40
IPC-Nebenklasse F16H 1/16   
Zusammenfassung Das Getriebe für einen Doppelschneckenextruder mit konischen Schneckenwellen (1) besteht aus einem durch eine Antriebswelle (6) angetriebenen Verteilgetriebe und aus zwei Abtriebswellen (3, 4), die unter einem Winkel zueinander angeordnet sind und die an die Schneckenwellen (1) kuppelbar sind. Das Verteilgetriebe und die Abtriebswellen (3, 4) sind in einem gemeinsamen Gehäuse (5) angeordnet. Innerhalb dieses Gehäuses (5) sind zwischen dem Verteilgetriebe und den Abtriebswellen (3, 4) winkelbewegliche, drehstarre Kupplungen angeordnet, die vorzugsweise als Doppelzahnkupplungen (14) ausgebildet sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Getriebe für einen Doppelschneckenextruder mit konischen Schneckenwellen mit den Merkmalen des Oberbegriffes des Anspruches 1.

Bei einem derartigen z. B. aus der EP-OS 275 485 bekannten Getriebe sind wegen der Schrägstellung der gegenläufig rotierenden Schneckenwellen und der mit ihnen verbundenen Abtriebswellen die beiden auf den Abtriebswellen angeordneten, miteinander kämmenden und der Leistungsaufteilung dienenden Zahnräder als Kegelzahnräder ausgebildet. Im Vergleich zu Stirnrädern erfordert die Herstellung der Verzahnung von Kegelrädern einen erhöhten Konstruktions- und Fertigungsaufwand. Um einen einwandfreien Eingriff der Schnecken des Extruders zu erreichen, muß die Verzahnung der auf den Abtriebswellen des Getriebes angeordneten Kegelräder exakt berechnet werden. Anderenfalls muß die Verzahnung der Kegelräder unter hohem Aufwand nachgearbeitet werden, da zur Erreichung des Eingriffes der Schnecken ein radiales Verdrehen der Kegelräder auf den Abtriebswellen nicht möglich ist. Diese bei der Verwendung von Kegelrädern auftretenden Schwierigkeiten werden weiter erhöht, wenn zwischen die miteinander kämmenden Kegelräder ein drittes Kegelrad anzuordnen ist, um einen Doppelschneckenextruder anzutreiben, dessen konische Schneckenwellen im Gleichlauf rotieren.

Drehstarre Ausgleich-Kupplungen (Taschenbuch für den Maschinenbau/Dubbel, 14. Aufl. 1981, Seite 409) werden allgemein dort eingesetzt, wo eine winkeltreue Übertragung gefordert wird oder wo Wellen radiale oder winklige Fluchtfehler oder Axialverschiebungen erfahren. Zu den drehstarren Ausgleichs-Kupplungen gehören unter anderen Gelenkwellen und Doppelzahnkupplungen.

Aus der DE-OS 41 29 913 ist ein Doppelschneckenextruder mit parallelen Schneckenwellen bekannt, bei dem das der Leitungsaufteilung dienende Getriebe und ein die Schneckenwellen aufnehmender Verfahrensteil voneinander getrennt sind. Der Antrieb der parallelen Schneckenwellen erfolgt bei diesem Extruder von dem Verzweigungsgetriebe mittels Gelenkwellen. Auf diese Weise soll es ermöglicht werden, das Verzweigungsgetriebe ohne Rücksicht auf den engen Abstand der parallelen Schneckenwellen zu konstruieren.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das gattungsgemäße Getriebe für einen Doppelschneckenextruder mit konischen Schneckenwellen derart zu gestalten, daß der Konstruktions- und Fertigungsaufwand erniedrigt wird und ein Getriebe für einen Doppelschneckenextruder mit konischen, gleichläufig rotierenden Schneckenwellen möglich wird.

Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Getriebe erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Bei diesem Getriebe sind die Abtriebswellen nicht mehr in die Leistungsverteilung eingeschlossen. Dadurch kann bei einem Doppelschneckenextruder mit konischen Schneckenwellen auf Kegelräder verzichtet und das Verteilgetriebe aus Stirnrädern aufgebaut werden. Diese Stirnräder sind einfacher herzustellen und können in dem Getriebe in einfacher Weise über eine hydraulische Pumpeinrichtung in ihrer gegenseitigen Lage innerhalb des Getriebes eingestellt werden. Da die vorzugsweise als Doppelzahnkupplungen ausgebildeten winkelbeweglichen, drehstarren Kupplungen innerhalb des Getriebegehäuses angeordnet sind, baut das Getriebe kompakt. Die Doppelzahnkupplungen sind in einem ohnehin mit Öl gefüllten Raum untergebracht, so daß deren Schmierung unproblematisch ist.

Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im folgenden näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 den Längsschnitt durch ein Getriebe für einen Doppelschneckenextruder mit konischen Schneckenwellen,

Fig. 2 den Längsschnitt durch ein Getriebe gemäß einer anderen Ausführungsform,

Fig. 3 durch den Längsschnitt durch die Antriebswelle für ein Getriebe nach Fig. 1,

Fig. 4 den Räderplan gemäß Schnitt IV-IV nach Fig. 1 und

Fig. 5 den Räderplan gemäß Schnitt V-V nach Fig. 2.

Das Getriebe dient zum Antrieb eines Doppelschneckenextruders mit zwei konischen, unter einem Winkel zueinander angestellten Schneckenwellen 1. Von diesem Doppelschneckenextruder sind nur die Endabschnitte der beiden Schneckenwellen 1 dargestellt. Diese Endabschnitte sind mit einer Verzahnung versehen und über innenverzahnte Verbindungsmuffen 2 mit jeweils einer Abtriebswelle 3, 4 des Getriebes verbunden sind. Durch diese starre Verbindung sind die Abtriebswellen 3, 4 unter dem gleichen Winkel zueinander angeordnet wie die Schneckenwellen 1.

Das Getriebe ist in einem mehrteiligen, mit Öl gefüllten Gehäuse 5 untergebracht. Das Getriebe enthält eine über einen nicht gezeigten Antriebsmotor angetriebene Antriebswelle 6, die aus dem Gehäuse 5 herausgeführt ist. Bei dem in Fig. 1 dargestellten Getriebe ist auf der Antriebswelle 6 drehfest ein Antriebsritzel 7 angeordnet, das mit zwei Zahnrädern 8, 11 kämmt. Das Zahnrad 8 ist über eine Paßfeder 9 auf einer ersten Getriebewelle 10 befestigt. Das Zahnrad 11 ist durch Aufgeschrumpfen drehfest auf einer zweiten Getriebewelle 12 befestigt, die parallel zu der ersten Getriebewelle 10angeordnet ist. Die genannten Zahnräder 8, 11 und das Ritzel 7 sind als Stirnräder ausgebildet. Sie sind in Lagern 13 in dem Gehäuse 5 gelagert. Durch die gewählte Räderanordnung laufen die beiden Getriebewellen 10, 12 im gleichen Drehsinn um. Über die später beschriebene Verbindung der Getriebewellen 10, 12 mit den Abtriebswellen 3, 4 rotieren auch die Schneckenwellen 1 gleichläufig.

Das in Fig. 2 dargestellte Getriebe unterscheidet sich von dem Getriebe gemäß Fig. 1 lediglich dadurch, daß die erste Getriebewelle 10 mit dem Antriebsmotor gekuppelt ist und damit als Antriebswelle dient. Das auf dieser ersten Getriebewelle 10 angeordnete Zahnrad 8 kämmt mit dem auf der zweiten Getriebewelle 12 angeordneten Zahnrad 11. Die beiden Getriebewellen 10, 12 laufen gegenläufig um, so daß die Schneckenwellen 1 ebenfalls gegenläufig rotieren.

Die beschriebenen Getriebe dienen als Verteilgetriebe, dem ein Untersetzungsgetriebe vorgeschaltet sein kann.

Jede der beiden gleichläufig oder gegenläufig umlaufenden, parallelen Getriebewellen 10, 12 ist mit einer der beiden unter einem Winkel zueinander angeordneten Abtriebswellen 3, 4 drehstarr und winkelbeweglich verbunden. Diese Verbindung erfolgt über Doppelzahnkupplungen 14, die innerhalb des Gehäuses 5 angeordnet sind. Jede Doppelzahnkupplung 14 besteht aus zwei Kupplungshälften 15, die auf den einander zugewandten Enden der Getriebewellen 10, 12 und der Abtriebswellen 3, 4 drehfest befestigt sind. Die Kupplungshälften 15 sind mit einer Außenverzahnung versehen, die bogenförmig ausgebildet ist. In diese Außenverzahnung greift eine Innenverzahnung einer Kupplungshülse 16 ein, die die beiden Kupplungshälften 15 übergreift. Die Schmierung der Doppelzahnkupplungen 14 erfolgt durch das in dem Gehäuse 5 zur Schmierung der Lager vorhandene Öl.

Die Abtriebswellen 3, 4 sind über Axiallager 17 in dem Gehäuse 5 abgestützt und Radiallagern 18 gelagert.

Von der Stirnseite her sind durch die zweite Getriebewelle 12 axiale Bohrungen 19 geführt, die in radiale Bohrungen 20 münden. Die radialen Bohrungen 20 enden in jeweils einer Ringnut 21, die in den Sitz des aufgeschrumpften Zahnrades 11 eingebracht sind. Die Bohrungen 19, 20 sind bei geöffnetem Gehäuse 5 an eine Pumpeinrichtung anschließbar. Diese Pumpeinrichtung gefördert eine unter hohem Druck stehende Hydraulikflüssigkeit durch die Bohrungen 19, 20 in die Ringnut 21 des Schrumpfsitzes auf der zweiten Getriebewelle 12. Dadurch wird das aufgeschrumpfte Zahnrad 11 soweit von der Getriebewelle 12 abgehoben, daß es gegenüber der zweiten Getriebewelle 12 verdreht und radial eingestellt werden kann. Die Abtriebswelle 4 läßt sich jetzt über die Verbindung mit der zweiten Getriebewelle 12 bei in Eingriff gehaltenen Zahnrädern 8, 11 soweit relativ zu dem Zahnrad 11 verdrehen, daß sie eine radiale Stellung einnimmt, bei der die später angekuppelten Schneckenwellen 1 in Eingriff stehen. Bei den beschriebenen Getrieben ist nur das Zahnrad 11 der zweiten Getriebewelle 12 aufgeschrumpft und mit einer Pumpeinrichtung versehen, während das Zahnrad 8 über die Paßfeder 9 auf der ersten Getriebewelle 10 befestigt ist. Es auch möglich, das Zahnrad 8 ebenfalls auf die erste Getriebewelle 10 aufzuschrumpfen und mit einer Pumpeinrichtung zu versehen.


Anspruch[de]
  1. 1. Getriebe für einen Doppelschneckenextruder mit konischen Schneckenwellen (1) bestehend aus einem durch eine Antriebswelle (6) angetriebenen Verteilgetriebe und aus zwei Abtriebswellen (3, 4), die unter einem Winkel zueinander angeordnet sind und die an die Schneckenwellen (1) kuppelbar sind, wobei das Verteilgetriebe und die Abtriebswellen (3, 4) in einem gemeinsamen Gehäuse (5) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb des Gehäuses (5) zwischen dem Verteilgetriebe und den Abtriebswellen (3, 4) winkelbewegliche, drehstarre Kupplungen angeordnet sind.
  2. 2. Getriebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die winkelbewegliche, drehstarre Kupplung als Doppelzahnkupplung (14) ausgebildet ist.
  3. 3. Getriebe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Doppelzahnkupplung (14) eine mit einer Innenverzahnung versehene Kupplungshülse (16) enthält, die zwei mit einer Außenverzahnung versehene Kupplungshälften (15) übergreift, die auf den einander zugewandten Ende jeder der beiden Abtriebswellen (3, 4) und der Getriebewellen (10, 12) des Verteilgetriebes drehfest befestigt sind.
  4. 4. Getriebe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kupplungshälften (15) mit einer Bogenverzahnung versehen ist.
  5. 5. Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 4 , dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Zahnrad (11) des Verteilgetriebes mit Schrumpfsitz auf die entsprechende Welle aufgeschrumpft und über eine hydraulische Pumpeinrichtung radial einstellbar ist.
  6. 6. Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 5 , dadurch gekennzeichnet, daß die Abtriebswellen (3, 4) gleichläufig rotieren.
  7. 7. Getriebe nach einem der Ansprüche 1 bis 5 , dadurch gekennzeichnet, daß die Abtriebswellen (3, 4) gegenläufig rotieren.






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