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Dokumentenidentifikation DE19744474C2 21.06.2000
Titel Gegenstand mit gestaltetem Rand
Anmelder Celep, Yasemin, 65428 Rüsselsheim, DE
Erfinder Celep, Yasemin, 65428 Rüsselsheim, DE
Vertreter Beyer & Jochem Patentanwälte, 60322 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 09.10.1997
DE-Aktenzeichen 19744474
Offenlegungstag 22.04.1999
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 21.06.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.06.2000
IPC-Hauptklasse A47G 19/00
IPC-Nebenklasse A47G 19/30   B44C 3/02   A47G 23/00   
Zusammenfassung Ein Gefäß, Teller oder sonstiger Ziergegenstand besitzt einen umlaufenden Rand. Zur Verbesserung des ästhetischen Erscheinungsbildes ist bereits die Verzierung der Ränder bekannt. Zur Schaffung einer Verzierung, die von üblichen Lösungen abweicht und weitreichende Gestaltungsmöglichkeiten bietet, wird vorgeschlagen, an dem Außenrand einen Randfortsatz (14) zu befestigen, der aus einem Gewebe oder Maschengebilde (18) besteht, dessen Knoten bzw. Maschen wenigstens zum Teil mit einer fließfähig aufgebrachten, erhärteten Masse (20) fixiert sind. Vorzugsweise ist die Maschenstruktur (18) des Maschengebildes aus Draht weitmaschig gewirkt, gestrickt oder gehäkelt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung befaßt sich mit einem Gefäß, einem Teller oder vergleichbaren Ziergegenständen, insbesondere aus Glas mit einem umlaufenden Rand. Gegenstand der Erfindung ist auch ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Gegenstandes.

Es ist vielfach üblich, zur Verbesserung des ästhetischen Erscheinungsbildes von Gefäßen oder Tellern, deren Rand zu bemalen oder in besonderer Ausgestaltung zu formen.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Gefäß bzw. einen Teller zu schaffen, dessen Rand von üblichen Lösungen abweicht und erweiterte Gestaltungsmöglichkeiten bietet.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch einen Gegenstand der eingangs beschriebenen Art gelöst, an dessen Außenrand ein ringförmiger Randfortsatz befestigt ist, der aus einem Gewebe oder Maschengebilde besteht, dessen Knoten bzw. Maschen wenigstens zum Teil mit einer fließfähig aufgebrachten, erhärteten Masse fixiert sind.

Die zumeist aus Glas, Aluminium oder auch Porzellan bestehenden Gegenstände verfügen damit über einen Randfortsatz aus einem anderen Werkstoff, der sich vom Grundkörper optisch abhebt. Die Gewebe- bzw. Maschenstruktur, die vorzugsweise aus Draht besteht, erlaubt dabei zusammen mit der Auswahl der Fixiermasse und deren Art der Aufbringung erhebliche gestalterische Variationsmöglichkeiten. Die erhärtete Masse verleiht dem Gewebe bzw. Maschengebilde auch die notwendige Steifigkeit. Bei Geweben kann auch bandförmiges Material als Kett- und/oder Schußfaden Verwendung finden.

Während Gewebestrukturen aufgrund ihrer Beschaffenheit unelastisch und damit im Rohzustand schwerer zu verarbeiten sind und zu optisch klar strukturierten Randfortsätzen führen, lassen sich bei Maschenstrukturen besser unregelmäßige Erscheinungsbilder erzeugen. Vorzugsweise ist die Maschenstruktur des Maschengebildes dabei weitmaschig gewirkt, gestrickt oder gehäkelt. Bei aus Draht bestehenden Geweben ist Kupfer- oder Messingdraht besonders geeignet, der relativ weich ist und sich daher leicht verarbeiten läßt. Geschmolzenes Lötzinn ist wegen der niedrigen Arbeitstemperatur zur Fixierung der Maschenknoten besonders geeignet.

Die Fixierung der Knoten bzw. Maschen kann auch durch ein gehärtetes Harz erfolgen. Bei der Verwendung eines Harzes können statt der Drähte auch Kunststoffschnüre oder Fasern verwendet werden.

Die Aufgabe der Erfindung besteht auch in der Schaffung eines geeigneten Verfahrens zur Herstellung der vorstehend beschriebenen Gegenstände.

Dabei wird erfindungsgemäß so vorgegangen, daß zunächst ein ringförmiges Gewebe oder Maschengebilde erzeugt wird, dieses auf dem Rand des Gefässes befestigt wird und zuvor oder anschließend auf wenigstens einen Teil der Knoten bzw. Maschen eine fließfähige Masse aufgebracht und durch Abkühlen bzw. Abbinden gehärtet wird. Wählt man als Randfortsatz eine Maschenstruktur, wird das Maschengebilde vorzugsweise gewebt, gewirkt, gestrickt oder gehäkelt.

Maschengebilde haben den Vorteil, daß sie über eine gewisse Elastizität verfügen. Diese Elastizität kann man sich zunutze machen, wenn man eine bestimmte Neigung des Randfortsatzes erreichen möchte. Hierzu wird der freie Rand des Maschengebildes aufgeweitet, bis dieser eine bestimmte Neigung angenommen hat, und in der aufgeweiteten Lage werden die Maschen fixiert. Durch diese Maßnahme kann das zunächst in zylindrischer Form erzeugte Maschengebilde in gewissem Umfang beispielsweise der Wandneigung des Gefässes angepaßt werden.

Eine weitere Möglichkeit zur Erzielung einer bestimmten Neigung des Randfortsatzes besteht im Einarbeiten von zusätzlichen Maschen bzw. von Luftmaschen. Diese Vorgehensweise ist insbesondere bei sehr flachen Randfortsätzen empfehlenswert, die beispielsweise an Tellern angebracht werden sollen.

Der Randfortsatz kann beispielsweise aus Draht hergestellt und seine Knoten bzw. Maschen wenigstens zum Teil mit geschmolzenem Lötzinn umhüllt werden. Lötzinn hat bei der Fixierung der Struktur den Vorteil, daß es bei vergleichsweise niedrigen Arbeitstemperaturen verarbeitet werden kann und in geschmolzenem Zustand besonders gute Fließeigenschaften besitzt.

Zur Befestigung des Randfortsatzes am Rand des Gefäßkörpers wird auf diesem vorzugsweise ein Metallband aufgeklebt und der Randfortsatz mit dem Metallband verlötet. Vorzugsweise findet dabei selbstklebendes Kupferband Verwendung, das eine dauerhafte Verbindung zwischen dem Gefäßkörper und dem Randfortsatz ermöglicht. Gegenüber mechanischen Befestigungen, wie z. B. Klammern, ist die Verwendung eines Kupferbandes optisch unauffälliger und führt dennoch zu einer stabilen Verbindung. Zur Verbesserung der Haltbarkeit der Verbindung sollte der Gefäßrand vor dem Aufkleben des Metallbandes beispielsweise durch Anschleifen angerauht werden.

Nachfolgend wird anhand der beigefügten Zeichnung näher auf ein Ausführungsbeispiel der Erfindung eingegangen.

Die schräge Ansicht von oben zeigt den oberen Bereich eines becherartigen Glasgefässes 10. Auf dem oberen Rand von dessen Glaskörper 12 sitzt eine ringförmige Krone 14 als Randfortsatz. Die Randkrone 14 ist dabei auf einem Kupferklebeband 16 aufgelötet, das mit dem oberen Rand des Glaskörpers 12 verklebt ist.

Die Randkrone 14 besteht aus einer gehäkelten, ringförmig geschlossenen Maschenstruktur 18, deren Maschen zum größten Teil mit Lötzinn 20 benetzt sind. Das Lötzinn 20 sorgt auch für die notwendige Steifigkeit der Randkrone 14, die an ihrem oberen Rand derart aufgeweitet ist, daß sie eine Verlängerung der Wand des Glaskörpers 12 darstellt.

Bei der Herstellung des Glasgefässes 10 wird wie folgt vorgegangen. Zunächst wird der obere Rand des Glaskörpers 12 durch eine Schleifbehandlung angerauht und mit Hilfe eines Fettlösers gereinigt. Anschließend wird das Kupferband 16 auf den Rand 14 aufgeklebt.

Aus Kupfer- oder auch Messingdraht wird die ringförmige Maschenstruktur 18 gehäkelt, deren Durchmesser im wesentlichen dem Randdurchmesser des Glaskörpers 12 entspricht. Anschließend wird die Maschenstruktur 18 an ihrem unteren Rand mit dem Kupferband 16 verlötet.

Die noch lose und nachgiebige Maschenstruktur 18 wird an ihren Maschenknoten schrittweise mit erhitztem Lötzinn 20 benetzt, das nach seinem Erstarren die Maschenstruktur 18 versteift. Beim Aufbringen des Lötzinns 20 kann die Maschenstruktur 18 an ihrem äußeren Rand aufgeweitet werden, um beispielsweise wie bei dem abgebildeten Ausführungsbeispiel eine der Wand des Glaskörpers 12 entsprechende Randneigung der Randkrone 14 zu erreichen. Da Maschengebilde grundsätzlich über eine gewisse Elastizität verfügen, ist ein Aufweiten in gewissem Umfang ohne weiteres möglich. Bei sehr flach ausgebildeten Randkronen 14, wie sie z. B. für Teller benötigt werden könnten, sollte zur Vermeidung eines zu starken Verziehens der Maschenstruktur 18 beim Aufweiten die Neigung bereits bei der Herstellung der Maschenstruktur 18 durch zum Außenrand hin zunehmende Maschenzahl berücksichtigt werden.

Gegebenenfalls kann die Randkrone 14 auch vor dem Festlöten auf dem Glaskörper 12 mit Lötzinn 20 benetzt werden.

Grundsätzlich ist es möglich jegliche gefäßartigen oder tellerartigen Gegenstände mit einem Rand mit einer Randkrone der zuvor beschriebenen Art zu versehen. Es müssen lediglich die Proportionen dem zu verzierenden Glas- oder Porzellankörper angepaßt werden. Neben Bechern, Vasen, Schalen, Tellern sind beispielsweise auch Kerzenständer und Teelichter und weitere Gegenstände mit einem Rand mit einer Randkrone der hier beschriebenen Art verzierbar. Die Höhe der Randkrone liegt gewöhnlich zwischen 1,5 und 15 cm, kann bei sehr großen Gefäßen jedoch auch größer sein. Die Randkrone kann auch zur Verzierung von Gegenständen aus Aluminium, wie sie z. B. als Seiher oder Milchtopf im Haushalt Verwendung finden. Bei geeigneten Metallen kann die Randkrone auch ohne die Verwendung von Kupferklebeband auf den Metallkörper aufgelötet werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Gefäß, Teller oder sonstiger Ziergegenstand mit einem umlaufenden Rand, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Außenrand ein ringförmiger Randfortsatz (14) befestigt ist, der aus einem Gewebe oder Maschengebilde (18) besteht, dessen Knoten bzw. Maschen wenigstens zum Teil mit einer fließfähig aufgebrachten, erhärteten Masse (20) fixiert sind.
  2. 2. Gefäß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Maschenstruktur (18) des Maschengebildes weitmaschig gewirkt, gestrickt oder gehäkelt ist.
  3. 3. Gefäß nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe bzw. Maschengebilde (18) aus Draht besteht.
  4. 4. Gefäß nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die erhärtete Masse ein beim Aufbringen geschmolzenes Lot ist.
  5. 5. Gefäß nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Lot Lötzinn (20) ist.
  6. 6. Gefäß nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die erhärtete Masse ein gehärtetes Harz ist.
  7. 7. Verfahren zur Herstellung eines Gegenstandes nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein ringförmiges Gewebe oder Maschengebilde (18) erzeugt wird, dieses auf dem Rand des Gefässes (10, 12) befestigt wird und zuvor oder anschließend auf wenigstens einen Teil der Knoten bzw. Maschen eine fließfähige Masse (20) aufbegracht und durch Abkühlen oder Abbinden gehärtet wird.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Maschengebilde (18) gewirkt, gestrickt oder gehäkelt wird.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der freie Rand des Maschengebildes (18) aufgeweitet wird, bis eine bestimmte Neigung des Randfortsatzes (14) erreicht ist, und in der aufgeweiteten Stellung die Maschen fixiert werden.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzielung einer bestimmten Neigung des Randfortsatzes (14) zusätzliche Maschen bzw. Luftmaschen eingearbeitet werden.
  11. 11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Maschenstruktur (18) aus Draht hergestellt und die Knoten bzw. Maschen wenistens zum Teil mit geschmolzenem Lötzinn (20) umhüllt werden.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Rand des Gefäßkörpers (12) ein Metallband (16) aufgeklebt wird und der Randfortsatz (14) mit dem Metallband (16) verlötet wird.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Gefäßrand vor dem Aufkleben des Metallbandes (16) angerauht wird.






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