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Dokumentenidentifikation DE19857658A1 21.06.2000
Titel Einrichtung für den Vorschub von Leder und dergl.
Anmelder Kerber, Werner, 65779 Kelkheim, DE
Erfinder Kerber, Werner, 65779 Kelkheim, DE
Vertreter Fiedler, O., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 78266 Büsingen
DE-Anmeldedatum 15.12.1998
DE-Aktenzeichen 19857658
Offenlegungstag 21.06.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.06.2000
IPC-Hauptklasse C14B 1/04
IPC-Nebenklasse C14C 15/00   B05C 1/08   C14B 17/04   
Zusammenfassung Erfindungsgattung:
Einrichtung für den Vorschub von Leder und dergl. im Bereich einer Bearbeitungsstation, insbesondere einer solchen mit einer gegensinnig zur Vorschubrichtung rotierenden, am Leder angreifenden Auftragswalze (FW) für flüssige oder viskose Medien, wobei für den Vorschub eine Transportvorrichtung mit mindestens einem am Leder angreifenden Antriebsglied vorgesehen ist, vorzugsweise in Form einer sich umfangsseitig entgegengesetzt zu der Arbeitswalze bewegenden Transportwalze (TW) und/oder einem entsprechenden Transportband.
Erfindungsaufgabe:
Schaffung einer Antriebseinrichtung bzw. von Antriebsmitteln bzw. einer Transportwalze für Leder, die eine nicht nur reibungsschlüssige, sondern mindestens zusätzlich formschlüssige Übertragung der Vorschubkraft auf das Leder ermöglicht.
Aufgabenlösung:
An dem Antriebsglied sind flächenhaft verteilte Antriebsmittel (AM) vorgesehen, die gegen das Leder gerichtete, spitz oder scharfkantig ausgebildete und mit dem Leder in eine mindestens teilweise formschlüssige Antriebsverbindung tretende Vorsprünge aufweisen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung für den Vorschub von Leder und dergl. im Bereich einer Bearbeitungsstation, insbesondere einer solchen mit einer gegensinnig zur Vorschubrichtung rotierenden, am Leder angreifenden Auftragswalze für flüssige oder viskose Medien, wobei für den Vorschub eine Transportvorrichtung mit mindestens einem am Leder angreifenden Antriebsglied vorgesehen ist, vorzugsweise in Form einer sich umfangsseitig entgegengesetzt zu der Arbeitswalze bewegenden Transportwalze und/oder mit einem entsprechenden Transportband. Zum Gegenstand der Erfindung gehören auch zugeordnete Antriebsmittel und insbesondere Transportwalzen.

Solche Vorschubeinrichtungen, gegebenenfalls mit zusätzlichen Einführ-Transportbändern oder anderen Hilfsmitteln, arbeiten in der Praxis weitgehend zufriedenstellend, sofern sich die Transportwalze bzw. das Transportband umfangsseitig gleichsinnig zur Arbeitswalze bewegt. Dies ist jedoch in wichtigen Anwendungsbereichen nicht der Fall, insbesondere nicht im Fall jener Auftrags- und Druckmaschinen für Leder, bei denen das Leder die Berührungs- und Druckzone an der Arbeitswalze gegensinnig zu deren Bewegungsrichtung durchläuft. Dies erfüllt den wesentlichen und vielfach unverzichtbaren Streich- oder Reibeffekt zwecks tiefgreifendem und gleichmässigem Auftrag der Arbeitsmedien, z. B. Farben, Imprägniermittel, Zurichtungen und dergl. In diesen Fällen bewirkt die Pressung der Arbeitswalze, insbesondere in Verbindung mit viskosen Auftrags- oder Arbeitsmedien eine starke Behinderung des Ledervorschubs, die leicht zu einem Abbremsen der Vorschubbewegung mit ungleichförmigem Auftrag und sogar zu Stauungen mit Betriebsstörung führen kann.

Aufgabe der Erfindung ist daher die Schaffung einer Antriebseinrichtung bzw. von Antriebsmitteln bzw. einer Transportwalze für Leder, die eine nicht nur reibungsschlüssige, sondern mindestens zusätzlich formschlüssige Übertragung der Vorschubkraft auf das Leder ermöglicht. Die erfindungsgemässe Lösung dieser Aufgabe ist bestimmt durch die Merkmale des Anspruchs 1 bzw. des Anspruchs 5 bzw. des Anspruchs 13.

Die flächenhaft verteilte Anordnung von Vorsprüngen bzw. Mitnehmerspitzen in einer hohen Flächendichte, die ein Aufbeulen und Abheben des Leders infolge der Antriebs-Schubkräfte nicht zulässt, ermöglicht einen gleichmässigen Vorschub auch im Bereich der Lederkanten. Demgemäss kommt die Erfindung insbesondere für das Einbringen von dünnem Leder in die Druckzone von Walzenpaaren in Betracht, vor allem in Färbemaschinen, und hier wiederum in solchen bekannten Färbemaschinen, die mit im Gegensinn zur Vorschubrichtung wirkenden Farbauftragswalzen arbeiten. Insbesondere haben sich Mitnehmeranordnungen mit höchstens etwa 5 cm2, vorzugsweise mit höchstens etwa 2 cm2 pro Antriebs-Vorsprung bzw. Mitnehmer als erfindungsgemäss sinnvoll ergeben.

Die Erfindung wird weiter anhand der in den Zeichnungen schematisch dargestellten Ausführungsbeispiele erläutert.

Fig. 1 zeigt eine Färbemaschine mit Transportwalze TW und Farbwalze FW (Farbzuführung nicht dargestellt), die bezüglich ihrer Umfangsbewegung im Arbeitsbereich AB zueinander gegensinnig rotieren. Die Umfangsfläche der Transportwalze ist mit erfindungsgemässen Antriebsmitteln AM versehen, hier in Form von flächenhaft verteilten Nadeln. Der durch das Walzenpaar gebildeten Arbeitsstation ist eine Leder-Zuführvorrichtung LVZ vorgeschaltet, deren Übergabestelle UBS in den Angriffsbereich der Antriebsmittel AM am Leder in Bezug auf die Vorschubrichtung mit Abstand vor dem Arbeitsbereich angeordnet ist. Die Zuführvorrichtung LVZ bringt daher die einlaufende Lederkante zuerst in Form- und Kraftschluss mit den Antriebsmitteln AM, bevor das Leder in die gegensinnig zum Vorschub gerichtete Wirkung der Farbwalze gelangt. Weil letztere auf das Leder sofort auch eine radial gegen die Transportwalze gerichtete Anpresskraft ausübt, bleibt das Leder auch im Arbeitsbereich AB in sicherer Formschlussverbindung mit den Antriebsmitteln AM. Fig. 2 zeigt eine ähnliche Maschine, jedoch ist Leder-Zuführvorrichtung LVZ mit einer im Angriffsbereich AGM der Antriebsmittel AM am Leder L sowie in Bezug auf die Leder-Vorschubrichtung vor dem Arbeitsbereich angeordnete und in Richtung gegen die Antriebsmittel wirkenden Leder-Andruckvorrichtung LAV versehen. Dadurch wird ein besonders sicherer Vorschubantrieb erreicht. Die Leder-Andruckvorrichtung umfasst ein lederseitig in den Einlaufspalt der Walzen eingreifendes, sich keilartig verjüngendes Druckelement mit dem Leder zugewandter, gleitfreundlicher Oberfläche. Bei der Variante gemäss Fig. 3 ist über die Transportwalze TW ein umlaufendes Transportband TB geführt, das in erfindungsgemässer Weise mit Vorschub-Antriebsmitteln AM versehen ist.

Fig. 4 zeigt in einem Teil-Axialschnitt eine Transportwalze mit Antriebsmitteln nach der Erfindung. Über die Umfangsfläche des Walzenkörpers K verteilt sind Aufnahmen A für nadelartige oder drahtförmige Mitnehmer MN der Antriebsmittel vorgesehen. Der Walzenkörper ist aus einer Mehrzahl von koaxialen Mantelringen MR zusammengesetzt, die auf einem Walzenkern WK zentriert sind. Wie in Fig. 5 dargestellt, ist jeweils eine Gruppe von Mitnehmern MN durch eine gemeinsame Halterung H zu einer Einbaueinheit verbunden. Fig. 6 zeigt hierzu in einem Teilquerschnitt eines Mantelringes MR die als Radialbohrungen RB ausgebildeten Aufnahmen für nadelförmige Mitnehmer sowie axiale Innen-Nuten IN für die Aufnahme der Halterungen H. Die Mitnehmer stützen sich demgemäss über ihre Halterung auf dem Umfang des Walzenkerns WK ab. Dadurch ergibt sich vorteilhaft einfach eine präzise radial Positionierung der Mitnehmer. Wie ferner aus den Fig. 4 und 6 hervorgeht, sind die Mantelringe mit einem äusseren Mantel aus elastisch nachgiebigem, insbesondere Elastomer aufweisendem Hüllmaterial HM versehen, in das die Spitzen der Mitnehmer angeordnet sind. Dazu können die Radialbohrungen, die sich in den Elastomermantel erstrecken, vom Innenraum des Mantelringes aus hergestellt werden. Auch das Einsetzen der Einbaueinheiten aus Mitnehmern und Halterungen erfolgt von innen her. Für manche Anwendungen ist es erfindungsgemäss vorteilhaft, dass wenigstens ein Teil der gegen das Leder gerichteten Mitnehmerspitzen bereits im inaktiven Zustand über die äussere Oberfläche des Hüllmaterials vorstehend angeordnet ist. Dadurch wird eine rasche Bildung des Antriebs-Formschlusses begünstigt. Der Spitzenüberstand kann jedenfalls so bemessen werden, dass kein Durchstechen des Leders eintritt und die farbtragende Lederoberfläche unversehrt bleibt. Umgekehrt kann es für gewisse Anwendungen angezeigt sein, dass die Mitnehmerspitzen im inaktiven Zustand innerhalb des Hüllmaterials bzw. mindestens im wesentlichen mit der äusseren Hüllmaterialoberfläche fluchtend und im aktiven Zustand über die Hüllmaterialoberfläche vorstehend angeordnet sind.


Anspruch[de]
  1. 1. Einrichtung für den Vorschub von Leder und dergl. im Bereich einer Bearbeitungsstation, insbesondere einer solchen mit einer gegensinnig zur Vorschubrichtung rotierenden, am Leder angreifenden Auftragswalze für flüssige oder viskose Medien, wobei für den Vorschub eine Transportvorrichtung mit mindestens einem am Leder angreifenden Antriebsglied vorgesehen ist, vorzugsweise in Form einer sich umfangsseitig entgegengesetzt zu der Arbeitswalze bewegenden Transportwalze und/oder einem entsprechenden Transportband, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Antriebsglied flächenhaft verteilte Antriebsmittel vorgesehen sind, die gegen das Leder gerichtete, spitz oder scharfkantig ausgebildete und mit dem Leder in eine mindestens teilweise formschlüssige Antriebsverbindung tretende Vorsprünge aufweisen.
  2. 2. Einrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine der Arbeitsstation vorgeschaltete Leder-Zuführvorrichtung (LVZ), deren Übergabestelle (UBS) in in den Angriffsbereich (AGM) der Antriebsmittel (AM) am Leder in Bezug auf die Leder-Vorschubrichtung mit Abstand vor dem Arbeitsbereich angeordnet ist.
  3. 3. Einrichtung Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine der Arbeitsstation vorgeschaltete Leder-Zuführvorrichtung (LVZ), die eine im Angriffsbereich (AGM) der Antriebsmittel (AM) am Leder sowie in Bezug auf die Leder-Vorschubrichtung vor dem Arbeitsbereich angeordnete und in Richtung gegen die Antriebsmittel wirkende Leder-Andruckvorrichtung (LAV) aufweist.
  4. 4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Leder-Andruckvorrichtung (LAV) mindestens ein lederseitig in den Einlaufspalt der Walzen (ARW) eingreifendes, sich vorzugsweise keilartig verjüngendes Druckelement mit dem Leder zugewandter, gleitfreundlicher Oberfläche aufweist.
  5. 5. Antriebsmittel für den Vorschub von zu bearbeitendem oder zu behandelndem Leder und dergl., insbesondere für eine Einrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch flächenhaft verteilt angeordnete Antriebsmittel (AM), die gegen das Leder (L) gerichtete, spitz oder scharfkantig ausgebildete und mit dem Leder mindestens teilweise in form- und/oder kraftschlüssige Antriebsverbindung tretende Vorsprünge aufweisen.
  6. 6. Antriebsmittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsmittel (AM) wenigstens teilweise in elastisch nachgiebiges, insbesondere Elastomer aufweisendes Hüllmaterial (HM) eingebettet sind.
  7. 7. Antriebsmittel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Teil der gegen das Leder (L) gerichteten Vorsprünge der Antriebsmittel (AM) bereits im inaktiven Zustand über die äussere Oberfläche des Hüllmaterials vorstehend angeordnet ist.
  8. 8. Antriebsmittel nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die äusseren Enden wenigstens eines Teils der gegen das Leder (L) gerichteten Vorsprünge der Antriebsmittel (AM) im inaktiven Zustand innerhalb des Hüllmaterials bzw. mindestens im wesentlichen mit der äusseren Hüllmaterialoberfläche fluchtend und im aktiven Zustand über die Hüllmaterialoberfläche vorstehend angeordnet sind.
  9. 9. Antriebsmittel nach einem der Ansprüche 5 bis 8, gekennzeichnet durch stift-, nadel- oder drahtförmige Mitnehmer.
  10. 10. Antriebsmittel nach Anspruch 9, insbesondere auch Bauelement für solche Antriebsmittel, dadurch gekennzeichnet, dass eine Gruppe von Mitnehmern (M) durch eine gemeinsame Halterung (H) zu einer Einbaueinheit verbunden sind.
  11. 11. Antriebsmittel nach Anspruch 10, gekennzeichnet durch eine Anordnung einer sich linear erstreckenden Gruppe von Mitnehmern in einer leistenförmigen Halterung.
  12. 12. Antriebsmittel nach einem der Ansprüche 5 bis 11, gekennzeichnet durch eine Mitnehmeranordnung mit höchstens etwa 5 cm2, vorzugsweise mit höchstens etwa 2 cm2 pro Vorsprung.
  13. 13. Transportwalze für eine Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4 und/oder mit Antriebsmitteln nach einem der Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass über die Umfangsfläche eines Körpers der Transportwalze verteilt angeordnete, insbesondere als Radial- oder Schrägbohrungen ausgebildete Aufnahmen für nadelartige oder drahtförmige Antriebsmittel vorgesehen sind.
  14. 14. Transportwalze nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch mindestens einen Mantelring (MR), vorzugsweise eine Mehrzahl von koaxial aneinandergesetzte Mantelringen (MR), mit axialen Innen-Nuten (IN) und darin mündenden Radialbohrung (BB) für die Aufnahme von Halterungen mit Antriebsmitteln.
  15. 15. Transportwalze nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Mantelring auf einer Walzenkern (WK) angeordnet ist, auf deren Umfangsfläche sich die Halterungen und/oder Antriebsmittel radial abstützen.
  16. 16. Transportwalze nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Mantelringe mindestens einen äusseren Elastomermantel aufweisen, in dem die Spitzen der nadelartigen Antriebsmittel angeordnet sind.






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