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Dokumentenidentifikation DE19857743A1 21.06.2000
Titel Material zum Abdichten poröser Bauflächen
Anmelder Verfuß GmbH, 58675 Hemer, DE
Erfinder Schepper, Wilhelm, 58675 Hemer, DE;
Schepper, Andreas, 58675 Hemer, DE
Vertreter Patentanwälte Dörner & Dörner, 58095 Hagen
DE-Anmeldedatum 15.12.1998
DE-Aktenzeichen 19857743
Offenlegungstag 21.06.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 21.06.2000
IPC-Hauptklasse C04B 28/10
IPC-Nebenklasse C04B 41/65   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Material zum Abdichten poröser Bauflächen gegen Feuchtigkeit. Das Material liegt in Form eines Putzes vor. Der Putz besteht aus einer Zusammensetzung aus Sand, Zement, Kalkhydrat, Wasser und Zellmörtel.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Material zum Abdichten poröser Bauflächen gegen Feuchtigkeit.

Materialien zum Aufbringen auf Bauflächen, mit deren Hilfe die Bauflächen gegen Feuchtigkeit abgedichtet werden sollen, sind in vielfältiger Form bekannt. So ist es beispielsweise möglich, auf die abzudichtende Baufläche eine Folie aufzubringen. Auch das Aufbringen von Bitumen auf die Baufläche ermöglicht die Abdichtung gegen Feuchtigkeit.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sogenannte Oberflächen-Dichtungsmittel einzusetzen. Hierzu ist ein Verfahren bekannt, bei dem Alkalisilikate auf die abzudichtende Baufläche aufgetragen werden. Es hat sich jedoch gezeigt, daß diese Verfahren insbesondere beim Vorhandensein von größeren Lunker- und Kiesnestern in der abzudichtenden Baufläche versagen. Darüber hinaus können die Silikate Ausblühungen - das sind Salzausscheidungen aus dem Mauerwerk - erzeugen.

Darüber hinaus ist die Verwendung von alkalischen Siliciumverbindungen zum Verschließen der Oberflächenporen der abzudichtenden Baufläche bekannt. Diese Art der Oberflächenabdichtung erfordert einen feuchten, griffigen Untergrund und einen Schutz gegen zu schnelle Austrocknung. Durch die zu schnelle Austrocknung verbrennt der Putz, wodurch ihm das zum Abbinden des Putzes benötigte Anmachwasser zu schnell entzogen wird. Der Putz verliert dabei seine Festigkeit, wodurch Hohlräume und Schwindrisse entstehen können. Durch ein zu fettes Mischungsverhältnis, das heißt Verwendung von zu vielem Bindemittel "Zement", wird der Putz zu hart, so daß Querspannungen zwischen dem Untergrund und dem Putz auftreten. Hierdurch können Risse und Hohlräume entstehen, die dann zu Ablösungen des Putzes führen.

Weiterhin ist es bekannt, Dispersionen auf Bitumen-Kautschukbasis auf die abzudichtenden Bauflächen aufzutragen. Diese Dispersionen können zwar auch auf feuchtem Untergrund aufgetragen werden. Sie weisen jedoch den Nachteil auf, daß vorhandene größere Poren und Lunker durch Luftpolster aufplatzen können und rückverdampfende Feuchtigkeit zur Blasenbildung auf der Wand führt.

Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Material zum Abdichten poröser Bauflächen bereit zu stellen, bei dem die Bildung von Schwindrissen verhindert ist und darüber hinaus keine Ausblühungen auftreten.

Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe gelöst durch einen Putz, der aus einer Zusammensetzung aus Sand, Zement, Kalkhydrat, Wasser und Zellmörtel besteht. Mit der Erfindung ist ein Material zum Abdichten poröser Bauflächen geschaffen, das aufgrund seiner guten Salzaufnahmefähigkeit keine Ausblühungen zuläßt. Darüber hinaus ist die Bildung von Schwindrissen und Abspannrissen verhindert.

Als Putz wird im allgemeinen ein Wand- oder Deckenüberzug bezeichnet, der zum Schutz gegen Witterungs-, chemische und mechanische Einflüsse sowie zur Erzielung bestimmter Oberflächenwirkungen dient. Nach bauphysikalischen Eigenschaften kann Putz eingeteilt werden in wasserabweisenden, wassersperrenden, schallschluckenden und feuerfesten Putz. Der erfindungsgemäße Putz zählt zur Gruppe der wassersperrenden Putze.

In Ausgestaltung der Erfindung ist als Sand Rheinsand und/oder Putzsand verwendbar. Durch Verwendung der unterschiedlichen Sande ist die Anpassung des Materials an die abzudichtende Baufläche gut möglich. Darüber hinaus kann durch die Verwendung unterschiedlicher Sande oder die Mischung der genannten Sande das Preisniveau des Materials verändert werden.

In Weiterbildung der Erfindung weist der Zellmörtel ein HZ-Pulver auf. Das HZ-Pulver durchsetzt den Putz annähernd gleichmäßig. Der Putz bleibt porig. Die Hydrophobierung durchsetzt den Putz gänzlich. Somit ist der Putz mit Hilfe des HZ-Pulvers wasserabweisend, bleibt jedoch atmungsaktiv und ist bis 1,5 bar wasserdruckdicht.

Vorteilhaft weist das HZ-Pulver Metallseife Zink als Bestandteil auf. Sie ist zum Einsatz in Putzen gut geeignet.

In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung umfaßt das HZ-Pulver einen Luftporenbildner. Der Luftporenbildner bewirkt einen hohen Luftgehalt im Putz. Bevorzugt ist der Luftporenbildner Olefinsulfonat.

Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind in den übrigen Unteransprüchen angegeben. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachfolgend im einzelnen beschrieben.

Das Material zum Abdichten poröser Bauflächen gegen Feuchtigkeit liegt in Form eines Putzes vor. Es besteht aus einer Zusammensetzung verschiedener Stoffe. Hauptbestandteil der Zusammensetzung ist Sand. Er macht ungefähr 4/5 des Gewichts der Zusammensetzung aus. Als Sand kann dabei Putzsand alleine verwendet werden. Jedoch ist auch die Kombination von Putzsand und Rheinsand möglich. Sehr gute Ergebnisse werden erzielt bei einer Zusammensetzung des Sandes von zwei Anteilen Rheinsand zu einem Teil Putzsand.

Weiterer Bestandteil der Zusammensetzung ist Zement. Der Zement macht ungefähr 1/5 des Gesamtgewichts der Zusammensetzung aus. Die Verwendung von weißem Zement ist möglich. Der Zement bewirkt unter Wasseraufnahme an Luft ein Aushärten des Putzes. Es handelt sich dabei um ein hochhydraulisches Bindemittel. Im Ausführungsbeispiel ist als Zement Portlandzement verwendet.

Weiterer Bestandteil in der Zusammensetzung ist Kalkhydrat. Kalkhydrat - auch als Calciumhydroxid bezeichnet - entsteht durch eine Reaktion von gebranntem Kalk mit Wasser. Als Kalkhydrat ist auch Weißkalkhydrat verwendbar.

Darüber hinaus ist Wasser Bestandteil des Putzes. Je nach Feuchte des verwendeten Sandes kommen auf ungefähr 58 kg der Zusammensetzung sechs bis sieben Liter Wasser.

Weiterer Bestandteil ist Zellmörtel, der ein HZ-Pulver beinhaltet. Man spricht in diesem Zusammenhang von hydrophobiertem Zellmörtel. Bestandteil des HZ-Pulvers ist Metallseife Zink, ein Luftporenbildner und eine Mineralstoffmischung. Der Luftporenbildner ist bevorzugt Olefinsulfonat. Die Mineralstoffmischung setzt sich zusammen aus Kieselsäure (S1O2, S103), Aluminiumoxid (Al2O2), Kaliumoxid (K2O), Eisenoxid (Fe2O3), Calciumoxid (CaO), Magnesiumoxid (MgO), Natrium (Na), Mangan (Mn), Kupfer (Cu), Zink (Zk), Kobalt (Co), Bor (B), Chrom (Cr), Nickel (N) und Vanadium (V). Bei einer Putzauftragsstärke von 0,5 bis 5 cm benötigt man pro Kilogramm Trockenmischung des Putzes 5 bis 7 g HZ-Pulver.

Der erfindungsgemäße Putz läßt sich in einem Arbeitsschritt bis zu 5 cm dick auftragen. Aufgrund der Zusammensetzung treten sowohl beim Auftragen als auch beim Austrocknen keine Risse und keine Schwindrisse auf. Dagegen ist es bei bekannten Putzen erforderlich, bis zu vier Schichten auf die Bauflächen aufzutragen, wobei zwischen die einzelnen Schichten Kieselsäure aufgetragen werden mußte, die auf den Putz aufgesprüht wird, um ein besseres Abbinden und ein Beschleunigen des Aushärtens zu gewährleisten. Der erfindungsgemäße Putz ist auf trockenes wie feuchtes Mauerwerk, im Keller sowie an anderen Baukörpern innen wie außen auftragbar. Er läßt sich auf Bruchstein-, Ziegel-, Beton- oder Kalksandstein-Mauerwerk auftragen. Der erfindungsgemäße Putz bindet schnell ab; er ist nach ca. achtundzwanzig Stunden abgebunden, nach ca. zehn Tagen komplett trocken bei einer Gewichtsfeuchte von ca. 1,5% und atmungsaktiv. Er hat nach der Austrocknung einen Luftporenanteil von 40 bis 60%. Selbst bei 80 bis 100% Mauerwerksfeuchte trocknet der erfindungsgemäße Putz komplett aus, wogegen bekannte Putze in diesem Anwendungsfall dauerfeucht bleiben. Der Putz ist bis 1,5 bar wasserdruckdicht und frostsicher. Aufgrund der verwendeten Materialien liegt eine Materialkostenersparnis von ca. 80% vor. Darüber hinaus ergibt sich aufgrund der schnellen Wirkung des erfindungsgemäßen Putzes eine Lohnkostenersparnis von ca. 60 bis 80%. Die jeweilige Baustelle kann schneller abgewickelt werden. Es ist eine schnellere Nutzung der sanierten Flächen möglich. Da der Putz atmungsaktiv ist, ist er auch in Wohnräumen einsetzbar. Es ergeben sich folglich vielfältige Einsatzmöglichkeiten innen und außen.


Anspruch[de]
  1. 1. Material zum Abdichten poröser Bauflächen gegen Feuchtigkeit, gekennzeichnet durch einen Putz, der aus einer Zusammensetzung aus Sand, Zement, Kalkhydrat, Wasser und Zellmörtel besteht.
  2. 2. Material nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Sand Rheinsand und/oder Putzsand verwendbar ist.
  3. 3. Material nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Kalkhydrat Weißkalkhydrat verwendbar ist.
  4. 4. Material nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Zellmörtel ein HZ-Pulver aufweist.
  5. 5. Material nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das HZ-Pulver Metallseife Zink als Bestandteil aufweist.
  6. 6. Material nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß das HZ-Pulver einen Luftporenbildner umfaßt.
  7. 7. Material nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftporenbildner Olefinsulfonat ist.
  8. 8. Material nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das HZ-Pulver eine Mineralstoffmischung aufweist.
  9. 9. Material nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Mineralstoffmischung aus Kieselsäure, Aluminiumoxid, Kaliumoxid, Eisenoxid, Calciumoxid, Magnesiumoxid, Natrium, Mangan, Kupfer, Zink, Kobalt, Bor, Chrom, Nickel und Vanadium zusammensetzt.
  10. 10. Material nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Zement Portlandzement ist.






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