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Dokumentenidentifikation DE19859581A1 29.06.2000
Titel Mehrlagiges Papiermaschinensieb zur Entwässerung und Blattbildung
Anmelder Voith Fabrics Heidenheim GmbH & Co.KG, 89522 Heidenheim, DE
Erfinder Westerkamp, Arved H., Dipl.-Ing. (FH), 89522 Heidenheim, DE
Vertreter Kern, Brehm & Partner GbR, 81369 München
DE-Anmeldedatum 22.12.1998
DE-Aktenzeichen 19859581
Offenlegungstag 29.06.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.06.2000
IPC-Hauptklasse D21F 1/10
IPC-Nebenklasse D03D 11/00   
Zusammenfassung Aus der Praxis sind Papiermaschinensiebe bekannt, bei denen das Markierungsproblem nicht vollständig beherrscht wird, so daß weiterhin laufseitig entstehende Markierungen nicht ausgeschlossen sind. Das neue Papiermaschinensieb soll eine verringerte Markierneigung durch austauschend arbeitende Fäden und gleichzeitig ein höheres Verschleißvolumen aufweisen.
Erfindungsgemäß weist das Untergewebe austauschend wirkende, d. h. alternierend von der Laufseite (A) zur Mittellage (B) wechselnde Schußfäden (1) auf, die im Bereich des Austausches (C) die Kettfäden (2) überlappen und dadurch die Kette vor Verschleiß schützen und die auf der Papierseite zwischen den Gewebelagen laufend einen zusätzlichen Puffer gegen Markierung des Untergewebes bilden.
Mehrlagiges Papiermaschinensieb mit geringer Markierneigung und erhöhtem Verschleißvolumen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein mehrlagiges, insbesondere doppel oder dreilagiges Papiermaschinensieb zur Entwässerung und Blattbildung, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Derartige Papiermaschinensiebe sind beispielsweise aus der EP 432 413 bekannt. Sie stellen Verbundgewebe dar und werden in der Naßpartie von Papiermaschinen eingesetzt, um die über den Stoffauflauf auf das Sieb geleitete Fasersuspension zu entwässern und die entstehende Papierbahn der Pressenpartie der Papiermaschine zuzuführen.

Da die Oberflächeneigenschaften des herzustellenden Papiers hinsichtlich seiner Bedruckbarkeit, Glätte und Markierungsfreiheit weitgehend von der Beschaffenheit des Siebgewebes abhängen und bekanntermaßen die anzustrebende hohe Verschleißfestigkeit solcher Siebgewebe nicht oder nur unzulänglich mit der gewünschten Oberflächenqualität des Papiers harmonisiert, nimmt beispielsweise die Gewebestabilität mit der Feinheit eines Siebes ab, andererseits die angestrebte Markierungsfreiheit, also der unerwünschte Fadenabdruck in der Papierbahnoberfläche, zu. Nun ist zwar bereits versucht worden, die obige Problematik dadurch im Sinne der Herstellung einer optimalen Papierqualität zu verbessern, daß zum Beispiel bei sogenannten dreilagigen Geweben die einzelnen Gewebelagen durch eine Bindekette oder einen Bindeschuß miteinander verbunden werden, wobei als Bindefäden zwei gewebeeigene Fäden verwendet werden, die in einer besonderen Weise in die jeweils andere Gewebelage eingewebt werden.

Es hat sich jedoch gezeigt, daß man durch diese Maßnahme das Markierungsproblem nicht vollständig in den Griff bekommt, sondern daß insbesondere in den Fällen, in denen die Verschleißfäden durchbindende Funktion haben, bei der die austauschend arbeitenden Fäden entweder faserunterstützende und bindende oder faserunterstützende, bindende und verschleißvohumengebende oder faserunterstützende und verschleißvohumengebende Wirkung haben, die Ursache für weiterhin laufseitig entstehende Markierungen sind.

Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb darin, die Markierneigung von Papiermaschinensieben durch laufseitig austauschend arbeitende Fäden zu verringern und gleichzeitig das Verschleißvolumen im Vergleich zu herkömmlichen Sieben, die austauschend wirkende Fäden aufweisen, zu erhöhen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Untergewebe von austauschbar wirkenden, d. h. alternierend von der Laufseite zur Mittellage wechselnden Schußfäden gebildet wird, die im Austauschbereich die Kettfäden überlappen und dadurch die Kette vor Verschleiß schützen, und die auf der Papierseite zwischen den Gewebelagen laufend einen zusätzlichen Puffer gegen Markierung des Untergewebes bilden.

Der wesentliche Gedanke der Erfindung besteht somit darin, die laufseitigen Schußfäden eines zwei- oder mehrlagigen Papiermaschinengewebes als zwischen der Mittellage und der Laufseite des Gewebes austauschend arbeitenden Faden auszubilden, wodurch das Untergewebe so abgepuffert wird, daß seine Markierneigung in bezug auf Entwässerungsimpulse wesentlich reduziert wird, während das Obergewebe auf dem Untergewebe gewissermaßen schwimmt, wenn zwei- oder dreilagige Verbundgewebe Verwendung finden. Dazu kommt, daß durch die gewählte Bindeform bei doppellagigen Geweben laufseitig die entweder durchbindende Kette oder bei dreilagigen Geweben laufseitig die Unterkette durch die laufseitigen Schüsse vor Verschleiß geschützt werden.

Unter Berücksichtigung der obigen Maßnahmen hat sich somit als vorteilhafte Weiterbildung erwiesen, die laufseitig durchbindende bzw. bindende Kette im Bereich des Austausches unter dem austauschend laufenden Schußbahn hindurchzuführen.

Für das Untergewebe kann vorzugsweise eine Atlas- oder Körperbindung oder eine von diesen abgeleitete Bindung Verwendung finden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in der Zeichnung dargestellten beiden Ausführungsbeispiele näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:

Fig. 1 einen schematischen Querschnitt (Kettschnitt) eines erfindungsgemäßen doppellagigen Gewebes; und

Fig. 2 einen schematischen Querschnitt (Kettschnitt) eines erfindungsgemäßen dreilagigen Gewebes.

Das doppellagige Gewebe von Fig. 1 zeigt den Aufbau der aufeinanderfolgenden laufseitig austauschend arbeitenden Schüsse. Dieses Gewebe besteht aus Schußfäden 1 und Kettfäden 2, die in das Obergewebe 3 und das Untergewebe 4 eingebunden sind, welche durch durchwebende Kettfäden miteinander verbunden sind.

Die Schußfäden 1 des Untergewebes wirken austauschend, d. h. sie wechseln alternierend von der Laufseite A zur Mittellage B und überlappen dabei im Bereich des Austausches C die Kettfäden 2, um diese vor Verschleiß zu schützen, der stattfinden würde, wenn diese Kettfäden direkt mit der Papiermaschine, d. h. deren Entwässerungs- und Leitelementen im Bereich der Blattbildungszone, in Berührung treten würden. Zwischen zwei aufeinanderfolgenden Bereichen C befindet sich ein Bereich D, in dem die Schußfäden 1 austauschend in der Mittellage und damit zwischen den Gewebelagen und oberhalb der sich in dieser Bindephase laufseitig befindlichen Kettfäden 2 verlaufen, so daß sie einen zusätzlichen Puffer gegen vom Untergewebe verursachte Markierung der Papierbahn bilden.

Wie ferner aus Fig. 1 ersichtlich, ist die laufseitig durchbindende Kette, das sind also die Kettfäden 2 im Austauschbereich D, so angeordnet, daß sie unter dem austauschend laufenden Schußfaden hindurchläult.

Dieses Untergewebe, dessen Obergewebe bei zwei und dreilagigen Sieben gewissermaßen auf Ihm schwimmt, ist vorzugsweise in Atlas oder Köperbindung oder einer ihrer Erweiterungen/Ableitungen gefertigt. Zusätzlich wird durch die gewählte Bindeform laufseitig die durchbindende Kette, und zwar bei doppellagigen Geweben, wie in Fig. 1 gezeigt, durch die laufseitigen Schüsse vor Verschleiß geschützt.

Ein dreilagiges erfindungsgemäßes Gewebe, das in Fig. 2 dargestellt ist, entspricht prinzipiell den Merkmalen des oben in Verbindung mit Fig. 1 beschriebenen doppellagigen Gewebes, nur daß beim dreilagigen Gewebe durch die gewählte Bindeform laufseitig die bindende Unterkette durch die laufseitigen Schüsse vor Verschleiß geschützt wird.

Zusammenfassend läßt sich somit feststellen, daß im Gegensatz zu den bisher bekannten austauschend wirkenden Bindungen mehrlagiger Papiermaschinensiebe, bei denen die Verschleißfäden durchbindende Funktion haben und damit keine Markierungen verhindernde Wirkung haben, dies beim erfindungsgemäß vorgeschlagenen Gewebe der Fall ist und darüber hinaus das Verschleißvolumen im Vergleich zu dem besagten herkömmlichen Geweben erheblich vergrößert wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Mehrlagiges Papiermaschinensieb zur Entwässerung und Blattbildung, bestehend aus einer oberen und unteren Schußlage oder einem Obergewebe und einem Untergewebe, die übereinander angeordnet und durch Bindefäden miteinander verbunden sind, welche gewebeeigene Fäden sind, die in besonderer Weise in die jeweils andere Gewebelage eingebunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß das Untergewebe austauschbar wirkende, d. h. alternierend von der Laufseite zur Mittellage wechselnde Schußfäden (1) aufweist, die im Austauschbereich die Kettfäden (2) überlappen und dadurch die Kette vor Verschleiß schützen, und die auf der Papierseite zwischen den Gewebelagen laufend einen zusätzlichen Puffer gegen Markierung des Untergewebes bilden.
  2. 2. Mehrlagiges Gewebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die laufseitig bindenden bzw. durchbindenden Kettfäden (2) im Bereich des Austausches unter dem austauschend verlaufenden Schußfäden (1) hindurchläuft.
  3. 3. Mehrlagiges Papiermaschinensieb nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Untergewebe in Atlas- oder Köperbindung oder einer ihrer Erweiterungen/Ableitungen gefertigt ist.






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