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Dokumentenidentifikation DE19937135A1 29.06.2000
Titel Sprühvorrichtung zum Auftragen von Feuchtmittel auf eine Feuchtwalze einer Offsetdruckmaschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Voge, Michael, Dr., 69254 Malsch, DE
DE-Anmeldedatum 06.08.1999
DE-Aktenzeichen 19937135
Offenlegungstag 29.06.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.06.2000
IPC-Hauptklasse B41F 7/30
Zusammenfassung Die Vorrichtung betrifft eine Sprüheinrichtung zum Auftragen von Feuchtmittel auf eine Feuchtwalze einer Offsetdruckmaschine.
Ein mit Druckluft beaufschlagtes Feuchtmittel wird mittels piezo-elektrischem Translator betätigbaren Ventil und einer nachgeschalteten Flachstrahldüse auf eine Feuchtwalze aufgesprüht.
Die Vorrichtung ist einsetzbar in Offsetdruckmaschinen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auftragen von Feuchtmittel auf eine Feuchtwalze einer Offsetdruckmaschine. Der Feuchtmittelauftrag erfolgt dabei anhand unabhängig voneinander steuer- bzw. regelbaren Düsen.

Aus dem Stand der Technik ist es bekannt den Auftrag von Feuchtmittel über verschiedene technische Mittel zu realisieren. In dem bekanntesten Feuchtwerk, dem Walzenfeuchtwerk wird durch eine Anzahl von Spaltstellen, die durch mehrere hintereinander geschalte Walzen bestimmt wird, eine Tröpfchengröße erzielt, die im Bereich von etwas 5 µm liegt. Die sogenannte Feuchtauftragswalze bringt dann das Feuchtmittel auf die Druckform. Die entsprechende Tröpfchengröße wird durch die Oberflächenbeschaffenheit der Walzen und durch chemische Zusätze im Feuchtmittel erreicht, wie z. B. Isopropylalkohol (IPA).

Als weitere Möglichkeit ist aus dem Stand der Technik ist das sogenannte Aerosolfeuchtwerk bekannt. Durch eine im Ultraschallbereich schwingenden Pietzoschwinger werden aus einer Menge Feuchtmittel, Tröpfchen in der Größe bis etwa 2 µm herausgelöst denen dann kinetische Energie zugeführt wird. Die Zuführung der kinetischen Energie in Form von Luft oder durch Elektrostatik, ist dazu erforderlich die Tröpfchen auf die Offsetdruckplatte zu transportieren. Eine Dosierung der Tröpfchen erfolgt direkt auf die Druckplatte.

Zusätzlich ist seitens der Fa. Jimek ein sogenanntes Sprühfeuchtwerk bekannt. Mittels Magnetventilen wird eine unter Druck stehende Flüssigkeit aus einem Behälter dosiert ausgestoßen. Durch die physikalischen Grenzen von Magnetventilen sind die Öffnungszeiten des Ventils auf ca. 10 ms begrenzt. Durch das relativ langsame Öffnen und Schließen des Ventils entstehen infolge der großen Schaltzeiten des Ventils stark unterschiedlich große Tröpfchen, die bei einer Größe von mehr als 200 µm liegen. Diese Tröpfchen müssen über mehrere Spaltstellen (Walzen), ähnlich wie beim Walzenfeuchtwerk geführt werden, um beim Auftrag auf die Platte die notwendige Größe aufzuweisen. Aus der Drucktechnik ist aber auch bekannt, daß zu große Tropfen vom Farb- und Feuchtwerk nicht mehr ausreichend klein vergleichmäßigt werden, so daß die geforderte Druckqualität nicht erreicht wird. Insbesondere beim Bogenoffsetdruck bestehen hohe Anforderungen an die Druckqualität, so daß sich in diesem Bereich Srühfeuchtwerke nicht durchsetzen konnten. Ein weiterer Nachteil liegt darin, daß die Magnetventile für diese Sprühfeuchtwerke aus den o. g. Gründen bezüglich der Schaltzeiten an der Leistungsgrenze arbeiten und deshalb nur geringe Standzeiten aufweisen.

Ein weiteres Prinzip, wie es beispielsweise aus der DE 35 45 535 A1 bekannt ist, besteht darin die Tröpfchen mittels Inkjet direkt auf die Platte aufzutragen. Hierbei werden die Tröpfchen nicht durch Öffnen oder Schließen eines Ventils, über eine Düse erzeugt, sondern werden nach dem Ink-Jet-Prinzip erzeugt. Das Ink-Jet-Prinzip funktioniert etwa so, daß eine plötzliche Einengung eines Kapilarröhrchens mittels Piezoelement dafür sorgt, daß ein Tröpfchen aus diesem Kapilarröhrchen herausgeschleudert wird. Der Nachteil liegt hierbei darin, daß sehr viele Ink-Jet-Elemente nebeneinander gereiht werden müssen, um die entsprechende Feuchtmittelmenge über die Breite einer Offsetdruckform aufzutragen. Ein zusätzlicher Nachteil besteht darin, daß die kinetische Energie die dem Tröpfchen zugeführt wird nur sehr gering ist. Das heißt das Tröpfchen kann nur eine geringe Strecke überwinden, wodurch die Anordnung des Ink-Jet-Elements sehr nahe an die Offsetdruckplatte erfolgen muß. Der Abstand zwischen Ink-Jet-Element und Druckplatte kann jedoch nicht beliebig klein gehalten werden, da dadurch auch eine entsprechende Verschmutzungsgefahr gegeben ist.

Zusätzlich ist aus dem Stand der Technik gemäß der DE 42 20 177 A1 eine Vorrichtung bekannt, womit eine Betätigung eines Ventils vorgenommen werden kann. Die Vorrichtung besteht aus zwei in antiparalleler Wirkungsrichtung angeordneten piezo- elektrischen Translatoren, wodurch eine Kippbewegung ein Anheben eines Ventils bewirkt.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung vorzuschlagen, wodurch ein optimaler Auftrag von Feuchtmittel mit reduzierten gefahrenträchtigen Zusatzstoffen ermöglicht wird und dadurch zu einer hohen Druckqualität führt.

Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen 2-10.

Um eine Benetzung einer Druckform optimal zu gewährleisten ist die Tröpfchengröße des Feuchtmittels von entscheidender Bedeutung. Besonders vorteilhaft wirkt sich eine konstante Tröpfchengröße aus, die erfindungsgemäß durch ein schnelles Öffnen und Schließen eines Ventils ermöglicht wird. Durch den Einsatz eines Ventils, welches durch einen piezo-elektrischen Translator gesteuert wird, liegen die Schaltzeiten des Ventils für Öffnen und Schließen im Bereich von 100 µs. Damit wird bewirkt, daß die ausgestoßenen Tröpfchen im Moment des Öffnungsvorgangs genau so groß sind wie bei ständig geöffnetem Ventil. Durch die Geometrie des Ventils und den auf das Feuchtmittel wirkenden Druck wird die Tröpfchengröße im wesentlichen bestimmt. Durch die schnellen Schaltzeiten der piezo-elektrischen Translatoren ist es möglich kurze Sprühintervalle zu erzeugen, womit eine extrem kleine Feuchtmittelmenge optimal auf eine sich über den Umfang einer Feuchtwalze erstreckende Fläche verteilt werden kann. Die einzelnen über die Länge einer Feuchtwalze verteilten Ventile sind unabhängig ansteuerbar.

Als weitere Ausführungsform kann die Düse so ausgestaltet sein, daß dem Feuchtmittel Luft oder ein vorteilhaftes Gasgemisch zugeführt wird, wodurch eine noch feinere Verteilung des Feuchtmittels erfolgt. Die beigefügte Luft, bzw. das Gasgemisch kann mit dem Ventil ein- bzw. ausgeschaltet werden oder die Luft- bzw. Gaszuführung kann ständig erfolgen. Denkbar ist es auch, die Luftzuführung gleichzeitig mit dem Feuchtmittel zu starten, oder aber nach Abschalten der Feuchtmittelzufuhr noch eine geringfügige Zeit nachwirken zu lassen, um eine eventuelle Ansammlung von Feuchtmittel in der Düse zu verhindern. Durch die Luftzufuhr wird dem Feuchtmittel zusätzlich kinetische Energie zugeführt, wodurch sich mehrere Vorteile ergeben:

  • a) Der Abstand zwischen Düse und der Fläche auf die das Feuchtmittel aufgebracht wird kann entsprechend groß gewählt werden, wodurch im Servicefall eine gute Zugänglichkeit gewährleistet ist.
  • b) Eine Verschmutzung, beispielsweise durch gegenüberliegende farbführende Zylinder wird vermieden.
  • c) Die Düse kann eine fächerförmige, flächige Abstrahlcharakteristik aufweisen, womit eine farbzonenbreite Fläche (32 mm) mit Feuchtmittel benetzt wird.

Die Ausgestaltung der Düse ist auch hinsichtlich der Dosiergenauigkeit optimiert. Durch den piezo-elektrischen Translator ist der Hub der Ventilkugel ausreichend groß, so daß eine dem Ventil nachgeschaltete Blende dafür sorgt, daß die Dosiermenge unabhängig vom Öffnungs- und Schließvorgang, sowie von der Viskosität der Flüssigkeit erfolgt und nur durch den Querschnitt der Blende und die Öffnungsdauer (Zeit zwischen Öffnungs- und Schließvorgang) des Ventils bestimmt wird.

Der zum Öffnen und Schließen des Ventils vorgesehene piezo-elektrische Translator ist in seiner Wirkrichtung antiparallel geschaltet. Das heißt, bei Ansteuerung desselben dehnt sich ein Aktor aus, während sich der andere zusammenzieht. Weiterhin ist durch die antiparallele Anordnung eine sogenannte Temperaturdrift verhindert, da sich diese kompensiert. Mittels spielfreier Kipphebelanordnung wird die Auslenkung des Ventils vergrößert. Der Vorteil liegt darin, daß bei einer weiten Öffnung des Kugelventils eine große Schmutzunempfindlichkeit gewährleistet ist und Kalkablagerungen sich nicht so schnell festsetzen können. Außerdem ist durch die Geometrie und die verwendeten Werkstoffe des Kugelventils gewährleistet, daß bei geschlossenem Ventil keine Leckage auftritt. Dieses ist für eine einwandfreie Dosierung ebenfalls wichtig.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung soll nachfolgend anhand der Ausführungsbeispiele 1-3 näher erläutert werden. Es zeigen:

Fig. 1 eine prinzipielle Darstellung der Erfindung mit geschlossenem Ventil,

Fig. 1a eine prinzipielle Darstellung der Erfindung mit geöffnetem Ventil,

Fig. 2 eine detaillierte Darstellung der Sprüheinrichtung,

Fig. 2a eine detaillierte Darstellung der Sprüheinrichtung mit modifiziertem Ventil,

Fig. 2b eine Ausgestaltung der Düse,

Fig. 2c eine Anordnung der Düse,

Fig. 3 eine Darstellung des Farb-/Feuchtwalzenschemas einer Druckmaschine mit Zuordnung der Sprüheinrichtung.

Fig. 1 zeigt eine Feuchtwalze 1, die entweder direkt mit einem nicht dargestellten Plattenzylinder in Kontakt oder mit weiteren Feuchtwalzen 1 in Verbindung steht. Über der Feuchtwalze 1 befindet sich eine Sprüheinrichtung 2, welche Feuchtmittel 3 entsprechend der Pfeile 4 auf die Feuchtwalze 1 aufträgt. Die Sprüheinrichtung 2 besteht aus einer Düse 5 und einem Ventil 6, welches mittels Ventilkugel 7 geöffnet, bzw. verschlossen wird. Über ein Röhrensystem 8 wird das Feuchtmittel 3 der Sprüheinrichtung 2 zugeführt. Das Feuchtmittel 3 ist mit Druckluft 9 beaufschlagt. Die Ventilkugel 7 ist an einer Hubnadel 10 befestigt, welche wiederum gemäß Doppelpfeil 11 auf und ab bewegt wird. Die Bewegung der Hubnadel 10 wird durch einen angelenkten Kipphebel 12 bewirkt, der durch die beiden piezo-elektrischen Translatoren 14, 15 zum Kippen gebracht wird. Der Einfachheit halber ist eine Mechanik, die eine für die Wirkungsweise der piezo-elektrischen Translatoren 14, 15 notwendige Vorspannung aufbringt nicht dargestellt. Der Kipphebel 12 ist rechtwinklig an einer die beiden piezo-elektrischen Translatoren 14, 15 verbindenden Brücke 13 befestigt.

Fig. 1a zeigt die prinzipielle Wirkungsweise der Vorrichtung. Entsprechend der Pfeile 14a, 15a zieht sich der piezo-elektrische Translator 15 zusammen, während sich der piezo- elektrische Translator 14 ausdehnt. Dadurch entsteht eine Öffnung zwischen Ventil 6 und der Ventilkugel 7 die größer 0,1 mm ist. Durch diese hinreichend große Öffnung ist dafür gesorgt, daß sich keine Kalkablagerungen am Ventilsitz bilden können, wodurch wiederum die Dichtigkeit des Ventils 6 gefährdet würde.

Es ist auch denkbar, daß das Verschließen des Ventils 6 nicht dann erfolgt, wenn sich die beiden piezo-elektrischen Translatoren 14, 15 in ihrer Ruhelage befinden, sondern durch eine Bewegung entgegengesetzt zum Öffnungszustand gemäß Fig. 1a. Der Vorteil liegt darin, daß damit eine definierte Schließung des Ventils 6 nahezu unabhängig von einer mechanischen Einstellung erfolgt. Weiterhin wird bei dieser Betriebsart die doppelte Auslenkung des Kipphebels 12 wie in Fig. 1a erreicht.

Fig. 2 zeigt die detaillierte Darstellung der Sprüheinrichtung 2. In einem Grundkörper 16 befindet sich ein Kanal 17 in dem Feuchtmittel 3 geführt wird. Das Feuchtmittel 3 ist wie bereits in Fig. 1a dargestellt mit Druckluft 9 beaufschlagt. Der Austritt des Feuchtmittels 3, der aus der Öffnung 18 erfolgt wird durch eine Ventilkugel 7 bewirkt, bzw. verhindert. Die Öffnung 18 wird durch eine Blende 19 gebildet, die zum einen die Aufgabe hat die Durchflussmenge zu begrenzen und zum anderen einen Ventilsitz für die Ventilkugel 7 zu bilden. Wegen der schnellen, stoßweisen Betätigung der Ventilkugel 7 ist es vorteilhaft sowohl die Ventilkugel 7 als auch die Blende 19 aus Keramik zu fertigen, damit ein vorzeitiger Verschleiß verhindert wird. Die keramische Blende 19 hat außerdem den Vorteil, daß die Kantenschärfe der Öffnung 18 dauerhaft gewährleistet ist. Ein zusätzlicher Vorteil des keramischen Werkstoffs liegt darin, daß daran keine Kalkablagerungen entstehen. Unterhalb der Blende 19 befindet sich eine sogenannte Flachstrahldüse 20 die in dem Grundkörper 16 eingeschraubt ist. Die Flachstrahldüse 20 kann beispielsweise mit einem sechskantförmigen Kragen ausgestattet sein, wodurch ein Einschrauben mittels Steck- oder Maulschlüssel möglich ist. Zwischen der Blende 19 und der Flachstrahldüse 20 befindet sich eine Dichtung 33. Der Feuchtmittelstrahl 21 der durch die Flachstrahldüse 20 erzeugt wird verläuft etwa fächerförmig vom Austritt aus der Flachstrahldüse 20 und trifft als in Achsrichtung zur Feuchtwalze 1 gerichtetes Sprühbild 22 auf der Feuchtwalze 1 auf. Durch die Drehbewegung der Feuchtwalze 1 beschreibt der Feuchtmittelstrahl 21 eine Fläche auf der Feuchtwalze 1, die beispielsweise der Breite einer Farbzone entspricht. Es ist erkennbar, daß in Achsrichtung der Feuchtwalze 1 weitere Sprühbilder 22 dargestellt sind, die sich durch Aneinanderreihen der erfindungsgemäßen Vorrichtung ergeben. Durch den gewählten Abstand zwischen Flachstrahldüse 20 und der Feuchtwalze 1 oder durch den Abstrahlwinkel der Flachstrahldüse 20 kann das Sprühbild 22 unterschiedliche Breiten einnehmen. Abhängig von der Flüssigkeitsverteilung im Feuchtmittelstrahl 21 kann es von Vorteil sein, daß die hintereinander angereihten Sprüheinrichtungen 2 eine leichte Überlappung der Sprühbilder 22 bildet.

Die Ventilkugel ist an einer Hubnadel 10 befestigt die durch eine Dichtung 23 aus dem Grundkörper 16 herausgeführt ist. Die Hubnadel 10 wird mittels Presspassung 24 an einem Kipphebel 25 befestigt. Der Kipphebel 25 wird durch eine Schraube 26 am Grundkörper 16 befestigt und durch zwei piezo-elektrische Translatoren 14, 15 abgestützt. Durch die Schraube 26 erfahren die beiden piezo-elekrtischen Translatoren 14, 15 die für die korrekte Betriebsweise notwendige Vorspannung. Sind beide piezo-elektrischen Translatoren in ihrer Ruheposition, ist die Öffnung 18 verschlossen. Werden die piezo-elektrischen Translatoren gemäß der Pfeile 14a, 15a ausgelenkt, wird die Öffnung 18 freigegeben.

In Fig. 2a ist eine Optimierung der Flachstrahldüse 20 dargestellt. Der Aufbau der Flachstrahldüse 20 ist hierbei sehr kurz gehalten, damit das Volumen zwischen der Ventilkugel 7 und dem Austritt des Feuchtmittelstrahls 21 aus der Flachstrahldüse 20 klein ist, wodurch ein Nachtropfen der verschlossenen Flachstrahldüse 20 verhindert wird. Das Einschrauben erfolgt mittels eines Werkzeugs, welches in Sacklöcher 34, die in der Flachstrahldüse 20 vorgesehen sind, eingreift. Die weiteren Komponenten und die Wirkungsweise der Vorrichtung ist identisch mit der in Fig. 2 dargestellten.

Fig. 2b zeigt eine Flachstrahldüse die als Zungendüse ausgestaltet ist. Wie bereits in Fig. 1, 1a erläutert wird eine Blende 19 durch eine Ventilkugel 7 geöffnet bzw. verschlossen. Der aus der Blende 19 austretende Feuchtmittelstrahl 21 wird an einer Zunge 35 abgelenkt, wodurch sich eine Auffächerung des Feuchtmittelstrahls 21 zu einem Flachstrahl ergibt. Der Vorteil dieser Anordnung besteht darin, daß nach der Blende zur Umformung des Strahls keine Querschnittsverengung vorhanden und dadurch die Verschmutzungsgefahr verringert ist. Ein weiterer Vorteil der Zungendüse besteht darin, daß ein scharf begrenzter Feuchtmittelstrahl 21 erzeugt wird.

In Fig. 2c ist die Anordnung des Feuchtmittelstrahls 21 so gewählt, daß die Sprührichtung von unten nach oben zeigt. Um eventuell heruntertropfendes Feuchtmittel, welches beispielsweise durch defekte Düsen 5 oder durch Nachtropfen beim Abschalten der Düsen 5 entsteht ist eine Wanne 36 mit einem Ablauf 37 vorgesehen, wodurch dieses heruntergetropfte Feuchtmittel wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden kann. Die Wanne kann in einer vorteilhaften Ausgestaltung der Kontour der gegenüber angeordneten Feuchtwalze 1, 10, 16 angepaßt werden.

In einem Walzenschema gemäß Fig. 3 sind zu einem Plattenzylinder 27 das Feuchtwerk 28 und das Farbwerk 29 einer Offsetdruckmaschine dargestellt. Die verschiedenen Positionen, an denen die Sprüheinrichtung 2 angebracht werden kann sind mit 2a-2d bezeichnet. Selbstverständlich ist hiermit eine in Achsrichtung der jeweiligen Walze im wesentlichen hintereinander angeordnete Reihe von Sprüheinrichtungen 2 gemeint. Es kann aber auch von Vorteil sein, die Sprüheinrichtung versetzt zueinander anzuordnen. Im ersten Fall ist die Sprüheinrichtung 2 dem Walzenspalt zwischen zwei Feuchtwalzen 1, 1a zugeordnet. Weil sich im auslaufenden Walzenspalt eine sogenannte Schleppströmung noch nicht aufgebaut hat, ist eine solche Anordnung der Sprüheinrichtung 2 dort vorteilhaft. Durch die Anordnung der Sprüheinrichtung an dem o. g. Walzenspalt wird bewirkt, daß das Feuchtmittel 3 dieselbe Anzahl Spaltstellen durchläuft, wie es beim normalen Feuchtwerk 28 üblich ist. Erlaubt es, die durch die Sprüheinrichtung 2 erzielte Tröpfchengröße auf eine Spaltstelle zu verzichten, kann die Sprüheinrichtung 2a dem nachfolgenden Walzenspalt, zwischen den Feuchtwalzen 1a, 1b zugeordnet werden. Der Vorteil besteht darin, daß auf die Feuchtwalze 1 verzichtet werden kann. Ist es aus einbautechnischen Gründen vorteilhaft, kann die Sprüheinrichtung 2b auch direkt auf die Feuchtwalze 1a oder eine andere Feuchtwalze 1, 1b gerichtet sein.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung kann auch darin bestehen, die Sprüheinrichtungen 2c, 2d nicht einem eigens dafür vorgesehenen Feuchtwerk 28 zuzuordnen, sondern direkt dem Farbwerk 29. Dabei könnte die Sprüheinrichtung 2c, 2d beispielsweise entweder der Farbreiberwalze 30 oder auch der Farbreiberwalze 31 zugeordnet werden. Der Vorteil ist darin zu sehen, daß somit auf das komplette Feuchtwerk 28 verzichtet werden kann. Bezugszeichenliste 1, 1a, 1b Feuchtwalze

2, 2a-2d Sprüheinrichtung

3 Feuchtmittel

4 Pfeil

5 Düse

6 Ventil

7 Ventilkugel

8 Röhrensystem

9 Druckluft

10 Hubnadel

11 Doppelpfeil

12 Kipphebel

13 Brücke

14, 15 Piezo-elektrische Translatoren

14a, 15a Pfeil

16 Grundkörper

17 Kanal

18 Öffnung

19 Blende

20 Flachstrahldüse

21 Feuchtmittelstrahl

22 Sprühbild

23 Dichtung

24 Presspassung

25 Kipphebel

26 Schraube

27 Plattenzylinder

28 Feuchtwerk

29 Farbwerk

30 Farbreiberwalze

31 Farbreiberwalze

33 Dichtung

34 Sackloch

35 Zunge

36 Wanne

37 Ablauf


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Auftragen von Feuchtmittel auf eine Feuchtwalze mit über die Breite mindestens einer Feuchtwalze verteilt angeordneten und in Abhängigkeit von dem Motiv der Druckform austeuerbaren Ventilen, dadurch gekennzeichnet, daß das Feuchtmittel 3 mit Druckluft beaufschlagbar und daß das Ventil 6 mittels antiparallel geschalteten piezo-elektrischen Translatoren 14, 15 betätigbar ist.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ventil 6 leckagefrei ist und aus einer Ventilkugel 7 und einer Blende 19 besteht.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilkugel 7 und die Blende 19 aus keramischem Werkstoff besteht.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schließung des Ventils 6 in der Ruhelage der piezo-elektrischen Translatoren 14, 15 erfolgt.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schließung des Ventils 6 in der gegensätzlichen Ansteuerung der piezo- elektrischen Translatoren 14, 15 zum Öffnen des Ventils 6 erfolgt.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Ventil 6 eine Flachstrahldüse 20 nachgeordnet ist.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Volumen der Flachstrahldüse 20 sehr klein ist.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Flachstrahldüse 20 als Zungendüse ausgestaltet ist.
  9. 9. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sprühbreite der Flachstrahldüse 20 mindestens der Breite einer Farbzone (32,5 mm) entspricht.
  10. 10. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den von der Flachstrahldüse 20 erzeugten Feuchtmittelstrahl 21 noch zusätzlich Luft einbringbar ist.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sprüheinrichtung 2c, 2d den Farbreiberwalzen 30, oder 31 zugeordnet ist.
  12. 12. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sprührichtung des Feuchtmittels von unten nach oben gerichtet ist und daß unterhalb der Düsen 5 eine Wanne 36 angeordnet ist.
  13. 13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Kontur der Wanne 36 der Feuchtwalze 1, 10, 16 angepaßt ist.






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