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Dokumentenidentifikation EP0692648 29.06.2000
EP-Veröffentlichungsnummer 0692648
Titel Lagerung eines Abgasturboladers
Anmelder ABB (Schweiz) AG, Baden, Aargau, CH
Erfinder Kreiselmeier, Gerhard, D-97456 Dittelbrunn, DE;
Loos, Markus, CH-5412 Gebenstorf, CH;
Sebald, Wilhelm, D-97209 Veitshöchheim, DE;
Wohlrab, Raimund, CH-5400 Baden, CH
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 59508375
Vertragsstaaten AT, DE, FR, GB, IT
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 27.06.1995
EP-Aktenzeichen 958104317
EP-Offenlegungsdatum 17.01.1996
EP date of grant 24.05.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.06.2000
IPC-Hauptklasse F16C 33/34
IPC-Nebenklasse F01D 25/16   

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung betrifft die turbinenseitige Lagerung eines Abgasturboladers, im wesentlichen bestehend aus einem Zylinderrollenlager, dessen Innenring über eine innere Lagerbüchse mit der Turboladerwelle verbunden ist, und dessen Aussenring über eine äussere Lagerbüchse in einem weichen Blechpaket abgestützt ist.

Stand der Technik

Bei immer zunehmenden Ansprüchen an die Turbolader müssen - um mit der Betriebssicherheit Schritt halten zu können - auch an deren Wälzlager immer höhere Anforderungen gestellt werden. Trotz der ständig steigenden Drehzahlen und Belastungen besteht unverändert die Forderung nach hoher Lebensdauer. Alle Einwirkungen, die einen hohen Verschleiss oder eine schnelle Ermüdung vermuten lassen, müssen untersucht werden, damit Konstruktion, Einbau, Schmierung und Kühlung der Wälzlager zweckmässig ausgeführt werden können.

Die ölgeschmierten Wälzlager von Abgasturboladern sind Sonderlager, die für die speziellen Betriebsbedingungen ausgelegt sind. Sie sind elastisch in Dämpfungsblechpakete in die Gehäuse eingebettet. Diese Federpakete rund um die Lager sind von besonderer Wichtigkeit, da sie beim im Betrieb entstehenden Unwuchten die Rotorausschläge dämpfen.

Auf der Turbinenseite des Abgasturboladers ist es bekannt, herkömmliche Zylinderrollenlager mit genieteten oder einteiligen Messingkäfigen zu verwenden. Infolge der generell zunehmenden Leistungssteigerung der Abgasturbolader ist es vermehrt zu Käfigbrüchen und Lagerhavarien gekommen. Ursache der Havarien sind zu hohe dynamische Käfigbeanspruchungen, die infolge der hohen Drehzahlen hauptsächlich durch die Masse der Rollen und das Käfigs bestimmt werden. Die hohen dynamischen Käfigbeanspruchungen belasten den Käfig selbst, vornehmlich die Käfigstege in Umfangsrichtung. Erhöhte Beanspruchungen ergeben sich aber auch für die Käfigführung, die bei einer an der Grenze liegenden Schmierung zum Anfressen neigen kann.

Darstellung der Erfindung

Die Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Lagerung der eingangs genannten Art die dynamischen Käfigbeanspruchungen zu reduzieren.

Erfindungsgemäss wird dies dadurch erreicht, dass das Verhältnis Zylinderrollendurchmesser zu Lagerteilkreisdurchmesser kleiner 0,2 ist. Diese neue Massnahme ergab sich aus zahlreichen Versuchen und wird ermöglicht durch die kleinen Radiallasten, welche wiederum auf den Selbstzentrierungseffekt aufgrund der weichen Abstützung des Lageraussenringes zurückzuführen sind.

Die Vorteile der Erfindung sind unter anderem in der geringen Masse der nunmehr relativ kleinen Wälzkörper zu sehen. Diese relativ kleinen Wälzkörper erlauben wiederum eine leichtere Käfigkonstruktion.

Es ist besonders zweckmässig, wenn das Zylinderrollenlager mit einem beschichteten Stahlkäfig versehen ist, der auf den Borden des Lagerinnenringes geführt ist. Diese Materialwahl anstelle des bisherigen Messings erlaubt eine weitere Gewichtsreduktion. Zudem lässt sich ein Stahlkäfig auch aufgrund der höheren Werkstofffestigkeit mit geringeren Gewicht konzipieren.

Es ist sinnvoll, wenn der Käfig an einer Seite mit einer axialen Verlängerung mit einem ringförmigen Ansatz versehen ist und wenn an dieser Seite ein Pumpgehäuse mit Einspritzkanal für das Lagerschmiermittel vorgesehen ist, und wenn der Einspritzkanal radial unterhalb des ringförmigen Ansatz in den Lagerraum mündet. Dies hat den Vorteil, dass das eingespritzte Öl durch die Fliehkraft nicht radial auswärts gelenkt wird, sondern unmittelbar an die zu schmierende Käfigführung gelangt. Zudem entsteht zwischen Innenring und Käfig eine Art hydraulische Kupplung, die sich positiv auf den Käfigschlupf auswirkt, da der Käfig durch den sich schneller drehenden Innenring mitgenommen wird.

Kurze Beschreibung der Zeichnung

In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand eines aussengelagerten Abgasturboladers dargestellt.

Es zeigen:

Fig. 1
einen Teillängsschnitt der Turbinenseite;
Fig. 2
den Lagereinbau gemäss der Erfindung

Es sind nur die für das Verständnis der Erfindung wesentlichen Elemente mit Bezugszeichen versehen.

Weg zur Ausführung der Erfindung

In Fig. 1 ist das Turbinengehäuse 1 mit Gaskanal 2 und der axial durchströmten Turbinenbeschaufelung gezeigt. Diese Beschaufelung besteht einerseits aus den im Gehäuse befestigten Leitschaufeln 4 und den in der Turboladerwelle 15 befestigten Laufschaufeln 5. Der Lagereinbau um die Turboladerwelle 15 ist generell mit 3 bezeichnet. Er ist im Gehäuse 1 mittels Verschraubungen 6 befestigt. An seiner der Turbine abgekehrten Seite ist am Lagereinbau ein Pumpgehäuse 20 angeordnet. Dieses kann beispielsweise eine an sich bekannte selbstansaugende Zentrifugalpumpe für das Schmiermittel, in diesem Falle Öl, enthalten.

Im Teillängsschnitt nach Fig. 2 ist der turbinenseitige Lagereinbau dargestellt. Im vorliegenden Fall wird angenommen, dass ein bestehender Abgasturbolader mit neuer Lagerung ausgerüstet wird, wozu bis auf das Lager selbst alle bisherigen Teile des Lagereinbaus beibehalten werden. Bei den beizubehaltenden Teilen handelt es sich somit um die innere Lagerbüchse 13, die äussere Lagerbüchse 14, das Blechpaket 16, dem inneren Lagerflansch 7 und den äusseren Lagerflansch 8, welche miteinander mittels angedeuteter Verschraubungen 6 verbunden sind. Nicht gezeigt ist die Befestigung der Flansche am Turbinengehäuse. Das Blechpaket besteht aus mehreren geschlitzten, ineinandergeschachtelten, zylindrischen Blechringen, welche im Ringspalt zwischen äusserer Lagerbüchse 14 und innerem Lagerflansch 7 eingelegt sind. Zur Verdrehsicherung sind die einzelnen Bleche sowie die auf den Aussenring 12 das Lagers aufgepresste äussere Lagerbüchse 14 an mindestens einer Seite mit vorstehenden Nocken 16A respektiv 14A versehen. Diese Nocken greifen in entsprechende Ausparungen des inneren Lagerflansches 7 ein.

Das eigentliche Zylinderrollenlager 10 ist mit seinem Innenring 11 über die innere Lagerbüchse 13 mit der Turboladerwelle 15 verbunden. Der Aussenring 12 des Lagers ist über die äussere Lagerbüchse 14 in dem weichen Blechpaket 16 abgestützt. Bei den Wälzkörpern handelt es sich um symmetrische Rollen, deren seitliche Führung durch Spielführung zwischen den seitlichen Borden des Innenringes 11 erfolgt.

Gemäss der Erfindung ist das Verhältnis vom Durchmesser d der Zylinderrollen zum Teilkreisdurchmessers D des Lagers kleiner 0,2. Im vorliegenden Fall führt dies zu relativ kleinen Wälzkörpern und aufgrund der geltenden Dimensionen der verbleibenden Teile 13 und 14 zu relativ grossen Lagerinnenringen und Lageraussenringen. Es versteht sich, dass im Fall von neu zu konzipierenden Maschinen den kleinen Wälzkörpern entsprechene Lagerringe vorgesehen werden.

Das Zylinderrollenlager 10 ist mit einem beschichteten Stahlkäfig 17 versehen. Diese Beschichtung verbessert die Notlaufeigenschahften und Verschleisseigenschaften des Gleitkontaktes Käfig-Lagerinnenringbord.

Der Käfig 17 ist auf den Borden des Lagerinnenringes 11 geführt. An der der Turbine abgekehrten Seite ist er mit einer axialen Verlängerung 18 versehen, die in einen ringförmigen Ansatz 19 ausläuft. Dieser ringförmige Ansatz hat die Funktion einer Ölfangnase. Sein Innendurchmesser ist kleiner bemessen als der Käfigführungsdurchmesser Z.

Das Schmieröl für das Lager wird über den Einspritzkanal 21 im Pumpgehäuse 20 geleitet. Der Einspritzkanal 21 mündet radial unterhalb des ringförmigen Ansatz 19 in den Lagerraum. Hierzu ist der Innendurchmesser des ringförmigen Ansatz grösser bemessen als der Teilkreisdurchmesser des Einspritzkanals. Damit wird sichergestellt, dass das Schmieröl in radialer Richtung gesehen innerhalb des ringförmigen Ansatzes dem Lager zugeführt wird.

Bezugszeichenliste

1
Turbinengehäuse
2
Gaskanal
3
Lagereinbau
4
Leitschaufeln
5
Laufschaufeln
6
Verschraubungen
7
innerer Lagerflansch
8
äusserer Lagerflansch
10
Zylinderrollenlager
11
Innenring
12
Aussenring
13
innere Lagerbüchse
14
äussere Lagerbüchse
14A
Nocken
15
Turboladerwelle
16
Blechpaket
16A
Nocken
17
Stahlkäfig
18
axiale Verlängerung
19
ringförmiger Ansatz
20
Pumpgehäuse
21
Einspritzkanal
d
Zylinderrollendurchmesser
D
Lagerteilkreisdurchmesser
Z
Käfigführungsdurchmesser


Anspruch[de]
  1. Turbinenseitige Lagerung eines Abgasturboladers, im wesentlichen bestehend aus einem Zylinderrollenlager (10), dessen Innenring (11) über eine innere Lagerbüchse (13) mit der Turboladerwelle (15) verbunden ist, und dessen Aussenring (12) über eine äussere Lagerbüchse (14) in einem weichen Blechpaket (16) abgestützt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis Zylinderrollendurchmesser (d) zu Lagerteilkreisdurchmesser (D) kleiner 0,2 ist.
  2. Lagerung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Zylinderrollenlager (10) mit einem beschichteten Stahlkäfig (17) versehen ist, der auf den Borden des Lagerinnenringes (11) geführt ist und an mindestens einer Seite eine axiale Verlängerung (18) mit einem ringförmigen Ansatz (19) versehen ist.
  3. Lagerung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass an der Seite, an welcher der ringförmige Ansatz (19) angeordnet ist, ein Pumpgehäuse (20) mit Einspritzkanal (21) für das Lagerschmiermittel vorgesehen ist, und dass der Einspritzkanal (21) radial unterhalb des ringförmigen Ansatz (19) in den Lagerraum mündet.






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