PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19902638A1 27.07.2000
Titel Verfahren beim Anlassen des Motors eines Fahrzeugs
Anmelder Bayerische Motoren Werke AG, 80809 München, DE
Erfinder Birzl, Willibald, 86668 Karlshuld, DE;
Herger, Matthias, 82178 Puchheim, DE
DE-Anmeldedatum 23.01.1999
DE-Aktenzeichen 19902638
Offenlegungstag 27.07.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.07.2000
IPC-Hauptklasse B60T 7/12
IPC-Nebenklasse F02N 17/00   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren beim Anlassen des Motors eines Fahrzeugs mit einem automatisierten oder Automatikgetriebe und einer über Fremdkraft betätigbaren Fahrzeugbremse.
Die Aufgabe, das Fahrzeug ohne Verschlechterung des Bedienkomfort gegen Wegrollen zu sichern, wird dadurch gelöst, daß Umstände erfaßt werden, die das bevorstehende Anlassen des Motors zum Ausdruck bringen, und daß die Fahrzeugbremse, insbesondere die Betriebsbremse, vor dem Anlassen des Motors zum sicheren Feststellen des Fahrzeugs über Fremdkraft betätigt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren beim Anlassen des Motors eines Fahrzeugs gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Bei Fahrzeugen mit automatisierten Schaltgetrieben wird zur Erhöhung des Wegrollwiderstandes beim Abstellen des Motors oftmals der erste Gang automatisch eingelegt. Dieser Zustand muß beim Starten des Fahrzeugs aufgehoben werden, da sonst eine unbeabsichtigte Bewegung des Fahrzeugs erfolgen würde. Der Fahrer muß dabei zunächst sicherstellen, ob die Neutralstellung angewählt oder der Antriebsstrang unterbrochen ist. Ist dies nicht der Fall, so hat er zunächst die Neutralstellung anzuwählen bzw. den Antriebsstrang zu unterbrechen. Führt er diesen Schritt nicht aus, so kann der Motor aus Sicherheitsgründen nicht gestartet werden. Überdies muß der Fahrer zum Starten des Motors oftmals die Betriebsbremse betätigen.

Bei automatisierten Schaltgetrieben besteht zudem die Möglichkeit, daß - insbesondere bei rastenden Wählhebeln - eine andere Fahrstufe als die eingelegt angezeigt wird. So kann bei einem vorbekannten Fahrzeug beim Öffnen der Fahrertür automatisch die neutrale Stufe eingelegt werden. Möchte der Fahrer dann weiterfahren, so muß er zunächst die aktuelle Fahrstufe verlassen und diese oder eine andere Fahrstufe neu anwählen. Dies führt allgemein zur Verwirrung und ist unkomfortabel.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein einfaches Verfahren zur Erhöhung der Fahrsicherheit und des Bedienkomforts anzugeben.

Diese Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 genannten Merkmale gelöst.

Erfindungswesentlich ist, daß ein bevorstehendes Anlassen des Motors erkannt wird. Darauffolgend wird vor dem Anlassen des Motors die Fahrzeugbremse zum sicheren Feststellen des Fahrzeugs über Fremdkraft betätigt.

Durch die automatische Betätigung der Fahrzeugbremse, insbesondere der Feststellbremse, vor dem Starten des Motors wird das Fahrzeug während des Startvorgangs - bis ein Fahrwunsch erkannt wird - gegen Wegrollen gesichert. Diese Maßnahme läßt sich besonders vorteilhaft auch bei Automatikgetrieben mit Wandlern anwenden, da dann beim Starten des Motors auch eine Vorwärts- oder Rückwärtsfahrstufe eingelegt sein kann.

Das bevorstehende Anfassen des Fahrzeugs kann beispielsweise über das Aufschließen des Fahrzeugs, das Aktivieren des Türöffners, eine Fahrersitzbelegungserkennung und/oder eine Betätigung des Zündschlosses oder der Zünd-/Startermittlung ermittelt werden. Insbesondere die Betätigung einer Anlaß- oder Zündvorrichtung steht in besonders enger Verbindung zu einem bevorstehenden Motorstart.

Bei einem automatisierten Schaltgetriebe, bei dem als zusätzliche Sicherheitsfunktion beim Anstellen des Motors der erste Gang eingelegt wird, kann gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung zunächst überprüft werden, ob die Gangwahlvorrichtung auf neutral gestellt ist. Ist dies nicht der Fall, so kann die Gangwahlvorrichtung vor dem Anlassen des Motors auf neutral gestellt oder aber der Antriebsstrang entkoppelt werden. Beispielsweise könnte beim Drehen des Zündschlüssels auf die "Zündung Ein"- Position die Fahrzeugbremse betätigt und die Kupplung geöffnet werden.

Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird die Fahrzeugbremse nach dem Anlassen des Motors gelöst. Das Lösen der Fahrzeugbremse kann als Reaktion auf die Betätigung eines Pedals, beispielsweise eines Fahrpedals oder eines Bremspedals, erfolgen.

Die Betätigung der Fahrzeugbremse erfolgt - wie im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegeben - über Fremdkraft; d. h. der für die Fahrzeugbremse aufzubringende Bremsdruck oder die Bremsenergie - abhängig davon ob elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch betätigt - muß über eine entsprechende Sekundäreinrichtung im Fahrzeug erzeugt werden. Dies erfordert bereits vor dem Anlassen des Motors Energie, die nur aus einer Batterie bereitgestellt werden kann. Aus diesem Grunde ist es ratsam, eine Betriebsbremse nicht über zu lange Zeit ohne einen Motorbetrieb aktiviert zu lassen. Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist daher dadurch gekennzeichnet, daß die Fahrzeugbremse dann wieder gelöst wird, wenn nach einer bestimmten Zeitspanne nach Aktivieren der Fahrzeugbremse kein Motorstart erfolgt ist. Alternativ kann auch eine Feststellbremse betätigt werden, bezüglich der lediglich der Betätigungsvorgang selbst Energie erfordert, die Feststellbremse nach der Betätigung jedoch wie die herkömmliche Handbremse in einem verrasteten Zustand gehalten wird.

Bezüglich einer Bewegung des Fahrzeugs ohne Motorkraft (Schieben, Abschleppen, Werkstattaufenthalt etc.) kann es ferner erforderlich sein, die Betätigung der Betriebsbremse - evtl. manuell - außer Kraft zu setzen, um eben ein Bewegen des Fahrzeugs in bestimmten Situationen zu ermöglichen.

Insgesamt ist mit der vorliegenden Erfindung ein kostengünstiges, einfaches, sicherheits- und komforterhöhendes Verfahren zum Anlassen des Motors eines Fahrzeugs angegeben. Insbesondere wird der Bedienkomfort beim Fahrzeugstart erhöht, ohne daß der Fahrer zusätzliche Aktionen vor dem Fahrzeugstart durchführen muß. Überdies ist die Sicherheit durch Vermeidung von Fehlbedienungen und Wegrollen des Fahrzeugs beim Anlassen des Fahrzeugs immer gegeben.

Ein sehr einfaches Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens wird anhand eines Ausführungsbeispiels und mit Bezug auf die einzige beiliegende Zeichnung näher erläutert. Die Zeichnung zeigt ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens.

Voraussetzung zur Durchführung des Verfahrens ist eine Fahrzeugbremse, die über Fremdkraft betätigbar ist. Solche Fahrzeugbremsen sind in den meisten der heutigen Fahrzeugen in Form von Bremsregelsystemen vorhanden. Dabei wird zumeist über eine separate Pumpe ein ausreichender Hydraulikdruck für einen hydraulischen Bremskreis zur Verfügung gestellt und dieser Hydraulikdruck entsprechend den Bremsanforderungen über Ventile moduliert. Natürlich kann auch jede andere über Fremdkraft betätigbare Fahrzeugbremse, beispielsweise eine rein elektrische Bremse verwendet werden.

Ferner ist es erforderlich, Sensoren auszuwerten, die einen bevorstehenden Motorstart angeben. Beispielsweise kann dabei ein Fernbedienungssignal zum Aufschließen oder Freigeben der Fahrzeugtür ausgewertet werden.

Überdies ist es auch möglich, den Türöffnungsschalter auszuwerten. Beim vorliegenden Verfahren wird überprüft, ob der Zündschlüssel in die Startposition ("Zündung-Ein"-Position) gedreht wurde. Ist dies der Fall, so wird ein entsprechendes Signal an ein Steuergerät weitergegeben, welches auf einen bevorstehenden Start des Motors schließt (Schritt 10).

Im Anschluß daran wird in Schritt 12 die Betriebsbremse automatisch aktiviert.

Das vorliegende Verfahren wurde bei einem Fahrzeug mit automatisiertem Schaltgetriebe eingesetzt, bei dem beim Abstellen des Fahrzeugs der erste Gang eingelegt wird. Aus diesem Grunde wird in Schritt 12 nach dem automatischen Aktivieren der Betriebsbremse die Kupplung automatisch geöffnet. Alternativ könnte auch der neutrale Gang eingelegt werden.

Nach diesem Verfahrensschritt erfolgt nun in Schritt 16 der Start des Verbrennungsmotors, welcher aufgrund der vorangegangenen Maßnahmen nicht zu einer unmittelbaren Bewegung des Fahrzeugs führen kann.

Nach dem Start des Verbrennungsmotors wird die Betriebsbremse in Schritt 18 dann gelöst, wenn irgendein Pedal des Fahrzeugs, beispielsweise das Fahrpedal oder das Bremspedal betätigt wird. Durch die Betätigung eines dieser Pedale signalisiert der Fahrer, daß er in einem fahrbereiten Zustand ist und die Kontrolle über das Fahrzeug besitzt.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren beim Anlassen des Motors eines Fahrzeugs mit einem automatisierten oder Automatikgetriebe und einer über Fremdkraft betätigbaren Fahrzeugbremse, dadurch gekennzeichnet,

    daß Umstände erfaßt werden, die das bevorstehende Anlassen des Motors zum Ausdruck bringen, und

    daß die Fahrzeugbremse, insbesondere die Betriebsbremse oder die Feststellbremse, vor dem Anlassen des Motors zum sicheren Feststellen des Fahrzeugs über Fremdkraft betätigt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das bevorstehende Anlassen über das Aufschließen des Fahrzeugs, das Aktivieren des Türöffners, eine Fahrersitzbelegungserkennung und/oder eine Betätigung des Zündschlüssels oder der Zünd- /Starteinrichtung ermittelt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß überprüft wird, ob die Gangwahlvorrichtung auf Neutral gestellt ist, und - falls dies nicht der Fall ist - die Gangwahlvorrichtung auf Neutral gestellt oder der Antriebsstrang entkoppelt wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Fahrzeugbremse nach dem Anlassen des Motors gelöst wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Lösen der Fahrzeugbremse erst bei Betätigung eines Pedals geschieht.
  6. 6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, daß die Fahrzeugbremse dann wieder gelöst wird, wenn nach einer bestimmten Zeitspanne nach Aktivieren der Fahrzeugbremse kein Motorstart erfolgt ist.
  7. 7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigung der Feststellbremse manuell unterbunden wird.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com