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Dokumentenidentifikation DE19944116A1 27.07.2000
Titel Spreize für eine Graben-Verbauvorrichtung
Anmelder Emunds & Staudinger GmbH, 41836 Hückelhoven, DE
Erfinder Heß, Wilhelm, 51379 Leverkusen, DE
Vertreter Freischem und Kollegen, 50667 Köln
DE-Anmeldedatum 15.09.1999
DE-Aktenzeichen 19944116
Offenlegungstag 27.07.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.07.2000
IPC-Hauptklasse E02D 5/18
IPC-Nebenklasse E02D 17/08   
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf eine Spreize (7) für eine Graben-Verbauvorrichtung mit
a) vertikalen Stützen (1, 2), die paarweise zu beiden Seiten des Grabens in gleichbleibenden Abständen angeordnet werden,
b) mindestens einer Spreize (3, 7) je Stützenpaar, welche die Stützen (1, 2) auf Abstand hält, und
c) großflächigen Verbauplatten (4, 5), die zu beiden Seiten des Grabens mit ihren Rändern in je zwei Stützen (1,1 und 2,2) geführt sind.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Spreize zu schaffen, die die Handhabung von Bauelementen in dem Bereich zwischen den Stützen eines Stützenpaars vereinfacht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Spreize als Gabelspreize (7) mit zwei im Abstand voneinander befindlichen biegesteifen Balken (18, 19), die an einem Ende über mindestens ein quer zu den Balken verlaufendes Verbindungsteil (20, 21) starr miteinander verbunden sind, derart ausgebildet ist, daß ihre zwei Balken (18, 19) mit ihren freien Enden die beiden Stützen (1, 2) an den Außenseiten umgreifen oder auf den Stützenköpfen aufliegen können und über Verbindungselemente (22) Querkräfte übertragend mit den Stützen (1, 2) verbindbar sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Spreize für eine Graben-Verbauvorrichtung mit

  • a) vertikalen Stützen, die paarweise zu beiden Seiten des Grabens in gleichbleibenden Abständen angeordnet werden,
  • b) mindestens einer Spreize je Stützenpaar, welche die Stützen auf Abstand hält, und
  • c) großflächigen Verbauplatten, die zu beiden Seiten des Grabens mit ihren Rändern in je zwei Stützen geführt sind.

Die Erfindung bezieht sich ferner auf Bauverfahren unter Verwendung derartiger Spreizen.

Die beschriebenen Verbauvorrichtungen werden seit langem für den Verbau tiefer Gräben eingesetzt und sind beispielsweise aus den beiden europäischen Patentschriften EP 0 046 553 B1 und EP 0 475 382 B1 bekannt. Die Druckschrift EP 0 046 553 B1 beschreibt eine Verbauvorrichtung mit in einer fest vorgegebenen Höhe zwischen den beiden Stützen eines Stützenpaares befestigten Spreizstreben. Später wurden zur Vereinfachung der Arbeitsvorgänge beim Ausheben tiefer Gräben die Spreizen rahmenförmig ausgebildet und vertikal verschiebbar zwischen den Stützen eines Stützenpaars angeordnet. Eine derartige Verbauvorrichtung beschreibt die EP 0 475 382 B1.

In beiden Fällen ergeben sich Probleme, wenn Bauelemente, die zum Einbau in den Graben vorgesehen sind, insbesondere von zwischen den zwei Stützen eines Stützenpaars hindurch bewegt werden müssen.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Spreize zu schaffen, die die Handhabung von Bauelementen in dem Bereich zwischen den Stützen eines Stützenpaars vereinfacht.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß alternativ durch die Gesamtheit der Merkmale des Anspruchs 1 oder des Anspruchs 2 gelöst.

Kern der Erfindung ist die Schaffung einer Spreize, die sich nicht zwischen den Stützen erstreckt, sondern gabelförmig ausgebildet ist, wobei das Verbindungsteil der gabelförmigen Spreize einen erheblichen Abstand von den auf Abstand zu haltenden Stützen aufweist. Hierdurch kann der Bereich zwischen den Stützen eines Paars vollständig frei von Streben gehalten werden. Bauelemente wie Wandabschnitte, Rohrstücke oder dergleichen können ohne Probleme auch senkrecht von oben zwischen den Stützen eines Stützenpaares hindurchbewegt werden.

Vorzugsweise besteht die Gabelspreize aus zwei zueinander parallelen biegesteifen Balken, insbesondere aus Stahl, welche durch mindestens eine, vorzugsweise zwei Traversen an ihrem einen Ende miteinander steif verbunden sind. Die Traversen bilden das quer zur Längsrichtung des Grabens verlaufende Verbindungsteil der Spreize.

Um einen möglichst großen strebenfreien Arbeitsbereich zu schaffen, sollte der Abstand zwischen den freien Enden der beiden Balken der Gabelspreize und der nächstliegenden Traverse möglichst groß sein und vorzugsweise 1,5 bis 3 m betragen. Beim Einbau werden die Gabelspreizen im wesentlichen waagerecht auf den oberen Rand zweier einander gegenüberliegender Verbauplatten, die in den Stützen eines Stützenpaares gehalten sind, aufgelegt. Nach Verbinden der freien Balkenenden der Gabelspreize mit den Stützen, kann die zwischen den Stützen befindliche Spreize oder der zwischen den Stützen befindliche Spreizenrahmen entfernt werden. Der Raum zwischen den Stützen eines Stützenpaares ist nun frei bis zu den Traversen, so daß auch zwischen den Stützen ein Bauteil in den Graben abgesenkt werden kann.

Es können auch an zwei aufeinanderfolgenden Stützenpaaren die Gabelspreizen verwendet werden, wobei sich die beiden Gabelspreizen zueinander entgegengesetzt in Grabenlängsrichtung erstrecken. Hierdurch wird der für Bautätigkeiten strebenfrei gehaltene Bereich noch größer. Die gesamte strebenfreie Grabenlänge setzt sich zusammen aus der Länge eines Verbauplatten-Paars sowie dem Zweifachen des Abstandes zwischen den Verbindungselementen der Gabelspreize mit den Stützen und der ersten Traverse. Beträgt beispielsweise die Verbauplattenlänge 5 m und der Abstand zwischen dem Verbindungselement am freien Ende einer Gabelspreize und der Traverse der Gabelspreize 2,5 m, so läßt sich die Länge des Grabens, die von Querstreben frei ist, von 5 m auf 10 m verdoppeln.

In den Ansprüchen 1 und 2 werden zwei Alternativen vorgeschlagen. Gemäß Anspruch 1 ist die Gabelspreize so ausgelegt, daß ihre zwei parallelen Balken mit ihren freien Enden die beiden Stützen an den Außenseiten umgreifen können. Die Balken erstrecken sich somit seitlich außerhalb des Grabens und neben den Verbauplatten. Dies hat den Vorteil, daß bei Verbausystemen, bei denen die normalen Spreizen vertikal verschiebbar und formschlüssig in den Stützen geführt sind, nach Verbinden der freien Enden der Gabelspreize mit den Stützen die zwischen den Stützen befindliche vertikal verschiebbare Spreize nach oben entfernt werden kann. Bei dieser Gabelspreize muß die Länge der Traverse mindestens dem Abstand entsprechen, den die Außenseiten der Stützen eines Stützenpaares voneinander haben.

Gemäß Anspruch 2 ist die Gabelspreize so ausgelegt, daß ihre zwei Balken mit ihren freien Enden auf die oberen Enden der beiden Stützen auflegbar sind, wobei die Balken im wesentlichen in der gleichen Ebene wie die zwischen den Stützen gehaltenen Verbauplatten verlaufen. In diesem Fall liegen die Balken auf den oberen Rändern der Verbauplatten auf. Diese Ausführung ist vorteilhaft für Verbausysteme, bei denen die Spreizen nicht in den Stützen verschiebbar geführt sind.

In aller Regel sind zwei Traversen an der Gabelspreize vorgesehen, um ihr die notwendige Steifigkeit zu verleihen. Die Traversen wie die Balken bestehen vorzugsweise aus Stahlprofilen, z. B. U-Profilen oder I-Profilen. Die Traversen sind vorzugsweise starr ausgebildet. Bei auf dem Stützenkopf aufliegendem Balkenende entspricht die Länge einer starren Traverse im wesentlichen dem Abstand zwischen den Innenseiten der Stützen eines Stützenpaares.

Falls eine Gabelspreize für Gräben unterschiedlicher Breite einsetzbar sein soll, können ihre Traversen längenverstellbar ausgebildet werden. Möglich wäre z. B. eine Längenverstellung mittels einer in einem Innengewinde geführten Gewindestange. Um die großen, durch die Verbauplatten auf die Stützen übertragenen Kräfte aufnehmen zu können, ist es vorteilhaft, anschraubbare Verlängerungsstücke für die Traversen vorzusehen, die mit Schraubflanschen an komplementären Flanschen der seitlichen Traversenabschnitte angeschraubt werden können. Die Verlängerungsstücke können in unterschiedlichen Längen gefertigt werden.

Wie bereits erwähnt, wird die erfindungsgemäße Gabelspreize bevorzugt für den Einbau von Bauelementen verwendet, die zwischen zwei Stützen eines Gabelpaares hindurchbewegt werden müssen. Ein hierfür geeignetes Verfahren unter Verwendung der erfindungsgemäßen Stütze ergibt sich aus Anspruch 9. Die Gabelspreizen werden in den Fällen, in denen der Bauraum zwischen zwei Stützen eines Stützenpaares benötigt wird, zum Ersatz der herkömmlichen Spreizen oder Spreizrahmen zwischen diesen Stützen verwendet. Um die Stützen im unteren Grabenbereich zu stabilisieren, können ihre unteren Enden in den Erdboden eingetrieben werden. Alternativ kann im Bereich des Grabenbodens eine Spreizstrebe zwischen den Stützen angeordnet werden. Sollte der Bereich über der Spreizstrebe mit Bauelementen überbaut werden, verbleibt die Spreizstrebe als verlorenes Bauteil im Graben.

Ein erstes Einsatzfeld für das erfindungsgemäße Verfahren ist die Erstellung einer Schlitzwand. Eine Schlitzwand ist eine innerhalb eines schmalen Grabens von der Geländeoberfläche aus hergestellte Wand, die zur Sicherung von Baugrubenwänden, Abdichtung von Baugruben und Deponien sowie zur Abtragung von Bauwerkslasten dient.

Zur Abstützung der Grabenwände wird bei den bekannten Verfahren eine Stützflüssigkeit, insbesondere eine Bentonitsuspension, in den Graben eingefüllt. Der Aushub wird in der Stützflüssigkeit vorgenommen. Die Stützflüssigkeit wird nach Erstellen der Wand in ein Absetzbecken gepumpt, indem mitgeführter Boden sedimentiert wird und die Stützflüssigkeit zur weiteren Verwendung wieder aufbereitet wird.

Die geschlossene Wand kann aus ineinandergreifenden Dielen hergestellt werden, deren untere Enden einbetoniert werden. Die Schlitzwand kann aber auch aus Wandelementen, Betonplatten oder dergleichen hergestellt werden.

Die Verwendung und Wiederaufbereitung einer Stützflüssigkeit ist sehr kosten- und zeitaufwendig.

Ein Verfahren, bei dem die aufwendige Verwendung und Wiederaufbereitung der Stützflüssigkeit vermieden werden kann, ist daher äußerst vorteilhaft.

Ein derartiges Verfahren geht aus Anspruch 12 hervor.

Für die Durchführung eines derartigen Verfahrens bedarf es nur einer an sich bekannten, mindestens drei Verbaufelder abdeckenden, aus Stützen, Spreizrahmen und Verbauplatten sich zusammensetzenden Graben- Verbauvorrichtung sowie einer Gabelspreize, welche im oberen Bereich der Stützen den Spreizrahmen ersetzt und den Raum zwischen den Stützen eines Stützenpaares zum weiteren Ausbau der Schlitzwand freigibt, sowie mindestens einer Bodenspreize, welche die Verbauplatten in dem Verbaufeld auf Abstand hält, in das hinein die Schlitzwand weiter vorgebaut wird, und schließlich Teilspreizen, welche im Bereich der bereits errichteten Schlitzwand die Stützen eines Stützpaares anstelle des Spreizrahmens auf Abstand hält, indem sie sich im wesentlichen koaxial gegenüberliegend gegen die Schlitzwand abstützen.

Weiter kann die Erfindung vorteilhaft bei der Rohrverlegung mit mitlaufender Vortriebspresse gemäß DE 42 41 856 verwendet werden. Aus der DE 42 41 856 ist ein Verfahren zum Verlegen von Leitungsrohren bekannt, bei dem aus einer Startgrube heraus die Leitungsrohre mit einer Vortriebseinrichtung, die im wesentlichen aus einer Vortriebspresse und einem Vortriebswerkzeug besteht, in das Erdreich verlegt werden und mit Hilfe einer oberirdischen Fördereinrichtung das anfallende Bodenmaterial abgetragen wird.

Das zu verlegende Leitungsrohr wird hinter einer in der Startgrube eingebrachten Vortriebseinrichtung auf ein Auflager aufgebracht, danach wird das Vortriebswerkzeug durch die Vortriebspresse vorgedrückt, indem die Vortriebspresse das Leitungsrohr als Widerlager benutzt. Dabei schneidet ein Schneidschuh, dessen Schneidkante dem Außendurchmesser des zu verlegenden Rohres entspricht, ein Rohrauflager in den Boden. Nach Erreichen eines Vorschubs, der etwa der Länge des nächsten zu verlegenden Leitungsrohrs entspricht, wird die Vortriebspresse in Vorschubrichtung zusammengefahren. Danach wird auf das frei gewordene Rohrauflager von oben das nächste zu verlegende Leitungsrohr aufgebracht, welches wiederum von der Vortriebspresse als Widerlager benutzt wird, und sich der gesamte Vorgang wiederholt. Bei dieser Rohrverlegung werden die Rohrabschnitte mit einem Kran in einen offenen Graben abgesenkt.

Bei dem bekannten Verfahren ist die Baugrube oberhalb des zu verlegenden Leitungsrohres offen. Je nach Standfestigkeit des Bodens haben dort die Grabenwände eine Neigung von 30° bis 60°. Der ausgehobene Graben konnte bisher nicht mittels in Stützen geführter Stahlverbauplatten gesichert werden, weil die Spreizen zwischen den Stützen eines Stützenpaares dort ein vertikales Absenken der Rohrabschnitte in das freie Rohrauflager verhinderten. Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Gabelspreize ist aber auch bei Anwendung einer Rohr-Vortriebspresse ein Verbau mit in Stützen geführter großflächigen Stahlverbauplatten möglich. Dabei können die Verbauplatten etwa bis in Höhe des vom Schneidschuh in den Boden geschnittenen Rohrauflagers abgesenkt werden, und die Stützen und Verbauplatten sollten einen Abstand von 5 bis 10 cm von der zu verlegenden Rohrleitung haben.

Befindet sich das in den Boden geschnittene Rohrauflager zwischen den Stützen eines Stützenpaares, dann muß die erfindungsgemäße Gabelspreize mit den Stützen dieses Stützenpaares verbunden werden, so daß diese die beiden Stützen auf Abstand hält und die zwischen den Stützen befindliche Spreize oder der dort befindliche Spreizrahmen entfernt werden kann. Danach kann das zu verlegende Rohrstück von oben senkrecht in den Graben herabgelassen werden. Danach kann die zwischen die Stützen anzuordnende Spreize oder der dort anzuordnende Spreizrahmen wieder eingesetzt werden, so daß die Gabelspreize zum Einsatz an einem weiteren Verbaufeld wieder frei wird.

Ein derartiger Verbau hat den großen Vorteil, daß sich der Erdaushub erheblich reduziert und eine Rohrverlegung mit mitlaufender Vortriebspresse auch in schwierigen, nicht standfesten Böden ermöglicht.

Durch die erfindungsgemäße Gabelspreize kann ein Verbau mit großflächigen, in Stützen geführten Verbauplatten auch erfolgen, wenn Rohrabschnitte in den Graben abgesenkt werden müssen, die länger sind als der Abstand zwischen zwei Stützenpaaren.

In der folgenden Beschreibung werden Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen erläutert. Die Zeichnungen zeigen in:

Fig. 1 bis 5 fünf Verfahrensschritte bei der Errichtung einer Schlitzwand unter Verwendung einer erfindungsgemäßen Spreize in Draufsicht,

Fig. 6 eine Frontansicht einer aus Stützen, Spreizrahmen und Verbauplatten bestehenden Grabenverbauvorrichtung bekannter Art,

Fig. 7 eine Ansicht entsprechend Fig. 6 mit Spreizgabel und Bodenspreize,

Fig. 8 eine Ansicht entsprechend Fig. 7 mit Bohlenwand, Betonfuß und Teilspreizen,

Fig. 9 eine Draufsicht auf eine Teilspreize für eine Bohlenwand,

Fig. 10 eine Ansicht nach der Schnittlinie X-X in Fig. 9,

Fig. 11 Draufsicht auf ein Stirnverbauteil und

In Fig. 1 wird eine Bohlenwand 9 in einem schmalen Graben von links nach rechts vorgebaut. Der schmale Graben ist mittels einer an sich bekannten Verbauvorrichtung verbaut, die sich aus Stützen 1, 2, Spreizrahmen 3 und großflächigen Verbauplatten 4, 5 zusammensetzt. Die Stützen 1 und 2 werden auf beiden Seiten des Grabens in gleichen, etwa der Länge der Verbauplatten 4, 5 entsprechenden Abständen aufgestellt und von Spreizrahmen 3, die an den Stützen 1, 2 formschlüssig vertikal verschiebbar geführt sind, auf Abstand gehalten. In diesen Stützen 1, 2 sind die Verbauplatten 4, 5 vertikal verschiebbar geführt. Auch die Führung der Verbauplatten 4, 5 kann formschlüssig erfolgen, so daß auch Zugkräfte in Grabenlängsrichtung übertragen werden können. Zwei Stützenpaare 1, 2 und die Verbauplatten 4, 5, welche die Stützenpaare 1, 2 miteinander verbinden, bilden ein Verbaufeld. Wie die Fig. 6 und Fig. 7 zeigen, sind in den Stützen 1 und 2 obere äußere Verbauplatten 4 und untere innere Verbauplatten 5 geführt. Die Höhe der unteren Verbauplatten 5 ist deutlich größer als die der oberen Verbauplatten 4. Im verbauten Graben wird eine aus Bohlen 9 sich zusammensetzende Schlitzwand errichtet, wobei die Bohlen 9 an ihrem unteren Ende in Beton 10 gehalten sind. Die Bohlen 9 greifen an ihren Rändern formschlüssig ineinander. Beim Einbringen der Bohlen 9 sind im Bereich eines Stützenpaares 1, 2 die Spreizrahmen 3 im Weg. Damit diese entfernt werden können, wird - wie Fig. 2 zeigt - im oberen, aus dem Graben herausragenden Bereich der von dem störenden Spreizrahmen 3' gehaltenen Stützen 1, 2 eine Spreizgabel 7 angesetzt, die Zugkräfte und Druckkräfte übertragend mit den Außenseiten der Stützen 1 und 2 verbunden wird. Alternativ könnte eine etwas schmalere Gabelspreize verwendet werden, deren freie Enden mit auf den Köpfen der Stützen 1 und 2 aufliegen und befestigt werden. Ferner wird im Bodenbereich, etwa im mittleren Bereich eines Verbaufeldes, eine Bodenspreize 6 angeordnet, die den unteren Bereich der Verbauplatten 5 auf Abstand hält.

Wie die Fig. 3 zeigt, kann nun der Spreizrahmen 3' entfernt werden und die Schlitzwand durch Einschieben von Bohlen 9 nach links weitergebaut werden. Etwa im mittleren Bereich eines Verbaufeldes wird dabei im unteren Bereich der zuletzt eingesetzten Bohle 9 eine Stirnschalung 14 eingesetzt, die vor Einschütten des Betons 10' den linken Teil zum rechten Grabenteil hin abdichtet.

Wie die Fig. 11 zeigt, hat die Stirnschalung 14 zwei Schalbretter 16, 17, an deren vertikalen Rändern Dichtlippen 15 angeordnet sind. Das Schalbrett 16 dichtet ab zwischen einer linken Verbauplatte 5 und der linken Seite der zuletzt eingeführten Bohle 9, und das andere Schalbrett 17 dichtet ab zwischen der rechten Verbauplatte 5 und der rechten Seite der zuletzt eingeführten Bohle 9.

Nach Einfüllen und Erhärten des Betons 10', der die neu eingeführten Bohlen 9 hält, werden an den Innenseiten der Stützen 1 und 2 Teilspreizen 8a und 8b angeordnet. Die Teilspreize 8a ist zwischen Stütze 1 und der Schlitzwand 9 und die Teilspreize 8b ist zwischen der Stütze 2 und der Schlitzwand 9 so angeordnet, daß die Kraftansatzpunkte dieser Teilspreizen 8a und 8b einander gegenüberliegen (vgl. Fig. 1).

Sofern die Schlitzwand 9 im Bereich der Stützenpaare 1, 2 stets einen vorbestimmten Abstand von den Innenseiten der Stützen 1 und 2 haben, können die Teilspreizen 8a und 8b die aus den Fig. 1, 2 und 3 ersichtliche Gestalt haben. Die Summe der Längen dieser Teilspreizen 8a und 8b entspricht der lichten Weite zwischen den Innenseiten des Stützenpaares 1, 2 minus der Dicke der Bohlen 9 bzw. der Schlitzwand.

Sofern aber die Schlitzwand 9 einen ständig wechselnden Abstand von den Stützen 1 und 2 hat, setzt sich jede Teilspreizvorrichtung 8'a, 8'b gemäß Fig. 9 zusammen aus einer Führungsschiene 11, die in ihrer Längsmitte einen vertikalen Führungsschuh 13 aufweist, der in einen Führungskanal der Stützen 1 und 2 eingesetzt werden kann. Auf der Führungsschiene 11 sind zwei längenverstellbare Spreizen 12 und 12' verschieblich gelagert. Mit Hilfe dieser Teilspreizvorrichtungen 8'a und 8'b können die Stützen 1, 2 eines Stützenpaares auf Abstand gehalten werden, indem sich beide Teilspreizvorrichtungen 8a, 8b gegen die aus Bohlen 9 zusammengesetzte Schlitzwand abstützen. Dabei werden die Spreizen 12 und 12' der Teilspreizvorrichtung 8a so eingestellt, daß sie mit den Spreizen 12 und 12' der Teilspreizvorrichtung 8b fluchten und die Spreizen 12, 12' einen im wesentlichen gleich großen Abstand von der Mitte der Führungsschiene 11 haben.

Nach Anbringen, Ausrichten und Spannen der Teilspreizen 8a, 8b oder Teilspreizvorrichtungen 8'a und 8'b kann - wie in Fig. 5 dargestellt - die Gabelspreize 7 abgenommen und an das nächste Stützenpaar 1, 2 angebracht werden. Ferner ist die Bodenspreize 6 ebenfalls zu lösen und im mittleren Bereich des folgenden Verbaufeldes anzubringen.

Nach Erhärten des Betons 10 können im Bereich der fertiggestellten Schlitzwand die Verbauplatten 4, 5, die Stützen 1, 2 und die Teilspreizvorrichtungen 8'a, 8'b entfernt und in einem vorderen Verbaufeld wieder eingesetzt werden.

Die Gabelspreize 7 besteht aus zwei parallelen Balken 18, 19, die an einem Ende über Traversen 20, 21 starr miteinander verbunden sind und deren Abstand voneinander etwa dem Abstand entspricht, den die Außenseiten der Stützen 1, 2 eines Stützenpaares voneinander haben. An den freien Enden der vorkragenden Balken 18, 19 sind Verbindungsteile 22 angeordnet, die ein schnelles Verbinden mit den Stützen 1, 2 und ein schnelles Lösen von den Stützen 1,2, z. B. durch Einstecken von Verbindungsbolzen, ermöglichen.

Die Bodenspreize 6 ist hydraulisch beaufschlagbar und kann von oben vom Grabenrand aus gespreizt oder verkürzt werden und kann mittels Seilen oder Drähten von oben aus versetzt werden. Die Bodenspreize 6 hat an beiden Enden relativ große, lastverteilende Scheiben, mit denen sie auf den unteren Bereich der Verbauplatten 5 einwirken. Bezugszeichenliste 1 Stütze

2 Stütze

3 Spreizrahmen

3' zu entfernender Spreizrahmen

4 Verbauplatte

5 Verbauplatte

6 Bodenspreize

7 Gabelspreize

8a Teilspreize

8b Teilspreize

8'a Teilspreizvorrichtung

8'b Teilspreizvorrichtung

9 Bohlenwand

10 Betonfuß

11 Führungsschiene

12 längere Spreize

12' kurze Spreize

13 Führungsschuh

14 Stirnschalung

15 Dichtlippen

16 Schalbrett

17 Schalbrett

18 Balken

19 Balken

20 Traverse

21 Traverse

22 Verbindungselement


Anspruch[de]
  1. 1. Spreize (7) für eine Graben-Verbauvorrichtung mit
    1. a) vertikalen Stützen (1 und 2), die paarweise zu beiden Seiten des Grabens in gleichbleibenden Abständen angeordnet werden,
    2. b) mindestens einer Spreize (3, 7) je Stützenpaar, welche die Stützen (1, 2) auf Abstand hält, und
    3. c) großflächigen Verbauplatten (4, 5), die zu beiden Seiten des Grabens mit ihren Rändern in je zwei Stützen (1, 1 und 2, 2) geführt sind,
    dadurch gekennzeichnet, daß sie als Gabelspreize (7) mit zwei im Abstand voneinander befindlichen biegesteifen Balken (18, 19), die an einem Ende über mindestens ein quer zu den Balken verlaufendes Verbindungsteil (20, 21) starr miteinander verbunden sind, derart ausgebildet ist, daß ihre zwei Balken (18, 19) mit ihren freien Enden die beiden Stützen (1, 2) an den Außenseiten umgreifen können und über Verbindungselemente (22) Zugkräfte übertragend mit den Stützen (1, 2) verbindbar sind.
  2. 2. Spreize (7) für eine Graben-Verbauvorrichtung mit
    1. a) vertikalen Stützen (1 und 2), die paarweise zu beiden Seiten des Grabens in gleichbleibenden Abständen angeordnet werden,
    2. b) mindestens einer Spreize (3, 7) je Stützenpaar, welche die Stützen (1, 2) auf Abstand hält, und
    3. c) großflächigen Verbauplatten (4, 5), die zu beiden Seiten des Grabens mit ihren Rändern in je zwei Stützen (1, 1 und 2, 2) geführt sind,
    dadurch gekennzeichnet, daß sie als Gabelspreize (7) mit zwei im Abstand voneinander befindlichen biegesteifen Balken (18, 19), die an einem Ende über mindestens ein quer zu den Balken verlaufendes Verbindungsteil (20, 21) starr miteinander verbunden sind derart ausgebildet ist, daß ihre zwei Balken (18, 19) mit ihren freien Enden auf die oberen Enden der beiden Stützen (1, 2) auflegbar und über Verbindungselemente (22) Kräfte in Querrichtung des Grabens übertragend mit den Stützen (1, 2) verbindbar sind.
  3. 3. Spreize (7) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die zwei Balken (18, 19) im wesentlichen parallel zueinander verlaufen und an einem Ende über zwei im Abstand voneinander angeordneten Traversen (20 oder 21) miteinander verbunden sind.
  4. 4. Spreize (7) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der Traverse (20, 21) mindestens dem Abstand entspricht, den die Außenseiten der Stützen (1, 2) eines Stützenpaares voneinander haben.
  5. 5. Spreize (7) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der Traverse (20, 21) im wesentlichen dem Abstand entspricht, den die Innenseiten der Stützen (1, 2) eines Stützenpaares voneinander haben.
  6. 6. Spreize (7) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine der Traversen (20 oder 21) längenverstellbar ausgebildet ist.
  7. 7. Spreize (7) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Traverse zur Längenverstellung mit einem anschraubbaren Verlängerungsstück versehen werden kann.
  8. 8. Spreize (7) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an den freien Enden der vorkragenden Balken (18, 19) Verbindungsteile (22) angeordnet sind, die ein schnelles Verbinden mit den Stützen (1, 2) und ein schnelles Lösen von den Stützen (1, 2) ermöglichen.
  9. 9. Verfahren für den Einbau eines Bauelementes in einen Graben, der durch eine Graben-Verbauvorrichtung abgestützt ist, welche sich zusammen setzt aus
    1. a) vertikalen Stützen (1 und 2), die paarweise zu beiden Seiten des Grabens in gleichbleibenden Abständen angeordnet werden,
    2. b) mindestens einer Spreize (3) je Stützenpaar, welche sich zwischen den Stützen (1, 2) erstreckt und diese auf Abstand hält und
    3. c) großflächigen Verbauplatten (4, 5), die zu beiden Seiten des Grabens mit ihren Rändern in je zwei Stützen (1, 1 und 2, 2) eines Stützenpaares geführt sind,
    dadurch gekennzeichnet, daß in dem Zeitraum, in dem das Bauelement in den Bereich zwischen den Stützen (1, 2) eines Stützenpaares eingebracht wird, an den Stützen (1, 2) eine im wesentlichen horizontal liegende Gäbelspreize (7) nach einem der vorangehenden Ansprüche befestigt und anschließend die zwischen den Stützen (1, 2) sich erstreckende Spreize (3) entfernt wird.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die unteren Stützenenden in den Boden eingetrieben werden, bevor die sich zwischen den Stützen (1, 2) erstreckende Spreize (3) entfernt wird.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich des Grabenbodens eine Spreizstrebe angeordnet wird.
  12. 12. Verfahren zur Herstellung einer Schlitzwand nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Einbau von Bauelementen (9), die eine Wand zwischen den Stützen (1, 2) bilden, zwischen der Wand und den Stützen (1, 2) Teilspreizen (8a, 8b) oder Teilspreizvorrichtungen (8'a, 8'b) angeordnet werden, die im wesentlichen koaxial gegenüberliegend sich gegen die Wand abstützen und die Stützen (1, 2) auf Abstand halten.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Gabelspreize (7) nach dem Anordnen der Teilspreizen (8a, 8b) oder Teilspreizvorrichtungen (8'a, 8'b) entfernt wird.
  14. 14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Wand aus formschlüssig ineinandergreifenden Bohlen (9) zusammensetzt, deren untere Enden einbetoniert werden.
  15. 15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß beim Einbetonieren der Bohlen (9) im Bereich eines Stützenpaares (1, 2) eine Stirnschalung (14) verwendet wird, die die Betonierzone zum Graben hin abdichtet.
  16. 16. Verfahren zur Verlegung von Rohrabschnitten nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß an zwei aufeinanderfolgenden Stützenpaaren jeweils eine Gabelspreize (7) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 mit den freien Enden der Balken (18, 19) einander zugewandt befestigt und die sich jeweils zwischen den Stützen (1, 2) der Stützenpaare sich erstreckenden Spreizen (3) entfernt werden.
  17. 17. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen zwei Stützenpaaren eine Bodenspreize (6) angeordnet wird, welche die einander gegenüberliegenden Verbauplatten (5) in ihrem unteren Bereich auf Abstand zueinander hält.
  18. 18. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 12, gekennzeichnet durch eine Teilspreizvorrichtung (8'a, 8'b) die eine Führungsschiene (11) aufweist, die in ihrer Längsmitte einen vertikalen Führungsschuh (13) aufweist, der in einen Führungskanal der Stützen (1, 2) einsetzbar ist und auf der zwei längenverstellbare Spreizen (12 und 12') verschieblich angeordnet sind.
  19. 19. Verfahren zum Verlegen einer aus Rohrstücken sich zusammensetzenden Rohrleitung mit Hilfe einer Vortriebspresse, mit einem Schneidschuh, der in den Boden ein Rohrauflager schneidet, dadurch gekennzeichnet, daß ein Graben bis etwa in Höhe der Mitte der zu verlegenden Rohrleitung ausgehoben und dabei mittels einer aus Stützen und darin geführten großflächigen Verbauplatten sich zusammensetzenden Verbauvorrichtung gesichert wird, wobei der Abstand der zu beiden Seiten des Grabens angeordneten Stützen und Verbauplatten nur wenig größer ist als der Außendurchmesser der zu verlegenden Rohrleitung und in die Sohle des Grabens mittels eines Schneidschuhs ein Rohrauflager in den Boden geschnitten wird, und die beiden Stützen eines Stützenpaares, zwischen denen von oben ein Rohrabschnitt in das Rohrauflager abgelassen werden muß, eine Gabelspreize gemäß einem der Ansprüchen 1 bis 8 mit den Stützen verbunden wird und die zwischen diesen Stützen befindliche Spreizeinrichtung entfernt wird.






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