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Dokumentenidentifikation DE69327823T2 27.07.2000
EP-Veröffentlichungsnummer 0582405
Titel Verfahren zum Ziehen einer optischen Faser und die so hergestellte Faser
Anmelder AT & T Corp., New York, N.Y., US
Erfinder Hart, Jr., Arthur Clifford, Chester, New Jersey 07930, US;
Huff, Richard Garner, Basking Ridge, New Jersey 07920, US;
Walker, Kenneth Lee, New Providence, New Jersey 07974, US
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 69327823
Vertragsstaaten DE, DK, FR, GB, IT
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 22.07.1993
EP-Aktenzeichen 933057804
EP-Offenlegungsdatum 09.02.1994
EP date of grant 09.02.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.07.2000
IPC-Hauptklasse C03B 37/027
IPC-Nebenklasse G02B 6/10   

Beschreibung[de]
Erfindungsgebiet

Die vorliegende Erfindung betrifft Lichtwellenleiter, insbesondere einen Einmoden-Lichtwellenleiter mit relativ niedriger Polarisationsmodendispersion (PMD). Sie betrifft auch Kommunikationssysteme, die derartige Fasern umfassen, und Verfahren zur Herstellung einer derartigen Faser.

Allgemeiner Stand der Technik

Ein idealer kreissymmetrischer "Einmoden"- Lichtwellenleiter kann zwei unabhängige entartete Moden orthogonaler Polarisation unterstützen. Einer davon kann den fundamentalen He&sub1;&sub1;-Modus darstellen. Das elektrische Feld des sich entlang der Faser ausbreitenden Lichts ist in der Regel eine lineare Überlagerung dieser beiden Polarisationseigenmoden.

Bei der in der Praxis verwendeten Einmodenfaser stören verschiedene Fehler wie beispielsweise asymmetrische seitliche Beanspruchung und ein nicht kreisförmiger Kern in der Regel die Kreissymmetrie der idealen Faser und heben die Entartung dieser beiden Polarisationsmoden an. Die beiden Moden breiten sich dann mit unterschiedlichen Phasengeschwindigkeiten aus, und diese Differenz zwischen ihren effektiven Brechungsindizes wird als Doppelbrechung bezeichnet.

Faserdoppelbrechung kann entweder aus einer geometrischen Deformierung oder aus verschiedenen spannungsoptischen, magnetooptischen oder elektrooptischen Indexänderungen resultieren. Bei sogenannten polarisationserhaltenden Fasern wird Asymmetrie absichtlich in die Faser eingeführt. Bei gewöhnlichen (nicht polarisationserhaltenden) Fasern jedoch wirken sich die Doppelbrechungsmechanismen auf im wesentlichen nicht vorhersagbare Weise auf die Faser aus. Somit entwickelt sich der Polarisationszustand des geführten Lichts in der Regel durch eine pseudozufällige Folge von Zuständen entlang der Faser, wobei der Polarisationszustand am Faserausgang in der Regel sowohl nicht vorhersagbar als auch instabil ist. Im Mittel wird ein gegebener Polarisationszustand in einer gegebenen Faser nach einer bestimmten Länge Lp, der der gegebenen Faser zugeordneten "Polarisationsschwebungslänge", reproduziert.

Das Vorliegen von Doppelbrechung in einer herkömmlichen Einmodenfaser führt zu einer Signalstreuung (sogenannte Polarisationsmodendispersion bzw. PMD) und ist somit in der Regel unerwünscht, insbesondere bei Anwendungen mit hohen Bitraten oder analoger Übertragung (zum Beispiel für faseroptische analoge CATV-Systeme).

Es ist bekannt, daß eine Faser mit niedriger PMD durch schnelles Spinnen der Preform bei gleichzeitigem Ziehen der Faser aus der Preform hergestellt werden kann. Der Stand der Technik lehrt, daß dies zu periodisch vertauschten schnellen und langsamen Doppelbrechungsachsen entlang der Faser führt, was wegen der stückweisen Kompensierung der relativen Phasenverzögerung zwischen den Polarisationseigenmoden zu sehr geringer Nettodoppelbrechung führen kann, vorausgesetzt die Spinschrittweite ist viel geringer als die Schwebungslänge der "ungesponnenen" Faser. Siehe beispielsweise A. Ashkin et al., Applied Optics, Band 20(13), S. 2299; A. J. Barlow et al., Applied Optics, Band 20(17), S. 2962; und S. C. Rashleigh, Laser Focus, Mai 1983.

Es ist hauptsächlich die Anforderung des Standes der Technik, daß die Spinschrittweite viel geringer sein muß als die "ungesponnene" Lp, was das Verfahren des Standes der Technik für die gegenwärtige kommerzielle Faserproduktion im wesentlichen ungeeignet macht. Beispielsweise unter der Annahme, daß die ungesponnene Lp etwa 1 m beträgt und die Ziehgeschwindigkeit 10 m/s beträgt, dann muß die Preform mit 6000 UpM gesponnen werden, um eine Spinschrittweite zu erhalten, die 1/10 der ungesponnenen Lp beträgt. Dies ist bei der kommerziellen Faserproduktion in der Regel nicht praktisch.

Aus US-Patent 4,504,300 ist eine Einrichtung bekannt, um durch Ziehen aus einer Preform einen Lichtwellenleiter mit chiraler Struktur herzustellen. Die Einrichtung umfaßt ein Mittel zum Verdrillen der Faser beim Faserziehen, wobei das Verdrillmittel unmittelbar unter der Preform angeordnet ist. Die verdrillte Faser wird durch ein Beschichtungsmittel beschichtet, worauf das Abkühlen durch schnell abkühlende Mittel folgt, die das Einfrieren der Verdrillung erleichtern. Auf diesem Dokument basiert der dem Stand der Technik entsprechende Teil von Anspruch 1.

Angesichts der kommerziellen Bedeutung von Lichtwellenleitern mit niedriger Doppelbrechung wäre es höchst wünschenswert, eine Technik zum Produzieren einer derartigen Faser zu haben, die mit der gegenwärtigen kommerziellen Praxis vereinbar ist, die sich zum Beispiel selbst bei den hohen Ziehgeschwindigkeiten verwenden läßt, die derzeit in der Regel verwendet werden. Die vorliegende Anmeldung offenbart eine derartige Technik.

Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren wie in Anspruch 1 definiert und eine Vorrichtung wie in Anspruch 4 definiert bereitgestellt.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Fig. 1 zeigt schematisch eine beispielhafte Faserziehvorrichtung nach dem Stand der Technik;

Fig. 2 zeigt schematisch und in Draufsicht den Führungsabschnitt der Vorrichtung von Fig. 1;

Fig. 3-5 zeigen, ebenfalls schematisch und in Draufsicht, beispielhafte Führungsabschnitte, die zur Ausübung der Erfindung verwendet werden können; und

Fig. 6 zeigt für eine Faser gemäß der Erfindung beispielhafte Daten über Spin als Funktion der Entfernung entlang der Faser.

Die Erfindung

Allgemein gesprochen wird die Erfindung in einem neuartigen und zweckmäßigen Verfahren zur Herstellung eines Lichtwellenleiters, in der Regel einer Einmodenfaser, verkörpert, mit der eine Faser mit niedriger PMD, beispielhaft unter 0,5 ps/km1/2, produziert werden kann. Sie wird auch in Vorrichtungen verkörpert (zum Beispiel einem Lichtwellenleiterkommunikationssystem), die eine derartige neue Art von Faser mit niedriger PMD umfassen.

Der vorliegenden Faser wird ein Spin "aufgeprägt", wenn das Fasermaterial in der heißen Zone torsionsmäßig deformiert wird, wobei diese Deformation in die Faser eingefroren wird, so daß die Faser einen permanenten "Spin" aufweist, das heißt eine permanente Torsionsdeformation. Das Vorliegen eines derartigen eingefrorenen Spins kann ohne weiteres festgestellt werden, zum Beispiel durch Untersuchung der Faser mit dem Mikroskop, um eine Drehung der Ovalheit oder Exzentrizität des Kerns zu bestimmen, oder mit Hilfe eines sich bewegenden magnetooptischen Modulators, wie er von M. J. Marrone et al., Optics Letters, Band 12(1), S. 60, verwendet wird. Mit einem derartigen eingefrorenen Spin ist eine Schrittweite, die Spinwiederholentfernung entlang der Faser, verbunden.

Wie der Fachmann ohne weiteres versteht, führt das Verfahren des Spinnens der Preform nach dem Stand der Technik zu einem Spin mit im wesentlichen konstanter Schrittweite. Es ist bekannt, daß es während des Ziehprozesses zu geringen Verdrehungen der Symmetrieachsen kommen kann, so daß selbst herkömmliche Einmodenfasern bei der optischen Polarisierung entlang der Faser eine Schwankung aufweisen. Siehe beispielsweise das oben angeführte Referat von Marrone et al. Es ist uns allerdings kein Fall einer Faser nach dem Stand der Technik mit einem unbeabsichtigten Spin bekannt, deren Spin eine Raumfrequenz von über 4 Spin/Meter aufwies. Siehe beispielsweise M. J. Marrone et al., a. a. O., Tabelle 1. Eine Faser mit einem derartig niedrigen Spin weist in der Regel keine kommerziell bedeutende Reduktion der PMD auf. In US-A-4,504,300 wird mindestens einem Abschnitt der Faser ein beabsichtigter permanenter Spin mit einer Raumfrequenz von über 4 Spin/m aufgeprägt.

Bei Ausführungsformen der Erfindung wird das Drehmoment auf die Faser abwechselnd im Uhrzeigersinn und entgegen dem Uhrzeigersinn angewendet, wodurch der der Faser aufgeprägte Spin eine Schrittweite aufweist, die über wesentliche Längen der Faser nicht konstant ist, zum Beispiel abwechselnd im Uhrzeigersinn und entgegen dem Uhrzeigersinn ist. Wir nehmen gegenwärtig an, daß eine derartige abwechselnde Schrittweite im Vergleich zu einer konstanten Schrittweite Vorteile aufweisen kann, da eine geringe Schrittweite auch die beiden Polarisationsmoden koppeln kann, vorausgesetzt die Schrittweite ist an die Faser-Doppelbrechungs- Raumfrequenz präzise angepaßt. Siehe zum Beispiel S. C. Rashleigh, J. of Lightwave Technology, Band LT-1(2), S. 312-331, insbesondere S. 320, wo es heißt, daß "...unabhängig von der tatsächlichen Verteilung f(z) der Doppelbrechungsstörungen nur die eine spektrale Komponente mit der Frequenz βi die beiden Polarisationseigenmoden koppeln kann. Alle anderen spektralen Komponenten koppeln die Moden nicht effizient." Der Parameter βi ist die eigene Doppelbrechung der Faser, und F(βi) ist die Fouriertransformatierte von f(z). Da die Störung f(z) im wesentlichen zufälliger Art ist, ist es klar, daß ein Spin mit konstanter Schrittweite in der Regel zu keiner effizienten Modenkopplung führt. Ein Spin, der abwechselnd positive und negative Helizität aufweist, neigt andererseits dazu, räumliche Komponenten zu enthalten, die eine effiziente Kopplung erzeugen. Wir nehmen gegenwärtig an, daß mit einem Spin, der zwischen positiver und negativer Helizität abwechselt, eine starke Kopplung erhalten werden kann.

Die Erfindung wird auch durch einen durch das erfindungsgemäße Verfahren produzierten Lichtwellenleiter verkörpert (beispielhaft eine Faser auf SiO&sub2;- Basis, die einen Kern und einen optischen Mantel umfaßt, wobei ersterer einen größeren effektiven Brechungsindex aufweist als das Material des den Kern umgebenden optischen Mantels). Sie wird auch in einer Vorrichtung verkörpert, zum Beispiel einem Lichtwellenleiterkommunikationssystem, das eine Quelle eines Lichtsignals, Mittel zum Erfassen eines Lichtsignals und einen Lichtwellenleiter gemäß der Erfindung umfaßt, der das Detektormittel und die Quelle auf eine Signale übertragende Weise verbindet. Insbesondere wird der Faser ein abwechselnder Spin aufgeprägt.

Fig. 1 zeigt schematisch eine herkömmliche Ziehvorrichtung 10 (nach dem Stand der Technik). Die Faserpreform 11 wird langsam (mit Hilfe eines nicht gezeigten Vorschubmechanismus) in den Ofen 12 vorgeschoben, wo die Faser 13 aus dem verjüngten Abschnitt der Preform gezogen wird. Die freiliegende Faser läuft durch den Durchmessermonitor 14 in eine Beschichtungsauftragseinrichtung 15, wo die Polymerbeschichtung (die meist aus einer inneren und äußeren Beschichtung besteht) auf die inzwischen relativ kühle freiliegende Faser aufgetragen wird. Nach dem Durchlauf durch einen Beschichtungskonzentritätsmonitor 16 läuft die Faser durch die Aushärtstation 17. 17 besteht beispielhaft aus UV-Lampen. Nach 17 befindet sich ein Beschichtungsdurchmessermonitor 18, auf den Führungsmittel (zum Beispiel Rollen 191, 192, 193) und Antriebsmittel (zum Beispiel ziehende Antriebswelle 20) im Gebiet 21 folgen. Es sei angemerkt, daß die Führungsrolle 191 der erste Kontaktpunkt der Faser mit einem Feststoff ist. An diesem Punkt ist die Faser bereits durch eine ausgehärtete Polymerbeschichtung geschützt. Es sei ebenfalls angemerkt, daß die Ziehkraft durch die Antriebswelle 20 aufgebracht wird und daß die Rotationsgeschwindigkeit von 20 die Ziehgeschwindigkeit bestimmt, die beispielhaft bis zu 20 m/Sekunde betragen kann. Von 20 wird die Faser in der Regel zu einem (unabhängig angetriebenen) Aufwickelmittel, zum Beispiel einer Aufwickelspule, geführt. Der Fachmann erkennt, daß Fig. 1 mehrere wahlweise Merkmale zeigt (zum Beispiel 14, 16, 18) und nicht alle möglichen Merkmale (zum Beispiel eine hermetische Beschichtungskammer zwischen 12 und 15) zeigt. Fig. 1 exemplifiziert jedoch eine gegenwärtig verwendete herkömmliche Ziehvorrichtung.

Bei der Vorrichtung von Fig. 1 nach dem Stand der Technik bewegt sich die Faser mindestens zwischen ihrem Ursprungspunkt im Ofen und der Antriebswelle im wesentlichen in einer einzigen Ebene, und der Faser wird absichtlich keine Verdrehung aufgeprägt. Siehe Fig. 2, die eine schematische Draufsicht auf den Abschnitt 21 der Vorrichtung von Fig. 1 ist.

Gemäß der Erfindung wird auf einen beschichteten Abschnitt der Faser ein Drehmoment ausgeübt, so daß der Faser ein abwechselnder Spin aufgeprägt wird. Obwohl im Prinzip das Drehmoment (vor dem Aufwickeln) an jedem nachfolgenden Punkt ausgeübt werden könnte, an dem die Faser ausreichend abgekühlt ist, um berührt zu werden, ist es in der Regel nicht wünschenswert, die freiliegende Faser zu berühren. Deshalb wird das Drehmoment vorteilhafterweise an einem Punkt hinter der Aushärtstation 17 ausgeübt, in der Regel an einem entsprechenden Punkt im Gebiet 21. Es wird gegenwärtig ganz besonders bevorzugt, das Drehmoment mit Hilfe der ersten Führungsrolle auszuüben.

Es hat sich herausgestellt, daß auf die Faser ein intermittierendes Drehmoment ausgeübt werden kann, so daß der Faser eine Verdrehung mit nicht konstanter Schrittweite aufgeprägt wird. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, daß die Orientierung der Führungsrolle 1911 von Fig. 3 geändert wird, indem beispielsweise die Rolle um einen Winkel Θ um eine Richtung parallel zu der Ziehturmachse gekippt wird. Die kippende Rolle 1911 bewirkt, wie angezeigt, daß die Faser als Reaktion auf seitliche Kräfte, die in dieser Anordnung automatisch entstehen, auf der Rolle vor- und zurückschwingt. Insbesondere werden die seitlichen Kräfte in ein Drehmoment auf die Faser umgesetzt, was bewirkt, daß die Faser auf der Rolle 1911 seitlich rollt, wodurch die Faser aus der durch die Faser in der (ungekippten) Vorrichtung des Standes der Technik definierten Ebene herausbewegt wird. Es versteht sich, daß das seitliche Rollen der herkömmlichen Ziehbewegung überlagert wird. Es wird angenommen, daß die seitliche Bewegung der Faser zu einer Rückstellkraft führt, die mit der zunehmenden seitlichen Verschiebung der Faser steigt, was bewirkt, daß die Faser (im wesentlichen, aber nicht notwendigerweise genau) in die Ebene zurückspringt, dafür aber sofort mit einem anderen seitlichen Rollen beginnt. Diese unsymmetrische Hin- und Herbewegung ist durch den Doppelpfeil neben der Rolle 1911 in Fig. 3 angezeigt. Die Winkeldrehgeschwindigkeit der Faser während dem seitlichen Rollen ist unter anderem eine Funktion des Kippwinkels Θ. Somit ist die Schrittweite des der Faser aufgeprägten Spins ebenfalls eine Funktion von Θ. So ergab zum Beispiel eine von uns verwendete Ziehvorrichtung für Θ = 7 und 15º durchschnittliche Schrittweiten von 14 bzw. 7 cm. Es versteht sich, daß diese Werte nur beispielhaft sind, da die Schrittweite unter anderem von der Konfiguration und der Höhe des Ziehturms, der Ziehgeschwindigkeit, der Zugspannung und der Beschichtungsviskosität abhängt.

Der Fachmann erkennt, daß das beschriebene beispielhafte Verfahren nicht nur der Faser einen Spin aufprägt, sondern auch in die aufgewickelte Faser eine im wesentlichen gleiche und entgegengesetzte (allgemein elastische) Verdrehung einführt. Eine derartige Faser mag zwar für bestimmte Zwecke (zum Beispiel für Sensorzwecke, die nur eine relativ kurze Faserlänge erfordern) annehmbar sein, doch wird es in der Regel erwünscht sein, die unerwünschte elastische Verdrehung zu beseitigen bzw. deren Einführung zu verhindern. Die elastische Verdrehung kann beispielsweise durch entsprechendes Umspulen beseitigt werden. Es wird jedoch bevorzugt, die Einführung der elastischen Verdrehung im wesentlichen zu verhindern. Dies wird gemäß der Erfindung dadurch erreicht, daß der Faser abwechselnd ein Drehmoment im Uhrzeigersinn und entgegen dem Uhrzeigersinn auferlegt wird, beispielsweise wie unten beschrieben.

Indem bewirkt wird, daß die Führungsrolle 1912 von Fig. 4 um eine Achse schwingt, die parallel zu der Faserziehrichtung ist (die in der Regel die gleiche ist wie die Ziehturmachse), wird der Faser abwechselnd ein positiver und negativer Spin aufgeprägt. Außerdem löschen sich die resultierenden positiven und negativen elastischen Verdrehungen auf der Faser im wesentlichen gegenseitig aus, so daß die Faser auf der Aufwickelspule im wesentlichen keine torsionsmäßige elastische Belastung aufweist. Es kann durch jedes geeignete Mittel, zum Beispiel durch nicht gezeigte exzentrische Antriebsmittel, bewirkt werden, daß die Führungsrolle 1912 von Fig. 4 hin- und herschwingt. Eine alternative Ausführungsform ist schematisch in Fig. 5 gezeigt, in der durch geeignete herkömmliche Mittel, die nicht gezeigt sind, bewirkt wird, daß sich die Führungsrolle 1913 axial hin- und herbewegt, was zu einem abwechselnden Ausüben von Drehmoment im Uhrzeigersinn und entgegen dem Uhrzeigersinn auf die Faser führt.

Der Fachmann erkennt, daß das Führungs- und Antriebsmittel 21 von Fig. 1 viele Formen annehmen kann. Es können beispielsweise Seilscheiben verwendet werden (wie in Fig. 1-3 gezeigt), oder es können nutenlose Rollen verwendet werden, oder Seilscheiben und nutenlose Rollen können zusammen verwendet werden (beispielhaft wie in Fig. 4 und 5 gezeigt). Es werden alle geeigneten Führungs- und Antriebsmittel sowie alle geeigneten Mittel zum Ausüben eines entsprechenden Drehmoments auf die Faser in Betracht gezogen.

Fig. 6 zeigt beispielhafte Versuchsdaten, nämlich die Spinraumfrequenz (in Spin/m) als Funktion der Entfernung entlang der Faser. Die Kurve 60 wurde von einer Einmodenfaser erhalten, die mit 1,5 m/s gezogen wurde, wobei die schwingende Führungsrolle 1912 von Fig. 4) 60 Takte/Minute aufwies, und die Kurve 61 wurde aus einer ansonsten identischen Einmodenfaser erhalten, die mit 3 m/s gezogen wurde, wobei die Rolle 1912 106 Takte/Minute aufwies. Wie aus Fig. 6 ersichtlich, enthält jede der Fasern Abschnitte, deren Spinraumfrequenz weit über 4 Spin/m liegt (sogar über 20 Spin/m), und in jeder der Fasern ist der Spin nicht konstant und weist sogar eine Helizität im Uhrzeigersinn und entgegen dem Uhrzeigersinn auf, was dazu führt, daß der Spin mit einer erheblichen Wahrscheinlichkeit eine Komponente enthält, die die beiden Polarisationsmoden effektiv koppelt.

Der Fachmann versteht, daß die Schrittweite des Spins, der der in einer Vorrichtung der in Fig. 4 gezeigten Art gezogenen Faser aufgeprägt wird, unter anderem von der Schwingungsamplitude 2Θ' und der Schwingungsfrequenz abhängt. Beispielsweise betrug in einer bestimmten Faserziehvorrichtung gemäß der Erfindung Θ etwa 15º, und die Schwingungsfrequenz betrug etwa 106 Takte/Minute. Diese Werte sind nur beispielhaft, und der Fachmann wird, unterstützt durch die Lehren hier, in der Lage sein, nicht nur seine Ziehvorrichtung zu adaptieren, um die Erfindung auszuführen, sondern auch Ziehparameter zu wählen, die für seine jeweilige Vorrichtung geeignet sind.


Anspruch[de]

1. Verfahren zur Herstellung eines Einmoden- Lichtwellenleiters, umfassend:

a) Bereitstellen einer Lichtwellenleiterpreform (11);

b) Erhitzen mindestens eines Teils der Preform;

c) Ziehen der Einmoden-Lichtwellenleiters (13) aus der erhitzten Preform in einer Zugrichtung, so daß mindestens einem Teil der Faser ein permanenter Spin mit einer Raumfrequenz von über 4 Spin/m aufgeprägt wird, und Auftragen einer Schutzschicht auf die Faser; wobei

Schritt c) umfaßt, während die Preform rotationsmäßig stationär gehalten wird, auf die Faser ein Drehmoment auszuüben, wobei das Drehmoment bewirkt, daß die Faser entlang der Längsachse eine Drehung erfährt, so daß der Faser der Spin beim Ziehen der Preform aufgeprägt wird,

dadurch gekennzeichnet, daß

das Drehmoment auf einen beschichten Abschnitt der Faser abwechselnd im Uhrzeigersinn und entgegen dem Uhrzeigersinn ausgeübt wird, so daß der der Faser aufgeprägte Spin abwechselnd im Uhrzeigersinn und entgegen dem Uhrzeigersinn verläuft.

2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Schutzschicht eine Polymerschicht ist und wobei das abwechselnde Drehmoment mittels einer Führungsrolle (1911) ausgeübt wird.

3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem das Ausüben des Drehmoments mittels einer Führungsrolle umfaßt, zu veranlassen, daß die Führungsrolle um eine Achse oszilliert, die im wesentlichen parallel zu der Zugrichtung verläuft.

4. Vorrichtung, die einen nach Anspruch 1 hergestellten Einmoden-Lichtwellenleiter umfaßt und aus einem Kern und einem den Kern umgebenden optischen Mantel besteht, wobei der Faser ein Spin aufgeprägt ist, wobei die Vorrichtung ein optisches System, ein Lichtwellenleiterkabel oder ein Lichtwellenleiter ist.

5. Vorrichtung nach Anspruch 4, bei der der Faser eine Polarisationsmodendispersion (PMD) zugeordnet ist, wobei die PMD der Faser unter 0,5 ps/km1/2 liegt.

6. Vorrichtung nach Anspruch 4, bei der die Vorrichtung ein Lichtwellenleiter-Kommunikationssystem ist, das eine Lichtsignalquelle und Mittel zum Erfassen eines Lichtsignals umfaßt, wobei der Lichtwellenleiter die Quelle und das Erfassungsmittel auf eine Signale übertragende Weise verbindet.







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