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Dokumentenidentifikation DE19910355A1 07.09.2000
Titel Keimreduzierte bzw. entkeimte Textilien bzw. Wäsche sowie Verfahren und Mittel zu deren Herstellung
Anmelder Wessollek, Heimo, 91217 Hersbruck, DE;
Arconia GmbH, Chur, CH
Vertreter Kern, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 80686 München
DE-Anmeldedatum 09.03.1999
DE-Aktenzeichen 19910355
Offenlegungstag 07.09.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 07.09.2000
IPC-Hauptklasse A01N 37/10
IPC-Nebenklasse A61L 31/00   C11D 3/48   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft keimreduzierende bzw. entkeimte Textilien bzw. Wäsche sowie Verfahren und Mittel zu deren Herstellung, wobei die Textilien ohne gesonderten Entkeimungsvorgang weitgehend keimfrei bzw. keimreduziert sind und das Verfahren zur Herstellung dieser Textilien dadurch gekennzeichnet ist, dass während mindestens einem der Wasch- bzw. Spül- oder Trocknervorgänge ein untoxisches, rein biologisches Entkeimungsmittel zugesetzt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft keimreduzierte bzw. entkeimte Textilien bzw. Wäsche sowie Verfahren und Mittel zu deren Herstellung.

Auch bei modernen Reinigungsanlagen besteht das Problem, dass die in Lösungsmitteln gereinigten und anschließend getrockneten Textilien, insbesondere auch Kleidungsstücke und notwendigerweise keimfreie Wäsche wie OP-Kleidung nur mit stark umweltschädigenden Mitteln behandelt werden können. Aber auch nach anderen Verfahren z. B. nur auf Wasserbasis mit z. B. normaler Waschmaschine gereinigte Textilien sind im fertigen Zustand unzulässig stark verkeimt und auch geruchsbelastet.

Aufgabe der Erfindung ist es, diese Nachteile auszuschalten und keimreduzierte bzw. entkeimte Textilien mit einem völlig untoxischen (Trinkwasserklasse 0) und vollständig biologisch abbaubaren und hautfreundlichen Mittel zu erreichen.

Dies wird überraschenderweise mit einem Mittel erreicht, das gemäß den Ansprüchen in vergleichsweise schwach konzentrierter Mischungskonzentration zusammengesetzt ist, bei dem die Mischungskomponenten in synergistisch zusammenwirkender Form wirksam sind.

Die mit dem erfindungsgemäßen Mittel gereinigten Textilien gemäß Anspruch 1 bis 4 weisen alle Vorteile einer mindestens weitgehenden Entkeimung auf.

Überraschenderweise hat sich die Zugabe eines Mittels mit im wesentlichen folgenden Zusammensetzungs-Komponenten als kurzfristig intensiv desodorierend und keimreduzierend und damit als vorteilhafte Lösung bei der Behandlung mit einer Mittelkombination gemäß Patentansprüchen 5 bis 13 erwiesen.

Besonders überraschend für die Wirksamkeit des Mittels ist, dass die zu reinigenden bzw. zu waschenden Textilien im hochkontaminierten Zustand pH-Werte von 6,0 bis z. T. 7 und noch darüber aufweisen können und das Mittel selbst bei rein biologischer Zusammensetzung gemäß Patentansprüchen 5 bis 13 mit z. T. alkalischen Komponenten eine gründlichen Entkeimung und vollständige Geruchseliminierung bewirkt.

Das Lebensmittelkonservierungsmittel kann gemäß Anspruch 6 vorteilhafterweise ausgewählt sein aus der Gruppe bestehend aus Citronensäure, Natriumbenzoat, Weinsäure, Milchsäure, Apfelsäure, Essigsäure, Bernsteinsäure, Acetylsalicylsäure und L-Ascorbinsäure, Sorbinsäure, Benzoesäure, p-Hydroxybenzoesäure, Ameisensäure und Propionsäure sowie deren Abkömmlingen, eingeschlossen Salze und Estern derselben.

Die mit dem Mittel insbesondere nach den Ansprüchen 5 und 6 erzielte synergistische Wirkung wird durch die Zumischung von sauerstoffabgebenden Stoffen gemäß Anspruch 7 und 12 verstärkt.

Die Erfindung erfasst die in den Ansprüchen 5 bis 8 enthaltenen speziellen Ausführungsformen, wobei die in Wasser gelöste Mischungskombination bei einem pH-Wert zwischen etwa 2 bis 7 liegt.

Zwecks wirkungsverstärkender Durchdringung und verbesserter Benetzung können der Mischung gemäß den Ansprüchen 5 bis 13.

1,0 bis 5% eines oder mehrerer Tenside ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus in der verwendeten Menge untoxischen anionischen und nichtionischen Tensiden, Seifen, Fettsäure-Aminocarbonsäurekondensate, Alkylbenzolsulfonate, Ligninsulfonate, Alkylsulfonate, Fettsäureestern, sulfatierten Fettsäureglyceriden, Betaine, Sulfobetaine, Saponine, Fettsäureester von Polyalkoholen, Oxyäthylierte Fettsäuren, etc., von denen Natriumdodecylsulfonat und Natriumlaurylsulfat besonders bevorzugt sind, beigefügt sein.

Es kann erfindungsgemäß sinnvoll sein, dass das Behandlungs-Mittel zusätzlich ein oder mehrere von Materialien ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus lebensmittelrechtlich unbedenklichen Stabilisatoren, Trocknungsmittel, Säuerungsmittel, Korrosionsinhibitoren, Emulgatoren, Sprengmittel und/oder Tenside enthält.

Ein entscheidender Vorteil der erfindungsgemäß gereinigten bzw. gewaschenen Wäsche liegt darin, dass man das Mittel nicht nur bis zur Entkeimung der Wäsche selbst dosieren kann, sondern in einem Überschuß davon, so dass von der fertig gereinigten Wäsche selbst eine länger andauernde, zusätzliche entkeimende Wirkung ausgeht, die nicht nur in keimempfindlichen Situationen (z. B. im OP- Saal oder Binden, Wundtücher) zusätzlich entkeimend wirkt. Dabei ist das Mittel selbst absolut hautfreundlich und die gereinigte Wäsche wirkt selbst als Medium der Entkeimung.

Insbesondere zur Vermeidung einer Nachverkeimung hat es sich als vorteilhaft herausgestellt, wenn die Wasch- oder Spülflüssigkeit mindestens ein wasserlösliches Silbersalz aufweist, das eine Nachverkeimung verhindert bzw. die Wirkungsdauer erheblich verlängert. Der Gehalt an Silbersalzen beträgt vorteilhafterweise zwischen weniger als 0,2 bis 0,5 Gew.-% des Mittels als Trockenmasse.

Um das Lösungsverhalten weiter günstig zu beeinflussen, kann es sinnvoll sein, MgCl2 einzusetzen, das durch Ionenaustausch mit anderen zweiwertigen Salzen die Lösung der Ablagerungen zweiwertiger Ionen fördert.

Dadurch, dass nun Citronensäure mit ihren günstigen Lösungseigenschaften gemeinsam mit Silberverbindungen, wie -salzen, die gegen ein Wachstum von Keimen eingesetzt werden, kann bei einer überraschend guten unabhängigen Entkeimungswirkung auch die Nachverkeimung herabgesetzt werden.

Die Wirkung des erfindungsgemäßen Mittels ist vor allem deshalb überraschend, weil es den Wasch- und Spülflüssigkeiten nur in wenigen Prozent oder auch nur in Bruchteilen von Prozenten zum Desodorieren und Entkeimen zugesetzt zu werden braucht, obwohl es aus nachweislich völlig untoxischen, biologisch verträglichen und biologisch völlig abbaubaren Bestandteilen ohne jegliche Chlor- und Halogenbestandteile und auch ohne jegliche Antibiotika, Pestizide, Fungizide und Insektizide zusammengesetzt ist und in vergleichsweise kurzer Zeit und zeitlich lang anhalten wirksam ist.

Das Mittel ist sowohl völlig untoxisch als auch vollständig biologisch abbaubar und hautschonend. Es baut sogar aufgrund seiner fungiziden Wirkung Antibiotika ab und löst keinerlei Resistenzerscheinungen aus.

Das Mittel wirkt gegen Keime wie Bakterien (bakterizid), Pilze wie Schimmelpilze (fungizid), Pilzsporen und Blütenstaub, Hefen, Protozoen, Eukaryoten, Eiweißmoleküle, Enzyme, Makrophagen und auch molekularbiologische Schädlinge oder dergleichen, Parasiten durch Zerstörung deren Nachwuchs und Eier, sowie Biofouling und Epelithionbildung.

Konkret ist das erfindungsgemäße Mittel auch gegen sämtliche Arten von Aspergillus, Legionellen und Salmonellen, sowie

Escherichia coli,

Klebstelle pneumoniae,

Staphylococcus aureus,

Pseudomonas aeruginosa,

Streptococcus faecalis,

Proteus mirabilis,

Mycobacterium tuberculosis,

Clostridium sporogenes,

Candida albicans

mit bis zu völliger Entkeimung erprobt.

Bei dem erfindungsgemäßen Reinigungs- bzw. Waschverfahren mit Lösungsmittel kann das Mittel der Reinigungsflüssigkeit sowohl in gelöster flüssiger Form, als auch in fester Konsistenz zugesetzt werden, bevorzugt aber aus z. B. wirtschaftlichen Gründen in der Spül- und Trockenstufe. Die Entkeimungswirkung ist dabei stark genug, um die fertig gereinigten Textilien zumindest ausreichend keimfrei bzw. keimarm zu machen und darüberhinaus noch mit eigener Entkeimungswirkung auszustatten.

Diese Kondition der Textilien wird auch durch ein anschließendes Bügeln oder Pressen nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil kann dabei der Bügelfeuchtigkeit das entkeimende Mittel zugegeben werden. Dabei können die Umgebungsbedingungen durch diese Vorgänge mit dem mit dem Enkeimungsmittel behandelten Textilien merklich verbesserte, arbeitsbegünstigende Keimverarmung erfahren.

Diese Wirkung kann noch länger anhaltend gestaltet werden, wenn die Textilien mit einer Imprägnierung gemäß Anspruch 18 versehen werden.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann jede Art von Textilien, vor allem aber keimkritische Textilien (Krankenhaus-, OP- und Reinstraumtextilien) erfindungsgemäß mindestens stark keimreduzierend gereinigt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Textilien, wie z. B. Wäsche, dadurch gekennzeichnet, dass sie ohne gesonderten Entkeimungsvorgang weitgehend keimfrei bzw. keimreduziert sind.
  2. 2. Verfahren zur Herstellung mindestens stark entkeimter Textilien, dadurch gekennzeichnet, dass während mindestens einem der Wasch- bzw. Spül- oder Trocknervorgänge ein untoxisches rein biologisches Entkeimungsmittel zugesetzt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel in der Spül- und/oder Trocknerphase dem Reinigungsvorgang beigefügt wird.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittel vor und während des Bügelvorgangs verwendet wird.
  5. 5. Mittel zur Herstellung der weitgehend entkeimten Textilien nach Anspruch 1 und zur Durchführung der Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein desodorierendes und stark keimreduzierendes Mittel zur Behandlung der Textilien mit einem oder mehreren Lebensmittel- Konservierungsstoffen sowie mindestens einer nichttoxischen, insbesondere organischen Säure eingesetzt wird.
  6. 6. Mittel nach Anspruch 5, welches mindestens eine Kombination einer oder mehrerer Verbindungen aus der Gruppe der Verbindungen Citronensäure, Sorbinsäure, L-Ascorbinsäure und/oder Acetylsalicylsäure oder deren Derivate aufweist

    mit mindestens einem Lebensmittelkonservierungsstoff wie beispielsweise Benzoesäure und deren Derivate wie

    Sorbinsäure, Citronensäure, Weinsäure, Milchsäure, Apfelsäure, Essigsäure, Bernsteinsäure, Acetysalicyl- und L-Ascorbinsäure sowie

    Natriumbenzoat, p-Hydroxybenzoesäure, Ameisensäure, Propionsäure und Abkömmlinge sowie Salze, Ester und/oder Mischungen derselben.
  7. 7. Mittel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Anteil eines Oxidationsmittels wie eine Perverbindung aus z. B. einem Peroxid, wie Natrium-, Kalium-, Calcium- oder Wasserstoffperoxid oder einen Abkömmling einer Persäure wie Perborat, Perphosphat, Percarbonat oder eine stark oxidierende Verbindung wie ein Permanganat aufweist.
  8. 8. Mittel nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kombination von 50 bis 80 Gew.-%, bevorzugt 55 bis 70 Gew.%, insbesondere 60 bis 65 Gew.-% Citronensäure, 20 bis 50 Gew.-%, bevorzugt 30 bis 45 Gew.-%, insbesondere 35 bis 40 Gew.-% einer festen Peroxoverbindung, sowie 0,3 bis 1 Gew.-% eines Lebensmittelkonservierungsstoffes aufweist, wobei die Summe aller Prozentsätze jeweils 100 ist.
  9. 9. Mittel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Citronensäure bis zu 1 bis 25 Gew.-% der Gesamtmenge durch L-Ascorbinsäure und/oder Acetylsalicylsäure ersetzt ist.
  10. 10. Mittel nach einem der Ansprüche 5 bis 7 in wässriger Lösung von 15-0,03 g Mittel, bevorzugt 10-0,1 g, insbesondere 8-0,1 g Mittel pro Liter Wasser.
  11. 11. Mittel nach einem der Ansprüche 5 bis 7, gekennzeichnet durch 0,05-10 g, bevorzugt 0,2-6 g und besonders bevorzugt 0,3-4 g Natriumbenzoat und 0,1-10 g, bevorzugt 0,2-5 g und besonders bevorzugt 0,3-3 g Sorbinsäure.
  12. 12. Mittel nach einem der Ansprüche 5 bis 7 mit zusätzlich 0,001-16, vorzugsweise 12, insbesondere 10 Vol.-% H2O2 pro Liter Wasser sowie gegebenenfalls Stabilisatoren für die Peroxidverbindung.
  13. 13. Mittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Lösung einen sauren PH-Wert zwischen etwa 2 und 7 aufweist.
  14. 14. Mittel, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch 0,1 bis 5% eines oder mehrerer Tenside ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus in der verwendeten Menge untoxischen anionischen und nichtionischen Tensiden, Seifen, Fettsäure-Aminocarbonsäurekondensate, Alkylbenzolsulfonate, Ligninsulfonate, Alkylsulfonate, Fettsäureestern, sulfatierten Fettsäureglyceriden, Betaine, Sulfobetaine, Saponine, Fettsäureester von Polyalkoholen, Oxyäthylierte Fettsäuren, etc., und insbesondere Natriumdodecylsulfonat und Natriumlaurylsulfat.
  15. 15. Mittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die organischen Säuren gesättigte oder ungesättigte Carbonsäuren mit 1-14 C- Atomen, bevorzugt 1-12 C-Atomen sind.
  16. 16. Mittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ihm ein Korrosionsschutzmittel vorzugsweise in 0,1 bis 1 Gew.-% in der bei der Behandlung verwendeten Konzentration der Lösung zugesetzt ist.
  17. 17. Mittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche 5 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass ihm ein wasserlösliches Silbersalz in einem Anteil von vorzugsweise weniger als 0,2 bis 0,5% der Trockenmasse zugesetzt ist.
  18. 18. Mittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ihm eine imprägnierende faserumhüllende Komponente, z. B. Wachs beigefügt ist.






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