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Dokumentenidentifikation DE10013452A1 12.10.2000
Titel Druckwerk für eine Rotationsdruckmaschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Schmid, Gotthard, 69254 Malsch, DE
DE-Anmeldedatum 17.03.2000
DE-Aktenzeichen 10013452
Offenlegungstag 12.10.2000
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.10.2000
IPC-Hauptklasse B41F 13/10
IPC-Nebenklasse B41C 1/00   B41C 1/18   B41F 13/42   
Zusammenfassung Aufgabe der Erfindung ist es, bei Druckmaschinen mit integrierter Vorrichtung zum Herstellen der Druckform, die Konstruktion so zu verändern, daß ohne Einschränkung der Funktionalität der Druckmaschine die Zugänglichkeit zum Inneren des Druckwerkes und die Wartungsfreundlichkeit verbessert wird.
Die Erfindung besteht darin, daß eine Vorrichtung (7, 33, 34, 50, 51) zum Herstellen einer Druckform an einem einstellbaren Träger (8, 35, 36, 52, 53) befestigt ist, daß Mittel zum Fixieren des Trägers (8, 35, 36, 52, 53) in mindestens zwei verschiedene Positionen (58, 59) relativ zum Formzylinder (4, 30, 31, 45, 46) vorgesehen sind, wobei in einer ersten Position die Vorrichtung (7, 33, 34, 50, 51) in einer Bebilderungsposition der Formzylinder (4, 30, 31, 45, 46) zugewandt liegt und einer zweiten Position (58, 59) die Vorrichtung (7, 33, 34, 50, 51) vom Formzylinder (4, 30, 31, 45, 46) entfernt liegt, so daß der Formzylinder (4, 30, 31, 45, 46) von außen zugänglich ist.
Die Erfindung ist bei Druckmaschinen anwendbar, bei denen Vorrichtungen zum Herstellen einer Druckform integriert sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Druckwerk für eine Rotationsdruckmaschine, in das eine Vorrichtung zum Herstellen einer Druckform integriert ist.

Bei bekannten Druckmaschinen wird ein mit Laser bestückter Bebilderungskopf so im Druckwerk installiert, daß die Laserstrahlung in einem Material eines Druckformrohlings Druckfarbe annehmende Bildpunkte erzeugt. Die Gegenstandsweite der die Laserstrahlung fokusierenden optischen Elemente ist aus strahlungsphysikalischen Gründen sehr gering, so daß der Bebilderungskopf dicht bei der Oberfläche des Druckformzylinders liegt, auf der der Druckformrohling aufgespannt ist. Neben dem Bebilderungskopf sind im Druckwerk eine Vielzahl für den Druckbetrieb erforderliche Einrichtungen, wie Farb- und Feuchtwerke und Reinigungsvorrichtungen eingebaut. Die für die Wartungsvorgänge verbleibenden Freiräume sind nicht oder nur sehr beengt vorhanden. Um den Zugang zu einem bestimmten Bauteil zu gewährleisten, müssen zum Teil andere Bauteile ausgebaut werden, wobei davor angeordnete Schutzgitter beiseite geschwenkt werden können.

Um den Druckform-Wechsel zu vereinfachen sind Systeme bekannt, bei denen als Druckform Folien verwendet werden, wobei Auf- und Abwickelrollen für die Folien innerhalb des Formzylinders angeordnet sind. Die Folie ist ausreichend für eine größere Anzahl von Druckaufträgen, so daß die Bestückung mit einer neuen Vorratsrolle nur selten vorgenommen werden muß.

Bei anderen bekannten Systemen, wird nach jedem Druckauftrag die verbrauchte Druckplatte gegen eine neue ausgetauscht. Die Druckplatten können in einer Kassette bevorratet sein, die mit einer Manipulationsvorrichtung in eine Ladeposition des Druckformzylinders anschwenkbar ist oder durch eine Linearbewegung in diese Ladeposition gebracht werden kann. Bei diesen Systemen muß der freie Zugang einer ladenden Platte zu den Plattenspannvorrichtungen des Druckformzylinders gewährleistet sein.

Bei Druckmaschinen sind von Hand durchführbare Wartungsvorgänge erforderlich. Besonders bei Druckmaschinen in Reihenbauweise verbleibt der die Wartung durchführenden Person nur wenig Platz. Die Wartung gestaltet sich als problematisch, wenn die Person bei der Wartung eine unbequeme Haltung einnehmen muß.

Aufgabe der Erfindung ist es, bei Druckmaschinen mit integrierter Vorrichtung zum Herstellen der Druckform, die Konstruktion so zu verändern, daß ohne Einschränkung der Funktionalität der Druckmaschine die Zugänglichkeit zum Inneren des Druckwerkes und die Wartungsfreundlichkeit verbessert wird.

Die Aufgabe wird durch die Ausbildung eines Druckwerkes gelöst, welches die Merkmale nach Anspruch 1 aufweist. Vorteilhafte Ausgestaltungen finden sich in den Unteransprüchen.

Durch die Erfindung ist gewährleistet, daß für die Zufuhr einer neuen Druckplatte oder von neuem Druckformmaterial in einer ersten Position des Trägers der Vorrichtung für die Herstellung der Druckform der notwendige Freiraum gebildet wird.

Die Zugänglichkeit des Druckwerkes für die Durchführung von Wartungsvorgängen und die Zugänglichkeit der Vorrichtung zur Bebilderung der Druckform wird weiter verbessert, wenn der Träger in der dritten Position fixiert wird. In dieser Position kann eine Person ohne Anstrengung den Bebilderungskopf inspizieren, einstellen und dergleichen.

Die Erfindung soll anhand von Ausführungsbeispielen noch näher erläutert werden, es zeigen:

Fig. 1: ein Schema einer Bogendruckmaschine mit einem Druckwerk,

Fig. 2: ein Schema eines Druckwerkes einer Rollendruckmaschine,

Fig. 3: eine Variante für eine Rollendruckmaschine.

Das in Fig. 1 gezeigte Druckwerk 1 einer Offsetbogendruckmaschine in Reihenbauweise liegt zwischen einen im Papierlauf vorgeordneten 2 und einem nachgeordneten Druckwerk 3. Das Druckwerk 1 enthält alle zum Drucken einer Druckfarbe notwendigen Elemente von denen im Schema nach Fig. 1 lediglich ein Plattenzylinder 4 und ein Gummituchzylinder 5 dargestellt sind. Die Offsetbogendruckmaschine besitzt eine Lade- und Entnahmevorrichtung für Druckplatten. Hierzu ist am Druckwerk 1 eine, Linearführung 6 für Druckplatten vorgesehen. Die Linearführung 6 führt eine zu bestückende bzw. zu entnehmende Druckplatte zwischen Plattenspannelementen am Plattenzylinder 4 und einem außerhalb des Druckwerkes 1 befindlichen Plattenvorratsbehälter. Die zu bestückende Druckplatte kann bereits vorbebildert sein. Eine Besonderheit des Druckwerkes 1 besteht darin, daß die Möglichkeit vorhanden ist, einen Druckplattenrohling über die Linearführung 6 dem Plattenzylinder 4 zuzuführen, auf der Oberfläche des Plattenzylinders 4 aufzuspannen und innerhalb des Druckwerkes 1 zu bebildern. Hierzu ist ein Bebilderungskopf 7 an einem mehrgelenkigen Träger 8 vorgesehen. Der Bebilderungkopf 7 ist mit Lasern und optischen Systemen bestückt. Die Laser werden so aktiviert, daß entsprechend einem Druckbild Druckfarbe annehmende Bildpunkte auf der Druckplatte entstehen. Bei der Bebilderung kann der Bebilderungskopf 7, um die gesamte Oberfläche der Druckplatte zu erfassen, in Richtung parallel zur Drehachse des Plattenzylinders 4 verschoben werden. Der Träger 8 besteht aus zwei Tragarmen 9, 10. Der L-fömig ausgebildete Tragarm 9 ist in einem Schwenklager 11 am Gestell des Druckwerkes 1 im oberen Bereich befestigt. Zur Positionierung des Trägers 8 sind zwischem Schwenklager 11 und einem hebelartigen Fortsatz 12 des Tragarmes 9 eine Pneumatikzylinder 13 und innerhalb des Druckwerkes 1 eine Hebelgetriebe 14 mit einem weiteren Pneumatikzylinder 15 vorgesehen. Das Hebelgetriebe 14 ist als zweiarmiger Hebel ausgeführt, der in einem Lager 16 drehbar ist. Der eine Arm des Hebelgetriebes 14 greift zwischen zwei Mitnahmeelemente 17. 18 ein, die am Bebilderungskopf 7 befestigt sind. Das Hebelgetriebe 14 ist durch eine nicht weiter dargestellte Vorrichtung in Richtung des Pfeiles 19 aus dem Mitnahmeelementen 17, 18 ausrückbar. Der Bebilderungskopf 7 ist in drei verschiedene Positionen fixierbar. In einer Bebilderungsposition liegt der Bebilderungskopf gegen Anschläge 20, 21, 22. Die Fixierung in der Bebilderungsposition besorgt eine Vorrichtung, die eine Kraftwirkung auf den Bebilderungkopf 7 in Richtung des Pfeiles 23 ausübt. In der Bebilderungsposition liegt der Bebilderungskopf 7 nahe bei der Oberfläche des Plattenzylinders 4. Bei in die Mitnahmeelemente 17, 18 eingerücktem Hebelgetriebe 14 und bei Betätigung des Pneumatikzylinders 13 in Richtung des Pfeiles 24 wird der Bebilderungskopf 7 von der Oberfläche des Plattenzylinders 4 um einen Betrag weggerückt und in einer gestrichelt Ladeposition fixiert, in der eine Druckplatte entlang der Linearführung 6 am Bebilderungskopf 7 vorbei zu- bzw. abgeführt werden kann. Wenn das Hebelgetriebe 14 aus den Mitnahmeelementen 17, 18 ausgerückt ist, dann kann durch Wirkung des Pneumatikzylinders 13 der Bebilderungskopf 7 in eine gestrichelt dargestellte Wartungsposition W gebracht werden. In der Wartungspostition befindet sich der Bebilderungskopf 7 oberhalb des Druckwerkes 1. Das Servicepersonal kann zwischen den Druckwerken 1, 3 auf einer Plattform 25 stehend bequem den Bebilderungskopf inspizieren, warten, justieren und dergleichen. Ebenso ist der Bereich innerhalb des Druckwerkes 1 in der Umgebung des Plattenzylinders 4 ihr Wartungs- und Reinigungsarbeiten frei zugänglich. Die Einstellung des Bebilderungskopfes 7 in die drei Positionen kann programmgesteuert geschehen. Die für die Funktion des Bebilderungskopfes 7 erforderlichen Versorgungs- und Datenleitungen 26 sind flexibel und mit dem Träger 8 beweglich ausgeführt.

In Fig. 2 ist ein Ausführungsbeispiel für ein Bahndruckmaschine gezeigt. Das dargestellte Druckwerk 27 enthält unter anderem jeweils zwei Plattenzylinder 28, 29 und Gummizylinder 30, 31 zum Drucken auf eine Bahn 32. Jedem Plattenzylinder 28, 29 ist ein Bebilderungskopf 33, 34 an mehrgliedrigen Trägern 35, 36 zugeordnet. Ein Tragarm 37 des Trägers 35 ist am Druckwerk 27 oben in einem Lager 38 schwenkbar befestigt. Der Träger 35 mit dem Bebilderungskopf 33 kann aus der dargestellten Bebilderungsposition in die gestrichelt dargestellte Wartungsposition bewegt und fixiert werden. In der Wartungsposition befindet sich der Bebilderungskopf 33 außerhalb des Druckwerkes 27 in einem Bereich über dem Druckwerk 27. Ein Tragarm 39 des Trägers 36 ist in einem Lager schwenkbar befestigt. Das Lager 40 befindet sich am Gestell des Druckwerkes 27 unterhalb einer begehbaren Plattform 41. Der Träger 36 mit dem Bebilderungskopf 34 kann aus der dargestellten Bebilderungsposition in eine gestrichelt dargestellte Wartungsposition unterhalb der Plattform 41 bewegt und fixiert werden. Jeweils in der Wartungsposition ist die freie Zugänglichkeit zu den Bebilderungsköpfen 33, 34 und zu den Elementen im Inneren des Druckwerkes 27 gegeben. Bei den in den Fig. 2 und 3 gezeigten Ausführungen können die Bebilderungsköpfe 33, 34, 50, 51, wie bereits zu Fig. 1 beschrieben, zusätzlich in eine Ladeposition für die Zufuhr von Druckplatten zu den Plattenzylindern 28, 29, 45, 46 gebracht werden.

In Fig. 3 ist ein Ausführungsbeispiel für eine Bahndruckmaschine in Turmbauweise gezeigt. In den drei übereinander montierten Druckwerken 42, 43, 44 sind jeweils zwei paare Plattenzylinder 45, 46 und Gummituchzylinder 47, 48 zum Drucken auf eine Bahn 49 gezeigt. Am Beispiel des Druckwerkes 43 soll eine mögliche Anordnung von Vorrichtungen zur Herstellung einer Druckform beschrieben werden. Jedem Plattenzylinder 45, 46 ist ein Bebilderungskopf 50, 51 an mehrgelenkigen Trägern 52, 53 zugeordnet. Ein Tragarm 54, 55 der Träger 52, 53 ist jeweils seitlich im Außenbereich des Druckwerkes 43 an einem Schwenklager 56, 57 befestigt. Die vollausgezogene Darstellung der Bebilderungsköpfe 50, 51 und deren Träger 52, 53 zeigt jeweils die Bebilderungsposition. Für den Bebilderungskopf 50 und den Träger 52 ist in gestrichelter Form eine Zwischenposition 58 und eine Wartungsposition 59 gezeigt. In der Zwischenposition 58 liegt der Bebilderungskopf 50 innerhalb des benachbarten Druckwerkes 44. In der Wartungsposition 59, die über die Zwischenposition 58 erreicht wird, liegt der Bebilderungskopf 50 außerhalb des Druckwerkes 43 seitlich in der Nähe der Außenwand des Druckwerkes 43. Bezugszeichenliste 1 Druckwerk

2, 3 Druckwerk

4 Plattenzylinder

5 Gummituchzylinder

6 Linearführung

7 Bebilderungskopf

8 Träger

9, 10 Tragarme

11 Schwenklager

12 Fortsatz

13 Pneumatikzylinder

14 Hebelgetriebe

15 Pneumatikzylinder

16 Lager

17, 18 Mitnahmeelemente

19 Pfeil

20, 21, 22 Anschläge

23, 24 Pfeil

25 Plattform

26 Leitungen

27 Druckwerk

28, 29 Plattenzylinder

30, 31 Gummituchzylinder

32 Bahn

33, 34 Bebilderungskopf

35, 36 Träger

37 Tragarm

38 Lager

39 Tragarm

40 Lager

41 Plattform

42, 43, 44 Druckwerk

45, 46 Plattenzylinder

47, 48 Gummituchzylinder

49 Bahn

50, 51 Bebilderungskopf

52, 53 Träger

54, 55 Tragarm

56, 57 Schwenklager

58 Zwischenposition

59 Wartungsposition


Anspruch[de]
  1. 1. Druckwerk für eine Rotationsdruckmaschine, mit einem innenliegenden Formzylinder und einer Vorrichtung zum Herstellen einer Druckform, dadurch gekennzeichnet,

    daß die Vorrichtung (7, 33, 34, 50, 51) zum Herstellen einer Druckform an einem einstellbaren Träger (8, 35, 36, 52, 53) befestigt ist,

    daß Mittel zum Fixieren des Trägers (8, 35, 36, 52, 53) in mindestens zwei verschiedene Positionen (58, 59) relativ zum Formzylinder (4, 30, 31, 45, 46) vorgesehen sind,

    wobei in einer ersten Position die Vorrichtung (7, 33, 34, 50, 51) in einer Bebilderungsposition dem Formzylinder (4, 30, 31, 45, 46) zugewandt liegt und einer zweiten Position (58, 59) die Vorrichtung (7, 33, 34, 50, 51) vom Formzylinder (4, 30, 31, 45, 46) entfernt liegt, so daß der Formzylinder (4, 30, 31, 45, 46) von außen zugänglich ist.
  2. 2. Druckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (8, 35, 36, 52, 53) in einer dritten Position (59) fixierbar ist, in der die in der Vorrichtung zum Herstellen der Druckform dienenden Werkzeuge und der Formzylinder (4, 30, 31, 45, 46) von außen zugänglich sind.
  3. 3. Druckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichet, daß der Träger (8, 35, 36, 52, 53) an mehrgelenkigen Schwenkarmen (9, 10, 37, 39, 54, 55) befestigt ist.
  4. 4. Druckwerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkarme (9, 10, 37, 39, 54, 55) von Hand beweglich sind.
  5. 5. Druckwerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkarme (9, 10, 37, 39, 54, 55) mit Positioniergetrieben (13, 14, 15) gekoppelt sind.
  6. 6. Druckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der zweiten Position des Trägers (8, 35, 36, 52, 53) Zugänglichkeit für eine Vorrichtung (6) zur Zufuhr von Druckformrohlingen besteht.






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